Medizinische Gefahrenabwehr
Katastrophenmedizin und Krisenmanagement im Bevölkerungsschutz
1. Auflage
URBAN & FISCHER
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Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, Hackerbrücke 6, 80335 München
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Die Erkenntnisse in der Medizin unterliegen laufendem Wandel durch Forschung und klinische Erfahrungen. Herausgeber und Autoren dieses Werkes haben große Sorgfalt darauf verwendet, dass die in diesem Werk gemachten therapeutischen Angaben dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Das entbindet den Nutzer dieses Werkes aber nicht von der Verpflichtung, anhand weiterer schriftlicher Informationsquellen zu überprüfen, ob die dort gemachten Angaben von denen in diesem Buch abweichen und seine Verordnung in eigener Verantwortung zu treffen.
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1. Auflage 2010
© Elsevier GmbH, München
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Um den Textfluss nicht zu stören, wurde bei Patienten und Berufsbezeichnungen die grammatikalisch maskuline Form gewählt. Selbstverständlich sind in diesen Fällen immer Frauen und Männer gemeint.
Planung: Martina Braun, München
Lektorat: Dr. Barbara Heiden, München
Redaktion: Susanne C. Bogner, Dachau
Herstellung: Petra Laurer, München, Kadja Gericke, Arnstorf
Satz: abavo GmbH, Buchloe; TNQ, Chennai/Indien
Druck und Bindung: L.E.G.O. S.p.A., Lavis (TN)/Italien
Fotos/Zeichnungen: siehe Abbildungsnachweis
Umschlaggestaltung: SpieszDesign, Büro für Gestaltung, Neu-Ulm
Titelfotografie: Udo Crespin/Oliver Geschwind, Kreis Euskirchen und mit freundlicher Genehmigung der
ADAC-Luftrettung GmbH
ISBN 978-3-437-24590-9
Aktuelle Informationen finden Sie im Internet unter www.elsevier.de und www.elsevier.com
Geleitwort
Mit Freude habe ich spontan zugesagt, als Notfallmediziner ein Geleitwort für dieses neue Lehrbuch „Medizinische Gefahrenabwehr“ zu verfassen. Die Brisanz des Themas und die Bedeutung, die einem modernen Buch zur Katastrophenmedizin – und ein solches ist es fraglos – zukommt, sind unbestritten. In einer Welt, in der die Anzahl von Großschadensereignissen, die sich der Kategorie „Katastrophe“ zuordnen lassen, stetig zunimmt und die konventionelle Einteilung in vom Menschen verursachte und Naturkatastrophen immer problematischer wird, ist die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit Themen der medizinischen Gefahrenabwehr aus einem multidisziplinären Ansatz heraus für unsere Gesellschaft von grundlegender Bedeutung.
Für den Notfallmediziner erhebt sich zunächst die Frage nach inhaltlichen Berührungspunkten von individualmedizinisch orientierter Notfallmedizin und einer auf das Wohl einer Vielzahl von Opfern und Betroffenen gerichteten Katastrophenmedizin, nach den gemeinsamen Strategien und Verfahrensweisen beider Arbeitsfelder. Bereits die meist auf die Versorgung nur eines oder weniger Patienten fokussierte, räumlich begrenzt stattfindende Notfallmedizin ist heute weit mehr als nur eine punktuelle Einzelleistung, mehr als nur Handwerk zur Abwendung vitaler Funktionsstörungen. Bereits hier ist die Bewältigung logistischer Herausforderungen – man denke an die Organisation einer Behandlungskette für die sog. „Golden Hour Diseases“ – und die Auseinandersetzung mit sozialen und psychologischen Themen ein impliziter Bestandteil zielführenden Handelns. Umso mehr gilt dieser erweiterte Blickwinkel für das komplexe Thema der medizinischen Gefahrenabwehr. Diese ist – provokant formuliert – eine auf die Medizin im großen Maßstab angewandte Logistikleistung unter Einbeziehung individual- wie massenpsychologischer Aspekte sowie sozialer Phänomene. Als „ Notfallmedizin für Massen“ muss Katastrophenmedizin diesem Ansatz folgen. Dieser multidimensionale und interdisziplinäre Blickwinkel liegt diesem Werk zugrunde.
Der Schlüssel zum Erfolg – so lehrt uns dieses Werk – liegt vor allem in der gedanklichen und der realen Vorbereitung auf die wahrscheinlichen Szenarien: ideologiefreie, unhysterische mentale Auseinandersetzungen gehören ebenso dazu wie Führungsausbildung, Schaffung neuer und Nutzung vorhandener Versorgungsnetzwerke sowie der Einsatz innovativer Technologie. Gerade logistische Probleme werden sich in Zukunft nur durch den Einsatz modernster Informationstechnologie adäquat lösen lassen, ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit interdisziplinärer Forschung zwischen Medizin und Informatik.
„Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz“ – Dieses abgewandelte Zitat soll die grundsätzliche Bedeutung einer kritischen Nachbereitung unterstreichen. Medizinische Gefahrenabwehr ist also ein kontinuierlicher Prozess, der sich nicht nur auf den stochastisch und selten auftretenden tatsächlichen Einsatzfall reduzieren lässt.
Es ist meine feste Überzeugung:
Dieses Buch wird sich als Standardwerk der medizinischen Gefahrenabwehr etablieren. Die Herausgeber und Autoren sind allesamt erfahrene Experten auf ihrem Gebiet, aber jung genug, ihr Werk über die Jahre hinweg begleiten, pflegen und den Aufgaben und Rahmenbedingungen der Katastrophenmedizin anpassen zu können.
Ich möchte den Herausgebern, Autoren und dem Verlag meine Glückwünsche zu diesem neuen Lehrbuch aussprechen. Sein erfolgreicher Weg zu unser aller Schutz und Nutzen ist vorgezeichnet.
Geleitwort
Während im 20. Jahrhundert wesentliche Gefahrenlagen aus militärischen Auseinandersetzungen resultierten, treten im 21. Jahrhundert neue Szenarien in den Vordergrund, wie z.B. Gefahrgutunfälle, Pandemien sowie Anschläge mit chemischen Kampfstoffen oder radioaktivem Material. Die Medien berichten nicht nur beinahe täglich von Natur- und technischen Katastrophen, sondern auch davon, dass sich das Spektrum der Gefahrenlagen in unserer hoch technisierten Gesellschaft ausweitet. Insbesondere im Bereich der IT- und gesundheitlichen Infrastruktur zeichnen sich Gefahrenlagen ab, die bisher in dieser Weise und Häufigkeit nicht existierten.
Mit der Bedrohung durch Terroranschläge tritt eine neue Gefahrendimension hinzu, von der Deutschland zwar bisher konkret verschont geblieben ist, deren Existenz uns jedoch (siehe auch die versuchten Anschläge im Herbst 2006 und Frühjahr 2007) von den politisch Verantwortlichen immer wieder vor Augen geführt wird. Auch die immer häufiger durchgeführten Großveranstaltungen stellen ein zunehmendes Gefahrenmoment dar. Nicht nur Massenansammlungen wie anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sind ein potenzielles Ziel für Anschläge, sondern – wie die Vergangenheit gezeigt hat – selbst geringfügige Anlässe können zu panikartigen Reaktionen und zur Schädigung Hunderter Zuschauer führen.
Mit der Fußball-Weltmeisterschaft hat eine Sensibilisierung im Hinblick auf mögliche Schadensszenarien eingesetzt, die nicht nur in der mentalen Auseinandersetzung Folgen hatte, sondern auch politisch Verantwortliche dazu zwang, neue Strukturen zu institutionalisieren und die bis dahin vernachlässigte Ausstattung zur Gefahrenbewältigung zu optimieren. Mit der WM 2006 ist in Deutschland – insbesondere im Bereich des Katastrophenschutzes – eine geänderte Einstellung zu den Problemen der Gefahrenabwehr zu erkennen. Allerdings, nachdem es in den zurückliegenden Jahren im Inland zu keinem veritablen Großschadensfall gekommen ist, gehen die Einsicht und die Notwendigkeit in entsprechende Vorbereitungen wieder zurück. Aus diesem Grund ist es notwendig, nicht nur die erworbenen Kenntnisse und Organisationsstrukturen zu fixieren, sondern einem mit dieser Thematik befassten Personenkreis eine entsprechende Hilfestellung für zukünftige Einsatzanlässe zu geben.
Gefahrenlagen, die mit einer Gefährdung des Lebens oder der Gesundheit einer Vielzahl von Menschen einhergehen, stellen eine große Herausforderung sowohl für die technische als auch für die medizinische Gefahrenabwehr dar. Sie bedingen eine interdisziplinäre enge Zusammenarbeit nicht nur mit allen Medizinbereichen, sondern auch mit allen an der Schadensbewältigung beteiligten Organisationen und Institutionen. Die Akutversorgung des Patienten im Rettungsdienst hat aufgrund der Häufigkeit und Notwendigkeit in der Zwischenzeit ein hohes Niveau erreicht. Sobald jedoch die Grenzen der Individualmedizin überschritten werden müssen, bestehen nach wie vor Lücken und Probleme. Unabhängig von den medizinischen Notwendigkeiten muss die medizinische Versorgung bei Großschadenslagen in das komplexe Netzwerk der an der Gefahrenabwehr Beteiligten eingebettet werden. Dessen Strukturen bleiben dem Mediziner häufig verborgen, weshalb mit dem vorliegenden Buch ein Einblick geschaffen werden soll. Die Autoren garantieren die Sichtweise der Interdisziplinarität des Anliegens, womit auch die Zielgruppe über die Ärzteschaft im Rettungsdienst hinausgeht. Umgekehrt soll Führungspersonal der Hilfsorganisationen und Feuerwehren, ebenso wie dem Personal der Krankenhäuser, ein Einblick in die medizinische Problematik der differenten Gefahrenlagen gegeben werden. Darüber hinaus soll das Buch einen Beitrag leisten, auch in diesem Sinne Verantwortliche in Politik und Verwaltung zu sensibilisieren und zu informieren.
Die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin unterstützt als medizinische Fachgesellschaft, die sich in Deutschland der Katastrophenmedizin intensiv annimmt, das Buchprojekt und wünscht ihm eine weite Verbreitung und Anerkennung bei seinen Lesern.
September 2008
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V. (DGKM)
Vorwort
Die ersten neun Jahre des 21. Jahrhunderts waren und sind geprägt von einer Vielzahl von Schadensereignissen oberhalb und unterhalb der Katastrophenschwelle. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Medien nicht über Naturkatastrophen, große Unglücksfälle oder Terroranschläge berichten, die in der Summe sich widerspiegeln in einer gewaltigen Anzahl von Opfern, die schwere Verletzungen oder Vergiftungen davongetragen haben oder zu Tode gekommen sind.
Immer wieder führen diese Ereignisse die Rettungskräfte vor Ort an ihre Grenzen. Strategische Vorsorgemaßnahmen, Einsatzplanungen und Übungen haben global an Bedeutung gewonnen und stellen die Gesellschaft wie auch die einzelnen Verantwortlichen vor enorme Herausforderungen.
Die Herausgeber und Fachautoren haben sich dem Auftrag gestellt, eine Übersicht zu den wichtigsten Themen der „Medizinischen Gefahrenabwehr“ in einer neuen Systematik zusammenzustellen. Das Buch macht es sich zur Aufgabe, Führungskräften, die Verantwortung bei Einsätzen mit besonderen medizinischen Gefahrensituationen tragen, Erfahrungswissen und Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben.
Die vier Herausgeber spiegeln die Synopsis des Konzeptes von „Medizinischer Gefahrenabwehr“ wider: ein notfallmedizinisch erfahrener Unfallchirurg, ein Anästhesiologe, der als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst amtiert, ein Oberbrandrat (oder: ein Angehöriger des höheren Feuerwehrtechnischen Dienstes) mit umfassender rettungsdienstlicher Erfahrung und ein über viele Jahre erfahrener Bevölkerungsschützer mit Pädagogikhintergrund aus der Katastrophenmedizin. Jeder von ihnen brachte sein individuelles Netzwerk an Autoren aus Medizin, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Bevölkerungsschutz in dieses Werk ein, die die einzelnen Kapitel im jeweiligen interdisziplinären Kontext bearbeitet haben.
„Medizinische Gefahrenabwehr“ richtet sich im gleichen Maße an die notfallmedizinischen und technischen Verantwortlichen in der Planung und Einsatztaktik sowie die in diesem Sektor administrativ-organisatorischen Führungskräfte, wie beispielsweise Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Stabspersonen und Führungskräfte von Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Gesundheitsbehörden, Klinikverwaltungen und Polizeieinheiten, und an aktive Einsatzkräfte wie Leitende Notärzte und Organisatorische Leiter Rettungsdienst sowie individuell eingesetzte Einsatzkräfte im Bereich der medizinischen Gefahrenabwehr.
Durch seine innovative Struktur berücksichtigt das Werk eine Vielzahl von speziellen Einsatzlagen immer unter dem Fokus der Interdisziplinarität. Neben notfallmedizinischen Spezialitäten sind auch besondere einsatztaktische Situationen detailliert dargestellt, um den spezifischen medizinischen, medizintechnischen sowie logistisch-technischen Herausforderungen, die an die Einsatzführung und Planung gestellt werden, gerecht zu werden.
Das Buch schließt die bisherige Lücke zwischen den klassischen katastrophenmedizinischen Werken und der Vielzahl hervorragender Handbücher zur rettungsdienstlichen Notfallmedizin.
Das Handbuch „Medizinische Gefahrenabwehr“ ist im Konzept und in der vorliegenden Umsetzung ein neuartiges Werk, das Planern und Einsatzkräften gleichermaßen zur Seite stehen möchte. Planung und Strategiebildung sind neben der tatsächlichen Einsatzbewältigung zentrale oder vielleicht die zentralen Aufgaben der medizinischen Gefahrenabwehr. Planung ermöglicht es, schwierige und schwer beherrschbare Situationen besser und zielführender bearbeiten zu können
Auch wenn sie in vielen Aspekten nie allumfassend oder perfekt sein können und werden, so sind Planung und Vorbereitung im Rahmen der medizinischen Gefahrenabwehr die entscheidenden Schritte dahin, dass weder Gesellschaft noch einzelne Individuen in die Passivität eines Opfers gedrängt werden.
Die Erfahrungen der letzten Jahre geben es uns als fortwährende Verantwortung, an den Aufgabenstellungen und der zum Teil neuen Dimension der Einsatzsituationen zu lernen und im Rahmen der Verschreibung neuer Strategien zu üben und diese im tatsächlichen Einsatz zu beherrschen.
Wir würden uns freuen, wenn unser gemeinsames Buch einen für den Leser wichtigen Beitrag für diese Aufgabenstellung leisten könnte.
Wie aktuell die Notwendigkeit einer gründlichen Vorbereitung und schnellen abgestimmten Reaktion aller Beteiligten bei medizinischen Gefahrenlagen ist, belegt die erstmals Mitte April 2009 in Mexiko nachgewiesene und binnen weniger Wochen weltweit aufgetretene Reassortante eines Influenza-A-Virusstamms (H1N1). Eine endgültige Bewertung des Pandemiepotenzials dieses von Mensch zu Mensch übertragbaren, humane, aviäre und porzine Virusbestandteile enthaltenden Erregers steht noch aus. Gleichwohl spiegelt das Auslösen der pandemischen Warnphase 6 durch die WHO sowohl die weltweite Besorgnis wie auch die Entschlossenheit der Gesundheitsbehörden in der Bekämpfung dieser Erkrankung wider.
Wir danken allen Autorinnen und Autoren für ihre Bereitschaft und Begeisterung, ihr Fachwissen in dieses Buch einzubringen. Dem Verlag Elsevier Urban & Fischer, besonders den Lektorinnen Frau Martina Braun, Frau Dr. Barbara Heiden und Frau Kathrin Herlitz, sowie Frau Susanne Bogner möchten wir für die stete Unterstützung unseres Vorhabens und ihre Geduld beim Reifen dieses Projekts danken.
Nachruf
Am 21.01.2009 starb unser Mitherausgeber Hanno Peter nach langer schwerer Krankheit. Dieses Buch war ihm ein großes Anliegen, ein Teil seines Lebenswerks – und wir sind traurig, dass er seine Fertigstellung nicht mehr erleben durfte. Wir widmen ihm dieses Buch als Andenken an einen außergewöhnlichen Menschen und als Würdigung seiner Leistungen um den Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz in Deutschland.
Hanno Peter war Entwickler, Dozent, Führungskraft, Pädagoge und gleichzeitig Moderator, Begleiter, Familienvater, Kollege und mir ein Freund. Diese Kombination bleibt uns und vielen, die ihn erlebt haben, unvergesslich in Erinnerung.
Hanno Peter wurde am 27.03.1952 geboren und schloss eine Ausbildung zum Industriekaufmann und ein Studium der Pädagogik und Psychologie ab. Schon früh engagierte er sich ehrenamtlich im Deutschen Roten Kreuz: als Einsatzkraft im Rettungsdienst und Katastrophenschutz, später als Führungskraft.
Hauptberuflich wirkte er jahrzehntelang an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz des Bundes (AKNZ), zuletzt als Abteilungsleiter für Führung und Leitung. Er bildete Führungskräfte in der Stabsarbeit aus und verschaffte dem Rettungsdienst durch Entwicklung der fachlich-speziellen Führungslehre die notwendige Bedeutung. Konsequent wechselte er vor wenigen Jahren ins Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nach Bonn, um das Zentrum Medizin zu übernehmen.
Hanno Peter hielt Kontakt zum Einsatz- und Führungsdienst. Ehrenamtlich blieb er aktiv in seiner Heimat im Kreis Ahrweiler, beruflich übernahm er Führungsaufgaben bei den bundesweiten LÜKEX-Übungen, beim Weltjugendtag in Köln/Kerpen/Frechen 2005 und bei der Fußballweltmeisterschaft 2006. Die Zusammenarbeit mit ihm war zielgerichtet, freundschaftlich und fachlich hochwertig.
Hanno Peter behielt sein erlangtes Wissen nicht als Eigentum, sondern gab es bereitwillig weiter, veröffentlichte es in Büchern und Zeitschriften und förderte die Entwicklung der Führungslehre im Bevölkerungsschutz. Er war bereit zur Diskussion und zum Lernen, Überheblichkeit war ihm fremd.
Mit seinem Tod habe ich einen Freund verloren, einen Freund, der mich lehrte, motivierte, mir zuhörte, vertraute und mit mir diskutierte und entwickelte. Zusammen erarbeiteten wir mit Kollegen das rheinische Einsatzkonzept „ÜMANV“, neue MANV-Taktiken und Behandlungsplätze, Stabsarbeit und die Führungswissenschaft im Bevölkerungsschutz. Trotz Krankheit war er bis zu seinen letzten Stunden interessiert an den aktuellen Entwicklungen und blieb der freundliche, ruhige und moderierende Mensch, wie er uns in Erinnerung bleiben wird. Ich wünsche ihm Gottes Segen.
Herausgeber und Autoren
Herausgeber
Autoren
Abbildungsnachweis
Abb. 2.1: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Hanno Peter, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Bonn
Abb. 2.2: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Franz-Josef Molitor, Bornheim
Abb. 2.3: Dr. rer. nat. Jörg Schmidt, Stabsstelle Städt. Krisenmanagement & Bevölkerungsschutz, Berufsfeuerwehr Köln – Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, Köln
Abb. 2.4: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Dr. rer. nat. Jörg Schmidt, Stabsstelle Städt. Krisenmanagement & Bevölkerungsschutz, Berufsfeuerwehr Köln – Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, Köln
Abb. 3.1 bis Abb. 3.4: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Dr. rer. nat. Jörg Schmidt, Stabsstelle Städt. Krisenmanagement & Bevölkerungsschutz, Berufsfeuerwehr Köln – Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, Köln
Abb. 3.5: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Dipl.-Biol. Peter Hornburger, Abteilung Einsatz Berufsfeuerwehr München
Abb. 3.6: Dr. med. Thomas Luiz, DENIT – Deutsches Zentrum für Notfallmedizin und Informationstechnologie, Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering, Kaiserslautern
Abb. 3.7: DRK
Abb. 3.8: Dr. H. Lemke, Ärztlicher Direktor Rettungsdienst der Stadt Dortmund
Abb. 3.9: Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Steiermark, Landesrettungskommando Steiermark
Abb. 3.10: Interverband für Rettungswesen, IVR-IAS, Schweiz, Bern
Abb. 3.11: Dr. med. Thomas Luiz, DENIT – Deutsches Zentrum für Notfallmedizin und Informationstechnologie, Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering, Kaiserslautern
Abb. 3.12: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Abb. 3.13: Dipl.-Biol. Peter Hornburger, Abteilung Einsatz Berufsfeuerwehr München
Abb. 3.14: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Dr. med. Thomas Luiz, DENIT – Deutsches Zentrum für Notfallmedizin und Informationstechnologie, Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering, Kaiserslautern, modifiziert nach Adams et al. 2005
Abb. 3.15: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Dr. med. Thomas Luiz, DENIT – Deutsches Zentrum für Notfallmedizin und Informationstechnologie, Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering, Kaiserslautern
Abb. 3.16 bis Abb. 3.22: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Prof. Dr. med. Christian K Lackner, Geschäftsführender Vorstand, INM – Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement, Klinikum der Universität München, München
Abb. 4.1 bis Abb. 4.4: Dr. med. Thomas Luiz, DENIT – Deutsches Zentrum für Notfallmedizin und Informationstechnologie, Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering, Kaiserslautern
Abb. 4.5: Notarztleitfaden, 5. Aufl., Elsevier GmbH
Abb. 4.6, Abb. 4.7: Dr. Markus Muhm, Oberfeldarzt der Reserve
Abb. 4.8: Bernd Geßmann, Erfstadt
Abb. 4.9: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Bernd Geßmann, Erfstadt
Abb. 5.1 bis Abb. 5.4: Detlef Cwojdzinski, Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Berlin
Abb. 5.5: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Detlef Cwojdzinski, Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Berlin
Abb. 5.6: Detlef Cwojdzinski, Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Berlin
Abb. 8.1 bis Abb. 8.6: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Dr. rer nat. Jörg Schmidt, Stabsstelle Städt. Krisenmanagement & Bevölkerungsschutz, Berufsfeuerwehr Köln – Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, Köln
Abb. 8.7: Bildstelle der Berufsfeuerwehr Köln
Abb. 9.1 bis Abb. 9.6: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Udo Crespin, Leiter des Amtes für Gefahrenabwehr des Kreises Euskirchen, Kreisbrandmeister, Euskirchen
Abb. 9.7 bis Abb. 9.10: Udo Crespin, Leiter des Amtes für Gefahrenabwehr des Kreises Euskirchen, Kreisbrandmeister, Euskirchen
Abb. 9.11, Abb. 9.12: Bernd Geßmann, Erfstadt
Abb. 9.13, Abb. 9.14: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Jan Peters, Brandamtsrat Feuerwehr Hamburg, Hamburg
Abb. 12.1: Notarztleitfaden 5. Aufl., Elsevier GmbH
Abb. 12.2 bis Abb. 12.3: Dr. med. Tomislav Trupkovic, Oberarzt, Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik, Ludwigshafen
Abb. 12.4: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Dr. med. Tomislav Trupkovic, Oberarzt, Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik, Ludwigshafen
Abb. 18.1 bis Abb. 18.3: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Klaus-Dieter Tietz, Polizeidirektor und Dozent, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Abteilung IV Lehrbereich 2, Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ), Bad Neuenahr-Ahrweiler
Abb. 21.1: Dr. med. Jochen Hinkelbein, Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsmedizin Mannheim, Mannheim
Abb. 22.1: Richard Spörr, Oberarzt, Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Krankenhaus Bruchsal, Bruchsal
Abb. 22.2: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Dr. med. Dipl.-Chem. Richard Spörri, Oberarzt, Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Krankenhaus Bruchsal, Bruchsal
Abb. 22.3: Dr. med. Dipl.-Chem. Richard Spörri, Oberarzt, Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Krankenhaus Bruchsal, Bruchsal
Abb. 22.4: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Dr. med. Dipl.-Chem. Richard Spörri, Oberarzt, Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Krankenhaus Bruchsal, Bruchsal
Abb. 23.1, Abb. 23.2: Matthias Neumann, Fachkrankenpfleger für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin, Chemielaborant, Lehrrettungsassistent und Organisatorischer Leiter, Brüderkrankenhaus, Trier
Abb. 23.3: Unité Infectieuse, Zivilschutz Luxemburg
Abb. 23.4: Matthias Neumann, Fachkrankenpfleger für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin, Chemielaborant, Lehrrettungsassistent und Organisatorischer Leiter, Brüderkrankenhaus, Trier
Abb. 24.1: Dr. med. Werner Kirchinger, Helmholtz-Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt GmbH, Leiter Regionales Strahlenschutzzentrum, Neuherberg, nach IAEA
Abb. 25.1, Dr. rer. nat. Jörg Schmidt, Stabsstelle Städt. Krisenmanagement & Bevölkerungsschutz, Berufsfeuerwehr Köln – Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, Köln
Abb. 25.2: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Dr. rer. nat. Jörg Schmidt, Stabsstelle Städt. Krisenmanagement & Bevölkerungsschutz, Berufsfeuerwehr Köln – Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, Köln
Abb. 26.1: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Konsensus-Konferenz 2008
Abb. 27.1, Abb. 27.2: Henriette Rintelen, Velbert, nach Vorlage von Ingo Heers, Landesbeauftragter für den Betreuungsdienst, DRK Landesverband Rheinland-Pfalz, Bodenheim
Abb. 27.3, Abb. 27.4: BRK, Landesverband Rheinland-Pfalz
Table of Contents
Copyright
Geleitwort
Geleitwort
Vorwort
Nachruf
Herausgeber und Autoren
Abbildungsnachweis
I: Prinzipien der Gefahrenabwehr
Kapitel 1: Lage
Kapitel 2: Strukturen der Gefahrenabwehr
II: Prinzipien und Aufgaben der medizinischen Versorgung beim MANV
Kapitel 3: Einsatzstelle
Kapitel 4: Transport
Kapitel 5: Klinik
Kapitel 6: Die Versorgung mit Sanitätsmaterial
Kapitel 7: Die Versorgung mit Blutprodukten
Kapitel 8: Führungsorganisation und -einrichtungen
III: Spezielle Schadenslagen
Kapitel 9: Unfälle mit Verkehrsmitteln und technische Menschenrettung
Kapitel 10: Explosionsverletzungen
Kapitel 11: Schuss- und Stichverletzungen
Kapitel 12: Verbrennungen
Kapitel 13: Hitzeschäden
Kapitel 14: Unterkühlung und Erfrierungen
Kapitel 15: "Crowding" bei Massenveranstaltungen
Kapitel 16: Gebäudeeinsturz und Verschüttung
Kapitel 17: Dekompressionsunfall
Kapitel 18: Polizeiliche Lagen
Kapitel 19: Flächige Überlastlagen
Kapitel 20: Lawinenunfälle
Kapitel 21: Blitzschlag
IV: ABC-Gefahren
Kapitel 22: Einwirkung chemischer Stoffe
Kapitel 23: Infektionskrankheiten
Kapitel 24: Einwirkung ionisierender Strahlung
V: Sondersituationen/spezielle Aufgabenstellungen
Kapitel 25: Gefahrenabwehr bei Großveranstaltungen
Kapitel 26: Psychosoziale Notfallversorgung
Kapitel 27: Betreuungseinsätze
Kapitel 28: Risiko- und Krisenkommunikation
Kapitel 29: Erläuterung wichtiger Fachbegriffe und Abkürzungsverzeichnis
Register
I
Prinzipien der Gefahrenabwehr