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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Buch
 
Wenn Sie den Unterschied zwischen einem Leber- und einem Altersfleck kennen, wenn Sie sich ernsthaft die Frage nach (kleinen) Schönheitsoperationen stellen und wenn Sie auch nach Ihrem 40. Geburtstag noch modisch up to date sein wollen, ohne wie die beste Freundin Ihrer jüngsten Tochter auszusehen, dann hat Shane Watson den passenden Lifestyle-Guide für Sie geschrieben. Und natürlich auch, wenn Sie sich fragen, wie Sie sich doch noch Ihren Traumprinzen angeln können. Die Autorin argumentiert scharfzüngig und pointiert gegen den um sich greifenden Jugendlichkeitswahn, der bereits Frauen mit Mitte 30 aussortiert, und informiert über Dinge, die wirklich zählen im Leben. So ist ihr Buch wie ein prickelndes und witziges Gespräch mit der besten Freundin.

Autorin
Shane Watson ist Autorin, Journalistin und Kolumnistin der Sunday Times. Sie hat den Mann fürs Leben in ihren Vierzigern gefunden und geheiratet.

Für Tris

Einführung
Vor Kurzem wurde ich bei einem Besuch in meinem Kosmetikstudio gnadenlos bestürmt. »Ach Sie sind’s!«, rief die Empfangsdame, kaum hatte ich ihr meinen Namen genannt. »Bitte sagen Sie uns, wie haben Sie das nur geschafft? Sie sind unsere Heldin!« Die Frauen im Warteraum sahen von ihren Hochglanzmagazinen auf, hoben ihre kurz vor dem Zupfen befindlichen Augenbrauen und reckten mir die Köpfe entgegen. Sie wollten alles hören. Junge Frauen in weißen Kitteln und Flipflops, mit Wattebäuschen zwischen den Zehen, blieben stehen, um mir zu lauschen. Die Therapeutinnen (oder heißt es Technikerinnen? Das weiß ich nie so genau.) streckten die Köpfe aus den sanft beleuchteten, duftenden Behandlungsräumen, um zu sehen, wohin ihre Kundinnen geeilt waren. Ich wendete mich meinem Publikum zu und erzählte die Geschichte von Anfang an. (Mich hätte diese schmachtende Aufmerksamkeit gleich misstrauisch machen sollen, aber etwas Ähnliches war mir nur eine Woche zuvor auf einer Party passiert, und langsam gewöhnte ich mich an meine neue Rolle.)
Falls Ihnen die Gründe für meine ikonengleiche Stellung unter bestimmten Mitgliedern der weiblichen Bevölkerung nicht bewusst sein sollten: Ich habe geheiratet. Zum ersten Mal. Mit Mitte vierzig. Tusch! Aber nicht nur das, ich habe den Mann, den ich geheiratet habe, auch erst mit Mitte vierzig kennengelernt. Wie Sie sicher wissen, ist das etwas völlig anderes, als den Bund der Ehe mit jemandem zu schließen, mit dem man seit dem Studium zusammenlebt. Oder zum zweiten Mal zu heiraten. Keins von beidem ist für eine alleinstehende Frau wirklich ein Trost. Mit anderen Worten, ich bin die Ausnahme von der Regel, die allen Statistiken trotzt, ich bin ein Leuchtfeuer der Hoffnung für jede Singlefrau, die nicht vorhat, auf ewig Single zu bleiben.
Außerdem habe ich einen nicht unbedeutenden Teil meiner langen Journalisten-Karriere damit verbracht, über das Singledasein zu schreiben. Nicht nur über die gelegentliche Lücke zwischen zwei Partnern. Ich war einen Großteil meiner Dreißiger und meine kompletten frühen Vierziger eine Singlefrau. Ich bin auch nicht einfach nur ein überraschender Spätzünder: Ich war ungefähr fünfzehn Jahre lang offizielle Sprecherin für ein erfülltes Singleleben. Die Fürsprecherin der Kompromisslosigkeit. Die Frau, die einen Artikel mit der Schlagzeile Warum ich froh bin, nicht verheiratet zu sein geschrieben hat und mehr Artikel, als ich zählen kann, über den normalen – und sogar wünschenswerten – Zustand des Alleinlebens. Ich hatte eine vorwiegend in Weiß gehaltene Wohnung mit Schuhschachteln, auf denen Polaroidfotos des Inhalts klebten, ich hatte glamouröse Jobs bei Modemagazinen und Zeitschriften, und zu dem »vollen, aktiven Leben« gehörten Yogaunterricht, Aufenthalte in Wellnesshotels und jede Menge Abenteuerurlaub. Frauen, die ich kaum kannte, riefen mich nach dem Ende ihrer Beziehung an, um sich von mir Ratschläge für das Singleleben zu erbitten. Nein, ich scherze nicht. Ich war zufrieden und quasi von Berufs wegen männerlos, als ich Den Einen traf. Und so kam es, dass die Leute (in erster Linie ungebundene Frauen) seither stets nur eins von mir wissen wollen: Wie ist es dazu gekommen?
Nicht nur, wie es dazu gekommen ist, sondern auch, warum es ausgerechnet mir passiert ist. Ich bin weder eine reiche Erbin noch eine Schönheit. Ich habe mir nie die Zähne richten lassen, und auch der Rest meines Körpers ist noch unfrisiert (abgesehen von meinen Haaren, die zu Tode gefärbt wurden und ein wenig an Donald Trump erinnern). Ich bin eine durchschnittliche Köchin, mein Ordnungssinn ist grenzwertig unterentwickelt, und morgens bin ich unerträglich. (Ich könnte fortfahren, aber hier ist nicht der richtige Ort dafür.) Und wir wissen ja alle, dass es für eine Frau in den Vierzigern zwar möglich ist, einen Mann kennenzulernen, es aber heutzutage vor Konkurrenz nur so wimmelt: russische Models, superfitte Geschiedene (die aussehen wie dreißig, auch wenn in ihrem Personalausweis vierundvierzig steht), Beinahe-noch-Minderjährige und Frauen, die von genialen Schönheitschirurgen von den Zehen bis zu den Haarspitzen neu gestaltet wurden. Mit anderen Worten, wenn jemand wie ich es schafft, dann kann es jede schaffen!
All das erklärt, warum ich eines Tages in einem Raum voller Frauen in weißen Badehandtüchern stand und ihnen erzählte, wie ich Den Einen gefunden habe.
 
Das war der Moment, in dem mich eine Erkenntnis traf wie der Schlag: Die Frage, wie man einen Mann trifft, ist nur ein Maulwurfshügel in einem Gebirge von neuen Zwickmühlen, denen sich Frauen in den Dreißigern und Vierzigern gegenübersehen. Es stimmt, Singlefrauen sind auch früher schon in dieses Alter geraten, aber nicht so – nicht in einem gesellschaftlichen Klima, in dem das Alter ein Tabu ist und wir bis in unsere Sechziger hinein einen Bikini kompatiblen Körper haben sollen, fabelhaftes Stilgefühl, eine tolle Karriere, ein heißes Sexleben und emotional erfüllende Beziehungen mit allen, die wir kennen. Die Frauen in diesem Kosmetikstudio wollten meine Geschichte nicht nur deshalb hören, weil sie sich alle nach einem Mann sehnten, sondern weil ihnen bewusst war, dass diese Phase unseres Lebens sich bis zur Unkenntlichkeit verändert hat und dass wir alle (mit Partner oder ohne) nur herauszufinden versuchen, wie man im 21. Jahrhundert als erwachsene Frau leben soll, wenn doch keiner die Regeln dafür kennt.
Alle suchen Richtungshilfen und Antworten auf die großen Fragen: Wie sollen wir sein? Was wollen wir wirklich?
Aber auch auf die profanen, kleinen Fragen wie zum Beispiel: Wie sollte ich mit über vierzig aussehen? Erwarten die Männer, dass ich mich im Schambereich rasiere? Ist es möglich, Freundinnen auf eine humane Weise auszusortieren? Werden die Leute wirklich immer unhöflicher, oder liegt es an mir?
Wir würden ja unsere Mütter fragen, aber sie können uns auch nicht helfen, denn als sie in unserem Alter waren, wäre niemand auf die Idee gekommen, sich sämtliche Haare vom Körper zu entfernen oder allein in einer Wohnung zu leben, die man nur mit glitzernden Schmetterlingen und Teelichtern teilt. Wir haben in ungewissen Zeiten unerforschtes Territorium beschritten und können uns jetzt nur selbst helfen.
Und dann dachte ich, wenn schon jemand über die Midlifekrise der modernen Frau schreibt, dann kann das auch ruhig jemand sein, der einen Großteil davon aus eigener Anschauung kennt – und viel Zeit hatte, darüber nachzudenken, was uns glücklich machen könnte.
Und darum geht’s jetzt los …

1.
Bin ich gut genug für mein Alter?
Diese Frage trifft den Kern der Identitätskrise einer modernen Midlifekrisen geschüttelten Frau – denn die Antwort lautet … ähm: Das hängt davon ab, wo Sie gerade stehen (und wer direkt neben Ihnen steht). Wenn Sie sich im einzigen Fitness-Studio eines Provinznests befinden, ist das eine Sache. Wenn Sie vor der Pforte eines exklusiven Wellnesstempels in einer Weltmetropole stehen, ist das eine völlig andere Sache. Schon früher gab es eine »Gut für ihr Alter«-Messlatte, aber damals bedeutete gfiA noch »gut gehalten, wenn man bedenkt, wie viele Jahre sie schon auf diesem Planeten verbracht hat«. Heutzutage werden Sie nach einer GfiA-Skala beurteilt, die davon abhängt, welchen Mikrokosmos Sie bewohnen und was die Frauen in Ihrer Welt für angemessene Anti-Aging-Maßnahmen halten. Versteht man darunter regelmäßigen Sport und viel frisches Obst und Gemüse oder doch eher regelmäßige Botox-Injektionen sowie gelegentliches Lippenaufspritzen? Vielleicht gehören Sie zu der vom Glück verwöhnten Handvoll Menschen, die von ganz allein gfiA aussehen, aber wenn man Sie neben Ihre schicken Freundinnen mit eigenem Dermatologen und Personaltrainer stellt, sieht die Sache womöglich gleich ganz anders aus.
Also sehen Sie sich um. (Wenn Sie gerade in einem Bus sitzen, zählt das nicht: Sie sollten sich in Ihrem natürlichen Umfeld befinden, unter Gleichgestellten – jenen Menschen, die darüber bestimmen, ob Sie gfiA aussehen oder ob man Ihnen jeden einzelnen Lebenstag vom Gesicht ablesen kann.)

Plastik kontra Natürlichkeit

Lassen Sie mich berichten, wo ich mich gerade befinde. Ich sitze in Tom’s Café am Notting Hill Gate in London, wo ich früher gewohnt habe und heute immer noch arbeite. Früher war das Viertel Notting Hill, das man aus dem Film von Richard Curtis kennt, eine Art schmuckes Dorf, das von eigenwilligen Exzentrikern bevölkert wurde. Aber heute ähnelt es eher der First-Class-Lounge des Genfer Flughafens – dem temporären Ruheort für die internationale Finanzelite und ihre für teures Geld gekauften Ehefrauen. Hier beginnt und endet gfiA mit sechsunddreißig. Man ist unter sechsunddreißig, egal wie alt man ist. Wer sechsunddreißig ist, bleibt sechsunddreißig. Wenn man hier im herkömmlichen Sinn wie sechsundvierzig aussieht – ein paar graue Haare, ein winzigkleiner Bauchansatz, Lachfältchen um die Augen, vielleicht sogar zwei oder drei Altersflecken -, dann ist man entweder nur kurz in der Gegend, um etwas abzuliefern, oder man arbeitet für eine der Sechsunddreißigjährigen. Das ist nicht nur eine extrem hohe Messlatte, das ist eine dieser Messlatten, die einen wie eine Obdachlose erscheinen lassen, wenn man sich nicht an die Regeln hält.
Jeden Abend, wenn ich mit dem Bus nach Battersea fahre, trete ich in einen völlig anderen GfiA-Bereich ein. In meinem Stammcafé an der Battersea Park Road versteht man unter gfiA, dass man noch seine eigenen Zähne und zwei voneinander getrennte Augenbrauen hat. Man kann sich aus dem Bett rollen und im Pyjama ins Café kommen, und trotzdem pfeift einem der Koch bewundernd nach, weil man keinen Damenbart hat und keine Nikotinflecken im Blondhaar.
Aber zurück zu Tom’s Café und dem Tisch zu meiner Linken, an dem lauter Frauen sitzen. Ich habe folgende Unterhaltung belauscht:
»Du brauchst einen Projektmanager. Du musst einfach einen Projektmanager haben.«
»Ich weiß. Diese verdammten Architekten. Wir haben dich und deinen umwerfenden Personaltrainer übrigens im Park gesehen.«
»Ist er nicht fabelhaft? Er hat mich auf diese unglaubliche Entgiftungsdiät gesetzt.«
»Du siehst gut aus.« »Tja, ich habe festgestellt, dass nach dem Baby zwei Sportarten einfach nicht mehr genug waren.«
»Ich weiß, was du meinst. Vielleicht lasse ich Xavier künftig zweimal die Woche kommen.«
»Geh doch in den Club und mach Power Pilates. Die bieten da auch tolle Behandlungen an.«
»Stimmt. Aber was immer du tust, geh ja nicht zu Doktor Zebediah.« [Name geändert, um Verleumdungsklagen zu vermeiden.]
»Niemals! Ich gehe zu keinem anderen als meinem Haus-Dermatologen. Obwohl der von Jane auch fantastisch ist. Durch ihn bin ich hier draufgekommen. [Zeigt auf ihren Busen.] Fünfmal den Granatapfelsalat, bitte. Und noch zwei Pfefferminztee.«
 
Diese Frauen beim Mittagessen waren typische Vertreterinnen der wohlhabenden Schickeria von Notting Hill, und ihre Entsprechungen finden sich in jeder blühenden Metropole auf diesem Planeten. Vielleicht sehen sie im Vergleich zu ihren New Yorker Schwestern etwas weniger schick aus, und in Chelsea tragen sie auf jeden Fall mehr Schmuck, aber trotzdem sind das die Frauen, die die GfiA-Messlatte für jede von uns höher legen. Die Frauen am Mittagstisch gab es in fünf Varianten, die vom Sportstudio-Häschen mit Masai-Barefoot-Technology-Sportschuhen und Trainingsanzug aus Samt bis zur schwer geschminkten Frau im Lammfellmantel mit Pfennigabsatzstiefeln reichten. Das Sportstudio-Häschen war womöglich wirklich sechsunddreißig, möglicherweise aber auch viel jünger, der Rest von ihnen war irgendwo zwischen Mitte dreißig bis Ende fünfzig. Ich wäre gern genauer, aber die Erfahrung lehrt mich, dass diese Aufgabe nicht zu meistern ist.
Ich gehöre zu keiner der eben genannten Varianten. Ich habe mir meine Brüste niemals auch nur anlupfen lassen und auch kein Botox gespritzt bekommen. (Schön, einmal bekam ich Botox in meine Achselhöhlen, aber das ist eine andere Geschichte.) Ich bin Mitglied in einem Sportstudio, auch wenn ich so gut wie nie hingehe. Ich habe einmal für Zahnschienen bezahlt, um mir damit die Zähne zu bleichen, aber ich konnte damit nicht schlafen, also kamen sie in den Müll. Ich wollte mir überflüssige Körperhaare mit einem Laser entfernen lassen, aber dann stellte sich heraus, dass das nicht geht, wenn man einen Hautausschlag hat (außerdem braucht man ein sechsstelliges Jahresgehalt, wenn man es bis zum bitteren Ende durchziehen will). Ich lasse mir die Haare und die Wimpern färben, aber ich kaufe meine Klamotten immer noch bei Topshop, und manchmal werde ich von Kosmetikprodukten in Versuchung geführt, die mir versprechen, meinen Körper zu straffen und zu verjüngen. Kurz gesagt, mir ist mein Alter durchaus bewusst, und ich würde gern so lange wie möglich jugendlich aussehen. Ich will mich dafür nur nicht operieren oder mein Gesicht alle zwei Monate spritzen lassen.
Für die Frauen in Tom’s Café ist meine Einstellung irgendwo zwischen gesellschaftlichem Selbstmord und Schlampigkeit angesiedelt. Doch es gibt viele Frauen auf der Welt, die noch weniger Anti-Aging bewusst leben als ich – wenn auch nicht mehr so viele wie noch vor einiger Zeit. Wir hängen dem Look der Natürlichkeit an (das reden wir uns zumindest ein), während die anderen Plastik-Vertreterinnen sind.
Das Altern war früher integraler Bestandteil des Lebens – etwas, das Freundinnen gemeinsam durchgestanden haben, mit einem Schulterzucken und Gebäck zum Tee. Heute ist es ein ununterbrochener Buschkampf, bei dem zwei Stämme gegeneinander antreten, um herauszufinden, wer am Ende den Sieg davonträgt. Die Natürlichkeits-Vertreterinnen haben den gesunden Menschenverstand auf ihrer Seite (mögliche Gesundheitsrisiken; die Vergeblichkeit des Versuchs, die Zeit anzuhalten). Den Plastik-Anhängerinnen stehen ein Arsenal von Eidechsenmilz und Kaviarextrakten sowie die Waffen der Schönheitschirurgie zur Verfügung, ebenso die Zeit und das Geld, uns auszuhungern. Es herrscht Krieg.

Gehören Sie zu uns oder zu denen?

Die Situation ist wirklich aus dem Ruder gelaufen. Wenn man vor gar nicht langer Zeit zufällig einer Freundin begegnete, die man ewig nicht gesehen hatte, sprach man über gemeinsame Freunde, Männer, den Zusammenbruch der Finanzmärkte, die Abstinenz von koffeinhaltigen Getränken, was auch immer. Doch heute bringt man das Vorgeplänkel schnell hinter sich, um direkt zu dem großen Thema überzugehen, »wo man steht«. Es läuft wie folgt ab:
»Du siehst großartig aus!«
»Ich sehe alt aus!«
»Ganz und gar nicht!«
»Doch! Langsam geht es bergab.«
»Wem sagst du das. Gib aber nicht klein bei.«
»Und du?«
»Botox. Ein Mal. Hat mir nicht gefallen.«
»Echt nicht?«
»Fühlte sich einfach nicht gut an. Und wo soll das enden, wenn man erst mal damit angefangen hat?«
»Genau.«
»Alle aus unserem Bekanntenkreis lassen es gerade machen. Und sie sehen danach alle gleich aus.«
»Stimmt genau. So glänzend. Das Licht reflektiert ganz anders auf ihren Gesichtern.«
»Sie sehen schräg aus.«
»Das muss ich mir jedenfalls nicht antun.«
»Nein, ich auch nicht. Meine Schwester hat sich vor Kurzem die Brüste machen lassen.«
»Das ist doch ein Witz, oder? Sie sah doch …«
»… völlig normal aus, ich weiß. Aber sie hat einen jüngeren Freund. Und sie hat drei Kinder, also …«
»Also, ich würde mir höchstens mal die Lider straffen lassen.«
»Aber das ist eine richtige Operation.«
»Natürlich werde ich das nicht wirklich durchziehen. Abgesehen von allem anderen bin ich viel zu ängstlich. Aber es heißt ja, dass schlaffe Lider einen besonders alt aussehen lassen …«
 
Schon erstaunlich, wie oft man dieses Gespräch führen kann – und irgendwann werden Sie es definitiv mit jeder wichtigen Frau in Ihrem Leben geführt haben. Vielleicht halten Sie sich selbst nicht für oberflächlich, vielleicht denken Sie, Sie seien nicht besessen von Ihrem Aussehen – so haben Sie beispielsweise nie eine hitzige Diskussion über Lipgloss geführt, und Sie hüten Ihren Kaschmirpulli auch nicht wie Ihren Augapfel -, aber das hier ist etwas völlig anderes. Bei der »Wirst du es tun oder nicht«-Unterhaltung geht es in Wirklichkeit darum, Ihren wahren Kern zu offenbaren und Ihre Loyalität für die eine oder andere Kriegspartei zu erklären. Unser Instinkt sagt uns, dass diese Entscheidung (sich spritzen zu lassen oder sich nicht spritzen zu lassen) eine fundamentale Weggabelung darstellt. Es ist der Beginn einer Spaltung in den Reihen der Frauen – und wir müssen wissen, an welchem Ufer jede von uns steht.
Der Grund, warum Sie diese Unterhaltung mit jeder Frau führen müssen und warum ähnliche Unterhaltungen Tag für Tag in der ganzen Stadt geführt werden, lautet: Man weiß im Voraus nie, wer sich für das Plastik-Lager ausspricht und wer eisern auf Natürlichkeit schwört. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich kluge Frauen oder die Frauen, die Sie respektieren, oder die Emanzen automatisch für Natürlichkeit aussprechen. Es lässt sich absolut unmöglich sagen, dass XY so etwas nie tun würde – dafür sei sie viel zu flippig/ sexy/bodenständig/politisch/vegetarisch. Möglicherweise können Sie mit absoluter Sicherheit sagen, dass XY niemals Steuern hinterziehen, mit einem verheirateten Mann ausgehen oder echten Pelz tragen würde, aber diese Sicherheit gibt es nicht, wenn es darum geht, den Lauf der Zeit aufzuhalten.
Kurz und knapp kommt hier der Grund, warum Frauen in Sachen Alter derart gemischte Gefühle hegen: Die neuen Regeln haben uns verunsichert, und was noch viel schlimmer ist, sie haben uns unserem eigenen Geschlecht entfremdet. Auf fast jedem Gebiet können wir genau sagen, welchen Standpunkt unsere Freundinnen einnehmen – Drogen, Politik, Plateauabsätze, Wachsenthaarung, die Bedeutung von Sex, Duschen kontra Wannenbad -, aber das Altern lässt uns aneinander zweifeln. Es hat unser Gefühl der Schwesternschaft fundamental zerrüttet. Wir vertrauen keiner mehr.
Und alle lügen sie. Die Promis, die behaupten: »Ich würde es nicht gänzlich ausschließen wollen« (heißt so viel wie: Ich hab’s schon getan, und ich werd’s wieder tun). Die anderen, die ein bisschen Botox gestehen (was so viel heißt wie: das volle Facelifting-Programm, inklusive Augenlider). Die Frauen, die Sie ziemlich gut zu kennen glauben und die ernsthaft nicken, während Sie sich über den heimtückischen Druck völliger Faltenfreiheit auslassen, der auf uns allen lastet. Sogar Ihre besten Freundinnen fangen an, Sie zu belügen, denn Sie könnten ja vor deren Ehemännern ausplaudern, dass sie sich die Falten haben wegspritzen lassen. Es gibt keinen Präzedenzfall für diese Täuschung auf ganzer Linie. Wir sind daran gewöhnt, alles miteinander zu teilen – wie es um unser Liebesleben steht, den Namen unseres Friseurs, das winzige, versteckt gelegene Hotel -, aber die Möglichkeit, im Rennen um jugendliches Aussehen die Nase vorn zu haben, hat uns (zumindest einige von uns) verschlagen und heimlichtuerisch werden lassen. (Habe ich schon erwähnt, dass Männer gegenüber dem Fluch der Schönheitsoperationen blind sind? Wie oft man ihnen auch einen Rippenstoß versetzt und sie auf allzu perfekt gemeißelte Wangenknochen aufmerksam macht, wie oft man auch röhrt: »Mein Gott, schau dir das an! Siehst du, wie das Licht an ihr abprallt? Schau dir nur ihre … an! Da wird einem doch speiübel!«, nie reagieren sie mit dem Würgereiz, den Sie sich erhofft hatten. Männer finden den Verrat unserer Geschlechtsgenossinnen einfach nicht so schlimm wie wir.)
Aus diesem Grund ist das Älterwerden für uns heute eine größere Sache, als das früher der Fall gewesen ist. Na ja, zumindest ist es einer der Gründe. Hier sind noch einige andere:
• Zu irgendeinem Zeitpunkt wurden prominente Frauen, Models und Frauen mit unverschämt reichen Ehemännern (die Frauen, die ausgetauscht werden, wenn sie nicht dauerhaft so aussehen wie am Tag ihrer Heirat) mit echten Menschen verwechselt. Heute werden wir alle nach den Maßstäben beurteilt, die von Cate Blanchett und Nicole Kidman vorgegeben werden (Nicole sieht allerdings langsam etwas merkwürdig aus, finden Sie nicht?). Es liegt auf der Hand, dass nicht jede Frau außerhalb von Los Angeles die Perfektion eines Hollywoodstars erreichen kann, aber von diesen Profis haben wir gelernt, dass das Alter schlecht fürs Geschäft ist. Da besucht man eine ganz gewöhnliche Party in einem Vorort, und die Leute werfen einander prüfende Blicke zu wie Model-Booker bei einem Casting: »Meine Güte, wie alt sie aussieht! Sieht sie nicht alt aus? Ach herrje.« Das bedeutet so viel wie: Sie sollte aussehen wie sechsunddreißig. Warum nur sieht sie nicht wie sechsunddreißig aus? Sie mag ja zweiundfünfzig sein, aber ganz ehrlich … Wie kann sie sich nur so gehen lassen? Alt auszusehen ist gleichbedeutend geworden mit ungepflegt und nachlässig zu sein – als ob man sich die Zähne nicht putzt oder die Haare nicht wäscht. Halten Sie nichts von persönlicher Hygiene? Wechseln Sie Ihre Unterwäsche etwa auch nicht? Haben Sie denn gar keinen Stolz?
• Wir haben zunehmend mehr Angst vor dem Alter, weil alte Menschen ausgegrenzt werden. Sie sind nicht willkommen. Nirgends. Nicht in Modeboutiquen. Nicht in Bars oder Restaurants. Gehen Sie an irgendeinen fabelhaften Ort – ein schickes Hotel, ein Spa, eine Boutique, eine Party: Wo sind die grauhaarigen, alten Menschen? Nicht zu sehen. Wann haben Sie das letzte Mal einen von ihnen am Nebentisch bemerkt oder das Schnäppchenregal durchwühlen sehen? (Manchmal wird eine grauhaarige Frau – echt alt, aber total gut erhalten – glamourös zur Schau gestellt, zum Beispiel in einer Werbekampagne für angesagte, aber trotzdem tragbare Klamotten. Aber das ist eine Marketing-Ausnahmeerscheinung.)
• Wer der Natur kein Schnippchen schlagen will, kann es dennoch nicht verhindern, mit jenen verglichen zu werden, die genau das tun. Wenn Sie eine Anhängerin der Natürlichkeit sind, dann sind Sie – meistens – ziemlich sicher, dass Sie nicht wie eine Wachsfigur aussehen wollen. Sie vergessen dabei jedoch, dass Sie im Vergleich zu diesen Glattstirnfrauen den Eindruck vermitteln, übel von Schlaflosigkeit geplagt zu werden. Möglicherweise sehen diese Frauen merkwürdig und unmenschlich aus, aber neben ihnen wirken Sie verschrumpelt, faltig und krank. Und sollten Sie je in die Situation kommen, dass die anderen die Mehrheit und Sie selbst die Minderheit sind (beispielsweise irgendwo in Los Angeles), dann sind Sie plötzlich diejenige, die merkwürdig aussieht – die verschrottungsreife Alte, die sich gehen lässt.
• Die Schönheitschirurgie oder der Jugendkult oder beides haben die Art und Weise verändert, wie wir Gesichter von Menschen betrachten. Sehen Sie sich Jules und Jim auf DVD an, und Sie wissen, was ich meine. Jeanne Moreau, eine berühmte französische Schönheit, war vierunddreißig, als sie diesen Film drehte, und sie sieht … ziemlich alt aus. Ja, wirklich. Gwyneth Paltrow hätte ihre minderjährige Tochter spielen können.
• Schließlich wird Ihnen auch noch die zweite Chance verwehrt, bewundernde Blicke auf sich zu ziehen. Der Vorteil, gut für sein Alter auszusehen – im herkömmlichen Sinn, also ohne künstliche Hilfsmittel -, hat darin bestanden, dass jede dieses Ziel erreichen konnte, ungeachtet dessen, wie schön man war. Vielleicht hat man in seinen Zwanzigern ganz gewöhnlich ausgesehen, aber mit vierzig hatte man es dann geschafft (»Was für glänzende Haare! Was für eine tolle Haut! Was für eine nette Figur!«) und konnte mit den Besten mithalten. Ich hatte mich schon auf diesen Moment gefreut, hatte herausfinden wollen, ob ich es nicht auch einmal in die oberen Ränge schaffe. Warum auch nicht? Keine Frau hat jemals eine andere Frau dafür gehasst, weil sie sich auf natürliche Weise gut gehalten hat. Im Gegenteil. Jugendliche Schönheit verursacht Neid, aber jene, die gut altern, haben völlig zu Recht den Anspruch erworben, bewundert zu werden. Das war jedenfalls früher einmal so. Die Botox-Kultur hat nicht nur völlig neue Kriterien zur Beurteilung guten Aussehens geschaffen (die hauptsächlich auf eisflächenglatter Haut basieren), sie hat auch diejenigen entmachtet, die sich auf natürliche Weise gut gehalten haben, und ihnen den Moment der Bewunderung geraubt.
Eins ist schon mal sicher: Das Alter ist nicht mehr das, was es mal war.

Die Vertreterinnen der Plastik-Kultur

Wer sind sie?

Die Plastik-Anhängerinnen reichen von den zu allem entschlossenen Profis (Cher) bis hin zu Ihrer Freundin, die sich Botox spritzen lässt, aber ehrlich nur in die Stirn, und sonst würde sie nie etwas machen lassen. Manchen kann man mühelos vergeben, ja, man mag sie vielleicht sogar, bei anderen möchte man am liebsten schreien, wie bei Faye Dunaway (die natürlich gealterte, über sechzigjährige Faye hätte doch zweifellos besser ausgesehen als so?!). Der Oscar-Verleihung hat die Plastik-Kultur allerdings einen völlig neuen Reiz verliehen. Früher hat man vor dem Fernsehgerät gesessen und sich die Kleider und die geliehenen Klunker von Bulgari angeschaut, heute macht man sich auf die Suche nach den neuesten Opfern: »Oh … es hat sie erwischt. Ist das etwa … mein Gott, ja … die hat es also auch erwischt.« Natürlich nur, wenn Sie eine Anhängerin der Natürlichkeit sind. Wenn Sie zur Plastik-Liga gehören, machen Sie sich Notizen.

Die verschiedenen Plastik-Typen

Die Prozeduren-Prinzessin

Je nachdem, wann sie damit angefangen hat, gleicht die Prozeduren-Prinzessin entweder Mickey Rourke bis aufs Haar – halb gekochtes Ei, halb Katze -, oder sie sieht aus wie Demi Moore – eine aufgesprühte, frisch festgezurrte, stromlinienförmige und instand gesetzte Version ihres früheren Selbst. Man kann zwar nicht leugnen, dass die neue Armee von Prozeduren-Prinzessinnen, die vom Fließband rollt, gut aussieht, aber irgendwie hält man doch immer Ausschau nach den Nahtstellen.

Das Nadelkissen

Bislang hat sie sich noch keiner echten Operation unterzogen. Sie bevorzugt all das, was keinen Aufenthalt über Nacht erfordert. Das Nadelkissen sieht an bestimmten Tagen im Monat absolut schwammig und aufgebläht aus, den Rest des Monats dagegen glänzend und straff, aber wie alle Plastik-Anhängerinnen scheint sie sich dieser Nachteile nicht bewusst zu sein.

Die natürliche Plastik

Häufig ist sie mit einem älteren Mann verheiratet, den ihre barfüßige, BH-lose Ästhetik antörnt, und sie haben die Vereinbarung getroffen, dass sie der frische Luftzug in ihrer beider ansonsten wartungsintensiven Existenz ist. Selbstverständlich kann die natürliche Plastik sich nicht allein auf die Natur verlassen, wenn sie ihre jugendliche Frischluftigkeit erhalten will, darum befolgt sie strikt eine geheime Pflegestrategie, zu der jede Menge Botox, Zahnbleiche und seit Kurzem auch gut gemachte Lippenaufspritzungen gehören. Sie ist ebenso kostspielig im Unterhalt wie alle anderen aus der Plastik-Liga auch, aber nach dem Zweihundert-Euro-Friseurbesuch fährt sie sich absichtlich mit den Händen durch die Haare.

Die Philosophie

Alles ist besser, als sich der Angst zu stellen. Die Plastik-Anhängerinnen wollen einen glamourösen Beruf ausüben. Sie wollen nicht, dass ihre Ehemänner sie für Frauen verlassen, die so aussehen wie sie selbst an dem Tag, als sie sich begegnet sind. (So ist das in der Plastik-Welt. Er lässt sich dafür synthetische Haare einflechten und vielleicht auch die Männerbrüste absaugen.) Eine weniger ambitionierte Plastik-Vertreterin hat womöglich noch Vorbehalte, die alle mit dem Punkt Gesundheit zu tun haben. Dagegen würde eine ambitionierte Anhängerin das noch pochende Herz eines Kängurus verspeisen, wenn sie dadurch einen glatten, faltenfreien Hals bekäme. Aber ausnahmslos alle Befürworterinnen der Plastik-Kultur halten ihre Prozeduren für harmlose, kleine Tricks, die sich in keiner Weise von einem großartigen Büstenhalter oder einem fabelhaften Concealer gegen Augenringe unterscheiden.
Vor ein paar Jahren habe ich einige der besten Schönheitschirurgen Londons interviewt. Damals galt Botox noch als etwas, das Freaks vorbehalten war oder Frauen mit krankhaft niedrigem Selbstwertgefühl. Abgesehen davon, dass sich die meisten förmlich krümmten (einer krümmte sich tatsächlich) bei meiner Erklärung, dass ich persönlich kein Interesse an Schönheitsoperationen hätte, war es sehr erhellend, denn ich habe erkannt, dass die Plastik-Anhänger ein völlig anderes Weltbild haben. Einer der Chirurgen, der mir unbedingt zeigen wollte, wie viel besser eine Frau mit einem Gesicht voller Botox und aufgespritzter Falten aussähe, bat sein Lieblingsnadelkissen zu sich (sie hielt sich gerade irgendwo im Gebäude auf, um etwas an sich machen zu lassen – was mich nicht überraschte). Diese Frau sah jünger aus als ihre siebenundvierzig Jahre, aber sie sah auch so aus, als würde sie sich in ihrer Haut unwohl fühlen. Als ob es die Haut eines anderen Menschen wäre. Ich hätte am liebsten gesagt: »Stimmt, keine Falten, aber sie hat einen künstlichen Kopf«, doch was hätte das gebracht? Sie war glücklich und stolz, von ihrem Schöpfer vorgeführt zu werden. Er war unglaublich selbstgefällig und von seiner Arbeit ehrlich beeindruckt. Im Plastik-Land versteht man unter Schönheit etwas anderes.

Die Kehrseite

Man sieht total merkwürdig aus. Oder ist nicht wiederzuerkennen. Offenbar macht das den Plastik-Anhängerinnen nichts aus, aber ihre Kinder und ihre Haustiere haben unter den Folgen zu leiden. Es gibt ein Buch, das ein amerikanischer Schönheitschirurg geschrieben hat (My Beautiful Mommy von Dr. Michael Salzhauer). Es soll Kindern bei der Verarbeitung des Traumas helfen, wenn sie aufwachen und feststellen, dass ihre Mutter den Körper mit jemand anderem getauscht hat. Für den Hund, der glaubt, eine Fremde befinde sich im Haus, gibt es noch nichts Vergleichbares.

Was muss man dafür tun?

Wie viel Zeit haben Sie? Es gibt so viele Anti-Aging-Prozeduren für Plastik-Anhängerinnen, dass man seine Vollzeitstelle aufgeben könnte und trotzdem noch Schwierigkeiten hätte, sie alle im Terminkalender unterzubringen. Selbst eine halbherzige Plastik-Vertreterin hat jede Woche Termine für eine Botox- oder Hyaluronsäure-Injektion, Gesichtspeeling, Kohlendioxidtherapie (gegen Dehnungsstreifen und Hängehintern), Laserentfernung lästiger Haare, vielleicht auch noch eine Fettabsaugung an den Reiterhosen. Und Sie wissen ja, was man sagt: Je mehr man einen Bereich aufpeppt, desto mehr sehen die anderen Bereiche so aus, als ob sie dringend überholt werden müssten.

Die Vertreterinnen der Natürlichkeit

Wer sind sie?

Die Natürlichen sind Realistinnen, Puristinnen, Skeptikerinnen, Verweigerinnen, Frauen, die nicht viel über ihr Aussehen nachdenken, und Frauen (ich inklusive), die der Ansicht sind, das Leben habe mehr zu bieten als die zwanghafte Beschäftigung mit den kleinen Fältchen um den Mund herum. Wir sind aber auch verwirrt. Manchmal wähnen wir uns gegenüber der Plastik-Liga auf dem Gipfel moralischer Überlegenheit, dann wieder fühlen wir uns wie Frauen, die vierzig Jahre nach der Erfindung des Tampons immer noch Binden benutzen.

Die verschiedenen Natürlichkeits-Typen

Die Anti-Pflege-Frau

Die wirklich harten Anti-Pflege-Frauen rasieren sich die Beine, anstatt Wachs zu benutzen. Mit Maniküre oder Pediküre geben sie sich gar nicht erst ab, und ihre einzige Anti-Aging-Maßnahme besteht darin, sich hin und wieder die Haare zu färben. Viele Menschen nehmen an, Frauen mit ungekämmten Haaren und rosigen Wangen seien Anti-Pflege-Frauen, aber dann könnte man auch davon ausgehen, dass Kate Moss im Unterhalt nicht kostspielig ist, nur weil sie in Minnetonka-Mokassins herumläuft. Es ist harte Arbeit, jenseits der Dreißig eine natürlich wirkende Ungepflegtheit zu erreichen, und die Anti-Pflege-Frau wirkt eher zerzaust als zauberhaft (wiewohl sie zehn Jahre früher absolut normal ausgesehen hätte). Anti-Pflege-Frauen kommen damit durch, wenn sie a) knochig sind, b) einen schicken Beruf oder namhafte Verbindungen haben oder c) attraktiv sind. Sie können durchaus mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als ihre Plastik-Konkurrenz – aber nicht oft.

Die Altmodische

Sie kümmert sich um sich selbst, ernährt sich gesund, mag Kosmetikbehandlungen, kann keinem Anti-Aging-Produkt widerstehen, lebt für ihre Friseurbesuche, aber sie fällt nicht auf das Serum herein, das angeblich das Wachstum von Körperbehaarung unterbindet oder die Wimpern verlängert. Außerdem ist sie fest überzeugt von der Methode, die Teile des Körpers, für die man nicht unbedingt Werbung machen möchte, mit Kleidung zu kaschieren, anstatt sich diese Teile absaugen zu lassen. Es ist nicht schwierig, ihr Alter zu erraten, aber man könnte tatsächlich glauben, dass es ihr gutgeht damit.

Die Alles-außer-Spritzen-Frau

Das bin ich! Nun ja, nicht wirklich alles (ich hasse Gesichtsbehandlungen und Augenbrauenzupfen, und ich bin definitiv über die Scharlatane mit den aufblasbaren Druckmanschetten für die Beine und dem magnetisierten Wasser hinaus), aber es gibt noch jede Menge Optionen zum Ausprobieren. Ich wurde mit einem Schlauch abgespritzt, in Algen eingewickelt, unter Lehm begraben, darmgespült und Hollywood-enthaart, Thaifrauen sind auf mir herumgewandert, und Kosmetikqueen Eve Lom hat mir zu Musselin-Tüchern hochstilisierte Waschlappen präsentiert. Für das Geld, das ich im Laufe der Jahre ausgegeben habe, hätte ich ein kleines Château an der Loire kaufen können, aber damit kann ich leben. Als Anhängerin der Natürlichkeit akzeptiert man, dass einem diese Sachen viel Spaß bereiten können. Sie bewahren einen nur nicht vor dem Älterwerden.

Die Philosophie

Manchmal scheint die Natürlichkeits-Vertreterin den gesunden Menschenverstand auf ihrer Seite zu haben (Wer weiß schon, wie sich Botox langfristig auf den Körper auswirkt?). Manchmal wirkt sie auch einfach nur wie eine Prinzipienreiterin (Was sagt das über uns aus, wenn wir Angst davor haben, jemand anderem zu zeigen, wie wir wirklich aussehen?). Dann wieder scheint die einzige Alternative der totale Ausverkauf zu sein und so zu denken wie die Art Frau, die mit allem und jedem schlafen würde, um einen Mercedes SLR in die Finger zu kriegen. Aber um eine Natürlichkeits-Anhängerin zu sein, muss man einfach tief in sich spüren, dass man lieber alt als Furcht einflößend aussehen möchte. Man muss glauben, dass die Chance besteht, am Ende des Tages besser auszusehen als die Plastik-Zeitgenossinnen. (Beim Plastik-Look wird gern übersehen, dass es auch eine Form des Alterns ist, denn man hat ja ebenfalls eine Schwelle überschritten. Es ist, als wäre man Mitglied in einem exklusiven Club geworden, allerdings ist es ein Club, aus dem man nie wieder austreten kann.)
Niemand hat behauptet, es sei leicht, für die Natürlichkeit einzutreten. Ihre Überzeugung wird mindestens ein Mal am Tag auf eine harte Probe gestellt. Jedes Mal, wenn Sie eine Top-Operierte im Fernsehen sehen zum Beispiel. Manchmal kann man sich als Natürlichkeits-Vertreterin auch ein triumphierendes Grinsen nicht verkneifen – vor allem nicht in Gegenwart von jemandem, dessen aufgespritzte Lippen zu Kugelfischen mutiert sind -, dann wieder sind wir unserer Sache nicht so sicher. In einer Patt-Situation mit einer Plastik-Anhängerin wird man früher oder später zu hören bekommen: »Was ist denn anders daran, sich die Lachfältchen aufspritzen zu lassen, als sich die Haare zu färben oder die Zähne zu bleichen?« Und früher oder später denken Sie dann: Ich gebe auf. Wo liegt denn genau der Unterschied? Warum streite ich mich überhaupt deswegen?
Genau das ist Donald Sutherland und Co. in Invasion der Körperfresser passiert. Die echten Menschen sind anfangs wild entschlossen, nicht einzuschlafen und im Schlaf zu Zombies zu werden, aber irgendwann sind sie so erschöpft und so gelangweilt vom Kampf, dass sie einfach nicht mehr die Energie haben, sich weiterhin zur Wehr zu setzen.

Die Kehrseite

Sie altern in normaler Geschwindigkeit in einer Gesellschaft, in der das Altern allmählich so exzentrisch wird, wie ohne Strom zu leben. Die Schönheitsoperierten waren irgendwann ein Witz, aber wenn man sich jetzt über sie lustig macht, ist es, als lachte man über Menschen mit einem Blackberry: Es sind einfach zu viele, und die Techniken sind zu gut geworden. Außerdem ist es eine Sache, sich gegen Schönheitsoperationen auszusprechen, wenn man aussieht wie Isabella Rossellini. Aber wenn man so aussieht wie Sie, können Sie sich dann eine solche Einstellung wirklich leisten?

Was muss man dafür tun?

Die vernünftige Vertreterin der Natürlichkeit, die keinen bestimmten Plan verfolgt und durchschnittlich eitel ist, sagt Nein zu Zahnbleiche, Skalpell und Spritze, kann aber an keinem Kosmetikgeschäft vorbeigehen. Das Geheimnis einer erfolgreichen Natürlichkeits-Anhängerin besteht darin, zu wissen, was sie nicht tun darf.

Wie Sie gfiA aussehen können: Finden Sie Ihren Stil

Wir essen vernünftiger, trainieren härter und sind insgesamt gesundheitsbewusster als alle Generationen vor uns, was zur Folge hat, dass es jetzt jede Menge Frauen in den Dreißigern und Vierzigern gibt, die sich wie Kate Moss anziehen können, wenn sie wollen. Nicht nur das, wir alle streben nach einem jugendlichen Erscheinungsbild. Es gilt als cool, wenn eine erwachsene Frau wieder die Kleider trägt, die sie mit achtzehn getragen hat (und die meisten von uns würden dieser Frau mehr Punkte geben als einer Frau in Kostüm und flachen Schuhen, die sich »ihrem Alter gemäß« kleidet). Das ist eine gute Nachricht, denn es bedeutet, dass wir mehr Spaß, mehr Freiheit und mehr Auswahl haben. Aber wenn Sie gfiA aussehen wollen, müssen Sie sich zuerst einmal klarmachen, dass man nicht alles, was geht, auch wirklich tun sollte. Das ist überhaupt die wichtigste Regel: Verwechseln Sie einen guten Körper nicht mit einem jungen Körper.
Hier sind noch einige andere Regeln:
• Irgendwann muss jede Frau ihren Stil anpassen. Stevie Nicks von Fleetwood Mac ist die einzige Ausnahme, und niemand außer ihr würde damit durchkommen.
• Wenn Sie sich in einem bestimmten Kleidungsstück besonders toll finden, dann ziehen Sie automatisch sieben Jahre von Ihrem Alter ab. Falls Sie in dem Teil tatsächlich gut aussehen, machen Sie zehn Jahre daraus.
• Was Sie anhaben, macht nur einen Teil dessen aus, wie Sie bei anderen ankommen. Sie können dieses schicke Minikleid und die Stöckelschuhe mit dem Zehn-Zentimeter-Absatz tragen und vom Hals abwärts aussehen wie das It-Girl der Saison, aber dann … hoppla. Dieser finstere »Ich bin total im Stress«-Gesichtsausdruck wird die Wirkung zunichtemachen, und das so sicher, als würden Sie in einem Tweedkostüm und orthopädischen Halbschuhen das Haus verlassen.
Hüten Sie sich vor den folgenden Stil-Fallen, die Sie älter aussehen lassen können als Sarah Jessica Parker in Kniestrümpfen. (Wir haben uns ausnahmslos alle schon einmal mindestens eine dieser Sünden zuschulden kommen lassen.)

Zu körperbetont

Falls Sie zufällig eine gute Figur Ihr Eigen nennen, könnten Sie versucht sein, den »Ratet meinen BMI«-Pfad zu beschreiten. Ich spreche hier von tief ausgeschnittenen Stretch-Tops, von Push-up-BHs, hautengen Jeans oder Miniröcken, eng anliegenden Jerseykleidern, und das alles in Kombination mit hochhackigen Stiefeln. Niemand wird über die beeindruckenden Vorteile dieses Körpers im Dunkeln gelassen, aber dieser Look macht alt, weil er nur an über Vierzigjährigen mit teuren Fitnessclubmitgliedschaften wirkt. (Und es ist nie gut, zu viel Haut zu zeigen. Nur zu, tragen Sie ein trägerloses Top, aber nicht zu einem Minirock.)
Unbedingt vermeiden: Oben und unten hauteng. Zu viel Ausschnitt. Weniger ist mehr!
Mehr davon: Zeigen Sie nur einen Aspekt Ihres fabelhaften Körpers. Ist schon gut, wir sehen trotzdem, dass Sie Größe 36 tragen.

Zu jung

Es stimmt natürlich, die Vorstellung von Kleidung für verschiedene Altersgruppen hat sich erübrigt – Kinder tragen Perlenketten, und erwachsene Frauen tragen Ugg-Boots -, aber das ist eine Einbahnstraße. Versetzen Sie sich doch einmal in die jüngere Generation hinein. Jeden Tag müssen sie die Umkleidekabinen mit Frauen teilen, die alt genug sind, um ihre Mütter zu sein. (Ich habe in einer Topshop-Filiale tatsächlich mit einer anderen Kundin um einen Blazer gerangelt, die sich als Kind in Schuluniform entpuppte.) Vergessen Sie niemals: Nicht alles ist für uns gedacht. Toll, wenn Sie in der Schlaghose und den Keilabsätzen und der Militärjacke gut aussehen, aber es ist nicht in Ordnung – wie manche von uns offenbar zu denken scheinen -, wenn Sie alles kopieren, was Ihre Nichte trägt, bis hin zu dem Fußkettchen und dem Stranglers-T-Shirt. Abgesehen von allem anderen sehen Sie darin aus, als hätten Sie eine Identitätskrise.
Unbedingt vermeiden: Früher lautete die Regel: Trag’s nicht, wenn du schon auf der Welt warst, als es das erste Mal in Mode war. Heute lautet die Regel: Trag’s nicht, wenn du weißt, dass deine achtzehnjährige Tochter dafür töten würde – schon gar nicht, wenn es sich um den Must-have-Artikel der Saison (wie das Totenkopf-Tuch) handelt und alles andere, was man zu einem Kostümfest oder einer Abschlussfeier tragen würde. Und halten Sie sich von Logos fern.
Mehr davon: Fragen Sie sich, ob die Sachen, auf die Sie ein Auge geworfen haben, mit dem Wörtchen »schick« bezeichnet werden könnten, zum Beispiel: Blazer, Sonnenbrillen, Stiefel, Taschen, ein Etuikleid, ein Gehrock. Aber auf keinen Fall: Hängekleidchen, Pluderhosen, Hotpants, Overalls, trägerlose Sommerkleider, Fliegerdress, Leggings und Ähnliches.

Ich glaube, ich gehe immer noch als heiße Rockerbraut durch

Ich stehe in einem Plattenladen an der Portobello Road, und neben mir steht eine junge Frau in einer Männerstrickjacke, T-Shirt, einem Jeansminirock und Biker-Stiefeln. Sie trägt weder Make-up noch BH, hat lange, verstrubbelte Haare und nackte Beine und sieht exakt so aus wie die junge Jane Birkin – meiner Meinung nach kann man gar nicht besser aussehen. Dieser Look scheint täuschend einfach: Der Rock ist nicht zu kurz, es wird nicht allzu viel Haut gezeigt. Doch dann fallen mir zwei Dinge auf. Zum einen ihre Beine, wie brauner Rohrzucker und glatt wie bei einer Barbie-Puppe. Zum anderen eine andere Frau, vielleicht zehn Jahre älter, die ebenfalls auf Birkin macht – ungekämmte Haare, das Hemd ihres Freundes – und dabei aussieht, als wäre sie gerade aus dem Bett gestiegen, höchstwahrscheinlich nach einer Grippe-Attacke. Dieser Look ist sogar noch fataler als ein PVC-Ganzkörperoverall, weil er davon abhängt, ob man jugendliche Haut und eine verträumte, selbstvergessene Einstellung hat. Eine gute Figur und Sonnenbräune reichen nicht aus, um Sie zum Mitglied in diesem Club zu machen. Für diesen Look müssen Sie tatsächlich jung sein.
Unbedingt vermeiden: Nackte Beine zu Miniröcken – außer Sie haben wirklich spektakuläre Beine. Klamotten von Ihrem Freund (nur noch im Schlafzimmer erlaubt).
Mehr davon: Besorgen Sie sich blickdichte Strumpfhosen. Besser noch, ziehen Sie keine Miniröcke an.

Ich bevorzuge den glamourösen Stil der alten Schule

Tja, lassen Sie Vorsicht walten. Das Problem mit der Glamourösität – Cocktailkleider, satte Edelsteinfarben, teurer Schmuck und Pelzstola, ganz zu schweigen von dem fingerdicken Make-up, um jederzeit für eine Nahaufnahme gerüstet zu sein – besteht darin, dass Sie automatisch wie eine Frau aussehen, die in der Moderevolution der Sechzigerjahre stecken geblieben ist.
Unbedingt vermeiden: Alle Kleidungsstücke, die die Aufschrift »Abendgarderobe« tragen und in den hintersten Winkeln der Kaufhäuser hängen. Alle knalligen Farben, wie Türkis, Scharlachrot und Bonbonrosa. Rote Haare mit farbenfrohem Make-up. Pelz. Und zu guter Letzt: toupierte Haare (siehe auch Lernen Sie Ihr Haar kennen, S. 56).
Mehr davon: Kleiden Sie sich wie ein Vamp, nur ohne den Schmuck. Achtung: Unmengen von riesigen Ringen, teuren Uhren, noch mehr Ringen und Armbändern mit Anhängern verraten Ihr Alter ebenso deutlich wie ein faltiges Dekolleté. Jeder weiß doch, dass Frauen, die ihre sexuelle Anziehungskraft schwinden sehen, sich zu tiefer rutschenden Ausschnitten und zu viel Schmuck hingezogen fühlen, vor allem an den Händen. Sie wollen keine von denen sein. Roter Nagellack ist noch so ein deutliches Hinweiszeichen.

Ich bin eine elegante Dame

Adrett und formell in einem marineblauen Etuikleid und einem Kurzmantel mit farblich passender Handtasche. Dieser Look sah damals, als Jackie O. ihn kreierte, nicht alt aus, aber bitte schön, die Frau war einzigartig, und das war vor vierzig Jahren. Könnten wir das bitte abhaken? Carla Bruni – die es von Anfang an leichter hatte als die meisten anderen Sterblichen – sieht mittlerweile genauso alt aus, wie sie ist, seit sie ihren westentaschengroßen Präsidenten geheiratet hat und Jeans und Ponchos gegen Kaschmirstrick, flache Schuhe, Hosen mit Bügelfalte und graue Kleider mit dazugehörigem Mantel eingetauscht hat. (Ja, ja, man will uns einreden, sie sei der Inbegriff europäischer Eleganz, aber wen kümmert’s, wenn sie dadurch zehn Jahre älter aussieht?) Ein bis aufs i-Tüpfelchen abgestimmtes Outfit macht noch älter als graue Haare mit lila Farbstich.
Unbedingt vermeiden: Totale Körperbedeckung (Sie müssen ein bisschen Haut zeigen, sei es an den Armen oder am Hals). Nichts als Grau, Marineblau und Beige. Paschminaschals (Sie können Sie trotzdem tragen, nur nicht voller Stolz, sondern geknotet, wenn Sie zum Essen ausgehen). Blazer mit Goldknöpfen. Flache Schuhe und ein über knielanger Rock. Sonnenbrille in den Haaren: Das lässt Ihre Haare albern aussehen auf eine »Ich bin im Herrenhaus geboren«-Art – plötzlich sind Sie Prinzessin Anne beim Burghley Pferderennen.
Mehr davon: Brechen Sie mit Maßschneiderei, wählen Sie unvernünftiges Schuhwerk, und frisieren Sie sich die Haare wie Françoise Hardy (wie es die Bruni tat, bevor Sarkozy ihr Modeberater wurde).

Flatternd und feminin

Sie halten es für ein aufregendes, sexy geschnittenes Nachmittagskleid mit Blumenmuster, das noch genauso an Ihnen aussieht wie vor einem Jahrzehnt. Aber flatternd und feminin schlägt urplötzlich in altjüngferlich und aufgebauscht um – und zwar ungefähr zur selben Zeit, in der Ihre Beine zu Beginn des Sommers plötzlich käsig aussehen. Und schlingen Sie über ein solches Kleid ja keine Strickjacke, außer sie wäre winzig und in einem modischen Farbton, beispielsweise wassermelonengrün.
Unbedingt vermeiden: Wenn Sie ein hübsches Kleid tragen wollen, dann muss es das genaue Gegenteil von hübsch sein. Hüten Sie sich vor Wickelkleidern aus Kaschmir, dezentem Goldschmuck, hautfarbenen Strumpfhosen und Sandalen mit Mini-Absatz.
Mehr davon: Eine kurze Jeansjacke, mehrfarbige Plateauschuhe und ein hervorblitzender Büstenhalter in leuchtendem Orange bringen es da schon eher.

Das Kätzchen

Wer weiß schon, was in Ihrem Kopf vor sich geht? Schleifchen stehen mir? Ich bin anbetungswürdig? Die Altersgrenze für süße, kleine Mädchen ist fünfundzwanzig!
Unbedingt vermeiden: Schleifen. Alles Bestickte. Diese entsetzlichen Pastelltöne. Gefällige Muster aus bunten Längs- und Querstreifen. Puffärmel. Achtung: Auch wenn die Ärmel vor Ihrem Ankleidespiegel absolut perfekt aussehen, so kommt doch der Moment, wo Sie in Ihren Puffärmeln nach Ihrem Martini-Glas greifen, und – peng! – plötzlich fühlen Sie sich wie eine Brautjungfer auf Ivana Trumps Hochzeit.
Mehr davon: Vergessen Sie den ganzen rosa Mädchenkram, und werfen Sie den Flowerpower-Umhängebeutel mit den aufgestickten Rosenblättern weg.

Noch ein paar Dinge, die überraschenderweise unglaublich alt machen (und es handelt sich nicht um die Dinge, an die Sie jetzt denken)