Auf der Suche
Tageinwärts fließen Abschiedstränen
Die Nacht hat ihren Durst gestillt
Statt mich mit Träumen zu verwöhnen
Entriss sie mir mein Spiegelbild
Verurteilt mich erneut zu suchen
Was lang zu haben ich schon geglaubt
Ich hör mich in die Kissen fluchen
Wie niemand mir die Zweifel raubt
Bin ich die Rose in der Wüste
Die an der Eitelkeit zerbricht
Weil sie den Schatten stets missachtet
In ihrer Gier nach Sonnenlicht?
Und was wenn mich ein Mädel grüßte:
War´n die Gedanken stubenrein?
Und war ich nicht genau wie alle:
Viel zu bequem, verrückt zu sein?
Und suchend irre ich durch Straßen
Nicht ahnend, dass ich es schon fand:
Mein Spiegelbild. Es floh gewissermaßen
Vor all den Zweifeln in ein fernes Land.
Doch diese Zweifel werd´ ich nun begraben
Sie spielten viel zu lang die erste Geige.
Ich will, geht dieser schöne Tag zur Neige
Endlich wieder leben und Träume haben.
Der Sehnsucht pflanzt ich einen Baum
Der Sehnsucht pflanzt ich einen Baum
Mich stets an ihm zu freuen
Mit manch vergessnem Kindheitstraum
Aus ungetrübten Tagen
Begießte und bedüngte ich
Ohne Kraft und Mühe zu scheuen
Und streckte er dann königlich
Sein stolz Geäst gen Himmel
Könnt ich mich mit Behagen
In die Einsamkeit verlieben.
Und nach mir wird man sagen:
Seine Sehnsucht ist geblieben.
Regentag
Der Müdigkeit ein Schnippchen schlagend
Leis übers trübe Wetter klagend
Sitz ich im Café an der Ecke
Fünf Tassen Mocca an der Zahl
Sind an diesem Tag normal
Und dazu ne Eierschecke
Aus Kaffeetrinkerperspektive
Giert die Stadt nach Coffein
Und müde blinzeln rot-gelb-grün
Die Ampeln und es ist als schliefe
Die Welt den Halbschlaf der Gerechten
Schier erdrückt vom Regengrau
Ruhn sich Autos aus im Stau
Als wenn sie nicht ans Fahren dächten
Den spiegelblanken Boulevard
Wagt kaum ein Mensch entlang zu gehn
Im Dämmerlicht der Café-Bar
Träume ich den Tag mir schön.