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ISBN: 978-1-78525-065-1
„Jedes Kunstwerk ist Kind seiner Zeit, oft ist es Mutter unserer Gefühle. So bringt jede Kulturperiode eine eigene Kunst zustande, die nicht mehr wiederholt werden kann.“
— Wassily Kandinsky
Inhalt
Liste der Abbildungen
Biography
Konzentration
Das Wunder von Murnau
Zwischen Ost und West
Rückkehr
,Der ‚Blaue Reiter‘: Rückkehr
A
Abschied (Große Fassung)
Achtyrka – Rote Kirche
Akzent in Rosa
Allerheiligen I
Allerheiligen II
Die Amazone in den Bergen
Amazone mit Löwen
An die unbekannte Stimme
Ankunft der Kaufleute
Ansicht von Murnau
Auf hellem Grund
Auf Weiß I
Ausgeglichenheit
B
Berg
Bergsee
Bild mit Kreis (Das erste ungegenständliche)
Bild mit weißem Rand
Der blaue Berg
Der blaue Bogen (Kamm)
Blauer Himmel
Blauer Kreis
Blaues Segment
Bootsfahrt
Bunte Aktionen
Das bunte Leben
D/E
Dame in Krinolien
Dämmerung
Delikate Spannungen
Dominante Kurve
Durchgehender Strich
Einige Kreise
Einsam
Eisenbahn bei Murnau
Endgültiger Entwurf für den Umschlag des „Almanachs ,Der Blaue Reiter’”
Entscheidendes Rosa
Entwurf für „Achtyrka – Herbst”
Entwurf für „Bild mit weißem Rand”
Entwurf für den Umschlag des „Almanachs ,Der Blaue Reiter’” 1
Entwurf für den Umschlag des „Almanachs ,Der Blaue Reiter’” 2
Entwurf für den Umschlag des „Almanachs ,Der Blaue Reiter’” 3
Etagen
Exotische Vögel
F/G/H
Fluss im Herbst
Fluss im Sommer
Gelb-Rot-Blau
Gemälde mit Spitzen
Hafen
Der Hafen von Odessa
Heiliger Wladimir
Herbst
I
Im Grau
Impression III (Konzert)
Improvisation 7
Improvisation 11
Improvisation mit kalten Formen
Improvisation Nr. 4
Improvisation Nr. 20
Im schwarzen Quadrat
K
Kandinsky in Berlin, Januar 1922.
Kapriziöse Formen
Kleine Freuden
Kleine Welten I
Kleine Welten IV
Kleine Welten V
Kochel (Der See und das Hotel Grauer Bär)
Komposition 1
Komposition 2
Komposition ‚Graues Oval’
Komposition. Rot und Schwarz
Komposition IV
Komposition VII
Komposition 8
Komposition IX
Komposition X
Kreis und Quadrat
Kreise auf Schwarz
Kriechen
Kuppeln
L/M
Landschaft
Landsitz in Achtyrka
Leier
Lied (Wolga-Lied)
Lyrisches
Lyrisches (folio 9) aus Klänge
Moskau. Der Rote Platz
Moskau. Subowski-Platz
München. Schwabing
Murnau, Sommerlandschaft
Murnau – Grüngasse
Murnau – Johannisstraße von einem Fenster der Griesbräu aus
Murnau – Schlosshof I
Musikalische Ouvertüre. Violetter Keil (Studie)
O/P/R
Ohne Titel 1
Ohne Titel 2
Pastorale
Picknick – Bagatelle Nr. 4
Reiter in Rosa
Romantische Landschaft
Roter Fleck II
Rotes Oval (Krasny oval)
Rückblick
S
Schwarze Linien
Schwarzer Fleck
Schwarzer Fleck I
Schwarzer Raster
Skizze für „Komposition II”
Sommerlandschaft
Straße im Sonnenlicht
Studie für „Grüner Rand”
Studie für „Im Grau“
Studie für „Kirche in Murnau”
Studie für „Komposition VII”
Studie für „Komposition VII” (Entwurf 3)
Südliches
T/VW/Z
Trübe
Verschiedene Teile
Vier Figuren
Weißes Oval
Winterlandschaft
Wintertag. Smolensker Boulevard
Zwei Ovale (Komposition Nr. 218)

Kandinsky in Berlin, Januar 1922.
Fotografie.
Musée national d’Art moderne, Centre Georges-Pompidou, Paris.
16. Dezember 1866: Geburt Wassily Kandinskys in Moskau als Sohn von Lydia Ticheewa und Wassily Silvestrowitsch Kandinsky.
1871: Die Familie zieht nach Odessa, wo Kandinsky das humanistische Gymnasium besucht. Dort erhält er seinen ersten Zeichen- und Musikunterricht.
1886: Er nimmt ein Jura- und Volkswirtschaftsstudium an der Moskauer Universität auf.
1892: Er absolviert das juristische Staatsexamen und unterrichtet an der Fakultät der Rechtswissenschaften. Er heiratet seine Cousine Anna Tschimjakina und wendet sich mehr und mehr der Kunst zu.
1896: Siedelt nach München über, in der damaligen Zeit eines der künstlerischen Zentren Europas, und widmet sich ganz der Kunst.
1897-1899: Lernt bei Anton Ažbe in München.
1900: Nimmt ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München auf. Sein Lehrer ist Franz von Stuck, der seinerzeit als bester Zeichner des Landes gilt.
1901: Kandinsky und einige Kollegen gründen die Künstlervereinigung Phalanx, die bald ihre eigene Zeichenschule eröffnet. Kandinsky wird kurz darauf zum Präsidenten der Vereinigung ernannt und organisiert in den folgenden vier Jahren allerlei Ausstellungen.
1902: Er lernt die junge Künstlerin Gabriele Münter kennen, für die er sich 1904 von seiner Frau trennen wird. Im selben Jahr stellt er erstmals in der Berliner Secession aus.
1903: Erste Einzelausstellung in Moskau.
1903-1908: Er und Münter unternehmen einige Reisen: Holland, Tunesien (Kairouan), Frankreich (Paris), Italien (Rapallo) und Deutschland (Dresden, Berlin).
1904: Zwei Einzelausstellungen in Polen. Seine Werke werden im Salon d’Automne in Paris gezeigt.
1909-1910: Kandinsky gründet die Neue Künstlervereinigung München (NKVM).
Kandinsky verbringt Herbst und Winter 1909 in Russland, wo er im Internationalen Salon in Odessa zweiundfünfzig Werke ausstellt und an einer Ausstellung der Künstlervereinigung Karo-Bube teilnimmt.

1911: Kandinsky gründet mit Franz Marc den Blauen Reiter.
Der R. Piper Verlag veröffentlicht Kandinskys erste wichtige Schrift Über das Geistige in der Kunst, die theoretische Grundlage der abstrakten Kunst.
1914: Bald nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges trennt sich Kandinsky von Münter und kehrt über die Schweiz, Italien und den Balkan nach Russland zurück. Mit dem letzten Treffen der beiden in Stockholm im Winter 1915-1916 endet ihre Beziehung.
1917: Kandinsky heiratet die erst siebzehnjährige Nina Andreewskaja. Sein politisches Umfeld speist sich aus der Russischen Revolution. Die Sowjets empfangen zu jener Zeit russische Avantgardekünstler mit offenen Armen.
Nach der Oktoberrevolution übernimmt Kandinsky zahlreiche Funktionen in den neu geschaffenen kulturellen Institutionen. Er ist Mitbegründer des Instituts für künstlerische Kultur (INKHUK) und leitet dessen Atelier für Monumentalmalerei.
1918: Er wird Professor an der Russischen Kunstakademie und schreibt seine Autobiografie, die ins Russische übersetzt wird.
1920: Er erhält eine Professorenstelle an der Moskauer Universität. Die Sowjets streben dem Realsozialismus entgegen.
1921: Er und seine Frau verlassen Moskau in Richtung Berlin. Kandinsky folgt dem Ruf Walter Gropius‘ an die neu gegründete Kunsthochschule Bauhaus in Weimar.
1923: Kandinskys erste New Yorker Einzelausstellung. Mit den Bauhaus-Kollegen Klee, Feininger und Jawlensky gründet Kandinsky im folgenden Jahr die Gruppe Die Blaue Vier, deren Vorträge und Ausstellungen auch die USA erreichen.
1925: Das Bauhaus wird nach Dessau verlegt, wo Kandinsky Wandmalerei lehrt.
1926: Sein zweites Buch Punkt und Linie zu Fläche erscheint.
1928: Kandinsky realisiert die Ausstattung für Mussorgskis Bühnenstück Bilder einer Ausstellung im Dessauer Friedrich-Theater.
1933: Unter dem Druck der Nazis schließt das Bauhaus. Kandinsky flieht nach Paris.
1937: Einige seiner in Deutschland zurückgelassen Bilder werden von den Nazis für die Ausstellung Entartete Kunst ausgewählt. Sie konfiszieren siebenundfünfzig seiner Werke.
1940: Kandinsky flieht infolge der deutschen Invasion in Frankreich in die Pyrenäen.
13. Dezember 1944: Kandinsky erkrankt und stirbt im Alter von 78 Jahren in Neuilly-sur-Seine.
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Konzentration
Vor Kurzem schien es, dass das 20. Jahrhundert nicht nur mit Wassily Kandinsky begann, sondern auch mit ihm endete. Doch wie oft die Anhänger von neuen und modischen Interpretationen seinen Namen auch zitieren mögen – der Künstler ist Geschichte und gehört vielleicht mehr zur Vergangenheit oder der Zukunft als zum Heute. Über Kandinsky ist so viel gesagt und geschrieben worden und seine Arbeiten – auch die theoretischen – sind derart bekannt, dass das Übermaß an Wissen und vorgefertigten Urteilen zuweilen verhindert, den Künstler in seiner Individualität und realen Bedeutung jenseits aller Mythologisierung zu sehen: Mit neuem Blick, von der Schwelle eines neuen Jahrtausends. |
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Bergsee 1899 Öl auf Leinwand, 50 x 70 cm Sammlung Manukhina, Moskau |

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Der erfahrene und interessierte Leser von heute sucht, ermüdet von den gewagten postmodernistischen Spielen, in Kandinsky das, was man früher nicht an ihm bemerkte und gar nicht erst bemüht war, in ihm zu sehen, nämlich eine Stütze in der instabilen Welt der künstlerischen Phantome und modischen Scheingeschöpfe. Was vor kaum mehr als hundert Jahren als wagemutige Entdeckung begann, gehört heute bereits zu den ewigen Werten. |
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Der Hafen von Odessa um 1900 Öl auf Leinwand, 65 x 45 cm Tretjakow-Galerie, Moskau |

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Unter den Titanen der neuesten Kunst ist Kandinsky ein Patriarch. Matisse wurde 1869 geboren, Proust 1871, Malewitsch 1879, ebenso Klee, Picasso 1881, Kafka 1883, Chagall 1887. Kandinsky dagegen 1866, als Romain Rolland zur Welt kam, als Dostojewski Schuld und Sühne veröffentlichte, als Anna Karenina noch nicht geschrieben war, als noch niemand den Begriff „Impressionismus“ benutzte. |
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Straße im Sonnenlicht um 1900 Öl auf Leinwand, 23 x 32 cm Kunstmuseum Odessa, Odessa |
