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Inhalt

Inhalt

Zu diesem Buch

Imkern als Hobby

Wie wird man Imker?

Der richtige Standort

Beuten, Besen, Bienenschleier – die Ausrüstung

Der richtige Umgang mit Bienen

Spätsommerpflege

Die Ankündigung des Winters

Die drei Bienenwesen

Bildung des Wintervolkes

Aufgaben der Spätsommerpflege

Keine Brut, wenig Brut, Drohnenbrut

Auflösen von Bienenvölkern

Vereinigen von Bienenvölkern

Wabenkreislauf und Wabenhygiene

Die Winterfütterung

Das Volk zieht sich zurück

Gib ihnen Saures – Bekämpfung der Varroamilbe

Erkennen von Krankheiten

Kontrolle auf Amerikanische Faulbrut

Winterruhe

Immer in Bewegung – Bienen in der Wintertraube

Kontrollgänge des Imkers

Winterarbeiten

Urlaub nur im Winter?

Es lohnt sich immer – die Bilanz

Frühjahrsentwicklung

Tag der Befreiung – der Reinigungsflug

Aufbau eines Staates – das Brüten

Das Wunder der Metamorphose

Wahre Künstler – der Wabenbau

Pollen – ein Wunderfutter

Bienenfleiß und Obstertrag

Beobachtungen im Frühjahr

Der Bien wächst – Entwicklung des Volkes

Durchsicht im Frühjahr

Der Baurahmen

Haupttracht und Schwarmzeit

Ab in die Vorratskammern – die Sommertracht

Hochsaison im Bienenstock

Geburtenkontrolle? Der Schwarmtrieb

Sammeln von Nektar

Honiggewinnung

Das Bienenjahr im Überblick

Service

Gesetze rund um die Imkerei

Grundausrüstung fürs Imkern

Fluglochbeobachtungen und ihre Bedeutung

Kleines Bienenlexikon

Stockkarte

Impressum

Zu diesem Buch

Ankommende Sammlerinnen vor dem Flugloch.

Zu diesem Buch

Sich mit Honigbienen zu beschäftigen ist nicht nur ökologisch sinnvoll, es ist außerdem sehr abwechslungsreich und ermöglicht jedem, naturverbunden zu leben. Leider gibt es immer weniger Menschen, die Bienenhaltung als Hobby betreiben.

Bei uns im Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf werden etwa 300 Bienenvölker zu Forschungszwecken gehalten. Von April bis September bieten wir Führungen an. Dabei haben wir etwas Erstaunliches festgestellt: Am häufigsten kommen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Viele Schüler haben bei uns ein Praktikum in der Imkerei oder im Honiglabor gemacht und sind seitdem von Bienen gefesselt. Ein Leben ohne Honigbienen kann sich keiner von ihnen mehr vorstellen. „Was gefällt euch an Bienen?“, haben wir gefragt. Hier sind einige Antworten:

„Jedes Bienenvolk ist anders. Man lernt jeden Tag etwas Neues hinzu, und trotzdem gibt es noch viele offene Fragen und Geheimnisse.“

„Ich bin jetzt oft draußen in der Natur und habe sehr viele Dinge gelernt, die ich vorher nicht wusste. Ich finde die gut organisierte Arbeitsteilung im Bienenvolk sehr beeindruckend, da könnten die Menschen sich viel abschauen.“

„Am meisten Spaß macht das Wandern mit Bienen. Das ist eine Mischung aus Arbeit, Abenteuer und Urlaub, wenn man mit mehreren Leuten fährt. Oft finden wir gute Standorte für Bienen und Menschen. Im Sommer kann man im Wohnwagen oder im Zelt übernachten, Lagerfeuer anzünden, in schönen Seen baden und drei bis vier Wochen später köstlichen Honig ernten.“

„Es gibt viele Bienenvölker, die sehr sanftmütig sind. Man wird zwar ab und an gestochen, aber dann liegt es oft am Wetter oder daran, dass man sich selbst ungeschickt verhalten hat. Mir tut ein Bienenstich nicht mehr richtig weh, meist juckt es nur noch ein bisschen.“

„Durch die Arbeit an den Bienen vergisst man die Zeit. Ich habe eine richtige Leidenschaft für Bienen entwickelt und würde gerne bis ans Ende meines Lebens etwas mit Bienen zu tun haben.“

„Ich habe beobachtet, dass es in unserem Garten sehr wenige Bienen gibt, die Pflanzen bestäuben. Das fand ich sehr schade. Da ich gerne aktiv etwas für Natur- und Umweltschutz tun wollte, habe ich meine Eltern dazu überredet, in unserem Garten ein Bienenhaus aufzustellen. Ich erledige die Arbeit und meine Eltern freuen sich am Summen der Bienenvölker.“

Die Antworten machen es deutlich: Bienen sind weder langweilig noch gefährlich. Im Gegenteil, sie gehören zu den faszinierendsten Bewohnern dieser Erde. Wir möchten Sie mit diesem Buch für Bienen begeistern und Sie mit vielen praktischen Tipps bei der Bienenhaltung unterstützen.

Professor Dr. Kaspar Bienefeld

Bieneninstitut Hohen Neuendorf

Arbeiterinnen bei der Futterübergabe.

Durch die Symbole bei den Überschriften kann man die Arbeit der Bienen und des Imkers leicht unterscheiden:

= Arbeit der Bienen

= Tätigkeiten des Imkers

Wichtige Begriffe werden im Kleinen Bienenlexikon genauer erklärt.

Bau der Honigbiene (Querschnitt)

© Markus Sommer / SOMSO

Imkern als Hobby

Wie wird man Imker?

Jeder, der Bienen halten möchte, muss prüfen, ob er/sie die nötigen Voraussetzungen mitbringt. Man sollte nicht allergisch auf Bienenstiche reagieren – falls dieser seltene Fall jedoch auftritt, ist eventuell eine Desensibilisierung durch den Allergologen möglich. Vor allem muss die Bereitschaft vorhanden sein, sich grundlegende theoretische und praktische Kenntnisse über Bienen anzueignen.

Eine gute Beobachtungsgabe, Fingerspitzengefühl und handwerkliches Geschick sind ebenfalls günstige Voraussetzungen. Die Fähigkeit, sich in ein Bienenvolk hineinversetzen zu können und dessen Bedürfnisse zu erkennen, ist zum Glück nicht angeboren, sondern erlernbar. Wer mit dem Gedanken spielt, Bienen zu halten, sollte einen Schnupperkurs in einer Imkerei besuchen, am besten zusätzlich einen Anfängerkurs und danach entscheiden, ob Bienen das Richtige für ihn sind.

Wie alles in Deutschland ist auch die Bienenhaltung durch Gesetze und Verordnungen geregelt. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) legt fest, ob in einem bestimmten Gebiet Bienen gehalten werden dürfen und welche Rechte und Pflichten ein Bienenhalter hat. „Ortsüblich“ ist Bienenhaltung in ländlichen Gebieten, in Gartensiedlungen und in Siedlungsgebieten. Da Honigbienen verstärkt auf Sanftmut gezüchtet worden sind, gilt die Bienenhaltung oft sogar in vielen Außenbezirken von Großstädten als ortsüblich. Eine Auskunft darüber, ob das Halten von Bienenvölkern ortsüblich und damit zulässig ist, erteilt die zuständige Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung. Im Zweifelsfall kann man sich auch an den nächsten Imkerverein wenden.

Haftung des Tierhalters

Nach § 833 und § 834 BGB ist die Honigbiene nicht als Haustier anerkannt, da sie frei fliegt und sich nicht zähmen lässt. Das führt zu einer besonderen Auslegung der Tierhalterhaftung. Anders als bei Haustieren haftet ein Bienenhalter für alle Schäden, die seine Bienen anrichten, auch dann, wenn er seine Sorgfaltspflicht vollständig erfüllt hat.

Es ist deshalb unbedingt notwendig, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Wer Mitglied in einem Imkerverein wird und Beiträge zahlt, erhält zu sehr günstigen Bedingungen gleichzeitig eine Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Unfallversicherung.

Der richtige Standort

Wer Bienenvölker halten möchte, braucht nicht unbedingt einen eigenen Garten. Oft findet man auch jemanden im Verwandten- oder Freundeskreis, der bereit ist, seinen Garten oder sein Wochenendgrundstück zur Verfügung zu stellen. Gut geeignet sind auch Waldränder oder windgeschützte Wiesen. Man kann dazu mit dem Förster oder den Bauern Kontakt aufnehmen, denen die entsprechenden Wiesen gehören. Optimal ist ein Standort, in dessen näherem Flugradius (bis zu 3 km) viel abwechslungsreiches Grün zu finden ist, wie z. B. Klein- und Vorgärten, Parkanlagen, Streuobstwiesen, Alleen, Misch- und Nadelwald. Da Bienen sonnige, warme und trockene Plätze bevorzugen, empfehlen wir, den Standort nach Süden (auch Südwesten oder Südosten) auszurichten.

Aufstellung des Bienenstocks

Vorsorglich sollte jeder Bienenstock so aufgestellt werden, dass für Nachbarn und Anwohner keine wesentlichen Beeinträchtigungen entstehen. Hauptsächlich stechen ältere Bienen eines Volkes, die zum Flugloch ein- und ausfliegen und dabei nicht gestört werden sollten. Darum werden Bienenstandorte immer so gewählt, dass der Bienenflug nicht direkt über einen Weg führt. Man kann die Flugrichtung auch durch hohe Hecken oder Zäune ablenken. Wenn Bewohner auf benachbarten Grundstücken Gefahr laufen, häufig gestochen zu werden, kann das Bienenzüchten per Gerichtsbeschluss untersagt werden. Leiden die Nachbarn bekanntermaßen an einer Bienengiftallergie, ist der gewählte Standort nicht für eine künftige Bienenhaltung geeignet.

Eine Bienenwohnung aus Holz sieht schön aus und ist ein angemessener Ersatz für hohle Baumstämme, welche den Bienen seit Urzeiten als natürliche Wohnungen dienen.

Beuten, Besen, Bienenschleier – die Ausrüstung

Wer Bienen halten will, braucht als Erstes natürlich Bienen. Um gesunde und sanftmütige Tiere zu bekommen, ist es am besten, sich an einen regionalen Imkerverein zu wenden. Im Frühjahr werden überwinterte Bienenvölker verkauft. Preiswerter ist es jedoch, im Mai oder Juni Ableger, d. h. kleine Völker, zu kaufen und diese selbst durch den Winter zu bringen.

Auswahl des Rähmchens

Bienen werden meist nicht „lose“ verkauft. Sie sitzen auf Waben, die in ein Rähmchen bestimmter Größe hineingebaut wurden. Der Fachhandel bietet eine Vielzahl unterschiedlich großer Rähmchen an. Erfahrungsgemäß ist es günstig, das Maß zu verwenden, das in der Region am stärksten verbreitet ist oder im Imkerverein verwendet wird. Man kann dann leichter passende Tipps und praktische Hilfe bekommen.

Vorsicht! Nicht jedes Rähmchen passt in jede Beute! Damit Rähmchen und Bienenwohnung möglichst perfekt zusammen passen, muss gründlich geprüft werden, welche zum gewählten Rähmchenmaß passt. Für Magazine sind das Zandermaß und das Normalmaß am besten geeignet.

Verbreitete Rähmchenmaße

Deutsch-Normalmaß: 370 x 223 mm

Zandermaß: 420 x 220 mm

Kuntzschmaß: 330 x 250 mm

Langstrothmaß: 448 x 232 mm

Dadantmaß: 460 x 270 mm

© LIB

Jedes Rähmchen besteht aus einem Oberträger, zwei Seitenteilen und einem Unterteil. Mit den beiden „Ohren“ hängt es in der Zarge.

Auswahl der Bienenwohnung

Wir raten aus mehreren Gründen dazu, Magazine – auch Oberbehandlungsbeuten genannt – als Bienenwohnung zu wählen. Sie verfügen über eine einfache, dem Bienenvolk angepasste Bauart, und das darin befindliche Volk kann schnell und problemlos bearbeitet werden. Magazinbeuten lassen sich im Freien ohne zusätzliche Schutzvorrichtungen aufstellen und können gut transportiert werden.

Jedes Magazin wird aus Einzelteilen zusammengesetzt. Dazu gehören ein so genanntes Bodenbrett, meist ein hoher Unterboden, mehrere Zargen (= einzelne, getrennte Räume) und ein Deckel. Die Zargen bestehen nur aus Seitenwänden und sind stapel- und austauschbar. Durch das Übereinanderstellen von Zargen kann ein Magazin beliebig vergrößert werden. In jede Zarge können auf Seitenschienen acht bis zwölf Rähmchen gehängt werden.

Der Magazinboden dient vor allem zur Lüftung, in ihn ist auch das Flugloch eingearbeitet. Das Flugloch lässt sich durch einen Fluglochkeil verkleinern oder ganz verschließen. Auf den Magazinboden wird eine Bausperre aus Holz gelegt, damit die Bienen nicht nach unten bauen können.

Empfehlenswert ist ein Gitterboden, der eine Wanne aus Kunststoff für die Varroakontrolle aufnehmen kann. Der offene Gitterboden sorgt dafür, dass keine Waben verschimmeln und die Bienen stets Kontakt zur Außentemperatur haben. Zwei Deckel, ein gut isolierter Innendeckel und ein Außendeckel aus Blech, bilden den oberen Abschluss. Die oberste Zarge wird mit einer Folie abgedeckt, damit die Bienen keine Wachsbrücken zwischen den Waben und dem Deckel bauen.

© Sigrun Nowak

© Sigrun Nowak

Bausperre

Holz- und Kunststoffbeuten

Im Norden sind Kunststoffbeuten und kleine Waben (Normalmaß) stark verbreitet, im Süden werden Holzbeuten und große Waben (Langstroth/Zander) bevorzugt. Die Entscheidung für Holz oder Kunststoff setzt voraus, Vor- und Nachteile beider Beutentypen zu kennen.

Kunststoffbeuten sind um einiges leichter als Holzbeuten und isolieren besser. Als Nachteil erweist sich manchmal die geringe Atmungsaktivität des Kunststoffs. Diese kann man jedoch durch geeignete Maßnahmen (z. B. Lüftungsgitter im Boden) ausgleichen.

Holzbeuten sind lange haltbar und können aus vorfabrizierten Bausätzen selbst gebaut werden. Weil Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, wird die Umwelt am wenigsten belastet. Im Fachhandel werden bevorzugt Bienenkästen aus Weymouthskiefer angeboten, da dieses Holz sehr leicht und grobporig ist und sehr viel besser isoliert als Harthölzer.

Außerdem sind Holzbeuten nach dem Auftreten ansteckender Krankheiten sehr gut für eine Hitzedesinfektion geeignet.

Wer gebrauchte Beuten kauft oder geschenkt bekommt, sollte diese gründlich mit einem Stockmeißel auskratzen und desinfizieren.

Die richtige Entscheidung

Wir empfehlen jedem Anfänger, verschiedene Bienenwohnungen anzuschauen und deren Gewicht und Beweglichkeit zu prüfen. Entscheidend sind neben regionalen Faktoren vor allem die persönlichen Bedürfnisse und die eigene körperliche Konstitution.

Schutzbekleidung und Arbeitsgeräte

Neben den Beuten benötigt man eine Schutzbekleidung und spezielle Arbeitsgeräte. Ein Imkerhut mit Schleier, ein Smoker (Raucher), ein Stockmeißel und ein Abkehrbesen sind notwendige Utensilien, die bereits bei der ersten Volksbearbeitung benötigt werden. An heißen Tagen ist ein Wasserzerstäuber hilfreich, um die Bienen zu beruhigen.

Alle weiteren Arbeitsgeräte können nach und nach besorgt werden. Sie werden auf S. 88 näher erläutert. Neben der Grundausrüstung braucht man einen geeigneten Platz, an dem man seine Bienenvölker aufstellen kann, und einen Raum zum Lagern der Bienenwaben, der Geräte, des Honigs und des Futters.

Ein gut sitzender Schleier ist unverzichtbar, denn Stiche im Gesicht sind zu vermeiden.

Imkerwerkzeug:

1. Zwei Stockmeißel

2. Abkehrbesen

3. Weiselfänger (Klippkäfig)

4. Smoker

Der richtige Umgang mit Bienen

Als Anfänger sollte man immer Arbeitsschutzbekleidung tragen und einen Imkerhut mit Schleier aufsetzen.

▶ Starke Gerüche, Schweiß, aber auch intensiv riechende Kosmetika verleiten die Bienen zum Stechen. Auf Parfums und Deodorants sollte man deshalb verzichten, wenn man zu den Bienen geht.

▶ Keine glänzenden Gegenstände (Uhren oder Schmuck) tragen. Ringe stets ablegen, da sie schon einen leicht anschwellenden Finger abschnüren können.

▶ Vor Beginn der Volksbearbeitung immer den Smoker anzünden und etwas Rauch geben.

▶ Hektische Handbewegungen reizen die Bienen zum Angriff. Deshalb ruhig bewegen und ruckartige Handgriffe vermeiden.

▶ Bei der Bearbeitung der Völker zwischendurch die Hände in klarem Wasser waschen.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wird es sich nicht vermeiden lassen, dass man ab und an gestochen wird. Wird der Stachel sofort entfernt, verringert sich die Gifteinwirkung. Dazu schiebt man den Stachel mit dem Fingernagel heraus. Zusätzlich kann man die Stichstelle kühlen, und bald ist der Stich vergessen.

Eine leichte Schwellung um die Stichstelle herum ist normal. Starke Schwellungen, Verfärbungen, Übelkeit, Kreislaufstörungen oder gar Atemnot sind Anzeichen für eine allergische Reaktion. Bei allergischen Erscheinungen sowie bei Stichen im Mund- oder Rachenraum muss sofort ein Arzt verständigt werden (Notarzt: 112).

Spätsommerpflege

Die Ankündigung des Winters

Bereits im August geht der Sommer dem Ende entgegen. Die Wiesen und Felder werden abgeerntet, und die Landschaft wird kahler. Mit der Tag- und-Nacht-Gleiche am 23. September beginnt der Spätsommer, auch Altweibersommer genannt. Er bietet die zuverlässigste, aber auch die letzte schöne, warme Hochdruckwetterphase des ganzen Jahres. Oft ist es fast windstill und die Luft besonders klar. Von nun an werden die kühleren Nächte wieder länger, die oft noch sonnigen Tage kürzer. Die Bäume legen bunte Herbstkleider an, und viele Wildtiere sammeln Vorräte für den nahenden Winter.

Büschelschön

(Phacelia tanacetifolia)

Juni – Okt.

Die Phacelia liefert reichlich Nektar und Pollen.

(Monatsangaben entsprechen den Blühzeiten)

Rotklee

(Trifolium pratense)

Juni – Aug.

Er gehört zu den besten Pollenquellen der Bienen.

Luzerne

(Medicago sativa)

Juni – Sept.

Blau und gelb blühende Luzerne gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Erde.

Wicke (Vicia species)

Juni – Aug.

Viele Arten sind gute Bienenweidepflanzen.

Weißer Senf

(Sinapis alba)

Juni – Sept.

Der Weiße Senf hat hellgelbe Blüten und liefert Pollen und Nektar.

Dahlie

(Dahlia variabilis)

Juli –Okt.

Vor allem ungefüllte Dahlien (z. B. Mignondahlien) werden gerne von Bienen beflogen.

Goldrute

(Solidago canadensis)

Juli – Sept.

Kanadische und andere Goldruten sind gute Nektar- und Pollenspender.

Herbstaster

(Astera species)

Juli – Okt.

Bienen finden in den Asterblüten Nektar und Pollen.