Dirk Duscha
Oliver Drewes

DER LEOPARDGECKO

UND SEINE FARBVARIANTEN

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Die Ratschläge und Anleitungen in diesem Buch wurden von den Autoren nach bestem Wissen niedergeschrieben und vom Verlag und seinen Beauftragten sorgfältig geprüft. Dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Eine Haftung der Autoren beziehungsweise des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Ausgeschlossen ist ebenso die Haftung für Schäden, die aus der Verwendung von in diesem Buch empfohlenen Produkten resultieren könnten.

Fotos Cover: Wildtyp (Fritz Wüthrich), Black Hole und Tremper Sunglow (Jürgen Wagner)

 

 
 
 
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VIVARIA Verlag
Oliver Drewes
Dürerstr. 23
53340 Meckenheim
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www.vivaria-verlag.de

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VORWORT

Der Leopardgecko gehört zu den Klassikern und weltweit meistgehaltenen Arten in der Terraristik. Seine Beliebtheit hat viele Gründe. Er ist neugierig, zutraulich, pflegeleicht und einfach zu züchten. Seine großen Augen und sein vermeintliches Lächeln wecken Sympathie. Sein Erscheinungsbild als Wildform ist bereits sehr ansprechend, die Vielzahl seiner Farbzuchten der letzten 20 Jahre wird höchstens noch durch diejenige der Kornnatter übertroffen. Und der Leopardgecko eignet sich besonders für Berufstätige, da er nach Feierabend zur Aktivität erwacht.

Beim Autor Dirk Duscha besteht seit der Veröffentlichung eines Artenporträts in der Sonderausgabe Leopardgeckos der Zeitschrift Reptilia und den Haltungstipps auf seiner Homepage seit einigen Jahren der Wunsch, seine Erfahrungen mit dieser interessanten Geckoart in einem Buch zu beschreiben. Die nun vorliegende – von Coautor Oliver Drewes ergänzte – Publikation soll vor allem Neueinsteigern und Interessierten mit Basisinformationen als Grundlage für die Pflege von Eublepharis macularius dienen. Aufgrund des Schwerpunktes im Hinblick auf die Farbvarianten kann und soll es nicht alle Themen in Bezug auf Leopardgeckos in aller Ausführlichkeit abhandeln. Tiefgehendere Informationen bieten die Publikationen der Autorenkollegen GRIESSHAMMER & KÖHLER (2009) sowie HENKEL & SCHMIDT (2009), siehe Literaturverzeichnis. Umfangreich ist der persönliche Interessensschwerpunkt der Autoren durch den speziellen Teil der aktuell populären Farbvarianten. Im Bestreben, dem Leser eine interessante Reptilienart und deren Zuchtvariationen näherzubringen, wünschen die Autoren viel Spaß beim Lesen dieser Lektüre.

Salzgitter & Meckenheim, im Mai 2015

Dirk Duscha & Oliver Drewes

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INHALTSVERZEICHNIS

EINFÜHRUNG

Familie & Gattung

Verbreitung & Lebensraum

ANSCHAFFUNG

Auswahl

Transport

Quarantäne

Eingewöhung

BESCHREIBUNG

Alter

Morphologie

Leopardgecko-Farbzuchten

Farbmutationen

Größen-Varianten

Augenfarben-Varianten

Varianten nach Zeichnung, Körper und Schwanzfarbe

Kombinationen von Varianten

Auf ein Wort

Geschlechtsunterscheidung

Verhalten

EINRICHTUNG

Terrariengröße und -typ

Rückwand

Bodengrund

Dekoration

Bepflanzung

TECHNIK

Klimafaktor Temperatur

Beheizung des Terrariums

Klimafaktor Feuchtigkeit

Befeuchtung des Terrariums

Klimafaktor Licht

Beleuchtung des Terrariums

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PFLEGE

Ernährung

Futtertiere

Ergänzungsfuttermittel

Hygiene

Umgang mit Leopardgeckos

Checkliste: Haltungsfehler vermeiden

Krankheiten & Verletzungen

Überwinterung

VERMEHRUNG

Paarung

Eiablage

Inkubation

Schlupf & Aufzucht

FARBZUCHT

Grundlagen der Zucht

Selektionszucht

Dominante und rezessive Merkmale

Kodominante Merkmale

Intermediäre Merkmale

Vererbungsregeln

Die Uniformitätsregel nach Mendel

Die Spaltungsregel nach Mendel

Das Punnettsche Quadrat

Überprüfung mischerbiger Merkmale durch Rückkreuzung

Das Gesetz der freien Rekombination nach Mendel

Einfluss der Inkubationstemperatur

SERVICE

Hilfreiche Adressen

Zeitschriften und Internet

Glossar

VERZEICHNISSE

Literaturverzeichnis

Stichwortverzeichnis

DANKSAGUNG

DIE AUTOREN

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EINFÜHRUNG

Familie & Gattung

Während sich die deutsche Bezeichnung Leopardgecko, ähnlich dem englischen Namen, auf die leopardenähnliche Zeichnung adulter Tiere bezieht, ist auch der wissenschaftliche Name bedeutungsvoll. Der Gattungsname setzt sich aus dem griechischen „eu“ für gut und „blepharis“ für Augenwimper zusammen und spielt auf die gut ausgebildeten Augenlider an. Der wissenschaftliche Artname „macularius“ bedeutet gefleckt.

Eublepharis macularius sind erstmalig 1854 vom englischen Wirbeltierforscher und ersten Kurator der Asiatic Society of Bengal, Edward Blyth, beschrieben worden. Sie gehören neben den Arten Eublepharis angramainyu (ANDERSON & LEVITON, 1966), Eublepharis fuscus (BÖRNER,1981), Eublepharis hardwickii (GRAY, 1827) sowie Eublepharis turcmenicus (DAREVSKY, 1977) zur Gattung Eublepharis (Leopard- oder Fettschwanzgeckos).

Diese Gattung gehört neben Coleonyx, Goniurosaurus, Hemitheconyx und Holodactylus zur Unterfamilie der Eublepharinae. Neben Aeluroscalabotinae gehört diese Unterfamilie zur Familie der Lidgeckos (Eublepharidae), die der Zwischenordnung der Geckoartigen (Gekkota) nachgestellt ist.

Nach BÖRNER (1981) lassen geringfügige Abweichungen in Zeichnung und Beschuppung die Unterarten E. m. macularius, E. m. afghanicus, E. m. fasciolatus, E. m. fuscus, E. m. montanus und E. m. smithi unterscheiden. SEUFER et al. (2005) empfehlen weitere Feldforschung darüber, ob es sich hierbei um Variabilitäten handeln könnte. Familien, Gattungen und Arten werden in der Terraristik allerdings ständig revidiert.

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GRISMER (1988) sieht nur den Unterartstatus E. m. afghanicus als gerechtfertigt.

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Die folgende Darstellung der Familie der Lidgeckos enthält umstrittene Arten und Unterarten, ist aber immer noch gültig:

Die Familie der Lidgeckos (Eublepharidae) gliedert sich in 2 Unterfamilien:

 Aeluroscalabotinae

 Eublepharinae

Die Unterfamilie Eublepharinae gliedert sich in 5 Gattungen:

 Coleonyx

 Eublepharis

 Goniurosaurus

 Hemitheconyx

 Holodactylus

Die Gattung Eublepharis gliedert sich in 5 Arten:

 Eublepharis angramainyu (ANDERSON & LEVITON, 1966)

 Eublepharis fuscus (BÖRNER, 1981)

 Eublepharis hardwickii (GRAY, 1827)

 Eublepharis macularius (BLYTH, 1854)

 Eublepharis turcmenicus (DAREVSKY, 1977)

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Die Art Eublepharis macularius wird mit 5 Unterarten gelistet:

 Eublepharis macularius afghanicus (BÖRNER, 1976)

 Eublepharis macularius fasciolatus (GÜNTHER, 1864)

 Eublepharis macularius macularius (BLYTH, 1854)

 Eublepharis macularius montanus (BÖRNER, 1976)

 Eublepharis macularius smithi (BÖRNER, 1981)

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Eublepharis macularius lässt sich in der Systematik wie folgt einordnen:

Klasse: Reptilien (Reptilia)

  Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)

   Unterordnung: Echse (Sauria)

    Zwischenordnung: Geckoartig (Gekkota)

     Überfamilie: Eublepharoidea

      Familie: Lidgeckos (Eublepharidae)

       Unterfamilie: Eigentliche Lidgeckos (Eublepharinae)

        Gattung: Leopardgeckoartige (Eublepharis)

         Art: Leopardgecko (Eublepharis macularius)

          Trivialname: Leopardgecko

Anmerkung: Oft wird in Texten nicht oder nicht klar zwischen der Gattung Eublepharis und der Art Eublepharis macularius unterschieden. Wird in diesem Buch vom Leopardgecko geschrieben, ist – wenn nicht explizit anders erwähnt – immer Eublepharis macularius, aber keine der anderen vier Leopardgeckoarten gemeint.

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Wildfarbene Leopardgeckos, auch Wildtyp genannt, sind die ursprüngliche Form mit originär vielen kleinen Flecken auf gelbem Grund mit brauner Querbänderung. Nach Auffassung einiger Halter ist sie gegenüber dem großen Angebot an Farbvarianten viel zu selten geworden.

 

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Verbreitung & Lebensraum

Gekkonidae, Geckos, stellen mit über 1.000 Arten eine große Familie dar. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich nahezu über die gesamte Südhalbkugel sowie Teile der Nordhalbkugel. Je nach Art sind sie den Bedingungen in Trockengebieten als auch denjenigen eines Regenwaldes angepasst.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Familie Eublepharidae ist groß. Als Fundort von Eublepharis macularius benannte BLYTH in seiner Erstbeschreibung die Salt Range, eine pakistanische Provinz im Punjab. Gekennzeichnet ist diese Region durch Hügel und Berge sowie dem dort vorkommenden und namengebenden Steinsalz. Eublepharis-Arten sind vom Iran im Westen, über Irak, Afghanistan, Turkmenistan, Pakistan bis Nordwest Indien (WILMS, 2004) verbreitet.

Der Leopardgecko Eublepharis macularius ist auf die trockenen Steppen zwischen dem Süden und Osten Afghanistans, Pakistans und die tropischen Trockenwälder Nordwest-Indiens beschränkt. Unbestätigte Hinweise eines russischen Herpetologen auf ein kleines Areal im Osten des Iran (ZARUDNY, 1904) hätten das Verbreitungsgebiet 450 km nach Westen erweitert (SEUFER et al., 2005). Die beiden von ZARUDNY gefundenen Exemplare gingen jedoch verloren, bevor sie in die Sammlung von St. Petersburg eingelagert werden konnten (ANDERSON, 1999).

Reine Sandwüsten meidet der Leopardgecko (KHAN, 2006). Laut SEUFER et al. (2005) gibt es Vorkommen bis in 2.500 m über Meereshöhe.

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Als Bodenbewohner findet man Leopardgeckos in Halbwüsten und felsigen Steppenlandschaften, zerklüfteten Habitaten und Landschaften mit Verstecken und Geröll.

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Zwischen den trockenen Steppen Südost-Afghanistans (Abbildung) und den tropischen Trockenwäldern Nordwest-Indiens meidet Eublepharis macularius reine Sandflächen.

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ANSCHAFFUNG

Auswahl

Nach Vorbereitung, durch Lesen geeigneter Lektüre zur Haltung und zum artgerechtem Einrichten eines Terrariums, steht die Beschaffung der Tiere an. Ob nun beim Fachhändler oder privaten Züchter, idealerweise mit längerer Haltungs- oder noch besser Zuchterfahrung, sollten die Tiere in aller Ruhe beobachtet werden. Betrachten Sie vor dem Kauf auch das Terrarium der Geckos. Kotberge und verunreinigte Wasserschalen können Krankheiten verursachen. Achten Sie auf das Verhalten beim Ergreifen der Geckos. Ein gesunder, nicht an Menschenhand gewöhnter Leopardgecko wird stets flüchten. Ein Anzeichen einer eventuell vorliegenden Erkrankung kann ein apathisch erscheinender Leopardgecko sein. Dies äußert sich insofern, dass das natürliche Fluchtverhalten beim Versuch, den Leopardgecko zu ergreifen, nicht mehr vorhanden ist. Das Tier hat jedoch nur scheinbar jede Scheu verloren.

Schauen Sie sich das Tier von allen Seiten genau an. Häutungsreste sind in der Regel bereits ein Indiz auf Haltungsfehler oder können auf eine Mangelerkrankung hinweisen. Achten Sie auch hier darauf, dass sowohl die Nasen- als auch Ohröffnungen nicht durch Häutungsreste verschlossen sind. Nasenlöcher sowie Ohröffnungen sollten auch, ebenso wie die Kloake, frei von Verkrustungen und Entzündungen sein. Lassen Sie sich den Leopardgecko von unten zeigen. Die Kloake darf nicht gerötet oder durch anhaftende Kotreste verunreinigt sein. Oft ist dies schon ein erstes Krankheitsanzeichen. Der Kot eines gesunden Leopardgeckos ist dunkel und fest. Bei dem weißen Anhängsel am Ende des abgesetzten Kots handelt es sich um Harnsäurekristalle. Diese werden mit dem Kot zusammen abgegeben und nicht als Urin mit Flüssigkeit ausgeschieden. Ein gesunder Leopardgecko weist einen oftmals leicht rübenförmigen Schwanz auf, der sich zum Ende hin verjüngt.

Beim Erwerb benötigen Sie in Deutschland keinen Herkunftsnachweis des Verkäufers und müssen die Haltung auch nicht behördlich anmelden, wie das bei manch anderen Tieren der Fall ist. Leopardgeckos zählen nicht zu den geschützten Arten. Ihre Vermehrung ist einfach, die Nachfrage wird durch Zucht gedeckt und fordert keine großen Importmengen. In der Schweiz gibt es seit dem 01.01.2015 nach der Verordnung des BLV über den Tierschutz beim Züchten, Art. 10 lit. e, die Besonderheit, dass die Zucht von Reptilien mit Enigma-Syndrom (siehe Seite 38 und 79) verboten ist.

 

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Transport

Nach dem Erwerb muss der Leopardgecko sicher transportiert werden. Grundsätzlich ist das mit Stress für die Tiere verbunden. Durch eine gute Vorbereitung kann dieser auf ein Minimum reduziert werden. Für den Transport der Leopardgeckos eignen sich am besten flache, gelochte, ausreichend große Kunststoffdosen des Fachhandels. Der Boden dieser Behältnisse sollte mit Küchenvlies ausgelegt sein. Bei sommerlichen Temperaturen wird dieses zuvor befeuchtet, um ein Dehydrieren und Überhitzen der Leopardgeckos zu verhindern. Bei extremen Außentemperaturen empfiehlt es sich, den Transportbehälter in eine isolierende Styroporbox zu stellen, die sowohl gegen Kälte und Hitze als auch andere äußere Einflüsse schützt und den Stressfaktor minimiert. Der Transportbehälter wird zum Beispiel mit zerkneultem Zeitungs- oder Packpapier in der Styroporbox gegen ein Hin- und Herrutschen stabilisiert. An kälteren Tagen kommen spezielle Wärmekissen aus dem Fachhandel im Innenraum der Styroporbox zum Einsatz.

Praxistipp: Ein Versand von Reptilien stellt heutzutage kein Problem mehr dar. Mittlerweile gibt es eine nicht geringe Anzahl von Kurierdiensten, die sich auf diese Art Transport spezialisiert haben. Die Fahrer dieser Unternehmen sind speziell im Umgang mit Reptilen geschult und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

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Leopardgeckos werden in Boxen mit ausgelegtem Küchenvlies und gelochtem Deckel transportiert.

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Küchenvlies ersetzt auch während der Quarantänezeit den Bodengrund. Nach Verschmutzung wird das Vlies erneuert.

 

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Quarantäne

Jedes neu erworbene Tier sollte grundsätzlich eine Quarantänezeit in isolierter Einzelhaltung von mindestens 2-3 Monaten durchlaufen. Nicht nur, wenn ein neu erworbener Leopardgecko in eine bestehende Gruppe integriert werden soll und man ein ungewolltes Einschleppen von Krankheitserregern ausschließen möchte; auch bevor ein Einzeltier erstmalig sein neues Zuhause bezieht. Nur so kann man ausschließen, dass nicht gleich auch Parasiten und Krankheitserreger den neuen Lebensraum besiedeln.

In der Quarantänezeit muss der Kot der Leopardgeckos 2-3-mal in ein Labor eingeschickt und tierärztlich untersucht werden. Eine mehrmalige Kontrolle (siehe unter „Hilfreiche Adressen“) ist nötig, da bei einem Krankheits- oder Parasitenbefall nicht in jeder Kotprobe Erreger gefunden werden müssen. Erfolgt auf alle Kontrollen ein negativer Befund, kann der Neuzugang mit anderen Leopardgeckos vergesellschaftet werden.

Im Verdachtsfall einer infektiösen Erkrankung, deren Ursache nicht im Kot festgestellt werden kann, bietet sich dem Tierarzt eine weitere Möglichkeit, diese anhand von Tupferproben vom Maul oder von der Kloake festzustellen (Mag. Martina KONECNY, mündl. Mitteilung 2015). Befallene Tiere sollten auch hier separat gehalten und innerhalb der Quarantänezeit behandelt und nachkontrolliert werden.

Auch während der Quarantänezeit ist es wichtig, den Haltungsansprüchen gerecht zu werden. Ein Versteck sowie unterschiedliche Temperaturbereiche, eine Schale mit frischem Wasser und eine mit Kalzium müssen vorhanden sein. Als Bodengrund eignet sich Küchenvlies am besten. Dieses muss nach Verschmutzungen erneuert werden. Sowohl Arbeitsgeräte und Behältnisse als auch Trinkgefäße, die der Versorgung der in Quarantäne befindlichen Leopardgeckos dienen, dürfen erst nach ausreichender Desinfektion, sicherheitshalber aber am besten gar nicht für andere Tiere verwendet werden.

Praxistipp: Negative Untersuchungsergebnisse der Kotproben des Leopardgeckos beim Vorbesitzer oder Händler sind keine Garantie für Gesundheit. Allein der Transport- und Umsetzungsstress kann das Immunsystem derart schwächen, dass eine Erkrankung ausbrechen kann. Sicherheitshalber lässt man den Kot während der Quarantänezeit untersuchen.

 

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Eingewöhnung

Vor dem Einsetzen in ein neu eingerichtetes Terrarium muss sichergestellt sein, dass die klimatischen Bedingungen, wie zum Beispiel Temperatur, Feuchtigkeit und Beleuchtung, den in diesem Buch beschriebenen Anforderungen gerecht werden. Es empfiehlt sich eine Einlaufzeit von mindestens zwei Wochen. Des Weiteren ist es wichtig, dass sämtliche Einrichtungsgegenstände verletzungssicher aufgestellt werden. Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten müssen vorhanden und umsturzsicher gebaut sein.

Es macht einen großen Unterschied, ob ein Tier allein in ein neues Terrarium gesetzt oder in eine bereits bestehende Gruppe integriert wird. Im ersten Fall ist das Eingliedern in ein neues Zuhause nicht schwierig. Das neue Tier wird in den ersten zwei bis drei Tagen das Terrarium erkunden und die Ruheplätze zum Schutz aufsuchen. Störungen sollten vermieden werden.

Das Eingliedern in eine bereits bestehende Gruppe ist für das Tier mit größerem Stress verbunden. Oberstes Gebot muss sein, sich die Zeit zu nehmen, um in den ersten Stunden die Eingewöhnung zu beobachten. So kann bei Problemen frühzeitig eingegriffen werden. Männliche Leopardgeckos sind sehr territorial und können, außer als Jungtiere bis zu einem Alter von ungefähr sechs Monaten, nicht miteinander vergesellschaftet werden. Auch unter weiblichen Tieren kann es zu Streitigkeiten kommen. Diese verschwinden jedoch in der Regel nach kurzer Zeit insofern, dadurch dass sich eine Rangordnung bildet.

Sollten Sie kleinere Revierkämpfe beobachten, so ist das in der Regel unbedenklich. Bei anhaltenden und heftigen Beißereien müssen die Tiere wieder getrennt werden. Versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut. Funktioniert die Vergesellschaftung nicht, zeigt dieses Verhalten aber lediglich nur das eines normalen Einzelgängers, was der Leopardgecko in der Natur auch ist.

Hilfreich ist es, vor dem Einsetzen eines neuen Tieres die komplette Einrichtung des Terrariums neu zu gestalten. Werden alle Tiere gleichzeitig eingesetzt, gibt es keine bereits aufgeteilten Vorzugsplätze.

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BESCHREIBUNG

Alter

Die Lebenserwartung eines Leopardgeckos kann recht hoch sein. So berichten SEUFER et al. (2005) darüber, dass ein am 20. Mai 1976 in der afghanischen Provinz Laghman gefangenes adultes Weibchen am 24. Juli 2001 an Legenot verstarb. Dieses Weibchen wurde im Terrarium den Angaben zufolge über 24 Jahre, 2 Monate und 4 Tage alt. Esther LAUE (persönliche Mitteilung) hält derzeit das nachfolgend abgebildete, über 34 Jahre alte Wildfangtier.

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Morphologie

Eublepharis macularius ist die größte der aus Pakistan bekannten Geckoarten. Die Gesamtlänge (GL), gemessen von der Kopf- bis hin zur Schwanzspitze, ist individuell verschieden. Nachzuchten im Terrarium können mehr als doppelt so lang werden wie Exemplare in freier Natur. KHANEOSJOLISuper Giants