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This book belongs to Chanah
who makes it all worthwile
In Amerika herrscht die ungebändigtste Wildheit
aller
Einrichtungen … und als ein Land der Zukunft
geht es uns überhaupt hier nichts
an.
– Hegel –
Kleine, aber notwendige Vorbemerkung
zur Namensgebung
Bitte: Wie heißt das Land, in dem ich jetzt lebe?
Gebildete Europäer scheuen sich oft, einfach »Amerika« zu sagen. Schließlich sei nicht der gesamte amerikanische Kontinent gemeint, sagen sie, sondern nur ein paar Vereinigte Staaten, die sich auf ihm befinden. Jene von intellektuellen Skrupeln geplagten Europäer wissen wohl nicht, welchen Namen die Republik Mexiko offiziell vor sich herträgt: »Estados Unidos Mexicanos« – zu Deutsch also »Vereinigte mexikanische Staaten«.
Die meisten Amerikaner weichen dem Problem der Namensgebung aus, indem sie auf eine Abkürzung zurückgreifen: Ju-Äss. »US declares war on Canada«, könnte etwa eine gewagte Schlagzeile in einer Tageszeitung heißen: USA erklären Kanada den Krieg. (Die Meldung danach wäre wahrscheinlich: »US President Fires SecDef«, amerikanischer Präsident entlässt Verteidigungsminister.) Ich aber finde Abkürzungen grundsätzlich unschön. Ich will nicht in den »US« wohnen, auch nicht in den »USA«, so wie ich früher nicht in der »BRD« zu Hause war, sondern in Deutschland.
Die zur Hälfte drollige und im Ganzen herabsetzende Bezeichnung »Ami-Land« verbietet sich von selbst. Also bleibe ich in diesem Buch durchgehend bei einer altmodischen Bezeichnung für dieses altmodische Land – ich sage Amerika. Nebenbei: Die Sprache, die hier gesprochen wird, heißt Englisch. Das »Amerikanische« ist außerhalb der deutschen Landesgrenzen völlig unbekannt.
Inhalt
Tagebuch einer Auswanderung
Den Seinen gibt’s der Herr im Schlafe 17 / Begegnung mit der Menschheit 19 / Katz & Cohen 20 / E-Mails an Sharon 24 / So sind sie, die Deutschen – und die Österreicher 25 / So sind sie, die Israelis 27 / Das Verhör 29 / Reiselektüre 33 / Angstneurosen und Theologie 35
Erstes Kapitel
Ein altmodisches Land
Wie man einen Scheck ausfüllt 41 / Von der Post und anderen Nationalheiligtümern 43 / Fahrenheit, Dollars und arme Ritter 46 / Die entfesselte Moderne von anno Dingenskirchen 48 / Amerikas Kronjuwelen 52
Zweites Kapitel
Ausgerechnet Alaska!
Viel zu warm hier 59 / Trübsal blasen 60 / Lauter nette Menschen 63 / Feuer frei in South Dakota 65 / Fasane sehen alle aus, als ob sie Fritzchen hießen 67 / Schieße nie auf den Hund 70 / Wer zielt, der trifft nicht 73
Drittes Kapitel
Wie hältst du’s mit der Religion?
In den Schluchten des Balkans 79 / Warum es in Amerika nicht wie in Bosnien zugeht 81 / Warum Bosnien heute in Amerika liegt 86 / Der Sepp und sein Engel 88 / Mormonenfestspiel samt Apokalypse 92
Viertes Kapitel
Die Protokolle der Weisen von Greenwich
Wie der Flugzeugträger erfunden wurde 101 / Warum es Amerika eigentlich gar nicht gibt 103 / Der angelsächsische Geheimplan 105 / Litanei der Kriegsverbrechen auf der »USS Intrepid« 111 / Nachbemerkung: Der sowjetische Traktor 115
Fünftes Kapitel
Das andere Ufer
Die Überfahrt 121 / Westwärts, westwärts! 123 / Die Kalifornier und die Glühbirne 126 / Jäger und Sammler 130 / Eine atemberaubende Entdeckung 132 / Das goldene Tor 136
Sechstes Kapitel
Von Demokraten und anderen Rassisten
Edle Seelen 141 / Der bewaffnete Arm der demokratischen Partei 143 / An Woodrow Wilson hat es nicht gelegen 146 / Der große Truman, der große Lyndon B. Johnson 148 / Warum wurde Lincoln kein Terrorist? 151 / Die amerikanische Wunde 152 / Wovon Abraham Lincoln entzückt gewesen wäre 157
Siebtes Kapitel
Unter Indianern
Die Welt ist des Teufels 161 / Indianer gibt es nicht 165 / Warum die Indianer Richard Nixon lieben 169 / Pfad der Tränen 172 / Das Naturtheater von Oklahoma 177
Epilog
Alles, was Sie über Amerika denken, ist wahr
Aliens schmecken wie Hühnchen 187 / Die spinnen, die Amis 189 / Vorurteile, nichts als Vorurteile 193 / Noch mehr begründete Vorurteile 201 / Die Alte Welt, die Neue Welt 209
Zugabe
Fünf praktische Handreichungen für Auswanderer
215
Thanks, guys 220
Tagebuch einer Auswanderung