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Symbole und Preiskategorien
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Die Sprungschanze am Stadtrand von Oslo ist eine Art Kultstätte. Der Blick von oben bringt das Umland ganz nah heran

Norwegens Bilderbuchfjord sollten Sie auf dem Wasser oder aus großer Höhe erkunden

Eine kleine Wanderung und ein großes Erlebnis direkt am Nordmeer auf der Vogel-insel vor Ålesund

Das Speicherviertel am Hafen in Bergen ist mehr als nur Erinnerung an die hanseatische Glanzzeit

Die größte Hochebene Europas ist klassisches Wandergebiet – im Schnee wie im Sommer

Eine spannende Reise mit der Bahn durch das Hoch-gebirge bis an den Fjord

Das Felsplateau Preike-stolen ist der wohl schönste Aussichtspunkt in West-norwegen

Norwegens Nationalheiligtum in Trondheim ist das größte mittelalterliche Bauwerk in Skandinavien

Kulturgeschichte in wunderschöner Küstenlandschaft: Wer die Romane von Knut Hamsun kennt, wird sich für den alten Handelsplatz am Vestfjord begeistern

Beim Blick von der Brücke kann es einem schwindelig werden: Viermal täglich donnert das Wasser mit hoher Geschwindigkeit durch den Sund bei Bodø

Dramatisch schöner und sehr schmaler Wasserweg im Herzen der Lofoten, der zu den absoluten Höhepunkten einer Hurtigruten-Reise gehört

Lebensfreude am Eismeer: Die Menschen im „Paris des Nordens” zeigen sich gern als weltoffene Gastgeber

Der Ort auf der Vesterålen-Insel Andøya ist umgeben von schneeweißen Stränden am Nordmeer

Drei Kilometer Spazierwege durch ein Kunstwerk, das teils vor über 5000 Jahren begonnen wurde

Eine Sommernacht bei klarem Himmel, in der die Sonne kaum das Meer berührt, ist unvergesslich

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Insider  
Insider-Tipp

Das Risør-Kammermusikfestival verbindet maritimes Ambiente mit meisterlicher Kunst. Eine Mischung aus Hafenleben, Sommerfrische und klassischer Musik am Ska-gerrak – bei schönem Wetter möchte man hier am liebsten die Zeit anhalten

Insider-Tipp

Weil ungezwungene Atmosphäre und die sehr gute Karte sich die Waage halten, kommen Geschäftsleute ebenso hierher wie Studenten. Schnickschnack gibt es im Café Opera in Bergen nicht, dafür Musik und Kunst zum Nachtisch

Insider-Tipp

Zwei Sommermonate lang ist Lofoten Golfbane der schönste Golfplatz der Welt – wenn man vom Abschlag aus direkt in die Mitternachtssonne blicken kann und höchstens von den her-anrollenden Wellen gestört wird

Insider-Tipp

Im Hochgebirge Jotunheimen liegt der Klimapark 2469. Dort entdeckt man in einem Gletschertunnel eine unbekannte Welt, die vor allem eines verrät: Es wird wärmer

Insider-Tipp

Die ehemalige Messe für die Bergarbeiter ist heute Speisesaal: Hinter dem Spitsbergen Guesthouse auf Svalbard beginnt das Reich der Eisbären

Insider-Tipp

In der Bakeriet i Lom serviert ein norwegischer Spitzenkoch das beste Backwerk nördlich des Skagerraks

Insider-Tipp

Vom mächtigen Sognefjord aus gleitet das Schiff auf schneebedeckte Berge und Gletscher zu: Auf der Fähre von Balestrand nach Fjærland stehen alle Passagiere an Deck

Insider-Tipp

Am Ufer des traumhaft schönen Aurlands-fjords in Westnorwegen versteckt sich zwischen drohenden Felswänden die Undredal Stavkirke, die kleinste Kirche Skandinaviens ()

Insider-Tipp

Das Wirtshaus Østkantfolk liegt mitten im Osloer Multikulti-Stadtteil Grønland. Hier kommen ausschließlich norwegische Traditionsgerichte auf den Tisch

Insider-Tipp

Warm eingepackt gleitet man im Kajak über die Gletscherseen am Jostedalsbreen – ein begeisterndes Erlebnis

Insider-Tipp

Das prächtige Norwegische Wasserkraft- und Industriemuseum in Tyssedal erzählt vom technischen Fortschritt

Insider-Tipp

Am Gasthaus Vollan Gjestestue in Nordkjosbotn fährt kein hungriger Trucker vorbei, und auch die Gäste aus aller Welt schätzen das gute Essen mit regionalen Zutaten

Insider-Tipp

Das verlassene Dorf Hamningberg liegt am Ende der Welt. Der Weg dorthin: 35 km an der östlichen Barentssee entlang – eine Strecke, die man nie vergisst

Insider-Tipp

Weit vor der Küste Nordlands liegt das Eiland Træna. Nichts stört hier die Ruhe – bis auf drei Tage Anfang Juli, wenn die Musik beim Rockfestival das Meer und die Möwen übertönt ()

Insider-Tipp

Wer gern ein Stück vom besten Räucherlachs des Landes mit nach Hause nehmen möchte, sollte in Jans Fiskerøykeri in Stavanger vorbeischauen

  Insider

Einen der spektakulärsten Ausblicke auf Oslo erleben Sie auf dem Dach des Operahuset, der neuen Oper: Bei jedem Wetter ist dieser Bummel schön, besonders jedoch vor Sonnen-untergang, wenn sich der vielfarbige Himmel im Fjord spiegelt

Das außergewöhnlichste Bauwerk Norwegens ist die Atlantikstraße, die sich über Brücken und Inseln an der Küste entlangschlängelt. Rastplätze sind Angelplätze, Windböen lassen die Reisenden an Seegang glauben – und die ganze Pracht ist mautfrei

Kunstgenuss trifft auf Picknickatmosphäre: Nehmen Sie sich Zeit und betrachten Sie die berühmten Skulpturen im Vigelandsparken. Die Anlage gehört zum Frognerpark, dem beliebtesten sommerlichen Treffpunkt der Hauptstadt

Im Henie-Onstad-Kunstsenter können Sie eine der größten Sammlungen moderner Kunst in Skandinavien sehen, und zwar kostenlos. Sie müssen sich nur für den Mittwoch entscheiden, dann ist nämlich der Eintritt in das Kunstmekka frei

Den Blick von der Festung Akershus auf den Oslofjord sollten Sie nicht verpassen. Während das Schloss mit dem königlichen Mausoleum Eintritt kostet, können Sie die Festungsanlage gratis besuchen

Norwegens schönstes Freilichtmuseum: Eigentlich sollten die Einwohner Bergens Eintritt verlangen für ihr Hafenviertel Bryggen. Die schmalen Gassen zwischen den Häusern, in denen noch immer gearbeitet wird, entführen Sie in fast 400 Jahre hanseatische Geschichte

Frische Birkenzweige gehören zum norwegischen Nationalfeiertag am 17. Mai, dem Tag des Grundgesetzes. Es trifft sich, wenn Sie dann gerade in Oslo sind: Hier wird nämlich besonders schön gefeiert, mit einem Kinderumzug am Schluss der Feierlichkeiten

Auf Skiern, mit dem Fahrrad oder per pedes: Tausende quälen sich auf der Birke-beineren-Langstrecke durch die Wälder und über die Berge von Rena nach Lillehammer. Machen Sie mit, wenn Sie sich fit fühlen: Extremsport gehört in Norwegen zum guten Ton!

Die Frühzeit der Christianisierung hat in Norwegen wunderschöne Spuren hinterlassen: die Stabkirchen mit ihrer teils heidnisch inspirierten Ornamentik. Auf keinen Fall verpassen sollten Sie die berühmte Borgund Stavkirke bei Lærdal am Sognefjord

Sie haben mit Skispringen so gar nichts am Hut? Macht nichts, aber die Holmenkollen-Schanze müssen Sie trotzdem besuchen. Schließlich ist sie fürs Skispringen das, was die Mailänder Scala für die Opernwelt bedeutet. Besuchen Sie erst das Skimuseum, danach werden Sie bei der phantastischen Aussicht garantiert sprachlos

Oben und unten, Himmel und Wasser erscheinen buchstäblich in einem neuen Licht: Die Fjorde sind das Bindeglied zwischen Küste und Fjell. Einer der schönsten Meeresarme erwartet Sie am Lysefjord bei Stavanger

Wenn Norweger über Norweger reden, ist Peer Gynt immer dabei. Der Held in Henrik Ibsens dramatischem Gedicht ist der Inbegriff des norwegischen Selbstbilds: Abenteuerlust stößt auf Engstirnigkeit, Phantasie auf die harte Realität. Klassiker unter den Inszenierungen sind die Aufführungen beim Peer-Gynt-Festival in der traumhaft schönen Landschaft am See Gålåvatnet

Was im und am Wasser lebt, hat im Akvariet in Bergen sein Revier bekommen. Begegnen Sie im Aquarium nicht nur Pinguinen und Seehunden, sondern auch Schlangen und Krokodilen

Die Ruinen der Domkirche sind Mittelpunkt des Hedmarksmuseet in Hamar. Sie werden durch eine imposante Pyramide aus Glas geschützt. Wer im Inneren Platz nimmt, wird von der Ruhe und Ausstrahlung des Ortes ergriffen

Es geht 2300 spannende Meter weit ins Berginnere: Durch Stollen und Gewölbe fahren Sie mit der Grubenbahn ins alte Silberbergwerk von Kongsberg

In der Devoldfabrikken in Ålesund können Sie dem schlechten Wetter ein Schnippchen schlagen. Nicht nur, dass von hier die berühmten Devold-Pullover kommen, Sie können auch sonst noch so manches beim Stöbern finden. Und dann sind da ja auch noch das Café und der Blick auf die vorgelagerten Inseln ...

Gebirge nahe dem Polarkreis sind schwierige Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen – und von den Sammlern und Jägern bis zum modernen Touristen mit Hightechausrüstung war es ein langer Weg. Das sehen Sie im Norsk Fjellmuseum in Lom

Fein gedeckte Tische und der Duft von frischem Gebäck: Farmors Stue mitten in Bodø ist ein kleines Café, geführt von Menschen mit großem Herzen und viel Geschmack

Das Holmenkollen Park Hotel in Oslo ist ein Märchenschloss mit Wellness-oase und traumhaft schönem Blick über die Hauptstadt und ihren Fjord. Jede Minute im Hotel, jeder Happen im Restaurant sind reine Verwöhnung

So oft wie möglich werden Sie an Deck sitzen, lesen, fotografieren, staunen. An immer neuen Fjorden und Gipfeln gleitet das Schiff vorbei, immer neue Inseln, Holme und Schären tauchen am Horizont auf. Eine Fahrt mit Hurtigruten ist wie ein gigantisches Panoramakino und für alle Sinne geschaffen

Wunderschöne Strände, Dünen und das Rauschen der Wellen: Ein geradezu unnorwegisches Ambiente erwartet Sie im Sola Strand Hotel südlich von Stavanger. Schwimmbad, Sauna und Wellnessbehandlungen runden das Entspannungserlebnis ab

Wenn Sie Glück haben, dann ist es eine Reise durch alle Jahreszeiten, schließlich klettert der Zug bis auf 1220 m ins Gebirge und fährt am riesigen Gletscher Hardangerjøkulen entlang. Keine Frage, die Bahnstrecke von Oslo nach Bergen gehört zu den schönsten Europas

Wer bis nach Bodø gekommen ist, sollte sich ein paar Stunden im Wellnessbereich des Nordlandsbadet gönnen. Vom Whirlpool übers Kräuterdampfbad bis zur finnischen Sauna erwartet Sie purer Genuss für Körper und Geist

Eigentlich ist die Telemark ein Synonym für Skisport. Ganz entspannt und völlig unangestrengt können Sie die Region an Bord der beiden alten Dampfschiffe Victoria und Henrik Ibsen erkunden

Bild: Schärenlandschaft im Sørlandet

Eine Mittsommernacht irgendwo an der Küste weit nördlich des Polarkreises: weißer Sand, blaues Meer, blank gewaschene Felsen und die Sonne, die sich langsam auf die Wasseroberfläche zubewegt, um wenig später wieder aufzusteigen – ein vollkommenes Naturerlebnis, wenn sich weder Wolken noch Nebel ins Bild drängen.

In den Häusern in Strandnähe wohnen Menschen, die ihr Land auch anders kennen: Mit Eisenketten haben sie den Dachstuhl im Erdboden verankert, denn mit der Natur und ihren Launen ist nicht zu spaßen. Auch nach einer milden Mittsommernacht kann Wind aufkommen, kann plötzlicher Nebel die Boote in die Häfen zurückjagen. Im Sørlandet, Norwegens Küstenstreifen am Skagerrak, verschwindet die Sonne im Sommer zwar für ein paar Stunden, doch sitzen die Urlauber nach dem Grillen auch gern bis zum Morgengrauen beisammen – es gilt, den Augenblick zu nutzen.

Norwegen hält eine Vielfalt an Landschaften voller Überraschungen bereit. In riesigen Wäldern verbergen sich fischreiche Seen und Flüsse, Hochebenen werden vom Eis der Gletscher überragt, gewaltige Täler durchziehen die Gebirge. Die Küste ist übersät von Tausenden Inseln und aufgerissen von Fjorden, die einzigartig sind. Ebenso wie die Mitternachtssonne und das Nordlicht sind sie Ausdruck einer mächtigen Natur. In Norwegen bietet jeder Augenblick eine neue Perspektive, und wer sich mit allen Sinnen auf dieses Land einlässt, wird vor allem eines erleben: Harmonie. Ein Gefühl, das auch die Menschen prägt. Nur so ist zu erklären, wie die Norweger mit einer der schrecklichsten Tragödien ihrer Geschichte umgingen, als bei einem Anschlag in Oslo und auf der Insel Utøya am 22. Juli 2011 77 Menschen von einem rechtsradikalen, islamfeindlichen Attentäter getötet wurden. Hunderttausende gingen auf die Straße, spendeten sich gegenseitig Trost und sprachen sich für Toleranz, Demokratie und Einigkeit aus. „Heute”, sagte Kronprinz Haakon bei einer der Kundgebungen, „sind unsere Straßen mit Liebe gefüllt.”

Die Fjorde – Ausdruck einer mächtigen Natur

Hauptstadt am Wasser: Das Osloer Rathaus steht zwischen Hafen und City

Geborgenheit, Geschlossenheit, das Eintreten für eine freie, offene Gesellschaft: Diese Haltung entstammt wohl auch dem Nationalstolz der Norweger. Sie haben sich zweimal gegen die Europäische Union entschieden, und selbst die Unterzeichnung des Vertrags über den gemeinsamen Binnenmarkt stieß bei der Bevölkerung auf großen Widerstand. Der Grund dafür könnten die Reichtümer sein, die sich vor Norwegens Küste verbergen. Jedes Jahr verkauft das Land Erdöl und Erdgas für rund 60 Mrd. Euro – immerhin 20 Prozent des Bruttosozialprodukts. Der Spartopf des Landes ist mit 375 Mrd. Euro prall gefüllt und wird kaum angerührt. Die Norweger wissen von ihrem Glück, wissen, dass das schwarze Gold Löhne sichert und die Staatskassen klingeln lässt. Richtig stolz aber sind sie auf das, was ihr Land zwischen Skagerrak und Nordkap zu bieten hat.

Reichtümer vor Norwegens Küste: Erdöl und Erdgas

Der Dichter und Sprachforscher Ivar Aasen schrieb Mitte des 19. Jhs. das Gedicht „Der Norweger”. Als Lied wird es in der Schule gelehrt und am 17. Mai, dem Nationalfeiertag, gesungen: „Zwischen Hügeln und Felsen draußen am Meer hat der Norweger seine Heimat gefunden, wo er selbst seine Grundstücke ausgegraben und auch selbst seine Häuser hat gebaut.” Dem harten Klima getrotzt und das raue Land nutzbar gemacht zu haben erfüllt die Norweger mit Stolz. Ihr Verhältnis zur Natur ist von tiefstem Respekt geprägt. Zu den vielen Veranstaltungen am 17. Mai gehört der Freilichtgottesdienst auf dem Hardangerjøkulen – bis zu 2000 Menschen wandern auf den 1800 m hohen Gletscher. So wird die Natur zum Tempel.

Die landschaftliche Schönheit Norwegens offenbart sich bald hinter dem dicht besiedelten Speckgürtel an der Küste Südnorwegens. Im Gebiet bis Trondheim liegen neun der zehn größten Städte des Landes. Allein im Großraum Oslo sind gut eine Million der gerade mal 5 Mio. Einwohner zu Hause, während in den drei nördlichen Verwaltungsbezirken (Fylker) nur gut zehn Prozent der Bevölkerung wohnen. Die kleinste ist die Insel Utsira nordwestlich von Stavanger mit 218 Einwohnern auf 6 km2. In Kautokeino in der Finnmark teilen sich rund 3000 Einwohner 9707 km2, eine gut zehnmal größere Fläche als Berlin. Insgesamt ist Norwegen ohne die arktischen Inselgruppen Svalbard und Jan Mayen 323 364 km2 groß, die Einwohnerdichte liegt bei 14 Menschen pro Quadratkilometer.

Zwei Drittel Norwegens bestehen aus Fjell, also Gebirge und Hochebenen, 37 Prozent des Landes sind bewaldet. Da nur gut drei Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt werden, bleibt viel Platz für Freizeitaktivitäten. Die Norweger gehen sonntags på tur, also durch den Wald oder auf den nächsten Gipfel, gehen angeln, Beeren pflücken oder Pilze sammeln. Überall im Land werden Volksläufe absolviert – im Sommer in Joggingschuhen, im Winter auf Skiern. Schon früh lernen die Kinder in der Schule, sich die Natur zunutze zu machen, eine Schlafstatt ohne Zelt zu bauen, zu fischen, zu schnitzen und sich verantwortungsbewusst auf dem Wasser zu verhalten. Und in keinem Land Europas gibt es im Verhältnis zur Einwohnerzahl so viele Jagdwaffen wie in Norwegen; von Ende August bis Ende Oktober ist die Zeit für Rentier-, Elch- und Hirschjagd.

Zwei Drittel des Landes bestehen aus Gebirgen und Hochebenen

Seit Jahren ist Norwegen laut UNDP, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, weltweit das „lebenswerteste” Land dank Lebenserwartung, Durchschnittseinkommen und Bildungsniveau. Trotzdem wollen immer mehr Norweger einen größeren Anteil aus dem staatlichen Spartopf nutzen, um Lebensmittel, Benzin und Alkohol billiger zu machen und Renten wie Löhne zu erhöhen. Eine andere Herausforderung des 21. Jhs. ist das Verhältnis zwischen Stadt und Land. Vier von fünf Norwegern wohnen in Städten oder größeren Orten. Die Städte werden attraktiver, weil es dort bessere Arbeits-, Freizeit- und Kulturangebote gibt. In den kleineren Orten in Nordnorwegen und auf den Inseln schrumpfen die Einwohnerzahlen trotz massiver Steuererleichterungen; Arbeitsplätze und Angebote verschwinden. Einzige Hoffnung ist der tief verwurzelte Stolz der Norweger auf ihre Heimat und ihre Traditionen. Die Menschen wollen nicht loslassen, was die Natur ihnen gegeben hat und was sie selbst geschaffen haben. Glücklicherweise, denn die Begegnung mit der Vielfalt dieses Landes wäre ohne die Menschen nicht möglich. Sie nehmen sich Zeit – Zeit zum Erleben und zum Genießen. Trubel und Hektik gehören in die Großstadt. Und davon, das sagen selbst die Norweger, gibt’s im Land bestenfalls eine.

Die Norweger nehmen sich Zeit zum Genießen

In den Küstenorten treffen sich die Älteren zum Plausch auf dem Kai – für viele ein Ritual vor allem am Vormittag, wenn die Fischerboote mit ihrem Fang einlaufen. Im Landesinneren sind es besonders die Wanderer, die ein Gespräch über das Wetter, die Gegend oder die Route beginnen. Viele Norwegenurlauber haben sich schon vom Entgegenkommen der Norweger überraschen lassen, die sonst eher als verschlossen gelten. Es hat aber den Anschein, als ob die Zurückhaltung nur der Wunsch ist, anderen nicht zu nahe zu treten. Die Einwohner im Süden gelten als zurückhaltender als die Nordnorweger, aber unhöflich sind weder die einen noch die anderen. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie an einem schönen Sommertag zu einer Tasse Kaffee auf der Veranda oder zu einem kurzen Ausflug mit dem Boot eingeladen werden. Lassen Sie sich dann einfach von dem Gefühl anstecken, dass für eine entspannte Unterhaltung auch über die Sprachbarriere hinweg immer genug Zeit ist.

Norwegen ist vor allem ein Paradies für Naturliebhaber. Und tatsächlich kommen die meisten Urlauber nicht zum Shoppen ins Land. Sie suchen das Ursprüngliche und finden sich damit ab, dass es außerhalb der Ballungszentren nur wenige gute Restaurants und ein schmales Lebensmittel-angebot gibt. Sie wollen Ruhe und reißende Flüsse, Aussicht und Abenteuer. Und die erste Aufregung über hohe Preise weicht schnell dem Erstaunen darüber, dass es Norwegen geschafft hat, jeden Winkel des Landes ans Straßen- und Stromnetz anzuschließen. Auf gewohnten Luxus muss man also nirgends verzichten. Wer dies trotzdem möchte: Bitte schön – es ist genug Platz!

8000 v. Chr.

Mit dem Ende der Eiszeit folgen die ersten Menschen Rentieren und anderem Jagdwild nach Norden

7000–4000 v. Chr.

Besiedelung der Finnmark. Im Süden Übergang zur -Agrarkultur

1500–500 v. Chr.

Bronzezeit. Im Süden meist bäuerliche Kulturformen, im Norden Jagdkultur

793–1066 n. Chr.

Wikingerzeit

872

Harald „Schönhaar” Hårfagre eint große Teile Norwegens. Der teils blutige Einigungsprozess setzt sich noch rund 200 Jahre fort

um 1250

Die Hanse richtet Nieder-lassungen ein und beutet das Land aus

1349–50

50 bis 60 Prozent der Bevölkerung fallen der Pest zum Opfer

1397–1523

Kalmarer Union (Dänemark, Schweden und Norwegen)

1814

Dänemark tritt Norwegen an Schweden ab. In Eidsvoll wird am 17. Mai das norwegische Grundgesetz verabschiedet

1905

Norwegen löst sich aus der Union mit Schweden

1940–45

Besetzung Norwegens durch die deutsche Wehrmacht

Mitte der 1960er-Jahre

Erste vielversprechende Öl-funde in der Nordsee

1972

EU-Abstimmung, 53 Prozent der Norweger votieren gegen eine Mitgliedschaft

1991

Harald V. wird König

1994

Zweites Nein der Norweger zu einer EU-Mitgliedschaft

2010

Das Volumen des norwegischen Erdölfonds beträgt 375 Mrd. Euro

Plakative Kunst

Comic-Helden Micky Maus ist Schnee von gestern. Die neuen Helden der Comic-Szene sind Martin Ernstsen (, Foto) und Bendik von Kaltenborn (). Die beiden Kreativen erschaffen mit ihren Comics etwas völlig Neues. Auf dem Raptus – Bergen Comics Festival zeigen jeden Herbst Cartoonisten ihr Können (). Gut sortiert sind die Comic-Stores Outland Kristiansand (Dronningens gate 19, Kristiansand) und Aliblabla AS (Bærumsveien 210, Bekkestua).

Eisige Höhen

Schwindelfrei Sind Sie schon einen Wasserfall hochgeklettert? In Norwegen geht das. Rjukan ist Europas angesagtester Ort für Eiskletterer. Bei Rjukan Adventure kann man sich das Equipment leihen und Touren buchen (Storgata 23). Auch der Hydnefossen-Wasserfall in Hemsedal und die Wasserfälle bei Lærdal bieten beste Kletterverhältnisse. Der Sport ist nur für Erfahrene. Das Know-how vermittelt der Norwegische Bergwanderverein (DNT, Foto), der Kletterpartien organisiert (Storgata 3, Oslo). Upptur veranstaltet ebenfalls Ausflüge, bietet aber auch Ice-Canyoning an, das auch für Ungeübte und Kinder geeignet ist ().

Gute-Laune-Garantie

Nordische Zurückhaltung? Fehlanzeige! Zumindest in Sachen Mode. Moods of Norway setzt auf schrille Kollektionen (Akersgata 18, Oslo, Foto). Ökomode mit poppigen Farben und coolen Schnitten gibt es bei Fin (). Wer sonst noch heiß ist in der Modeszene, zeigt die Oslo Fashion Week zweimal im Jahr. Dann wird es richtig bunt auf den Straßen der Hauptstadt ().

Leuchtendes Vorbild

Hotels mit Strahlkraft Die Konkurrenz um Hotelgäste ist groß. Deshalb lassen sich die norwegischen Gastgeber was Besonderes für die Urlauber einfallen. Alte Leuchttürme werden zu Hotels in atemberaubender Umgebung umfunktioniert. Der sturmumtoste Svinøy-Leuchtturm, der neun nautische Meilen vor der Küste auf einem ansonsten einsamen Eiland liegt, ist so eine Destination. Verzicht müssen die Gäste trotzdem nicht üben. Das Servicepersonal versorgt die Turmgäste; die Anreise erfolgt mit dem Hubschrauber (Fosnavåg, , Foto). Kurz vorm Hafen Ålesund begrüßt der Molja-Leuchtturm die Schiffe. Im Inneren ist das 150 Jahre alte Gebäude, das auch Room 47 genannt wird, ganz modern gehalten (). Mehr Platz bietet der Leuchtturm Haugjegla. In dem 28 m hohen Turm ist Platz für bis zu zwölf Gäste (Smøla, ).

Wasser und Schnee

Vom Boot auf die Piste Tagsüber im Schnee, abends auf dem Wasser. 300 km nördlich des Polarkreises nutzen Wintersportler ein Schiff als Ausgangslager für Skitouren. Über die scheinbar endlosen Bergrücken geht es stetig bergauf. Der spektakuläre Ausblick auf Gipfel und Meer entschädigt für jede Mühe – und dann folgt ja noch die Abfahrt durch den Puderschnee! Die Bergsportschule Pro Alpin () und Hy-droalpin () haben solche Touren im Angebot. Die Lyngen Lodge hat sich ebenfalls auf die coole Kombination aus Schiffs- und Skifahrt spezialisiert (Djupvik, Olderdalen, ).

Bild: Stabkirche von Hopperstad

BODENSCHÄTZE