

Inhalt
Vorwort
1 Leben zwischen Häusern
Drei Arten von Aktivitäten im Freien
Leben zwischen Häusern
Aktivitäten im Freien und die Qualität von Außenräumen
Aktivitäten im Freien und Architekturentwicklungen
Leben zwischen Häusern – in aktuellen sozialen Situationen
2 Planungsvoraussetzungen
Prozesse und Projekte
Sinne, Kommunikation und Dimensionen
Das Leben zwischen Häusern – ein Prozess
3 Versammeln oder zerstreuen
Versammeln oder zerstreuen
Integrieren oder ausgrenzen
Einladen oder abweisen
Öffnen oder abschotten
4 Räume zum Gehen – Plätze zum Verweilen
Räume zum Gehen – Plätze zum Verweilen
Gehen
Stehen
Sitzen
Sehen, hören und sprechen
Ein angenehmer Ort in jeder Hinsicht
Sanfte Übergänge
Bibliografie
Vorwort
Es ist mir eine große Freude, das Vorwort zur deutschen Ausgabe von Life between Buildings zu schreiben. Die Erstausgabe dieses Buchs erschien in den 1970er Jahren und wollte die Missstände benennen, die zu jener Zeit die Stadtplanung in ganz Europa bestimmten. Das Buch forderte, endlich die Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen, die sich zwischen den Gebäuden bewegen, die den Raum zwischen den Häusern nutzen. Es warb auch um Verständnis für die subtilen Eigenschaften und Vorzüge, die in der gesamten Geschichte menschlichen Siedlungsbaus die öffentlichen Räume zwischen den Gebäuden bestimmten, wo die Menschen sich trafen und versammelten. Und es wies darauf hin, dass das Leben zwischen Häusern eine Dimension von Architektur darstellt und als solche berücksichtigt werden muss.
Vier Jahrzehnte sind seit dem Erscheinen der Erstausgabe vergangen – Dekaden, in denen architektonische Moden und Ideologien kamen und gingen. Aber nach wie vor ist es vordringlich, die Lebendigkeit, ja buchstäblich die Bewohnbarkeit von Städten zum Ziel jedes städtebaulichen Projekts zu machen. Qualitätvolle öffentliche Räume werden heute überall auf der Welt zunehmend intensiv genutzt. Davon zeugt das wachsende allgemeine Interesse an der in den Städten und deren öffentlichen Räumen gebotenen Wohn- und Lebensqualität. Wenn sich die Gesellschaft verändert, ändert sich auch der Charakter des städtischen Lebens, aber die wesentlichen Prinzipien und Qualitätskriterien für gute öffentliche Räume haben sich bemerkenswerterweise als dauerhaft gültig erwiesen.
Über die Jahre hat dieses Buch zahlreiche Überarbeitungen und Übersetzungen in verschiedene Sprachen erfahren. Deshalb hat die vorliegende deutsche Ausgabe nur noch wenig Ähnlichkeit mit den frühen Versionen des Buches, auch weil sie neu aufgenommene Materialien und Abbildungen enthält. Dennoch hat es keinerlei Gründe gegeben, die fundamentale Botschaft zu ändern, die heute genauso wichtig ist wie vor 40 Jahren. Sie lautet: Sorgt gut für die Menschen und das kostbare Leben zwischen den Häusern.
Derzeit erleben viele europäische Städte tiefgreifende Veränderungen, sie wachsen oder schrumpfen, werden umgebaut und modernisiert; und ich hoffe, dass die in diesem Buch vorgestellten humanistischen Planungsgrundsätze in deutschsprachigen Ländern als Inspirationsquelle für derartige Prozesse dienen werden.
Kopenhagen, im Februar 2012
Jan Gehl