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Vollständige E-Book-Ausgabe der im Rosenheimer Verlagshaus erschienenen Originalausgabe 2014

Worum geht es im Buch?

Franz Freisleder
Die Ballade vom Brandner Kaspar

Der pfiffige Brandner Kaspar fristet ein vergnügtes Erdenleben in seiner bayerischen Heimat. So gefällt es ihm auch gar nicht, als der Tod vor ihm steht, um ihn zu holen. Doch der lebenslustige Kaspar überlistet den Himmelsboten beim Kartenspiel und kann so seine Lebenszeit verlängern. Die Unruhe im Himmelreich ist daraufhin groß – es muss doch einen Weg geben, auch den Brandner Kaspar vom Sterben zu überzeugen. Franz Freisleder ist das einmalige Kunststück gelungen, die Geschichte vom Brandner Kaspar in bairische Verse zu bringen. Voller Leichtigkeit und Witz, begleitet von Sebastian Schranks treffenden Zeichnungen, interpretiert er dieses bekannte Werk völlig neu.

Inhalt

Die Ballade vom Brandner Kaspar

Vorwort

Die Ballade vom Brandner Kaspar

Nachwort

Gratulation zur 200. Vorstellung

Ein poetischer Nachklang

Nach einem letzten Schäfflertanz

Brav, brav

Alt werden

Untröstlich

Der Tröster

Das Gelübde

Lebensgefährliche Fastenkur

So einfach is des oft

Geben und Nehmen

Die Gschicht mit’m Lüagn

Liebeserklärung an den bayerischen Himmel

Letzte Stund

Ein bayerisches Liebesgedicht

Ein abschließender Spaziergang

Wo Franz von Kobell begraben liegt: Auf Münchens Altem Südfriedhof

Fußnoten

Der Autor

Die Ballade vom Brandner Kaspar

Vorwort

Gsucht hab i, ob’s a schöne Gschicht gibt,

die’s als Gedicht bis jetzt no net gibt;

die si guat reimt im Dialekt,

aa wenn des manchen Leser schreckt,

weil er si plagn müaßt sakramentisch.

Doch waar die Gschicht dann halt authentisch.

I hab mei’ Hirn a Zeit lang gschunden –

dann hab i wirklich oane gfunden.

Sie spuit in am beliebten Tal,

in dem die Gwappelten – zumal

wenn sie zu denen ghörn, die »in« san –

gern mit ara Mordstrumm Villa drin san.

(Doch Hiesige soll’s aa no gebn,

die dort im eigna Häusl lebn.)

Statt »Naa« sagn d’ Leut scho öfters »Nee«:

Es is as Tal vom Tegernsee.

Dort spuit die Gschicht – doch in ara Zeit,

da is’ im Tal no net so weit.

No findst dort net die kloanste Spur

von reiche Leut aus Rhein und Ruhr.

Doch san da scho die Wittelsbacher.

Die lassen’s, geht’s auf d’ Hofjagd, kracha.

Prinz Carl aus ihrer Dynastie genießt dort bsondere Sympathie,

weil er im Kloster residiert.

Des ham s’ ja säkularisiert.

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Klar, dass zu eahm vui Adel kummt

und dann im Tal der Laden brummt.

Ganz bsonders gern tuat dort aa feiern

der Sisi-Vatter Max in Bayern.

Jetzt seids so ungefähr im Buid,

wann, wo si unser’ Gschicht abspuit.

Erinnern mia uns an der Stelle:

Z’erst war ja da bloß a Novelle.

Franz von Kobell, der hat sie gschriebn.

Doch dabei is’ dann längst net bliebn.

No mancher Dichter hat’s probiert,

hat s’ umgschriebn und dramatisiert.

Wer haut als Erster auf’n Putz?

A Pfaffenhofener: der Lutz.

Stemplinger, der aus Plattling kimmt,

als Singspiel sich den Text vornimmt.

Dann find i, wenn i weitersuach,

von Erna Fentsch a Fuim-Drehbuach.

Aa des war a Erfolg, so hör i.

Die Hauptrolln spuit ihr Mo, der Wery.

Doch gwinnt sei’ Publikum im Spurt

speziell des Stück vom Wilhelm Kurt.

Ja, Leutl, sei’ Version is oane,

die schlagt so ein als wia sonst koane!

Da sagt si aa der Vilsmoar nacha:

»I werd a Fuim-Remake draus macha.

In dem Fall waar’s a Unterlassung,

nahm i da net die Wilhelm-Fassung,

weil die doch alle mögn, die s’ kenna.

Gwiss wern s’ dann da ins Kino renna.«

›Waar des net aa ein Opern-Thema?‹,

denkt manches Mitglied von der GEMA.

Der Christian Auer hat’s probiert

und draus a solche komponiert.

Vom Karl-Heinz Hummel stammt ’s Libretto.

Des Ganze hört si wirklich nett o.

Gwiss fallt so manchem no was ei’.

Aa i werd kaum der Letzte sei’.

Mei’ Vorwort, des sagt euch zwar net,

um wen genau’s in der Gschicht geht.

Den Nama brauch i aa net nenna,

weil meine Leser den längst kenna.

Steht der doch – gibt’s dann no a Frag? –

als Titel auf’m Buachumschlag.

Des waar’s fürs Erste amoi gwesn.

Und jetzt vui Spass beim Weiterlesn!

Am Alpbach, wo der Wind scharf weht
und wo’s nach Schliersee ’nübergeht,

wenn ma vom Tegernsee her kimmt –

wo aa die Gschicht ihrn Anfang nimmt

so boid nach 1800 rum –,

schaugn mir uns jetzt a bissl um.

Er schiaßt aa selber gern auf d’ Scheibn …

Rumsuacha muaßt da gar net lang,

dann siehst a Häusl, drobn am Hang.

Der Brandner Kaspar tuat drin lebn.

Sei’ Werkstatt hat er glei danebn.

Als Schlosser schätzen ihn die Leit;

es gibt koan bessern weit und breit.

No liaber aber hört er’s kracha:

Is aa bekannt als Büchsenmacher.

Und seine Gwehr san heiß begehrt,

zumal er net so ausgschaamt werd

wia d’ Konkurrenz in München drinna,

mit Preisen, wosd’ bloß sagst: Die spinna!

(Dazua kummt no: Ma braucht von Gmund

nach München glatte 18 Stund’.)

Beim Fabriziern kann’s da net bleibn.

Er schiaßt aa selber gern auf d’ Scheibn

und derf als Jagdghuif mit seim Stutzn

so manchen Rehbock weggaputzn.

Der Förster, der’n recht guat kennt,

der moant in dem Fall konsequent:

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»Eh mir zum Wuiderer werd der Mo,

da stell i’n liaber bei mir o.

Dabei tua i eahm no an Gfalln –

und brauch eahm net amoi was zahln.«

Ob’s aber unserm Kaspar glangt,

was er dem Förster da verdankt?

Die Frag stellt si zwar net bloß oana –

doch gschnappt beim Wuidern hat’n koana.

Fest steht: Ob mit, ob ohne Büchs –

naa, fürchten tuat der Brandner nix.

Kennts ihr die Gschicht mi’m Kettenhund?

Der Kaspar, no a junger Spund,

sieht, wia der grad a Dirn umschmeißt

und drauf und dro is, dass er s’ z’reißt.

Da gibt’s koa Zittern und koa Zagn:

Er greift des Mordstrumm fest am Kragn

und wirft’s an d’ Wand hi, dass ois kracht

und ’s Viech den letzten Schnauferer macht.

Da is aa mancher bsoffne Lackl,

der glaubt, mit Raffa und Spektakl

und mit seim weit aufgrissna Mäu

waar er der Moar 1 im ganzen Gäu,

mit Anspruch auf Res, Zenz und Kathl.

So oan packt Kaspar beim Krawattl!

Und eh der zählt von oans bis vier,

liegt er scho vor der Wirtshaustür.

Der Brandner selber hat as Griss

bei junge Madln, doch was Gwiss’,