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Vollständige E-Book-Ausgabe der im Rosenheimer Verlagshaus erschienenen Originalausgabe 2013
© 2015 Rosenheimer Verlagshaus GmbH & Co. KG, Rosenheim
www.rosenheimer.com
Titelfoto: © Volker Müther – istockphoto.com
Lektorat: Gisela Faller, Stuttgart
Satz: Satzpunkt Ursula Ewert GmbH, Bayreuth
eISBN 978-3-475-54404-0 (epub)
Fritz Fenzl
Magische Schicksalsorte in Bayern
Hätten Sie gewusst, dass Frankenstein aus Ingolstadt stammt? Dass König Ludwig II. eine Wohnung in Landshut besaß? Und dass gegenüber dem Augustiner in München Köpfe gerollt sind?
Bayern hat viele Geheimnisse und Fritz Fenzl hat sie aufgespürt. Dass diese an bestimmte Orte geknüpft sind, ist allerdings kein Zufall. Magische Orte verfügen über besondere Kräfte, die positive, aber auch negative Ereignisse begünstigen und Schicksale beeinflussen.Die Burg Trausnitz in Landshut, Kloster Seeon im Chiemgau, das E.T.A. Hoffmann-Haus in Bamberg, das Walberla in Franken … – in allen Ecken Bayerns sind solche Orte zu finden.
Entdecken Sie Bayern neu, indem Sie seine magischen Schicksalsorte besuchen!
1 München
Der »Stachus« in München
Hinrichtungs-Stätte gegenüber dem »Augustiner« in München
Der Hauptbahnhof in München
Marienhof in München – die Wahrheit!
Schäfflertanz: Den Mutigen gehört die Welt!
Teufelstritt-Orte
2 Der Planetenweg bei Aufkirchen
3 Harkirchen, Nähe Manthal
4 Synagoge Augsburg
5 Andechs
Das Leben tobt »um Andechs rum«
Auch die Erdachse hat ihr Schicksal
6 Schlehdorf
Wo ein Marterl steht, ist das Schicksal greifbar
7 Kochel
Der Schmied von Kochel
Kochel: Ahnenbild des Heerführers
Das Walchensee-Kraftwerk in der Nähe von Kochel
Die Lainbachfälle bei Kochel
8 »Die Trausnitz« hoch über der Stadt Landshut
9 Hofbräuhaus Berchtesgaden
10 Bayerischer Wald
»Weiße Frau« – »Schwarze Frau«
11 Kloster Seeon im Chiemgau
12 Die Keltenschanze von Truchtlaching
13 Loreto-Kapelle mit Blick zum Auerberg (Nähe Marktoberdorf)
14 Bad Birnbach im Rottal
15 Hotel »Kaiserin Elisabeth« in Feldafing
16 Schatzberg am Ammersee
17 E.T.A.-Hoffmann-Haus in Bamberg
18 Rothenburg ob der Tauber
Der Meistertrunk von Rothenburg ob der Tauber
Rothenburg: Heilig-Blut-Altar am Westchor der St.-Jakobs-Kirche
19 Ulrichskapelle, Standort Nähe Bad Mergentheim
20 Das Orts-Schicksal von Standorf
21 Heidenheim
»Franken ist eine recht unheimliche Gegend ...«
22 Basilika von Niederaltaich
23 Ingolstadt, Illuminaten-Saal
24 Passau
25 St. Sebaldus in Nürnberg
26 Memmingen
27 Kempten
28 Von Garmisch zum Badersee bei Grainau
29 Würzburg
30 Bayreuth: Magie des Hügels
31 Kelheim
Orte »von der Steinzeit bis zu den Kelten«
Glauben Sie, die Himmelsrichtung, in die Sie schauen oder gehen, spielt auf Ihrem »Glücks-Barometer« keine Rolle? Sie irren sich. Die Richtung ist immer entscheidend. Auch dann, wenn Sie nur »gedankenlos« ein kleines Stück spazieren gehen. Denn die richtige Richtung führt hin zum magischen Ort.
In der heutigen Zeit des Verlustes von Werten und Glauben, der zahllosen Existenzfragen ohne Antwort ist es recht wenig, das Bestand hat, das im wortwörtlichen Sinne bodenständig ist. Im wahrsten Sinne des Wortes Boden-ständig sind aber magische Orte. Sie liefern auch (dies ist wenigen bewusst) ein wortwörtlich unverrück-bares Glaubens-System. Etablierte Glaubenssysteme (Religionen, Sekten, Ideologien, auch die Macht der Psychologie) sind ausschließlich am Erhalt und am Ausbau der eigenen Macht interessiert. Magische Orte haben dies nicht nötig. Der Ort hat Macht. Der Ort ist Macht. Ideologie braucht er nicht. Er ist.
Auch der Weg dorthin ist von der Sache her »geerdet« – und selbstredend bodenständig. Dieser Weg wird zum Schicksalspfad, wenn er alten Straßen- und Wegenetzen folgt und dabei die uralte Drachenenergie absorbiert. Das bedeutet: Der Weg zum magischen Ort nimmt bereits die Kräfte der Natur (und der Heimat!) auf. Nebenbei: Jeder Heimat-Ort ist ein magischer Ort, zumindest in der Seele.
Die Seele – ein magischer Ort auf der Zeitenschiene der Ewigkeit. Kennen Sie die ewig verquere Sinnfrage? Wer nach dem Sinn fragt, der hat ihn schon verloren. Der Sinn ist wie ein magischer Ort. Er ist da. Man braucht nur hinzugehen.
Nicht nur beim Wandern oder Pilgern muss die Richtung stimmen. Im Leben ebenso. Auch das Leben ist ein Weg, ein Lebensweg. Wobei mit Sicherheit jeder Mensch eine andere Wege-Richtung hat, »in die hinein er glücklich ist oder sein kann«. Er muss es nur wissen. Das wichtigste Wissen: Du selber kannst dein Schicksal mitbestimmen, in ungeahntem Ausmaß sogar. Das Schicksal wartet geradezu auf Korrekturen. Und das geschieht immer (!) am richtigen magischen Ort. Dieser Ort ist immer der ganz besondere Punkt auf der »irdischen Ebene«, an dem sich die Vertikale, die Senkrechte (= himmlische, ewige Ebene), und die Horizontale (= irdisch-weltliche Ebene) treffen. Es ist der »Ort des rechten Augenblicks«. In der Zeiten-Mythologie wird der »rechte Augenblick« durch den Kairos, den Gott des rechten Augenblicks, personifiziert. Der Kairos rennt so schnell vorbei, dass man ihn, wenn überhaupt, nur noch am Schopf erwischt: die Gelegenheit »am Schopfe packt«. Wo? – Am Schicksalsort, zur Schicksalszeit. Ergo: Das Schicksal ist verort-bar. Orte »machen Sinn«. Kraftorte sind im Wortsinne »sinn-voll«!
Wissen! Die Bewusstheit in allen Lebens-Belangen ist übrigens, langfristig betrachtet, ein recht realer Glücks- und Überlebens-Faktor. Das Glück braucht Bewusstheit. Wer ist schon »unbewusst glücklich«? Glück und glückliches Schicksal lassen sich freilich nicht zwingen. Den Glücks-Boden können Sie aber durchaus bereiten. Den Boden – wieder zeigt sich eine Synthese von Glück und Ort. Glück ist kein Schmetterling, sondern langfristig recht bodenständig. Siehe weiter oben.
In allen Magische-Orte-Büchern achte ich bei Wege-Beschreibungen darauf, dass stets in südlicher Richtung oder, was ideal ist, in südwestlicher Richtung gegangen wird. Von meiner Heimatstadt München aus bedeutet das: Immer in Richtung Fünfseenland, immer in Richtung Alpen. Immer in Richtung Allgäu. Und der »Bayerische Jakobsweg« verläuft ebenfalls auf dieser Glücks-Linie, nämlich von Passau aus über München und das Allgäu bis Lindau. Nebenbei: Auch die wirklich wichtige Hauptlinie des Jakobsweges von Tschechien bis »finis terra« (lat. »das Ende der Welt«: Finisterre in Spanien) verläuft so. Achten Sie einmal bei dem nächsten Spaziergang in freier Natur darauf, wie sehr die Geh-Richtung Ihr Gemüt beeinflusst.
Im Bayerischen Wald gelten für den Er-Wanderer geheimer Pfade der Magie andere Gesetze. Lesen Sie nach beim »Glasweg des Glücks«: von Passau »aufwärts« bis Waldmünchen. Der Großteil dieses heimlichen Einweihungs-Weges führt beständig nordwestlich am Böhmerwald entlang, dessen frischer Wind Sie aufrüttelt, vor allem auf Höhenrücken des »Waldes«. Für den Autor dieser Zeilen bedeutet dieser Weg samt dem auffrischenden Wind und den kräftigen Natursagen Glück total – aber mögen muss man solch schroffe Lieblichkeit der Schöpfungsidee. Keltenwetter halt statt südlicher Sonne.
Die Richtung muss stimmen! Himmelsrichtungen als magische »Schicksalsrichtungen« sind im Wortsinne legendär. Sie sind Mythos und Kulturerbe: Süden! – Sonne. Glück. Diese Assoziation hat letztlich jeder. Himmelsrichtung und Glücksbegriff haben sehr viel gemeinsam, sie haften und kleben, unauslöschlich eingebrannt, wenn nicht sogar über Generationsketten angeboren, in Ihrer kollektiven Tiefenseele.
Machen Sie mit sich selber ein Assoziations-Spiel. Die meisten verbinden mit
Probieren Sie diese Mental-Reise selbst. Was fällt Ihnen ein zu welcher Himmelsrichtung? Und denken Sie daran als fühlender Kraftort-Gänger und Besucher magischer Orte. Ihr Unterbewusstsein, Ihr »innerer Kompass«, hat lange schon, bevor Sie bewusst denken, alles abgespeichert. Egal, in welche Richtung Sie sich bewegen, der »innere Führer« reagiert mit ähnlichen wie den oben genannten Assoziationsketten. Unterschätzen Sie das nie! Denken Sie auch daran, egal, wohin Sie gehen: Sie wählen damit unbewusst eine Variation der Wind-Rosette, Sie wählen im magischen gleichschenkligen Kreuz eine Führungs(!)-Linie, die einbeschrieben ist … Wo ist sie einbeschrieben? In den magischen Kreis der Ewigkeit. Es ist jener Kreis des Lebens (circle of life), der das gleichschenkelige Jahreszeiten- und Himmelsrichtungen-Kreuz umfängt. Aufregend: Egal, was Sie tun, Sie wählen ein »gangbares« Symbol auf der Zeitenschiene! Und Sie tun das nie zufällig, Sie gehen immer auf ein zuinnerst einbeschriebenes Ziel zu.
Die kulturpopulärste Denkrichtung und vermeintliche oder wirkliche Glücks-Richtung dürfte »Süden« sein. Wegen der seltsamen Sehnsüchte, die allein schon das Wort »Süden« weckt: sehnendes Verlangen, das bisweilen an alttestamentliche Paradies-Vorstellungen heranreicht. Zumindest aber: Licht, Wärme, wenig arbeiten, Laissez-faire. »Süden« ist eben nicht nur Himmelsrichtung, sondern kollektiver Urlaubswahn, Sonnen-Siegel, sogar literatur- und geistesgeschichtliches Traumland-Drehmoment. Von Goethe über Hesse bis meinetwegen Fernau. Das machen die Sonne, die Kultur, die Antike, das Essen, die energetisch vorgeschobene Alpensperre, heute auch die Verwöhnindustrie des Hotel-Typs »Frontemare« und »5 Sterne«. Und »Pool«. Sowieso.
»Der Süden« wurde von Dieter Richter in seinem Buch »Der Süden – Geschichte einer Himmelsrichtung« geisteswissenschaftlich fundiert als europäisches Ideal erkannt und erklärt, wenn nicht sogar verklärt. Von der immer noch unschlagbaren »romantischen« Vorstellung einer Hochzeitsreise nach Venedig bis zu Goethes Bildungsbürgertum-Italien-Vision: Süden, die »Kompassnadel des Glücks«. Aus einer Rezension des Buches in der »Zeit«: »Der Süden ist die Sonne, und man wendet nach wie vor einige Mühen auf, den Süden irgendwie in den Norden zu kriegen: durch Solarien, Bräunungscremes und Ristoranti, durch Samba-Bars mit Palmen, die an der Alster oder an der Spree stehen …«
Über den Norden lässt sich wenig Sonniges, aber viel Nordisches sagen. Walküren, Wikinger, Wotan und Eis. Politisch-ideologisch kommt der Norden eher völkisch wummernd daher. Und das »Nordische« hat sich in der Geistes- und Völkergeschichte nicht immer den besten Leumund erworben. Das gipfelt dann gar in Begriffen wie »Nordische Rasse«: groß und blond und blauäugig …
Der Osten ist die Richtung der Religionen: Aufgehendes Licht, die Gottes-Richtung. Nicht umsonst sind alle unsere Kirchen bis auf ganz wenige Ausnahmen ge-ostet. Ad orientem, zum Licht hin, die Schöpfung wiederholt sich mit jedem neu aufgehenden Tag. Aus unserer Perspektive jedenfalls. Wer schaut nicht gerne das Lichtspektakel der aufgehenden Sonne? Allerdings muss man früh aufstehen. Genießer des glutroten Farbenspiels am Horizont, der sich mit dem Himmel vermählt, wählen da eher den stilvollen Sonnenuntergang am Abend im Westen, ein ebenbürtiges Naturwunder, das man vollkommen ausgeschlafen goutieren darf, ohne wegen Schlafentzuges einen ganzen Tag lang granteln (für weniger südlich ge-ortete Leser: in einem mentalen Schwebezustand sein) zu müssen.
Und wo liegt das Paradies? Das weiß keiner. Aber ein Blick auf Bibel und Landkarte ergibt wieder: Osten. Oder oben. Beides fängt mit O an, dem himmlisch rundesten Buchstaben-Symbol Ω.
Die aufregende Begegnung mit einer »Schrittmacherin« geht mir nicht aus dem Sinn. Tatsächlich, die taffe Österreicherin lehrt den Menschen das Gehen. Denn mit dem Gehen, da geht es so manchem gar nicht gut. Suchen Sie im Internet nach: »Eine Tiroler Outdoor-Philosophin bietet Workshops an, die uns den aufrechten Gang wieder näherbringen sollen.«
Gleich zu Beginn des Workshops wird barfuß gegangen, um die eigenen Füße zu spüren. Das ist nicht mehr selbstverständlich: Die Füße spürt der Zeitgenosse sonst nur noch, wenn der Schuh drückt oder wenn ein nicht allzu spirituell gepolter Zeitgenosse draufsteigt. Sympathisch: Nordic-Walking-Stöcke sind ein Riesenschmarrn, so sagt die Walk-Trainerin. Schließlich kommen wir ohne Stöcke auf die Welt, und Kinder lernen die ersten Schritte (vorläufig) auch ohne Sportartikel-Wahn. Die durchtrainierte Dame (ehemals Ski-Rennläuferin) hält nach vielen Jahren der »gefangenen« Füße in schweren Skischuhen von den überdrehten und sauteuren Artikeln so viel wie ich: nix. Und beim Geh-Training? Ganz normale Freizeitkleidung, kein »Outdoor«-Kasperltheater. »Wir können vor lauter Sitzen nicht mehr den Kopf richtig balancieren«, meint sie. Also Nackenmuskeltraining, gezieltes.
Das Gehen, es geht als selbstverständlich durch, wenn man aus dem Krabbelalter raus ist. Keiner denkt mehr nach, bis er dann krumm geht. Ein Profi wie die Österreicherin (ich selber trau mir’s allerdings auch zu) sieht den Un-Gang sofort. Oft ist es nur ein sogenannter »typischer« Gang, der, wenn man den Menschen mag, wie er da »geht«, sogar recht liebenswert wirken kann. Zumeist Asymmetrien, der Kopf sitzt schief, ein Arm zu sehr angelegt, ein Schritt länger als der andere. Aber dann, nach den Jahren: »Au, mei Kreiz!«
Wie man das Gehen neu lernt? »In kleinen Schritten«, so der Leitspruch der Geh-omantin. Der Fort-Schritt kommt dann von selber. Und was eignet sich als Geh-Strecke besonders? Wo finden sich Heilung, Selbstfindung, Zu-sich-Kommen, gute Laune, wo wird »Aufladung« gegeben wie nirgends sonst? An magischen Orten. Genauer: auf den Strecken und Pfaden hin zu den Kraftorten oder entlang der Drachenpfade, also von Kraftort zu Kraftort, was stets einen Pilgerpfad (!) ergibt. Dafür sind diese Stellen doch von Gott geschaffen. Von der Geomantie zur … Geh-Omantie!
Das Gehen und der magische Ort sind nicht zu trennen. Fahren Sie niemals bis zum magischen Ort mit dem Wagen, auch nicht mit dem Rad. Oft ist dies (gottlob) auch gar nicht möglich, der Ort liegt dann erfreulich »abseits«, sie müssen hin-gehen. Jedem magischen Ort sollen und müssen Sie sich zu Fuß nähern, ideal ist ein etwa ein- bis zweistündiger »Gang« hin zum Kraftplatz und dessen Energie.
Beispiel »Teufelstritt« in München (s. S. 140): Sie nähern sich mit gespannter Erwartungshaltung: Ihr Gangwerk ist konzentriert, aufrecht, niemals eilig, wie so oft im Berufsleben! Am aufgesuchten Ort: staunendes, respektvolles Innehalten. Den einbeschriebenen Unfrieden spüren Sie nur dann richtig, wenn Sie hier gehen und stehen. Immer gilt aber am Schicksalsplatz: Bleiben Sie aufrecht, niemals gekrümmt oder gebeugt, keine Demutshaltung. Der magische Ort will aufrechte Besucher, keine Knechte!
»Gehen ist eine Fortbewegungsart, bei der es im Gegensatz zum Laufen keine Flugphase gibt. Der Körper hat also in jeder Phase des Bewegungszyklus Kontakt zum Boden über Beine und Füße.« (Wikipedia) Gehen ist immer geerdet, wie aus der idealen Standard-Definition des Internet-Lexikons hervor-»geht«. Gehen definiert sich aus dem »Kontakt« zum Boden, zur Erdung. Also zur Urmutter Erde, zu Gaia, dem Urwort für alles, was »Geo…« heißt: Geologie, Geografie, Geomantie.
»Die eigentliche Positionsveränderung« – beim Gehen – »geschieht im Grunde durch ein verhindertes Fallen, auf der zeitweise bodenkontaktfreien Seite. Gehen zählt zu den Automatismen. Es ist eine Verhaltensweise, die selbsttätig vom Zentralnervensystem (ohne äußere Reizeinwirkung) ausgelöst wird.« (Wikipedia) Diesen »Automatismus« sollten Sie beim Kraftort-Gehen einschränken. Setzen Sie sehr gezielt und denkend einen Fuß vor den anderen. Mit Bewusstheit! Denn Gehen ist mehr denn Gehen, es ist der Sammelbegriff für körperlich-seelisch-geistige Befindlichkeit. Nicht umsonst fragt der Arzt oder der liebevoll interessierte Mitmensch: »Na, wie geht’s denn?«
»Wir treffen uns am Stachus!« – »Da geht’s zu wie auf dem Stachus!« Jeder in München weiß, was gemeint ist. Allerdings bedarf es dann schon noch einer genaueren Ortsbestimmung an diesem so geschichtsträchtigen und wahrhaft magischen Knotenpunkt der Isar-Metropole. Denn »der Stachus« (nämlich der Karlsplatz in Münchens Mitte) ist recht großzügig angelegt, flächenweit und viel-verzweigend. Und »Verzweigungen« hinein in alle wichtigen Drachenpfade der Stadt sind es ja auch, die dem Stachus jene unverwechselbare Magie schenken und darüber hinaus seine enorme Transformationskraft, jene geradezu körperlich greifbare »Schicksalhaftigkeit« ausmachen! Da gibt ein historischer Blick auf die »Vorgeschichte« beredt Bescheid: »Der Karlsplatz liegt an einer Stelle, über die im Mittelalter die Salzstraße führte, die Herzog Heinrich der Löwe von Föhring nach München verlegt hatte und der die Stadt München ihre Existenz und ihren Wohlstand verdankte …« (Wikipedia)
Salzstraße. Wer ein geschultes Auge für magische Orte entwickelt hat, erkennt sofort, dass mit »Salzstraße« nicht nur der Terminus »Verkehrsweg« gemeint ist, sondern vor allem: »Kraftlinie, Schlangenoder Drachenpfad«. Also die fließende Energie von einem Kraftpunkt zum anderen. Die Kraft fließt. Wohin? In diesem Falle von West nach Ost, also vom Stachus aus über die »Fußgängerzone« und den Marienplatz – den Platz mit fünf sichtbaren und nachzählbaren Drachen –, dann durch das Tor des Alten Rathauses immer gen Osten, dem aufgehenden Licht zu Richtung Tal, Isartorplatz … Isar.
Es ist tatsächlich die Isar, »die Reißende«, die dem Stachus von Weitem her seine ziehende Energie verleiht: Schafft sie doch ein energetisches Vakuum, das, durch die Haupt-Drachenlinie transformiert, die gesamte Fußgängerzone entlang bis zum Isartor spürbar bleibt. Und natürlich die Kraft von Wasser. Nicht umsonst ist heute im magischen Zentrum des links-drehenden Platzes ein energetisch hochgradig reinigender Brunnen! Davon gleich mehr. Der Stachus liegt auf einer der wichtigsten Drachenlinien der Stadt, weil sich die eben genannte Drachenlinie »Neuhauser Straße« genau hier am Stachus mit der enorm wichtigen und »starken« Sonnenstraße schneidet.
»Beim Bau der zweiten Stadtmauer in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde hier ein Stadttor errichtet, das 1302 erstmals urkundlich erwähnt und nach dem Ort, zu dem die Straße als nächstes führte, Neuhauser Tor genannt wurde. (…) Im 15. Jahrhundert wurde dieses Tor verstärkt und erhielt ein Vortor mit zwei flankierenden Seitentürmen, das heute noch erhalten ist und den Abschluss des Platzes nach Osten bildet.« (Wikipedia) Und es war ebenfalls im 15. Jahrhundert, dass dem Tor ein »Vorwerk« in Form des heute noch optisch alles dominierenden Rondells geschenkt wurde.
Moderner U-Bahn-Bau schreibt auf (und auch unter!) dem Schicksals-Platz Geschichte. Denn bei den aufwendigen Aushub-Arbeiten des Stachus-Untergeschosses und der U-Bahn feierten die alten, in Urmutter Erde schlafenden Mauerreste eine geschichtsträchtige Wiederentdeckung: »Im 17. Jahrhundert wurde eine Wallbefestigung um München herum gelegt, dabei wurde anstelle des Rondells eine Bastion des Walls auf dem heutigen Karlsplatz errichtet.« (Wikipedia) Ehemalige und heutige Funktion, Rundform, energetischer Dreh- und Angelpunkt: Unzählig sind die schicksalhaften Begegnungen an solch einer Stelle. Sie spüren dies überdeutlich – wenn Sie es zulassen.