

Mühsam ernährt
sich das
Eichhörnchen
Zum Glück bin ich keins!
1. Auflage
Copyright © 2010 by Tag & Nacht, Köln
in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Erzählt von Elton, aufgeschrieben von Mark Weber und Tilo Behn
Satz: Uhl + Massopust, Aalen
ISBN 978-3-641-05096-2
Mark & Tilo:
Hallo Frau Duszat, Mark und Tilo hier.
Mama Duszat:
Hallo Jungs.
Mark & Tilo:
Frau Duszat, es wird ernst. Der Elton will endlich sein Buch schreiben.
Mama Duszat:
Nein wirklich? Ach, ich freu mich so. Das habe ich mir so gewünscht.
Mark & Tilo:
Ja, wissen wir. Von ganz allein würde er es ja auch nicht machen.
Mama Duszat:
Ach, da sagen Sie was.
Mark & Tilo:
Deswegen hat er uns auch gefragt, ob wir ihm nicht helfen wollen.
Mama Duszat:
Ihr sollt sein Buch schreiben?
Mark & Tilo:
Nein, wir sollen sein Bier trinken. Aber Scherz beiseite. Er hatte einfach die Idee, dass wir uns zusammensetzen, ein paar Bierchen trinken und über die letzten Jahre ein bisschen nachdenken, was wir da so erlebt haben und was sich lohnt, aufgeschrieben zu werden.
Mama Duszat:
Ach, das finde ich aber schön. Das freut mich, dass er mal was Schönes macht, nicht nur diesen Blödsinn im Fernsehen.
Mark & Tilo:
Sie finden, er macht nur Blödsinn im Fernsehen?
Mama Duszat:
Ach, ist doch egal, was er macht. Ich bin stolz auf meinen Jungen. Auch wenn ich nicht immer alles gut finde, was er so macht. Aber ich hab immer an ihn geglaubt, Witz und Charme hatte er schon immer.
Mark & Tilo:
Wirklich? Haben Sie ihn nie gedrängt, dass er was Vernünftiges lernen soll?
Mama Duszat:
Was ist denn was Vernünftiges? Garantien hat man doch in der heutigen Zeit nirgendwo. Mein Mann war auch beim Fernsehen, als Techniker beim NDR. Ich kannte also die Fernsehwelt, und ich hab nie gesagt, er soll was Normales lernen, nein. Er sagt ja sogar immer, ich habe ihn gedrängt, zum Fernsehen zu gehen. Das ist Blödsinn. Er wollte das so.
Mark & Tilo:
Aber Sie haben ihn gedrängt, ein Buch zu schreiben.
Mama Duszat:
Ach, es gibt doch so viele Geschichten, die er erlebt hat. Die kann er doch mal erzählen. Ich werde so oft gefragt, wie das ist, seit der Alexander beim Fernsehen ist. Ja, was soll ich denn da sagen? Alles ist, wie es vorher auch schon war. Er hat sich doch nicht verändert. Und wir uns auch nicht. Es sind doch die Leute um uns rum, die meinen, dass man dann anders werden muss. Das ist Blödsinn.
Mark & Tilo:
Aber wird man nicht ein bisschen verändert, durch all die Aufmerksamkeit und den ganzen Glamour, den man erlebt? Elton wird sich doch schon verändert haben, oder?
Mama Duszat:
Findet ihr? Gut, ihr kennt ihn nicht, wie er früher war. Aber glaubt mir, Glamour hat ihn nicht verändert. Der ist der gleiche Elton wie immer. Wie gesagt: Wenn, dann haben sich die Leute um uns verändert. Ich werd’ ja auch oft angesprochen als Mama von Elton. Wir wohnen ja auf dem Dorf, und was mich da am Anfang, als Elton im Fernsehen war, oft geärgert hat, das waren die Leute, die den Kopf immer oben getragen und mich nie gegrüßt haben. Plötzlich sind die dann angekommen und sagten doch tatsächlich so was wie: »Frau Duszat, also jetzt sehen wir Sie ja mit ganz anderen Augen.« Bitte? Plötzlich senken die ihren Kopf und schauen mich an, weil sie ja mit mir reden wollen. Da lache ich dann herzhaft.
Ich lache gerne, und mein Sohn gibt mir ja oft auch Grund dazu, nicht nur, weil ich dank ihm hochnäsige Damen auslachen kann.
Mark & Tilo:
Das sind dann auch die Leute, die sich freuen, wenn es bei Elton mal nicht so laufen sollte.
Mama Duszat:
Da warten die doch nur drauf, eben. Ich bin froh, dass der Alexander mein Junge wie eh und je geblieben ist. Der steht fest im Leben, und das ist auch wichtig, dass er nicht abgehoben ist. So kann ihm doch eigentlich gar nichts passieren. Alle sagen immer, der Elton ist einer von uns. Ist er das wirklich? Kennen die Leute ihn, wie er ist? Was macht der so in seinem Leben, wenn er nicht gerade im Fernsehen ist? Was ist ihm wichtig? Was hat er alles schon erlebt? Wie sieht er die Welt? Auch für mich als Mutter ist das doch spannend. Welcher Sohn erzählt schon gern und viel. Männer sind doch so, dass sie kaum den Mund aufkriegen und erzählen, was sie beschäftigt. Da ist Alexander nicht anders. Wenn er ein Buch schreibt, dann kann ich das alles mal nachlesen. Ist doch super.
Mark & Tilo:
Und das hat er jetzt ja vor. Sind Sie denn stolz auf ihn?
Mama Duszat:
Klar sind wir stolz. Ich genauso wie mein Mann. Ist doch unser Sohn. Ein lieber Sohn, ein guter Vater, ein vernünftiger Kerl, mit einer tollen Frau an seiner Seite. Ich glaube, wir haben den ganz gut hingekriegt. Wir würden wohl nichts anders machen, wenn wir ihn noch mal erziehen müssten. Ich hab immer zu ihm gesagt, wenn du es mal zu etwas bringst, dann vergiss die Leute »unten« nicht. Klingt jetzt blöd, aber ihr wisst, was ich meine. Ich war mit meinem Mann oft bei Live-Sendungen dabei und habe mitbekommen, wie das Buffet beim NDR schon leergefuttert war, wenn die Kabelträger zum Essen kamen. Das tat mir immer weh. Das hab ich Alexander mit auf den Weg gegeben, dass er drauf achten soll, dass alle etwas vom Kuchen abbekommen. Und ich glaube, dass macht er ganz gut.
Mark & Tilo:
Sie sind also Fan?
Mama Duszat:
Na was heißt Fan? Wir sind stolz. Wisst ihr, er hat ja am 2. April Geburtstag. Die Wehen haben bei mir allerdings schon am 1. April eingesetzt. Ich wollte das aber nicht. Er sollte nicht am 1. April zur Welt kommen. Also habe ich meine Wehen verdrängt, und wir sind erst nach Mitternacht ins Krankenhaus gefahren. Wenn ich mir das heute überlege, wäre es ja vielleicht doch schön, wenn er am 1. April geboren wäre. Er ist doch ein lustiges Kerlchen, da wäre es doch schön, wenn er ein Aprilscherz wäre. Aber gut. Wir sind froh, dass er da ist. Ich erinnere mich immer gern an ein Lied von Rolf Zuckowski, das wir immer gehört haben, als er klein war: »Schön, dass du geboren bist. Wir hätten dich sonst sehr vermisst.« Ja, das hätten wir. Wir erfreuen uns jeden Tag an Alexander.
Mark & Tilo:
Jeden Tag?
Mama Duszat:
Ja, jeden Tag. Wir finden gut, was er macht. Von Anfang an. Und als er bei »TV total« angefangen hat, waren wir sehr stolz. Das haben wir immer geschaut und fanden das gut. Aber ich hab zu Alexander gesagt, er soll keine Witze über Kinder, Alte und Kranke machen. Das klappt leider nicht immer, aber ich sag ihm dann auch, wenn mir etwas nicht gefällt. Er muss ja gehorchen, schließlich bin ich seine Mutter!
Mark & Tilo:
Und was war das Letzte, was Ihnen von ihm nicht so gefallen hat?
Mama Duszat:
Ganz ehrlich? Ich weiß nicht, ob er singen sollte! Seinen WM–Song »Wir werden wieder Weltmeister sein«, den finde ich wirklich nicht so gut. Das hört sich doch alles gleich an. Gesanglich ist das vielleicht ja gar nicht sooo schlimm, singen können ja viele nicht. Aber der ganze Song an sich ist schon arg mau. Ich bin jetzt mal gespannt, ob er besser schreiben als singen kann. Ich freu mich auf sein Buch.
Mark & Tilo:
Danke für das Gespräch, auf Wiederhören.