Victoria Moran
Das Glück des inneren Lächelns
Aus dem Amerikanischen von Maria Mill

Victoria Moran
Das Glück des inneren Lächelns
Aus dem Amerikanischen von Maria Mill

1. Auflage
Gekürzte Taschenbuchausgabe Mai 2012
Wilhelm Goldmann Verlag, München,
in der Verlagsgruppe Random House GmbH
© 2003 der deutschsprachigen Ausgabe
Wilhelm Goldmann Verlag, München,
in der Verlagsgruppe Random House GmbH
© 2002 Victoria Moran
Originaltitel: Lit from Within
Originalverlag: HarperCollins, San Francisco, CA
All rights reserved. Published by arrangement with
Linda Michaels Limited, International Literary Agents.
Umschlaggestaltung: Uno Werbeagentur, München
Umschlagillustrationen: FinePic®, München
Redaktion: Dagmar Rosenberger
Satz: Barbara Rabus
KW · Herstellung: IH
ISBN 978-3-641-07506-4
www.goldmann-verlag.de
Inhalt
Vorwort: Meine Geschichte
Einführung: Die Innenseite der Schönheit
Teil I
Einstellung
1. Machen Sie Ihr Äußeres zum Spiegel Ihrer Seele
2. Betrachten Sie sich mit Wohlwollen
3. Üben Sie sich in Selbstbestätigung
4. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihr Licht erkennen
5. Beenden Sie den Kampf mit »dick oder dünn«
6. Vertreten Sie eine alterslose Lebenseinstellung
Teil II
Konkrete Schritte
7. Nehmen Sie eine bessere Gewohnheit an
8. Versuchen Sie, jeden Tag passabel auszusehen
9. Bewegen Sie sich
10. Verwöhnen Sie sich mit einem Samstag-Bad
11. Sorgen Sie für Ihren Schönheitsschlaf
12. Kommen Sie zur Besinnung
Teil III
Leib und Seele
13. Freunden Sie sich mit der Disziplin an
14. Entdecken Sie Yoga
15. Befreien Sie sich vom Gift
16. Helfen Sie Ihrem Körper, richtig zu funktionieren
17. Sprechen Sie mit Ihrer wahren Stimme
Teil IV
Nur zum Vergnügen
18. Kreieren Sie Ihre persönliche Mode
19. Gründen Sie einen Fonds für persönliche Ausgaben
20. Gehen Sie Dessous einkaufen
21. Entwickeln Sie Ihren Stil
22. Spielen Sie mit Tönen, Steinen und Blüten
Teil V
Lebensqualität
23. Geben Sie auf sich acht
24. Tauchen Sie ein in Schönheit
25. Tun Sie etwas Aufregendes
26. Entwerfen Sie Ihren Traum
27. Führen Sie ein einfaches Leben
Teil VI
Die Schönheit des Charakters
28. Nehmen Sie andere Menschen wichtig
29. Seien Sie großzügig
30. Seien Sie vertrauenswürdig und tolerant
31. Verzeihen Sie
32. Gehen Sie liebenswürdig durch den Tag
Teil VII
Ernährung
33. Laden Sie Ihre Seele zum Essen ein
34. Speisen Sie wie ein Yogi
35. Steigen Sie um auf eine sanftere Ernährung
36. Wässern Sie sich regelmäßig
37. Atmen Sie tief durch
Teil VIII
Balsam für die Seele
38. Engagieren Sie sich
39. Vertrauen Sie auf die Fügung
40. Verinnerlichen Sie inspirierende Worte
41. Achten Sie sich und Ihre Werte
42. Machen Sie sich auf lichte Zeiten gefasst
Nachwort: Suchen Sie das Licht
Danksagung
Vorwort
Meine Geschichte
Frauen, die mit ihrem Aussehen zufrieden sind und ihr Leben lang attraktiv bleiben, sind Frauen, die auch ihre Seele pflegen.
Bereits im Kindergarten wurde mir klar, dass ich nicht hübsch genug war. Zwar durfte ich mich zu Hause und in meiner Familie in der Gewissheit sonnen, einfach hinreißend zu sein. In der größeren Welt des Kindergartens aber stand ich unter permanentem Konkurrenzdruck. Und bald hatte ich begriffen, dass ich im Vergleich zu den anderen Mädchen, deren Kniestrümpfe ordentlicher umgeschlagen und deren Haarbänder hübscher gebunden waren, nicht so besonders gut abschnitt.
Sobald ich die Bedeutung des Hübschseins einmal verinnerlicht hatte, merkte ich, dass sogar meine Eltern besser aussahen als ich. Mein Vater wurde so oft mit dem Schauspieler James Mason verwechselt, dass er schließlich nur noch »Ja« sagte, wenn Leute ihn danach fragten, und ihnen Autogramme gab. Die Ähnlichkeit meiner Mutter mit Ava Gardner war nicht weniger verblüffend. Häufig erzählte man mir die Anekdote, wie ich im Alter von drei Jahren in einem vollen Kino geplärrt hatte: »Wer ist denn dieser Mann, der Mammi da küsst?« Nun aber empfand ich zum ersten Mal Scham, weil diese fantastischen Gene offenbar eine Generation übersprungen hatten. Während meiner gesamten Kindheit und Adoleszenz schwankte ich zwischen Molligsein und Fettleibigkeit. Meine Haare waren zu wellig, um als glatt durchzugehen, zu glatt, um als Lockenpracht zu gelten, und mit widerspenstigen Wirbeln in der Mitte sah ich eher nach Kressesalat als nach Shirley Temple aus. Mit zwölf kriegte ich Pickel, die erst mit dreiundzwanzig wieder verschwanden.
Um mich mit meinen Unvollkommenheiten und den sich daraus ergebenden Unsicherheiten auseinander zu setzen, studierte ich Modezeitschriften und schrieb mich auf einer »Charme«-Schule ein, wo eine Mischung aus Knigge und Schönheitspflege gelehrt wurde. Dort erfuhr ich alles über Make-up, Diäten und das »Kaschieren von Figurproblemen«. Die Verwandlung meines »Normal-Ichs« in mein »präsentables Ich« dauerte im Durchschnitt drei Stunden, sodass ich mich der Mühe nicht allzu häufig unterzog. Tat ich es aber, so war es, als hätte man mich in eine andere Welt versetzt. Denn dann übte die aus dieser Verwandlung hervorgegangene junge Frau einen Reiz aus, von dem mein vogelscheuchenhaftes Alltags-Ich nur träumen konnte. Wie bei Aschenputtel aber endete der Zauber stets um Mitternacht – oder wann immer meine mattierende Grundierung die Schlacht gegen meine Talgdrüsen verlor.
Natürlich hatte ich auch damals schon einmal was von innerer Schönheit gehört, aber in meiner Vorstellung war sie so eine Art »Miss-Personality-Auszeichnung«, eine Art Trostpreis dafür, dass man nicht die richtige, die wirklich gefragte Art von Schönheit besaß. Dennoch konnte ich mich immer noch vage an eine Zeit erinnern, in der ich mich schön gefunden hatte, in der mein inneres Selbst und meine äußere Erscheinung noch nicht so auseinander fielen.
Damals, als ich noch nicht begriffen hatte, dass attraktive Menschen es leichter haben, und mir noch niemand gesagt hatte, dass ich nicht zu diesen gehöre, hatte ich mich auf ganz selbstverständliche Weise schön gefühlt. Ich habe kaum Zeit vor dem Spiegel verbracht (es sei denn, um mich zu verkleiden), denn ich lebte einfach mein Leben: lud andere Kinder zu Teepartys ein, lauschte Geschichten und sorgte für meine große Puppenfamilie. Für das Vorschulkind, das ich damals war, waren dies wichtige und zwingende Dinge. Diese unbefangene Hingabe ans Leben ging verloren, als ich begann, mich mit anderen Mädchen zu vergleichen. Und sie entglitt mir über so lange Zeit, dass ich sie nicht einmal mehr vermisste; dennoch litt ich darunter.
All meine Bemühungen, mich äußerlich zu verändern, waren wie der Versuch, eine schadhafte Wand zu streichen, ohne vorher die undichte Stelle – die Ursache des ganzen Ärgers – zu reparieren. Nach jeder Phase der »Selbstverbesserung« fiel ich in die alten Gewohnheiten zurück, in denen ich mich eingerichtet hatte: Ich aß zu viel, vergrub mich in Büchern und im Fernsehsessel und glaubte, dass die Abenteuer in den Romanen nur für schlanke, langbeinige Blondinen mit perfekten Nasen reserviert seien.
Zum Glück ist – auch wenn es im jeweiligen Moment nicht so scheint – selbst auferlegtes Unglück kein statischer Zustand. Doch wenn man nichts dagegen unternimmt, wird es schlimmer. Mein Unbehagen in meinem Körper und in meinem Leben war eines schönen Morgens in meinen späten Zwanzigern, an dem ich ein dunkelgrünes Kostüm trug, auf seinem bisherigen Tiefpunkt angelangt. Es war eines der wenigen Kostüme in meinem Schrank, die mir noch passten, deshalb hatte ich es angezogen, obwohl es eigentlich in die Reinigung gehörte. An diesem Tag hatte ich einen Termin, was mich aber nicht zum Haarewaschen motivieren konnte. Die Frau, die ich interviewen sollte, führte ein ausgesprochen spirituelles Leben. Am Ende unseres Gesprächs empfand ich Bewunderung für sie, was offenbar auf Gegenseitigkeit beruhte, denn sie meinte zu mir: »Sie sind klug, Sie sind verständig und Sie sind schön.«
Also, das mit dem »klug und verständig« konnte ich ja noch nachvollziehen, aber das Wörtchen »schön« bestürzte mich. Zunächst glaubte ich, sie wolle sich über mich lustig machen, doch dann begriff ich: Diese Frau sprach nicht von meinem abgetragenen Kostüm und meiner schlecht sitzenden Frisur vom Vortag. Sie sah durch das alles hindurch und entdeckte dahinter jenen Teil von mir, der wirklich schön war und auch andere glänzende Eigenschaften besaß.
In diesem kurzen Moment, in dem ich mich mit den Augen dieser Frau betrachtete, wurde mir klar, dass ich die ungekünstelte Akzeptanz meiner selbst und anderer, die mir vor so langer Zeit abhanden gekommen war, wiedergewinnen musste. Erst dann konnte ich mich wieder bejahen und schön finden. Und es würde keine aufgetakelte und geschniegelte Schönheit sein, sondern eine, die echt und dauerhaft und gegen Altersflecken, Falten, PMS, Schwangerschaft und die Wechseljahre gefeit war. Sie würde sich in meinem Gesicht und in meinem Körper zeigen, aber dabei aus tieferen Schichten meiner selbst herrühren und nicht in der Kosmetikabteilung käuflich zu erwerben sein.
Um jenes Gefühl des schönen Selbst wiederzubeleben, das ich verloren hatte, noch ehe ich einen Bibliotheksausweis besaß, begann ich neue Wege zu erkunden. Ich las über Religionen und Philosophie und probierte die damals noch exotische Disziplin des Yoga aus. Damals wurde Yoga mitunter noch mit Joghurt verwechselt, und beides galt als verdächtig. Während der Yoga-Übungen hielten wir die Augen geschlossen, sodass Fettpolster und Zellulitis keine so große Rolle spielten wie in anderen Gymnastikkursen. Am Ende der Stunden sollten wir einige Minuten still sitzen und einfach nur »sein«. Manchmal langweilte ich mich dabei, und manchmal fühlte ich mich schuldig, weil ich nichts machte. Zuweilen saß ich auch nur da und notierte mir im Kopf, was ich alles noch erledigen musste. Doch nach einer Weile freute ich mich auf diese »stille« Zeit, denn während dieser Minuten fiel mir nach und nach wieder ein, wer ich eigentlich war: ein einzigartiger Ausdruck des Unendlichen.
Meine Lehrerin sagte: »Mach dir keine Gedanken um deine Ernährung. Yoga wird deine Ernährung verändern.« Und sie hatte Recht; am Ende aß ich viel mehr Obst und Gemüse, und wenn ich statt des gehaltvolleren Vollkornbrots mal Weißbrot aß, fühlte ich mich betrogen. Ich brauchte lange, bis ich mich durchgängig gesünder ernährte, aber während ich mich darum bemühte, gönnte ich mir allmählich auch mehr Ruhe und begann Bäder mit Lavendelseife und Duftkerzen zu nehmen – einfach weil es mir Freude machte. Trotz (und vielleicht gerade wegen) der immer wieder auftretenden Rückschläge machte ich mir immer weniger Sorgen um mein Aussehen und andere Dinge, die entweder zu belanglos waren, oder auf die ich sowieso keinen Einfluss hatte.
Den Wert, den ich mir selbst und meiner Fähigkeit, dem Leben etwas zurückzugeben, zusprach, nahm zu. Zu meiner Verblüffung sah ich allmählich immer besser aus und machte mir immer weniger Gedanken darüber. Ich begann, Gott allabendlich für die guten Dinge in meinem Leben zu danken, und wenn ich auch nicht darum betete, dünn und hinreißend zu sein, so betete ich doch manchmal darum, stark und hilfreich sein zu können. Irgendwann begann ich sogar, Gott dafür zur danken, dass er mir das Gefühl geschenkt hatte, schön zu sein.
Das alles ist lange her. Inzwischen befinde ich mich in meinen ehrwürdigen Fünfzigern und die Menschen tun freundlicherweise überrascht, wenn ich ihnen mein Alter verrate. Wie auch immer – ich bin mit meinem Aussehen zufrieden, und dass ich drei Stunden am Stück vor dem Spiegel verbracht habe, ist mir schon seit der Trennung der Beatles nicht mehr passiert.
Die grundlegende Veränderung brachten bei mir weder Ernährung noch Sport noch Feuchtigkeitscreme – obwohl sich auch all das verändert hat –, sondern die Pflege, die ich meinem inneren Selbst angedeihen ließ. Heute weiß ich, dass ich kein Einzelfall bin: Frauen, die mit ihrem Aussehen zufrieden sind und ihr Leben lang attraktiv bleiben, sind in der Regel Frauen, die auch ihre Seele pflegen. Im Zusammensein mit ihnen achtet man weniger darauf, wie sie aussehen, sondern erkennt, wer sie wirklich sind. Je stärker ich mich mit dem unsterblichen Teil meiner selbst identifiziere, umso weniger bedroht mich das Älterwerden. Und je öfter ich mir in Erinnerung rufe, dass ich eine Seele bin, die einen Körper besitzt – statt anders herum –, umso zufriedener bin ich mit dem sichtbaren wie dem unsichtbaren Teil meiner selbst.
Einführung
Die Innenseite der Schönheit
Sobald Sie erkennen, dass Sie ganz erstaunlich und wunderbar beschaffen sind, brauchen Sie sich keine Gedanken mehr über Ihre Oberschenkel und Krähenfüße zu machen und können mit purer Präsenz beeindrucken.
Zwar macht unser Körper-Ich uns nicht ganz aus, es spiegelt jedoch das wider, was wir sind: ein einzigartiges spirituelles Wesen von außerordentlicher Schönheit und Bedeutung. Wenn Sie dies begriffen haben und sich auf diese Weise sehen, werden Sie Ihren Körper behandeln, als beherberge er eine kostbare Seele, und Ihr Leben als Teil eines großen Plans leben. Dafür werden Sie mit jenem unverkennbaren Strahlen belohnt, das aus dem tiefsten Innern kommt und dessen Abglanz sich auch äußerlich manifestiert.
Wenn man sich mit so vielen strahlenden Frauen unterhalten hat, wie ich es getan habe, stellt man fest, dass sie alle irgendwie »religiös« sind. Das Leben hat sie – häufig durch Schmerz, manchmal durch Freude – dazu gebracht, nach den verborgenen Wahrheiten unter der Oberfläche ihrer Lebensumstände zu suchen. Manche haben ihren Kinderglauben vertieft, andere einen ganz neuen gefunden. Viele haben Gebet oder Meditationen für sich entdeckt und eine Abhängigkeit oder ein Problem überwunden, indem sie ihr Leben auf spiritueller Grundlage neu aufgebaut haben.
Jenseits aller individuellen Besonderheiten trat eine Kraft in ihr Leben, die ihre egozentrischen Sorgen schrumpfen und ihre Seele wachsen ließ. Diese Macht mag man Gott nennen, und ich tue das in diesem Buch zuweilen. Falls eine andere Bezeichnung Ihnen eher zusagt, so halten Sie sich unbedingt an diese. Wie immer Sie sie auch nennen – dies ist die Kraft, die die Gedanken, die Ihr inneres Licht verdunkeln, vertreibt: Furcht, Eifersucht, Zorn, Gier – Sie kennen die sieben Todsünden und ihre nervtötende Gefolgschaft.
Perfektion ist nicht notwendig. Menschlich sein genügt. Sobald Sie erkennen, dass Sie erstaunlich und wunderbar beschaffen sind, müssen Sie sich keine Gedanken mehr über Ihre Oberschenkel und Krähenfüße machen und können mit purer Präsenz überzeugen. Sie müssen nicht aussehen wie die Frauen aus den Zeitschriften. Gewöhnlich verkörpern die nur eine einzige Vorstellung von Schönheit, die vor allem auf Jugend basiert und von Kosmetik, Ausleuchtung und dem Können des Visagisten hervorgebracht wird. Sie jedoch werden ein inneres Strahlen besitzen, das sich weder kaufen noch abfüllen lässt.
Bis vor kurzem legte unsere zeitgenössische Kultur nicht viel Wert auf die schöne Seele. Was wohl daran lag, dass niemand so recht wusste, wie sich ein Profit daraus schlagen ließ. Die Abwertung der Schönheit, die aus dem tiefsten Innern kommt, schmuggelte sich ins kollektive Bewusstsein. In Wahrheit jedoch ist innere Schönheit die einzige, die überhaupt zählt, weil sie die einzig beständige ist. Sie ist auch dann noch da, wenn Sie sich schlecht fühlen oder die ganze Nacht neben einem kranken Kind gewacht haben oder wenn Sie zehn – oder dreißig – Jahre älter sind als heute. Und da diese Schönheit Ihrem innersten Wesen angehört, können Sie sie vielleicht sogar mitnehmen, wenn Sie Ihre letzte Reise antreten.
Ihren äußeren Ausdruck kann man als Charisma oder Anmut definieren, als Klasse oder Selbstsicherheit bezeichnen. Wenn Sie diese Schönheit besitzen, sind Ihre Augen tatsächlich die Fenster Ihrer Seele. Dann nimmt Ihr Lächeln Ihrem Gegenüber jede Befangenheit. Eine unwiderstehliche Anziehung geht von Ihnen aus, sodass Sie unabhängig von Alter oder Körpertyp, unabhängig davon, ob Sie sich für hübsch halten oder nicht, einfach schön sind. Und diese Schönheit beruht auf der Bildung der Seele, jener Brücke, die unsere Person als leibseelische Einheit mit dem Geist, dem inneren Licht, »dem Göttlichen in jedem Einzelnen« verbindet. Dies ist das Leuchten, das einen Raum und Ihr Leben zum Strahlen bringt und Ihnen jene Art von Schönheit verleiht, der das Verstreichen der Jahre nichts anhaben kann.
Dieses Buch kann Ihnen helfen, jenes innere Licht zu entdecken, das die Menschen, die Sie lieben und verehren, bereits wahrnehmen, und Ihnen Möglichkeiten eröffnen, dieses Licht noch heller erstrahlen zu lassen. Um den größtmöglichen Erfolg zu erzielen, sollten Sie, während Sie die Essays lesen und die darin gegebenen Empfehlungen ausprobieren, stets von folgenden Punkten ausgehen:
1. Innere Schönheit ist ein ganz reales und kostbares Gut.
2. Sie selbst besitzen reichlich davon.
3. Mithilfe einiger einfacher und praktischer Schritte können Sie Ihre innere Schönheit auch äußerlich sichtbarer machen.
Dieses Buch ist in acht Teile untergliedert, die Ihnen verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, Ihre innere Schönheit zu erleben:
1. Einstellung: die Betrachtung unseres körperlichen und seelischen Ichs auf eine Art und Weise, die unser inneres Licht zum Strahlen bringt;
2. Konkrete Schritte: Dinge, die wir sofort unternehmen können, um besser auszusehen und zu leben;
3. Leib und Seele: die Verbindung zwischen dem Teil von uns, der uns aus dem Spiegel entgegenblickt, und dem Teil dahinter;
4. Nur zum Vergnügen: der spielerische Aspekt strahlenden Aussehens und Selbstgefühls;
5. Lebensqualität: die Ausweitung der eigenen Schönheit auf alle wichtigen Aspekte des Lebens;
6. Die Schönheit des Charakters: das Setzen von Zielen und das Streben nach ihrer Erfüllung;
7. Ernährung: die Sorge für das körperliche Wohl mit gesundem Essen, viel Wasser und reichlich Sauerstoff, sowie für das seelische, indem man seine Mahlzeiten in angenehmer Umgebung einnimmt;
8. Balsam für die Seele: die Art und Weise, wie man seinen Überzeugungen vertraut, ihnen treu bleibt und die innere Verbundenheit alles Seienden erkennt.
Fühlen Sie sich bitte nicht verpflichtet, jedes Kapitel oder jeden Teil in der angegebenen Reihenfolge zu lesen. Sie können und sollen »hin und her springen« und sich immer das heraussuchen, was Sie brauchen und was Ihnen im Moment gut tut.
Ganz egal, wie Sie dieses Buch lesen – eines kann ich Ihnen versprechen: Das innere Leuchten kennt keine Ausnahmen. Jeder, der sich die genannten Prinzipien zu Eigen macht, wird sichtbar und fühlbar schöner werden, weil jedem von uns ein unvorstellbares Licht, grenzenlose Energie und zeitlose Schönheit innewohnen. Jeder der auf den folgenden Seiten gemachten Vorschläge – ob man ihn als geistige oder praktische Übung oder als sinnvolle Zerstreuung betrachtet – soll Sie zu einem einzigen Ziel führen: zu Ihrer wahren Identität. Denn solange Sie bei all den Erwartungen, die die Welt an Sie stellt, genau wissen, wer Sie sind, können Sie den Rest getrost dem inneren Leuchten überlassen.
Teil I
Einstellung
1.
Machen Sie Ihr Äußeres zum Spiegel Ihrer Seele
Der erste Schritt zur Sichtbarmachung Ihrer inneren Schönheit ist die stimmige Verkörperung Ihres spirituellen Selbsts.
Wenn Ihr inneres Licht Ihre Züge und Ihr Leben erhellt, dann sind Sie ein schöner Mensch, eine schöne Frau. Damit dies geschehen kann und so auch bleibt, bedürfen Leib und Seele sorgfältiger Pflege. Allerdings ist es dabei besonders wichtig, die richtige Reihenfolge zu beachten: Zuerst kommt die Seele. Eine Theorie, die in den Naturwissenschaften langsam an Boden gewinnt, ist die Vorstellung der »Enformy« oder »Verkörperung«. Sie beruht auf der Annahme, dass das, was religiöse Menschen seit langem als Seele oder Geist bezeichnen, der Herausbildung unseres physischen Körpers vorausgeht. Dieses immaterielle Wesen »verkörpert« sich dann und »formt« die Materie, was zu großartigen Resultaten führt – Menschen wie Ihnen zum Beispiel.
Was seine physische »Enformy« anbelangt, hat Ihr spirituelles Selbst eine völlig korrekte Wahl getroffen. Der Körper, den Sie haben, ist exakt der, der für Sie vorgesehen war. Aus der Sicht Ihrer Seele betrachtet ist es der perfekte Körper, um Sie durch dieses Leben zu tragen und das zu realisieren, wozu Sie auf die Welt gekommen sind. Ob Ihr Körper zu den zarten ektomorphen, den kurvigen endomorphen oder den athletischen mesomorphen gehört – Sie sind genau so »gemorpht«, wie Sie sein sollen.
Das ist unter Umständen nicht leicht zu schlucken in einer Kultur, die das Diktat erhebt, dass bestimmte Körper akzeptabel sind und andere nicht. Heute lautet die Botschaft, dass Frauen groß und dünn zu sein haben und einen großen Busen ihr Eigen nennen müssen. In meiner Teenagerzeit wollte man sie groß und dünn und flach wie ein Plättbrett. Und als meine Großmutter jung war, galt Clara Bow als sexy und eins fünfundfünfzig und mollig als ideal.
Wie immer der »perfekte Körper« einer bestimmten Epoche aussieht, sein Hauptzweck besteht darin, Produkte zu verkaufen: Kleider und Make-up, Bier und Kinokarten. Ihr Körper allerdings, Sie wissen es, ist zu Höherem berufen, nämlich Ihrer Seele, Ihrem inneren Licht zum Ausdruck zu verhelfen, sodass es sich der Welt offenbaren kann. Und dieses Unterfangen sollte mit mehr Wonne als Schmerz verbunden sein. Die vedischen Schriften Altindiens sagen, dass menschliche Körper erschaffen wurden, damit sie eine Seligkeit erführen, um die sie sogar die Engel beneideten.
Der erste Schritt zur Sichtbarmachung Ihrer inneren Schönheit ist die stimmige Verkörperung Ihres spirituellen Selbsts. Anders als die defätistischen Ziele der »Nehmen Sie fünf Kilo ab«-Heilslehre ist dies ein befreiender Vorsatz. Sie gestatten sich nämlich, genau das zu sein, was Sie – äußerlich wie innerlich – eigentlich sein sollen. Wenn Sie alle »fremden« Ziele für Ihren Körper aufgeben, ermöglichen Sie ihm, gemeinsam mit Ihrem Geist und Ihrer Seele für das Wohl des Ganzen zu arbeiten. Falls fünf Kilo weniger zu diesem Gesamtwohl gehören, werden Sie sie abnehmen. Und zwar dauerhaft.
Wenn Sie entschlossen sind, der Welt Ihr wahres Gesicht zu zeigen, beginnen Sie das auszuspielen, was Sie zu etwas Besonderem macht. »Wenn ich gewusst hätte, dass mein Anderssein eines Tages als Vorzug gelten würde«, sagte die Schauspielerin Bette Midler einmal, »hätte ich mir in meiner Jugend viel ersparen können.« Wenn Sie Ihr Anderssein feiern, dann wird es auch der Rest der Welt tun. Zeigen Sie der Welt, dass Sie ein einzigartiges Wesen sind, das geboren wurde, um zu staunen und Freude zu verbreiten – und die Welt wird Ihnen offen stehen.
2.
Betrachten Sie sich mit Wohlwollen
Erkannter Wert erzeugt Wertschätzung; aus Wertschätzung erwächst Fürsorge.
Wahrscheinlich haben Sie bereits begonnen, die Schönheit Ihrer Seele zu nähren, indem Sie einfach nett zu ihr sind. Ihren Körper behandeln Sie wahrscheinlich nicht ganz so nett. Nur wenige Leute sagen: »Meine Psyche ist eine Katastrophe.« Sie sind viel zu beschäftigt damit, sich über ihre Hüften und Haare aufzuregen. Innere Schönheit kann jedoch nicht nach außen strahlen, wenn man sich selbst nicht im Ganzen wie im Einzelnen mit Wohlwollen betrachtet.
Erkannter Wert erzeugt Wertschätzung, und aus Wertschätzung erwächst Fürsorge. Nehmen wir etwa an, Sie besuchen eine Haushaltsauflösung und erstehen dort Porzellanteller im Wert von 15 Euro und benutzen sie als Ersatzgeschirr für ein Picknick oder eine Party. Bis Ihre Freundin, die sich mit Antiquitäten auskennt, Ihre Erwerbung sieht und Ihnen erzählt: »Das sind doch seltene Stücke von Edel & Teuer! Für die kriegst du heute 5000 Euro und ihr Wert steigt mit jedem Tag.« Was machen Sie nun? Wahrscheinlich werden Sie in Zukunft sorgsamer mit den Tellern umgehen.
Ähnliches geschieht, wenn wir uns selbst mehr Wert beimessen: Ganz selbstverständlich werden wir für das, was uns teuer ist – unseren Körper, unsere Seele – Sorge tragen wollen. Wenn wir uns diese Wertschätzung entgegenbringen, wissen wir intuitiv, welcher Teil von uns Aufmerksamkeit braucht, und wir entwickeln einen scharfen Sinn für die Ausgewogenheit unserer Lebensführung. Wir finden plötzlich Zeit für sportliche Betätigung, mentale Entspannung und fürs Genießen, weil sich unsere Prioritäten verändert haben. Und wir müssen uns dies nicht alles notieren; sondern es wird von alleine geschehen.
Um Ihr Ansehen bei sich selbst zu steigern, sollten Sie aufhören, sich mit anderen Leuten oder Fiktionen von anderen Leuten (retuschierten Hochglanz-Versionen von Frauen, die nach dem Aufstehen nicht anders aussehen als wir anderen) zu vergleichen. Das fällt Ihnen leichter, wenn Sie vorläufig keine Zeitschriften mehr lesen oder Fernsehprogramme konsumieren, die Ihnen das Gefühl vermitteln, dass mit Ihrem Alter, Gewicht, Einkommen oder einem anderen Teil von Ihnen etwas nicht stimmt.
Messen Sie Ihr gegenwärtiges Ich auch nicht an einem früheren Selbst – als Sie jünger und dünner waren, sich teurere Klamotten leisten konnten oder was auch immer. Sie sind noch dieselbe.
Sollte es Ihnen dennoch schwer fallen, sich wertzuschätzen, ohne sich wie eine Schwindlerin vorzukommen, so machen Sie sich klar, dass die Nichtachtung der eigenen Person einer Art perversem Egoismus gleichkommt. Wenn praktisch jeder andere Erdenbewohner (verabscheuungswürdige Verbrecher und mörderische Diktatoren ausgenommen) bei Ihnen als passabel durchgeht, ist es im Grunde ziemlich egoistisch, für sich selbst einen – wenn auch negativen – Sonderstatus zu beanspruchen. Sie sind ein Mensch, das heißt von vorneherein Ia, Krone der Schöpfung. Mängel sind da selbstverständlich inbegriffen – zumal ja die wunderbare Chance besteht, einige von ihnen zu überwinden.