Dieter Hentzschel

EXPRESS IN DIE ZUKUNFT

...und andere Storys

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

Titel

EXPRESS IN DIE ZUKUNFT

HERR WICHERT

MELVIN

HEISS AUF DEN JOB

SONNENSTURM

Impressum neobooks

EXPRESS IN DIE ZUKUNFT

EXPRESS IN DIE ZUKUNFT

 

 

      Wir schreiben das Jahr >Zweitausendeinhundert<. Begleiten sie mich auf einer Reise in die Zukunft. Nehmen sie Platz neben mir und lassen sie die Gegenwart hinter sich. Ich verspreche ihnen faszinierende, erschreckende, aber auch unvergessliche Erlebnisse. Wollen sie wissen ob es das Menschengeschlecht in der Zukunft noch gibt? Oder ob  längst eine neue Spezies die Weltherrschaft übernommen hat? Oder ob die Erde wüst und leer ist?    Was hält sie hier? Doch ich muß sie auch warnen. Meine Erfindung funktioniert nur in einer Richtung. Rückkehr ausgeschlossen. Doch keine Angst. Wenn Gefahr droht beschützt uns meine Maschine. Countdown in zwölf Stunden. Sie glauben das alles nicht? Steigen sie ein. Die vierte Dimension wartet.  

Das Jahr >Zweitausendreihundertfünfzig<. Unser erstes Ziel. Einverstanden? Wir werden ein bisschen durchgeschüttelt. Entmaterialisierung und Materialisierung  in wenigen Millisekunden. Zerlegt in Atome. Weisse Blitze. Überlichtgeschwindigkeit. Es ist ja auch ein ordentlicher Sprung. Wow! Da sind wir schon.   Nacht, Dunkelheit. Wo sind wir gelandet? Unsere Maschine hat sich nicht von der Stelle bewegt. Der Platz auf dem wir stehen ist der Gleiche. Aber um uns ist nichts. Undurchdringliche Dunkelheit. Kein einziger Lichtpunkt. Eine Straßenlaterne vielleicht, ein beleuchtetes Fenster. Nichts. Zweihundertfünfzig Jahre in der Zukunft. Die Montagehalle in der wir standen ist verschwunden. Atemlose Stille. Ich will den Knopf für die Lichtschiene auf unserem Dach betätigen. Nein! Besser nicht. Falls jemand in der Nähe ist weiß er sofort Bescheid. Alle weiteren Überlegungen erübrigen sich. Blendend weißes Licht hüllt uns ein. Sirenenalarm rings um uns. Ich lasse das Sonnenvisier herunter. Eine weibliche Stimme. Metallisch hart über Lautsprecher. Herrisch!  

"Aussteigen!"   Ruhig bleiben. Infrarot einschalten. Lage sondieren. Vor uns ein freier Platz. Im grünlichen Infrarotlicht des Bildschirms erkenne ich panzerähnliche Fahrzeuge. Umgeben von hohen Mauern. Was ist das? Ein Gefängnishof?  Eine Schutzmauer? Wieder die Stimme.  

"Austeigen! Sofort!" So nicht. Nicht mit mir. Ich nehme das Mikro. Schalte den Außenlautsprecher ein.  

"Wer seid ihr? Vielleicht gehts ein bisschen höflicher."   Die Antwort ist ein greller Blitz. Ein dumpfer Schlag auf der Außenhaut unserer Maschine. Die Explosion verpufft. Wir sind hier sicher. Ich nehme wieder das Mikro.  

"Gute Demonstration. Aber wirkungslos. Aufpassen!" Meine Laserkanone feuert. Nur ganz kurz. Ein fünf Meter tiefer Krater tut sich vor dem waffenstarrenden Begrüßungskomite auf.Stille. Die Erde raucht. Aha, sie beratschlagen. Ich warte, sehe meinen Passagier an. Keine Angst.  

"Wer seid ihr?" Die weibliche Stimme.  

"Euer Anführer soll sich zeigen", sage ich. "und Licht aus!"   Nach einer Weile erlöschen die grellen Lichtbatterien. Nun beleuchte ich den Platz. Eine Person löst sich aus dem Schatten der Panzer. Ich nehme sie in den Lichtkegel. Was ist das? Ein Marine-Kämpfer? Rasierter Kopf. Umgehängte Knarre. Martialischer Auftritt. Aber unverkennbar ein weibliches Wesen. Es spricht.  

"Wo kommt ihr her? Was wollt ihr hier?"   

"Äh wir sind nur Besucher. Friedliche Besucher."   

"Das sagen alle. Was ist das für eine Maschine?"   Ich überlege einen Moment. Es würde keinen Sinn machen ihr zu erklären, dass wir aus der Vergangenheit angereist sind.  

"Wir sind nur auf der Durchreise. Sag mir welches Jahr wir haben." Stille. Die Kämpferin überlegt.  

"Was soll diese Frage? Jeder weiß, dass wir das Jahr >Zweitausenddreihundertfünfzig< schreiben." Ich denke: Gut! Punktlandung. Unser Reisegefährt funktioniert.Trumphierend sehe ich meinen Mitreisenden an. Ich nehme wieder das Mikro.   

"Wo sind wir? Ist das Manchester?"  

"Was sollen die blöden Fragen? Ihr steigt jetzt aus und gebt euch zu erkennen. Sonst lernt ihr uns kennen." Das entlockt mir ein Lächeln.   Ich sage: "Übertreib mal nicht. Siehst du den Krater vor deinen Füßen? Wir sind da durchaus auch mobil. Falls wir aussteigen.  Was seid ihr eigentlich? Eine militärische Einheit? Ich habe noch keinen Mann gesehen oder gehört."Eine längere Stille folgt. Habe ich etwas falsches gesagt? Dann die Antwort.  

"Hier gibt es keine Männer." Wieder eine Pause. Und dann: "Nicht hier in unserer Gegend." Wie meinte sie das? 

"Wie meinst du das?"   

"Wir kommen ohne Machos aus!"   Was! Mir lief es eiskalt den Buckel runter. Wollte diese, diese Amazone mich verarschen? Dieser Feldwebel.Ich hob das Mikro wieder vors Gesicht.   

"Ich steige jetzt aus."   Mein Mitreisender sieht mich entsetzt an. Sprachlos hat er die ganze Zeit zugehört.   

"Bleib ganz ruhig", sage ich zu ihm. "Du bleibst hier. Aber rühr nichts an. Im übrigen war das kein Bluff mit der Mobilität unseres Lasers." Er nickt nur stumm.   Ich öffnete eine Klappe im Armaturenbrett und holte die Laserpistole heraus. War ja wohl klar dass ich mir auch was mobiles gebastelt hatte. Ich bin doch nicht lebensmüde. Mit einem Klick am Steuerpult öffnete ich die Tür auf meiner Seite. Drei Stufen auf der Leiter und ich war unten. Ich trat nach vorn hob meine Waffe und sagte:

"War das ein Witz dass es hier keine Männer gibt?"   Und dann sah ich die Bescherung. Wir waren umzingelt von schildkrötenähnlichen Panzergefährten und davor standen – ja also was – ungefähr Zweimeterzwanzig  große Frauen. Dass es Frauen waren sagten mir nicht nur die langen Haare - die sie im Gegensatz zu ihrer Anführerin hatten. Nein, sie hatten auch noch Brüste im Jahr >Zweitausendreihundertfünfzig<.  

Ich sah kurz nach unten auf den Boden. Festgestampfter Lehm. Keine Montagehalle weit und breit. Aber ich hatte nicht nur die genauen Zielkoordinaten, sondern auch die Daten unseres Startpunktes  eingegeben.

Also nochmal die Frage: "Ist das hier Manchester? Und wo sind die Männer?"

Die Antwort kam schnell. "Ja das hier hieß mal Manchester und  Männer gibts hier nicht."  

"Was?"   

"Wir brauchten sie nicht mehr."   

"Aber... ."   

"Du meinst wie wir uns dann fortpflanzen können. Wir haben vorgesorgt." Meine Stirn legte sich in Falten und dann hatte ichs. 

"Äh... aber aus ... äh... eurem Vorsorgebestand... gibt es doch auch männliche Nachkommen." Keine Antwort.  Jetzt lief mir wirklich ein kalter Schauder über den Rücken. Wir sollten hier wohl schnell verschwinden, bevor diesen Weibern einfiel wozu die Männer in der Vergangenheit nütze waren. Ich war ja nicht gerade ein Liliputaner. Aber Zweimeterzwanzig. Mein Mund war trocken. Ich brauchte unbedingt eine Coke aus unseren Vorräten.Ich hob meine Waffe.  

"Kommt mir nicht näher. Wie siehts im Rest der Welt aus?"

Die Anführerin erwiderte ungerührt: "Interessiert uns nicht!" Ich riskierte eine Lippe.  

"Herr im Himmel ist euch nicht stinklangweilig?"   Die Frage wurde nicht mehr beantwortet. Denn plötzlich setzten sich diese Schildkröten in Bewegung und ungefähr fünfzig weibliche Wesen marschierten auf mich zu. Nichts wie weg.  Mit zwei Sätzen war ich am Einstieg zu unserer Rettungskapsel. Tür zu und in das Eingabepad die Zahl >Zweitausenddreihundertneunundfünfzig 13.00 Uhr< eingeben, war eine fließende Bewegung. Bei unserem Start hatte ich versäumt eine Tageszeit anzugeben. Und wir waren nachts gestartet und nachts angekommen. Mal sehen was passiert.   Die Schildkröten und die Amazonen verschwanden. Weiße Blitze. Sekundenbruchteile. Wurmlochachterbahn.  

Ich traute meinen Augen nicht, sah meinen Mitreisenden an, der genau so verständnislos auf die Szenerie vor uns glotzte. Wieder dieser freie Platz, aber keine Lebewesen und keine Panzer. Rings um den Platz nur die eingestürzten Reste einer Mauer.   Wo waren diese martialischen Amazonen abgeblieben? Waren sie weitergezogen, oder von irgendwelchen anderen Völkchen vernichtet worden? Warum waren sie nicht zur Stelle um uns unnütze Wesen zu beseitigen? Unnütz? Moment mal. Wir waren nicht verseucht. Wir konnten noch Fruchtbarkeit spenden. Falls die Vorräte mal zu Ende gingen. Meine Stirn runzelte sich gewaltig. Ich sah uns schon angekettet in einem Verlies. Sie hielten uns gefangen um ihre Zukunft zu sichern. Besser wir verschwanden hier.   

Wir einigten uns darauf einen größeren Sprung zu tun. Unsere Gedanken waren die gleichen. Die tödliche Strahlung hielt sich ja eine Weile. Nehmen wir doch eine runde Zahl. Das Jahr >Siebentausend< nach Christus. Zwölf Uhr Mittags. Falls Uhrzeit dann überhaupt eine Bedeutung hatte. Uhrzeit war eine menschliche Erfindung. Um dem Leben eine Struktur zu geben. Unseren Planeten mitsamt dem Kosmos interessierte Uhrzeit nicht. Es war einfach so, dass durch die Drehung unseres Himmelskörpers die Sonne auf-und unterging. Basta!           

Ankunft im Jahr >Siebentausend<. Irgendwie hingen wir in der Luft. Unsere Maschine schwankte leicht. Die Ursache war gleich klar. Unter unserer Zeitreisemaschine ein schier undurchdringliches, grünes Geflecht. Dschungellandschaft so weit das Auge reichte.  Wir hingen in den Kronen riesiger Bäume. Sollten wir aussteigen und die Gegend erkunden? Doch wie kamen wir nach unten auf den Boden? Es wurde auch mal Zeit einem menschlichen Bedürfnis nachzukommen. Konnte ich es mit der Seilwinde riskieren? Mein Copilot schüttelte nur den Kopf als ich ihn fragte ob er Lust auf einen Ausflug hätte. Ich brachte ihm bei die Seilwinde zu bedienen.  

"Was auch passiert", sagte ich, "warte bis ich wieder hier oben bin. Allein bist du verloren."  Auf seiner Stirn stand der Schweiß. Er nickte. Ich legte mir den Gurt an, öffnete die Tür und er ließ mich nach unten. Was nicht so einfach war. Immer wieder verfing sich das Seil an einem Ast und er mußte mich erst wieder ein Stück nach oben ziehen, damit ich durch entsprechende Schaukelbewegungen einen anderen Weg suchen konnte. Doch endlich war ich unten angekommen.   

Das heißt ich tauchte in riesige Farnblätter ein und sah erst einmal gar nichts. Und mir war schon etwas aufgefallen. Es gab nicht den üblichen Dschungellärm. Also kreischende Vögel oder Affengeschrei, oder Raubtiergebrüll. Um mein mulmiges Gefühl zu beseitigen faßte ich einen Entschluß. Ich zog meine Laserpistole aus dem Gürtel und beschloß, damit erst einmal ein Stück Urwald zu roden. Es stank und rauchte nachdem ich eine  Schneise in das Grün gebrannt hatte. Kurz sah ich nach oben. Von unserem Gefährt waren nur ein paar Sprossen der Stelzenbeine zu sehen. Aber es hing anscheindend sicher. Plötzlich der Gedanke. Ob wir bei einem neuen Sprung überhaupt von hier wegkamen? Ich verscheuchte den Gedanken und ging ein paar Schritte. Ringsum Stille, eine befremdliche Stille. Kein wohnlicher Ort.    

Aber sollte es hier wirklich keine Lebewesen geben? Ich kniete mich auf den Boden. Würmer und Insekten überlebten immer. Nichts. Ich wollte schon mit dem Knopf an meinem Gürtel das Signal zum hochziehen geben als ich plötzlich stockte. Ein paar Meter vor mir, auf der rechten Seite,  teilte sich die grüne Dschungelwand. Hervor kamen zuerst zwei zuckende Fühler und dann ein ekelhafter dreigeteilter Körper. Glänzend, rötlichbraun. Mein Verstand weigerte sich das Wort >Ameise< zu denken. Aber es war eine Ameise. Eine Riesenameise. So groß wie ein Schäferhund. Und jetzt richtete sich dieses Monster auch noch auf. Zwei schwarze Knopfaugen fixierten mich, die Fühler peitschten. Nichts wie weg. Meine Knarre in Stellung bringen und den Rückholknopf drücken war eine Bewegung. Das Seil ruckte. Ich spürte mit Erleichterung wie ich nach oben gezogen wurde.

Zum Glück hatte mein Mitreisender nicht gepennt oder sich vor Angst in die Hosen gemacht. Ich hatte schon  einen guten Meter Höhe erreicht als ich ein kurzes zischendes Geräusch vernahm. Etwas flüssiges schoß auf mich zu. Ein winziger Strahl.    Das Biest spritzte Gift auf mich. Der Strahl traf mich an meinen Stiefeln. Stiefel mit festem Schaft. Eine kleine Rauchwolke stieg von meinem Schuhwerk auf. Oh Mann das Biest schoß mit Säure. Und dann war ich wohl in sicherer Entfernung. Noch in der Luft hängend riß ich mir den Stiefel herunter. Gerade noch rechtzeitig. Denn ich verspürte schon ein Brennen an meiner Haut. Der Stiefel fiel nach unten in das Dschungelgewirr. Danke für den überaus herzlichen Empfang. Ein-oder zweimal verhed- derte ich mich, doch dann war ich oben.   Die Schweißperlen auf meiner Stirn und der fehlende Stiefel sagten alles. Noch etwas atemlos schilderte ich die Begegnung. Und wir spekulierten. Riesenwachstum durch genveränderte Pflanzen? Angefangen hatte das alles um das Jahr zweitausend. Ich hoffte nur, dass es anderswo noch Menschen gab.   

Wir einigten uns auf einen erneuten Sprung. Wieder runde Zahl. >Zehntausend nach Christus<. Hörte sich gut an. Doch zuerst nahmen wir einen kleinen Imbiss aus unserer Bordküche ein. Ein zweites Paar meiner Stiefel hatte ich in weiser Voraussicht mitgenommen. Man konnte ja nie wissen wie das Gelände viele tausende Jahre später aussah. Auch unsere chemische Toilette mußten wir zum erstenmal in Anspruch nehmen. Hoffentlich wurde der Empfang bei unserem nächsten Ziel freundlicher.  

Ich sah meinen Copiloten fragend an. Er nickte und ich drückte die >Go<-Taste. Diesmal wurden wir beim Start ordentlich durcheinandergerüttelt. Als wir die Augen wieder öffneten befanden wir uns inmitten von Grasland. Vor uns, vielleicht einen Kilometer entfernt, ein riesiger, hoher Wald.  Auf der Ebene grasten braune Tiere. Auf den ersten Blick sahen sie aus wie Rehe. Doch nach längerem hinsehen kamen sie mir eher wie eine Gazellenart vor. Sie beachteten uns nicht. Als wir den Rundumblick fast abgeschloßen hatten fiel mir rechts hinter uns ein nadelartiger Pfahl auf. Vielleicht einen Kilometer entfernt. Ich schätzte seine Höhe auf gut hundert Meter. Das konnte aus dieser Entfernung auch eine Täuschung sein. Und es sah nach einem technischen Konstrukt aus.   

Doch bevor wir an Aussteigen denken konnten mußte ich erst einmal checken ob es noch atembare Luft für uns  gab. Das Sauerstoffmessgerät blieb im grünen Bereich. Aber es war heiß. Das Aussenthermometer zeigt fast vierzig Grad an. Den Tieren schien die Hitze nichts auszumachen. Nach längerer Diskussion einigte ich mich mit meinem Gefährten darauf das seltsame Objekt per Fußmarsch zu erkunden. Er sollte bei unserer Maschine bleiben und sie für alle Fälle bewachen. Ich nahm etwas Proviant und Wasser in einem kleinen Rucksack mit und machte mich auf den Weg Richtung Pfahl. In meinem Gürtel steckte das kleine Funkgerät mit dem wir Kontakt halten konnten. Trotz des Thermoanzugs peinigte mich die Hitze als ich ausstieg. Natürlich hatte ich auch die kleine Laserpistole und einen Kompass dabei. Ich marschierte in Richtung Osten los und winkte kurz zu unserer Zeitkapsel zurück.  

Nach einer guten Viertelstunde war ich bei dem Pfahl angekommen. Er war etwas höher als ich geschätzt hatte, und er war eindeutig künstlichen Ursprungs. Sein Umfang betrug über Bodenhöhe ungefähr hundertachtzig Zentimeter und verlief nach oben konisch zu einer nadelfeinen Spitze. Vorsichtig umrundete ich das Gebilde, in, wie ich glaubte, sicherer Entfernung von etwa zwanzig Metern. Es konnte ja ein unsichtbares Kraftfeld geben. Ich hob einen Stein auf und warf ihn in Richtung Pfahl. Nichts geschah. Ich fragte mich wohin der Dschungel verschwunden war.  Hatte es dramatische Veränderungen in den Konstellationen unseres Sonnensystems gegeben, die die Erde drastisch verändert hatten? Fragen auf die ich keine Antwort wußte. Wenn dieser Pfahl künstlichen Ursprungs war, wer hatte ihn errichtet?      Entschloßen ging ich auf das Artefakt zu.

Plötzlich krächzte mein Funkgerät. Ich nahm es aus dem Gürtel und fragte: "Was gibts?" Keine Antwort. Ich sah zu unserem Gefährt zurück. Unbeweglich stand es in der Landschaft.

Ich rief erneut: "Hast du mich gerufen Kumpel?

Die Antwort: "Äh ja... ich wollte wissen ob du was entdeckt hast?" Idiot!  

"Mann hast du mich erschreckt. Alles klar hier. Bin gerade bei dem Ding angekommen." Nach einer halben Stunde war ich so schlau wie vorher. Schwarzglänzendes Metall, vollkommen glatt. Keinerlei elektrische Energie spürbar. Ein sinnloser Totempfahl? Es gab keine Öffnungen oder Vertiefungen in der Oberfläche der makellos runden Form. Nur eines wußte ich mit Sicherheit. Dieser Pfahl war von intelligenten Wesen errichtet. Nur seine Funktion erschloß sich mir nicht. Ich nahm das Funkgerät und sagte: "Ich komme zurück. Hier gibt es nichts zu sehen. Ich werde mich wohl mit der Raupe auf den Weg machen müssen."  

Zurück in der Maschine war ich erst mal froh wieder durchatmen zu können. Nachdem ich mich ein wenig ausgeruht hatte sagte ich: "Bis Sonnenuntergang ist noch Zeit. Ich werde die Gegend erkunden. Du bleibst am besten hier!   Mein Mitreisender nickte erleichtert. Ich sah ihm am Gesicht an, dass er seine Entscheidung mich zu begleiten längst bereut hatte. Ich konnte ihm nicht helfen. Es gab kein zurück. Doch auch mir war klar, dass wir irgendwann auf eine Art Zivilisation stoßen mußten, um Überleben zu können.   

Eine halbe Stunde später ruckelte das geländegängige Gefährt über den leicht unebenen Boden.  Bald lief mir der Schweiß in Strömen über das Gesicht. Da das Gefährt offen war, gab es nur den Fahrtwind der etwas kühlte. Ich fuhr mit etwa dreißig Stundenkilometern in westlicher Richtung auf den Wald zu. Und dann plötzlich über mir ein gleißend heller, extrem dünner Lichtstrahl. Nicht allzuweit über mir. Nicht grün, nicht rot, wie ein Laserstrahl sondern blendend weiß. Ich drehte mich um. Ich hatte es geahnt. Der Pfahl. Direkt aus seiner Spitze kam das Licht. Es zeigte in meine Fahrtrichtung. Über die Wipfel des Waldes hinweg.

Mir war sofort klar, dass dies ein Warnsignal war, das mein Kommen ankündigte. Angestrengt sah ich nach vorn. Nichts. Die Alarmvorrichtung mußte irgendwo in dem Wald sein. Ich stoppte und machte mich zu Fuß durch den Wald auf den Weg. Ein riskantes Unterfangen. Ich wußte ja gar nicht was sich in dem Wald verbarg. Doch ich wollte Aufklärung und Gewißheit. Noch einmal blickte ich zurück zu unserem Gefährt dann trat ich ins Dunkle des riesigen Laubwaldes. Am Rand Gestrüpp doch ich fand eine Lücke. Ich hob den Kopf. Über mir das Rauschen der Laubkronen. Sonst kein Laut. Keine Vogelstimmen. Der Himmel war mehr zu erahnen.

Mit der Waffe in der Hand ging ich tiefer in den Wald. Als ich schon glaubte, dass diese Bäume nie ein Ende nahmen, trat ich plötzlich hinaus auf eine riesige Lichtung. Das erste was ich sah, war ein identischer Pfahl, wie der vor dem Wald in der Ebene. Er stand auf einer großen quadratischen und völlig schwarzen Fläche. Offensichtlich das gleiche Material wie die Außenhaut der Pfähle. Und oben auf seiner Spitze erlosch gearde der weisse Strahl den ihm sein Zwilling geschickt hatte.    

Plötzlich fiel mir mein Reisebegleiter ein. Hoffentlich reagierte er nicht mit Panik. Denn auch er sah ja den Energieblitz. Ganz bestimmt hatte er mich beobachtet wenn ich unserer Maschine ein neues Ziel eingegeben hatte. Und wenn es ihm gelang zu starten, saß ich hier fest. Ich griff nach dem Funkgerät.   

"He, mach keinen Blödsinn! Ich bin hier am Zielpunkt des Lichtstrahls angekommen. Ein zweiter Pfahl und eine schwarze völlig glatte Fläche. Im Moment keine Gefahr. Ich setze die Erkundung fort. Also bleib ruhig."     

Seine Antwort klang nicht sehr vertrauenerweckend.   

"Du bist plötzlich in dem Wald verschwunden. Hättest mich ruhig informieren können."  

"Okay. Du hast recht. Aber wie du ja siehst ist das elektrische Gewitter vorbei. Ich sondiere hier gerade die Lage. Also bleib ruhig."  Ich ließ das Gerät an, damit er mich rufen konnte. Dann sah ich mich erneut um. Nirgendwo Anzeichen von Leben.  Doch wozu dann der Warnstrahl? Vielleicht nur der Überrest eines einstigen, automatischen Alarmsystems?  

Vorsichtig betrat ich die schwarze Fläche. Laut sagte ich: "Hallo Leute ein Besucher ist da. Redet mit mir."   

Das war natürlich Blödsinn und so erntete ich nur Schweigen. Langsam ging ich diagonal über das Feld, peilte die Ecke links von mir an. Keine Ahnung was ich mir davon versprach. Nach kurzem Fußmarsch blieb ich  direkt an der Ecke stehen und drehte mich Richtung Wald um. Und dann ein Geräusch hinter mir. Ich fuhr zusammen. Als ich mich umdrehte sah ich die Öffnung in der schwarzen Fläche, aus der gerade ein Mensch auftauchte. Eine Art Höhleneingang in die Tiefe. Er starrte zu mir hoch. Ich hielt den Atem an, blinzelte, starrte auf die Erscheinung. Was war das? Ein Bewacher der Anlage, der auf den Alarm reagiert hatte? Klein, gebeugt, einem Waldschrat ähnelnd, erschien er mir nur hilfebedürftig. Und er war alt, sehr alt. Ein grauer Bart bedeckte sein Gesicht. Er stieg offensichtlich über eine Leiter nach oben und betrat gleich darauf festen Boden.    

"Kannst die Hand von der Waffe nehmen? Ich tu dir nichts." Wir starrten uns eine Weile an.       

"Woher kommst du?", fragte er mich nach einer Pause.Wie sollte ich das auf die Schnelle erklären?  

"Äh, ja..., also ich habe einen Ausflug gemacht. Wollte die Gegend erkunden. Meine Maschine steht nicht weit von hier. Schnell fügte ich hinzu: "Mein Kumpel wartet dort auf mich."   Das schien den Alten nicht im mindesten zu beeindrucken. Aus zwei gefältelten Höhlen sahen mich seine Äuglein an. Er sagte nichts. Also meldete ich mich wieder: "Was ist das hier?" Mein Arm schwenkte in die Runde.   

"Ein Start-und Landeplatz", erwiderte er.  

"Wofür?"  

"Für Fähren."  

"Willst du mich auf dem Arm nehmen?" Die Antwort verblüffte mich.  

"Nun ja, genau gesagt sind sie bisher von hier aus nur gestartet."  

"Wovon sprichst du?"   "Von den letzten zivilisierten Menschen die einmal hier gelebt haben."   

"Wo sind sie jetzt und warum haben sie die Erde verlassen?"  

"Sie haben hier keine Zukunft mehr gesehen. Eines Tages sind sie aufgebrochen. Sagten sie müßten sich jetzt einen anderen Platz suchen. Und ich sollte als Wächter hier zurückbleiben."  

"Wie lange ist das schon her?" Der Alte zuckte mit den Schultern: "Bestimmt ein paar Jahre."  

"Haben sie gesagt ob sie irgendwann mal wieder kommen." Achselzucken.   

"Möglich."   

"Wovon lebst du hier alter Mann? Und wie hälst du es hier allein aus?"  

"Ach ich brauche nicht mehr viel. Und sie haben mir Vorräte für drei Leben dagelassen." Die nächste Frage plagte mich.      

"Und gibt es hier in der ganzen Gegend niemanden mehr außer dir?"

"Das weiß ich nicht."   

"Erkundest du nicht manchmal die Gegend? Muß dir ja stinklangweilig sein." Er sah mich lange an.  

"Ja, da waren manchmal schon ein paar Horden unterwegs. Jenseits des Waldes. Haben alles erkundet. Ich habe sie aus einem Versteck heraus beobachtet. Diesen Platz hier haben sie offensichtlich nicht entdeckt. Das kann aber noch kommen. Das sind Leute die kein Gesetz und kein Recht mehr kennen. Bei dir allein hatte ich keine Bedenken. Hab dich an einem Bildschirm beobachtet. Da gibt es ein paar versteckte Kameras. Zum Glück, denn wenn diese Wilden hierher kommen muß ich mein Domizil schützen. Den Eingang den du hier siehst kann ich elektronisch verriegeln."  

"Und du lebst da unter der Erde? Und was sollst du bewachen? Er schwieg und erst nach einer Weile kam die Antwort:

"Das darf ich dir nicht sagen." Plötzlich schoß mir ein Gedanke in den Kopf.  

"Hat es zu deinen Lebzeiten mal einen großen Krieg gegeben?" Er nickte.  

"Mit Atomwaffen?"  

"Nicht direkt hier, aber anderswo."   Der Alte sah mich wieder lange an und sagte dann: "Du siehst zivilisiert aus.   

"Ich bin ein Erdenbewohner wie du und ich komme aus der Vergangenheit. Ich habe es geschafft eine kleine Zeitreise zu unternehmen. Ich weiß das klingt unglaubwürdig." Ich verschwieg das Jahr in dem wir gestartet waren.Die Antwort des Alten kam prompt:  

"Eigentlich ist es mir ganz gleichgültig wo du herkommst. Meine Tage sind gezählt. Ob ich dir glaube oder nicht. Was macht es aus? Für mich spielt nichts mehr eine Rolle. Geh zurück zu deinem Freund."  

"Willst du mir wirklich nicht verraten was du hier bewachen sollst." Er schüttelte den Kopf.  Ich wollte bei diesem alten Mann keine Gewalt anwenden. Dennoch peinigte mich die Frage was er in seinem unterirdischen Verließ bewachte.  

"Wenn es dir recht ist komme ich dich nochmal besuchen."  

"Tu was du tun mußt. Mich wirst du nicht wiedersehen."   Und damit verschwand sein Kopf in der dunkel gähnenden Öffnung und wie von Geisterhand verschloß eine schwarze Platte die Öffnung.  Er tat mir leid, aber im Augenblick konnte ich nichts tun. Am Waldrand angekommen zog ich als erstes mein Funkgerät aus der Tasche und drückte die Sprechtaste.   "He Kumpel... ." Weiter kam ich nicht.   

"Komm schnell hierher... wo warst du so lange? Sie klettern auf unserer Maschine herum. Was soll ich tun...?"   

"Ich komme Junge."   Also hatte uns irgend so eine marodierende Bande entdeckt, die in der Gegend umherzog, wie der Alte gesagt hatte. Ich durchquerte den Wald und sprang in mein Gefährt. Dreckklumpen spritzten unter meinen Rädern hervor. Ich fuhr Höchstgeschwindigkeit. Nach einer Weile beruhigte ich mich. Wenn sie keine schweren Feuerwaffen besaßen konnten sie unserer Maschine nicht viel anhaben. Ich schaltete wieder das Funkgerät ein.  

"Bleib ruhig, sagte ich. Bin gleich da."   Schon von Weitem sah ich die Meute. Das mußten an die dreißig Leute sein. Als ich näherkam konnte ich erkennen wie verwildert sie aussahen. Lumpen als Kleidung. Und sie hielten – ich konnte es kaum glauben –  Speere in der Hand.  

Da kam auch schon der erste geflogen. Sie sprangen von unserer Maschine herunter und erwarteten den Feind. Dreißig Meter vor der Bande hielt ich an. Ich kletterte aus meinem Gefährt und im gleichen Atemzug rief ich:

"Bleibt friedlich Leute. Wir tun euch nichts."   Die Antwort war Geheul und eine vorwärtsstürmende Masse. Blitzschnell zog ich den Laser und schmolz eine fünf Meter  breite Rinne in den Boden. Unmittelbar davor blieben die Angreifer wie angewurzelt stehen.  

"Ich hab doch gesagt bleibt friedlich. Was wollt ihr? Ich hoffe euch ist klar, dass ihr alle tot seid bevor ihr mich erreicht habt." Das rudimentäre Gestammel das ich darauf hörte war kaum zu verstehen.   Nach einer Weile trat einer der Wilden etwas vor und nuschelte:

"Wer bist du? Hast du etwas zu essen für uns? Und was ist das für eine Maschine?"   Nachdem unsere Vorräte auch schon knapp wurden – bislang hatten wir ja keine Möglichkeit gehabt uns etwas essbares in der Zukunft zu beschaffen. Falls es da überhaupt etwas genießbares gab. Ich überlegte. Wollte hier kein Massaker anrichten. Nein ich wollte eigentlich als friedlicher Botschafter aus der Vergangenheit kommen. Wenn in dieser Vergangenheit auch kaum noch jemand friedlich war. Meine Laserwaffe war des beste Beweis dafür. Dann hatte ich eine Idee.  

"warum fangt ihr euch nicht eine von diesen Gazellen?" Einer der Männer knurrte:

"Die sind so schnell da haben wir mit unseren Speeren keine Chance."  

"Ich kann für euch ein paar schießen." Ich deutete auf meine Waffe. Vielleicht wurde ich sie damit los. 

"Ja das kannst du tun." Er sah dabei seine Begleiter an. Ich war auf der Hut.  

"He, aber du siehst aus als könntest du uns sofort etwas zu essen geben. Wir haben seit Tagen nichts gegessen."Da fiel mir mein Reisebegleiter ein. Es mußte sein. Ich nahm mein Funkgerät in die linke Hand.  

"He Kumpel du siehst was hier los ist. Wir müssen etwas von unserem Proviant opfern."   Gespannt hatte die Meute meinen Griff nach dem Funkgerät beobachtet. Zu dem Anführer gewandt sagte ich:

"Wir haben selbst nicht viel. Ich mache euch einen Vorschlag. Mein Kumpel wird euch jetzt etwas essbares bereitstellen. Aber ihr bekommt es nur wenn ich in meine Maschine einsteigen kann."  

"Du willst uns wohl verarschen!"  

"Ist es dir lieber wenn ich mir den Weg freischieße?" Ich zeigte auf die schwarze Rinne. Sie beratschlagten. Leise sagte ich ins Funkgerät: "Zeig ihnen schon mal ein Essenspaket. Aber erst wenn ich auf der Leiter  bin bekommen sie es."  

"Verstanden Chef!" Das klang recht selbstbewußt.  

Und es klappte. Langsam ging ich auf die kurze Leiter unseres Gefährtes zu. Die Cockpittür öffnete sich und mein Partner warf ein Vorratspack in großem Bogen auf die Wiese. Die Meute stürzte sich darauf und in dem allgemeinen Getümmel gelang es mir die Leiter zu erklimmen.  Im nächsten Moment war ich in Sicherheit. Ich verriegelte die Tür. Gerettet!   Das tierische Geheul störte mich nicht mehr weiter. Speere flogen auf die Außenhaut unserer Maschine, aber sie richteten keinen Schaden an. Ich sah meinen Reisebegleiter an und murmelte: "Freundlicher Empfang. Machen wir sicherheitshalber eine kurze Reise."

In diesem Augenblick hatte ich den alten Mann vergessen.   

"Bereit?", fragte ich. Ein Sprung, zehn Jahre in die Zukunft.   Ein kurzes Sternengewitter und wir waren da. Es sah genau so aus wie noch vor ein paar Augenblicken. Sanfte Prärie, der Wald und schräg hinter uns der nadelspitze Pfahl, der keinerlei Aktivität zeigte. Keine Wilden. In die Stille hinein sagte mein Gefährte die Worte vor denen ich mich schon die ganze Zeit ein wenig fürchtete:  

"Ich habe genug. Bring mich zurück!" Eine Weile schwieg ich und sagte dann:

"Du weißt dass das nicht möglich ist. Wir haben nur eine Chance. Unsere neue Heimat kann nur hier, oder in einer weiter entfernten Zukunft liegen." Ich blickte ihn von der Seite an und sah seine Tränen. Nach einer Weile hörte ich ihn murmeln:     

 "Warum hast du dann nur zehn Jahre eingegeben?"  

  "Weil ich eine Entdeckung gemacht habe."  

 "Was für eine Entdeckung?" Er klang wieder etwas munterer und neugierig. Ich erzählte ihm von der Entdeckung der myteriösen versiegelten Flache hinter dem Wald. Die Begenung mit dem alten Mann verschwieg. Ich wollte ihn nicht beunruhigen.  

"Und was jetzt?", fragte er.   " Diese Wilden sind ja wohl weg. Aber wir müßen auf der Hut sein."  

Als wir ausstiegen atmeten wir die saubere Luft, füllten unsere Lungen, schauten auf die unveränderte Szenerie vor uns. Und in meinem Kopf begannen die Gedanken zu arbeiten. Gedanken die mich bedrückten. Unsere Vorräte gingen zu Ende. Wovon sollten wir leben? Mussten wir gleich wieder mit dem töten von Mitgeschöpfen  beginnen? Oder bot uns dieser Zukunftsort andere Möglichkeiten?  Auf meiner Ausstattungsliste für diese Reise hatte von Anfang an ein Zelt gestanden. Das würden wir hier gut gebrauchen können. Mit immer noch wackligen Beinen verließen wir unsere Maschine und begannen ein kleines Lager aufzuschlagen.   

"Ich habe Hunger", sagte mein Begleiter plötzlich. Dieser Ort hatte sein Heimweh wohl ein bisschen gelindert. Wir packten unsere Vorräte aus und bereiteten uns ein richtiges Essen. Keine Energieriegel, die wir aufgrund der Bedrohung unsere bisherigen Ziele, als Notbehelf zu uns genommen hatten. Das war jetzt richtige Tiefkühlkost die wir aufwärmen konnten.Danach bauten wir das Zelt auf, beschloßen aber dennoch die erste Nacht in der Maschine zu verbringen, auch wenn es nicht besonders bequem war.  

Am nächsten Morgen. Wir fühlten uns ziemlich gerädert. Ich hatte kaum geschlafen, denn die zwei Cockpitsitze waren nun einmal keine Betten. Hinter unserem Gefährt ging die Sonne auf. Nachdem wir uns mit einem Frühstück gestärkt hatten, schafften wir erst einmal einige Gegenstände in unser Zelt. Danach fragte ich ihn:

"Was meinst du? Sollen wir weiterreisen, oder erst einmal hierbleiben?"  

"Bleiben wir hier", erwiderte er.  

"Unsere Vorräte gehen zu Ende", sagte ich. "Was schlägst du vor?"   Er sah eine Weile mich an und dann schweifte sein Blick zu den in der Ferne grasenden Gazellen. Ich sah ihm an was er dachte. Sie oder wir. Ich schlug ihm vor, eine endgültige Entscheidung nach einer gemeinsamen Erkundung zu treffen.  

"Wann solls losgehen?", fragte er.   Die Raupe kam nicht in Frage, denn mit ihr konnte nur eine Person fahren. Bevor wir losmarschierten holte ich mir den mobilen Kompass aus der Maschine. Mein Reisebegleiter trug den Proviantbeutel auf seinem Rücken, damit ich volle Bewegungsfreiheit hatte falls wir überfallen wurden.   Wir gingen Richtung Wald, denn mein Reisebegleiter wollte unbedingt meine Entdeckung, diesen geheimnisvollen schwarzen Platz sehen.   Als wir den Waldrand erreicht hatten blieben wir eine Weile unschlüssig stehen. Wir standen vor dem kleinen Durchlass und dann war es mein Begleiter der vorwärtsstürmte. Na gut, dachte ich, wenn du es so haben willst. Augenblicklich umfing uns die Stille. Keine Tierlaute. Nur ganz oben in den weit entfernten Wipfeln vermeinte man ein leichtes Rauschen zu hören. Nach wenigen Schritten hatte uns der Wald verschluckt.

Dämmerlicht umgab uns, wenn wir sprachen war es nur ein flüääü