
Andrew Solomon
Weit vom Stamm
Wenn Kinder ganz anders als ihre Eltern sind
Aus dem Amerikanischen von
Henning Dedekind, Antoinette Gittinger,
Enrico Heinemann, Ursula Held und Ursula Pesch
FISCHER E-Books

Andrew Solomon hat in Yale und Cambridge studiert. Unter anderem schreibt er für den »New Yorker«, »Newsweek« und den »Guardian«. Er ist Dozent für Psychiatrie an der Cornell University und beratend für LGBT Affairs am Lehrstuhl für Psychiatrie der Yale University tätig. Sein großes Buch über Depression ›Saturns Schatten‹ war ein internationaler Bestseller und wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem National Book Award und der Nominierung für den Pulitzer Preis. Er lebt mit seinem Mann und seinem Sohn in New York und London. Für ›Weit vom Stamm‹ erhielt er den National Book Critics Circle Award 2013.
Covergestaltung: buxdesign | München
Coverillustration: Claire Scully
Erschienen bei FISCHER E-Books
Die amerikanische Originalausgabe erschien 2012 unter dem Titel
»Far from the Tree. Parents, Children, and the Search for Identity«
im Verlag Scribner, Simon & Schuster, New York
© 2012 Andrew Solomon
Für die deutsche Ausgabe:
© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2013
Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.
Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt.
ISBN 978-3-10-402722-7
Winnicotts Satz findet sich in dem Aufsatz »Anxiety associated with insecurity«, auf S. 98 von Through Paediatrics to Psycho-analysis, 1958.
Meine Recherchen in der Gehörlosenwelt führten zu dem Artikel »Defiantly Deaf«, in: New York Times Magazine vom 19. August 1994.
Auf der Website der Firma Cochlear (http://www.cochlear.com) ist mehrfach von einem »Wunder« die Rede, ähnlich in einem Bericht von Aaron und Nechama Parne über die 2007 Cochlear Celebration: »Celebrating the miracle of the cochlear implant« (http://hearingpocket.com/celebration1.shtml). Die Gegenseite findet man bei Paddy Ladd, Understanding Deaf Culture: In Search of Deafhood (2003), Seite 415: »Seit den 1990er Jahren versucht die Genforschung, ein ›Gehörlosengen‹ zu identifizieren und macht damit theoretisch möglich, was man eine ›Endlösung‹ nennen könnte – nämlich die Auslöschung aller gehörlosen Menschen.« Harlan Lane vergleicht Versuche zur Beseitigung von Gehörlosigkeit mit der Beseitigung ethnischer Gruppen, in: Paul Davies, »Deaf culture clash«, Wall Street Journal vom 25. April 2005.
Weitere Informationen zum idealen Alter für ein Cochlea-Implantat finden sich in Kapitel II: Gehörlos in diesem Buch.
Der Theologe John Polkinghorne kommt nach dem, was er von Dirac gelernt hat, zu folgender Interpretation: »Ask a quantum entity a particle-like question and you will get a particle-like answer; ask a wave-like question and you will get a wave-like answer.« In Polkinghorne, Science and Theology: An Introduction, 1998, S. 31.
Ludwig Wittgenstein, Tractatus Logico-Philosophicus, 1922, Teil 5, S. 6.
Im Duden steht: »Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Jemand ist in seinen Anlagen, in seinem Verhalten den Eltern sehr ähnlich.«
Der erste Satz von Leo Tolstois Anna Karenina lautet: »Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich; aber jede unglückliche Familie ist auf ihre besondere Art unglücklich.« Berlin 1957: Band 1, S. 7.
Die frühe Entwicklung von homosexuellen Kindern wird unter anderem dargestellt in: Richard C. Friedman, Male Homosexuality: A Contemporary Psychoanalytic Perspective, 1990, S. 16–21.
Mehr Informationen zu geschlechtsuntypischen Farbvorlieben als Vorzeichen einer Homosexualität finden sich in Vannesa LoBue und Judy S. DeLoache, »Pretty in pink: The early development of gender-sterotyped colour preferences«, in: British Journal of Developmental Psychology 29, Nr. 3 (September 2011).
Der unvergessliche letzte Satz »Wherever they go, and whatever happens to them on the way, in that enchanted place on the top of the Forest a little boy and his Bear will always be playing« findet sich in A. A. Milne, The House at Pooh Corner, 1961, S. 179f.
Siehe Amos Kamil, »Prep-school predators: The Horace Mann School’s secret history of sexual abuse«, New York Times Magazine vom 6. Juni 2012.
Facebook-Post von Peter Lappin.
Mehr Informationen zur Sexualtherapie mit Surrogatpartnern finden sich auf der Website der International Professional Surrogates Association: http://surrogatetherapy.org/.
Das Zitat stammt aus dem Artikel »The homosexual in America«, in: Time vom 21. Januar 1966.
Wortlaut und Geschichte von House Bill 4770 (inzwischen Public Act 297) sind auf der Website der Regierung von Michigan nachzulesen: http://www.legislature.mi.gov/mileg.aspx?page=getobject&objectname=2011-HB-4770.
Siehe Josh Kron, »Resentment toward the West bolsters Uganda’s antigay bill«, in: New York Times vom 29. Februar 2012, und Clar Ni Chonghaile, »Uganda anti-gay bill resurrected in parliament«, in: Guardian vom 8. Februar 2012.
Die Beschreibungen stammen aus Matt McAllester, »The hunted«, in: New York vom 4. Oktober 2009.
Die This American Life-Episode »81 Words« (http://www.thisamericanlife.org/radio-archives/episode/204/81-W ords) schildert die Streichung von Homosexualität aus dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders; siehe auch Ronald Bayer, Homosexuality and American Psychiatry: The Politics of Diagnosis, 1981.
Die Passage bezieht sich auf Ex-Gay-Aktivist Scott Lively: Redeeming the Rainbow: A Christian Response to the »Gay« Agenda, 2009. Scott Lively wird von ugandischen Schwulenrechtlern vorgeworfen, die Verfolgung Homosexueller in ihrem Land zu verschärfen. Siehe Laurie Goodstein, »Ugandian gay rights group sues U. S. evangelist«, in: New York Times vom 15. März 2012.
Diese Reaktion auf Ray Blanchards Hypothese taucht auf in: »Fraternal birth order and the maternal immune hypothesis of male homosexuality«, in: Hormones & Behavior 40, Nr. 2 (September 2001) und wird zitiert in: Alice Domurat Dreger, »Womb gay«, Hastings Center Bioethics Forum, 4. Dezember 2008.
Die Debatte über die Verabreichung von Dexamethason bei Schwangeren verfolgt Shari Roan: »Medical treatment carries possible side effect of limiting homosexuality«, in: Los Angeles Times vom 15. August 2010.
Ein Beispiel für die Einwände von Afroamerikanern gegen die Verwendung von Bürgerrechtsvokabular durch die Schwulenbewegung ist folgende Bemerkung von Reverend Patrick Wooden, zitiert in David Kaufman, »Tensions between black and gay groups rise anew in advance of anti-gay marriage vote in N. C.«, in: Atlantic vom 4. Mai 2012: »Wir Afroamerikaner sind empört, dass die Bürgerrechtsbewegung von der sogenannten Schwulenrechtsbewegung vereinnahmt wurde. Dies ist eine Beleidigung, und es ist ärgerlich, wenn Schwulengruppen behaupten, schwarz sein und schwul sein sei dasselbe.«
Spruch 70 in Elaine H. Pagels, Beyond belief: The Secret Gospel of Thomas, 2003, S. 53.
Statistiken zur Kindstötung finden sich auch auf S. 42 in James Alan Fox und Marianne W. Zawitz, »Homicide trends in the United States« (2007), in der Tabelle »Homicide Type by Gender, 1976–2005.« Siehe auch Steven Pinker, »Why they kill their newborns«, in: New York Times vom 2. November 1997.
Die elterliche Ablehnung gegenüber sichtbar behinderten Kindern diskutieren die Seiten 152–54 in Meira Weiss, Conditional Love: Parents’ Attitudes Toward Handicapped Children, 1994. Einen Überblick über den familiären Umgang mit ernsten Brandverletzungen bei Kindern geben Dale W. Wisely, Frank T. Masur und Sam B. Morgan, »Psychological aspects of severe burn injuries in children«, Health Psychology 2, Nr. 1 (Winter 1983).
Eine aktuelle Studie des Center for Disease Control and Prevention hat herausgefunden, dass die Mehrheit der adoptierten Kinder bedeutende Gesundheitsprobleme und Behinderungen hat. Der Bericht wurde von Matthew D. Bramlett, Laura F. Radel, and Stephen J. Blumberg zusammengestellt und veröffentlicht: »The health and well-being of adopted children«, Pediatrics 119:1 (1. Februar 2007).
Der Ausdruck »commercial eugenics« taucht offenbar zum ersten Mal auf in: M. MacNaughton, »Ethics and reproduction«, in: American Journal of Obstetrics & Gynecology 162, Nr. 4 (April 1990).
Siehe Francis Fukuyama, Our Posthuman Future: Consequences of the Biotechnology Revolution (dt.: Das Ende des Menschen), 2002.
Freud bespricht die emotionale Polarität zwischen Liebe und Hass in Das Ich und das Es, 1923.
Siehe Matt Ridley, Nature via Nurture: Genes, Experience, and What Makes Us Human, 2003.
Das Zitat von Clarence Darrow stammt aus dem Schlussplädoyer der Verteidigung im Mordfall Leopold–Loeb, das in Famous American Jury Speeches (1925) veröffentlicht wurde. Dort heißt es auf S. 1050: »I know that one of two things happened to Richard Loeb; that this terrible crime was inherent in his organism, and came from some ancestor, or that it came through his education and his training after he was born.«
Paul T. Jaeger und Cynthia Ann Bowman, Understanding Disability: Inclusion, Access, Diversity, and Civil Rights, 2005, S. 25.
Tobin Siebers, Disability Theory, 2008, S. 176.
Die These, dass die schwierigsten Jahre mit einem behinderten Kind die erste Dekade seines Lebens, seine Pubertät und die letzte Dekade im Leben der Eltern sind, wird auch als eine U-förmige Stresskurve beschrieben – mit hohem Stress am Anfang und am Ende. Siehe die Diskussion von Marsha Mailick Seltzer und Kollegen in dem Kapitel »Midlife and later life parenting of adult children with mental retardation« in: The Parental Experience in Midlife, herausgegeben von Carol Ryff und Marsha Mailick Seltzer, 1996, S. 459–532.
Simon Olshansky, »Chronic sorrow: A response to having a mentally defective child«, Social Casework 43, Nr. 4 (1962), S. 190.
Aaron Antonovsky beschreibt diesen »sense of coherence« in Health, Stress and Coping, 1980.
Ann Masten, »Ordinary magic: Resilience processes in development«, American Psychologist 56, Nr. 3 (März 2001), S. 227.
Über gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Pflegeanforderungen berichten Eltern in: Bryony A. Beresford, »Resources and strategies: How parents cope with the care of a disabled child«, Journal of Child Psychology & Psychiatry 35, Nr. 1 (Januar 1994).
Zellveränderungen bei Langzeit-Pflegekräften diagnostiziert folgende Studie: Elissa Epel et al., »Accelerated telomere shortening in response to life stress«, in: Proceedings of the National Academy of Sciences 101, Nr. 49 (Dezember 2004).
Die Statistik, nach der Väter mit einer als hoch empfundenen Pflegebelastung früher sterben als Väter mit einer geringeren Pflegebelastung findet sich auf S. 204 in: Cognitive Coping, Families and Disability, hg. von Ann P. Turnbull, Joan M. Patterson und Shirley K. Behr (1993), sowie in Tamar Hellers Kapitel »Self-efficacy coping, active involvement, and caregiver well-being throughout the life course among families of persons with mental retardation«, in dem sie B. Farber, L. Rowitz, und I. DeOllos zitiert: »Thrivers and nonsurvivors: Elderly parents of retarded offspring« (1987), ein Artikel, der beim Jahrestreffen der American Association on Mental Deficiency in Detroit präsentiert wurde.
Douglas A. Abbott and William H. Meredith, »Strengths of parents with retarded children«, in: Family Relations 35, Nr. 3 (Juli 1986).
Glenn Affleck und Howard Tennen, »Cognitive adaptation to adversity: Insights from parents of medically fragile infants«, in: Cognitive Coping, Families, and Disability, hg. von Ann P. Turnbull, Joan M. Patterson und Shirley K. Behr, 1993, S. 138.
Die überwiegend positiven Erfahrungsberichte von Eltern behinderter Kinder stammen aus der Studie: Allen G. Sandler und Lisa A. Mistretta, »Positive adaptation in parents of adults with disabilities«, in: Education & Training in Mental Retardation & Developmental Disabilities 33, Nr. 2 (Juni 1998).
Glenn Affleck und Howard Tennen vergleichen optimistische und pessimistische Eltern in dem Kapitel »Cognitive adaptation to adversity: Insights from parents of medically fragile infants«, in: Cognitive Coping, Families, and Disability, hg. Von Ann P. Turnbull, Joan M. Patterson und Shirley K. Behr, 1993, S. 139.
Das Zitat stammt aus Miguel de Unamono, The Tragic Sense of Life in Men and Nations, 1977, S. 5: »It is not usually our ideas that make us optimists or pessimists, but our optimism or pessimism – of perhaps physiological or pathological origin, the one as well as the other – that makes our ideas.«
Das relative Glück ist Thema der Studie: P. Brickman, D. Coates, und R. Janoff-Bulman, »Lottery winners and accident victims: Is happiness relative?« in: Journal of Personal & Social Psychology 36, Nr. 8 (August 1978) und spielt zudem eine zentrale Rolle in Daniel Gilberts Ins Glück stolpern, 2007.
Martha Nibley Beck, Expecting Adam: A True Story of Birth, Rebirth and Everyday Magic, 1999.
Clara Claiborne Park, The Siege, 1967, S. 267: »I write now what 15 years past I would still not have thought possible to write: that if today I were given the choice to accept the experience, with everything that it entails, or to refuse the bitter largesse, I would have to stretch out my hands – because out of it has come, for all of us, an unimagined life. And I will not change the last word of the story. It is still love.«
Die Aussage der Mutter stammt aus Max A. Murrays Aufsatz »Needs of parents of mentally retarded children« (1959), erneut abgedruckt in: Families and Mental Retardation, hg. von Jan Blacher and Bruce L. Baker, 2002.
Negative und positive Einflüsse bei Eltern von behinderten Kindern nennen Marty Wyngaarden Krauss und Marsha Mailick Seltzer: »Coping strategies among older mothers of adults with retardation: A life-span developmental perspective«, in: Cognitive Coping, Families, and Disability, hg. von Ann P. Turnbull, Joan M. Patterson und Shirley K. Behr, 1993, S. 177.
Siehe z.B. Kate Scorgie und Dick Sobsey, »Transformational outcomes associated with parenting children who have disabilities«, Mental Retardation 38, Nr. 3 (Juni 2000).
Siehe z.B. Robert M. Hodapp und Diane V. Krasner, »Families of children with disabilities: Findings from a national sample of eighth-grade students«, in: Exceptionality 5, Nr. 2 (1995); Rosalyn Roesel und G. Frank Lawlis, »Divorce in families of genetically handicapped/mentally retarded individuals«, in: American Journal of Family Therapy 11, Nr. 1 (Frühjahr 1983); Lawrence J. Shufeit und Stanley R. Wurster, »Frequency of divorce among parents of handicapped children«, ERIC Document Reproduction Service Nr. ED 113909 (1975); Don Risdal und George H. S. Singer, »Marital adjustment in parents of children with disabilities: A historical review and meta-analysis«, in: Research & Practice for Persons with Severe Disabilities 29, Nr. 2 (Sommer 2004). Die Metastudie von Risdal und Singer weist darauf hin, dass es einen spürbaren negativen Effekt auf die Zufriedenheit einer Ehe gibt, dieser aber viel geringer ist, als man aufgrund früherer Erkenntnisse annahm, nach denen Kinder mit Behinderungen quasi zwangsweise das Familienglück zerstören.
Eine Überzahl fragwürdiger Experten konstatieren Jeanne Ann Summers, Shirley K. Behr und Ann P. Turnbull: »Positive adaptation and coping strengths of families who have children with disabilities«, in: Support for Caregiving Families: Enabling Positive Adaptation to Disability, hg. von George H. S. Singer und Larry K. Irvin, 1989, S. 29.
Die von zweifelhaften Experten enttäuschte Mutter wird zitiert in: Janet Vohs, »On belonging: A place to stand, a gift to give«, in: Cognitive Coping, Families, and Disability, hg. von Ann P. Turnbull, Joan M. Patterson und Shirley K. Behr, 1993.
Eine ausführliche Darstellung der Heimunterbringung und von Kampagnen zur Unterstützung von Familien, die ihre behinderten Kinder zu Hause versorgen wollten, findet sich in: Joseph P. Shapiro, No Pity: People with Disabilities Forging a New Civil Rights Movement, 1993.
Geraldo Riveras Nachforschungen über die Willowbrook State School in Staten Island aus dem Jahr 1972 finden sich in der DVD-Videodokumentation Unforgotten: Twenty-Five Years After Willowbrook (2008).
Die Schilderungen der Situation an der Willowbrook stammen von John J. O’Connor, »TV: Willowbrook State School, ›the Big Town’s leper colony’«, in: New York Times vom 2. Februar 1972.
Russell Barton verwendet den Begriff mental bedsores in Institutional Neurosis, 1959. S. 7.
Den stark eingeschränkten Alltag vieler Familien thematisiert Jan Blacher in »Sequential stages of parental adjustment to the birth of a child with handicaps: Fact or artifact?«, in: Mental Retardation 22, Nr. 2 (April 1984).
Hitler wird zitiert in Exploring Disability: A Sociological Introduction, hg. von Colin Barnes, Geof Mercer und Tom Shakespeare, 1999, S. 33, nach M. Burleigh, Death and Deliverance: Euthanasia in Germany, 1900–1945, 1994.
Die »Ugly Law« war Teil der Gemeindeordnung von Chicago (1974 aufgehoben). Ausführlich diskutiert wird sie in Adrienne Phelps Coco, »Diseased, maimed, mutilated: Categorizations of disability and an ugly law in late nineteenth century Chicago«, in: Journal of Social History 44, Nr. 1 (Herbst 2010).
Den Vergleich mit der Rassendiskriminierung gebrauchte 1985 Richter Thurgood Marshall vor dem Obersten Bundesgericht im Fall City of Cleburne, Texas vs. Cleburne Living Center, Inc., bei dem es um den Umgang mit geistig Behinderten ging: »Es ist ein System staatlich verordneter Segregation und Degradation entstanden, das in seiner Virulenz und Bigotterie den schlimmsten Exzessen der Rassentrennung gleicht.« Das gesamte Urteil findet man unter http://www.law.cornell.edu/supct/html/historics/USSC_CR_0473_0432_ZX.html.
Die Zahlen zu Schulbildung und finanzieller Situation behinderter Erwachsener beziehen sich auf die Diskussion in Colin Barnes and Geof Mercer, Disability, 2003, S. 45–49.
Dass Richtlinien zur Euthanasie schwerkranker Frühchen aufgestellt werden sollten, berichtet Peter Zimonjic: »Church supports baby euthanasia«, in: Times vom 12. November 2006.
Den Wortlaut des US Rehabilitation Act von 1973 (29 USC § 701) findet man unter http://www.law.cornell.edu/uscode/text/29/701, den Americans with Disabilities Act (42 USC § 12101) unter http://www.law.cornell.edu/usccgi/get_external.cgi?type=pubL&target=101-336.
Die Rede von Vizepräsident Biden wird besprochen in »Biden praises Special Olympic athletes«, in: Spokesman-Review vom 19. Februar 2009.
Eine wissenschaftliche Diskussion zur Beschneidung von Gesetzen zum Schutz von Behinderten findet sich in Samuel R. Bagenstos, »The future of disability law«, in: Yale Law Journal 114, Nr. 1 (Oktober 2004).
Erving Goffman, Stigma: Notes on the Management of Spoiled Identity, 1986.
Susan Burch, Signs of Resistance: American Deaf Cultural History, 1900 to World War II, 2004, S. 7.
Michael Oliver, Understanding Disability: From Theory to Practice, 1996, S. 35.
Ruth Hubbard, »Abortion and disability«, in: The Disability Studies Reader, 2. Aufl., hg. von Lennard Davis, 2006, S. 93.
Philip Kitcher wird zitiert in James C. Wilson, »(Re)writing the genetic body-text: Disability, textuality, and the Human Genome Project«, in: The Disability Studies Reader, 2. Aufl., hg. von Lennard Davis 2006, S. 71.
Marsha Saxton, »Disability rights and selective abortion«, in: The Disability Studies Reader, 2. Aufl., hg. von Lennard Davis, 2006, S. 110–11.
Sharon Snyder und David T. Mitchell, Cultural Locations of Disability, 2006, S. 31.
William Ruddick, »Ways to limit prenatal testing«, in: Prenatal Testing and Disability Rights, hg. von Adrienne Asch und Erik Parens, 2000.
Laura Hershey, »Choosing disability«, in: Ms., Juli 1994.
Ruth Hubbard »Eugenics: New tools, old ideas,« in: Embryos, Ethics, and Women’s Rights: Exploring the New Reproductive Technologies, hg. von Elaine Hoffman Baruch, Amadeo F. D’Adamo und Joni Seager, 1988, S. 232.
Kritik am Genomprojekt äußern beispielsweise Mary Jo Iozzio, »Genetic anomaly or genetic diversity: Thinking in the key of disability on the human genome«, in: Theological Studies 66, Nr. 4 (Dezember 2005); und James C. Wilson, »(Re)writing the genetic body-text: Disability, textuality, and the Human Genome Project«, in: The Disability Studies Reader, 2. Aufl., hg. von Lennard Davis, 2006.
Donna Haraway, Simians, Cyborgs, and Women: The Reinvention of Nature, 1991, S. 215.
Michel Foucaults Ausführungen zur Technologie des anormalen Individuums finden sich in Die Anormalen: Vorlesungen am Collège de France, 1974–1975, 2003; seine Erläuterung zur Normalität in Sexualität und Wahrheit, Bd.1 Der Wille zum Wissen, 1983, S. 58; seine Diskussion des Irrtums in der Einleitung zu Georges Canguilhem, Das Normale und das Pathologische, 1974.
Sämtliche Zitate in diesem Absatz stammen aus: Deborah Kent, »Somewhere a mockingbird«, in: Prenatal Testing and Disability Rights, hg. von Erik Parens und Adrienne Asch, 2000, S. 57–63.
John Hockenberry, Moving Violations: War Zones, Wheelchairs and Declarations of Independence, 1996, S. 36.
Über die Gefahren des gnädigen Wohlwollens spricht Arlene Mayerson in Nancy Gibbs, »Pillow angel ethics«, in: Time vom 7. Januar 2007.
David Kahneman et al., »Would you be happier if you were richer? A focusing illusion«, in: Science 312, Nr. 5782 (30. Juni 2006).
Steven R. Smith, »Social justice and disability: Competing interpretations of the medical and social models«, in: Arguing About Disability: Philosophical Perspectives, hg. von Kristjana Kristiansen, Simo Vehmas, and Tom Shakespeare, 2009, S. 26.
Mehr Informationen zum Pro-Ana und Pro-Mia Movement finden sich in: Virginia Heffernan, »Narrow-minded«, in: New York Times vom 25. Mai 2008.
Lucy Grealy, Autobiography of a Face, 1994, S. 157.
Siehe Dylan M. Smith et al., »Happily hopeless: Adaptation to a permanent, but not to a temporary, disability«, in: Health Psychology 28, Nr. 6 (November 2009).
Der Fall wird beschrieben in Rebecca Allison, »Does a cleft palate justify an abortion?«, in: Guardian vom 2. Dezember 2003.
Das Zitat der Mutter stammt aus: Barry Nelson, »Born with just a little difference«, in: Northern Echo vom 2. Dezember 2003.
Das Zitat von Bruce Bauer findet sich in Eric Zorn, »At 15, Lauren is coming forward for kids like her«, in: Chicago Tribune vom 24. April 2003.
Chris Wallace wird porträtiert in: Chris Dufresne, »Amazing feat«, in: Los Angeles Times vom 8. Oktober 1997.
Joanne Green, »The reality of the miracle: What to expect from the first surgery«, Wide Smiles, 1996.
Das Zitat ist eine Zusammenfassung aus: Alice Domurat Dreger, One of Us: Conjoined Twins and the Future of Normal, 2004, S. 55–57.
Annick-Camille Dumaret et al., »Adoption and fostering of babies with Down syndrome: A cohort of 593 cases«, in: Prenatal Diagnosis 18, Nr. 5 (Mai 1998).
Elizabeth Lehr Essex et al., »Residential transitions of adults with mental retardation: Predictors of waiting list use and placement«, in: American Journal of Mental Retardation 101, Nr. 6 (Mai 1997).
Vgl. folgende Studien: Dumaret und Essex (siehe oben); Jan Blacher, »Placement and its consequences for families with children who have mental retardation«, in: When There’s No Place Like Home: Options for Children Living Apart from Their Natural Families, hg. von Jan Blacher, 1994; Frances Kaplan Grossman, Brothers and Sisters of Retarded Children: An Exploratory Study, 1972; Robert Hanneman und Jan Blacher, »Predicting placement in families who have children with severe handicaps: A longitudinal analysis«, in: American Journal on Mental Retardation 102, Nr. 4 (Januar 1998); Tamar Heller und Alan Factor, »Permanency planning for adults with mental retardation living with family caregivers«, in: American Journal on Mental Retardation 96, Nr. 2 (September 1991).
Jim Sinclair, »Don’t mourn for us« (1993), http://www.jimsinclair.org/dontmourn.htm.
Das Zitat von Aimee Mullins taucht auf in: Susannah Frankel, »Body beautiful«, in: Guardian vom 29. August 1998.
Bill Shannon wird porträtiert in: Bill O’Driscoll, »Turning the tables«, in: Pittsburgh City Paper vom 29. März 2007.
Über Oscar Pistorius Ehrgeiz, an den Olympischen Spielen teilzunehmen, und über seine Leistungen in London informieren: »Oscar Pistorius hopes to have place at London Olympics«, British Broadcasting Corporation, 17. März 2012; »Oscar Pistorius: The ›Blade Runner‹ who is a race away from changing the Olympics«, Associated Press/Washington Post, 16. Mai 2012; »Oscar Pistorius makes Olympic history in 400m at London 2012«, British Broadcasting Corporation, 4. August 2012. Das Porträt des Time Magazine findet sich in: Sean Gregory, »The World’s 100 Most Influential People 2012: Oscar Pistorius: The Blade Runner«, in: Time vom 18. April 2012. Über die Verhaftung des Paraolympioniken und die Anklage wegen Mordes an Reeva Steenkamp am Valentinstag 2013 wurde in der südafrikanischen Presse eingehend berichtet. Siehe neben zahlreichen anderen Berichten: »Oscar Pistorius held for murder after shooting girlfriend«, in: The Times (Johannesburg), vom 14. Februar 2013, sowie »A Special Report on Oscar Pistorius«, in: Mail & Guardian 2013, http://mg.co.za/report/oscar-pistorius-shooting. Von der Aussetzung seiner Sponsorenverträge weiß Gareth A. Davies, »Nike severs payment to Oscar Pistorius and suspends its endorsement contract with him«, in: Telegraph vom 21. Februar 2013. Ein Kommentar zu Pistorius als gefallenem Vorzeigesportler liefert Eleanor Goldberg, »Amputee Marathoner: Oscar Pistorius Murder Charge Felt Like ›Punch In Stomach‹«, in: Huffington Post vom 26. Februar 2013, http://www.huffingtonpost.com/eleanor-goldberg/oscar-pistorius-disabled-community_b_2761790.html. Das gesellschaftliche Konstrukt von Pistorius als »Superkrüppel« behandeln Eddie Ndopu, »Oscar Pistorius: Salvaging the Super Crip Narrative«, in: The Feminist Wire vom 19. Februar 2013, http://thefeministwire.com/2013/02/oscar-pistorius-salvaging-the-super-crip-narrative; und Jemele Hill, »An Olympic myth«, in: ESPN vom 21. Februar 2013, http://espn.go.com/olympics/trackandfield/story/_/id/8971736/olympic-myth
Siehe Adam Doerr, »The wrongful life debate«, in: Genomics Law Report vom 22. September 2009.
Das Zitat aus der Urteilsbegründung stammt aus Wim Weber, »France’s highest court recognizes the right not to be born«, in: Lancet 358, Nr. 9297 (8. Dezember 2001); die Reaktionen auf die Entscheidungen werden beschrieben in: Lynn Eaton, »France outlaws the right to sue for being born«, in: British Medical Journal 324, Nr. 7330 (19. Januar 2002).
Siehe Adam Doerr, »The wrongful life debate«, in: Genomics Law Report, 22. September 2009; Ronen Perry, »It’s a wonderful life«, in: Cornell Law Review 93 (2008); und das Urteil im Fall Turpin vs. Sortini, 31 Cal. 3d 220, 643 P.2d 954 (May 3, 1982) vor dem California Supreme Court, in dem ein gehörloses Kind als Kläger auftritt. Der gesamte Urteilstext steht auf der Website der Juristischen Fakultät in Stanford: http://scocal.stanford.edu/opinion/turpin-v-sortini-30626.
Das Zitat aus dem wrongful life-Verfahren wegen Tay-Sachs-Syndroms stammt aus dem Gerichtsentscheid im Fall Miller vs. HCA, Inc., 118 S. W. 3d 758 (Tex. 2003). Der gesamte Urteilstext findet sich auf der Website des Supreme Court of Texas: http://www.supreme.courts.state.tx.us/historical/2003/sep/010079.pdf.
Nigel Andrews, »Glowing wonder of an Anatolian epiphany«, in: Financial Times vom 15. März 2012.
Vgl. Richard P. Hastings et al., »Factors related to positive perceptions in mothers of children with intellectual disabilities«, in: Journal of Applied Research in Intellectual Disabilities 15, Nr. 3 (September 2002).
Siehe Kate Scorgie und Dick Sobsey, »Transformational outcomes associated with parenting children who have disabilities«, in: Mental Retardation 38, Nr. 3 (Juni 2000).
Tobin Siebers, Disability Theory, 2008, S. 183.
Das Zitat von Roy McDonald stammt aus: Danny Hakim, Thomas Kaplan und Michael Barbaro, »After backing gay marriage, 4 in G. O. P. face voters’ verdict«, in: New York Times vom 4. Juli 2011; das Zitat von Jared Spurbeck stammt aus seinem Artikel »NY senator’s grandkids made him realize ›gay is OK,‹« in: Yahoo! News vom 26. Juni 2011.
Persönliches Gespräch mit Doug Wright.
Die wahre Bedeutung des Nirwana erklärte mir 2006 Robert Thurman, Professor für Buddhistische Studien.
Jalāl al-Dīn Rūmī (Maulana), The Essential Rumi, 1995, S. 142: »Don’t turn away. Keep your gaze on the bandaged place. That’s where the light enters you.«
Mein Artikel »Defiantly deaf« wurde am 29. August 1994 in der New York Times veröffentlicht.
Ein Verzeichnis staatlicher Schulen für Gehörlose in den Vereinigten Staaten findet sich auf der Website des Laurent Clerc National Deaf Education Center: http://clerccenter.gallaudet.edu/Clerc_Center/Information_and_Resources/Info_to_Go/Resources/Superintendents_of_Schools_for_the_Deaf_Contact_Information.html.
Zu den Interaktionen zwischen Protestierenden und den Verwaltern des Lexington Center for the Deaf siehe David Firestone, »Deaf students protest new school head«, in: New York Times vom 27. April 1994.
Die Zahlen zum Prozentsatz gehörloser Kinder hörender Eltern stammen von Ross E. Mitchell und Michael A. Karchmer, »Chasing the mythical ten percent: Parental hearing status of deaf and hard of hearing students in the United States«, in: Sign Language Studies 4, Nr. 2 (Winter 2004).
Siehe die Schrift des hl. Augustinus Contra Julianum: »Auf welches Verschulden ist es zurückzuführen, dass Unschuldige manchmal blind zur Welt kommen und manchmal taub, ein Gebrechen, das sie am Glauben hindert, wie der Apostel bezeugt, der sagt: ›Also kommt der Glaube aus dem Hören‹ (Römer, 10,17).« Dieses Zitat stammt aus: Augustini, Sancti Aurelii, Hipponensis Episcopi Traditio Catholica, Saecula IV–V, Opera Omnia, Tomus Decimus, Contra Julianum, Horesis Pelagianea Defensorum, Liber Tertius, Caput IV–10. Excudebatur et venit apud J. P. Migne editorem, 1865, zitiert in: Ruth E. Bender, The Conquest of Deafness: A History of the Long Struggle to Make Possible Normal Living to Those Handicapped by Lack of Normal Hearing (1970), S. 27.
Die Erziehung gehörloser Kinder in Adelsfamilien ist das Thema von Susan Plann, A Silent Minority: Deaf Education in Spain, 1550–1835 (1997).
Zur Geschichte der Gehörlosen in Frankreich und der Arbeit von Abbé de l’Épée siehe James R. Knowlson, »The idea of gesture as a universal language in the XVIIth and XVIIIth centuries«, in: Journal of the History of Ideas 26, Nr. 4 (Oktober–Dezember 1965); und Anne T. Quartararo, »The perils of assimilation in modern France: The Deaf community, social status, and educational opportunity, 1815–1870«, in: Journal of Social History 29, Nr. 1 (Herbst 1995).
Siehe Phyllis Valentines Kapitel »Thomas Hopkins Gallaudet: Benevolent paternalism and the origins of the American Asylum«, in: Deaf History Unveiled: Interpretations from the New Scholarship, hg. von John Vickrey Van Cleve (1999) S. 53–73.
Zu einer ausführlichen Geschichte der Gehörlosengemeinschaft auf Martha’s Vineyard siehe Nora Ellen Groce, Jeder sprach hier Gebärdensprache: erblich bedingte Gehörlosigkeit auf der Insel Martha’s Vineyard (2005).
Die Geschichte der Gallaudet University wird erzählt in Brian H. Greenwald und John Vickrey Van Cleve, A Fair Chance in the Race of Life: The Role of Gallaudet University in Deaf History (2010).
Alexander Graham Bell legte seine Vorschläge dar in »Memoir upon the formation of a deaf variety of the human race«, einer Schrift, die er am 13. November 1883 der National Academy of Sciences unterbreitete und die 1884 in Memoirs of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde; siehe auch »Historical notes concerning the teaching of speech to the deaf«, in: Association Review 2 (Februar 1900).
Thomas Edisons Interesse am Oralismus rührte zum Teil von seiner Erfahrung als schwerhöriger Mensch her. Edison war eine Zeitlang als Mitglied des Beratungsausschusses des Volta Bureaus tätig, einer Organisation, die Alexander Graham Bell zur Förderung der Erziehung von Gehörlosen im »Lippenlesen, Sprechen und Hören«, gegründet hatte; siehe John A. Feralls Artikel »Floating on the wings of silence with Beethoven, Kitto, and Edison«, in: Volta Review 23 (1921), S. 295f.
Bell und der Siegeszug des Oralismus werden erörtert in Douglas C. Baynton, Forbidden Signs: American Culture and the Campaign against Sign Language (1996); Carol Padden und Tom Humphries, Inside Deaf Culture (2005); und John Vickrey Van Cleve, Deaf History Unveiled: Interpretations from the New Scholarship (1999).
Das Zitat von George Veditz findet sich in Carol Padden und Tom Humphries, Deaf in America: Voices from a Culture (1998), S. 36 (dt.: Gehörlose: eine Kultur bringt sich zur Sprache).
Aristoteles’ Ausführungen zur Intelligenz von Tauben und Blinden finden sich in seiner Naturgeschichte der Tiere sowie in On Sense and the Sensible. Das aufgeführte Zitat stammt aus Sense and Sensibilia 437a, 3–17, S. 694, in: The Complete Works of Aristotle: The Revised Oxford Translation, hg. von J. Barnes (1984).
William Stokoes Sign Language Structure: An Outline of the Visual Communication Systems of the American Deaf wurde erstmals 1960 von der Abteilung für Anthropologie und Linguistik der University of Buffalo veröffentlicht und neu abgedruckt im Journal of Deaf Studes & Deaf Education 10, Nr. 1 (Winter 2005).
Hemisphärische Lateralisation und Gebärdensprache werden diskutiert von Oliver Sacks in Stumme Stimmen: Reise in die Welt der Gehörlosen (2008); und in Heather P. Knapps und David P. Corinas Kapitel »Cognitive and neural representations of language: Insights from sign languages of the deaf«, in: Kristin A. Lindgren u.a., Signs and Voices: Deaf Culture, Identity, Language, and Arts (2008), S. 77–89.
Zu den Auswirkungen einer Schädigung der linken Hirnhälfte auf die Fähigkeit, die Gebärdensprache zu produzieren, siehe Ursula Bellugi u.a., »Language, modality, and the brain«, in: Brain Development and Cognition, hg. von M. H. Johnson (1993); und Gregory Hickock, Tracy Love-Geffen und Edward S. Klima, »Role of the left hemisphere in sign language comprehension«, in: Brain & Language 82, Nr. 2 (August 2002).
Zu den Studien, die zeigen, dass Menschen, die die Gebärdensprache im Erwachsenenalter lernen, stärker den visuellen Teil ihres Gehirns nutzen, gehören: Madeleine Keehner und Susan E. Gathercole, »Cognitive adaptations arising fom nonnative experience of sign language in hearing adults«, in: Memory & Cognition 35, Nr. 4 (Juni 2007).
Die Peter-und-der-Wolf-Studie – J. Feijoo, »Le foetus, Pierre et le Loup« – erschien ursprünglich in L’Aube des Sens, hg. von E. Herbinet und M. C. Busnel (1981). Marie-Claire Busnel, Carolyn Granier-Deferre und Jean-Pierre Lecanuet zitierten sie später in »Fetal audition«, in: Annals of the New York Academy of Sciences 662, Developmental Psychobiology (Oktober 1992).
Die japanischen Akkustikforscher Yoichi Ando und Hiroaki Hattori beschrieben die pränatale Gewöhnung von Babys an Flughafenlärm in »Effects of intense noise during fetal life upon postnatal adaptability«, in: Journal of the Acoustical Society of America 47, Nr. 4, Teil 2 (1970).
Die Vorliebe Neugeborener für eine bestimmte Sprache wird diskutiert in Jacques Mehler u.a., »A precursor of language acquisition in young infants«, in: Cognition 29, Nr. 2 (Juli 1988); und Christine Moon, Robin Panneton Cooper und William P. Fifer, »Two-day-olds prefer their native language«, in: Infant Behavior and Development 16, Nr. 4 (Oktober–Dezember 1993).
Mit der Tatsache, dass die Wahrnehmung für Phoneme anderer Sprachen abnimmt, hat sich die Kinderpsychologin Janet F. Werker von der University of Ottawa intensiv beschäftigt. Zu ihren wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema zählen »Cross-language speech perception: Evidence for perceptual reorganization during the first year of life«, in: Infant Behavior & Development 25, Nr. 1 (Januar–März 2002); und »Infant-directed speech supports phonetic category learning in Englisch and Japanese«, in: Cognition 103, Nr. 1 (April 2007). Eine weniger fachsprachliche Beschreibung ihrer Arbeit bietet ihr Artikel »Becoming a native listener«, in: American Scientist 77, Nr. 1 (Januar–Februar 1989).
Zu Informationen zur frühen Sprachentwicklung siehe Robert J. Ruben, »A time frame of critical/sensitive periods of language development«, in: Acta Otolaryngologica 117, Nr. 2 (März 1997). Zur Schnelligkeit des Erwerbs der Gebärdensprache im frühen Kindesalter siehe John D. Bonvillian u.a., »Developmental milestones: Sign language acquisition and motor development«, in: Child Development 54, Nr. 6 (Dezember 1983). Zu den Studien, die sich mit der Abnahme der Fähigkeit des Gehirns zum Spracherwerb beschäftigen, gehören Helen Neville und Daphne Bavelier, »Human brain plasticity: Evidence from sensory deprivation and altered language experience«, in: Progress in Brain Research 138 (2002); Aaron J. Newman u.a., »A critical period for right hemisphere recruitment in American Sign Language processing«, in: Nature Neuroscience 5, Nr. 1 (Januar 2002); Rachel I. Mayberry u.a., »Age of acquisition effects on functional organization of language in the adult brain«, in: Brain & Language 119, Nr. 1 (Oktober 2011); und Nils Skotara u.a., »The influence of language deprivation in early childhood on L2 processing: An ERP comparison of deaf native signers and deaf signers with a delayed language acquisition«, in: BMC Neuroscience 13, Nr. 44 (vorläufig veröffentlicht am 3. Mai 2012).
Der Gehörlose, der bis zum Alter von 27 über keinerlei Sprache verfügte, ist Thema von Susan Schallers Ein Leben ohne Worte: Ein Taubstummer lernt Sprache verstehen (1992).
Diese Einschätzung stammt von Katrina Miller, »Population management strategies for deaf and hard-of-hearing offenders«, in: Corrections Today 64, Nr. 7 (Dezember 2002).
Um den Worterwerb tauber Kinder hörender Eltern geht es in Raymond D. Kent (Hg.), The MIT Encyclopedia of Communication Disorders (2004), S. 336f.
Dieses Zitat stammt aus Douglas Baynton, Forbidden Signs: American Culture and the Campaign Against Sign Language, (1996), S. 5.
Alle in diesem Kapitel vorkommenden Zitate von Jackie Roth stammen von zahlreichen Interviews und Kontakten mit ihr seit 1994.
Es wird häufig angenommen, IDEA ordne an, Kinder mit Behinderungen zusammen mit ihren nichtbehinderten Altersgenossen zu unterrichten, doch tatsächlich fordert das Gesetz, dass behinderte Kinder auf eine Weise unterrichtet werden, die »garantiert, dass sie maximalen Zugang zum allgemeinen Lehrplan haben«, und zwar in einer »Umgebung«, die »so wenig restriktiv« ist wie möglich. Siehe die wissenschaftliche Arbeit »IDEA 1997 – ›Inclusion is the law‹«, die Sultana Qaisar bei der vom 18.–21. April 2001 stattfindenden Annual Convention of the Council for Exceptional Children in Kansas City, Missouri, präsentierte; und Perry A. Zirkel, »Does Brown v. Board of Education play a prominent role in special education law?«, in: Journal of Law & Education 34, Nr. 2 (April 2005).
Statistiken zur Abnahme der Zahl von Internaten stammen von Ross E. Mitchell und Michael Karchmer, »Demographics of deaf education: More students in more places«, in: American Annals of the Deaf 151, Nr. 2 (2006).
Judith Heumanns Aussage findet sich in ihrem Artikel »Oberti decision is core of the ED’s inclusion position«, in: Special Educator, 2. November 1993, S. 8, wie zitiert in Jean B. Crockett und James M. Kaufmann, The Least Restrictive Environment: Its Origins and Interpretations in Special Education (1999), S. 21.
Die Aussage von Richter Rehnquist findet sich in Board of Education v. Rowley, 458 U. S. 176 (1982); der gesamte Text der Entscheidung kann eingesehen werden unter http://www.law.cornell.edu/supremecourt/text/458/176.
Zu den Statistiken zum Abschluss der Highschool, zum Besuch des Colleges und den späteren Verdienstmöglichkeiten gehörloser Kinder und junger Erwachsener siehe Bonnie Poitras Tucker, »Deaf culture, cochlear implants, and elective disability«, in: Hastings Center Report 28, Nr. 4 (1. Juli 1998).
Zu besseren Leistungen tauber Kinder tauber Eltern im Vergleich mit tauben Kindern hörender Eltern siehe u.a. folgende Studien: E. Ross Stuckless und Jack W. Birch, »The influence of early manual communication on the linguistic development of deaf children«, in: American Annals of the Deaf 142, Nr. 3 (Juli 1997); Kenneth E. Brasel und Stephen P. Quigley, »Influence of certain language and communication environments in early childhood on the development of language in Deaf individuals«, in: Journal of Speech & Hearing Research 20, Nr. 1 (März 1977); und Kathryn P. Meadow, »Early manual communication in relation to the deaf child’s intellectual, social, and communicative functioning«, in: Journal of Deaf Studies & Deaf Education 10, Nr. 4 (Juli 2005).
Helen Kellers Aussage ist berühmt, doch vielleicht hat Keller sie so nie getroffen. Laut den unermüdlichen Forschungsbibliothekaren der Gallaudet University scheint dieser Satz ein Destillat von Ansichten zu sein, die in zwei veröffentlichten Quellen zum Ausdruck gebracht wurden. Siehe Tom Harrington, »FAQ: Helen Keller Quotes«, Gallaudet University Library (2000), http://www.gallaudet.edu/library/research_help/research_help/frequently_asked_questions/people/helen_keller_quotes.html.
Das Zitat von Lennard Davis findet sich in My Sense of Silence: Memoirs of a Childhood with Deafness (2000), S. 6ff. Es wurde zusammengezogen, denn »Bis heute spüre ich mehr ›Milch‹, wenn ich die Gebärde für dieses Wort mache, als wenn ich es laut ausspreche«, findet sich auf S. 6, der Rest auf S. 8.
Zu den Zahlen zur Inzidenz der Taubheit siehe »Quick Statistics« auf der Website des National Institute of Deafness and Other Communication Disorders, http://www.nidcd.nih.gov/health/statistics/quick.htm.
Dieses Zitat von Carol Padden und Tom Humphries findet sich in Inside Deaf Culture (2005), S. 161.
Die Massenmedien berichteten ausführlich über die Gallaudet-Proteste; ein repräsentativer Artikel ist der von Lena Williams, »College for deaf is shut by protest over president«, in: New York Times vom 8. März 1988. Über die Geschichte der Deaf-President-Now(DPN)-Bewegung wird ausführlich berichtet in Jack Gannon, The Week the World Heard Gallaudet (1989); Katherine A. Jankowski, Deaf Empowerment: Emergence, Struggle, and Rhetoric, (1997); und John B. Christiansen und Sharon N. Barnartt, Deaf President Now! The 1988 Revolution at Gallaudet University (2003).
Zu Goulds Rücktritt siehe David Firestone, »Chief executive to step down at deaf center«, in: New York Times vom 22. Juni 1994.
Dieser Abschnitt basiert auf meinem Interview mit Lewis Merkin von 1994 und nachfolgenden persönlichen Mitteilungen.
Alle Zitate von M. J. Bienvenu entstammen meinen Interviews mit ihr im Jahr 1994 sowie späteren Kontakten.
Zu weiteren Informationen über die Gene und die epigenetischen Einflüsse, die zur Taubheit beitragen, siehe Lilach M. Friedman und Karen B. Avraham, »MicroRNAs and epigenetic regulation in the mammalian inner ear: Implications for deafness«, in: Mammalian Genome 20, Nr. 9–10 (September–Oktober 2009); und A. Eliot Shearer u.a., »Deafness in the genomics era«, in: Hearing Research 282, Nr. 1–2 (Dezember 2011).
Informationen zur Genetik der Taubheit siehe das Kapitel von Kathleen S. Arnos und Pandya Arti, »Advances in the genetics of deafness«, in: Oxford Handbook of Deaf Studies, Language, and Education, hg. von Marc Marschark und Patricia Elizabeth Spencer (2003); Mustafa Tekin, Kathleen S. Arnos und Arti Pandya, »Advances in hereditary deafness«, in: Lancet 358 (29. September 2001); und W. Virginia Norris u.a., »Does universal newborn hearing screening identify all children with GJB2 (Connexin 26) deafness?: Penetrance of GJB2 deafness«, in: Ear & Hearing 27, Nr. 6 (Dezember 2006). Nützlich sind auch zwei vor kurzem erschienene Übersichtsartikel über die praktischen Anwendungen der Genforschung: Marina Di Domenico u.a., »Towards gene therapy for deafness«, in: Journal of Cellular Physiology 226, Nr. 10 (Oktober 2011); und Guy P. Richardson, Jacques Boutet de Monvel und Christine Petit, »How the genetics of deafness illuminates auditory physiology«, in: Annual Review of Physiology 73 (März 2011).
Über Mutationen des GJB2-Gens (Connexin 26) wurde erstmals berichtet in David P. Kelsell u.a., »Connexin 26 mutations in hereditary non-syndromic sensorineural deafness«, in: Nature 357, Nr. 6628 (1997).
Zu den syndromalen Formen der Taubheit gehören das Usher-Syndrom, das Pendred-Syndrom und das Waardenburg-Syndrom; Informationen zu allen dreien finden sich auf der Website des National Institute on Deafness and Other Communication Disorders, http://www.nidcd.nih.gov/health/hearing/Pages/Default.aspx.
Hervorragende Hintergrundinformationen zu Gap Junctions und ihrer Rolle bei der Taubheit bietet der Eintrag von Regina Nickel und Andrew Forge in der Encyclopedia of Life Sciences (ELS), »Gap junctions and connexins: The molecular genetics of deafness« (2010); und H.-B. Zhao u.a., »Gap junctions and cochlear homeostasis«, in: Journal of Membrane Biology 209, Nr. 2–3 (Mai 2006).
Zum häufigeren Vorkommen von Taubheit aufgrund der Partnerwahl siehe Kathleen S. Arnos u.a., »A comparative analysis of the genetic epidemiology of deafness in the United States in two sets of pedigrees collected more than a century apart«, in: American Journal of Human Genetics 83, Nr. 2 (August 2008); und Walter J. Nance und Michael J. Kearsey, »Relevance of connexin deafness (DFNB1) to human evolution«, in: American Journal of Human Genetics 74, Nr. 6 (Juni 2004).
Die Hethiter werden in dem oben zitierten Artikel von Arnos erwähnt. Zusätzliche, detailliertere Informationen bietet M. Miles, »Hittite deaf men in the 13th century B. C.« (2008). Bei Nachfahren der Hethiter im heutigen Anatolien ist immer noch die 35delG-Mutation zu verzeichnen; siehe Mustafa Tekin, »Genomic architecture of deafness in Turkey reflects its rich past«, in: International Journal of Modern Anthropology 2 (2009).
Das Zitat von Nancy Bloch über die Entdeckung des GJB2-Gens findet sich in Denise Grady, »Gene identified as major cause of deafness in Ashkenazi Jews«, in: New York Times vom 19. November 1998.
Das Zitat von Humphrey-Dirksen Bauman stammt aus Open Your Eyes: Deaf Studies Talking (2008). S. 14.
Alle Zitate von Christina Palmer stammen aus meinem Interview mit ihr im Jahr 2008 sowie nachfolgenden persönlichen Mitteilungen.
Die Sapir-Whorf-Hypothese wurde aufgestellt von Benjamin Lee Whorf, dessen Schriften in der Anthologie Language, Thought, and Reality: Selected Writings of Benjamin Lee Whorf (1956) enthalten sind. Chris Swoyer, »The linguistic relativity hypothesis«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy (2003), bietet eine gute Zusammenfassung.
Ich traf und interviewte William Stokoe 1994.
Das Zitat von M. J. Bienvenu stammt aus ihrem Artikel »Can Deaf people survive ›deafness‹?«, in: Deaf World: A Historical Reader and Primary Sourcebook, hg. von Lois Bragg (2001), S. 318.
Zum Zitat von Barbara Kannapell siehe deren Artikel »Personal awareness and advocacy in the Deaf community«, in: Sign Language and the Deaf Community: Essays in Honor of William C. Stokoe, hg. von Charlotte Baker und Robbin Battison (1980), S. 106–116.
Das Zitat von Carol Padden und Tom Humphries stammt aus Inside Deaf Culture (2005), S. 6.
Edgar L. Lowells Aussage wird zitiert in Beryl Lieff Benderly, Dancing Without Music: Deafness in America (1990), S. 4.
Tom Bertlings Aussage zur »Babysprache« findet sich in A Child Sacrificed to the Deaf Culture (1994), S. 84.
Zu dieser Aussage siehe Beryl Lieff Benderly, Dancing without Music: Deafness in America (1990), S. xi.