
Contents
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H.-P. Blume, B. Deller, R. Leschber, A. Paetz, S. Schmidt, B.-M. Wilke
Handbuch der Bodenuntersuchung
Aktuelles Grundwerk
Terminologie,Verfahrensvorschriften und Datenblätter –
Physikalische, chemische, biologische Untersuchungsverfahren –
Gesetzliche Regelwerke, in Ordnern
2000
ISBN 3-527-19080-5
S. Kromidas
Handbuch Validierung in der Analytik
2000
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W. Gottwald
Statistik für Anwender
2000
ISBN 3-527-29780-4
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Validierung in der Analytik
1999
ISBN 3-527-28748-5
Wasserchemische Gesellschaft, Fachgruppe in der GDCh; in Gemeinschaft mit dem Normenausschuss Wasserwesen (NAW) im DIN e.V. (Hrsg.)
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlamm-Untersuchung
Physikalische, chemische, biologische und bakteriologische Verfahren.
Aktuelles Grundwerk, in Ordnern, Lieferung 1-61, Stand: Januar 2005
1981
ISBN 3-527-19010-4

Autoren
Werner Funk 
Dipl.-fng. Vera Dammann
Fachhochschule GieRen. Friedberg
Fachbereich Krankenhaus- und
Medizintechnik, Umwelt- und
Biotechnologie
Wiesenstraße 14
35390 Gießen
Dipl.-Ang. terhild Donnevert
Fachhochschule Gießen-Friedberg
Fachbereich Mathematik.
Natutwissenschaften. Informatik
Wiesenstraße 14
35390 Gießen
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© 2005 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
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Print ISBN 9783527311125
Epdf ISBN 978-3-527-62451-5
Epub ISBN 978-3-527-66052-0
Mobi ISBN 978-3-527-66051-3
In Memoriam Professor Werner Funk
Vorwort zur zweiten, überarbeiteten Auflage
In den mehr als 10 Jahren seit Erscheinen der ersten Auflage des vorliegenden Buches hat die analytische Chemie aufgrund technologischen Fortschritts nicht nur eine enorme wissenschaftliche Entwicklung erlebt, sondern hat eine Ausweitung ihrer Anwendungsbereiche erfahren und ist zum Teil zu einer grenzüberschreitenden Dienstleistung geworden. Parallel nahm das Bewusstsein für die Qualität analytischer Ergebnisse zu. Zunächst wurde versucht, die in etlichen Bereichen der Analytik bereits bestehenden Qualitätssicherungssysteme auf der Basis der internationalen Qualitätsmanagement-Normen der ISO 9000-Serie zertifizieren zu lassen. Diese Normen wurden ursprünglich zur Steigerung der Qualität in der Güterproduktion geschaffen. Die Zertifizierung bescheinigt, dass ein Qualitätssicherungssystem vorliegt und die Prüfungen systemkonform durchgeführt werden. Eine Beurteilung der Fachkompetenz für die Durchführung bestimmter Prüfungen erfolgt danach jedoch nicht. Basierend auf dem ISO-Guide 25 „General Requirements for the Technical Competence of Calibration and Testing Laboratories“ – in Europa ab 1994 in der Normenreihe EN 45001 ff. umgesetzt – wurde Mitte der 1990er Jahre den besonderen Anforderungen an die Fachkompetenz bei Prüflaboratorien durch die Einführung des Akkreditierungsgedankens in die Qualitätsnormen Rechnung getragen. Die Akkreditierung stellt die Bestätigung nicht nur der Konformität mit vorgegebenen technischen Regeln, sondern auch der Kompetenz des Laboratoriums durch einen unparteiischen Dritten dar. Inzwischen wurde die Norm EN 45001 durch die ISO/IEC-Norm 17025 „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf und Kalibrierlaboratorien“ ersetzt, die weltweit anerkannt ist.
Die in der ersten Auflage beschriebenen Verfahren der Analytischen Qualitätssicherung haben sich dabei in der Praxis bewährt, sind weiterentwickelt und ergänzt worden. So wurde der vor 1990 bei der Angabe eines Analysenergebnisses zumeist ungewohnte Begriff des Vertrauensbereiches inhaltlich erweitert und umbenannt zu „Messunsicherheit“ . Ausgelöst durch den Kostendruck bei der Dienstleistung „Analytik“ hat die „Gleichwertigkeit“ von schnelleren, automatisierbaren, sparsameren Analysenverfahren im Vergleich zum Referenzverfahren zunehmende Bedeutung erfahren.
All diesen neuen Anforderungen an die Qualitätssicherung trägt die jetzt vorliegende zweite Auflage Rechnung. Checklisten und das ausgearbeitete Rechenbeispiel im Anhang, das als Excel-Tabelle auch auf der beigefügten CD zur Verfügung steht, sollen konkrete Hilfestellung bei der täglichen Arbeit im Labor leisten.
Wir widmen diese zweite Auflage Professor Werner Funk, der 1996 leider viel zu früh verstarb.
Gießen, im März 2005
Vera Dammann
Gerhild Donnevert
Formelzeichen
| a | Ordinatenabschnitt der Kalibriergeraden bzw. der Kalibrierfunktion 2. Grades |
| Δa | Prognosebereich des Achsabschnittes |
| ac | Ordinatenabschnitt der Kalibriergeraden des analytischen Grundverfahrens |
| af | Ordinatenabschnitt der Wiederfindungsgeraden |
| ARL | Average Run Length |
| b | Steigung der Kalibriergeraden bzw. Regressionskoeffizient des linearen Gliedes der Kalibrierfunktion 2. Grades |
| dc | Steigung der Kalibriergeraden des analytischen Grundverfahrens |
| bf | Steigung der Wiederfindungsgeraden |
| bA | Steigung der Aufstockkalibrierfunktion |
| c | Regressionskoeffizient des quadratischen Gliedes der Kalibrierfunktion 2. Grades |
| d | Leitabstand der V-Maske |
| di | Residuen bzw. Differenzen für die Differenzen-Regelkarte oder den Ringversuch nach Youden |
![]() |
Mittelwert der Differenzen di |
| ds | Differenz der Analysenergebnisse xAs - xBs des ausreißerverdächtigen Labors beim Ringversuch nach Youden |
| d2 | Faktor zur Berechnung der Standardabweichung aus der Spannweite |
| D | Abweichung des Prozessmittelwertes vom Referenzwert, die erkannt werden sol1 |
| Di | Einzeldifferenz zwischen dem Ergebnis des Vergleichsverfahrens und dem Ergebnis des Referenzverfahrens |
| D* | ausreißerverdächtige Einzeldifferenz |
![]() |
Differenz der Mittelwerte der Ergebnisse des Vergleichsverfahrens und der Ergebnisse des Referenzverfahrens |
![]() |
Faktoren zur Berechnung der Warn- und Kontrollgrenzen bei der Range-Regelkarte |
| DS2 | Differenz der Abweichungsquadratsummen (Varianzen) |
| e | Entfernung des neuen Gesamtmittelwertes von der alten oberen Kontrollgrenze einer Qualitätsregelkarte |
![]() |
standardisierte Entfernung e |
| E(x) | Empfindlichkeit |
E( ) |
Empfindlichkeit in der Arbeitsbereichsmitte |
| f | Freiheitsgrad |
| fb | Freiheitsgrad für die Berechnung der Varianz ![]() |
| fi | Freiheitsgrad für die Berechnung der Varianz ![]() |
| ft | Freiheitsgrad für die Berechnung der Varianz ![]() |
| fw | Freiheitsgrad für die Berechnung der Varianz ![]() |
| fR | Freiheitsgrad für die Daten des Referenzverfahrens |
| fv | Freiheitsgrad für die Daten des Vergleichsverfahrens |
| Ff1f2:P | Tabellenwert der F -Verteilung |
| h | Entscheidungsintervall für die numerische Auswertung der Cusum- Regelkarte |
| i | laufende Nummer der Konzentrationsstufen bzw. laufende Nummer von Untergruppen/Analysenserien (1, 2,..., N ) |
| j | laufende Nummer der Analysen je Konzentrations stufe xi bzw. laufende Nummer der Analysen je Untergruppe/Analysenserie (1, 2,..., ni) |
| k | Faktor zur Berechnung der Bestimmungsgrenze bzw. Erweiterungsfaktor für die Berechnung der erweiterten Messunsicherheit bzw. Referenzwert für die Cusum-Regelkarte |
| K | Entscheidungsgrenze für die numerische Auswertung der Cusum-Regelkarte bzw. Vielfaches der Standardabweichung s, um das sich der Gesamtmittelwert einer Kontrollkarte verschiebt bzw. Anzahl der Wiederholbestimmungen beim Ringversuch |
| Koben | obere Entscheidungsgrenze K |
| Kunten | untere Entscheidungsgrenze K |
| KO | obere Kontrollgrenze einer Qualitätsregelkarte |
| KU | untere Kontrollgrenze einer Qualitätsregelkarte |
| l | Anzahl der an einem Ringversuch teilnehmenden Labors |
| L0 | ARL für den Fall, dass das Analysenverfahren unter Kontrolle ist |
| L1 | ARL für den Fall, dass das Analysenverfahren außer Kontrolle ist |
| msoll | konventionell richtige Konzentration eines Parameters (Sollwert) bei einem Zulassungsringversuch |
| ni | Anzahl der Analysen je Konzentrationsstufe xi bzw. je Untergruppe /Analysenserie |
| N | Anzahl der gewählten Konzentrationsstufen bzw. von Untergruppen /Analysenserien |
| Na | Anzahl der Mehrfachanalysen einer Probe |
| Nc | Anzahl der Kalibrier-Konzentrationsstufen |
| Nf | Anzahl der Konzentrationsniveaus bei der Ermittlung der Wiederfindungsgeraden |
| NA1 | Anzahl Konzentrationsstufen vor der Ausreißereliminierung |
| NA2 | Anzahl Konzentrationsstufen nach der Ausreißereliminierung |
| NL | Anzahl Blindwerte (Leerwerte) |
| NR | Anzahl der Analysenergebnisse des Referenzverfahrens |
| NV | Anzahl der Analysenergebnisse des Vergleichsverfahrens |
| P | Signifikanzniveau, statistische Wahrscheinlichkeit |
| PW | Prüfwert zur Durchführung des F - bzw. t - bzw. Grubbs-Tests |
| q | Anzahl Standardabweichungen bei der Skalierung der Cusum- Regelkarte |
| Qi | Quotient aus dem Ergebnis des Vergleichsverfahrens und dem Ergebnis des Referenzverfahrens |
| Q* | ausreißerverdächtiger Quotient |
![]() |
Mittelwert der Quotienten Qi |
![]() |
Quadratsummen |
| r | Korrelationskoeffizient bzw. Wiederholbarkeit im Ringversuch |
| r(P= 99%, f ) | Schwellenwert zur Prüfung des Korrelationskoeffizienten |
| R | Spannweite (Range) |
| Ri | Spannweite der Serie i |
![]() |
Mittelwert der Spannweiten Ri |
| s | Standardabweichung |
![]() |
Standardabweichung des Achsabschnittes af |
![]() |
Standardabweichung der Steigung bf |
| Sb | Standardabweichung zwischen den Serien (between batch) |
| Sd | Standardabweichung der Differenzen di bzw. gemittelte Standardabweichung zweier Analysenserien beim Mittelwert-t -Test bzw. Messgenauigkeit bei Ringversuchen nach Youden |
| Si | Standardabweichung der Messwerte für Analysen von Standardproben mit der Konzentration xi |
![]() |
Varianz der Messwerte für Analysen von Standardproben mit der Konzentration xi |
| Sr | Wiederholstandardabweichung |
| St | Gesamt-Standardabweichung (total) |
| Sw | Standardabweichung in der Serie (within batch) |
| sxi | Einzelstandardabweichung bei Schätzung der Messunsicherheit |
| sxo | Verfahrensstandardabweichung |
| sxo1 | Verfahrensstandardabweichung der 1. Analysenserie |
| sxo2 | Verfahrensstandardabweichung der 2. Analysenserie |
| sxoc | Verfahrensstandardabweichung des analytischen Grundverfahrens |
| Sy | Reststandardabweichung |
![]() |
Reststandardabweichung der Kalibrierfunktion 1. Grades bzw. Reststandardabweichung der 1. Analysenserie |
![]() |
Reststandardabweichung der Kalibrierfunktion 2. Grades bzw. Reststandardabweichung der 2. Analysenserie |
![]() |
Reststandardabweichung der Kalibriergeraden vor Ausreißereliminierung |
![]() |
Reststandardabweichung der Kalibriergeraden nach Ausreißereliminierung |
![]() |
Reststandardabweichung der Wiederfindungsgeraden |
| ssoll | Streumaß zur Berechnung der Qualitätsgrenzen für Zulassungsringversuche |
| SA | Standardabweichung der Analysenergebnisse von Probe A (Ringversuch nach Youden) |
| sB | Standardabweichung der Analysenergebnisse von Probe B (Ringversuch nach Youden) |
![]() |
maximal zulässiger Wert der Standardabweichung sA |
![]() |
maximal zulässiger Wert der Standardabweichung sB |
| sD | Standardabweichung der Differenzen beim verbundenen t -Tests |
| SL | Standardabweichung des Blindwertes (Leerwertes) bzw. Standardabweichung zwischen den Labors |
| SQ | Standardabweichung der Quotienten Qi |
| sR | Standardabweichung der Ergebnisse des Referenzverfahrens bzw. Vergleichsstandardabweichung aus einem Ringversuch |
| sV | Standardabweichung der Ergebnisse des Vergleichsverfahrens |
| SRV | Hilfsgröße für den χ2-Test |
| SWFR | Standardabweichung der Wiederfindungsraten |
![]() |
Varianz der Messwerte an der unteren Grenze des Arbeitsbereichs |
![]() |
Varianz der Messwerte an der oberen Grenze des Arbeitsbereichs |
| S | cumulative Summe (Cusum) |
| SN | Serien |
| s- | negative systematische Abweichung bei der Cusum-Regelkarte |
| s+ | positive systematische Abweichung bei der Cusum-Regelkarte |
![]() |
Tabellenwert der t -Verteilung |
| Ti | Summen der Wertepaare xAi,xBi beim Ringversuch nach Youden |
![]() |
Mittelwert der Summen Ti |
| u(xi) | Standardunsicherheit |
| u(γ ) | kombinierte Unsicherheit |
| u(B) | Unsicherheit aufgrund der Laborkomponente des Bias |
| u(Ccrm) | Unsicherheit der Konzentration von zertifiziertem Referenzmaterial |
| u(Cref) | Unsicherheitskomponente des Methoden-Bias |
| u(e) | Unsicherheit aufgrund zufälliger Fehler unter Wiederholbedingungen |
| u(bias) | kombinierte Unsicherheit aus Methoden-Bias und Laborkomponente des Bias |
| u(Rw) | Unsicherheitskomponente der Reproduzierbarkeit innerhalb des Labors |
![]() |
Unsicherheit der mittleren Wiederfindungsrate des Referenzmaterials |
| U(γ) | erweiterte Unsicherheit |
| vs | Aufstockvolumen |
| vR | Variationskoeffizient der Analysenergebnisse des Referenzverfahrens |
| VV | Variationskoeffizient der Analysenergebnisse des Vergleichsverfahrens |
| vxo | Verfahrensvariationskoeffizient |
| VxoR | Verfahrensvariationskoeffizient des Referenzverfahrens |
| VxoV | Verfahrensvariationskoeffizient des Vergleichsverfahrens |
| VB(af) | Vertrauensbereich des Achsabschnittes af |
| VB(bf) | Vertrauensbereich der Steigung bf |
VB( ) |
Vertrauensbereich der Konzentration ![]() |
| VB(x1) | Vertrauensbereich an der unteren Grenze des Arbeitsbereichs |
| VBrel(x1) | relative Analysenpräzision an der unteren Grenze des Arbeitsbereichs |
| VBrel,zulässig | geforderte Mindestprä zision von Analysenergebnissen |
| VB(xi) | Vertrauensbereich des Einzelergebnisses |
VB( ) |
Vertrauensbereich des Mittelwertes |
![]() |
Prognosebereich der Regressionsgeraden nach Ausreißereliminierung fär die Konzentration xA |
| VBx(Y) | Vertrauensbereich (in Konzentrationseinheiten) des Messwertes γ |
| w | Skalierungsfaktor der Cusum-Regelkarte |
| WFR | Wiederfindungsrate |
| WFRi | Wiederfindungsrate der Serie i |
![]() |
mittlere Wiederfindungsrate |
| WO | obere Warngrenze |
| WU | untere Warngrenze |
| x | Konzentration bzw. Analysenergebnis |
| Δx | Ergebnisunsicherheit |
| Δxrel | relative Unpräzision bzw. Ergebnisunsicherheit |
| xo | über die Kalibrierfunktion geschätzter Probengehalt beim Verfahren der Standardaddition |
| x1 | Konzentration der Standardprobe an der unteren Grenze des Arbeitsbereichs |
| xc | Kalibrierkonzentration |
| Xf | gefundene Konzentration |
| Xi | Konzentration der i -ten Standardprobe |
| Xic | Standardkonzentration Nr. i bei der Kalibrierung des analytischen Grundverfahrens |
| Xif | über die Kalibrierfunktion des analytischen Grundverfahrens berechnete gefundene Konzentration |
| Xi,j | j-test Analysenergebnis für die Untergruppe / Analysenserie i |
| xp | Prüfwert zur Absicherung der unteren Arbeitsbereichsgrenze |
| xsoll | addierte Standardkonzentration bzw. konventionell richtiger Wert beim Ringversuch |
| xist | Differenz der berechneten Konzentrationen der aufgestockten Probe und der Urprobe |
| XA | Konzentration des eliminierten Ausreißer-Messwertes |
| xA1 | erste zugesetzte Aufstockkonzentration |
| xA4 | maximal zugesetzte Aufstockkonzentration |
| xN | Konzentration der Standardprobe an der oberen Grenze des Arbeitsbereichs |
| xvi | Analysenergebnis des Vergleichsverfahrens |
| XRi | Analysenergebnis des Referenzverfahrens |
| xNG | Nachweisgrenze |
| xEG | Erfassungsgrenze |
| xBG | Bestimmungsgrenze |
| ΔxBG | Ergebnisunsicherheit an der Bestimmungsgrenze |
![]() |
Mittelwert der Standardkonzentrationenxi |
![]() |
Mittelwert der Analysenergebnisse von Probe A (Ringversuch nach Youden) |
![]() |
Mittelwert der Analysenergebnisse von Probe B (Ringversuch nach Youden) |
| xAi | Analysenergebnisse von Probe A (Ringversuch nach Youden) |
| xBi | Analysenergebnisse von Probe B (Ringversuch nach Youden) |
![]() |
Mittelwert der Analysenergebnisse einer Untergruppe |
![]() |
Mittelwert der Analysenergebnisse des Referenzverfahrens |
![]() |
Mittelwert der Analysenergebnisse des Vergleichsverfahrens |
![]() |
Gesamtmittelwert |
![]() |
Mittelwert der Kalibrierkonzentrationen |
![]() |
über die Kalibrierfunktion berechnete Konzentration einer untersuchten Probe rnit dem Messwert ![]() |
![]() |
über die Kalibrierfunktion berechnete Konzentration der aufgestockten Probe |
| x2 | Prüfgröß für den![]() |
![]() |
Messwert der Urprobe beim Verfahren der Standardaddition |
![]() |
über lineare Regression berechneter Achsabschnitt der Aufstockkalibrierfunktion |
![]() |
kritischer Wert der Messgröße (Hilfswert zur Ermittlung von xNG) |
![]() |
Messwert der i-ten Standardprobe |
![]() |
j -ter Messwert für die Konzentration xi |
![]() |
Hilfswert zur Ermittlung von xp |
![]() |
eliminierter Ausreißer-Messwert |
![]() |
Messwerte der aufgestockten Proben |
![]() |
Blindwert (zur Berechnung des Analysenergebnisses mittels der Aufstockkalibrierfunktion) |
![]() |
Blindwert (Leerwert) |
![]() |
Mittelwert der Messwerte xγi aus dem Kalibrierexperiment |
![]() |
mittlerer Blindwert |
![]() |
Prognoseintervall für zukünftige Blindwerte |
![]() |
Messwert einer untersuchten Probe |
![]() |
über die Kalibrierfunktion errechneter Messwert zur Standard konzentration xi |
![]() |
über die Kalibrierfunktion errechneter Messwert zur Standard konzentration xA |
| z | Z-Score |
| α | Signifikanzniveau |
| β | Signifikanzniveau |
| Δ2 | sukzessive Differenzenstreuung |
| δ | Methoden-Bias |
| η | Wiederfindungsrate |
| θ | Winkel der V-Maske |
![]() |
Schwellenwert der -Verteilung (sprich: chi-Quadrat) für die' s- Regelkarte |
Fast jeder Bereich unseres Lebens ist heutzutage von physikalisch-chemischen Mess- und Analysenergebnissen tangiert: So fordern wir z. B. nachweisbar schadstofffreie Lebensmittel, erwarten therapeutisch wirksame Pharmaka-Konzentrationen, empfinden Umweltverschmutzung auch dann als bedrohlich, wenn wir die Schadstoffe nicht direkt mit unseren eigenen Sinnen empfinden können und statt dessen in unserer Phantasie ein Abbild der Wasser-, Boden- und Luftqualität in Form eines Systems aus Grenzwerten und Analysenergebnissen entstehen lassen. Schließilich stellt sogar unser eigener Körper das Objekt der Analytik dar, wenn wir uns im Vorbeuge- oder Krankheitsfall der klinischen Diagnostik unterziehen.
Analysenergebnisse werden mit unterschiedlicher Zielsetzung in großier Zahl und mit erheblichem Aufwand erstellt ().
Etliche der genannten Analytikbereiche unterliegen gesetzlichen Auflagen, welche Aussagen über Art und Häufigkeit der durchzuführenden Analysen machen. Als Beispiel seien genannt:
Ziel jeder analytischen Arbeit ist, zuverlässige Analysenergebnisse definierter Qualität zu erhalten. Qualitätsmerkmale des Analysenverfahrens sind deshalb:
. Zeilsetzung and Einsatzgebeite für Analysen.
| Analysenzweck | Besondere Anforderungen an das Analysenveifahren | Beispiele |
| Auffinden von Schadstoffen, Screening |
– hohe Spezifität – niedrige Nach weis- grenze – schnell durchführbar – preiswert |
– med. Vorbeugeuntersuchungen (z. B. mit Blutzucker-Teststäbchen) – Toxikologie und Gerichtsmedizin: Identifikation von Giftstoffen und Drogen – Schadstoffidentifikation und Verursacherermittlung bei Umweltkatastrophen |
| Vorbereitung einer Entscheidung | – hohe Spezifität – hohe Genauigkeit |
– Beweismittel in der Kriminologie – Diagnostik in der Medizin – Beurteilung schadstoffemittierender Anlagen (Grenzwerte) – Gebührenfestsetzung (z. B. Abwasserabgabe, Abfallentsorgung, Abluftabgabe) – Eingangs-Qualitätsprüfung von Rohstoffen |
| Sicherstellung des Schutzes von Mensch und Umwelt | – hohe Spezifität – hohe Genauigkeit |
– Warnsysteme (z. B. Gasspürsysteme) – Lebensmittelüberwachung – Qualitätskontrolle von Pharmazeutika, sonstigen Chemikalien, Betriebs-und Werkstoffen |
| Erfolgskontrolle durchgeführter Maßnahmen | – hohe Spezifität – hohe Genauigkeit |
– Analysen im Rahmen der Abnahmeverfahren neuer und modifizierter technischer Anlagen – Umweltsanierungen – Erfolgskontrollen medizinischer Therapie |
| Monitoring, Prozessüberwachung und -regelung | – hohe Spezifität – hohe Genauigkeit – schnell durchzuführen |
– laufende Produktionsüberwachung von Lebensmitteln, Pharmazeutika, Chemikalien, Werkstoffen etc. – Emissionsüberwachung beim Betrieb umweltrelevanter Anlagen – Verlaufskontrolle von Langzeittherapien |
| Allgemeiner Informationsgewinn | – hohe Spezifität – hohe Genauigkeit – schnell durchzuführen |
– Grundlagenforschung aller Fachdisziplinen – Erstellung von Umweltkatastern |
Aufgabe des Analytikers ist demnach auch, die Qualität jedes von ihm angewandten Analysenverfahrens zu ermitteln, gegebenenfalls zu verbessern sowie sicherzustellen und zu dokumentieren, dass die erreichte Qualität zu jedem Zeitpunkt der Routineanalytik auch eingehalten wird. Erst dann kann von einem zuverlässigen Analysenverfahren gesprochen werden.
Die Untersuchungsaufgaben der physikalisch-chemischen Analytik lassen sich in der Regel auf die Beantwortung einer der folgenden fünf Grundfragen zuruckführen:
Diese verschiedenen Fragestellungen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Qualität des anzuwendenden Analysenverfahrens.
Aufgrund der Zielsetzung, des notwendigen Arbeitsaufwandes und der geforderten Aussagekraft der Analysenergebnisse lassen sich Analysenverfahren in fünf Gruppen einteilen:
Die unter 4. und 5. genannten Verfahren werden unter dem Begriff „ready-to-use“-Verfahren zusammengefasst [121].
Das zur Beantwortung einer bestimmten Fragestellung geeignete Analysenverfahren muss nicht unbedingt das aus naturwissenschaftlicher Sicht „beste Verfahren“ sein (). Wichtig dagegen ist jedoch, dass ein Analysenergebnis, welches bei der Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften gewonnen wurde, gegebenenfalls auch vor Gericht haltbar, d. h. rechtsmirtelfest ist.
. Cenauigkeitsanforderungen an Analysenverfahren in Abhängigkeit von der analytischen Fragestellung.
| Fragestellung | Eiforderliche Qualität des Analysenverfahrens |
| Ist ein Stoff vorhanden oder nicht? | Ja/Nein-Entscheidung – ein ausreichend empfindlicher Orientierungstest ist einsetzbar. |
| In welchem Konzentrationsbereich ist die betreffende Substanz vorhanden ? | Ein Orientierungstest mit entsprechender Abstufung der angezeigten Konzentrationsbereiche ist einsetzbar. |
| Liegt die Konzentration weit unterhalb eines zu prüfenden Grenzwertes? | Es ist keine hohe Präzision des Analysenergebnisses erforderlich, Orientierungstests und Feldmethoden sind einsetzbar. |
| Ist ein Grenzwert überschritten? | Eine hohe Genauigkeit (Präzision und Richtigkeit) des Analysenergebnisses ist erforderlich, d.h. nur Referenzverfahren und gegebenenfalls Laborvergleichsverfahren sind einsetzbar. |
| In welcher Konzentration ± Vertrauensbereich liegt der interessierende Inhaltsstoff in der Probe vor? | Eine hohe Genauigkeit (Präzision und Richtigkeit) des Analysenergebnisses ist erforderlich. Ist für das Analysenergebnis Rechtsmittelfestigkeit erforderlich, so sind nur Referenzverfahren, gegebenenfalls Laborvergleichsverfahren zulässig. Andernfalls kön auch sonstige Analysenverfahren eingesetzt werden, deren Zuverlässigkeit sichergestellt ist. |
Ziel der Analytischen Qualitätssicherung ist es, zuverlässige Analysenergebnisse zu gewinnen, deren Genauigkeit ermittelt, regelmäßig überprüft und dokumentiert ist.
Testreihen im Rahmen der Qualitätskontrolle von pharmazeutischen Produkten und toxischen Chemikalien unterliegen darüber hinaus den Regeln der „Guten Laborpraxis“, „Good Laboratory Practice“ (GLP), die Anforderungen an die Zielsetzung, Planung, Durchfuhrung, Überwachung, Aufzeichnung, Beurteilung und Dokumentation von Labor-Versuchsreihen definiert [19, 20, 181, 182, 184]. Das über die OECD ebenfalls international organisierte GLP-System [166–174] ist nicht Teil der Analytischen Qualitätssicherung und damit auch nicht Gegenstand des vorliegenden Buches.
Alle Arbeitsschritte zur Gewinnung und Beurteilung eines Analysenergebnisses im kommerziellen und staatlich geregelten Bereich sind eingebunden in ein hierarchisch organisiertes System der laborinternen und -externen Qualitätssicherung (s. auch ).
. Aufgaben und wechselweise Beziehungen der externen Analytischen Qualitätssicherung.

Auf nationaler und europäischer Ebene definiert der Gesetzgeber Grenzwerte, Zielwerte und Qualitätsanforderungen, schreibt zur Überwachung der Qualität von Produkten gegebenenfalls auch Referenzverfahren vor, fordert den Aufbau eines Analytischen Qualitätssicherungssystems und fòrdert zum Teil auch die Gründung und den Betrieb von Zertifizierungs-, Akkreditierungs- und Überwachungsinstitutionen [21,102, 144, 152, 177, 180, 185, 189, 207].
Internationale (ISO, CEN) und nationale (z.B. DIN, BSI, AFNOR, NEN) Normen definieren Begriffe, beschreiben Qualitätssicherungssysteme, Vorgehensweisen, Analysenverfahren, Messgeräte und bilden die Grundlagen für die Beurteilung des Betriebes und der Kompetenz von Laboratorien im Verlauf von Akkreditierung und Zertifizierung.
Eine Zertifizierung bescheinigt einem Laboratorium, dass es ein funktionsfähiges Qualitätsmanagementsystem [66, 76] aufgebaut hat und betreibt.
Für eine Akkreditierung dagegen muss das Laboratorium nachweisen, dass es die Kompetenz für die Durchführung bestimmter Analysen bei bestimmten Probenarten besitzt und alle Anforderungen, die in den entsprechenden Vorschriften und Normen aufgeführt sind, erfüllt [142].
Jede chemische Analyse basiert in irgendeiner Form auf der Messung einer physikalischen oder chemischen Größse mit Hilfe von Messgeräten. Die Sicherstellung der Genauigkeit der eingesetzten Messgeräte ist Aufgabe der sog. Prüfrnittelüberwachung.
Die Überprüfung der Befähigung des Laboratoriums beinhaltet auch die Teilnahme an Ringversuchen zum Vergleich mit anderen Laboratorien. Das den Ringversuch (RV) organisierende Laboratorium stellt dazu eine größere Menge einer sehr homogenen Probe her und versendet Teilproben hiervon an die am RV teilnehmenden Laboratorien zur Analyse. Die Analysenergebnisse der Teilnehmer werden gesammelt und ausgewertet. Die Beurteilung der Leistung eines Labors erfolgt anhand von Richtigkeit und Präzision seiner Ergebnisse.
Ringversuche werden nicht nur zur Beurteilung der analytischen Leistung von Laboratorien durchgeführt, sondern auch
Die Ermittlung, ggf. Verbesserung und Wahrung der Qualität der Analysenergebnisse sind unabdingbare Voraussetzung für die Akkreditierung eines Laboratoriums Für die Anwendung dieses Analysenverfahrens zur Analyse einer bestimmten Probenart. Auch wenn eine Akkreditierung nicht vorgesehen ist, sollte Analytische Qualitätssicherung im eigenen Interesse betrieben werden.
Für den Analytiker lassen sich die QS-Maßnahmen in vier Phasen, mehr oder weniger chronologisch aufeinander aufbauend, darstellen:
Nur durch die Einbindung aller analytischen Tätigkeiten in ein geschlossenes System sowohl der laborinternen als auch -externen Qualitätssicherung ist die Zuverlässigkeit der gewonnenen Analysenergebnisse gewährleistet: Sie sind einerseits rechtsmittelfähig und können andererseits zu Vergleichen im Rahmen von Trend-untersuchungen, Analysenwertkatastern etc. eingesetzt werden.
Bevor ein neues, insbesondere kalibrierbedürftiges Analysenverfahren Eingang in die Routineanalytik finden kann, gilt es, nicht nur die einzelnen Verfahrensschritte festzulegen, sondern sie gegebenenfalls zu optimieren und das gesamte analytische Grundverfahren auf seine Leistungsfähigkeit hin zu überprüfen. Die hierbei gewonnenen Leistungskenndaten werden gemeinsam mit der Analysenvorschrift dokumentiert und/oder publiziert und bilden die Grundlage für eine spätere Qualitätssicherung in der Routineanalytik.
Die im Folgenden beschriebenen statistischen Methoden finden in erster Linie ihre Anwendung während der Erstellung eines neuen Analysenverfahrens. Darüber hinaus sind sie geeignet, dem Analytiker während der Erprobung/Einübung eines kalibrierbedürftigen Analysenverfahrens Informationen über die aktuell erreichte Analysenqualität zu geben (s. auch Abschnitt 2.3).
Die Verfahrenskenndaten (lineare Kalibrierfunktion einschließlich Präzisionsmaße) sollten bei jeder Neukalibrierung des Analysenverfahrens neu ermittelt werden, so z. B. nach
. Arbeitsablauf der Phase I: Ablauf-Diagramm.




Phase I beinhaltet im Wesentlichen die sechs Hauptschritte (s. ):
Von besonderer Bedeutung ist hierbei die gezielte Korrektur des Analysenverfahrens während der Prüfphase, sobald das Ergebnis einer Teilprüfung auf eine nicht akzeptable Qualität der Analytik hinweist. Sind alle Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung im Rahmen des Analysenverfahrens ausgeschöpft und haben zu keiner Verbesserung geführt, so kann in den meisten Fällen eine Einengung des Arbeitsbereiches – speziell Reduzierung der gewählten höchsten Stoffmengenkonzentration – zu einer akzeptablen Präzision und zur Linearität der Kalibrierfunktion sowie der geforderten Varianzenhomogenität führen.
Die Phase I der Analytischen Qualitätssicherung liefert grundlegende Qualitätskenndaten für die spätere Routineanalytik.
Hierzu gehören in erster Linie:
Für die allgemeine Beurteilung des Analysenverfahrens werden darüber hinaus die Kenndaten
dokumentiert.
Bei einem kalibrierbedürftigen/kalibrierfähigen Analysenverfahren führt die Anwendung des physikalischen Messprinzips nicht direkt zum Analysenergebnis; der erhaltene Messwert stellt lediglich ein physikalisches Messergebnis dar, das über die zuvor empirisch im Rahmen eines Kalibrierexperiments gewonnenen Verfahrenskenndaten in das Analysenergebnis umgerechnet werden muss [101].
Die Verwendung einer Analysenfunktion
Analysenergebnis = Funktion des Messwertes
bzw. in kürzerer mathematischer Schreibweise:
= f (
)
(mit
als Messwert und
als Substanzgehalt/Analysenergebnis)
basiert auf der Anwendung der im Kalibrierexperiment gewonnenen Kalibrierfunktion
Messwert = Funktion des Substanzgehalts bzw.
y = f(x)
(mit x - Substanzgehalt der Standardlösung und y = zugehöriger Messwert)
und deren Präzisionskenndaten für die Bestimmung eines unbekannten Substanzgehaltes in einer Analysenprobe. Die Kalibrierfunktion wird hierzu – nach x aufgelost – zur Analysenfunktion, die nach Einsetzen des Messwertes der untersuchten Probe
das Analysenergebnis
liefert [101].
Eine Grundkalibrierung stellt die Kalibrierung des analytischen Grundverfahrens (Analysenprinzip) dar, d. h. hierbei werden keine Probenaufbereitungsschritte wie Extraktion oder Aufschluss durchgeführt, sondern lediglich Standards in reinem Lösungsmittel (z. B. destilliertes Wasser) analysiert.
Jede Kalibrierung beginnt mit der Wahl eines vorläufigen Arbeitsbereiches. Dieser richtet sich nach
Anforderungen an eine Standardprobe:
Herstellung der Standardproben:
Nach der Festlegung des vorläufigen Arbeitsbereiches werden N= 5…10 Standardproben so angesetzt, dass deren Konzentrationen möglichst äquidistant über den gewählten Arbeitsbereich verteilt liegen.
Aus den für diese Standardproben ermittelten Messwerten werden die vorläufigen Kalibrierfunktionen 1. und 2. Grades berechnet, deren Verfahrenskenndaten für weitere statistische Tests benötigt werden.
Anmerkungen:
| Substanzgehalt x: | mg/1 |
| Messwert: Peakhöhe y : | mm |
Steigung der Kalibrierfunktion:
[Peakhöhe pro Substanzgehalt] = 
Überprüfung anhand der Berechnungsformel:

