Tomaten,
Knoblauch und
anderes Gemüse
LAGERUNG
Tomaten sollte man nicht kühl lagern, sondern am besten bei Zimmertemperatur. Sie bleiben auch dann länger frisch, wenn man sie mit Rispe kauft beziehungsweise mit Stängel erntet.
Kartoffeln, Zwiebeln, Gurken, Paprika und Auberginen fühlen sich am wohlsten bei Zimmertemperatur an einem kühlen, trockenen Ort.
Salate (Kopfsalat, Radicchio, Chicorée) müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Brokkoli, Karfiol (Blumenkohl), Kohlrabi, Fenchel zählen zu den raren Gemüsesorten, die man im Kühlschrank frisch hält. Wassermelonen am besten im Kühlschrank aufbewahren, da sie sonst rasch zu gären beginnen.
Avocados in Zeitungspapier wickeln und bei Zimmertemperatur aufbewahren. Wenn sie noch richtig hart sind, neben einen Apfel zum Nachreifen legen.
Kräuter konserviert man am besten im Kühlschrank, indem man sie in nassen Küchenkrepp einwickelt. Tücher täglich austauschen.
KONSERVIERUNG
Tomaten konserviert man am besten, indem man sie trocknet. Nach dem Entkernen auf einer Folie oder einem Backblech drapieren. Den Ofen auf 50 °C schalten und Tomaten über Nacht darin langsam vor sich hin braten lassen.
Bohnen, Spinat, Petersilie, Paprika, Auberginen und Mais eignen sich zum Tieffrieren. Das Gemüse sollte vorher blanchiert und bei Bedarf in Stücke geschnitten werden. Kräuter frisch hacken und klein dosieren (z.B. in Eiswürfelbehälter). Gurken, Zucchini, Pilze und alle Gemüsesorten, die viel Wasser enthalten, sollte man nicht tieffrieren.
VERTRÄGLICHKEITEN
Farbiges Gemüse oder Obst (z.B. Äpfel, Paprika, Tomaten) sollten nicht neben Bananen liegen, da es sonst rasch verdirbt.
Gelbe/rote Paprika nicht neben Gurken oder Auberginen lagern.
REIFEGRAD
Grünes Gemüse sollte immer richtig grün sein – wenn es beginnt, gelblich zu werden, ist es nicht mehr frisch. Das Gleiche gilt für Kräuter.
Auberginen müssen richtig prall sein und eine dunkle, satte Farbe haben. Die Blätter beim Strunk sind schön grün.
Kartoffeln sind nicht frisch, sobald gelbliche Wurzeln austreiben. Zwiebeln tragen bereits Spuren von Fäulnis in sich, wenn sie grüne Stängel bekommen.
Knoblauch, der an seinen Enden leicht gelb ist, kann noch verwendet werden – gelbe Stellen vorher wegschneiden. Breiten sich die gelben Stellen schon über die gesamte Knoblauchzehe aus, gehört sie entsorgt, da Knoblauch in diesem Zustand schwer zu verdauen ist und Bauchschmerzen verursachen kann.
Huhn, Lamm
und Rindfleisch
FRISCHE
Rindfleisch sollte 4 bis 5 Wochen abgehangen sein, eine tiefrote Fleischfarbe ist daher ein Zeichen von Qualität. Ist das Fleisch noch rosig, dürfte das Tier frisch geschlachtet sein. In diesem Fall kann das Fleisch beim Verzehr etwas zäh sein.
Hühnerfleisch hat, solange es frisch ist, eine gelbliche Farbe; nach ein paar Tagen wird es weißlich. Rind, Lamm, Huhn: Wenn Fleisch beim Braten viel Wasser abgibt, ist es von minderer Qualität beziehungsweise lässt auf eine mögliche Fütterung von Medikamenten oder auf eine vorangegangene Tieffrierung schließen.
FETT
Rind wie Lammfleisch sollten mit Fetträndern zubereitet werden, da Fett ein Geschmacksträger ist. Fleisch ohne Fett wird außerdem schnell trocken. Erst vor dem Verzehr das Fett entfernen. Rind mit feiner Marmorierung ist ein zusätzliches Qualitätsmerkmal.
Huhn im Ganzen sollte ebenfalls mit seinem Fett gebraten werden. Lediglich um den Bürzel herum kann man etwas Fett wegschneiden. Bei nacktem Hühnerfleisch kann schon vor der Zubereitung das Fett entfernt werden.
KONSERVIERUNG
Lamm und Rindfleisch am besten in Frischhaltefolie aufbewahren. Hühnerfleisch, das leicht gelblich ist, kann bis zu 5 Tage lang aufbewahrt werden, ist das Fleisch einmal weiß, sollte es nicht länger als 24 Stunden im Kühlschrank liegen. Hühnerfleisch mit Haut bleibt länger frisch als „nacktes“, da es geschützt ist.
Rind, Lamm, Huhn: Fleisch bleibt länger frisch, wenn man es zu Hause gleich mariniert.
Mozarella
& Co.
AUFBEWAHRUNG
Die meisten Käsesorten können grundsätzlich 1 bis 2 Wochen in dem Papier aufbewahrt werden, in dem sie gekauft wurden. Für eine längere Reifung sollte man Käse vakuumieren und im Kühlschrank aufbewahren.
Ziegenfrischkäse kann in seiner ursprünglichen Verpackung aufbewahrt, sollte aber innerhalb von 3 Tagen verzehrt werden.
Ricotta bleibt in dem Gefäß, in dem er gekauft wurde, muss allerdings innerhalb von 2 Tagen gegessen werden, da er praktisch nur aus Eiweiß besteht.
Käse nicht einfrieren!
FRISCHE
Supermarktkäse muss am ersten Tag genauso aussehen wir am 30., anderenfalls ist von einem Konsum abzuraten.
Offener Käse vom Käsebauern oder Käseladen schmeckt im Regelfall zu Beginn eher mild, in der Mitte reif und bei längerer Aufbewahrung sehr intensiv, ist eher für Liebhaber geeignet.
Camembert schmeckt auch nach einem Monat noch frisch, allerdings deutlich reifer als beim Kauf. Am besten, man wickelt ihn in doppellagiges Papier – das eine atmet, das andere schützt.
Die Tipps stammen von Haya Molcho in Zusammenarbeit mit Erich Stekovics (Tomaten), Serkan und Yusuf Buiut (Gemüse), Hasan Yavuzkurt (Fleisch) und Robert Paget (Käse).





Vorwort
Frühstück & Snacks

Haferflocken-Karotten-Müsli
Haferflocken-Kokos-Müsli
Haferflocken-Rote-Bete-Müsli
Sauerkirschkonfitüre
Bauernbrot (ohne Kneten)
Harissa
Grüne Tahina
Burikas
Mediterraner Labane
Neutraler Labane
Matbucha (Marokkanischer Tomatensalat)
Mirin-Ponzu-Creme
Ricotta
Challa (Schabbatbrot)
Kubaneh (Jemenitisches Brot)
Muhammara (Syrischer Paprika-Nuss-Aufstrich)
Burekas
Eingelegte Zitronen
Maisfalafel
Salată de icre (Rumänische Vorspeise)
Marokkanische Zigarren
Salate & Suppen

Mango-Papaya-Salat
Bohnensalat mit Fenchel & Orangen
Feigen-Kaktusfrucht-Salat
Pulled-Chicken-Salat mit Bohnen
Asiatischer Salat mit Karottenvinaigrette
Käferbohnensalat mit Flanksteak
Marokkanischer Artischockensalat mit Harissa
Maschauscha (Israelischer Kichererbsensalat)
Mungobohnen-Curry-Suppe
Burned-Auberginen-Suppe
Favabohnen-Topinambur-Suppe
Hauptspeisen

Oktopus (Klassische Zubereitung)
Oktopus-Ceviche
Koreanisches Crispy Chicken
Ossobuco asiatisch
Tscholent (Schabbatessen)
Persischer Reis mit Safranhuhn
Tunesisches Sandwich
Persische Krautrouladen
Lammschlegel in Weintrauben
Karamellisierte Auberginen
Pulled-Beef-Sandwich
Kebab
Jakobsmuscheln mit Blumenkohlcreme und Curryöl
Makhni mit Paneer
Ofen-Süßkartoffeln mit Spinatsalat
Auberginen aus dem Ofen mit Tomatensalsa
Focaccia mit Hühnerspießen
Quinoa mit grünem Spargel und Schafskäse
Belugalinsen-„Mesabha“ mit Riesengarnelen
Polenta mit pochiertem Ei
NENIs Pizza mit Büffelmozzarella
Butternutkürbis-Kichererbsen-Schmorgericht
Gerstenrisotto mit Pilzen
Rinderschmorbraten (Hayas Liebling)
Gegrillter Oktopus mit Kartoffeln und Matbucha
Desserts

Karamellisierte Ananas
French Toast mit Pflaumenchutney
Crème Caramel nach Samys Mutter
Chia-Pudding
Kunafeh
Quitten-Crumble
Peanutbutter-Fudge-Brownies
Pistaziensoufflé
Blumiger Couscous
Karotten-Ananas-Kuchen
Semifreddo-Schokotorte
Schokomousse-Baiser-Kugeln
Mozzarella-Grieß-Dessert
Glossar
Rezeptregister
Dank
Impressum
NENI IST DIE ERFOLGSGESCHICHTE ZWISCHEN MIR, MEINEM MANN SAMY UND MEINEN VIER SÖHNEN NURIEL, ELIOR, NADIV UND ILAN. ES GIBT EIN GEGENSEITIGES HOCHSCHAUKELN ZWISCHEN UNS – SAMY, DER VEGETARIER IST, HAT MICH IMMER DAZU ERMUTIGT, EKLEKTISCHE UND EXPERIMENTELLE SPEISEN MIT VIEL GEMÜSE UND HÜLSENFRÜCHTEN ZU KREIEREN. DIE JUNGS HABEN SICH, SCHON ALS SIE KLEIN WAREN, AUFFALLEND STARK DAFÜR INTERESSIERT, WAS ICH KOCHE. SIE HABEN JEDES GERICHT KOMMENTIERT UND DAZU IHRE ANREGUNGEN GEGEBEN, LANGE BEVOR ICH DARAN DACHTE, EIN LOKAL ZU ERÖFFNEN. MEINE SÖHNE HABEN MICH AUCH ZU DIESEM BUCH INSPIRIERT, UND OHNE IHR TÄGLICHES MITWIRKEN WÄRE DAS ALLES GAR NICHT MEHR ZU SCHAFFEN: RESTAURANT- BETRIEB, DIE PRODUKTSERIE FÜR DIE SPAR-SUPERMÄRKTE, DAS CATERING, DAS KULINARISCHE KONZEPT FÜR DIE 25 HOURS-HOTELS.
NENI IST FÜR MICH ABER AUCH MEINE HEIMAT, MEIN WIEN – DER ORT, AN DEM ICH NACH ALL DEN JAHREN DES REISENS WURZELN SCHLAGEN KONNTE. DENN AUCH DIESE STADT IST EIN MULTIKULTURELLER SAMMELPUNKT, AN DEM ALLES ZUSAMMENTRIFFT UND STÄNDIG NEUES ENTSTEHT. ZUSÄTZLICH FINDE ICH HIER TÄGLICH MEINE KULINARISCHE INSPIRATION DURCH LIEFERANTEN ODER HERSTELLER UND DEREN GUTE PRODUKTE. MIT NENI HABE ICH MIR DIE WELT IN DIE HEIMAT GEHOLT. ES IST MEINE FAMILIE, MEIN ESSTISCH, MEIN ICH.
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© 2016 by Südwest Verlag, einem Unternehmen der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München.
BILDNACHWEIS
FOTOGRAFIE Peter Mayr
mit Ausnahme dieses Bildes: iStock/joey333
FOODSTYLING Haya Molcho
ILLUSTRATIONEN Georg Wagenhuber
REDAKTIONSLEITUNG Silke Kirsch
PROJEKTLEITUNG Eva Wagner
BERATUNG Stefan Linde
VISUELLES KONZEPT, DESIGN & SATZ
moodley brand identity – Creative Direction: Doris Pesendorfer
TEXT Michaela Ernst
TEXTLICHE MITARBEIT Anja Fleischhauer, Eva Wagner
BILDREDAKTION Sabine Kestler
KORREKTORAT Dr. Ulrike Kretschmer, München
LITHO Reproline mediateam GmbH, München
E-Book Herstellung JB
E-Book Produktion Vera Hofer
ISBN 978-3-641-17495-8
V004


Elior,
WOHER
NIMMST DU
DEINE ENERGIE?
Mein Bruder Nuriel und ich waren immer schon die Nascher in der Familie. Wobei ich, wenn ich „Nascher“ sage, nicht an Süßigkeiten denke, sondern eher an die kleinen Snacks zwischendurch. Wenn bei anderen Familien Chips, Erdnussflocken oder Popcorn auf dem Tisch standen, gab es bei uns immer Mezze – so bezeichnet man orientalische Vorspeisen – und Suppen. Vor allem mit den Suppen verbinde ich viele Kindheitserinnerungen. Es gab sie an jedem jüdischen Feiertag, eigentlich jeden Sabbat, also einmal in der Woche. Besonders zu Pessach, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Flucht vor der Sklaverei erinnert, war die Suppe für uns Kinder der Retter: Während der Gebete konnten wir uns immer wieder heimlich in die Küche schleichen und aus dem großen Topf am Herd naschen, ohne dass es auffiel. Am Sederabend, der den Auftakt zu den Feiertagen bildet, mussten wir oft zwei Stunden lang warten, bis es das Essen gab – und das obwohl das ganze Haus von den herrlichsten Düften erfüllt war. Ich weiß gar nicht, wie wir das ohne Mazzesknödel-, Mais- oder Rote-Rüben-Suppe überlebt hätten!
Suppen sind für mich „leckere Vitaminspritzen“, denn eigentlich bin ich der Fleischesser in der Familie. Man muss mich also ein bisschen austricksen, damit ich genug Gesundes esse. Hummus ist perfekt zum Tricksen – er hat viele Vitamine, ist nahrhaft und schmeckt richtig gut. Als ich noch ein Kind war, hat mir Haya immer Brote mit Hummus und viel Prosciutto oder Chorizo-Salami darauf gemacht. Heute esse ich ihn auch gern mit Gemüsesticks – frische Gurken, Karotten und knackiger Paprika, die in dünne Stifte geschnitten und dann gedippt werden. Ich denke, dass Hummus bei unserer ganzen Familie zum fixen Wohninventar zählt – jeder von uns hat ihn daheim im Kühlschrank, weil er so vielfältig kombiniert werden kann und gesund ist. Snacks haben auf unserem Familientisch immer eine zentrale Rolle gespielt; sie waren ein Ausdruck von Hayas Experimentierfreude.
VIELES VON DEM, WAS HEUTE AUF DER NENI-SPEISEKARTE ZU FINDEN IST, HAT ALS KLEINER IMBISS BEGONNEN, DER MIT DER ZEIT WEITERENTWICKELT WURDE.
Mir gefällt auch die Idee des Teilens, die hinter Snacks steht: denn sie werden ja nicht individuell auf Tellern serviert, sondern in kleinen Schüsseln, die man in die Mitte des Tisches stellt. Da greift jeder zu, wie er will!
Elior Molcho ist immer vor Ort im NENI am Naschmarkt; er betreut das Catering und sorgt dafür, dass die NENI-Mezze selbst bei Großevents wie dem Life Ball alle Gäste erreichen.


Nadiv,
WAS MUSS EINE
HAUPTSPEISE
KÖNNEN?
Schon als wir Kinder waren, ging es bei uns daheim zu wie in einem Restaurant: Elior wollte viele Dinge nicht, die Nuriel, Ilan und ich aber mochten; Samy isst am liebsten vegetarisch. Also hat Haya sehr oft für jeden von uns seine Lieblingsspeisen gekocht, mit viel Kreativität und Leidenschaft.
Elior mochte Steaks mit orientalischem Gemüse, Nuriel hat sich bewusst ernährt, ähnlich wie Samy mit Hülsenfrüchten und sehr viel Gemüse – und er liebt Saucen. Ilan steht auf Süßes. Ich mag wahnsinnig gern gefülltes Gemüse wie gefüllte Paprika, Krautrouladen oder Pasta, zum Beispiel mit Chorizo, oder „weiße Pasta“ – Penne mit Panna, das war meine Lieblingsspeise als Kind.
Der amerikanische Filmregisseur John Cassavetes hat Mitte der 1970er-Jahre einen Film gedreht („A Woman Under the Influence“), bei dem es eine zehnminütige Spaghetti-Szene gibt. Gena Rowlands spielt darin die Hauptrolle, und man sieht, wie sie gefühlvoll das Essen für ihren Mann und seine Arbeitskollegen kocht; wie sie alles darum gibt, eine gute Gastgeberin zu sein. Daran muss ich oft denken, wenn ich Pasta esse. Auch in meinem nächsten Film nimmt ein großes Abendessen eine zentrale Rolle ein. Meine Hauptfigur ist stark von Haya inspiriert.
Ich finde, man sieht an den ausgedehnten, reichhaltigen Mahlzeiten, wie eine Familie tickt: Wird da geteilt, spricht man viel, ist es laut und lebendig oder eher ruhig und bedacht?
BEI UNS WAR
ES IMMER
GESPRÄCHIG,
LAUT UND
LEBENDIG.
Und die Art der Hauptspeisen war vor allem durch Phasen geprägt: Nach einer Indienreise gab es vier Monate nur indisch. Dann stand auf einmal glutenfrei auf dem Programm, und plötzlich hieß es: „The cornflakes days are over“. Wir Jungs haben Hayas kulinarische Verrücktheiten immer gern mit getragen, was sicher auch daran lag, dass wir zu nichts gezwungen wurden.