
Ulrich Chaussy | Gerd R. Ueberschär
»Es lebe die Freiheit!«
Die Geschichte der Weißen Rose
und ihrer Mitglieder
in Dokumenten und Berichten
Fischer e-books

Ulrich Chaussy, geb. 1952, Publizist, produziert Kulturprogramme und historische Features im Radio, Filme sowie zahlreiche Veröffentlichungen u.a. »Nachbar Hitler. Führerkult und Heimatzerstörung am Obersalzberg«. Mitarbeit an der von Otl Aicher für die »Weiße Rose Stiftung« konzipierten Ausstellung die »Weiße Rose«, Veröffentlichung der CD-ROM »Die Weiße Rose. Eine multimediale Dokumentation des deutschen Widerstandes«, Dokumentarfilm »Allen Gewalten zum Trotz« (mit Marieke Schröder).
Gerd R. Ueberschär, geb. 1943, Historiker. Promotion 1976. Danach bis 1996 wiss. Mitarbeiter am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg/Potsdam, seit 1986 Lehrbeauftragter an der Freiburger Universität. 1996-2008 Historiker und Archivar im Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg. Zahlreiche Veröffentlichungen, im Fischer Taschenbuch Verlag u. a. »Für ein anderes Deutschland. Der deutsche Widerstand gegen den NS-Staat 1933-1945«, »Das Nationalkomitee ›Freies Deutschland‹ und der Bund Deutscher Offiziere«, »Der Nationalsozialismus vor Gericht«, »Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion 1941«, »Stalingrad. Mythos und Wirklichkeit einer Schlacht« (beide zus. mit W. Wette), »Dienen und Verdienen. Hitlers Geschenke an seine Eliten« (zus. mit W. Vogel) sowie »Stauffenberg und das Attentat vom 20. Juli 1944. Darstellung, Biographien und Dokumente«.
Covergestaltung: bürosüd°, München
Coverabbildung: Jürgen Wittenstein, Santa Barbara/USA
Erschienen bei FISCHER E-Books
© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2013
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ISBN 978-3-10-402257-4
Zitiert nach: Hochverrat? Die »Weiße Rose« und ihr Umfeld. Hrsg. v. Rudolf Lill unter Mitarbeit von Michael Kißener. Konstanz 1993, S. 134.
Vgl. insbesondere Detlef Bald: Die »Weiße Rose«. Von der Front in den Widerstand. Berlin 2003.
Siehe Johannes Tuchel: »Von der Front in den Widerstand?« Kritische Überlegungen zu Detlef Balds Neuerscheinung über die »Weiße Rose«. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 51 (2003), S. 1022–1045; Armin Ziegler: Widerstand in Sachen »Weiße Rose«. Kritische Anmerkungen zu dem Buch von Detlef Bald: Die »Weiße Rose«. Von der Front in den Widerstand. Selbstverlag Schönaich 2003; Karl Heinz Jahnke: Jüngste Auseinandersetzungen um die Geschichte der Münchener Widerstandsgruppe Weiße Rose. In: Informationen – Studienkreis Deutscher Widerstand Frankfurt/Main 29. Jg., Nr. 59 v. Mai 2004, S. 33–35.
Detlef Bald: Die »Weiße Rose«. Von der Front in den Widerstand. Berlin 2004 (Taschenbuchausgabe), S. 11, 14f., 22ff.
Inge Scholl: Die Weiße Rose. Frankfurt am Main 1952.
Siehe dazu die bibliographischen Hinweise bei Ernst Fleischhack: Die Widerstandsbewegung »Weiße Rose«. Literaturbericht und Bibliographie. In: Jahresbibliographie der Bibliothek für Zeitgeschichte. Weltkriegsbücherei 42 (1970, erschienen 1971), S. 459–507; Wilfried Breyvogel: Die Gruppe »Weiße Rose«. Anmerkungen zur Rezeptionsgeschichte und kritischen Rekonstruktion. In: Piraten, Swings und Junge Garde. Jugendwiderstand im Nationalsozialismus. Hrsg. v. Wilfried Breyvogel. Bonn 1991; Michael Kißener: Literatur zur Weißen Rose 1971–1992. In: Hochverrat? Die »Weiße Rose« und ihr Umfeld. Hrsg. v. Rudolf Lill. Konstanz 1993, S. 159–179; Tatjana Blaha: Willi Graf und die Weiße Rose. Eine Rezeptionsgeschichte. München 2003.
Zur Darstellung und Dokumentation des Widerstandskreises »Weiße Rose« siehe: Inge Scholl: Die Weiße Rose. Frankfurt am Main 1.–3. Aufl. 1952, Lizenzausgabe Fischer Verlag 1955, danach erweiterte Neuausgaben ab 1982 und 1993 sowie Taschenbuchausgabe 1983; Klaus Vielhaber: Widerstand im Namen der deutschen Jugend. Willi Graf und die Weiße Rose. Eine Dokumentation. Würzburg 1963 (Neuausgabe u.d.T.: Gewalt und Gewissen); Christian Petry: Studenten aufs Schafott. Die Weiße Rose und ihr Scheitern. München 1968; Wir schweigen nicht! Eine Dokumentation über den antifaschistischen Kampf Münchner Studenten 1942/43. Hrsg. v. Klaus Drobisch. Berlin-Ost 1968, 1977, 1983; Karl Heinz Jahnke: Weiße Rose contra Hakenkreuz. Der Widerstand der Geschwister Scholl und ihrer Freunde. Frankfurt am Main 1969; Richard Hanser: Deutschland zuliebe. Leben und Sterben der Geschwister Scholl. Die Geschichte der Weißen Rose. München 1979, 1982; Hermann Vinke: Das kurze Leben der Sophie Scholl. Ravensburg 1980, 6. Aufl. 1991, Taschenbuchausgabe 1986; Michael Verhoeven/Mario Krebs: Die Weiße Rose. Der Widerstand Münchner Studenten gegen Hitler. Informationen zum Film. Frankfurt am Main 1982; Gerhard Schott: Die Weiße Rose. Studentischer Widerstand im Dritten Reich 1943. Gedenkausstellung der Universitätsbibliothek München 1983. München 1983; Hans Scholl und Sophie Scholl. Briefe und Aufzeichnungen. Hrsg. v. Inge Jens. Frankfurt am Main 1984, Neuauflage als Taschenbuchausgabe 1988, 1993; »… Der Tod war nicht vergebens«. Kurt Huber zum Gedächtnis. Hrsg. v. Clara Huber. München 1986; Willi Graf. Briefe und Aufzeichnungen. Hrsg. v. Anneliese Knoop-Graf und Inge Jens. Frankfurt am Main 1988, Neuauflage als Taschenbuchausgabe 1994; Annette E. Dumbach/Jud Newborn: Wir sind euer Gewissen. Die Geschichte der Weißen Rose. Stuttgart 1988, Freiburg 2002 (zuerst in englischer Ausgabe u.d.T.: Shattering the German Night. Boston/Toronto 1986); Anneliese Knoop-Graf: »Jeder Einzelne trägt die ganze Verantwortung«. Willi Graf und die Weiße Rose. Berlin 1991; dies.: »Jeder trägt die ganze Verantwortung«. Widerstand am Beispiel Willi Graf. In: Piraten, Swings und Junge Garde. Jugendwiderstand im Nationalsozialismus. Hrsg. v. Wilfried Breyvogel. Bonn 1991, S. 222–240; dies.: Hochverräter? Willi Graf und die Ausweitung des Widerstands. In: Hochverrat? Die »Weiße Rose« und ihr Umfeld. Hrsg. v. Rudolf Lill. Konstanz 1993, S. 43–88; Harald Steffahn: Die Weiße Rose. Reinbek 1992; Hochverrat? Die »Weiße Rose« und ihr Umfeld. Hrsg. v. Rudolf Lill unter Mitarbeit von Michael Kißener. Konstanz 1993; Die Weiße Rose und das Erbe des deutschen Widerstandes. Münchner Gedächtnisvorlesungen. München 1993; Michael C. Schneider/Winfried Süß: Keine Volksgenossen. Studentischer Widerstand der Weißen Rose. München 1993; Sippenhaft. Nachrichten und Botschaften der Familie in der Gestapo-Haft nach der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl. Hrsg. v. Inge Aicher-Scholl. Frankfurt am Main 1993; Lilo Fürst-Ramdohr: Freundschaften in der Weißen Rose. München 1995; Susanne Hirzel. Vom Ja zum Nein – eine schwäbische Jugend 1933–1945. Tübingen 1998; Barbara Leisner: »Ich würde es genauso wieder machen«. Sophie Scholl. München 2000, 4. Aufl. 2001, 5. Aufl. 2003; »Weitertragen«. Studien zur Weißen Rose. Festschrift für Anneliese Knoop-Graf zum 80. Geburtstag. Hrsg. v. Michael Kißener und Bernhard Schäfers. Konstanz 2001; Karl-Heinz Jahnke: Weiße Rose contra Hakenkreuz. Studenten im Widerstand 1942/43. Einblicke in viereinhalb Jahrzehnte Forschung. Rostock 2003; Detlef Bald: Die »Weiße Rose«. Von der Front in den Widerstand. Berlin 2003, 2. Aufl. 2009; Luise Schultze-Jahn: »Und der Geist lebt trotzdem weiter!« Widerstand im Zeichen der Weißen Rose. Berlin 2003; Werner Milstein: Mut zum Widerstand. Sophie Scholl – Ein Porträt. Neukirchen 2003; Alexander Schmorell. Gestapo-Verhörprotokolle Februar-März 1943. Hrsg. v. Igor Chramow. Orenburg 2005; Hermann Vinke: Hoffentlich schreibst du recht bald. Sophie Scholl und Fritz Hartnagel. Eine Freundschaft 1937–1943. Ravensburg 2005; »Wider die Kriegsmaschinerie«. Kriegserfahrungen und Motive des Widerstandes der »Weissen Rose«. Hrsg. v. Detlef Bald. Essen 2005; Ein Weggefährte der Geschwister Scholl. Die Briefe des Josef Furtmeier 1938–1947. Hrsg. v. Sönke Zankel und Christine Hikel. München 2005; Hermann Vinke: Fritz Hartnagel. Der Freund von Sophie Scholl. Zürich 2005; Sophie Scholl – Fritz Hartnagel. Damit wir uns nicht verlieren. Briefwechsel 1937–1943. Hrsg. v. Thomas Hartnagel. Frankfurt am Main 2005; Sibylle Bassler: Die Weiße Rose. Zeitzeugen erinnern sich. Hamburg 2006; Sönke Zankel: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln, Weimar, Wien 2006; erweiterte Fassung dieses Buches u.d.T.: Mit Flugblättern gegen Hitler. Der Widerstandskreis um Hans Scholl und Alexander Schmorell. Köln, Weimar, Wien 2008; Rosemarie Schumann: Leidenschaft und Leidensweg. Kurt Huber im Widerspruch zum Nationalsozialismus. Düsseldorf 2007; Peter Goergen: Willi Graf – Ein Weg in den Widerstand. St. Ingbert 2009; Barbara Beuys: Sophie Scholl. Biographie. München 2010; Der studentische Freundeskreis der Weißen Rose. Ausgewählte Brief- und Tagebuchauszüge. Hrsg. v. Heinrich Kanz. Frankfurt am Main 2011; Christiane Moll: Alexander Schmorell – Christoph Probst. Gesammelte Briefe. Berlin 2011; Peter N. Waage: Es lebe die Freiheit. Traute Lafrenz und die Weiße Rose. Stuttgart 2012; Die Stärkeren im Geiste. Zum christlichen Widerstand der Weißen Rose. Hrsg. v. Detelef Bald und Jakob Knab. Essen 2012; Barbara Ellermeier: Hans Scholl. Biographie. Hamburg 2012. Zu weiteren Literaturhinweisen und Bewertungen siehe die ›Kommentierte Auswahlbibliographie‹ in diesem Band, Seite 517 bis 525.
Zur Quellensituation in den Archiven siehe generell Archiv des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) München: ED 106/101, Archivbestand Walter Hammer; ebenda, Fa 215/1–5: Prozessakten, Flugblätter, Korrespondenzen, Berichte und Sammlungen betr. »Weiße Rose« (Sammlung Auerbach) und ED 474: Nachlass Inge Aicher-Scholl; Gedenkstätte Deutscher Widerstand (GDW) Berlin, Sammlung »Weiße Rose« u.a. Nachlass Harnack; BA Berlin (früherer Bestand in Hoppegarten): ZC 13267, Bd. 1–16 u.a. zu Hans Scholl, Sophie Scholl, Christoph Probst, Traute Lafrenz, Eugen Grimminger, Gisela Schertling und Katharine Schüddekopf; ZC 14116, Bd. 1–2 zu Hans Hirzel, Susanne Hirzel und Helmut Bauer; ZC 19601; NJ ( Nationalsozialistische Justiz) 1704, Bd. 1–33 u.a. zu Kurt Huber und Wilhelm Graf sowie NJ 6136 zu Heinrich Guter; Stadtarchiv München: Nachlass Kurt Huber; Russisches Staatliches Militärarchiv (RGVA) Moskau: 1361–1–8808 mit den Verhörprotokollen und Verhandlungsunterlagen gegen Alexander Schmorell.
Vgl. die Zitatstellen aus den Vernehmungsprotokollen und Prozessunterlagen bei Karl-Heinz Jahnke: Jugend im Widerstand 1933–1945. 2. Aufl. Frankfurt am Main 1985 (zuerst Berlin-Ost 1970 u. d. T.: Entscheidungen – Jugend im Widerstand 1933–1945), S. 108ff., 116f.; ferner: Wir schweigen nicht! Eine Dokumentation über den antifaschistischen Kampf Münchner Studenten 1942/43. Hrsg. v. Klaus Drobisch. Berlin-Ost 1968, 1977, 1985. Sie standen wohl auch Margot Pikarski zur Verfügung.
Siehe die Angabe bei: Willi Graf. Briefe und Aufzeichnungen. Hrsg. v. Anneliese Knoop-Graf und Inge Jens. Frankfurt am Main 1988, Neuauflage als Taschenbuchausgabe 1994, S. 252.
Als zentrale Publikation siehe Inge Scholl: Die Weiße Rose. Frankfurt am Main 1.–3. Aufl. 1952, 1955, erweiterte Neuausgaben ab 1982 und 1993 sowie Taschenbuchausgabe 1983 mit Abdruck der beiden Urteile des »Volksgerichtshofes« v. 22. 2. 1943 und 19. 4. 1943 sowie mehrerer Augenzeugenberichte, jedoch ohne Wiedergabe der Verhörprotokolle.
Alexander Schmorell. Gestapo-Verhörprotokolle Februar-März 1943. Hrsg. v. Igor Chramow. Orenburg 2005.
Vgl. Sönke Zankel: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Köln, Weimar, Wien 2006, S. 154ff., 157, auch zum Folgenden.
Ebenda, S. 120ff.; ebenso Sönke Zankel: Mit Flugblättern gegen Hitler. Der Widerstandskreis um Hans Scholl und Alexander Schmorell. Köln, Weimar, Wien 2008, S. 405ff.; Armin Ziegler: Die Demontage von »Halbgöttern«. Sönke Zankels Biographien der Weißen Rose – eine kritische Stellungnahme. Selbstverlag Schönaich 2007.
Sophie Scholl – Die letzten Tage. Mit Beiträgen von Fred Breinersdorfer (Hrsg.), Ulrich Chaussy, Marc Rothermund und Gerd R. Ueberschär. Frankfurt am Main 2005, 5. Auflage 2006.
Vgl. Hochverrat? Die »Weiße Rose« und ihr Umfeld. Hrsg. v. Rudolf Lill unter Mitarbeit von Michael Kißener. Konstanz 1993, S. 216.
Meldung des Großdeutschen Rundfunks am 3. 2. 1943, in: Wolfram Wette/Gerd R. Ueberschär (Hrsg.), Stalingrad. Mythos und Wirklichkeit einer Schlacht, Frankfurt 1992, S. 54.
Sophie Scholl an Fritz Hartnagel, 3. 1. 1943, in: Hans Scholl und Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen, Hrsg. Inge Jens, Frankfurt 1984, S. 231.
Heinz Boberach (Hrsg.), Meldungen aus dem Reich. Die Geheimen Lageberichte des SD, Herrsching 1984, 21. 1. 1943, Bd. 12, S. 4707.
Joseph Goebbels, Tagebucheintrag 23. 1. 1943, in: Joseph Goebbels, Die Tagebücher, Bd. 2/7, hrsg. von Elke Fröhlich, München 1993.
Joseph Goebbels, a.a.O. (Anm. 4).
Urteil des Sondergerichts München gegen Eickemeyer, Söhngen und Geyer vom 13. 7. 1944, Staatsarchiv München Staatsanwaltschaften 12530.
›Völkischer Beobachter‹, Ausgabe München, 15. 1. 1943, Gauleiter Giesler an die Studentenschaft: Der Krieg macht nicht halt vor den hohen Schulen, abgedruckt bei Christian Petry, Studenten aufs Schafott. Die Weiße Rose und ihr Scheitern, München 1968, S. 170.
Äußerungen und Berichte liegen vor von: Wolf Jaeger, Jürgen Wittenstein, Annemarie Farkasch, Albert Riester, Anneliese Knoop-Graf, Philomena Sauermann.
William L. Shirer, Aufstieg und Fall des Dritten Reiches, München–Zürich 1963, S. 1075, und Christian Petry, Studenten aufs Schafott. Die Weiße Rose und ihr Scheitern, München 1968, S. 99, nach einer Mitteilung von Wolf Jaeger, der mit Hans Scholl, Alexander Schmorell und Willi Graf befreundet war und mit ihnen in der Studentenkompanie Medizin studierte.
Hier weichen die Berichte voneinander ab. Nur Jürgen Wittenstein, auch er Mediziner und Mitglied der Sanitätskompanie, berichtet, der NS-Studentenführer sei verprügelt und als Geisel genommen worden, wodurch man die Kommilitonen wieder freibekommen habe. Annemarie Farkasch und Albert Riester sprechen übereinstimmend davon, dass die Teilnehmer trotz des Eintreffens der Polizei nach Ende der Veranstaltung nicht nach Hause gingen und in Sprechchören die Herausgabe ihrer Kommilitoninnen forderten.
Annemarie Farkasch, Studenten gegen Hitler. Es lebe die Freiheit, Folge 1, in: Der Student, Wien, 1948, zitiert hier nach Institut für Zeitgeschichte, Bestand Weiße Rose FA 215, Band 3.
Farkasch, a.a.O. (Anm. 11).
Mitteilung Philomena Sauermann an den Verfasser, September 2004.
Philomena Sauermann, a.a.O. (Anm. 13).
Willi Graf, Briefe und Aufzeichnungen. Hrsg. von Anneliese Knoop-Graf und Inge Jens, Frankfurt 1988, S. 99.
Alexander Schmorell sagte im Gestapo-Verhör am 1. 3. 1943 dazu aus: »Ich weiß noch ganz genau, dass Prof. Huber und Hans Scholl mit meinem Entwurf nicht einig gingen, sondern ihn mißbilligten. Solange ich an dem betr. Abend in der Wohnung des Scholl war, hat Prof. Huber selbst keinen Entwurf zu einem staatsfeindlichen Flugblatt angefertigt. […] Da ich an diesem Abend ohnehin vor hatte, ein Konzert im Odeon zu besuchen, habe ich mich in der Wohnung des Scholl nicht länger aufgehalten, sondern bin unverrichteter Dinge weggegangen.« Schmorell belastet also lediglich den bereits hingerichteten Freund, entlastet den Mitangeklagten Prof. Huber und entlastet den Mitangeklagten Willi Graf, indem er seine Anwesenheit bei der Besprechung nicht erwähnt. Huber bestätigt in seiner Aussage vom 2. 3. 1943, dass Schmorell das Treffen frühzeitig verließ, um ins Konzert zu gehen. Sein Entwurf sei daher nicht für das Flugblatt verwendet worden. Huber erwähnt Grafs Anwesenheit ebenfalls nicht. Willi Graf hingegen spricht in seinem Verhör zum gleichen Thema am 16. 3. 1943 mit keinem Wort von Alexander Schmorell. Huber habe lediglich auf Scholls Aufforderung hin dessen Flugblattentwurf kommentiert und stilistisch verbessert. Auch hier bei Willi Graf das gleiche Muster: Belastung des schon hingerichteten Freundes, Entlastung seines mitangeklagten Freundes Schmorell, dem mitangeklagten Prof. Huber wird eher eine Nebenrolle zugewiesen. Überlebende Mitglieder der Weißen Rose wie etwa Susanne Zeller-Hirzel berichten von ähnlichen Strategien bei ihren Verhören. Dafür war allerdings Voraussetzung, über das Schicksal der Freunde informiert zu sein. Zeller-Hirzel bekam einen Zeitungsausschnitt unter der Zellentür durchgeschoben, über den sie von der Hinrichtung von Christoph Probst, Hans und Sophie Scholl erfuhr. Neben der Erschütterung sei ihre Reaktion auch gewesen: »Ich wußte: Jetzt kann ich lügen« (Interview Susanne Zeller-Hirzel mit dem Verfasser, 18. 3. 2004).
Gestapo-Vernehmung Kurt Huber vom 27. 2. 1943: »Diese Sache war vor der Studentenkundgebung im Kongresssaal, bei welcher Gauleiter Giesler sprach.« In der Vernehmung vom 2.3. datiert Huber das Gespräch wahrscheinlich irrtümlich auf den Zeitraum vom 18. bis 20. 1. 1943.
5. Flugblatt »Aufruf an alle Deutsche!«, gesamter Text siehe S. 27f.
Gestapo-Leitstelle München an das RSHA am 5. 2. 1943, BA ZC13267, Bd. 1.
Die vier »Flugblätter der Weißen Rose« wurden von Alexander Schmorell und Hans Scholl verfasst und am 27.6., 30.6., 4.7. und 12. 7. 1942 verschickt. Jedes war nur in einer Auflage von ca. 100 Stück gedruckt worden. Unter den Adressaten waren Ärzte, Gastwirte, Geschäftsinhaber, von denen sich die Autoren die Weiterverbreitung ihrer Texte erhofften. Aber viele von ihnen lieferten die Flugblätter sofort bei der Gestapo ab. Eine Liste von 40 Personen befindet sich in BA ZC13267, Bd. 1.
Bericht Robert Mohr, in: Inge Scholl, Die Weiße Rose, Frankfurt 1993, S. 172.
Oswald Schäfer, Gestapo-Leitstelle München an das RSHA Berlin, 12. 2. 1943, Bundesarchiv Berlin, ZC 13267, Bd. 1.
Meldung des Großdeutschen Rundfunks am 3. 2. 1943.
Oswald Schäfer, a.a.O. (Anm. 22).
Oswald Schäfer, a.a.O. (Anm. 22).
6. Flugblatt »Kommilitoninnen! Kommilitonen!«, siehe S. 29ff.
6. Flugblatt, a.a.O. (Anm. 26), siehe S. 29ff.
Richard Harder, BA Berlin, ZC 13267 Bd. 1.
Harder, a.a.O. (Anm. 28).
Interview Elisabeth Hartnagel mit dem Verfasser, 18. 3. 2004.
Brief an Fritz Hartnagel, 7. 2. 1943, in: Hans Scholl und Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen, a.a.O., S. 234/235 (Anm. 2).
Traute Lafrenz, in: Inge Scholl, Die Weiße Rose, Frankfurt 1993, S. 133/134.
Die Berichte der Beteiligten über diese Treffen, an denen Sophie Scholl nicht teilnahm – sie war in diesen Tagen in Ulm und kehrte erst am 14. Februar nach München zurück – sind mit Vorsicht zu bewerten. Von Hans Scholl gibt es keinen Bericht – Scholl hat in seinen Verhören die Beteiligung Hubers und Harnacks gänzlich verschweigen können. In ihren Gestapo-Verhörprotokollen versuchen Alexander Schmorell, Kurt Huber, Willi Graf und Falk Harnack verständlicherweise Belastendes zu verschweigen bzw. herunterzuspielen. Im Gegensatz dazu bezeichnet der einzige überlebende Gesprächspartner Falk Harnack in seiner Darstellung aus dem Jahr 1947 die beiden Gespräche als »Münchner Konferenz«, die er wie die Gründungsversammlung einer Volksfront-Bewegung darstellt. Zweifel sind auch angebracht, ob Harnack tatsächlich noch am Nachmittag des 25. Februar 1943 in Berlin einen Termin mit den Gebrüdern Bonhoeffer abgemacht hat und zum verabredeten Treffpunkt um 19 Uhr an der Gedächtniskirche gefahren ist, um Scholl zu den Bonhoeffers zu begleiten, nachdem die Verurteilung und Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst doch schon am 23. Februar im ›Völkischen Beobachter‹ gemeldet worden war.
Clara Huber, Interview mit dem Verfasser, 1989.
BA Berlin, NJ 1704 Bd. 7, Vernehmung Kurt Huber.
6. Flugblatt, a.a.O., siehe S. 29ff.
Die gesamte Passage lautete; »Studentinnen, Studenten! Ihr habt Euch der deutschen Wehrmacht an der Front und in der Etappe, vor dem Feind, in der Verwundeten-Hilfe, aber auch im Laboratorium und am Arbeitstisch restlos zur Verfügung gestellt. Es kann für uns alle kein anderes Ziel geben als die Vernichtung des russischen Bolschewismus in jeder Form. Stellt Euch weiterhin geschlossen in die Reihen unserer herrlichen Wehrmacht.« BA Berlin, NJ 1704 Bd. 7, Vernehmung Kurt Huber, siehe auch: Clara Huber (Hrsg.), Kurt Huber zum Gedächtnis. »… der Tod war nicht vergebens«, München 1986, S. 15.
Wie heftig dieser Streit war, ist schwierig zu beurteilen, weil in diesem Punkt die Gestapo-Verhörprotokolle die einzige Quelle sind und keiner der Zeugen überlebte. Schmorell spricht in seiner Vernehmung von einer Diskussion mit Huber und einigen Änderungen, mit denen Huber einverstanden war. Die Passage mit der Wehrmacht hätten Scholl und er allerdings nach Hubers Weggang und deshalb ohne sein Einverständnis geändert. Huber sagt: »Ich überließ das Konzept etwas ärgerlich an Scholl mit der Bemerkung, sie möchten damit machen, was sie wollten« und »Beiden war der Entwurf nicht aggressiv genug abgefaßt, so dass ich mich zurückzog und eigentlich der Meinung war, dass der Entwurf nicht benützt würde.« (BA, NJ 1704 Bd. 7) In Verhörprotokolle gehen vielfältige Strategien Beschuldigter ein: nur das Notwendige und nicht Bestreitbare zuzugeben und nach Möglichkeit andere Beschuldigte herauszuhalten. Und auch daran sei nochmal erinnert: Natürlich kann einem bereits hingerichteten Freund ein höherer Tatanteil zugeschrieben werden.
Willi Graf, Briefe und Aufzeichnungen, a.a.O. (Anm. 15), S. 106.
Vernehmung Hans Scholl, BA Berlin, ZC 13267, Bd. 2.
Otl Aicher, innenseiten des krieges, Frankfurt 1985, S. 153.
Hirzel konnte nicht wissen, dass seine Aussagen von dem Ulmer Gestapo-Beamten Rechsteiner am 17. Februar nicht ernst genommen worden waren. Rechsteiner verständigte die Münchner Gestapo nicht. Deshalb hätte den Scholls am Morgen des 18. Februar in München, wären sie zu Hause geblieben, weder Hausdurchsuchung noch Verhaftung gedroht.
Traute Lafrenz, in: Inge Scholl, Die Weiße Rose, a.a.O. (Anm. 32) S. 173f., auch in einem Interview des Verfassers mit Traute Lafrenz. Lilo Fürst-Ramdohr berichtet, dass Hans Scholl die Aktion in der Uni wollte, jedoch bei dem sonst sehr wagemutigen Alexander Schmorell auf Ablehnung gestoßen sei. Der sonst so zurückhaltende und vor Aktionismus warnende Christoph Probst habe mitmachen wollen. Hiergegen habe sich Sophie Scholl gewandt und darauf bestanden, an seiner Stelle ihren Bruder zu begleiten. Siehe: Lilo Fürst-Ramdohr, Freundschaften in der Weißen Rose, München 1995, S. 113–120. Die Verhörprotokolle geben in dieser Frage wenig Aufschluss. Hans und Sophie Scholl gelingt es, als sie schließlich gestehen müssen, die Verantwortung für die Flugblattverteilung in der Universität am 18.2. ganz auf sich zu beschränken. Schmorell und Graf haben in ihren Verhören keinen Anlass, Mitverantwortung für diese Tat ihrer schon hingerichteten Freunde auf sich zu nehmen.
Richard Harder, BA Berlin, ZC 13267 Bd. 1.
Robert Mohr, Erinnerungsbericht über die Ereignisse in München um die Geschwister Scholl und deren Haltung bei den Verhören, IfZ, Fa 215 Bd. 3, siehe auch, jedoch gekürzt: Inge Scholl, Die Weiße Rose, a.a.O. (Anm. 21), S. 226ff.
Mohr hatte sich zuvor an Robert Scholl gewandt und bat ihn um eine Bescheinigung für ein offenbar erwartetes Gerichtsverfahren. Robert Scholl hatte darauf erklärt, seine Kinder hätten ihm noch eine halbe Stunde vor der Hinrichtung unabhängig voneinander erklärt, »sie seien von der Gestapo so gut und vornehm behandelt worden«. (Hier zitiert nach einem Brief Scholls an den RA Ruefer, StA München, SpKa Karton 1104, Anton Mahler, eine Formulierung Robert Scholls, die in diesen unmittelbaren Nachkriegsjahren immer wieder, auch in Presseveröffentlichungen, zitiert wird.)
Sie kam durch ihren Bruder Willy Gebel in Kontakt mit der Hartwimmer-Olschewski-Gruppe in München und war wegen Kurierdiensten für die Gruppe inhaftiert worden. Im Februar 1943 wartete sie auf ihre Anklage, ihr Urteil wurde am 18. 3. 1944 verkündet. Siehe Kurzbiographie Else Gebel, S. 135ff.
Else Gebel, Dem Andenken von Sophie Scholl, November 1946, IfZ, Fa 215/Bd. 3.
Robert Mohr, a.a.O. (Anm. 21).
Der Handschriftenvergleich wird von Sönke Zankel (»Mit Flugblättern gegen Hitler«, Köln, Weimar, Wien, 2008; S. 437ff.) als »Legende« abgetan, weil die Gestapo nicht explizit einen Brief von Christoph Probst erwähnt, sondern nur, ohne weitere Spezifizierung »Briefschaften, Notizen und Aufzeichnungen« (Suchungsbericht). Es habe der Gestapo kein Probst-Brief vorgelegen, dieser Umstand sei sonst in ihren Akten vermerkt. Das Aussageverhalten Scholls vom Beginn seines Geständnisses an lässt aber ein absolut konsequent durchgehaltenes Muster erkennen. Scholl gibt, was die Beteiligung Dritter angeht, schrittweise nur das an, was er – durch Vorhalte, Indizien oder durch Zeugenaussagen widerlegt – zugeben muss und nicht weiter als angeblich eigenen Tatanteil auf sich nehmen kann. So scheitert Scholl einerseits exemplarisch mit seinem anfänglichen Versuch, Alexander Schmorells Rolle an der Flugblattproduktion zu leugnen oder auch nur kleinzureden. Schmorells fast tägliche Anwesenheit in der Wohnung Scholl, seine Arbeit dort an der Schreibmaschine wird von Scholls Freundin Gisela Schertling bezeugt. Einen weiteren Hauptbeteiligten, Prof Huber, kann Hans Scholl bis zum Schluss seiner Verhöre heraushalten: Weder Zeugenaussagen noch bei Scholls aufgefundene Indizien verweisen auf ihn. Es entbehrt daher jeder Logik, dass Hans Scholl den in München nicht präsenten Christoph Probst als Verfasser des handschriftlichen Flugblattentwurfes angibt, ohne durch einen eindeutigen Vorhalt dazu gezwungen zu sein. Gleichwohl kommt Hans Scholl die Verantwortung zu, den handschriftlichen Flugblattentwurf seines Freundes Christoph Probst am Morgen des 18. Februar bei sich getragen und nicht vernichtet zu haben.
Was den Zeitpunkt 4 Uhr morgens angeht, siehe Bericht Gauleiter Giesler an Reichsleiter Bormann in BA Berlin, ZC 13267 Bd. 1. In den Verhörprotokollen gibt es keine Uhrzeitangaben, die Reihenfolge der Geständnisse aber geht aus dem Wortlaut der Verhörprotokolle von Sophie Scholl hervor.
Robert Mohr, a.a.O. (Anm. 21).
Siehe Staatsarchiv München, SpKa Karton 1104, Anton Mahler.
Vernehmung Sophie Scholl, BA ZC 13267, Bd. 3. Seite 15 beginnt mit einem in Maschinenschrift erneut getippten Briefkopf »Geheime Staatspolizei, Staatspolizeileitstelle München« und der Überschrift »Fortsetzung der Vernehmung der Beschuldigten Sophie Scholl« (siehe S. 364ff.).
Alle Zitate Vernehmung Sophie Scholl, a.a.O. (Anm. 54).
Vernehmung Hans Scholl, BA ZC 13276, Bd. 2.
Vernehmung Sophie Scholl, a.a.O. (Anm. 54).
Else Gebel, Dem Andenken von Sophie Scholl, a.a.O. (Anm. 48).
Else Gebel, Dem Andenken von Sophie Scholl, a.a.O. (Anm. 48).
BA ZC 13267, Bd. 1.
Else Gebel, Dem Andenken von Sophie Scholl, a.a.O. (Anm. 48).
BA ZC 13267, Bd. 1, Antrag des Rechtsanwalts Dr. Seidl an Freisler vom 22. 2. 43.
Leo Samberger, in: Inge Scholl, Die Weiße Rose, a.a.O., S. 184.
Leo Samberger, a.a.O. (Anm. 63), S. 184.
Leo Samberger, a.a.O. (Anm. 63), S. 184.
BA ZC 13267, Bd. 1, handschriftlicher Vermerk des offenbar bei der Verhandlung anwesenden Gestapo-Beamten Schmauß auf einem Aktenstück.
Helmut Ortner, Der Hinrichter. Roland Freisler – Mörder im Dienste Hitlers, Wien 1993, S. 300.
›Völkischer Beobachter‹, 20. 2. 1943, im Faksimile abgedruckt in: Kurt Huber Gymnasium Gräfelfing (Hrsg.), Kurt Huber, Stationen seines Lebens, Gräfelfing, o.J.
Flugblätter der Weißen Rose, I, siehe S. 11ff.
Inge Scholl, Die Weiße Rose, a.a.O., S. 18/19.
Flugblätter der Weißen Rose, I, siehe S. 11ff.
So benannt nach dem Datum ihrer Gründung am 1. November 1929.
Brief an die Eltern. Bad Cannstatt, 14. 3. 1938, in: Hans und Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen, a.a.O., S. 16.
Tagebuch Hans Scholl, 20. 9. 1939, in: Hans und Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen, a.a.O., S. 26.
Otl Aicher, innenseiten des krieges, Frankfurt 1985, S. 71.
Brief an Rose Nägele, in: Hans und Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen, a.a.O., S. 53/54.
Hans Hirzel, Interview mit dem Verfasser, 15. 7. 1990.
Flugblätter der Weißen Rose, I, siehe S. 11ff.
Vernehmung Hans Scholl, BA ZC 13267, Bd. 2.
Flugblätter der Weißen Rose, II., siehe S. 15ff.
Vernehmung Alexander Schmorell, Sonderarchiv Moskau 1361–1-8808.
Flugblätter der Weißen Rose, II., siehe S. 15ff.
2011 erschien Christiane Moll (Hg.): Alexander Schmorell, Christoph Probst, Gesammelte Briefe. Berlin.
IfZ München, Fa 215/Bd. 2.
Christian Petry, Studenten aufs Schafott, a.a.O., S. 17.
Der Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof, Anklageschrift gegen Schmorell u.a., in: Christian Petry, Studenten aufs Schafott, a.a.O., S. 18.
Nikolai Hamsaspian, Interview mit dem Verfasser, 2. 3. 1989.
Flugblätter der Weißen Rose, III, siehe S. 19ff.
Gestapo-Vernehmungen Alexander Schmorell, Sonderarchiv Moskau 1361–1-8808.
Gestapo-Vernehmungen Alexander Schmorell, a.a.O.
BA ZC 13267, Bd. 4.
Siehe hierzu S. 339ff.: Die Vernehmungsprotokolle von Mitgliedern der Weißen Rose.
Lilo Fürst-Ramdohr, Freundschaften in der Weißen Rose, München 1995, S. 60f.
Inge Scholl, Die Weiße Rose, a.a.O., S. 44.
Interview Hans Hirzel mit dem Autor, 15. 7. 1990.
Bernhard Knoop, Ansprache zum Gedenken an Christoph Probst, in: … damit Deutschland weiterlebt. Christoph Probst 1919–1943, Gilching, 2000, S. 133. Ursprünglich abgedruckt in: Schondorfer Berichte, 30. Jahrgang, Schondorf 1983. Bernhard Knoop heiratete später Anneliese Graf, die Schwester von Willi Graf.
Angelika Probst, Christoph Probst, in: … damit Deutschland weiterlebt. a.a.O., S. 128f. Ursprünglich abgedruckt in: Der Fährmann. Zeitschrift der katholischen Jungmänner-Gemeinschaft im Bund der deutschen Katholischen Jugend, Heft 3, 1947.
Christoph Probst, Abschiedsbrief an die Mutter, in: … damit Deutschland weiterlebt, a.a.O., S. 118. Diesen Brief hat Probsts Mutter Karin Kleeblatt nie ausgehändigt bekommen. Sie durfte den Brief nur einmal in Anwesenheit eines Gestapo-Beamten lesen, prägte ihn sich so gut wie möglich ein und schrieb ihn anschließend aus dem Gedächtnis nieder. So erging es auch Probsts Schwester Angelika, der bei dieser Gelegenheit offen erklärt wurde, man händige die Abschiedsbriefe nicht aus, denn »man wolle vermeiden, dass ein Märtyrer aus ihm gemacht werde«. Angelika Probst, Christoph Probst, … damit Deutschland weiterlebt a.a.O., S. 130.
Brief an Lisa Remppis vom 13. 4. 1941, in: Hans Scholl und Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen, a.a.O., S. 175.
Susanne Zeller-Hirzel, Interview mit dem Verfasser, 15. 4. 1989.
Diesen Ausspruch berichtet Inge Aicher-Scholl, in: Hermann Vinke, Das kurze Leben der Sophie Scholl, Ravensburg 1980, S. 43.
Hans Scholl und Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen, a.a.O., S. 130.
Hermann Vinke, Das kurze Leben der Sophie Scholl, a.a.O., S. 54.
Hermann Vinke, Das kurze Leben der Sophie Scholl, a.a.O.
Hermann Vinke, Das kurze Leben der Sophie Scholl, a.a.O., S. 56f.
Brief an Fritz Hartnagel vom 9. 4. 1940, in: Hans Scholl und Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen, a.a.O., S. 140.
Interview Elisabeth Hartnagel mit dem Autor, 18. 3. 2004.
Brief an Fritz Hartnagel vom 23. 9. 1940, in: Hans Scholl und Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen, a.a.O., S. 163/164.
Inge Scholl, Die Weiße Rose, a.a.O., S. 41.
Es ist auch keine Aussage eines überlebenden Zeitzeugen aus dem kleinen Kreis der in die Verschwörung Eingeweihten bekannt, der diese Version von Hans oder Sophie erfahren und an Inge Scholl weitergegeben haben könnte.
Siehe BA ZC 13267, Bd. 3, Verhör Sophie Scholl: »Ich muss ganz entschieden bestreiten, sowohl mit der Abfassung, der Herstellung oder Verbreitung dieser Schrift auch nur das geringste zu tun zu haben.« – Auffällig ist: Für die Aktionen vom Herbst 1942 bis Februar 1943, deren realen Ablauf sie im Detail genau überblickte, nahm Sophie Scholl, um Freunde zu decken, geschickt und von der Gestapo unbemerkt deren Beteiligung auf sich – zum Beispiel die Autorenschaft des 5. Flugblattes und die Weiterverbreitung in Stuttgart durch Hans Hirzel und seine Helfer Susanne Hirzel und Franz Müller. Es wäre also in der Tendenz ihres Aussageverhaltens gelegen, auch für die ersten vier Flugblätter Verantwortung und Mitarbeit einzuräumen, etwa um Alexander Schmorell zu entlasten bzw. zu decken. Der Schluss liegt nahe, dass Sophie Scholl dies unterlassen hat, weil sie die realen Abläufe im Juni/Juli 1942 tatsächlich nicht kannte und es ihr daher nicht möglich war, präzise, nachprüfbare und dann passende Aussagen über ihre angebliche Beteiligung zu erfinden.
Interview Susanne Hirzel mit dem Autor, 15. 4. 1989.
Willi Graf, Briefe und Aufzeichnungen. Hrsg. von Anneliese Knoop-Graf und Inge Jens, Frankfurt 1988, S. 84.
Willi Graf, Briefe und Aufzeichnungen. Hrsg. von Anneliese Knoop-Graf und Inge Jens, Frankfurt 1988, S. 89.
Interview Heinz Bollinger mit dem Verfasser, 4. 5. 1989.
a.a.O.
Willi Graf, Briefe und Aufzeichnungen. Hrsg. von Anneliese Knoop-Graf und Inge Jens, Frankfurt 1988, S. 199f.
Ebenda, S. 88.
Hermine Meier, Ein Lehrer vertieften Denkens, in: Clara Huber (Hrsg.), Kurt Huber zum Gedächtnis. »… der Tod war nicht vergebens«, München 1986, S. 94.
Mirok Li, Kurt Huber und das Ausland, in: Clara Huber (Hrsg.), Kurt Huber zum Gedächtnis. »… der Tod war nicht vergebens«, München 1986, S. 162f.
Zitiert nach: Claudia Schorcht, Philosophie an den Bayerischen Universitäten 1933–1945, Erlangen 1990, S. 166.
NSDAP-Mitgliedsnummer 8282981, aufgenommen am 1. 4. 1940. Zuvor war Huber seit 1934 nur Mitglied der NSV und des Reichsluftschutzbundes, eine »Minimalvariante nationalsozialistischen Engagements«, siehe dazu: Michael Schneider, Winfried Süß, Keine Volksgenossen, Studentischer Widerstand der Weißen Rose, München 1993, S. 19ff.
Interview Clara Huber mit dem Verfasser, 23. 12. 1990.
Verteidigungsrede Kurt Huber, in: Christian Petry, Studenten aufs Schafott. Die Weiße Rose und ihr Scheitern, München 1968, S. 192f. Bei Petry ist Hubers Redemanuskript auf den Seiten 184–194 insgesamt abgedruckt.
Siehe: Die wendigen Verfolger, S. 182f.
Marie-Luise Jahn hieß nach ihrer Heirat nach dem Krieg Marie-Luise Schultze-Jahn.
Interview Marie-Luise Schultze-Jahn mit dem Autor, 18. 10. 1993.
Unter diesen Studenten war auch Hildegard Hamm-Brücher, die bei Heinrich Wieland promovierte. Zu Heinrich Wieland siehe: Gerda Freise, Der Nobelpreisträger Professor Dr. Heinrich Wieland: Zivilcourage in der Zeit des Nationalsozialismus, in: Hochverrat? Die Weiße Rose und ihr Umfeld, Rudolf Lill, Michael Kißner (Hrsg.), Konstanz 1993, S. 135ff.
Interview Marie-Luise Schultze-Jahn mit dem Autor, 18. 10. 1993.
Interview Marie-Luise Schultze-Jahn mit dem Autor, 18. 10. 1993.
Mitteilung von Marie-Luise Schultze-Jahn an den Autor.
Interview Marie-Luise Schultze-Jahn mit dem Autor, 18. 10. 1993.
Nach der schriftlichen Mitteilung des Rechtsanwaltes von Marie-Luise Schultze-Jahn dem Autor mitgeteilt.
Niederschrift Else Gebel November 1946 »Dem Andenken von Sophie Scholl gewidmet«, München, Fa 215/Bd. 3. Die Fotografie, die Else Gebel anspricht, stammt aus der von Jürgen Wittenstein aufgenommenen Serie, in der Sophie und Christoph Probst im Sommer 1942 von Hans Scholl, Alexander Schmorell, Willi Graf und den weiteren Freunden aus der Sanitätskompanie vor ihrer Abreise zur Feldfamulatur in der Sowjetunion am Ostbahnhof München Abschied nehmen.
Interview Walter Gebel mit dem Verfasser, 16. 2. 2004.
Ebenda.
Siehe dazu: Andreas Heusler/Tobias Weger: »Kristallnacht«, Gewalt gegen Münchner Juden im November 1938, München 1998, bes. S. 99, 107, 110.
Uhlfelder konnte am 2. 7. 1939 in die Schweiz emigrieren.
Staatsarchiv München, OLG 3499, Urteil I d OJs 185/43, Urteil gegen Plötz u.a. darunter Gebel.
Niederschrift Else Gebel November 1946 »Dem Andenken von Sophie Scholl gewidmet«, IfZ München, Fa 215/Bd. 3.
Ebenda.
Ebenda.
Bericht Robert Mohr, in: Inge Scholl, Die Weiße Rose, a.a.O., S. 173.
Bericht Robert Mohr, in: Inge Scholl, Die Weiße Rose, a.a.O., S. 178.
Bericht Robert Mohr, in: Inge Scholl, Die Weiße Rose, a.a.O., S. 178/179.
»Laut diktiert und auf nochmalige Nachlesung verzichtet« steht z.B. vor der Unterschrift von Sophie Scholls letztem Verhör am 20. 2. 1943.
Bericht Robert Mohr, in: Inge Scholl, Die Weiße Rose, a.a.O., S. 233.
BA ZC 13267, Bd. 3, Verhör Sophie Scholl.
Alle Angaben aus Personalakte Robert Mohr, BA BDC.
Z.B. Franz Müller, Hans Hirzel, Susann Zeller-Hirzel.
Interview Anneliese Graf mit dem Autor, 12. 12. 2003.
Ian Sayer/Douglas Botting, America’s secret Army. The untold story of the counterintelligence corps, New York, Toronto 1989, S. 331.
United States Army Intelligence and Security Command, Fort George Mead, Maryland, Case #116F-05 Anton Mahler, Exploitation of former Gestapo Personnel, File XII-5157.4, 14. 7. 1950, Akte im Besitz des Autors.
Helmut Ortner, Der Hinrichter. Roland Freisler – Mörder im Dienste Hitlers, Wien 1993, S. 136.
A.a.O., S. 49f.
Bundesminister der Justiz (Hrsg.), Justiz und Nationalsozialismus, Köln 1989, S. 152.
Hans Hirzel im Interview mit dem Autor, 15. 7. 1990.
Vgl. die Hinweise bei Hans Booms: Bemerkungen zu einer fragwürdigen Quellenedition. Die Veröffentlichung der »Kaltenbrunner-Berichte« vom »Archiv Peter«. In: Der Archivar. Mitteilungsblatt für deutsches Archivwesen 15 (1962), Spalte (Sp.) 105–112, hier Sp. 106.
Ebenda, Sp. 107.
Anneliese Knoop-Graf: Hochverräter? Willi Graf und die Ausweitung des Widerstands. In: Hochverrat? Die »Weiße Rose« und ihr Umfeld. Hrsg. v. Rudolf Lill. Konstanz 1993, S. 43–88, hier S. 48.
Vgl. Hans-Adolf Jacobsens Vorbemerkung zu »Spiegelbild einer Verschwörung«. Die Opposition gegen Hitler und der Staatsstreich vom 20. Juli 1944 in der SD-Berichterstattung. Geheime Dokumente aus dem ehemaligen Reichssicherheitshauptamt. Hrsg. v. Hans-Adolf Jacobsen. 2 Bde. Stuttgart 1984, hier Bd. 1, unpaginierte Vorbemerkung zur Edition.
Booms: Bemerkungen zu einer fragwürdigen Quellenedition (wie Anm. 1), Sp. 111.
Zur Einordnung als Jugendwiderstand vgl. Wilfried Breyvogel: Die Gruppe »Weiße Rose«. Anmerkungen zur Rezeptionsgeschichte und kritischen Rekonstruktion. In: Piraten, Swings und Junge Garde. Jugendwiderstand im Nationalsozialismus. Hrsg. v. Wilfried Breyvogel. Bonn 1991, S. 159–201, hier S. 160ff., 198f.; zur Wirkung nach 1945 s. Barbara Schüler: »Im Geiste der Gemordeten …«. Die »Weiße Rose« und ihre Wirkung in der Nachkriegszeit. Paderborn 2000.
Detlef Bald: Die »Weiße Rose«. Von der Front in den Widerstand. Berlin 2003, S. 15.
Siehe dazu die Einführung in diesem Band, S. 9ff.
Siehe Christian Petry: Studenten aufs Schafott. Die Weiße Rose und ihr Scheitern. München 1968, S. 124f., und Inge Scholl: Die Weiße Rose. Frankfurt am Main 3. Auflage, 1952., hier erweiterte Neuausgaben ab 1982 und 1993, S. 212f. und 178f.; ferner Archiv des Institut für Zeitgeschichte, München.
Vgl. Scholl: Die Weiße Rose, S. 212–225; ferner Michael Verhoeven/Mario Krebs: Die Weiße Rose. Der Widerstand Münchner Studenten gegen Hitler. Informationen zum Film. Frankfurt am Main 1982, S. 172f.
BA Berlin (Hoppegarten), ZC 13267, Bd. 1: Bericht der Gestapo München v. 20. 2. 1943 und Vermerk v. 19. 2. 1943; ebenda, Bd. 2: Vernehmungsprotokolle Hans Scholl v. 18. und 20. 2. 1943; zur Beeinflussung durch die Ereignisse in Stalingrad siehe ebenda, Bd. 4: Vernehmungsprotokoll Christoph Probst v. 20./21. 2. 1943.
Bald: Die Weiße Rose (wie Anm. 7), S. 156.
BA Berlin (Hoppegarten), ZC 13267, Bd. 1: Fernschreiben v. Giesler an Bormann v. 19. 2. 1943 und Fernschreiben v. Bormann an Giesler v. 19. 2. 1943; siehe Abdruck in diesem Band, S. 326; zu den Verhandlungen des »Volksgerichtshofs« siehe: Widerstand als »Hochverrat« 1933 bis 1945. Die Verfahren gegen deutsche Reichsangehörige vor dem Reichsgericht, dem Volksgerichtshof und dem Reichskriegsgericht. Hrsg. v. Institut für Zeitgeschichte München. Mikrofiche-Edition und Erschließungsband. Bearb. v. Jürgen Zarusky und Hartmut Mehringer. München 1997–1998.
BA Berlin (Hoppegarten), ZC 13267, Bd. 1.
Aussage von Robert Mohr in: Scholl: Die Weiße Rose (wie Anm. 9), S. 220.
Siehe BA Berlin (Hoppegarten), ZC 13267, Bd. 1: Anklageschrift v. 21. 2. 1943; siehe Abdruck in diesem Band, S. 327f.
Siehe BA Berlin (Hoppegarten), ZC 13267, Bd. 1: Urteil v. 22. 2. 1943; ferner Widerstand als »Hochverrat« 1933–1945 (wie Anm. 13); Abdruck der Urteile in: Scholl: Die Weiße Rose (wie Anm. 9), S. 137ff.
Vgl. BA Berlin (Hoppegarten) u. GDW Berlin Sammlung »Weiße Rose«, ZC 13267, NJ 1704: Vernehmungen von Graf und Huber, ebenso Militärarchiv Moskau, 1361–1-8808: Schmorells Vernehmung v. 1. 3. 1943.
Siehe Widerstand als »Hochverrat« 1933–1945 (wie Anm. 13); Kurt Huber zum Gedächtnis. Bildnis eines Menschen, Denkers und Forschers. (»… der Tod war nicht vergebens«). Hrsg. v. Clara Huber. Regensburg 1947, Neuauflage München 1986, S. 32ff. (1947), S. 53–55 (1986); Scholl: Die Weiße Rose (wie Anm. 9), S. 143ff.
Bald: Die »Weiße Rose« (wie Anm. 7), S. 158.
Vgl. BA Berlin (Hoppegarten): ZC 13267, Bd. 1: Vernehmungsprotokolle von Hans und Sophie Scholl v. 18./19./20. 2. 1943 sowie Christoph Probst v. 20./21. 2. 1943.
Siehe den Abdruck der Flugblätter in diesem Band, Kap. I, S. 23ff.
Auf die Erfahrungen bei diesen Famulatur-Einsätzen an der Front wiesen u.a. besonders hin: Karl Heinz Jahnke: Weiße Rose contra Hakenkreuz, 1969 (wie Anm. 13); ders.: Antifaschistischer Widerstand an der Münchener Universität. Die Studentengruppe Scholl/Schmorell. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 16 (1968), H. 7, S. 874ff.; Christiane Moll: Die Weiße Rose. In: Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Hrsg. v. Peter Steinbach und Johannes Tuchel. Bonn 1994, S. 443–467; ebenso in: Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur 1933 bis 1945. Hrsg. v. Peter Steinbach und Johannes Tuchel. Bonn 2004, S. 375–395; Gerd R. Ueberschär: Zum »Rußlandbild« in deutschen Widerstandskreisen gegen Hitler. In: Jahrbuch 1997. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Redaktion: Siegwald Ganglmair. Wien 1997, S. 69–82, hier S. 77; und besonders Bald: Die »Weiße Rose« (wie Anm. 7).
So Bald: Die »Weiße Rose« (wie Anm. 7), S. 14; Jahnke: Jüngste Auseinandersetzungen (wie Anm. 23), S. 33, nennt sie ein »Schlüsselereignis« für die Weiterentwicklung ihres Widerstandes.
GDW Berlin Sammlung »Weiße Rose«, und Russisches Staatliches Militärarchiv Moskau, 1361–1-8808: Vernehmungsprotokolle v. 25.2., 26.2., 1.3., 11.3., 13.3. und 18. 3. 1943, ferner Schmorells politisches Bekenntnis v. 8. 3. 1943 sowie weitere Verhandlungsunterlagen gegen Alexander Schmorell; siehe auch Abdrucke in diesem Band, S. 341ff.
Ebenda: Schmorells Vernehmung v. 26. 2. 1943. Für den unermüdlichen Einsatz für die »Sache der Freiheit« wird denn auch Sophie Scholl stellvertretend für Die Weiße Rose in der »Hall of Freedom« im Schweizer Jungfrauenjoch weltweit gewürdigt.
Siehe Wolfram Wette: Das Massensterben als »Heldenepos«. Stalingrad in der NS-Propaganda. In. Stalingrad. Mythos und Wirklichkeit einer Schlacht. Hrsg. v. Wolfram Wette und Gerd R. Ueberschär. Frankfurt am Main 1992 (erweiterte Neuausgabe Frankfurt am Main 2012), 57ff.
Siehe Münchner Neueste Nachrichten v. 23. 2. 1943.
Siehe die geheimen »Meldungen« über die Stimmung der Bevölkerung im Reich v. 15. 3. 1943 in: Meldungen aus dem Reich. Die geheimen Lageberichte des Sicherheitsdienstes der SS. 1938–1945. Bd. 13. Hrsg. v. Heinz Boberach. Herrsching 1984, S. 4944.
Münchner Neueste Nachrichten Nr. 10 v. 21. 4. 1943; eine entsprechende Meldung wurde auch im Völkischen Beobachter veröffentlicht.
Vgl. Arno Klönne: Jugend im Dritten Reich. Düsseldorf 1982, S. 271ff.
Thomas Mann: Reden und Aufsätze. Bd. II. Frankfurt am Main 1965, S. 263.
Siehe Staatsbibliothek Berlin, Handschriftenabteilung: Einbl.1939/45, 8725, S 75 Kop. Abdruck in diesem Band, S. 507f.
Siehe die irrtümliche Angabe bei Inge Scholl: Die Weiße Rose. Erweiterte Neuausgabe. Frankfurt am Main 1982, S. 248ff., wonach es sich um ein Flugblatt des NKFD handele.
Siehe: Das Nationalkomitee »Freies Deutschland« und der Bund Deutscher Offiziere. Hrsg. v. Gerd R. Ueberschär. Frankfurt am Main 1996.
Siehe Staatsbibliothek Berlin, Handschriftenabteilung: Einbl.1939/45, 8725, A 551. Abdruck in diesem Band, S. 510f. Ich danke Herrn Dr. Klaus Kirchner, Erlangen, für den freundlichen Hinweis auf dieses zweite sowjetische Flugblatt.
Vgl. u.a. Peter N. Waage: Es lebe die Freiheit! Traute Lafrenz und die Weiße Rose. Aus dem Norwegischen v. Antje Subey-Cramer. Stuttgart 2012.
Vgl. die Hinweise bei Michael Verhoeven/Mario Krebs: Die Weiße Rose. Der Widerstand Münchner Studenten gegen Hitler. Informationen zum Film. Frankfurt am Main 1982, S. 180f.; Harald Steffahn: Die Weiße Rose. Reinbek 1992, S. 125ff.; Ursel Hochmuth/Gertrud Meyer: Streiflichter aus dem Hamburger Widerstand 1933–1945. Berichte, Dokumente. Frankfurt am Main 1969, 1980, S. 360, 387ff.; Karl Heinz Jahnke: Weiße Rose contra Hakenkreuz. Der Widerstand der Geschwister Scholl und ihrer Freunde. Frankfurt am Main 1969, Rostock 2003.
Abdruck in diesem Band, S. 514f. Siehe ebenso: Klaus Kirchner: Flugblatt-Propaganda im 2. Weltkrieg. Europa. Bd. 5: Flugblätter aus England G-1943, G-1944. Bibliographie Katalog. Erlangen1979, S. 136f.
Vgl. Stadtarchiv München: Nachlass Kurt Huber, Vorladung v. 15. 8. 1943, wiedergegeben nach Bald, Die Weiße Rose, S. 9.
von Gerd R. Ueberschär
»Es lebe die Freiheit«. Dies waren die letzten Worte von Hans Scholl, als er vor 70 Jahren am 22. Februar 1943 im Gefängnis München-Stadelheim nach einem Todesurteil des »Volksgerichtshofes« hingerichtet worden ist, weil er zusammen mit seiner Schwester Sophie Scholl sowie mit Alexander Schmorell und Christoph Probst und anderen Gegnern des NS-Regimes zum Widerstand gegen Hitlers Herrschaft aufgerufen hatte. Dass insbesondere die Forderung nach Freiheit das große Ziel des Münchner Widerstandskreises war, hat Eugen Grimminger, der die Gruppe damals finanziell unterstützte, überliefert: Es war mit seinen Worten der »Kampf um Gedankenfreiheit, freie Meinungsäußerung, Freiheit der Lebensgestaltung, Toleranz und Wahrung der Menschenrechte«,[1] der die Grundlage ihres Widerstandes gegen das NS-Regime bildete.
Im Februar 1943 befand sich das Dritte Reich seit dreieinhalb Jahren im Krieg gegen eine Übermacht von Feinden. Die Verluste und Schäden machten sich immer deutlicher auch im Alltag der Bevölkerung bemerkbar. Um diesen selbst begonnenen Krieg jedoch unerbittlich führen zu können, waren von der NS-Führung grausame Verbrechen angeordnet und durchgeführt sowie eine totalitäre Herrschaft eingerichtet worden. Der Widerstand des Kreises Weiße Rose um Hans Scholl und Alexander Schmorell richtete sich im Sommer 1942, als die ersten vier Flugblätter verteilt wurden, gegen diese diktatorische Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten. Ihr Aufbegehren gegen das NS-Regime war – wie manche andere Opposition gegen Hitlers Herrschaft – nur punktuell sowohl in der Verbreitung als auch im Sympathisanten- und Teilnehmerkreis, aber zugleich fundamental und für das Regime gefährlich. Denn es befand sich gerade vom Sommer 1942 bis zum Februar 1943 mit dem militärischen Kampf um Stalingrad und der letztlich schweren Niederlage in der Wolgastadt in einer militärischen Krisensituation an der Ostfront, die auch die Kriegsbereitschaft in der Heimat tangierte. Am 3. Februar 1943 hatten die Reste einer ganzen deutschen Armee, der 6. Armee mit ursprünglich fast 3000001943Weißen Rose200319421942NS[2][3]1942Weißen Rose2004[4]