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Sabine Mahler

Beruf Heilpraktiker/ in

Aspekte zur Berufswahl –

Ein schnelle Orientierungshilfe
mit Tipps aus der Praxis

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter http://dnb.d-nb.de abrufbar.

1. Auflage 2012

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Titelgestaltung: Alexandra Krug

Foto Titelbild: Quelle: fotolia©lana

Satz: Elaine A. Mackanyn www.genialesdesign.de

Alexandra Krug, Lichtenfels www.grafiar.de

Karrikaturen: Heiko Elias Friedrich farbschaft@web.de

ISBN Print 978-3-942230-85-8
ISBN E-Book 978-3-942230-45-2

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Für Micha und Sue,
zwei wunderbare Heilpraktikerinnen

Vorwort

Ich stelle mich vor

I        Heilpraktiker/ in – Ein Beruf für mich?

1   Geschichte des Heilpraktikers

2   Voraussetzungen. Interessen. Fähigkeiten.

2.1 Voraussetzungen

2.2 Interessen

2.3 Fähigkeiten

3   Das Tätigkeitsfeld des Heilpraktikers

3.1 Anamnese

3.2 Diagnose

3.3 Beratungsgespräch

3.4 Therapie

3.5 Ein Beispiel

4   Therapieformen im Überblick

5   Arbeitsbedingungen

5.1 Arbeitsorte

5.2 Arbeitsmittel

6   Verdienst

II        Heilpraktiker – Wie werde ich das

1   Ausbildung

1.1 Amtsärztliche Prüfung

1.2 Prüfungsvorbereitung

1.3 Insidertipps

1.4 Schulen

1.5 Berufsbezeichnung

1.6 Rechtliche Regelungen

2   Existenzgründung

2.1 Förderungen

2.2 Existenzgründungszuschuss der Agentur für Arbeit

2.3 Freiberuflich oder Gewerbe?

2.4 Arbeitsmöglichkeiten

2.5 Marketing

3   Verbände

3.1 Fachverband Deutscher Heilpraktiker e.V.

3.2 Verband Deutscher Heilpraktiker e.V.

3.3 Union Deutscher Heilpraktiker e.V.

3.4 Freie Heilpraktiker e.V.

III     Anhang

Ausblick

Heilpraktiker Gesetz - HeilprG

Heilmittelwerbegesetz - HWG

Quickfinder

Vorwort

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Therapeutische Freiheit anstatt Einschränkungen der Kassenmedizin. Das ist die typische Devise des Heilpraktikerberufsstandes. Heilpraktiker bieten mit alternativen Heilverfahren eine Ergänzung zur Schulmedizin.

In den letzten Jahren hat sich der Berufszweig stetig entwickelt und immer mehr Anerkennung in der Gesellschaft erfahren. Vielen Patienten bietet die alternative Medizin die Möglichkeit, ihre Gesundheitslage zu verbessern, indem die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden.

Den angehenden Heilpraktikern bietet das Erlernen dieses Berufes nicht nur die Möglichkeit Menschen zu helfen, sondern auch die Möglichkeit ihr eigenes Leben grundlegend zu verändern.

Kurz und knapp werden die wichtigsten Voraussetzungen dargestellt, die ein Mensch in sich tragen sollte, um Heilpraktiker zu werden. Zum Abgleich werden dazu die typischen Tätigkeitsfelder und Arbeitsbedingungen des Heilpraktikers vorgestellt.

Im ersten Teil des Buches soll der Leser einen Eindruck von der Realität des Berufes bekommen und sich ausdrücklich fragen können: Ist das etwas für mich?

Im zweiten Teil soll es dann um die konkrete Umsetzung gehen. Oft bleibt es beim Interesse für den Beruf, da mit dem Beruf Heilpraktiker viele Besonderheiten verknüpft sind. Diese vielen Eigenheiten machen das Berufsbild im ersten Moment unübersichtlich und schrecken viele Menschen ab.

Doch der Dschungel an Geboten, Verboten, Ausbildungsmöglichkeiten und Prüfungen ist längst nicht so groß, wie es anfangs erscheint. Dieser Wissensquick erklärt wie man sich zum Heilpraktiker ausbilden lässt, welche Prüfung wirklich nötig ist, wie die gesetzlichen Rahmen gesteckt sind und wie man seine Existenz als Heilpraktiker erfolgreich gründet.

Bamberg, März 2012

Sabine Mahler

Der politisch korrekte Schrägstrich – zum Sprachgebrauch

Der Schrägstrich ist eine feine Erfindung.

Er macht aus Heilpraktiker/ innen Berufsangehörige beiderlei Geschlechts. Sobald man es aber mit einem/einer Heilpraktiker/ in zu tun hat, ist es schwer, diesen/diese in einen Fließtext einzubauen. Kurz gesagt: Der „Schrägstrich“ in Texten liest sich einfach schwerer. Wenn er hier einmal nicht auftritt, ist natürlich auch die weibliche Berufstätige gemeint und umgekehrt.

Ich stelle mich vor

Ich bin gerademal 28 Jahre alt und darf folglich überhaupt erst seit drei Jahren an einer Amtsärztlichen Prüfung teilnehmen. Da Heilpraktiker eher eine Beschäftigung ist, die als Zweitberuf in einem höheren Alter erlernt wird, müssen sich die Prüflinge in der Regel kaum Gedanken um das Mindestalter machen. Und trotzdem stecke ich bereits mitten im Prüfungsstress. Während ich diese Zeilen schreibe habe ich die schriftliche Prüfung bereits bestanden und die mündlich noch vor mir. Allerdings mache ich meine Prüfung „nur“ im Bereich Psychotherapie.

Eigentlich habe ich Buchwissenschaft, Soziologie und Philosophie an der Friedrich-Alexander Universität in Erlangen studiert und arbeite jetzt als freie Journalistin. Schon während meines Studiums habe ich angefangen, mich sehr für Psychologie zu interessieren, was mich auch schließlich bewogen hat, jetzt an der Heilpraktikerprüfung teilzunehmen.

Da ich bereits studiert habe und auch eigentlich einen Beruf ausübe, den ich sehr mag, konnte ich mir kein weiteres Studium für fünf Jahre vorstellen. So fand ich mit der Möglichkeit Heilpraktikerin zu werden eine ganz wunderbare „kleinere“ Alternative.

Dementsprechend möchte ich allen Interessenten mit diesem Buch Mut machen, den Schritt zu wagen etwas in Richtung Heilkunde zu tun, ohne ein Abitur mit Note eins geschrieben zu haben, oder vielleicht sogar ohne überhaupt Abitur gemacht zu haben. Nimmt man die Amtsärztliche Überprüfung ernst, sucht sich gute Ausbildungsstätten und handelt tatsächlich nach bestem Gewissen, hat dieser Beruf nichts mehr mit irgendeinem Schamanentum zu tun, sondern bietet eine sehr brauchbare Ergänzung zur Schulmedizin.

Für den angehenden Heilpraktiker bietet es außerdem die Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen, die eigenen Fähigkeiten auszuschöpfen und möglicherweise beruflich noch einmal ganz neu anzufangen.

Doch oft scheitert man schnell an den kleinsten Fragen: Was ist eigentlich ein Heilpraktiker? Wie kann man das werden? Ist man dann selbstständig? Was genau bedeutet das dann wieder für mich? Kann man damit wirklich Geld verdienen? Damit die Idee Heilpraktiker zu werden, nicht schon durch diese Fragen im Sande verläuft gibt es das kleine Büchlein, welches Sie gerade in den Händen halten.

Sind all diese Fragen schließlich geklärt, man hat sich entschieden und macht sich auf den Weg, um Heilpraktiker zu werden, bleibt doch zumeist die schauerlichste Frage am Ende wie ein Damoklesschwert schweben: Wie schwer ist die Amtsärztliche Prüfung wirklich? Ich kann dazu nur sagen: Es war ein wenig stickig im Raum, sonst war aber alles machbar!

I   Heilpraktiker – ein Beruf für mich?

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Der Beruf des Heilpraktikers ist durchweg etwas Besonderes. Es gibt kaum Regelungen die diesen Beruf betreffen, aber eine fast unerschöpfliche Zahl an Möglichkeiten.

Nach einer bestandenen Amtsärztlichen Prüfung ist eine Spezialisierung in einen vieler verschiedener Teilbereiche nötig. Homöopathen, Gesundheitsberater, Tierheilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie sind nur einige Beispiele.

Außerdem gehört der Beruf Heilpraktiker zu den freischaffenden Berufen, dementsprechend arbeitet man auf selbstständiger Basis. Aber auch die Mitarbeit in einer anderen Praxis, oder die Gründung einer Gemeinschaftspraxis sind möglich.

Menschen, die sich entscheiden Heilpraktiker zu werden, kommen ursprünglich oft aus ganzen anderen Berufszweigen, die das Thema Heilkunde vorher nicht im Geringsten berührt haben.

Wer also mit dem Gedanken spielt, beruflich einen ganz neuen Weg einzuschlagen, aber Zweifel aufgrund mangelnden Vorwissens hat, sollte sich auf keinen Fall abschrecken lassen.

Das Heilpraktiker ein typischer „zweiter Beruf“ ist, liegt an der Amtsärztlichen Prüfung. An dieser Prüfung darf erst ab dem 25. Lebensjahr teilgenommen werden und ohne sie abgelegt zu haben, darf man sich nicht Heilpraktiker nennen.

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Für viele Menschen, die Heilpraktiker werden, beginnt ein neues Leben. Für die meisten ist es der zweite Beruf und sie besitzen keine Vorkenntnisse.

Letztendlich sind die wenigen Regelungen für diesen Berufsstand Fluch und Segen zugleich: Um Heilpraktiker zu werden, muss „lediglich“ eine Amtsärztliche Prüfung bestanden werden. Wie man dorthin gelangt, ist einem selbst überlassen.

So kann die Ausbildung an die individuelle Situation angepasst werden - von der Ganztagsschule bis zum Selbststudium ist alles möglich. Gemeinsam mit dieser Freiheit liegen nun aber auch ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und Eigeninitiative beim angehenden Heilpraktiker.