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Der beste Blick über die Stadt eröffnet sich von der Aussichtsplattform des Fernsehturms in 203 m Höhe über dem „Alex“, dem Alexanderplatz

Der schönste Platz der Stadt mit Karl Friedrich Schinkels Schauspielhaus sowie dem Deutschen und dem Französischen Dom

Zu den Höhepunkten der Sammlung gehören der 113 m lange Skulpturenfries des Pergamonaltars sowie die berühmte Straße von Babylon mit kunstvollen Kachelornamenten

Vom Brandenburger Tor bis zum Palast der Republik: Berlins geschichtsträchtigster Boulevard

Das Wahrzeichen mit der Quadriga verbindet heute den Osten mit dem Westen der Stadt

Die lichte Zeltdachkon-struktion als Mittelpunkt des „neuen“ Potsdamer Platzes beeindruckt schon von Weitem

Die moderne Glaskuppel über dem altehrwürdigen Gebäude ist ein Publikumsmagnet

2000 Jahre jüdischer Kultur im spektakulären Museumsbau des Stararchitekten Daniel Libeskind

Sophie Charlottes Sommersitz präsentiert herrschaftliche Pracht des 18. Jhs.

Potsdams Schloss- und Parkensemble begeistert – auch ohne lebende Royals (Foto)

Klassische Küche im Hotel The Regent: Gourmetrestaurant mit zwei Michelinsternen

Die Kunden lieben vor allem die legendäre Delikatessenabteilung des Edelkaufhauses (siehe auch | )

Von Experten zum besten Club der Welt gekürt; hier ist schon das Schlangestehen ein Event

Scharouns Architektur und die hervorragende Akustik der Konzerthalle begeistern Musikliebhaber aus aller Welt

Herausragende Aufführungen von Klassikern wie „Faust“ und Co in historischem Ambiente

Insider  
Insider-Tipp

Das Denkmal von Micha Ulman zur Erinnerung an die Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz zieht den Blick in die Tiefe: hinter einer Glasplatte leere Regale für 20 000 Bücher, die hier am 10. Mai 1933 verbrannt wurden

Insider-Tipp

Ein cooles Ambiente und originelle Gerichte aus allen Teilen Asiens bietet das Toca Rouge in Mitte

Insider-Tipp

Ehemalige Häftlinge führen die Besucher durch das Stasigefängnis Hohenschönhausen und erzählen ihre ganz persönliche Geschichte von Isolationshaft und Psychofolter

Insider-Tipp

Die 90 m breite Karl-Marx-Allee in Friedrichshain beeindruckt mit monumentalen Häuserblocks im Moskauer Stil

Insider-Tipp

Im Lokal Freischwimmer können Sie nicht nur romantisch am Ufer sitzen, sondern auch Kanus und Kajaks ausleihen und vom Flutgraben aus die Spree erobern. Für Kinder gibt’s Schwimmwesten

Insider-Tipp

Aus Berlin präsentiert mehr oder weniger Nützliches und viel Schräges von rund 270 Berliner Designern. Wie wäre es z. B. mit Liebeskummerpillen, Buchstützen im Form von Teilen der Berliner Mauer oder einem Fernsehturm-Lolli?

Insider-Tipp

Der Frühstücksraum ist gleichzeitig Bibliothek. Im Salon des Literaturhotels im Stadtteil Friedenau finden regelmäßig Lesungen mit bekannten und unbekannten Autoren statt. Hier wohn(t)en auch einige Literatur-Nobelpreisträger gleich um die Ecke

Insider-Tipp

Vom Dach des Park Inn Hotels (40. Stock) gegenüber vom Fernsehturm können Sie günstig eine herrliche Aussicht genießen und dabei Cocktails schlürfen. Liegestühle stehen ebenfalls bereit

Insider-Tipp

Auf dem stillgelegten Flugfeld können Sie einen Spaziergang über Start- und Landebahnen machen und die Weite mitten in der Stadt genießen !

Insider-Tipp

Im Deckshaus an Deck eines alten Heckradschleppers auf der Spree zünftig Sprotten oder Buletten essen

Insider-Tipp

200 000 Singles und jede Menge Schallplatten finden Musikfans und Vinyl-Liebhaber bei Platten Pedro, Berlins größtem Schallplatten-Antiquariat

Insider-Tipp

Gewöhnungsbedürftig? Schon, aber probieren Sie doch mal Veilchensenf, Milchgrappa oder Knoblauchpralinen – die Confiserie Melanie macht’s möglich

Insider-Tipp

1001 Weine lagern in den endlosen Wandregalen der Weinbar Rutz, die Karte hat den Umfang eines Atlas’, die Küche ist exquisit

Insider-Tipp

Öffentlicher Nahverkehr mal anders: im offenen Waggon durch die U-Bahnschächte düsen – ein ganz besonderes Erlebnis!

Insider-Tipp

Der schnellste Fahrstuhl Europas bringt Sie im Kollhoff-Tower am Potsdamer Platz ganz nach oben. Dort können Sie nicht nur die Aussicht genießen, sondern auch noch gemütlich Kaffee trinken oder frühstücken

  Insider

In der Philharmonie können Sie von September bis Juni jeden Dienstag um die Mittagszeit ein kostenloses Konzert genießen. Es spielen hochkarätige Ensembles, u. a. die Berliner Philharmoniker und Stipendiaten der Orchester-Akademie

Die Eastside Gallery , die längste Freiluftgalerie der Welt, befindet sich südlich vom Ostbahnhof. Schauen Sie, was Künstler auf einem 1316 m langen Stück der ehemaligen Berliner Mauer der Nachwelt hinterlassen haben

Kostenlose Stadtführungen mit dem Fahrrad bietet der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC). Ein Fahrrad kann man vorher günstig mieten, etwa bei Next-Bike ()

Auch wenn Sie nicht kistenweise Gemüse brauchen, ist dieser „Türkenmarkt“ am Maybachufer ein Erlebnis. Hier wird gehandelt und angepriesen wie auf einem Basar in Istanbul. Und leckere Spezialitäten zu günstigen Preisen gibt es auch

Im Sommer pilgern die Berliner sonntags mit Picknickkörben in den Englischen Garten im Tiergarten, um auf der Wiese zu entspannen und kostenlose Klezmer- oder Jazzkonzerte zu genießen. Setzen Sie sich dazu!

Neben der Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche steht der weltberühmte Neubau von Egon Eiermann. Treten Sie ein, und lassen Sie die einmalige Lichtstimmung, die durch Tausende blaugefärbter Glasbausteine entsteht, auf sich wirken. Ideal um nach einer Shoppingtour im KaDeWe oder am Ku’damm mal Luft zu holen!

Das Brandenburger Tor ist ein Muss. Zu seinen Füßen toben sich nicht nur Straßenkünstler aus, sondern auch viele Hobbyfotografen. Wer macht das schönste Foto vom Wahrzeichen der Stadt?

„Telespargel“, so wird der Fernsehturm auf dem Alexanderplatz von den Berlinern liebevoll genannt. Wer die Aussichtsplattform in 203 m Höhe noch nie besucht hat, hat etwas verpasst – nämlich den besten Blick über Berlin

Auf den Spuren der Berliner Mauer werden Sie mit einem Taxi durch die Stadt gefahren. Der Chauffeur zeigt Ihnen die wichtigsten Orte und garniert seine Erzählungen mit persönlichen Berichten aus der einstigen Mauerstadt

Gut und günstig – so muss eine Berliner Currywurst sein, dazu werden Pommes frites oder eine Schrippe (Brötchen) gegessen. Beim Curry 36 in Kreuzberg stehen die Berliner Schlange, um das zu essen, was sie am liebsten mögen: gute, günstige Currywurst

Der Ku’damm wird immer mal wieder für tot erklärt, aber die vielen Kunden der Edelboutiquen auf dem Prachtboulevard können nicht irren. Hier gibt sich die Hauptstadt mondän, dazu die prächtigen Altbauten: typisch Berlin – das kann auch schön und teuer sein

Ein Gefühl wie an der Ostsee: Strandkörbe und Sand, so weit das Auge blickt. Der weite Wannsee lädt zum Sonnenbaden und Schwimmen ein, und die nächste Imbissbude ist auch nicht weit

Was kümmern den echten Kreuzberger die Yuppies in Mitte oder Friedrichshain, wenn er an einem lauen Sommerabend im Biergarten sitzen und ’ne Molle zischen kann – etwa bei Livejazz im allseits beliebten Yorckschlösschen?

Die Haie, Quallen und Krokodile des Aquariums am Zoo sind besonders beliebt, wenn es draußen Bindfäden regnet. Während sich an den Wasserbecken im Erdgeschoss viele Besucher die Nasen platt drücken, ist es oben bei den Schlangen und Taranteln ruhiger

Die Straße von Babylon, Caspar David Friedrich oder Nofretete? Auf der Museumsinsel haben Sie die Qual der Wahl zwischen gleich fünf verschiedenen Museen mit hochkarätigen Sammlungen

Wie im Urwald fühlen Sie sich in den Tropenhäusern des Botanischen Gartens. Zwischen Palmen, Farnen und Lianen ist es so warm und feucht, dass man es nur im T-Shirt aushält

Die beeindruckende Zeltdachkonstruktion am Potsdamer Platz hält nicht nur den Regen ab, das Sony-Center hat auch jede Menge Unterhaltung und kulinarische Genüsse zu bieten. Besonders abends ist die Kulisse einmalig, wenn das Dach in LED-Farben leuchtet

Mein Haus am See heißt die Location, in der Sie rund um die Uhr Kaffee trinken, Sandwiches essen und in Sesseln versinken können. Streetart-Kunst an den Wänden, internationales Publikum und zur nächsten U-Bahnstation nur 1 Minute

Im KaDeWe, dem größten Kaufhaus Kontinentaleuropas, können Sie locker einen ganzen Tag verbringen. Allein die Delikatessenabteilung ist ein Erlebnis

In einer Art Grotte schweben Sie im Solewasser und hören Unterwassermusik. Sauna, Dampfbad und Massagen sorgen im Liquidrom neben dem Tempodrom für höchsten Genuss

Gemütliche Atmosphäre in der Tadschikischen Teestube: Während Sie auf bestickten Kissen an niedrigen Tischchen sitzen und Tee trinken, kommen Sie zur Ruhe

Im Sommer entspannen Sie in der Strandbar Mitte in Liegestühlen mit Blick auf die Spree und das Bodemuseum. Abends wird hier Tango oder Salsa getanzt, und die Pizza aus dem Holzofen mundet vortrefflich zur Weinschorle oder zum Bier

Lassen Sie sich im Sultan-Hamam in Schöneberg auf orientalische Art verwöhnen – mit Schwitzkuren und türkischen Massagen

Das Plätschern aus Fontänen und Märchenfiguren beruhigt ungemein, und die frische Luft wirkt Wunder. Am Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain können Sie neue Kräfte tanken

Die Pfaueninsel ist eine Idylle vor der Stadt, bequem zu erreichen mit dem Doppeldecker der BVG und einer Fähre. Hier laden zahlreiche Wiesen zum Picknicken und Relaxen ein, Pfaue stolzieren in freier Wildbahn

Sind die Füße vom vielen Pflastertreten müde geworden? Dann empfiehlt sich ein Besuch des Fußbadcafés in Mitte, wo Sie – nomen est omen – bei einer Tasse Tee oder Kaffee ein entspannendes Fußbad nehmen können

Bild: Reichstagsgebäude

Berlin zieht Kreative aus aller Welt magisch an: Keine andere europäische Stadt hat so viel Kunst und Kultur zu bieten! Ob Malerei, Tanz, Theater oder Musik: Die Berliner Kulturszene stellt die große Bühne für internationale Stars genauso wie den Nährboden für Talente, die hier ihre Phantasie entfalten und in vielerlei Hinsicht Avantgarde sind. Mit über 150 Konzerthäusern, Theatern und Bühnen, drei Opernhäusern und rund 200 Museen und Sammlungen besitzt Berlin eine enorme Vielfalt an Kultureinrichtungen.

Einmalig sind neben der Museumsinsel mit ihren herausragenden Werken auch die Schätze, die sich in über 400 kleinen Galerien präsentieren. Damit ist Berlin eines der bedeutendsten Kunsthandelszentren der Welt. Unter Kultur verstehen die Berliner eben nicht nur Staatsoper und Philharmonie, sondern auch die unzähligen Konzertclubs und Kammertheater „um die Ecke“, wo man für wenig Geld Großartiges geboten bekommt. Weltweit berühmt ist Berlin auch für sein brodelndes Nachtleben mit über 200 Clubs, unzähligen Bars, Cafés und Kneipen. Da es keine Sperrstunde gibt, schließen die meisten Etablissements erst in den frühen Morgenstunden – wenn überhaupt. In-Bezirke wie Mitte, Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg mit ihrer abwechslungsreichen Theater-, Club- und Kneipenszene stehen ganz im Zeichen einer international ausgerichteten Metropole.

Trotz Altlasten: Es wächst zusammen

Von der Teilung der einstigen Mauerstadt ist heute nur noch wenig zu spüren. Lange Zeit brauchte man keinen Kompass, um festzustellen, wo der Osten aufhörte und der Westen anfing. Die Mauer, die von 1961 bis 1989 quer durch die Stadt verlief, war Zeichen genug: Auf der einen Seite Ost-Berlin als Hauptstadt der DDR unter sowjetischem Einfluss, auf der anderen die von den westlichen Alliierten Frankreich, Großbritannien und USA beschützte Mauerstadt West-Berlin. Heute, über 20 Jahre nach dem Mauerfall, können Besucher der Stadt kaum noch erahnen, welche Unterschiede die verschiedenen politischen Systeme auch im Stadtbild geschaffen hatten. Viele der DDR-typischen Plattenbauten im Ostteil sind saniert. Sie sehen so erstaunlich modern und wohnlich aus, dass es wieder schick ist, etwa im 8. Stock am Alexanderplatz zu wohnen. Und wer am Checkpoint Charlie steht, dem ehemaligen Grenzübergang der Alliierten in der Friedrichstraße, wird feststellen, dass im ehemaligen Ostteil Berlins luxuriöse Geschäftshäuser und Boutiquen dominieren, während im Westteil eher Tristesse herrscht.

Die neue alte Hauptstadt Berlin mit ihren rund 3,4 Mio. Einwohnern ist nach wie vor im Umbruch: Die Bemühungen, eine architektonisch repräsentative Hauptstadt zu gestalten, sind seit vielen Jahren enorm. Es wird ununterbrochen gebaut, restauriert und saniert. Der Potsdamer Platz, Mitte der 1990er-Jahre Europas größte Baustelle, hat sich als neues Zentrum erfolgreich etabliert. Das Zeltdach des Sony-Centers gilt heute als eines der Wahrzeichen der Stadt. Ganzer Stolz der Stadt ist auch der gläserne Hauptbahnhof, Europas größter Bahnhof, der 2006 eröffnet wurde. Am Ostbahnhof, dem einstigen Hauptbahnhof der DDR, zieht seit 2008 die O₂-World, eine riesige Mehrzweckhalle, das Publikum zu Konzerten von Popstars und zu Basketballspielen des Erstligisten Alba Berlin an. Ringsum entsteht ein Büro- und Geschäftsviertel. Nach dem Abriss des Palasts der Republik, des ehemaligen Sitzes der DDR-Volkskammer, soll bis 2020 an seiner Stelle das einstige Stadtschloss wieder auferstehen, in das das Humboldt-Forum mit den Museen Außereuropäischer Kulturen und vielen anderen Wissenschaftseinrichtungen und Bibliotheken einziehen wird.

Summer in the City – Straßencafé am Kurfürstendamm

Im neuen Zentrum der Macht

Die gelungene Architektur des Regierungsviertels macht selbst skeptische Berliner stolz. Blickt man von der Kuppel des Reichstags, sieht man im Süden den Potsdamer Platz, im Norden das monumentale Glasdach des Hauptbahnhofs, im Westen das Bundeskanzleramt und im Osten die Abgeordnetenbüros. Viele Politiker und Referenten gehen auch mal zu Fuß zur nächsten Parlamentsdebatte, und Sie werden überrascht sein, wie vielen Prominenten Sie in einem der umliegenden Restaurants oder Cafés begegnen. Und das ist nur in einer Stadt wie Berlin denkbar: Menschen werden in erster Linie als Menschen wahrgenommen. Ob jemand prominent ist, interessiert erst an zweiter Stelle. Leben und leben lassen – das ist das vorherrschende Motto. Man möchte selbst gerne als Individuum wahrgenommen werden, und das gesteht man auch anderen zu.

Menschen aus 186 Nationen leben in Berlin. Gerade der Austausch mit Osteuropa bereichert das kulturelle Leben. DJs aus Bukarest legen auf, Tanztheatercompagnien aus Kiew zeigen neue Produktionen, und aus Warschau kommen Autoren, um ihre Bücher vorzustellen. Mindestens 200 000 Russen, Polen, aber auch Ukrainer und Tschechen leben in Berlin. Hier wird nicht nur das Zusammenwachsen des ehemals geteilten Landes sichtbar, sondern auch das Europas. Berlin gehört, einzigartig für den ganzen Kontinent, sowohl zu Ost- als auch zu Westeuropa! Da viele der Russen und Ukrainer in Berlin jüdischen Glaubens sind, hat auch jüdische Alltagskultur wieder ihren Platz. Beim Spaziergang durch das Viertel rund um die Oranienburger Straße in Mitte können Sie eine jüdische Schule und auch Café-Restaurants mit jüdisch-orientalischem Essen entdecken. Türkisches Leben wiederum prägt besonders die ehemals westlichen Innenstadtbezirke, vor allem aber Kreuzberg und Wedding. Auf den Märkten kaufen türkische Großfamilien gleich kistenweise Auberginen und Weintrauben, hier wird gefeilscht und diskutiert, preisen die Händler lautstark ihre Ware an. Ein echtes Erlebnis!

Kulturelle und wirtschaftliche Impulse gingen in der 770-jährigen Geschichte der Stadt häufig von Zugezogenen aus. Ob Hugenotten, Böhmen oder Schlesier – sie alle fanden in Berlin eine neue Heimat und prägten die Stadt mit ihren Sitten und Gebräuchen, nicht zuletzt auch kulinarisch. Bouletten (bzw. Buletten) etwa, die französische Bezeichnung für Fleischküchlein, sind eine Berliner Spezialität geworden. Vor allem Glaubensflüchtlinge zog es an die Spree, denn über die Landesgrenzen hinaus waren die Herrscher Preußens bekannt für ihre religiöse Toleranz. So wurde unter Friedrich I. für die protestantischen Hugenotten 1701 eine eigene Kirche gebaut, der Französische Dom, und für die Schlesier Ende des 18. Jhs. ein katholisches Gotteshaus, die St.-Hedwigs-Kathedrale. 1866 kam in der Oranienburger Straße Europas größte Synagoge mit 3200 Sitzplätzen hinzu. Letztere wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nur teilweise wieder aufgebaut.

Berlin stand im Lauf der Geschichte nicht nur einmal im Zentrum der Weltpolitik, mahnendes Gedenken spielt in der Stadt eine große Rolle. Die Erinnerung an Nazidiktatur, Judenverfolgung und die schrecklichen Folgen des Zweiten Weltkriegs wird mit zahlreichen Gedenkstätten und Mahnmalen wachgehalten. Viele historische Bauten sind trotz der Zerstörung der Innenstadt erhalten geblieben oder wurden wieder aufgebaut. Die Staatsoper Unter den Linden, der Berliner Dom, das Schauspielhaus sowie der Deutsche und der Französische Dom am Gendarmenmarkt sind wunderschöne Beispiele dafür. Oder auch die Museumsinsel, ein einzigartiges Ensemble klassizistischer Prachtbauten mit archäologischen und kunsthistorischen Sammlungen, die seit Abschluss der Sanierungsarbeiten wieder vollständig zu besichtigen sind.

Die grüne Metropole schafft Lebensqualität

Natürlich hat auch die jüngere Vergangenheit ihre Spuren hinterlassen. Viele junge Bewohner und Besucher Berlins haben die Teilung der Stadt nicht mehr selbst erlebt. Gedenkstätten, wie etwa das Mauer-Dokumentationszentrum in der Bernauer Straße oder das Alliiertenmuseum in Zehlendorf, sind deshalb wichtiger denn je. An die Luftbrücke, als der westliche Teil der Stadt 1948/49 wegen der sowjetischen Blockadepolitik komplett aus der Luft versorgt werden musste, erinnert noch manchmal das Brummen einer Douglas DC3, eines Transportflugzeugs aus jenen Tagen, das zu besonderen Anlässen zu Rundflügen über Berlin startet. Von der einstigen Präsenz der vier Besatzungsmächte zeugen die französischen, englischen, russischen und amerikanischen Bildungseinrichtungen und Kulturzentren, weshalb so manches Berliner Kind eine französische Musikschule oder ein Gymnasium mit russischsprachigem Schwerpunkt besucht. Und auch die rund 400 000 Straßenbäume, seinerzeit gepflanzt, um das Dasein in der Mauerstadt erträglicher zu machen, sind geblieben.

Kaum eine vergleichbare Stadt hat so viele Parks und Grünflächen wie Berlin! Grün denken die Berliner auch, wenn es um die Lebensqualität in ihrer Stadt geht: Mehr als 43 Prozent aller Wege werden zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt und 26 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Nur die Hälfte aller Haushalte verfügt über ein Auto. Auch immer mehr Berlin-Besucher treten in die Pedale, die Zahl der Verleihstationen für Fahrräder ist riesig. Berlin ist außerdem die heimliche Hauptstadt der Bioläden, so viele pro Einwohner wie hier gibt es sonst in keiner anderen deutschen Stadt.

Ein guter Standort für Mutige und Kreative

Nur mit der Wirtschaftskraft ist das so eine Sache. Die Auswirkungen der 40 Jahre währenden Teilung sind nicht so schnell zu verarbeiten, wie mancher das gehofft hatte – es geht nur langsam bergauf. Einst am finanziellen Tropf zweier gegensätzlicher politischer Systeme, hat es die Stadt heute schwer, ohne eine solide gewachsene, leistungsfähige Wirtschaft zu existieren. Und trotz eines rasant steigenden Anteils an Arbeitsplätzen im Dienstleistungsbereich muss Berlin mit einer Arbeitslosenquote von zzt. 14 Prozent leben. Stark macht sich die Stadt allerdings als Wissenschaftsstandort: Die Universitäten, Fachhochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sind mit rund 200 000 Arbeitsplätzen ein wichtiger Jobgarant. Auch die Kreativwirtschaft boomt, vor allem im IT-Bereich und in der Designbranche. Das hat auch Auswirkungen auf das Messegeschäft: Die international führende Fachmesse für Street- und Urbanwear Bread & Butter findet in Berlin statt. Dort stellen sogar Stars wie Justin Timberlake ihre Modelabel vor, und mit rund 100 Mio. Euro Umsatz pro Messe ist die Bread & Butter auch ein wichtiger Wirtschaftsmotor. So schaffen es die Berliner mit ihren Unternehmen und Produkten immer wieder, Avantgarde zu sein. Ideen gibt es überall viele, doch Berlin ist der Ort, wo sie tatsächlich verwirklicht werden. Und so wie vielen Berlinern, die tagtäglich ihre Stadt erleben, wird es auch Ihnen gehen: Auf Ihrer Entdeckungstour werden Sie erstaunt sein, was Sie alles vorher noch nicht kannten. Berlin – das ist wie eine Wundertüte: viel Spaß beim Öffnen!

Vor dem Roten Rathaus speit der Neptunbrunnen Wasser

Wie hätten Sie’s gern?

I did it my way Stellen Sie Ihr Essen selbst zusammen. Bei Mamo Falafel gibt es das orientalische Brot ganz nach Wunsch (Warschauer Str. 47, ). Fisch, Sprossen oder Chili? Bei Shabuki werden die Zutaten für die Suppe nach Belieben ausgesucht. Wer diese Entscheidungsfreiheit mit dem heimischen Komfort verbinden will, besucht das „begehbare Rezeptbuch“. Dort wird das Wunschrezept gleich mitsamt der nötigen Zutaten verkauft. Lecker und so praktisch (Akazienstr. 1, )!

Balanceakt

Ausgeglichen? Aus den Berliner Parks sind sie seit dem vergangenen Sommer nicht mehr wegzudenken: Slackliner. Auf einem Band balancieren sie knapp über dem Boden. Die Ausrüstung gibt es bei Globetrotter (Schloßstr. 78–82) oder bei Peak-Outdoor (Wilhelminenhofstr. 88). Wer nicht alleine seiltanzen will, findet in der Berliner Slackliner-Community Gleichgesinnte (, ).

Kreativhochburg

Potsdamer Straße Von der Problemmeile zur Kreativhochburg. Die renommierte Galerie Klosterfelde hat sich bereits an der Potsdamer Straße niedergelassen (Hausnummer 93, ). Ein Haus weiter, in der Nummer 91, ist das Freie Museum zu Hause (, ). Und die Gegend soll weiter aufblühen, wenn man den Kreativen glauben darf. Patricia Kohl und Salome Sommer haben sich mit ihrer Galerie schon in der Nachbarschaft angesiedelt. In einer umgebauten Bettenmanufaktur profitieren sie von der Atmosphäre und dem kreativen Publikum der Gegend (Kurfürstenstr. 13/14, ).