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Schiefe Wände, schräge Gänge: In beeindruckender Architektur von Daniel Libeskind erfährt man, wie die Kopenhagener 7200 Juden retteten |
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Europas erste autofreie Shoppingmeile ist noch heute die längste |
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Vergnügungspark voller Attraktionen: vom Kinderkarussell bis zum Weltklassekonzert |
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Kopenhagens Attraktion: Arien und Konzerte in einem spektakulären Bau mit phantastischer Aussicht |
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Vier Paläste dienen dem dänischen Königshaus als Residenz. Bei gebührendem Anlass winkt die Königin hier vom Balkon zu ihrem Volk |
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Schaut die Kleine Meerjungfrau traurig oder gar verliebt hinaus auf den Øresund? Und wieso hat sie eigentlich keinen Fischschwanz? |
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Im Keller verwahren die Könige seit Jahrhunderten die Insignien ihrer Macht: Krone, Zepter, Apfel und Schwert. Die Königinnen lagern daneben ihre Juwelen |
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Eine Arche der Kunst ist dieses Museum. An Bord befindet sich eine herausragende Mischung dänischer Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Videokunst |
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Mit Blick auf die schwedische Küste können Sie hier die Klassiker der modernen Kunst von Beuys bis Warhol genießen |
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Sieht so die Zukunft der Städte aus? Kopenhagens neuer Stadtteil präsentiert futuristische Architektur |
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Viel mehr als nur ein Café und zu jeder Tageszeit ein beliebter Treff |
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Gebot und Gegengebot ist das Motto. Im Angebot: Antiquitäten |
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In diesem Kaufhaus gibt es alles für Liebhaber von dänischem Design |
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Ein Schauspielhaus in drei Akten: imposante Architektur, phantastische Aussicht, große Kultur |
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Zweckmäßig, zentral und absolut bezahlbar |
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Die City Circel Linie kurvt Sie mit einem einfachen Busticket durch die Innenstadt. Sie führt an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vor bei, und Sie bekommen so einen ersten Überblick. Dabei fahren sie umweltfreundlich, denn die Busse werden mit Batterie betrieben |
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Wo einst Kühe blökten, wird heute Kultur geboten. In Kødby, dem früheren Schlachthofviertel von Vesterbro, boomt die Szene rund um den Halmtorvet und das Ausstellungs- und Kulturzentrum Øksnehallen |
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An Kopenhagens meistbesuchter Shoppingmeile ein Ort der Besinnung? Ein schmiedeeiserner Zaun scheint das hektische Treiben von der Helligånds Kirke fernzuhalten. Ganz weit weg rückt die Welt des Konsums dann bei einer musikalischen Andacht |
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Einst bekam man hier Pillen und Salben, heute Øl und Sandwiches. Bang & Jensen war früher eine Apotheke und ist heute der angesagte Treff in Vesterbro. Tagsüber Café, am Abend Restaurant, in der Nacht Bar und Disko. Immer voll |
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Dass die Bioküche auch elegant und schick sein kann, beweist das Restaurant Biom. Das Ambiente ist cool, die Gerichte und Getränke garantiert bio |
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Nein, nicht die Touristen sind gemeint, die sich am Nyhavn mit Øl berauschen. Das Haus Nr. 9 mit der leuchtend blauen Fassade wurde 1681 errichtet und gehört zu den ältesten der Stadt |
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Sonnen Sie sich an Kopenhagens Riviera, wenige Kilometer nördlich der Stadt |
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Schokolade ist die begehrteste Sorte, doch es gibt noch zig andere gekühlte Köstlichkeiten. Im Eisparadies wird nicht gesündigt – alle Zutaten sind biofrisch |
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Es gibt sie als Papierfähnchen für den Käseigel, als Tischfahne für den Geburtstag oder als Flagge für den Mast im Garten. In Dahls Flagfabrik wird der Dannebrog für jeden Anlass genäht und angeboten. Ein authentisches Souvenir |
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Hier schauen Sie von oben auf den Amagertorv: Ein Fahrstuhl bringt Sie auf die Dachterrasse des Café på 4. im vierten Stock des Kaufhauses Illum |
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Klampenborg zeigt an vielen Stellen die Handschrift der Designers Arne Jacobsen, u. a. in diesem atmosphärischen Restaurant |
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Tücher, Vasen, Schalen, Teller – alles soll miteinander harmonieren. In der Butik for Borddækning gibt es Accessoires und Anregungen für schöne Tischdekorationen |
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Bonbons! Süße, saure, scharfe, salzige ... auch Prinzessinnen lutschen die Süßigkeiten von Sømods – denn schließlich ist er königlicher Hoflieferant |
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Ökoshampoo im Bad und fair gehandelter Kaffee zum Frühstück: Bertrams Hotel Guldsmeden verdient das Prädikat „dunkelgrün” |
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Zur Mittagszeit sind die Brote blickdicht belegt: mit Schweinebraten, Roastbeef, Schollenfilets, Salami oder Käse. Das Smørrebrød der Salatbørsen im Stadtteil Vesterbro ist köstlich |
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Die Knippelsbro verbindet das Zentrum Kopenhagens mit dem Stadtteil Christianshavn. Der Blick von der Klappbrücke birgt so manches Fotomotiv: Von hier oben schauen Sie vom inneren Hafen bis zum Schloss Christiansborg
Wenn Sie einmal in Kopenhagen sind, können Sie sich glatt die Reise nach Frankreich sparen: Die kleine Nebenstraße Værnedamsvej – zwischen Vesterbrogade und Gammel Kongevej – gleicht einer französischen Marktgasse. Auf den Fußwegen stehen Stiegen mit Obst und Gemüse, beim Geflügelhändler hängt frischer Fasan im Fenster, und selbstverständlich gibt es hier auch Bistros
Sie möchten sich wie ein Kopenhagener fühlen? Dann schnell rauf aufs Rad! Leihen können Sie es sich an einer der über 100 in der Stadt verteilten Stationen - völlig kostenlos
Genug von der Stadt? Dann schnell mal ans Meer und raus zum Amager Strandpark. Der künstlich aufgeschüttete Strand mit Lagune ist fast 5 km lang und kostet keinen Eintritt
Ørestad, südlicher Stadtteil auf der Insel Amager, gleicht einem kostenlosen Freilichtmuseum der modernen Architektur. Die futuristischen Wohn- und Bürobauten wirken wie von einem anderen Planeten
In zahlreichen Museen heißt es an einem Tag in der Woche: Eintritt frei. Im Statens Museum for Kunst gilt das sogar für die ganze Woche – hier hängen neben den Werken dänischer Maler auch Bilder von Rubens oder Rembrand
Diese Punkte zeichnen in den folgenden Kapiteln die Best-of-Hinweise aus

Auch wenn manche Kopenhagener lächeln – stolz sind sie, wenn die königliche Leibgarde zum Palast der Königin marschiert. Punkt 12 Uhr heißt es: Still gestanden!”
Es muss nicht immer Puccini oder Verdi sein: Die Kopenhagener Oper können Sie auch von außen genießen. Bei einer Schiffsfahrt mit dem Havnebussen haben Sie eine herrliche Sicht auf den Bau und die Skyline der Stadt
Die Frage lässt sich in Kopenhagen nicht immer beantworten. Was tagsüber Café ist, wird am Abend Restaurant und in der Nacht zur Bar. Das Café Sommersko war das erste Hybridlokal der Stadt, hat mittlerweile viele Nachahmer gefunden und ist trotzdem noch immer das Maß der Dinge
Die braungrünen Flaschen gehören zum Stadtbild: In Kopenhagen ist es keine Schande, sein Bier auf der Straße zu trinken. Waren Tuborg und Carlsberg einst Konkurrenten, sind sie heute Geschwister und werden in der Carlsberg-Brauerei gebraut. Dort können Besucher die verschieden Sorten auch verkosten
Die fahrbaren Würstchenbuden behaupten sich (noch) gegen Mac und Burger. Zum Glück! Kopenhagen wäre ärmer ohne die Pølsevogn auf den Plätzen. Mittags zur frokost ein Hotdog mit Ketchup, Mayonnaise, Gurken und Röstzwiebeln, z. B. auf dem Rådhuspladsen
Wer genau hinschaut, wird es nahezu überall entdecken: dänisches Design. Die spezielle Mischung aus Minimalismus und Eleganz ziert das Dach der Oper ebenso wie die Fassade des Schwarzen Diamanten oder Messer und Gabel im Hotel. Die schönsten und ungewöhnlichsten Kreationen der Designer können Sie im Dansk Design Center bewundern

Für Momente die Erde verlassen, andere Galaxien entdecken und die Welt draußen vergessen. Im Tycho Brahe Planetarium wird der Sternenhimmel in 3D auf die größte Leinwand der Welt projiziert
Wie und wo fing alles an? Im Københavns Bymuseum sind die Entwicklungsstadien der Stadt in Miniaturmodellen nachgebaut. Alltagsexponate versetzen den Besucher in die gute alte Zeit
Was die Wiener können, geht auch in Kopenhagen: stundenlang im Café sitzen, umgeben von Literatur und vermeintlichen Literaten. Dazu ein Frühstück, ein Stück Kuchen – alles ist möglich, z. B im Café Paludan
Ein Landsitz mit Ostseeblick. Das Schicksal ließ seinen Besitzer dreimal heiraten, und wie der Zufall es wollte: Jede der drei Bräute hieß Louise. Und so gab Alexander Brun diesem Fleckchen Erde den Namen Louisiana. Heute steht hier das beliebteste Museum Dänemarks, das fantastische Ausstellungen moderner Kunst zeigt
Teetrinken soll die Sinne beleben oder beruhigen. Im ersten Stock von Perch’s Teehandel gibt es für diese Anliegen nahezu jede Mischung. Es kann bei Perch aber auch sehr aufgeregt zugehen – immer dann, wenn ein Mitglied der königlichen Familie hier einkehrt
Ob für den kernigen Streckenschwimmer oder erschöpften Warmbader, das DGI-byen Schwimmcenter hat für jeden das passende Becken – auch 34 Grad warm zum Plantschen für Kinder

Auf dem Friedhof Assistens Kirkegård herrscht absolute Stille. Hier ruhen u. a. Hans Christian Andersen und Søren Kirkegaard. Nutzen Sie die auratische Stimmung dieses Ortes für eine Yogaübung, oder lassen Sie unter den mächtigen Bäumen einfach die Seele baumeln
Blütenbäder und vierhändige Massagen, tiefe Loungesessel, leise Musik und ein köstlicher Brunch: Im Ni´-mat, das zum Hilton-Hotel gehört, wird asiatisch angehauchte Spa-Kultur in Perfektion zelebriert
Entspannen am Wasser: Im Café Oven Vande geht das besonders gut. Am besten, Sie bestellen sich an der Bar einen Drink, nehmen auf Kopenhagens vielleicht schönster Terrasse Platz und lassen die maritime Atmosphäre auf sich wirken. Beim leisen Klappern der Takelage ist schon so mancher selig weggedämmert
Nahe am Trubel der Stadt und doch ganz weit von ihm entfernt: Der Gråbrødretorv gilt als Kopenhagens schönster Platz. Hierher kommen die Kopenhagener, um im Schutz der Platane das dänische Dolce Vita zu genießen
Im Park Søndermarken, südlich vom Frederiksberg Have gelegen, gibt es schöne Picknickplätze. Wird den Kindern langweilig, liegt der Kopenhagener Zoo nicht weit davon entfernt
Absolute Entspannung ist das Ziel, der Weg dahin führt im Samadhi über perfektionierte Massagetechniken. So dauert allein die Kopfmassage anderthalb Stunden. Pärchen können sich bei einer Partnermassage fast 6 Stunden lang gemeinsam verwöhnen lassen
Bild: Hafeneinfahrt von Kopenhagen |
Kopenhagen, eine Metropole? Nun, sie ist zunächst einmal die Hauptstadt eines Königreichs – des ältesten der Welt. Somit ist Kopenhagen auf der einen Seite historisch-gemütlich. Die Kopenhagener würden sagen, ihre Stadt ist „hyggelig”. Auf der anderen Seite schwärmen Architekten von Kopenhagen als eine Metropole atemberaubender Gegenwartsarchitektur.
Seit 1990 boomt die urbane Entwicklung, wobei sich die Stadtplaner einig sind: Hochhäuser passen nicht in die Skyline. Wachsen andere Metropolen in die Höhe, bleiben die Kopenhagener am Boden. Zu bestaunen sind die baulichen Highlights entlang des Hafenkanals: Dort stehen der „Schwarze Diamant”, der die Königliche Bibliothek beherbergt, und das neue Schauspielhaus sowie am gegenüberliegenden Ufer, auf der Insel Holmen, Henning Larsens neuer Opernhausbau. Visionen des 21. Jahrhunderts entstehen in Ørestad, im Südosten der Stadt. Dieser Stadtteil ist nicht gewachsen, sondern wurde auf dem Reißbrett geplant und rasant aus dem Boden gestampft. Ørestad ist das futuristische Gegenstück zum historischen Zentrum. Hier verwirklichen Architekten ihre Träume. Nur eines von vielen Beispielen ist „DR Byen”, neuer Sitz der öffentlich-rechtlichen Sender Dänemarks. Hier bietet Jean Nouvels spektakulärer Konzertsaal, ein blauer Kubus, Platz für 1800 Zuhörer. Kopenhagen darf sich zu Recht als Metropole der Designer und Architekten rühmen.
Und Kopenhagen ist grün. Die dänische Kapitale zählt zu den umweltfreundlichsten Städten Europas. Bis 2015 soll der CO2-Ausstoß um 20 Prozent reduziert werden. Der öffentliche Nahverkehr wird zunehmend auf Elektromotoren umgestellt. Die Busse der Linie 11 – sie verbindet die Hauptsehenswürdigkeiten – fahren mit Batterie, nachts werden die Akkus aufgeladen. Eines der wichtigsten innerstädtischen Verkehrsmittel aber ist das Fahrrad. Kopenhagen ist europaweites Vorbild dafür, dass Radverkehr funktionieren kann. 60 Prozent aller Kopenhagener sind mittlerweile umgestiegen und nutzen die dreihundert Kilometer langen Radwege. Übrigens auch im Winter, denn in Kopenhagen werden erst die Radwege, dann die Straßen vom Schnee befreit. Es lohnt sich auf jeden Fall, Kopenhagen auf zwei Rädern zu erkunden. An rund 100 Stationen kann man sich gegen ein Pfand „Bycykler” kostenlos ausleihen. Egal, was Sie in Kopenhagen entdecken – irgendwann und immer wieder werden Sie vom Strom der Strøget mitgerissen. Ob Sie Freund und Familie vor der kleinen Meerjungfrau fotografieren, an den Kais des mittelalterlichen Hafens Nyhavn entlang schlendern, dem Marsch der königlichen Leibwache mit ihren Bärenfellmützen durch die Stadt folgen oder im Tivoli Karussell fahren – an Europas erster autofreier Fußgängerzone, der Strøget, kommen Sie nicht vorbei.
In dieser Flaniermeile hat Kopenhagen tatsächlich den Flair einer Metropole: Hier begegnen sich Menschen aller Hautfarben und Religionen. In der Strøget heißt es Shoppen und Schauen, denn hier finden Sie alles. Souvenirs und Design, Feuerschlucker und Straßenkünstler, Cafés, Fastfoodläden und feine Boutiquen. Auf den Aufdrucken mancher Einkaufstaschen reiht sich Kopenhagen zwischen Paris, New York oder Tokio ein, was für die Strøget stimmen mag.
Doch Kopenhagen ist anders. Einem Vergleich mit diesen Millionenstädten kann die Hauptstadt des kleinen Königreichs nicht standhalten. Mit einer Gesamtausdehnung von 90 km2 passt Kopenhagen zehnmal auf die Grundfläche Berlins. In der Altstadt leben ca. 50 000 Menschen, in Großkopenhagen mit all seinen Vororten sind es insgesamt 1,2 Millionen. Das ist ein Drittel von Berlin.
Nein, Kopenhagen ist nicht Mega, lockt nicht mit Größe. Im Gegenteil: Kopenhagen ist die Kleine unter den Großen. In keiner anderen Hauptstadt wird sich ein Fremder so leicht zurechtfinden. Sie werden sich nicht verlaufen oder gar verlieren. Ein Blick auf den Stadtplan zeigt: Das Straßennetz zeugt noch immer von der Form einer Festung. Haben in den vergangenen Jahrhunderten Schutzwälle die Stadt im Westen begrenzt und die Kopenhagener vor Feinden geschützt, sind es heute mehrspurigen Boulevards, die sich wie ein Ring um das Herz der Stadt legen. Deshalb ist es in der Innenstadt eng wie einst, und deshalb ist das Zentrum nahezu autofrei.
Hier, wo heute das Folketing, das dänische Parlament, seinen Sitz im Schloss Christiansborg hat, baute im Jahr 1167 Bischof Absalon von Roskilde eine Burg, die den Havn (Hafen) der Insel Strandholmen – heute Slotsholmen – vor Piraten schützen sollte. Die Ruine der Absalonburg kann unter Schloss Christiansborg besichtigt werden. Havn war bis dahin ein kleiner unbedeutender Fischerei- und Fährhafen an der Ostküste der Insel Seeland. Das sollte sich schnell ändern, denn die Siedlung am Øresund galt als Knotenpunkt wichtiger Seehandelswege und entwickelte sich schnell zu einem blühenden Handelsplatz. Dem Namen Havn stellten die Bewohner ein Køpmandens (Kaufmann) voran und zur Zeit der Hanse, im 14. und 15. Jh. bekam die Stadt der Kaufmänner ihren endgültigen Namen: København.
Rådhuspladsen mit Drachenbrunnen: Hinten links beginnt die Fußgängerzone Strøget |
Bummeln Sie durch die altertümlichen Gassen, entlang farbiger Hausfassaden, wagen Sie womöglich einen Blick durch die Sprossenfenster ins Innere der Häuser. Oder gönnen Sie sich auf einem Platz eine Pause. Sie werden sie spüren, die Gelassenheit der Kopenhagener und die Geborgenheit, die die Kleine unter den Großen ausstrahlt. Apropos Gelassenheit – die Dänen zählen zu den glücklichsten Völkern der Welt. Das wollen britische Psychologen herausgefunden haben. Während Deutschland in der Rangliste des Glücks auf Platz 35 landete, sind die Dänen Spitzenreiter. Die Gründe für das Glück: der geringe Unterschied zwischen Arm und Reich, eine ständig sinkende Arbeitslosenquote und hinzu kommt, die Dänen haben angeblich weniger Zukunftsängste als ihre europäischen Nachbarn; sie leben mit dem Bewusstsein, dass man teilen muss.
Die Kopenhagener waren seit jeher gezwungen zusammenzurücken. Zu Lebzeiten des Dichters Hans Christian Andersens – er kam 1819 nach Kopenhagen – war die Stadt innerhalb der Wälle hoffnungslos übervölkert. Auf einer Fläche von 2 km2 lebten damals 120 000 Menschen. Heute sind es nur noch 30 000. Die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal, die Sterblichkeitsrate war hoch. Wurde die dänische Landbevölkerung durchschnittlich 50 Jahre alt, erreichte ein Kopenhagener gerade mal ein Lebensalter von 35 Jahren. Mit der Industrialisierung im 19. Jh. zog es die Landbevölkerung in die Hauptstadt. Von 1850 bis 1900 verdreifachte sich die Einwohnerzahl von 140 000 auf 400 000. Um Platz zu schaffen, wurden die Stadttore eingerissen und die Befestigungsanlagen geschleift. Vor der Stadt entstanden die Arbeiterquartiere Nørrebro und Vesterbro. Wollen Sie hinter die Kulissen Kopenhagens gucken, müssen Sie raus aus dem heute romantisch anmutenden Zentrum. Jenseits der Wallstraßen Vester Voldgade, Nørre Voldgade und Øster Voldgade hat Kopenhagen keine Postkartenmotive. Hier findet das alltägliche Leben der Kopenhagener statt – und genau das macht seinen Reiz aus. Zwar ist die Stadt dort auch mal grau und trist. Doch haben sich in den vergangenen Jahren die sanierten Wohnviertel Nørrebro und Vesterbro mit zahlreichen Restaurants und Läden zu Szenevierteln entwickelt.
Am Amagertorv schlägt das Shoppingherz der Stadt |
In jedem Viertel Kopenhagens werden Sie einen Platz mit mindestens zwei Cafés oder Bars finden. Klart der Himmel auf, stehen sofort Tische und Stühle auf die Straße. Egal wie kalt es auch sein mag, versprechen die ersten Sonnenstrahlen im Jahr ein wenig Wärme, zieht es die Kopenhagener nach draußen. Und dann fällt eines besonders auf: Fast überall ist man auf Kinder eingestellt. Im Restaurant steht der Hochstuhl, bei Bank und Post gibt es eine Legoecke, und in kaum einer öffentlichen Toilette fehlt der Wickeltisch. Mit Kind? Diese Frage stellt sich für die Kopenhagener nicht. Kinder werden selbstverständlich mitgenommen. Wo kein Platz ist, wird Platz geschaffen, wird der Buggy zwischen die Bistrotische geschoben.
Wie viel Euro sind …? Ob im Hotel, Restaurant, Kaufhaus oder im Bus, Kopenhagenbesucher müssen ständig umrechen. Denn die Dänen votierten im September 2000 gegen die Einführung der gesamteuropäischen Währung. Sie sorgten sich um ihre Unabhängigkeit und befürchteten wirtschaftliche Nachteile. So bleibt es vorerst dabei: Es wird mit der Krone bezahlt. Und die hat es in sich. Dem Kopfrechnen vor Schaufenstern und Speisekarten folgt immer gleich der Schreck: Mein Gott, ist das teuer! Geht es ums Preisniveau, muss die Kleine den Vergleich mit den Großen nicht scheuen. Kopenhagen gehört zu den teuersten Städten Europas.
Kopenhagen, eine Metropole? Mit dem Bau der der Øresundbrücke, der festen Anbindung Schwedens an Europa, ist die dänische Hauptstadt zur Drehscheibe Nordeuropas geworden. Und mit der geplanten Fehmarnbelt-Querung – dem Tunnel zwischen Puttgarden und Rødby – wird Kopenhagen weiter boomen. Dennoch: Die Kopenhagener halten es lieber mit dem Understatement. Sie geben nicht an, sondern sind eher bescheiden, sie sind lieber leise statt laut und beschaulich statt hektisch. In den Straßen leuchten verchromte Halogenlampen neben schmiedeeisernen Kandelabern, moderne Architektur grenzt an altes Fachwerk, ein Pferdegespann der Leibwache ihrer Majestät trabt vorbei an futuristischen Metrostationen, und das Volk jubelt, wenn die königliche Familie vom Balkon ihres Schlosses winkt. Erleben Sie die sympathische Hauptstadt mit ihrer Atmosphäre zwischen Märchen und Moderne!
Anrüchig und coolIstedgade Die einen Kilometer lange Istedgade besticht durch ihr besonderes Flair. Nach wie vor gibt es dort Billighotels und Sexshops, aber gleichzeitig öffnen dort auch immer mehr Szenelocations wie das Café Riga. Lokale Künstler stellen hier aus, zu lesen gibt es Skatermagazine und dazu leckere Snacks (Istedgade 79, gallerie triga.wordpress.com). Für die Auswahl an Bieren und Retro-Brettspielen ist das McKluuds bekannt (Istedgade 126). Retro ist auch die 70s-Bar Simpelt V (Istedgade 96).