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Der Blick aus den Kabinen der Panoramaseilbahn und vom 2000 m hohen Gipfel ist umwerfend |
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Der Strand in Riva ist so groß, dass er nicht einmal während der Hochsaison überlaufen ist |
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Der Wasserfall unweit von Riva – ein eindrucksvolles Naturschauspiel |
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Abends strömt das Volk auf Bardolinos Hauptplatz, der bis zum See hinabreicht, um zu flanieren |
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Eines der edelsten Eckchen des ganzen Sees liegt bei Garda; zum Luxushotel gehört auch eine Bar am Privathafen mit nicht ganz so horrenden Preisen für Normalverdiener |
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Auch wer sonst nichts mit der Oper am Hut hat: Das Freiluftspektakel in Veronas römischer Arena sollten Sie sich unbedingt einmal ansehen: tolles Ambiente und italienische Lebensfreude pur! |
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In den römischen Ausgrabungen von Sirmione lässt es sich auch herrlich spazieren gehen |
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Vom zinnenbewehrten Turm der Wasserburg in Sirmione schauen Sie über die Dächer der Altstadt |
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Nicht nur Blondinen – „le bionde“ – fühlen sich an diesem Strand in Sirmione wohl |
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Park, Mausoleum und Wohnhaus des Dichters D’Annunzio: ein skurriles Kuriositätenkabinett in Gardone |
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Wunderschöne romanische Kirche in Toscolano-Maderno |
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An diesem großen Strand in Gargnano am Westufer herrscht Freibadatmosphäre |
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Kaffee mit Aussicht: Für den Cappuccino auf diesen Restaurantterrassen in Pieve sollten Sie besser schwindelfrei sein |
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Die Ruhe genießen – Salò besitzt die längste autofreie Uferpromenade am See |
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Am Südufer in Salò schlägt samstags ein großer Wochenmarkt seine Stände auf |
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Es gibt zwei Anlässe, das Eis der Gelateria Cento per Cento zu essen: um sich zu stärken für den Aufstieg zur Burg von Malcesine und um sich beim Abstieg zu belohnen. Das Eis von Fabrizio Bottesi schmeckt so gut, dass sogar Einheimische den steilen Weg auf sich nehmen | |
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Die Besitzerin der Osteria Santo Cielo in Malcesine ist Niederländerin. Hella blieb wegen der Küche und der Weine am Gardasee hängen. In ihrer Osteria genießt man Teller mit Käsesorten oder Salami aus der Region und dazu die lokalen Weine aus großen Kelchgläsern | |
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Abenteuerlich ist der 4 km lange Wanderweg von Torbole nach Tempesta. Auf endlos scheinenden Eisentreppen spazieren Sie immer am Fels entlang. Am Panoramaweg stehen Infotafeln zum See | |
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Der Lago di Valvestino, eigentlich nur ein künstlich aufgestauter Bach, ist ein einsam im Naturschutzgebiet gelegenes, grün schillerndes Kleinod | |
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Concept-Store, Kunstgalerie, Designerladen, Weinbar: Das La Barchessa Arte im historischen Palazzo Ram-baldi in Bardolino ist alles in einem () | |
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Beim Rock Master, der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Sportkletterer in Arco, trifft sich die Elite. Zuschauer können den Nervenkitzel mitverfolgen () | |
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Das Sans Souci ist eine kleine Osteria in einem Gewölbekeller. Hier sitzen die Einheimischen von Gardone – die brauchen keinen Seeblick, den haben sie auch zu Hause ... | |
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Aufregend für Kinder und Erwachsene: Im Jungle Adventure Park bei San Zeno di Montagna klettert man durch die Baumkronen | |
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Im hügeligen Hinterland von Desenzano kann man wunderbar Rad fahren. Beim Fremdenverkehrsamt bekommen Sie eine Broschüre mit GPS-Radtouren | |
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Vom Kirchplatz in Albisano schaut man herrlich über den See – Balkon des Garda wird der Platz nicht umsonst genannt | |
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Wems am Strand zu langweilig wird, der meldet sich bei Skyclimber in Tremosine an zu geführten Bike- und Klettersteigtouren, zum Canyoning und einigem mehr. Nicht für Extrem-sportler, sondern für „ganz normale“ Unternehmungslustige | |
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Zehn Schritte von der Bergstation der Monte-Baldo-Seilbahn steht die Baita dei Forti. Wanderer genießen hier die deftige Bergküche. Besonderer Clou: Man kann hier übernachten! Den grandiosen Seeblick gibts gratis dazu | |
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Das Archäologische Museum in Sirmiones Grotte di Catullo bereitet Geschichtsträchtiges modern auf | |
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Die zierlichen Keramikfiguren von Mariano Fuga, individuell und jede anders, sind ein hübsches Souvenir. Zu sehen sind sie im Atelier des Künstlers in Gargnano | |
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In einem Ortsteil von Gargnano lädt in bäuerlicher Umgebung die Antica Cascina Liano mit Holzbalkendecken zur Übernachtung |
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Mit einem Bergführer in die Welt der Gipfel und Grate aufzubrechen, ist teuer. In Limone werden sonntags und dienstags geführte Bergtouren angeboten, die interessant und anspruchsvoll sind, aber nicht einen Cent kosten
Die Riviera Card ist kostenlos – und hilft an der Olivenriviera dazu noch kräftig bei der Entlastung der Urlaubskasse. Vergnügungsparks, Tiergärten, Fahrten auf Schiffen und Fähren, Eintritte in Museen; alles gibts günstiger
Jazz-Fans kommen im Juni und Juli im Rahmen der Reihe Jazz Café voll auf ihre Kosten – ganz ohne Kosten!
Natürlich ist nahezu jeder Spaziergang zum Nulltarif, es sei denn, es gibt etwas Besonderes zu sehen. Dieser hier kostet trotzdem nichts: Die Felsgravuren, die am Rand des Weges von Garda aus liegen, erzählen von der frühen Besiedlung des Gebiets. Wie wärs also mit einer Zeitreise in den Wald unweit der Punta San Vigilio?
Der Lido delle Bionde in Sirmione ist zwar nur ein schmaler Kiesstreifen, aber dennoch einer der schönsten Strände am Gardasee. Und: Er kostet keinen Eintritt. Bar, Café und Pizzeria sind gleich in der Nachbarschaft; besonders malerisch wirkt der lange Holzsteg am Strand, selbst ganz ohne Blondinen (bionde) ()
Besonders gut soll sie sein, die Akustik in der Kirche San Severo in Bardolino. Im Sommer können Sie sich immer montags selbst davon überzeugen: Die klassische Konzerten in den romanischen Mauern sind ein außergewöhnliches Erlebnis


Die mächtige Familie der Scaligeri aus Verona herrschte jahrhundertelang am Ostufer des Sees. Im 13. und 14. Jh. baute sie Burgen als Zeichen ihrer Macht: in Malcesine, in Torri del Benaco, in Sirmione. Welche die schönste ist? Herausfinden!
Fangfrisch bekommen Sie bei der Fischerkooperative in Garda, was die etwa 50 Berufsfischer aus dem Gardasee herausholen: Felchen, Forellen und die seltene Gardaseeforelle (carpione)
Bardolino. Schon mal gehört? Natürlich! Hinter dem Ort wachsen die Reben für den gleichnamigen Wein. Bei vielen Winzern können Sie die Erzeugnisse der Region probieren und kaufen, etwa bei Cantine Lenotti
Verführerisch lockt das gegenüberliegende Ufer, mit dem Auto ist es Stunden entfernt. Also nichts wie rauf auf die Fähre zwischen Torri und Toscolano, denn nur vom Wasser aus können Sie auch erkennen, wie schön sich die Orte ans Ufer schmiegen. Übrigens bietet sich auch für den Marktbesuch im Nachbarort eine Schiffsfahrt an ()

Ob Sie nun Touren mit dem Mountainbike lieben, mit dem Paraglider hoch hinaus wollen, eine Wanderung auf den Gipfel planen oder im Winter mit Skiern auf die Pisten möchten: Der Monte Baldo ist das Revier für alle, die sich so richtig austoben wollen
Ob der Dichter Catull wirklich in dieser repräsentativen Villa wohnte, sei dahingestellt. Schauen Sie sich aber auf jeden Fall die Ausgrabungen an diesem schönen Fleckchen in Sirmione an
Die Tour auf der alten Ponalestraße bei Riva ist die bekannteste Route am Gardasee und daher nicht gerade einsam. 850 großartige Höhenmeter: erst hinaufkurbeln, dann runterbrettern

Der spätgotische Dom Santa Maria Annunziata in Salò ist die größte Kirche am See. Spannendes Kuriosum: Gehen Sie auf dem Fußbodenmosaik auf und ab und staunen Sie über dessen dreidimensionale Wirkung ganz ohne 3-D-Brille
Ein Ausflug ins nahe Verona bietet Ihnen gleich dreierlei Schutz vor Regen: mehrere Museen, große Kirchen wie San Zeno und jede Menge Shoppingziele. In der Via Mazzini können Sie von einer Boutique in die andere schlendern
Draußen peitschen Wind und Regen den See, und Sie sitzen trocken in einer historischen Villa an der Uferpromenade in Lazise. Ein Essen im Restaurant Classique ist besonders schön zum Aufwärmen nach einem Spaziergang im Regen
Am Wasserfall Varone ist das Wetter egal: Der in die Tiefe stürzende Tennobach schickt ohnehin immer Nebelschleier in die enge Kluft. „Ein Höllenspektakel“, fand schon Thomas Mann ()
In der Pasticceria Vassalli, dem traditionsreichsten Café von Salò, nascht man zu Cappuccino und heißer Schokolade bacetti di Salò, „Küsschen von Salò“: feine Nusspralinen
Gut, einer muss in den sauren Apfel beißen: Der Fahrer, der das Auto über die Strada del Vino steuert. Für alle anderen ist der Besuch des einen oder anderen der mehr als 40 Winzer und Produzenten das ideale Schlecht-Wetter-Programm

Wenn Ihnen der See nicht genügt, dann können Sie im Gardacqua Wasser zur Genüge genießen: Die Kombination aus großem Freibad, Wellnesscenter und exklusiver Freizeitanlage liegt in Garda
Da steht die Entspannung auf der Matte: In Riva werden Yogakurse angeboten – so haben Sie die Sonne noch nie begrüßt! ()
Der Trubel am Lago ist Ihnen zu viel? Dann ziehen Sie sich doch zum Wohnen aufs Land zurück: Die grundrenovierte Antica Cascina Liano war früher ein Bauernhof, bietet Ruhe in rustikalem Ambiente – und einen weiten Blick auf den See
37 Grad hat das Wasser im Parco Termale del Garda. Entspannend und beruhigend wirkt zudem der Park mit den alten Bäumen, der den auch abends geöffneten Thermalsee umgibt
Ungewöhnlicher als der alte Botanische Garten in Gardone, den der Allroundkünstler André Heller übernahm, kann ein Park kaum sein. Vergessen Sie die Welt im Giardino Hruska beim Betrachten tibetischer Gebetsfahnen, moderner Kunst und Wasserspielen
Im Sommer finden rund um den See häufig Openairkonzerte statt. Unterm samtigen südlichen Himmel harmonischen Klängen lauschen: Das ist Urlaub pur!
Entspannung schon bei der Anreise: In den sich drehenden Gondeln der Seilbahn auf den Monte Baldo ist der Blick überall gleich gut. Beim Cappuccino in der Bergstation können Sie dann den ganzen Tag die Aussicht genießen
Bild: Malcesine am Nordostufer |
Es gibt wohl nicht viele Seen, die so viele unterschiedliche Gesichter und damit für so viele verschiedene Ansprüche das passende Urlaubsangebot haben. Wer Ruhe sucht und bei der Lektüre der Zeitung oder eines Buchs nicht viel mehr hören möchte als das Klack, Klack von Segelbespannungen im Wind und dazu ein tiefes Dong, Dong beim Aneinanderstoßen von Booten, der ist in Gargnano gut aufgehoben: In der Mitte des Westufers wohnt die Ruhe. Noble Hotels haben an diesem Uferabschnitt Tradition. Ende des 19. Jhs. erkannte der Deutsche Louis Wimmer den Reiz des Gardasees und baute das erste Grandhotel in Gardone, weitere folgten. Ein etwas altväterischer, gediegener Tourismus ist bis heute dort zu Hause.
Dagegen fühlt sich in Bardolino und Garda wohl, wer abends lange unter Menschen sein möchte. In den Gassen der Altstädte ist es dann fast voller als tagsüber, und bis Mitternacht sieht man sogar noch Kinder mit einer Eistüte in der Hand. Junge Erwachsene werden das Südufer anlaufen, wenn sie auf richtiges Nightlife stehen. In der Umgebung von Desenzano locken einige der größten Diskotheken Italiens.
Wer es im Urlaub sportlich liebt, wird in den Norden fahren; das dortige Ufer und die steilen Täler und wilden Bäche des Trentino scheinen manchmal ein einziger großer Abenteuerspielplatz zu sein. Hier haben das Kajakfahren sowie Schwimmen, Surfen, Segeln Tradition. Nun ist noch das Rafting hinzugekommen. Wem all das nicht reicht, versucht es vielleicht gar mit Canyoning. In Neoprenanzüge verpackt und mit Helm und Schwimmweste versehen, stürzen sich Abenteuersportler in Schluchten hinab – unter professioneller Leitung, hoffentlich. Sogar das Tauchen hat Saison am See: Mit Glück – oder einem Führer – stößt man auf versunkene Galeeren aus der Zeit der venezianischen Herrschaft am See.
Mountainbiker und Wanderer zieht es an die Berghänge; wo sie nicht mehr weiterkommen, hängen Sportkletterer an senkrechten Wänden, zum Teil sogar direkt über dem See. An Sommerwochenenden veranstalten die Fremdenverkehrsämter der Olivenriviera Ausflüge und geführte Touren auf den Monte Baldo. Es gibt botanische Exkursionen, Touren zu kirchlichen Festen und Vollmondwanderungen. Und auf dem See ficht die Armada der Windsurfer ihre Kämpfe gegen den oder mit dem Wind – vom Ufer aus lässt sich das nicht immer so einfach unterscheiden. Die steilen Berge wirken wie eine Düse, durch die die Winde regelmäßig pusten.
Dass der Gardasee so viele Möglichkeiten zu körperlicher Betätigung bietet, hat noch einen weiteren Vorteil: Man kann abends riesige Mengen von Pasta vertilgen, schließlich hat man einige Kalorien abgearbeitet. Das ist ein Glück, denn am Gardasee essen Sie vorzüglich (wenn Sie allzu touristische Lokale, oft direkt am Hafen gelegen, meiden) – sei es ein aufwendiges Menü in einem der Feinschmeckerlokale in Salò oder schlicht eine Gardaseeforelle vom Grill. Auch wenn die Touristenscharen am Gardasee nicht weniger werden, die Küche wird besser. Mag sein, dass sich wieder mehr Köche und Köchinnen auf ihre Wurzeln, also die Gerichte der mamma, besinnen. Sicher ist aber auch, dass die Nachfrage das Angebot verändert hat. Immer mehr deutschsprachige Urlauber verlangen eine genuine Küche, alte Gardaseerezepte und frische Zutaten.
Im La Montanara in einer Altstadtgasse von Riva serviert man rustikale Trentiner Küche |
Ähnliches gilt für den Wein: Kauften Urlauber vor 20 Jahren noch große, billige Korbflaschen, wird nun nach Qualität gefragt. So erfreut sich die Strada del Vino im Hinterland von Bardolino großer Beliebtheit – und auch der gleichnamige Wein. Nachdem die italienischen Roten immer schwerer und gehaltvoller wurden, haben Winzer und Weinliebhaber nun den Rosé entdeckt. Der Bardolino Chiaretto, der Rosé des Gardasees, passt gekühlt getrunken ganz wunderbar zur Sommerküche.
Auch am anderen Ufer, von Gargnano in Richtung Norden, ist noch zu sehen, wie am Gardasee Geld verdient wurde, bevor die Touristen kamen: In limonaie wurden Zitronen gehegt. Meistens reichten die kargen Einkünfte aus Landwirtschaft oder Fischerei nicht aus, die Familie zu ernähren. Im 19. Jh. wanderten viele Bewohner der Gardaseeorte aus, versuchten ihr Glück in Amerika. Vor Beginn des Tourismus war das Gardaseegebiet ein armer Landstrich, das Leben war einfach und hart. In den Kastanien- und Pinienwäldern oberhalb von Gargnano gingen die Männer der archaischen Arbeit des Köhlens nach, die Frauen arbeiteten vom frühen Morgen bis in die Nacht auf handtuchschmalen Feldern.
Künstler zog es schon immer an den Gardasee, vor allem Schriftsteller. Auf ihren Spuren kann man den See bereisen. Goethe schwärmte 1786 auf seiner Italienreise von der „herrlichen Naturwirkung“ des Sees. Friedrich Nietzsche blieb im Februar 1880 einen ganzen Monat in Riva del Garda. Heinrich Mann kam ab 1893 fast jährlich, und auch sein Bruder Thomas oder Franz Kafka waren Gäste in Riva.
Vielleicht hielten schon die früheren illustren Gäste nach Kunstschätzen Ausschau – wie auch heutige Besucher. Die romanischen Kirchen Bardolinos, San Zeno und San Severo, sind wahre Kleinode; Sant’Andrea in Maderno steht ihnen in nichts nach. Weitere Kunstwerke findet man bei Kurzausflügen, etwa bei einem Besuch Trentos mit seinem schönen Domplatz oder auf einer Tour zur römischen Arena von Verona. Doch Sie müssen gar nicht speziell Kunstwerke und Sehenswürdigkeiten ansteuern, um die Atmosphäre der Gardaseeorte zu genießen. Erstaunlich gut erhalten sind die Ortskerne, Sie schlendern in den Altstadtgassen durch traditionsreiche Baustruktur.
Das Leben am See ist heute praktisch durchweg vom Tourismus bestimmt. Denn nicht nur die direkt vom Urlauberstrom Betroffenen wie Hoteliers und Restaurantbesitzer und alle in Gastronomie und Hotellerie Beschäftigten verdienen an den Fremden, sondern natürlich auch der Obstverkäufer mit seinem Marktstand, der Handwerker, der Ferienwohnungen umbaut, der Gardaseefischer, der Trattorien beliefert, der Almbauer, der seinen Käse anbietet, und sogar der einsame Trüffelsucher. So ist der Tourismus Segen, aber auch Fluch für die Region. Vor allem das starke Verkehrsaufkommen kann eine Belastung sein. Daher empfiehlt es sich, beim Urlaub am See nicht allzu viel mit dem Auto zu fahren. Und ehrlich gesagt: Es macht auch mehr Spaß! Wer mit dem Schiff zum Markt im Nachbarort fährt, lässt sich den Wind um die Nase wehen und spart sich die enervierende Parkplatzsuche ebenso wie die Parkgebühr. Wer mit dem häufig und pünktlich verkehrenden Bus zur Besichtigung eines Dorfs reist, kann unbesorgt ein Gläschen Wein trinken. Und wer wandert, muss nicht zum Ausgangsort zurückkehren, sondern kann einfach in den Linienbus steigen. Eine noch aktivere Alternative: Rad fahren. Vor allem am Ostufer wird der Radweg am See entlang immer besser ausgebaut, und viele Hotels verleihen Räder. Um am See entlang zum Strand zu gondeln, muss man nicht einmal sportlich sein. Wer sich aber den Teller Pasta so richtig verdienen will, fährt durch die Weinberge oder ein, zwei Hügel hinauf.
In Malcesine können Sie morgens im Gebirge wandern und nachmittags am Strand liegen |
Irotz der starken Konzentration auf den Tourismus müssen Sie nicht befürchten, als Urlauber abgezockt zu werden. Sehr freundlich beantwortet man in den Tourismusbüros die Fragen nach Busfahrplänen und Bootsverleihern, Bademöglichkeiten und Bikecentern; in manchen Hotels werden Sie begrüßt, als kämen Sie schon seit Jahren in dieses Haus, und abends im Restaurant kann es sein, dass die Bedienung ein italienisches Liedchen trällert. Der Gardasee liebt seine Besucher – und umgekehrt.
Ab 2000 v. Chr.
Kelten, Rätier und Veneter besiedeln das Gardaseegebiet
15 v. Chr.
Die Römer kommen an den See und nennen ihn Benacus
9./10. Jh.
Karolingische Kaiser und Könige sowie einheimische Fürsten kämpfen um die Macht in Oberitalien
1260–1387
Die Familie der Scaliger herrscht in und um Verona und am See
1387–1405
Die Mailänder Familie Visconti herrscht über das Gardaseegebiet
1405–1797
Die Venezianer haben die Herrschaft über das Ostufer
1797
Das westliche Gardaseeufer fällt an Napoleons Cisalpine Republik, das Ostufer und Verona an Österreich
1814/15
Nach dem Sturz Napoleons spricht der Wiener Kongress die Lombardei und Venetien Österreich zu
1821–1861
Risorgimento: Bewegung für ein einiges Italien. 1861 wird Italien souveräner Staat
1919
Nach dem Ersten Weltkrieg ist der Gardasee ist nun rein italienisch
1943–1945
Republik von Salò: Der faschistische Diktator Benito Mussolini zieht sich in der Endphase des Zweiten Weltkriegs an den See zurück
1946
Italien wird durch Volksabstimmung Republik, König Umberto II geht ins Exil nach Portugal
1962
Die Seilbahn von Malcesine auf den Monte Baldo wird eröffnet
2010
Zu Ehren des deutschen Dichters wird die Piazza Vittorio Veneto im Zentrum von Torbole in Piazza Goethe umbenannt

Alles bio Junge Winzer setzen auf Bioqualität. In der Cantina della Valtenesi e della Lugana (Via Pergola 21, Moniga del Garda, ) werden Weine produziert, die Namen wie Biocora – der Tanz des Lebens tragen. Auch den Bardolino gibt es in der Bioversion. Der von der Cantina di Custoza (Strada Staffalo 1, Custoza, ) ist preisgekrönt. Gardenali (Via XXV Aprile 8, Volta Mantovana, ) baut nicht nur Trauben an, sondern folgt dem generellen Trend nach Bioobst.

Snowkiting Am Gardasee entwickelt sich eine lebendige Wintersportszene. Kiter, die im Sommer auf dem See zu finden sind, stellen sich im Winter aufs Snowboard, nehmen ihren Drachen in die Hand und erobern den Monte Baldo. Möglich ist das dank der besonderen Thermik, die während der Wintermonate herrscht. Waterproof (Via Lavesino 9, Brenzone sul Garda, ) zeigt Anfängern und Könnern die besten Tricks. Die Pulverschneepisten können Wintersportler auch mit den Snowboards der Scuola Sci Malcesine (Tratto Spino, ) erobern.

Glamping Luxuszelten, das sogenannte Glamping, ist Trend. Darauf hat sich Selectcamp () spezialisiert. Auf dem Platz Camping Bella Italia (Via Bella Italia 2, Peschiera del Garda, ) warten ein Luxusbungalowzelt und ein Privatstrand mit Seezugang auf die Camper. Eine eigene Terrasse gehört zu jedem Luxuszelt bei Camping Fontanelle (Via Magone 13, Moniga del Garda) und bei Camping Weekend (Via Vallone della Selva 2, San Felice del Benaco).

Nervenkitzel im Felsen Palvicio, Vajo dell’Orsa und Splish Splash sind als Paradeschluchten der Canyoningszene auf der ganzen Welt bekannt. Sie alle werden auf der dreitägigen Tour der Canyoningagentur Herwig Rainer () ausgiebig erkundet. Das Canyoning Center Gardasee (Trattoria Ca’ Orsa, Affi, , ) bietet zehn verschiedene Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden – für Familienspaß oder Nervenkitzel pur. Von Ende April bis Mitte Oktober erkundet man mit dem Canyoning Center Wet Way (Garda Avventura, Via Sant’Andrea 16 e, Arco, ) die Schluchten rund um den Gardasee.

Was zählt, ist Unterhaltung Je außergewöhnlicher das Festival, desto beliebter. Am Gardasee werden Freunde des Ungewöhnlichen glücklich gemacht. Im Herbst kommen die Blogger in Riva del Garda zusammen und feiern das Blog Festival (, ) im historischen Zentrum der Stadt. Das Programm reicht von Debatten über Konzerte und Preisverleihungen bis zu gemeinsamen Spielen. Beim Tortellini-Fest (Festa del nodo d’amore, Anmeldung unter ) in Valeggio sul Mincio ehrt man die Nudel. Einmal im Jahr wird die mittelalterliche Viscontibrücke zum Freiluftrestaurant. Hungrige Pastaliebhaber dürfen sich dann über 600 000 handgemachte Tortellini freuen. Zeitgenössische Kunst ist das Thema des Drodesera Fies Festivals (Centrale Fies, Dro, ): In einem noch in Betrieb befindlichen Wasserkraftwerk finden jeden Sommer Kunstperformances statt.
Bild: Schwäne am Südufer |
Immer wieder wurde am Gardasee freudig verkündet, welche Strände die Blaue Flagge () verliehen bekamen. Zuletzt erhielt nur noch Sirmione diese Auszeichnung für besonders sauberes Wasser und weitere Kriterien, die für einen nachhaltigen Tourismus sprechen, wie etwa Abfallbehälter zur Mülltrennung und die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Blaue Flagge vergibt die FEE (Foundation for Environmental Education), eine Stiftung für Umwelterziehung. Aber in den letzten Jahren wurde auch Sirmione die Bandiera Blu nicht mehr verliehen. Somit gibt es nun keine Blaue Flagge mehr am Gardasee. Um die Wasserqualität europäischer Seen wieder zu steigern, wurde von der EU das Projekt Eulakes ins Leben gerufen, in das auch der Gardasee aufgenommen wurde. Ziele von Eulakes sind vor allem, die Uferverbauung einzudämmen, die Wasserqualität zu schützen und klimatische Veränderungen zu erforschen.