cover

für

wie kyrill

ich höre sie immer nur zukunft schreien

aber an morgen denkt keiner

ihr soyd wohl wahnsinnig geworden

(es fragt sich aber)

zimmersuche

wir haben zuviel

gesprochen

wir müssen uns

ungesagt einrichten

& dem schwarzvogel melden

dass er sein gefieder

zu ändern habe

ziegenmelker

kartoffelfeuer machen die luft schwer

mit ihrer süsse

die fragen werden so gestellt

dass die antworten dazu passen

kapitäne verlieren die orientierung

& ziegenmelker

erscheinen zum mittag

wittgenstein

wir haben von unseren

söhnen gesprochen

wir müssen diese gespräche überwinden

um die weit richtig zu sehen

wir müssen diese gespräche verschweigen

denn sie waren antworten

zu einer antwort

die man nicht sagen kann

kann man auch die frage

nicht sagen

worüber man nicht sprechen kann

darüber muss man schweigen

winterbild

die unverfrorenheit

des soldaten

in seiner papageienuniform

durch den schneefall zu gehen

ob er wohl weiss

dass im märz die orden rosten

winter

in deinen schenkeln

ist ein schneegestöber

es gibt nichts

was ich lieber täte

winde

es sind die harten winde

die der wüste die rippen verpassen

es sind die winde aus el katif

aus sabija

es sind die winde aus kuriat

aus makalla

ein bleicher schädel

lehnt an der sonne

ein silberstarres lächeln

im vorbeigehn

ich möchte gerne wissen

wem es gilt

wiese

trage meine knie

dem verschwommenen mond

entgegen

denke an die silben

aus glas

die wir

voneinander

abbrachen

bereite mir

ein splitterspiel

wetter

die raben tragen

makrelenköpfe

bin wind

fahre mit dem rauch

aus den kaminen

was wert ist

einen raben unter

dem hemd haben

einen schnabel voll

gekrächz vergeuden

& schöne worte

furzen

was man nicht soll

einem hund

die luft abdrehen

wenn man ihn aussetzt

zigaretten plotzen

um sich zu beweisen

jemandem sagen

wie schmutzig schnee sein kann

auf baustellen

unter füssen

& dgl

wahl

senkt die fahnen

die farben sind verblasst

im licht

die hüte

vor freude geschwenkt

sind löchrig

das plakat

am boden zertreten

liegt in der sonne

waage

du hast einen stern

in meinen leib gebracht

der blinkt ungeduldig

dein zeichen

ich bin sicher

du hast gepflückte blumen

im haar

vorhang auf

nach einer

maskierten nacht

zergehe ich

am morgen

als erster

den neuschnee

vor der messe

ein schwarzer mann

ist keine fliege

sagte der priester

& wurde ans portal geklatscht

es zersplitterte ein stern

nackte menschen

übten sich im gesang

vogelflug

ein vogel fliegt

gegen das fenster

die meisten menschen haben

ihr gewissen mit königlichem speichel

einbalsamiert

verrückte sammeln worte

wie fotos

um der klarheit willen

werden die fremden worte verbunden

& die kranken stellen der haut

ein vogel fliegt

gegen das fenster

ich lasse die schnake

in meinem ohr gewähren

vogelfänger

ich hörte leute sagen

eine gute existenz sei besser

als ein gedicht

es ist keine kunst

eine meise zu morden

wenn sie im netz hängt

vitrier vitrier

fenster splittern

in der stadt

männer & frauen

singen zu hoch

fröhliche vögel

fliegen

wo sonst glas war

vitrier

meine steinkalten finger

kratzen die harte erde

in dieser nacht

trockener staub

bricht aus augen

die fingernägel

brechen gläsern

sprachlosigkeit

unterm kartoffelmond

& über mir

höre ich ihn rufen

vitrier vitrier

vision

bräute schweben

aus den kaminen

auf ihren gelben händen

sind weisse vögel

eine verliert ihr fetzenkleid

fällt nackt in die gasse

wo

kalte kinder schreien

vierzeiler

verkettet sind tänzer

& was sich sonst noch bewegt

in den grünen lieben augen

des bassisten charlie mingus

vier sätze vor dem spiegel

du weisst dass ich blond bin

du kennst meinen grossen körper

meine stimme ist dir bekannt

du weisst vieles über mich

untergang

der wolkenkarpfen

schiss die sonne

sie fiel

mitten

unter die skelette

von eyüp

unfall

es ist schön

neben einem schiessplatz zu wohnen

die militärs sind sehr gütig

& bereiten dich vor

wie der direktor jener fabrik

der einer frau den unfall mitteilte

& den unglücklichen ausgang

un sourire couché

hatten ein

fleischliches intermezzo

hatten unser lächeln

schlafengelegt

hatten eine schnake

angetroffen

die am zucker döste

ufer

über mir ein schrei

aus der gelben luft

meine augen

rutschen am glitzen

horizont

aus

ich murmle

dem weissen vogel nach

überfall

es dauert

keine sieben jahre mehr

es wir einer kommen

der wird mir

das gesicht abschrauben

es in seine tasche stecken

& meine führung übernehmen

ich werde mich höflich

bedanken müssen

über eine sonnenblume des hochedlen lodde israel von sarragossa

alte sonnenblume

weit mit gefährlichem loch

drin ists happig

ich bin am rand

höre

das schreien von wildenten

& von weichen mädchen

versuche menschlich zu sein

gebe das gnadenbrot einer

zigarette

tür

ich erinnere mich

an die weisse tür

zu deinem zimmer

ich erinnere mich

an das fahle licht

der novembernacht

im fenster des korridors

trost

über die masken

kommt kein trost aus büchern

für sie gibt es keine spiele

in den grossen häusern

& keine flucht

die sich lohnt

treppe

auf der treppe

lag ein gesicht

da ich hinaufwollte

schob ich es

mit dem schuh beiseite

in der nase

hatte ich den geruch

eines frisch gebrochenen apfels

trauung

der glaser gibt seinen segen

dem neuen fenster

es zieht jetzt

nicht mehr

aber den tod der schwalben

mögen wir nicht

träume

du bist hellwach

in der nacht

du träumst von

lüster spiegel & grab

& von blutigen

klavierspielern

träum die möve

die ich bin

komm

wo luft & wasser sind

traktat

ohne mond vorbeisehen

& erkennen

keine wimper unbelebt lassen

dem feind ins ohr fassen

ungeachtet der orangen

die flink im abwasser

der iris schwimmen

& der schlachthäuser

träge pfeile

die trägen pfeile

schreiben es in das salz

jede situation

die ich angehe

formt sich nach meiner hand

die blume verwelkt

ein einsamer maat fällt aufs pflaster

musik aus dem restaurant

ein neger beabsichtigt

aus der haut zu fahren

& ich verstehe den satz

töte mich

oder du bist ein mörder

tod 1

am abend bleibt

das elektrische nylon

auf deiner haut

ein blaues eiskristall

fällt auf die wimper

des sommergoldhähnchens

tod 2

die schlange im sand

will sie ins loch

muss sie sich strecken

dein & mein schlingern

wird zum spiel

von wind & glas

thelonius

mein gedächtnis

ist eine alte knarre

unvermutet

böllert sie los

ermordet heimtückisch

mister ioso

theater

die fotografie habe ich oft gefragt

nicht dich

eine frage kann einen

zusammenstauchen

du verschüttest dein lachen

du weichst aus

wenn etwas zerspringt

gibt es einen hellen klaren ton

& niemand wird fragen