
Kerstin Brunner
FEENSTAUB
LIEGT IN DER LUFT
Kinderbuch
freie edition
© 2011
AAVAA Verlag UG (haftungsbeschränkt)
Quickborner Str. 78 – 80, 13439 Berlin
Alle Rechte vorbehalten
1. Auflage 2011
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Umschlaggestaltung:
Kerstin Brunner
Printed in Germany
ISBN 978-3-86254-619-0
Dieser Roman wurde bewusst so belassen,
wie ihn die Autorin geschaffen hat,
und spiegelt deren originale Ausdruckskraft und Fantasie wider.
Alle Personen und Namen sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit lebenden Personen
sind zufällig und nicht beabsichtigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Aufgeben gilt nicht
2. Übermut tut selten gut
3. Übung macht den Meister
4. Der Teufelsritt
5. Im Menschenlager
6. Wirbel um Sisa
7. Wer findet die Fee?
8. Von kleinen und großen Überraschungen
9. Nur ein kleines Wort
10. Der große Goblin-Vernichtungs-Plan
11. Frisch gewagt ist halb gewonnen
12. In letzter Sekunde
13. Alles oder nichts
14. Ein Traum wird wahr
1. Aufgeben gilt nicht
Sisa, die kleine Waldfee, war ein bisschen unzufrieden. So wie jeden Tag war sie auch heute wieder damit beschäftigt, Beeren und andere Waldfrüchte zu sammeln.
Doch obwohl sie schon eine ganze Weile unterwegs war, wollte und wollte ihr Körbchen einfach nicht voll werden.
Zwischendurch seufzte sie leise vor sich hin, während sie den Waldboden nach heruntergefallenen Beeren absuchte.
Sie hatte es nun auch wirklich nicht leicht, denn im Gegensatz zu den anderen Waldfeen, die munter durch die Lüfte schwirrten, um die Brombeeren und Stachelbeeren direkt von den Sträuchern zu pflücken, musste sie mühsam die abgefallenen Früchte vom Boden aufheben. Puschel, ihr allerbester Freund, versuchte sie aufzumuntern, indem er allerlei Kunststückchen und Späßchen für sie veranstaltete.
Gerade eben versuchte er, auf seinem puscheligen Eichhörnchenschwanz eine Haselnuss zu balancieren, als von oben ein leises Rauschen in den Blättern zu hören war.
Sisa hob den Kopf und runzelte die Stirn. „Oh nein“, raunte sie zu Puschel hinüber, „die haben mir jetzt gerade noch gefehlt!“
Das Eichhörnchen wandte sich erschrocken um, sodass die Nuss vom Schwanz herunter, direkt auf seinen Kopf purzelte. „Aua!“
Puschel rieb sich die Stelle mit der Pfote und sah aus den Augenwinkeln, wie sich die Äste über ihm auseinanderbogen und ein schadenfrohes Gelächter ertönte.
„Schau dir nur die zwei lahmen Schnecken dort unten an, Enzy, wenn die in dem Tempo weitermachen, stehen die noch hier und suchen Beeren, wenn wir schon in unseren gemütlichen Winterhöhlen liegen und vom nächsten Sommer träumen!“
Enzy hielt sich die Hand vor den Mund und kicherte hinein.
Provozierend drehte sie Sisa den Rücken zu und klapperte mit ihren fast durchsichtigen Feenflügeln. „Schau mal Sisa, die hier kann man auch benutzen. Sie sind nicht nur zur Zierde da!“
„Warte nur!“ Sisa ballte ihre kleinen Hände zu Fäusten und reckte sie in Enzys Richtung.
„Ich werd`s euch schon noch zeigen, ihr alten Lästermäuler!“
Enzy rümpfte das Näschen und hakte sich bei ihrer Freundin unter. „Komm mit, Leandra, lassen wir die Trantüte mit ihrem Fellknäuel weiter buckeln. Die wollen es ja nicht anders.“ Die beiden Feen erhoben sich wieder in die Lüfte und mit sanften Flügelschlägen machten sie sich davon.
„Typisch“, murmelte Puschel, „haben wieder nichts Besseres zu tun, als mal eben hier aufzutauchen und Ärger zu machen.“
Sisa ließ sich langsam auf den Boden plumpsen, lehnte sich gegen eine Wurzel und stützte den Kopf in die Hände. „Das Schlimmste daran ist, dass sie ja eigentlich recht haben.“
Sie trat zornig mit den Füßen gegen ihren Korb, so dass die wenigen Beeren, die sie gefunden hatte, über den Boden kullerten und seufzte.
Puschel hüpfte zu ihr hinüber und versuchte, sie mit seinem dicken, weichen Schwanz zu kitzeln, doch Sisa stieß ihn weg. „Lass mich in Ruhe, Puschel.“
Ärgerlich versuchte sie, nach hinten zu fassen, um an ihren Flügeln zu zupfen. „Dumme Dinger! Kann ich euch nicht einfach länger ziehen, damit ihr endlich funktioniert?“
„Ach Sisa“, Puschel war zum Glück nicht so schnell eingeschnappt, „sei doch nicht so ungeduldig. Sie werden schon noch wachsen. Komm, steh auf.“
Er nahm sie an den Händen und zog sie auf die Füße. „Wenn die beiden Tratschtanten rumposaunen, dass wir heute noch nichts gesammelt haben, bekommst du echt noch richtigen Ärger.“
Sisa seufzte noch einmal, dann fasste sie in Puschels Fell und schwang sich auf seinen Rücken. Der hangelte sich geschickt am nächsten Baumstamm entlang und sprang geschwind von Ast zu Ast, sodass Sisa der Wind durchs Feenhaar fuhr und ihr grünes Blätterkleidchen anhob.
Ihre Laune besserte sich sofort wieder und sie wuschelte ihrem Freund liebevoll durch das dichte, goldbraune Fell. Sie fegten zusammen so heftig durch einen Stachelbeerstrauch, dass die Früchte nur so zu Boden kullerten und Sisa ihr Körbchen anschließend im Handumdrehen voll hatte.
Sie kicherte: „Dass wir da nicht schon viel früher drauf gekommen sind? Mit der Methode werde ich noch die beste Sammler-Fee im ganzen Feenwald!“
.
Später am Abend, nach getaner Arbeit, kurz bevor die Sonne hinter den Baumspitzen des Waldes verschwand, trafen sich die Feen wie immer, um gemeinsam zu feiern.
Nun muss man wissen, dass Feen im Allgemeinen ein sehr lustiges Völkchen sind, das unheimlich gerne feiert und tanzt und lacht. Sie brauchen auch gar keinen besonderen Grund dazu. Die Tatsache, dass sie endlich Feierabend haben, genügt ihnen vollkommen.
Sisa freute sich immer schon den ganzen Tag auf diese abendlichen Treffen, denn dort gab es jedes Mal viel zu sehen und zu hören.
Auch heute waren wieder die verschiedensten Feen zusammengekommen, um sich zu unterhalten, um zu singen und zu tanzen.
Sie sah eine Gruppe Boten-Feen heranflattern und bestaunte deren kräftige, große Flügel. Sie belauschte die Zauber-Feen, wie sie sich über den neuesten Wärme-Zauber unterhielten und sie entdeckte heute sogar ein paar Heil-Feen, die sich für gewöhnlich nicht mit dem normalen Feen-Volk abgaben.
Doch am meisten freute sich Sisa, wenn die Künstler-Feen dazu kamen. Die Künstler-Feen waren einfach genial: Sie konnten Feenflügel mit den schönsten und filigransten Mustern bemalen, sie konnten die schwierigsten Musikinstrumente spielen und sie erfanden herrliche Reime und Gedichte. Eine Künstler-Fee war in Sisas Augen etwas ganz Besonderes.
Zu guter Letzt flatterten stets die Lichter-Feen herbei, denn sie mussten warten, bis die letzten Sonnenstrahlen die Erde berührten, um ein klein wenig Licht einzufangen und es den Glühwürmchen zu schenken.
Diese schwirrten nun emsig um das muntere Feen-Treiben herum und sahen dabei aus wie kleine Lampions.
Sisa holte sich einen Blütenkelch mit Nektar und setzte sich mit Puschel etwas abseits auf die Äste eines Holunderstrauches. Schweigend betrachteten sie die lustige Gesellschaft unter ihnen.
Eine ganze Schar kleiner Feen-Mädchen saß dort in geringer Entfernung beieinander und lauschte andächtig den Erzählungen der Rats-Feen.
Auch Sisa lauschte interessiert den spannenden Geschichten aus längst vergangenen Zeiten. „Und man konnte wirklich damals den Wald verlassen und überall frei herumflattern?“
Mia, eine kleine Boten-Fee, sah die Rats-Feen mit großen Augen an. „Bitte erzählt uns noch mal davon! Wie ist es, im hellen Sonnenschein zu fliegen?“
Felicia kam lächelnd der Aufforderung nach: „ Es ist einfach unbeschreiblich schön. Das Sonnenlicht ist herrlich warm und weich. Es streichelt einem sanft über die Flügel und man fühlt sich so leicht und unbeschwert.
Jenseits des Waldes gab es damals grüne Wiesen und Hügel. Ach ja, und natürlich Flüsse und Seen. Dort ist so viel Wasser, dass man von einem Ufer aus nicht bis zum anderen Ufer sehen kann. Ihr könnt es euch nicht vorstellen, wie wunderschön das aussieht.“
Sisa schloss die Augen und versuchte, sich diese abenteuerliche Welt auszumalen. Es musste so aufregend gewesen sein, damals zu leben.
Wie sehr wünschte sie sich, sie wäre ein paar hundert Jahre früher zur Welt gekommen und hätte das alles auch miterleben können.
„Erzählt uns von den Menschen!“, rief eine der kleinen Feen.
„Oh ja, bitte, erzählt von den Menschen!“, riefen die Mädchen im Chor.
Felicia lächelte: „Da soll mal meine liebe Freundin Begona weitererzählen. Sie kannte damals nämlich selbst ein paar Menschen.“
Die Mädchen blickten ehrfurchtsvoll zu der alten, weisen Rats-Fee hoch, die nachdenklich ihre Stirn in Falten legte und dann mit sanfter Stimme zu erzählen begann.
Die Mädchen rückten noch enger zusammen, um ja nichts zu verpassen und auch Sisa beugte sich noch ein Stückchen weiter vor, um Begona besser hören zu können.
„Nun, wie ihr ja alle wisst, lebten Feen und Menschen damals noch in Frieden zusammen. Wir Feen halfen den Menschen bei ihren Arbeiten und dafür beschenkten sie uns oft mit feinen Honig-Plätzchen oder kandierten Früchten, die sie selbst gemacht hatten. Es war eine schöne Zeit, damals.“
Begona seufzte bei dem Gedanken an diese Köstlichkeiten und auch Sisa lief das Wasser im Munde zusammen: Honig-Plätzchen – wie lecker mussten die wohl sein. Nur zu gerne hätte sie auch einmal davon gekostet.
Begona erzählte weiter: „Auf den Wiesen blühten die herrlichsten Blumen, in allen Farben und Formen. Es war eine Pracht! Die Menschen pflückten die Blütenblätter und machten daraus feine Öle oder Tee. In meinem Leben habe ich noch nie etwas Besseres getrunken als frischen Holunderblüten-Tee!“
„Wie sahen sie denn aus, diese Menschen?“
Begona lächelte: „Na ja, eigentlich unterscheiden sie sich vor allem in zwei Dingen von uns Feen: Sie sind viel, viel größer – seht ihr diesen Haselnussstrauch dort drüben? Ungefähr so groß ist ein Mensch. Und dann haben sie keine Flügel und können deshalb natürlich auch nicht fliegen. Sie müssen immer zu Fuß gehen.“
„Na, das kommt mir ja bekannt vor …“, raunte Sisa zu Puschel hinüber. „Ich würde zu gerne mal einen Menschen sprechen, um ihn zu fragen, wie er es denn schafft, sein ganzes Leben lang nur zu laufen.“
Puschel konnte ihr nicht mehr antworten, denn Begona ergriff wieder das Wort: „Es gab damals verschiedene Arten von Menschen. Da waren einmal die Erwachsenen und dann gab es da noch die Kinder.“
„Kinder? Wie waren diese Kinder?“ Die kleinen Feen wurden ganz aufgeregt und schnatterten durcheinander.
Felicia amüsierte sich köstlich über die neugierigen Mädchen, die alles so genau wissen wollten, und legte den Finger an die Lippen. „Sobald ihr leise seid, kann ich euch erzählen, wie die Menschenkinder sind – falls es jetzt überhaupt noch welche gibt.
Also, wo fange ich am besten an? Ach ja, natürlich. Ich beginne einfach ganz von vorne:
Wenn ein Menschenkind zur Welt kommt, ist es noch winzig, winzig klein.“
„So klein wie ich?“, rief Mia ungläubig dazwischen.
„Nein, sooo klein nun auch wieder nicht.“
Felicia schmunzelte: „Aber für Menschenverhältnisse schon ziemlich klein. Es kann noch gar nichts selber tun und man muss es rund um die Uhr versorgen, es füttern, waschen und herumtragen, denn es kann noch nicht einmal laufen.“
Sisa riss die Augen auf: Wow, diese kleinen neuen Menschlein konnten also weder fliegen noch laufen? Das war ja unglaublich!
„Aber wenn sie größer werden, lernen sie mit der Zeit viele Dinge: Sie lernen zu sprechen, zu laufen und sich auch selbst zu versorgen. Die Menschen nennen ihre kleinen Kinder Babys. Und wisst ihr denn alle noch, warum diese Babys für uns Feen so wichtig sind?“
Die Mädchen nickten eifrig und Sisa rief laut nach unten: „Ohne Babys gäbe es uns Feen überhaupt nicht!“
Ihre Wangen glühten vor Eifer, als Felicia ihr lächelnd zunickte: „Ja richtig, Sisa. Sehr gut. Ohne Menschenbabys gäbe es keine von uns Feen, denn als das allererste Baby zum ersten Mal lächelte, zersprang dieses Lächeln in tausende kleiner, tanzender, glänzender Stückchen. Daraus wurden die Feen. Deshalb war dies unsere Geburtsstunde.
Und noch immer erblickt jedes Mal, wenn ein Menschenkind geboren wird, auch eine Fee das Licht der Welt!“
Staunend und ungläubig saßen die Mädchen da. „Wie schade, dass wir das noch nie gesehen haben, Felicia!“
Die kluge Rats-Fee strich sich nachdenklich eine Haarsträhne aus der Stirn und nickte: „Ja, das ist wirklich sehr schade. Ich hoffe sehr, dass wir alle dieses besondere Ereignis bald wieder einmal erleben dürfen.“
„So.“ Begona ergriff eines der Mädchen bei der Hand und strich ihm über die Feen-Locken. „Für heute haben wir wirklich genug aufregende Geschichten gehört. Es wird Zeit, in eure Blütenkelche zu schlüpfen, damit ihr morgen ausgeschlafen seid.“
Die Mädchen machten sich leise tuschelnd auf zu ihren Schlafplätzen und auch Sisa und Puschel waren schon wenige Minuten später in ihren Betten verschwunden.
Sisa lag warm und weich in ihrem Blütenkelch und zog eben die Blätter zusammen, als sich Puschel ein paar Schritte von ihr entfernt in seine Asthöhle rollte und den Schwanz um seinen Körper legte.
„Gute Nacht, Puschel, träum was Schönes!“
„Gute Nacht, Sisa, das wünsch ich dir auch.“
Und das tat Sisa tatsächlich, denn sie träumte von kleinen, strampelnden, lächelnden Menschenbabys.
2. Übermut tut selten gut
Als sich am nächsten Morgen die ersten Sonnenstrahlen durch die geschlossenen Blütenblätter hindurchzwängten und Sisa an der Nase kitzelten, wollte sie gar nicht so recht aufwachen.
Zu schön war der Traum gewesen. Voll mit Wiesen und Seen und Menschenkindern.
Sie rieb sich verschlafen die Augen und gähnte herzhaft. Doch plötzlich setzte sie sich mit einem Satz auf und strampelte die Blätterdecke von den Füßen.
Sie öffnete den Blütenkelch, rutschte am Stiel der Blume hinunter bis zum nächsten Blatt und hangelte sich einen dicken Tautropfen herüber. Den klatschte sie sich ins Gesicht. „Boah“, sie schüttelte sich, „ist das kalt!“
Dann lief sie hinüber zu Puschels Baum. „Puschel … Puschel, du alte Schlafmütze, wach auf!“ Doch das Eichhörnchen rührte sich nicht. Es lag immer noch zusammengerollt in seiner Asthöhle und schlief tief und fest.
Sisa rief noch ein paar Mal Puschels Namen, dann gab sie auf. „Na gut, du willst es ja nicht anders haben!“
Sisa blickte sich suchend um. Ein paar Schritte weiter hob sie einen großen Stein auf – für Feenverhälnisse groß und warf ihn in Puschels Höhle.
„Aua – ach Menno, was soll denn das?“
Sisa grinste: „Volltreffer!“
Puschel steckte seinen Kopf aus der Höhle und murrte: „Na das ist ja mal wieder eine Begrüßung! Ich hoffe, du hast auch gut geschlafen.“
„Ja, hab ich, du alter Brummbär. Jetzt komm endlich runter, ich muss dir unbedingt etwas erzählen.“
Puschel gähnte noch einmal ausgiebig, dann begann er, seine linke Pfote zu strecken. „Und eins und zwei, und eins und zwei …“ Das gleiche Spiel folgte mit der rechten Pfote.
„Jetzt mach schon“, Sisa wurde langsam ungeduldig, „kannst du die dumme Morgen-Gymnastik nicht ausnahmsweise mal ausfallen lassen?“
Puschel drehte sich beleidigt um. Von einem Stein am Kopf geweckt und anschließend auch noch beschimpft zu werden, war so früh am Morgen zu viel für ihn. „Na du bist lustig! Du musst nicht jeden Tag meterlange Sprünge von Baum zu Baum und von Ast zu Ast machen. Das ist ganz schön anstrengend, kann ich dir sagen. Da muss man auf seine Gesundheit achten. Und außerdem, darf ich dich daran erinnern, dass du auch noch meistens auf meinem Rücken sitzt und ich dich mitschleppen muss?“
„Ja, ist ja schon gut. Du hast ja recht.“ Sisa schwieg schuldbewusst. Ihr war klar, dass sie ohne Puschel ziemlich aufgeschmissen sein würde, und nahm sich vor, so nett zu ihm zu sein, wie er es verdient hatte.
Also wartete sie geduldig, bis er seine Gymnastik-Übungen beendet hatte.
Schließlich kam Puschel den Baumstamm heruntergeklettert und begrüßte seine Freundin mit einem Schwanz-Stupser: „Was gibt es denn so Wichtiges? Erzähle.“
Doch Sisa schüttelte den Kopf. „Nicht hier. Hier haben die Bäume und Büsche Ohren. Lass uns zu unserem Geheimplatz gehen.“
Sie schwang sich auf Puschels Rücken und gemeinsam hüpften sie davon.
Ihr Geheimplatz war ein alter, hohler Baumstumpf, den sich Puschel und Sisa gemütlich eingerichtet hatten. Aus Blättern und Moos war dort ein kuscheliges Lager gebaut. Für Puschel gab es ein Haselnuss-Frühstück und Sisa bediente sich aus dem kleinen Blütenkelch, der dort mit Blütennektar gefüllt bereitstand.
„So lässt sich’s leben!“ Puschel lehnte sich behaglich zurück und nagte an seiner Nuss. „Was gibt es denn nun für Neuigkeiten?“
Sisa beugte sich zu Puschel hinüber und flüsterte geheimnisvoll: „Ich werde schauen gehen, was außerhalb des Feenwaldes ist!“
Puschel war so überrascht, dass er sich an seiner Nuss verschluckte. Er hustete heftig und Sisa klopfte ihm auf den Rücken. „Wie? Habe ich dich richtig verstanden? Du willst den Wald verlassen? Bist du jetzt völlig übergeschnappt?“
„Na ja, nicht richtig verlassen. Nur mal schauen, so vom Waldesrand aus, verstehst du?“ Puschel schüttelte energisch den Kopf. „Du bist verrückt. Du weißt genau, dass das viel zu gefährlich ist. Und verboten ist es noch dazu. Wenn sie dich erwischen, hast du nichts zu lachen. Also, ich mach da bestimmt nicht mit.“
Sisa ließ sich enttäuscht nach hinten fallen. Sie hatte erwartet, dass Puschel von ihrem Vorschlag mindestens genau so begeistert sein würde wie sie selbst. „Du alter Angsthase! Wenn du dich nicht traust, geh ich eben alleine.“
Trotzig verschränkte sie die Arme und setzte ein beleidigtes Gesicht auf. „Du bist mir ein schöner Freund. Und ich dachte, ich kann mich auf dich verlassen!“
Doch Puschel ließ nicht mit sich reden. „Vergiss es, Sisa. Wenn du dich unbedingt in Gefahr bringen willst, bitte. Aber ohne mich! Ich bin noch zu jung zum Sterben!“
Sie prustete: „ Pah … Von wegen! Du hast einfach nur die Hosen voll. Aber das hätte ich mir ja gleich denken können. Wenn man dich einmal braucht, kneifst du!“
Zornig stand Sisa auf und kletterte zum Ausgang hoch. „Mach doch, was du willst. Ich gehe jetzt! Alter Spielverderber …“
Puschel schob sich geschwind noch den letzten Rest der Nuss in den Mund und hüpfte nun ebenfalls aus dem Baumstumpf hinaus. Er sah gerade noch, wie Sisa hinter den nächsten Büschen verschwand.
Ungläubig schüttelte er den Kopf. „Dieser kleine Dickschädel. Muss immer ihren Willen durchsetzen! Wald verlassen – tzzzzz – so ein Blödsinn! Und dabei kann sie noch nicht mal fliegen.“
Sisa stapfte währenddessen mit finsterer Miene weiter durch den Wald. Sie hatte keine Ahnung, wie sie zum Waldesrand kommen sollte, deshalb spazierte sie schnurstracks in eine Richtung, bis sie irgendwann einmal so weit gekommen war wie noch nie zuvor in ihrem Leben.
Ihr wurde nun doch etwas mulmig in der Bauchgegend, denn so weit weg vom Feen-Lager war sie noch nie gewesen.
„So ein Quatsch!“, schimpfte sie mit sich selbst. „Ich bin eine Wald-Fee – ich werde doch im Wald keine Angst haben …“.
In einiger Entfernung sah sie das Sonnenlicht stärker durch die Bäume hindurchscheinen. Dort musste tatsächlich das Ende des Waldes sein. Zielstrebig lief Sisa darauf zu.
Puschel war ihr in einigen Metern Sicherheitsabstand gefolgt. Obwohl er seine kleine Freundin mal wieder überhaupt nicht verstehen konnte, brachte er es nicht übers Herz, sie einfach ihrem Schicksal zu überlassen. Gespannt sah er zu, wie Sisa unbeirrt auf den Waldesrand zulief.
Als sie die letzten Bäume erreicht hatte, blieb sie stehen. Sie drückte sich eng an einen Baumstamm und starrte mit großen Augen hinaus in die weite Welt:
„Wie wunder-, wunderschön!“, flüsterte sie vor sich hin.
Vor ihr lag eine große Wiese. Das Gras wuchs dicht und buschig und die verschiedensten Blumen waren wie buntes Konfetti dazwischen gestreut. Es roch nach Heu, nach Abenteuer und nach Freiheit. Die Sonne leuchtete mit Sisas Augen um die Wette.
Ganz weit hinten, am anderen Ende der Wiese, war ein kleines Dörfchen.
Sisa betrachtete die winzigen Häuslein eine ganze Weile voller Ehrfurcht, ehe sie bemerkte, dass Puschel an ihre Seite gehüpft war. Vor lauter Begeisterung über diese neue Welt, die da vor ihr lag, hatte sie ihren kleinen Streit schon wieder vergessen. „Schau mal, Puschel, da drüben. Was ist das?“
Puschel kniff die Augen zusammen, um besser sehen zu können. Er bedeckte sie mit der Pfote, denn die pure Sonne blendete ihn. „Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube mal, das ist ein Menschen-Lager.“
„Ein Menschen-Lager!“ Sisa stand mit offenem Mund da und staunte: „Ist das nicht wahnsinnig aufregend? Ich würde es mir zu gerne aus der Nähe anschauen!“
Und ehe Puschel sie aufhalten konnte, war sie auch schon ins hohe Gras gehüpft und bahnte sich einen Weg durch den grünen Teppich. Die Grashalme ragten weit über ihren Kopf und sie musste nach beiden Richtungen mit den Armen schlagen, um vorwärtszukommen.
Ab und zu hüpfte sie in die Höhe, um einen Blick auf das Dorf zu erhaschen und ihre Richtung zu korrigieren.
Es war eine ziemlich anstrengende Unternehmung und nach wenigen Minuten musste Sisa stehen bleiben, um Luft zu schöpfen.
Puschel beobachtete sie schmunzelnd. Bei dem Tempo würde sie ungefähr drei Tage brauchen, bis sie die Wiese überquert hätte. „Versuchs doch mal mit Fliegen!“, rief er ihr provozierend hinterher, doch Sisa ließ sich nicht entmutigen:
„Statt mir kluge Ratschläge zu geben, könntest du ja auch kommen und helfen!“
Doch Puschel schüttelte energisch den Kopf. „Neee Sisa, bei aller Freundschaft, aber du kriegst mich nicht hier raus. Was ich von hier aus sehe, reicht mir vollkommen.“
Nachdem noch einige Minuten vergangen waren, hatte Sisa einen kleinen Steinhaufen erreicht. Sie kletterte auf den allergrößten Stein hinauf und sah zum Dorf hinüber.
Dann drehte sie sich um und blickte zu Puschel, der immer noch in Hörweite war und grinsend neben seinem Baum stand. „Gib auf, Sisa. Das schaffst du niemals.“
Gerade als Sisa ihm widersprechen wollte, hörte sie ein leises Rauschen in der Luft.
Sie hob den Kopf und sah, dass hoch über ihr ein Vogel kreiste. Vögel kannte sie nun zur Genüge aus dem Wald und deshalb war sie auch nicht beunruhigt.
Doch Puschel hüpfte plötzlich ganz aufgeregt auf und ab und schrie zu ihr herüber: „Sisa, pass auf! Komm zurück …!“
Verwundert sah Sisa wieder nach oben und bemerkte erstaunt, dass der Vogel plötzlich nahe über ihr kreiste und auf einmal viel, viel größer geworden war.
Von einer Sekunde zur anderen begriff sie, was los war und blitzartig schoss es ihr durch den Kopf: „Ein Falke - oh nein …!“
Doch anstatt vom Stein zu hüpfen und wegzulaufen, stand sie da wie versteinert und starrte auf den Vogel, der sie nun ebenfalls erspäht hatte und im nächsten Moment im Sturzflug auf sie zugerast kam.
„Sisa!!!“ Ohne noch eine Sekunde zu zögern, hüpfte Puschel in großen Sätzen zu Sisa hinüber.
Sein Schrei riss sie aus ihrer Erstarrung und gerade noch rechtzeitig, kurz bevor der Falke seine Krallen nach ihr strecken konnte, sprang sie vom Stein herunter und irrte durch das Gras.
Der Falke drehte ab und erhob sich wieder in die Höhe, so dass Puschel Sisa erreichen konnte. Sie schwang sich auf seinen Rücken und klammerte sich in sein Fell. So schnell er konnte, sprang Puschel zurück in Richtung Wald.
Doch der Falke hatte nun auch ihn entdeckt und setzte wieder zum Sturzflug an.
So leicht wollte der sich nicht um seine Beute bringen lassen.
„Puuuschel!“ Sisas Angstschrei gellte durch die Luft und trieb das Eichhörnchen zu Höchstleistungen an.
Der Luftzug seines Flügelschlags steifte durch Sisas Haar, als der Falke über ihnen war, doch Puschel konnte seinen scharfen Krallen in allerletzter Sekunde durch einen geschickten Haken gerade noch ausweichen.
Der Falke drehte ab und Puschel hatte wenige Sprünge später den sicheren Waldesrand erreicht.
Völlig erschöpft rutschte Sisa von seinem Rücken herunter und blieb regungslos auf dem Boden liegen.
Das Eichhörnchen ließ sich neben ihr ins Moos fallen.
Eine ganze Weile blieben sie so stumm nebeneinander liegen, während sie versuchten, wieder zu Atem zu kommen.
In Sisas Kopf purzelten die Gedanken nur so durcheinander. Wie hatte sie nur so leichtsinnig sein können? Um ein Haar hätte sie ihre Neugier das Leben gekostet. Die Tränen schossen ihr in die Augen und sie drehte sich zu ihrem Freund um und kuschelte sich in sein weiches Fell. „Lieber Puschel“, schluchzte sie, „du lieber Puschel, was würde ich nur ohne dich machen? Es tut mir so leid …! Danke, dass du mich gerettet hast!“
Puschel wischte ihr mit seinem Eichhörnchen-Schwanz die Tränen von den Wangen und lächelte: „Dafür sind Freunde doch da…“
3. Übung macht den Meister
Die nächsten Tage und Wochen war Sisa das bravste kleine Feenmädchen, das man sich nur vorstellen konnte. Vormittags saß sie artig auf der Schulbank und lernte die verschiedenen Beeren und Pflanzen des Waldes kennen und am Nachmittag sammelte sie fleißig eben diese Beeren in ihr Körbchen hinein.
Kein Murren und Maulen kam über ihre Lippen, im Gegenteil: Sie war so lieb und gehorsam, dass es Puschel direkt unheimlich war.
Der Falken-Ausflug hatte ihr wohl doch einen gehörigen Schrecken eingejagt.
Aber wie das nun mal so ist im Leben, mit der Zeit verblassen die Erinnerungen wieder und alte Gewohnheiten kehren langsam zurück.
So ging es auch Sisa. Je mehr Tage und Wochen seit ihrem Abenteuer vergangen waren, desto weniger dachte sie an den schrecklichen Falken und die große Angst, die sie gehabt hatte.
Und ganz langsam machten sich ihre Neugier und auch ihre Abenteuerlust wieder bemerkbar.
So war es kein Wunder, dass Sisa eines schönen Abends, gerade als im Feen-Lager der Feierabend eingekehrt war, plötzlich wieder der Schalk aus den Augen blitzte.
Sie hatte es sich mit Puschel in den Ästen eines Holunderstrauches gemütlich gemacht und genoss das schöne Nichtstun, als sich auf einmal die Äste unter ihr bewegten.
Neugierig setzte sie sich auf und starrte gebannt nach unten, auf den Waldboden. Da entdeckte sie, wie sich direkt unter ihr ein seltsames Tier an den Zweigen des Strauches zu schaffen machte. Es scharrte und kratzte mit seinen Pfoten die Äste auseinander und schnupperte den Boden ab.
Sisa sah dem Treiben des Tieres gebannt zu.
„Schau mal!“ Sie zupfte Puschel am Fell und deutete hinunter. „Was ist das?“
Puschel riss entsetzt die Augen auf und wich zurück, als er sah, was sich da an seinem Strauch zu schaffen machte. „Bleib bloß zurück, Sisa!“, raunzte er sie an und hielt sie am Arm. „Weißt du nicht, was das da ist?“
Sisa schüttelte den Kopf. „Ich hab keine Ahnung…“
„Na, dann schau einmal genauer hin, oder hast du etwa in der Feen-Schule gar nie aufgepasst?“
Sisa versuchte sich angestrengt zu erinnern, doch erst, als das Tier den Kopf hob und zu ihnen nach oben blickte, kam blitzartig die Erinnerung zurück und sie erkannte, was dort unter ihr war. „Ja, du liebe Zeit“, sie wich etwas zurück und krallte sich an den Ästen des Strauches fest, „das ist ja eine Katze! Ich glaube, sie riecht uns.“
Ängstlich und neugierig zugleich beugte sie sich wieder etwas weiter vor, um noch einmal einen Blick auf die Katze zu erhaschen.
Sofort hatte sie wieder Puschels strenge Stimme im Ohr: „Pass bloß auf! Hast du etwa nicht zugehört, als die Katze im Unterricht dran war?“
Sisa winkte ab. Klar hatte sie zugehört und sie wusste auch genau, was es mit diesen Katzen-Tieren auf sich hatte. Trotzdem hatte sie bisher noch nie eine zu Gesicht bekommen und diese Gelegenheit würde sie sich nicht entgehen lassen.
Sahen doch eigentlich ganz harmlos aus, diese Katzen, diese hier fand Sisa sogar ausgesprochen niedlich. Von den angeblich so gefährlichen Krallen und den spitzen Zähnen war auf jeden Fall nichts zu sehen.
Erst als sich die Katze abwandte und weiter in den Wald hinein trollte, ließ Sisa sich wieder zurückfallen und atmete auf: „Wie aufregend, findest du nicht, Puschel?“
Das Eichhörnchen runzelte die Stirn: „Ich brauch keine Aufregung – und erst recht keine Katzen! Die Viecher verputzen uns Eichhörnchen gerne mal zum Mittagessen. Und vorher treiben sie noch ihren Schabernack mit ihrer Beute – echt widerlich! Diese hier gehört bestimmt zu dem Menschen-Lager, das wir gesehen haben!“
Puschel schüttelte empört den Kopf. „Und ihr Feen solltet euch auch von diesen Biestern fernhalten, weißt du das?“
Sisa nickte: „Jaja, schon klar.“ Sie grinste und spulte wie aus dem Lehrbuch den Text herunter:
„Katzen sind gefährliche Tiere, denn sie haben, im Gegensatz zu vielen anderen Tieren und im Gegensatz zu den Menschen die Gabe, Feen zu sehen und zu erkennen. Deshalb sollte jede Fee sich vor ihren scharfen Klauen fernhalten.“
Puschel nickte zustimmend: „Ja genau. Und nicht nur das. Diese Eichhörnchen- und Mäusefresser sind auf euch Feen furchtbar eifersüchtig.“
Sisa blickte auf. „Wie – eifersüchtig? Das musst du mir erklären. Darüber haben wir in der Schule nichts gelernt.“
Puschel setzte sein Alleswisser-Gesicht auf, räusperte sich und erklärte: „Also, früher, vor ganz langer Zeit, waren die Feen und die Menschen ja befreundet. Das weißt du doch?“
Sisa nickte und Puschel fuhr fort: „Tja, und die Katzen haben diese Freundschaft nie gerne gesehen, denn sie spielten damals bei den Menschen nur die zweite Geige.“
„Ach so, jetzt verstehe ich: Die Katzen waren auf uns Feen neidisch und wollten uns loswerden.“
„Nun, sagen wir mal so: Sie sind sicher nicht gerade traurig darüber, dass sich Feen und Menschen zerstritten haben, denn nun sind sie die großen Lieblinge der Menschen und werden von ihnen verhätschelt und verwöhnt. Und sie tun wirklich alles dafür, dass es so bleibt.“
Sisas Augen funkelten gefährlich auf. „Na, wir werden schon sehen, wer sich vor wem zu fürchten hat…“
Puschel kannte dieses Flackern in Sisas Augen nur zu gut und nahm sich vor, in nächster Zeit besonders gut auf seine Freundin aufzupassen.
Doch so sehr er sich auch bemühte, er konnte nichts Besonderes in ihrem Benehmen feststellen. Sie war brav und fleißig wie immer, hielt sich schön an die Feen-Regeln und versuchte, nicht aufzufallen.
Nur ihre plötzliche Vorliebe für Puschels Morgengymnastik machte ihn etwas stutzig. Eigentlich hatte sie für seine Turnübungen bisher nur Spott übrig gehabt, doch nun war sie auf einmal ganz eifrig mit bei der Sache, wenn er sein Gymnastik-Programm absolvierte.
„Wieso hast du plötzlich Lust, mit mir mitzuturnen?“, wollte er eines Tages wissen, „du hältst doch nichts von Sport.“
Sisa zuckte mit den Schultern und beugte sich mit den Händen zu den Zehenspitzen hinunter. „Ich finde, du hast recht, man sollte unbedingt was für seinen Körper tun. Freu dich doch, dass ich endlich zur Vernunft gekommen bin.“
Puschel kam ihr plötzlicher Sinneswandel sehr spanisch vor, doch er konnte nichts machen, außer sie weiterhin gut im Auge zu behalten.
Jeden Tag, nach getaner Arbeit, stürzte sich Sisa nun mit Feuereifer in ihre sportlichen Aktivitäten: Sie machte Liegestütze, Klimm-Züge, stemmte große Steine in die Höhe und hangelte sich wie Tarzan von Ast zu Ast.
Puschels Verwunderung wurde immer größer: Sollte sie wirklich Geschmack am Sport gefunden haben?
Doch er kannte sie zu gut, um nicht zu wissen, dass sie wieder mal irgendetwas im Schilde führte. Er kam nur partout nicht darauf, was es war.
Ihm blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten, was passieren würde.
Eines Tages, als sie beide wieder unterwegs waren, um Beeren zu sammeln, war es soweit:
Puschel wurde in Sisas großes Geheimnis eingeweiht!
Sisa war gerade dabei, leckere Stachelbeeren vom Strauch zu pflücken, als sie in einiger Entfernung zwei Hasen hoppeln sah.