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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Vorwort
Niemand spricht gerne über Sterben und Tod – und kaum jemand kann mit der Trauer seiner Mitmenschen gut umgehen. Nicht selten fühlen wir uns völlig hilflos, wenn wir – oft plötzlich und unerwartet – damit konfrontiert werden.
Vielleicht stirbt ein lieber Verwandter, vielleicht wird nach langer Krankheit der beste Freund von seinem Leiden erlöst, vielleicht verunglückt ein Kollege tödlich, mit dem man eng zusammengearbeitet hat. Fast jeder, der mit dem Tod auf die eine oder andere Weise hautnah in Berührung kommt, fühlt eine seltsame Scheu in sich, mag sich oft nicht mit diesem Unerklärlichen befassen. Wer unmittelbar betroffen ist, muss außerdem mit dem Verlust eines geliebten Menschen fertig werden: Trauer ist ein Gemütszustand, der besonders verletzlich macht.
Themen wie Trauer und Bestattung gelangen heute oft nur noch selten über pragmatische Routine hinaus. Inzwischen bestimmen weitgehend fest strukturierte Abläufe unseren Umgang mit dem Tod. Denn der gehört – wie die Trauer – zu den großen Tabuthemen unserer Zeit. Im allgemeinen Schönheits- und Jugendwahn unserer schnelllebigen Gesellschaft haben Verfall und Sterben wenig Raum, denn sie erinnern uns nur zu deutlich daran, dass viele von uns einer Illusion nachjagen und dass wir letztendlich alle sterblich sind.
Gerade weil dies so ist, treffen Trauernde häufig auf wenig Verständnis für ihren Schmerz. Vor allem, wenn es ihnen nicht gelingt, innerhalb kurzer Zeit wieder zur Tagesordnung und zur Alltagsroutine zurückzukehren, sondern sie mehr Zeit brauchen, um ihren schmerzlichen Verlust zu verarbeiten.
Dieses Buch soll all jenen weiterhelfen, die direkt oder indirekt von einem Todesfall betroffen sind: Dies sind zum einen die trauernden Hinterbliebenen, die nicht nur einen herben Schicksalsschlag erlitten haben, sondern darüber hinaus eine Bestattung und eine Trauerfeier planen und organisieren müssen. Ihnen obliegt es, eine Todesanzeige oder einen Trauerbrief zu verfassen, vielleicht sogar eine Ansprache bei der Bestattungsfeier zu halten. Sie finden hierzu zahlreiche Informationen sowie Mustertexte für Todesanzeige, Trauerbrief, Trauerrede und Danksagung.
Zum anderen sollen auch die Kondolierenden Unterstützung bekommen, die sich einer Situation stellen müssen, die für keinen von uns einfach zu handhaben ist: das mündliche Kondolieren, das Verfassen eines Kondolenzschreibens, das Erstellen einer Trauerrede, die Unterstützung der Hinterbliebenen.
 
Abgerundet wird dieser Ratgeber durch viele zusätzliche Informationen:
• Tipps zum richtigen Verhalten im Trauerfall – bei der Beisetzung, beim Leichenschmaus – sowohl für Trauernde als auch für Kondolierende
• Anlaufstellen und Adressen für den Fall, dass Kinder und Jugendliche bzw. Eltern vom Tod eines geliebten Menschen betroffen sind
• eine umfangreiche Zitatensammlung zum Thema Tod und Trauer, die es Ihnen erleichtern sollte, die passenden Worte für Anzeigen, Briefe, Reden oder Danksagung zu finden.
Christina Zacker
Lissabon/Cascais, im Januar 2005

KAPITEL 1:
Was gleich nach dem Todesfall zu erledigen ist
Bei einem Trauerfall muss an viele Dinge gedacht werden. Deshalb ist es sicherlich wichtig, so früh wie möglich wenigstens ungefähr zu wissen, was auf einen zukommen kann. Denn beim Tod eines Menschen ist es wie bei seiner Geburt: Kommt oder geht man, so folgen unweigerlich schier endlose Gänge auf Ämter und Behörden, müssen Urkunden und Schriftstücke erstellt werden, und die Bürokratie scheint wichtiger als alle menschlichen Aspekte. Bei einem Todesfall ist dies alles in einer Situation zu bewältigen, in der man als Betroffener von Leid und Schmerz bewegt ist und kaum weiß, was alles zu tun ist. Kein Wunder, dass die meisten die ganze Angelegenheit in die bewährten und routinierten Hände eines Bestattungsinstituts legen.

Routine oder Individualität?

Bestattungsinstitute sind Profis in Sachen Beerdigung. Sie organisieren alles, was mit Bestattung und Trauerfeier zusammenhängt. Das ist praktisch und einfach für jeden, der mit dem schmerzlichen Verlust eines geliebten Menschen umzugehen hat und sich deshalb kaum auf die kleinsten alltäglichen Aufgaben konzentrieren kann, geschweige denn auf all jene Dinge und Details, die im Zusammenhang mit einem Todesfall, der Beerdigung und einer Trauerfeier zu erledigen sind. Dazu weiter unten mehr.
Sie sollten sich allerdings darüber im Klaren sein: Wie überall gibt es auch im Dienstleistungsbereich der Beerdigungsinstitute »schwarze Schafe«, die keinerlei Scheu davor haben, die Trauer und den Schmerz der Angehörigen auszunutzen, um möglichst großen Profit zu machen. Da wird dann eben ein besonders kostbarer Sarg empfohlen, obwohl eine Feuerbestattung angesetzt ist. Da werden viele vermeintliche Kleinigkeiten erwähnt, die sich letztendlich zu einer großen Summe addieren, die von keiner Versicherung mehr gedeckt ist – weil ein cleverer Bestatter eben genau weiß, dass ein Trauernder aus Gründen der Pietät selten nachfragt, was da alles zusammenkommt und ob der Endbetrag nicht den finanziellen Rahmen sprengt, den die Hinterbliebenen zur Verfügung haben.
Es kann daher besser sein – und durchaus im Sinne der Familie -, einen Vertrauten aus der Verwandtschaft oder dem Freundeskreis mit der Ausrichtung von Beerdigung und Trauerfeier zu beauftragen. Selbstverständlich kann und wird er wohl in den meisten Fällen auch mit einem Bestattungsinstitut zusammenarbeiten. Er kennt die Wünsche des Verstorbenen und der Familie aber oft besser als ein Fremder und kann sie daher eher umsetzen. Und er geht mit kühlerem Kopf an die Planung, als es vielleicht eine trauernde Witwe tun würde, deren Mann nach langjähriger Ehe gestorben ist.

Was Sie sofort tun müssen

• Bei Eintritt des Todes zu Hause, also innerhalb der eigenen vier Wände, rufen Sie bitte umgehend einen Arzt. Das kann Ihr Hausarzt sein oder ein Notarzt. Er wird die Todesbescheinigung und den Leichenschein ausstellen.
• Bei einem Sterbefall im Krankenhaus werden die entsprechenden Unterlagen dem zuständigen Standesamt direkt zugestellt.
• Der Sterbefall muss unter der Vorlage der Todesbescheinigung und des Leichenschauscheines spätestens am folgenden Werktag (außer Samstag) dem Standesamt im Sterbeort mitgeteilt werden. Zur weiteren Vorlage benötigt man noch das Familienstammbuch oder eine Geburts- oder Abstammungsurkunde, den Personalausweis, die Heiratsurkunde und bei verwitweten Menschen die Sterbeurkunde des Erstverstorbenen.
• Sie selbst benötigen – wenn Sie einen Sterbefall beim Standesamt anzeigen – Ihren Personalausweis oder Reisepass.
• Bitte melden Sie den Sterbefall auch Ihrem Pfarramt, dann können Sie die Bestattungsfestlichkeit mit dem zuständigen Geistlichen absprechen.
• Danach muss die Überführung des Toten zu einem Friedhof veranlasst werden. Dies erfolgt in der Regel über ein Bestattungsinstitut, und dieses übernimmt im Normalfall auch alle üblichen Behördengänge. Es regelt außerdem die Auswahl der Grabstätte (soweit kein Familiengrab vorhanden ist oder der Verstorbene in dieser Hinsicht bereits vorgesorgt hat). Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte feststehen, ob eine Erd- oder Feuerbestattung durchgeführt wird (dazu später mehr).
• Weitere Erledigungen sind erst nach Erhalt der Sterbeurkunde möglich. Das heißt: Rente oder Pension neu beantragen, An- und Ummeldungen bei Banken, Versicherungen, Krankenkasse etc.
CHECKLISTE:
Was so bald wie möglich erledigt werden sollte
• Totenschein vom Hausarzt, Krankenh aus oder Notarzt
• Bestattungsunternehmen beauftragen
• Beerdigungstermin festlegen
• Trauerfeier planen
• Trauerkarten bestellen, Zeitungsinserat schalten
• Standesamt: Sterbeurkunde (mehrere Exemplare!) abholen
• Krankenkasse benachrichtigen
• Arbeitgeber anrufen
• Kirchengemeinde, Freunde, Vereine informieren
• Sonderurlaub beantragen
• Testament an Notar oder Nachlassgericht übergeben
• Lebensversicherung/Sterbekasse informieren
• Rentenversicherungsträger informieren
• Finanzangelegenheiten überprüfen
• Versicherungen/Abonnements/Mitgliedschaften kündigen bzw. umschreiben lassen
Was sonst noch zu tun ist
• Angehörige und Freunde benachrichtigen
• Beratung beim Erwerb eines Wahl- oder Reihengrabes (bei Erd- oder Feuerbestattung)
• Terminfestlegung bei Stadt oder Kirche für die Beerdigung /Trauerfeier
• Orgelspiel und evtl. sonstige musikalische Begleitung für die Trauerfeier bestellen
• Dekoration und Kerzenbeleuchtung für Trauerfeier in der Kapelle bestellen
• Sarggebinde bestellen
• Bestellung von Kränzen und Handsträußen
• Trauerbriefe und Danksagungen bestellen
• Adressen für Anschriften bei Trauerbriefen zusammenstellen
• Zeitungsanzeigen (Familienanzeige, Nachruf) bestellen
• dem Pfarrer oder einem Redner Kenntnis geben
• evtl. Imbiss (Trauerkaffee, Trauermahl) nach Beerdigung /Trauerfeier in einem Café, Restaurant oder einer Gaststätte bestellen
• Abrechnung mit der zuständigen gesetzlichen Krankenkasse
• Abrechnungen mit den Lebensversicherungen bzw. Sterbekassen
• Überbrückungsgeld (dreimonatige Rentenfortzahlung) bei der Rentenversicherungsstelle beantragen
• Abmelden der Rente bei der zuständigen Rentenberechnungsstelle
• Trauerkleidung besorgen
• Erbschein beantragen und Testament eröffnen lassen (evtl. Notar einschalten)
• Wohnung kündigen, Telefon abmelden und Zeitungen abbestellen
• Abmelden des Autos und der Kfz-Versicherung
• Versorgung der Haustiere
• Versorgung der Blumen und Pflanzen
• Umbestellung der Post
• Fenster verschließen (Stecker aus Steckdosen entfernen)
• evtl. Wachdienst für die Wohnung beauftragen

Wie informiert man andere von einem Todesfall?

Familienmitglieder und gute Freunde wird man zunächst einmal per Telefon benachrichtigen, wenn das problemlos möglich ist. Problemlos heißt in diesem Fall: wenn Sie sicher sind, dass der Empfänger die Nachricht voraussichtlich einigermaßen verkraften kann und man nicht um seine Gesundheit fürchten muss. Sie werden also Ihre betagte Großmutter besser nicht per Anruf vom Tod z. B. eines ihr lieben Familienmitglieds oder einer Freundin informieren, die ihr in langen Jahren ans Herz gewachsen ist. Hier – aber eigentlich auch in allen anderen Fällen eng verbundener Familienmitglieder – sollten Sie die schlimme Nachricht persönlich überbringen. Und den anderen möglichst schonend informieren, ihm oder ihr auch sofort hilfreich zur Seite stehen.
In Zeiten moderner Kommunikation kann auch eine E-Mail das richtige Mittel sein, um jemanden möglichst schnell über einen Todesfall zu informieren. Das ist zwar sicher nicht das, was der »Knigge« empfehlen würde, aber manchmal einfach notwendig: wenn Sie beispielsweise Verwandte im Ausland haben, die Sie telefonisch schlecht erreichen können, von denen Sie aber wissen, dass sie regelmäßig ihre E-Mails abrufen. Vielleicht fallen Sie aber im Text nicht gleich mit der Tür ins Haus, sondern bitten den Empfänger der Mail, sich möglichst rasch wegen eines dringenden familiären Vorfalls bei Ihnen per Telefon zu melden.
Selbstverständlich kann und sollte man all jene Familienmitglieder und Freunde schriftlich informieren, die man nicht telefonisch erreicht oder bei denen die Information nicht so schnell erfolgen muss. Mustertexte dafür finden Sie am Ende dieses Kapitels.

Bitte niemals per Fax oder SMS!

Die Information über einen Todesfall per Fax ist schlicht und ergreifend undenkbar. Faxe sind – wie Postkarten – für jeden lesbar und deshalb für die Mitteilung einer solch persönlichen Angelegenheit unpassend. Dasselbe gilt auch für die SMS beim Handy! Auch wenn es heutzutage schon fast üblich ist, selbst Liebesbeziehungen mit einer lapidaren SMS zu beenden – für den Todesfall ist eine solche Kurzmitteilung absolut tabu. Die einzige Möglichkeit ist hier ähnlich wie bei einer E-Mail: Versenden Sie einen Text mit etwa dem Inhalt »Ruf mich bitte sofort an!« Oder: »Melde dich bitte sofort bei mir (oder einer anderen Person)« und danach evtl. einem Hinweis wie »Es geht um Opa«. Die direkte Todesnachricht zu übermitteln, wäre nicht nur stil- und geschmacklos, sondern verletzend.

Wie macht man Kindern den Tod begreifbar?

Kleine Kinder (etwa im Kindergartenalter) können sich unter den Begriffen Tod und Endgültigkeit nichts vorstellen. Erklären Sie es vielleicht so: »Papa ist tot – und das heißt, er kann nicht mehr essen, sehen, hören, Fußball spielen, lachen oder schimpfen. Jemand, der tot ist, geht nicht mehr ins Bett zum Schlafen, er hat keinen Hunger, ihm ist nicht kalt, und er hat auch keine Angst mehr.« Es ist normal, dass kleine Kinder ihre Fragen über den Tod wiederholen. Sie lernen ihre Welt kennen, indem sie immer wieder fragen und ihnen immer wieder geantwortet wird. Dies mag für den Elternteil, der den Tod des Lebenspartners oder eines Kindes betrauert, schwierig oder sogar unerträglich sein.
Tritt in der Familie ein Todesfall ein, erleben Kinder dies oft in hohem Maße als Kontrollverlust. Hilfreich kann es sein, wenn man ihnen eine dem Alter angemessene Wahlmöglichkeit gibt, auf welche Art und Weise sie sich an den Trauerritualen beteiligen. Meist neigen wir Erwachsenen dazu, Kinder und sogar Jugendliche bei der Entscheidung und Planung darüber auszuschließen, wie eine Beerdigung oder Gedenkfeier gestaltet wird. Sie hier mit einzubeziehen gibt ihnen einerseits das Gefühl, dass wir ihre kindlichen Emotionen und Bedürfnisse anerkennen, und vor allem andererseits, dass wir sie ernst nehmen. Sprechen Sie mit Ihren Kindern viel über die Beerdigungsfeier, erklären Sie ihnen Ablauf und Umstände in verständlicher Sprache. Und dann sollte das Kind selbst entscheiden, ob es an der Beerdigungsfeier teilnehmen möchte oder nicht.

Bleiben Sie bei der Wahrheit – so schmerzlich es ist!

Es bringt nichts, einem Kind oder gar einem Jugendlichen die Wahrheit zu verheimlichen oder sie zu beschönigen. Sprechen Sie Klartext, wenn es um Tatsachen geht. Auch wenn die Umstände des Todes schlimm waren, selbst wenn es sich um einen Suizid oder ein Gewaltverbrechen handelt. Natürlich sind Sie behutsam in der Wortwahl, sprechen in altersgerechter Form – aber lügen Sie nicht! Das wäre falsch verstandene Barmherzigkeit und kein Schutz für die Kleinen, sondern eher für den Erwachsenen selbst.
• Einem Kind die Wahrheit zu verweigern, wird letztlich mehr Schmerz bedeuten, wenn die Realitäten ans Licht kommen. Und das werden sie früher oder später: weil Schulkameraden Bescheid wissen, weil ein Nachbar oder ein Familienangehöriger sich verplappert.
• Ihr Kind wird später zu Recht verletzt und verärgert sein, wenn Sie es nicht genügend respektiert haben. Wenn Sie aus einem falsch verstandenen Gefühl des Beschützen-Wollens heraus aus einem Selbstmord oder Mord ein »Familiengeheimnis« machen und die sicher furchtbaren Tatsachen dem Kind verschweigen, verhindern Sie seinen und auch den eigenen offenen Umgang mit der Trauer und dem Schmerz des Verlustes.
• Die Folgen sind einleuchtend: Kinder und Jugendliche werden sich früher oder später fragen, ob sie Erwachsenen überhaupt trauen können, wenn genau die Menschen gelogen haben, die ihnen am nächsten stehen. Solch ein Vertrauensbruch wird auch im späteren Leben bis ins Erwachsenenalter hinein Auswirkungen haben.
• Überfordern Sie Kinder (vor allem kleinere Kinder) nicht mit Einzelheiten. Aber erzählen Sie ihnen das, was sie einfordern und woran sie interessiert sind.
• Es ist bei keinem Todesfall leicht, die richtigen Worte zu finden. Deshalb finden Sie weiter unten einige Adressen von Vereinen und Organisationen, die Ihnen bei diesen Themen weiterhelfen können.

Wie sich kindlicher Kummer ausdrücken kann

Kinder haben eine andere Art, sich auszudrücken und Gefühle zu verarbeiten. Sie orientieren sich wenig an Konventionen und gesellschaftlichen Vorstellungen; sie lassen sich in ihrem Verhalten unmittelbar von Gefühlen leiten. Viele von uns Erwachsenen sind dadurch verunsichert. Denn wir haben meist eine genaue Vorstellung davon, wie Trauer aussehen sollte, und so sind wir besorgt, wenn ein Kind sich vielleicht anders verhält.
• Das wichtigste kindliche Kommunikationsmittel ist sein Verhalten. Trauer ist eine sehr starke, intensive Erfahrung, die Energie im Körper entwickelt. Kinder drücken diese Energie durch Spielen und wilde Aktivitäten wie Rennen oder Schlagen aus, aber auch in ruhigeren Aktivitäten. Sie bemühen sich aber stets, ihre Welt und die Ereignisse darin durch Spielen zu verstehen.
• Nicht immer drückt sich kindliche Trauer durch Weinen aus. Viele Kinder reagieren überhaupt nicht, wenn Sie mit ihnen über den Todesfall sprechen. Sie führen ihr Leben scheinbar weiter wie immer, zeigen nach außen keine Anzeichen der Betroffenheit. Diese Reaktion ist jedoch ganz gewiss kein Spiegel ihrer inneren Empfindungen.
• Kinder verstecken ihre Gefühle oft vor Erwachsenen, manchmal sogar, um die Eltern zu schützen. Deshalb sprechen viele Kinder auch nicht über ihre Trauer.
• Viele Kinder und Jugendliche empfinden Zorn und Aggressionen, werden störrisch oder trotzig. Wut und Feindseligkeit richten sich manchmal gegen eine bestimmte Person (ein Elternteil, einen Arzt) – wenn das Kind glaubt, diese hätte den Tod verhindern können.
• Es können sich auch Wutgefühle gegen Gott, gegen Spielkameraden oder gegen den überlebenden Elternteil entwickeln. Haben Sie dafür bitte Verständnis: Schließlich ist ein Mensch gestorben, der sich zuvor immer um das Kind gekümmert hat. Einem kleinen Kind erscheint es einfach ungerecht, wenn Mama oder Papa stirbt.
• Gerade wütende und frustrierte Kinder wissen oft nicht, wie sie ihre Gefühle ausdrücken sollen, ohne dass ihr Benehmen Ärger bei den Erwachsenen auslöst.
Sie können Ihren Kindern helfen, indem Sie für alle Gefühle dieser Art Verständnis haben und dies auch zeigen. Vermitteln Sie Ihrem Kind – indem Sie Ihre eigenen Gefühle ausdrücken -, dass es in Ordnung ist, zu weinen und Emotionen zu zeigen. Das gibt ihm Sicherheit und ermöglicht es ihm, mit Ihnen gemeinsam zu trauern.

Hier hilft man Ihnen weiter: Adressen für Trauernde

Es gibt eine ganze Reihe von Hilfsorganisationen, privaten Vereinen und staatlichen Stellen, die mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn Kinder und Jugendliche vom Tod betroffen sind bzw. wenn Eltern ein Kind verloren haben. Hier die wichtigsten Adressen:
Beratung/Begleitung/Kontakt
für trauernde Eltern und Geschwister
Bogenstr. 26
20144 Hamburg
Telefon: 0 40/45 00 09 14


 
Zentrum für trauernde Kinder e.V.
Doventorscontrescarpe 172
Gebäude D, 1. Etage
28195 Bremen
Telefon: 04 21/34 36 68
Im Internet:
Ausschließlich im Internet zu finden sind diese sehr informativen und hilfreichen Seiten:

(hier die Stichwortsuche nutzen)

(hier die Stichwortsuche »Tod« nutzen)

kinder_und_tod
Auch auf Seiten für trauernde Eltern kann man Rat und Hilfe finden. Hier einige Adressen und Homepages:
»Leben ohne Dich«
Bodo Fritsche
Westkapeller Ring 21
45481 Mülheim/Ruhr
 
Bundesverband Verwaiste Eltern
in Deutschland e.V.
Seelhorststraße 11
30175 Hannover
Telefon: 05 11/3 37 27 26
Telefax: 05 11/3 37 27 24
Gemeinsame Elterninitiative
Plötzlicher Säuglingstod (GEPS)
Bundesverband GEPS Deutschland e. V.
Rheinstraße 26
30519 Hannover
Telefon und Fax: 0 511/8 38 62 02
 
Für Suizid-Fälle:
AGUS e.V. – Angehörige um Suizid
Wilhelmsplatz 2
95444 Bayreuth
Telefon: 09 21/1 50 03 80
Telefax: 09 21/8 33 43

Im Bestattungsinstitut

Besorgungen wie die Auswahl des Sarges und der Sterbewäsche, die Bestellung von Blumengebinden, die Traueranzeigen in der örtlichen und/oder überregionalen Presse, der Druck von Trauerkarten und die Erledigung aller Formalitäten werden normalerweise einem Bestattungsinstitut übertragen:
• Hier wählen Sie den Sarg aus und übergeben die Sterbewäsche.
• Aus einem Katalog suchen Sie ein Blumengebinde oder einen Kranz aus.
• Sie überbringen dem Bestattungsinstitut außerdem eine Fotografie des Verstorbenen, damit die Trauerkarten gedruckt werden können.
• Außerdem wird Ihnen ein Katalog mit Zitaten vorgelegt, aus dem Sie einen Text für die Anzeige und die Trauerkarten auswählen können.
• Selbstverständlich können Sie für alles auch eigene Vorschläge und Ideen beisteuern. Oder die Wünsche und Vorstellungen des Verstorbenen einbringen.

Erd- oder Feuerbestattung? Was das Gesetz sagt

Nach den Bestimmungen des Bestattungsgesetzes ist jeder Leichnam zu bestatten. Als Bestattungsarten sind in Deutschland nur die Erd- oder die Feuerbestattung zulässig. Hat der Verstorbene zu Lebzeiten keine Entscheidung darüber getroffen, obliegt diese den Angehörigen oder dem Bevollmächtigen.