Inhaltsverzeichnis
Was ist Kinesiologie?
Kinesiologie ist sowohl eine Behandlungsmethode als auch eine Selbsthilfemethode. Sie beruht auf der Traditionellen Chinesischen Medizin und wirkt wie Akupunktur ohne Nadeln. Sie können damit
• Stress abbauen
• Ängste überwinden
• Blockaden auflösen
Was bedeutet Kinesiologie?
Der Name setzt sich zusammen aus den beiden Begriffen kinesis = Bewegung + logos = Lehre. Kinesiologie bedeutet also wörtlich Lehre von der Bewegung oder von den Bewegungsabläufen. Das heißt: Wir sind dann gesund und fühlen uns wohl, wenn wir uns frei bewegen können und alle natürlichen Lebensprozesse im Körper im Fluss sind. Was bedeutet das konkret?
Wir sind gesund, wenn alles fließt
Im menschlichen Körper fließen
• Blut – das Lebenselixier schlechthin
• Lymphe – die körpereigene Müllabfuhr
• Liquor – die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit
• Energie – der Motor für alle Körperfunktionen
• Bewegung – das freie Zusammenspiel der Muskeln
• Nervenimpulse – die körperinterne Kommunikation
• Gedanken – die Steuerzentrale im Gehirn
Stress führt zu Energiestau
Besonders der letzte Punkt ist wichtig. Normalerweise, in entspanntem Zustand, tauchen Gedanken auf und verschwinden wieder, neue Gedanken kommen und gehen. Wir können ihnen dabei zuschauen wie den Wolken am Himmel, die vorüberziehen. Unter Stress drehen sich die Gedanken im Kreis, wie ein Hamster im Laufrad. Wir fixieren uns auf bestimmte Ideen und denken die gleichen Gedanken wieder und wieder. Das hat körperliche Folgen. Stresshormone werden ausgeschüttet. Muskeln spannen sich an, Puls und Blutdruck steigen, die Atmung wird flach oder stockt sogar ganz. Auch die Energie fließt nicht mehr gleichmäßig durch den ganzen Körper. In den Meridianen, den Autobahnen der Körperenergie, kommt es zum Stau. An manchen Stellen entsteht
Unterenergie. Sie zeigt sich zum Beispiel in Durchblutungsstörungen, kalten Händen oder Füßen. An anderer Stelle entsteht Überenergie, etwa als Kopfschmerz oder Nackenverspannungen.
Wie baut der Körper Stress ab?
Der Körper hat drei Möglichkeiten, Stress abzubauen:
• Bewegung
• Ruhepausen
• Energiebalance
So baut Kinesiologie Stress ab
Die Kinesiologie geht den Weg der Energiebalance. Bei der kinesiologischen Behandlung fragen wir den Körper mit dem Muskeltest, wo das Gleichgewicht gestört ist und was er braucht, um es wiederherzustellen. Dann stimulieren wir beispielsweise Akupunkturpunkte oder andere wichtige Reflexpunkte. Diese wirken direkt auf das Blutgefäß-, Lymph- und Energiesystem. Gestaute Energie kommt wieder ins Fließen. Der Körper baut die Stresshormone ab, und Entspannung tritt ein. Verkrampfte Muskeln beginnen sich zu lockern. Die Gedankenmühle kommt zum Stillstand. Der Kopf wird frei, wir spüren neue Kraft für den Alltag.
Kinesiologie als Selbsthilfemethode
Dieses Buch bietet Ihnen leicht durchführbare Selbsthilfetipps für den Alltag. Sie erfahren, welche Energiestörungen Stress, Ängste und Blockaden in Ihrem Körper auslösen und wie Sie diese mit einfach anwendbaren Techniken beseitigen können. Alles, was Sie dafür brauchen: Das Basiswissen aus diesem Buch, Ihre Hände und ein paar Minuten Ruhe.
Die hier vorgestellten Methoden zum Auflösen von Energieblockaden beruhen auf meiner langjährigen Praxiserfahrung mit Kinesiologie. Ich selbst benutze diese Übungen in Stresssituationen auch und möchte sie in meinem Leben nicht mehr missen. Profitieren auch Sie von der Energiebalance durch Kinesiologie für ein ausgeglichenes und gesundes Leben.
Kurze Entstehungsgeschichte
Die Ursprünge der Kinesiologie reichen bis in die 60er Jahre zurück. Damals machte der amerikanische Arzt und Chiropraktiker Dr. George Goodheart bei der Arbeit mit seinen Patienten eine überraschende Entdeckung.
Muskeln können stark und schwach sein
Dr. Goodheart testete die Funktion von Muskeln. Dabei übte er Druck auf bestimmte Muskeln aus und bat die Patienten dann um Gegendruck. Manchmal gelang ihnen das ganz leicht und der Muskel hielt sofort. Manchmal wiederum hatten sie gar keine Chance, auch nicht mit der größten Anstrengung. Der Muskel konnte dem ausgeübten Druck nicht standhalten und gab nach, ganz weich wie Butter. Das schien jedoch überhaupt nichts mit Kraft zu tun zu haben. Ein anderes Phänomen war hier am Werk. Dr. Goodheart hatte den Muskeltest entdeckt.
Wie kann man schwache Muskeln stärken?
Als nächstes experimentierte er mit dieser Entdeckung. Er wollte herausfinden, ob sich die schwachen Muskeln stärken lassen, und wenn ja, wie. Der Körper braucht für eine gesunde Statik und funktionierende Bewegungsabläufe schließlich Muskeln, die ganz normal ihre Arbeit leisten. Goodheart fand heraus, dass man durch gezielte Stimulation von Reflexpunkten schwache Muskeln wieder anschalten kann.
Neurovaskuläre Punkte – sie entspannen
Diese Punkte haben direkten Einfluss auf das Blutgefäßsystem. Sie fördern gezielt die Durchblutung der einzelnen Muskeln. Die meisten von ihnen liegen am Kopf. Die bekanntesten neurovaskulären Punkte liegen auf den Stirnhöckern. Man berührt sie leicht mit den Fingerkuppen. Positiver Effekt: Nach einer Weile tritt wohlige Entspannung ein.
Neurolymphatische Punkte – sie entschlacken und lockern
Diese Punkte stimulieren das Lymphsystem. Sie fördern gezielt den Abtransport von Schlacken aus einzelnen Muskeln und liegen über den Körper verteilt. Man massiert sie mit unterschiedlicher Kraft. Manchmal sind sie sehr druckempfindlich. Massieren wir sie, lässt diese Empfindlichkeit in der Regel schnell nach. Positiver Nebeneffekt: Die zugehörigen Muskeln lockern sich.
Muskeln und Akupunktursystem
Dr. Goodheart machte eine weitere sensationelle Entdeckung. Unsere Muskeln und die Meridiane – die Energiebahnen des Akupunktursystems – stehen in enger Wechselwirkung. Jeder Muskel gehört zu einem Meridian. Zum Beispiel stehen die Hals- und Nackenmuskeln in Verbindung mit dem Magenmeridian. Die Ursache für einen schwachen Nackenmuskel kann also auch in einer Störung der Magenmeridianenergie liegen! Neue Querverbindungen taten sich auf. Gelingt es, den schwachen Nackenmuskel zu stärken, hat dies eine positive Auswirkung auf die Magenenergie. Wenn man umgekehrt Energieblockaden im Magenmeridian auflöst, hat das einen positiven Einfluss auf Hals- und Nackenmuskulatur.
Akupunktur ohne Nadeln
Durch die Stimulation von Akupunkturpunkten können also schwache Muskeln wieder angeschaltet werden. Diese Punkte liegen auf den Meridianen über den ganzen Körper verteilt. Anders jedoch als in der traditionellen Akupunktur benutzt die Kinesiologie aber keine Nadeln. Die Punkte werden berührt, massiert oder leicht geklopft. Dieses sanfte Klopfen bringt gestaute Energie wieder ins Fließen und stärkt die zugehörigen Muskeln.
Muskeln, Körperenergien und Stress hängen zusammen
Ein weiterer Faktor in diesem Netzwerk ist Stress. Stress, verursacht durch äußere Einflüsse wie Lärm, einen Sturz oder einen Unfall, eine Bedrohung, durch Pollen, die falschen Nahrungsmittel, aber auch Stress von innen – emotionaler Stress, Leistungsdruck, Ängste, Konflikte. Auf Stressfaktoren reagieren Muskeln sofort. Der Muskeltest spiegelt den emotionalen Zustand wider. Stress schaltet Muskeln ab und wirkt auch auf die Körperenergien. Der Energiefluss ist gestört, und das wiederum hat zur Folge, dass einzelne Muskeln abschalten.
In den Kreislauf von Muskeln, Energie und Stress kann man an jeder beliebigen Stelle eingreifen, zum Beispiel
• die Muskeln stärken und damit die Meridianenergie ausbalancieren,
• die Meridianenergie balancieren und so emotionalen Stress abbauen,
• durch Stressabbau und Energiebalance wiederum Muskeln stärken.
Die Kinesiologie denkt ganzheitlich und setzt an einer Stelle an. Sie nutzt alle diese Methoden und stellt damit in Körper und Seele wieder Gleichgewicht und Gesundheit her. Um herauszufinden, welche Methode die beste ist, fragt sie den Körper mit dem Muskeltest, was ihm gut tut und was nicht. Wie das genau geht, erfahren Sie jetzt.
Der Muskeltest – den Körper fragen, was ihm gut tut
Mit dem Muskeltest kann man dem Körper Fragen stellen. Wie das funktioniert und worauf man dabei achten muss, kann man in Workshops erlernen. Zum Beispiel kann der Muskel nur mit Ja oder Nein antworten. Ein starker Muskel bedeutet Ja, ein schwacher Muskel sagt Nein. Fragen wie »Welche dieser drei Cremes verträgt meine Haut?« kann der Körper nicht beantworten. Man muss eine Creme nach der anderen austesten und jedes Mal dabei fragen: »Kann meine Haut diese Creme vertragen?« Dann gibt der Muskeltest die klare Antwort Ja oder Nein.
Probieren Sie selbst Gewinnen Sie einen ersten Eindruck vom Muskeltest und probieren Sie selbst. Sie brauchen dazu eine Testperson, die dieses Experiment gern mit Ihnen machen möchte. Vergewissern Sie sich, dass sie keine Beschwerden oder Schmerzen in Schulter und Arm hat.
Was geschieht beim Muskeltesten?
Das Grundprinzip: Stress schaltet Muskeln ab. Die einfache Erklärung dafür: In ausgeglichenem Zustand fließt die Meridianenergie durch den ganzen Körper. Alle Muskeln, Gelenke, Organe usw. werden mit Energie versorgt. Bei Stress kommt es zu Energieblockaden in den Meridianen. Auch der getestete Muskel bekommt keinen Strom mehr und kann nicht halten. Es ist wie eine Art Kurzschluss im System. Der Muskel ist nicht krank, aber im Augenblick nicht funktionsfähig. Dazu genügt bereits ein Ministress wie die Nennung des falschen Vornamens.
Der Muskeltest
• Stellen Sie sich Ihrer Testperson gegenüber.
• Bitten Sie sie, den linken Arm zur Seite auszustrecken. Der Ellbogen ist dabei durchgedrückt, die Handfläche zeigt nach unten. Der Arm bildet eine Linie parallel zum Boden.
• Legen Sie nun Ihre linke Hand zur Stabilisierung auf ihre linke Schulter.
• Ihre rechte Hand legen Sie auf den ausgestreckten Arm der Testperson, genau oberhalb des Handgelenks.
• Erklären Sie Ihrer Testperson, dass Sie gleich versuchen werden, ihren Arm herunterzudrücken und sie dabei Gegendruck nach oben ausüben soll.
• Sagen Sie nun »Halten!« und drücken Sie gleich darauf auf den Unterarm der Testperson. Der Druck sollte gerade so fest sein, dass Sie spüren, ob der Muskel halten kann oder nach unten nachgibt.
• Sobald Sie feststellen, dass der Muskel entweder hält oder nachgibt, hören Sie auf zu drücken. Längeres Drücken ermüdet nur.
• Ist der getestete Muskel stark, können Sie ihn einsetzen, um dem Körper Fragen zu stellen.
Der Namenstest
• Bitten Sie Ihre Testperson zu sagen »Ich heiße …« und ihren Vornamen.
• Unmittelbar darauf machen Sie den Muskeltest. Sie sagen »Halten!« und üben Druck auf den ausgestreckten Arm Ihrer Testperson aus.
• Der Muskel sollte beim richtigen Namen stark testen, also halten.
• Dann bitten Sie Ihre Testperson, »Ich heiße …« und einen x-beliebigen Vornamen zu sagen.
• Machen Sie gleich darauf den Muskeltest. Sagen Sie »Halten!« und üben Sie Druck auf den ausgestreckten Arm Ihrer Testperson aus.
• Der Muskel sollte bei dem falschen Namen schwach testen, also nachgeben.
Der Zigarettentest
Bei diesem Test erfragen Sie die Wirkung einer Zigarette auf den Körper Ihrer Testperson. Die Zigarette muss dabei nicht angezündet sein.
• Im ersten Schritt machen Sie einen Muskeltest. Die Testperson streckt den Arm zur Seite aus. Sie legen Ihre Hand auf ihren Unterarm, sagen »Halten!« und versuchen sanft, den Arm nach unten zu drücken.
• Der Muskel sollte normalerweise stark testen, also halten.
• Bitten Sie nun Ihre Testperson, eine Zigarette in den Mund zu nehmen.
• Dann machen Sie den Muskeltest. Sagen Sie »Halten!« und üben Sie sanften Druck auf den ausgestreckten Arm Ihrer Testperson aus.
• Der Muskel wird in der Regel schwach testen, also nachgeben.
Der Test auf Gedankenstress
• Bei diesem Test erfragen Sie die Wirkung von positiven und negativen Gedanken auf den Körper Ihrer Testperson.
• Bitten Sie Ihre Testperson, an etwas Schönes zu denken.
• Machen Sie nun den Muskeltest. Der Muskel sollte normalerweise stark testen, also halten.
• Bitten Sie nun Ihre Testperson, an etwas zu denken, das ihr Stress bereitet.
• Dann machen Sie wieder den Muskeltest.
• Der Muskel wird in der Regel schwach testen, also nachgeben.
Was ist beim Testen zu beachten?
Mit dem Muskeltest kann man dem Körper Fragen stellen, was ihm gut tut und was ihm schadet. In der kinesiologischen Praxis können wir damit möglichen körperlichen und seelischen Beschwerden auf den Grund gehen. Wir decken ihre Ursachen auf und finden heraus, was der Körper braucht, um wieder gesund zu werden.
Im Alltag kann man testen, welche Lebensmittel und Kosmetika der Körper gut verträgt. Der Muskeltest gibt genaue Auskunft darüber, wie viel Kaffee man pro Tag verträgt oder wie Farben, Musik, Textilien, Bilder im Moment auf Körper und Seele wirken. Bei Stress kann man auch Selbsthilfemethoden austesten, zum Beispiel, welche Übung oder welche Reflexpunkte in der Situation am meisten entspannen.
Behandlungsmöglichkeiten austesten
In der Praxis sind die Anwendungsmöglichkeiten tatsächlichbeinahe unbegrenzt. Mit dem Muskeltest identifizieren wir Blockaden und gehen ihnen auf den Grund, zum Beispiel finden wir die tiefere Ursache der Rückenschmerzen oder der Migräne. Dann fragen wir den Körper, welche kinesiologischen Korrekturen optimal für ihn sind, und führen sie anschließend aus.
Muskeltesten ist eine Kunst
Wer darin perfekt werden möchte, kann lernen, worauf man achten muss, um immer zuverlässige Antworten vom Körper zu bekommen. In meiner Praxis biete ich eintägige Workshops an und vermittle Sicherheit im Muskeltesten. Ein typischer Anfängerfehler ist zum Beispiel, mit viel zu viel Kraft zu drücken. Dann wird das Testen natürlich anstrengend oder sogar zum Kampf. Darum geht es aber gar nicht. Beim Muskeltest testen wir die Energie eines Muskels, nicht seine Kraft.
Der Muskeltest ist ein Energietest, kein Krafttest.
Der Selbsttest
Sie können auch lernen, sich selbst zu testen. Ich zeige den Selbsttest in meinen Workshops, nachdem die Teilnehmer gelernt haben, sich gegenseitig zu testen. Die meisten können damit sofort problemlos umgehen. Einige brauchen einige Übung, bis sie ihrem Selbsttest vertrauen. Mit dem Selbsttest können Sie im Supermarkt Ihren Körper direkt fragen, welche Lebensmittel Ihnen gut tun und in der Boutique austesten, ob Sie die angeblich nickelfreien Ohrringe wirklich vertragen. In der Drogerie können Sie vor Ort mit dem Muskeltest herausfinden, welches Shampoo für Sie gut verträglich ist. Mit einiger Erfahrung im Muskeltesten können Sie gezielt fragen, was Ihnen Stress bereitet und wie Sie dagegen Abhilfe schaffen.
Stressabbau durch Energiebalance
Das ganzheitliche Grundprinzip der Kinesiologie ist: Muskeln, Körperenergien und Stress stehen miteinander in Wechselwirkung. Emotionaler Stress zeigt sich körperlich, zum Beispiel in Schulter- und Nackenverspannungen. Umgekehrt hat ein verspannter Nacken auch Einfluss auf die Gemütsverfassung eines Menschen. Greift man an einer Stelle korrigierend ein, beeinflusst man damit auch die anderen Bereiche positiv.
• Muskeln stärken balanciert auch die Meridianenergie.
• Stressabbau stärkt Muskeln und bringt Energien ins Fließen.
• Energiefluss in den Meridianen fördert emotionales Gleichgewicht.
Das chinesische Akupunktursystem