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Table of Contents

Titel und Impressum

MAXI

MAXI UND DIE MÄUSE

MAXI UND DER IGEL EMMA

MAXI UND DAS EICHHÖRNCHEN ILSE

MAXI UND DER RABE RUDI

MAXI UND DER HASE PAUL MIT SEINER FRAU ISOLDE

MAXI UND DER FAHRRADHUNDEHÄNGER

MAXI UND DER FASAN ERWIN, SEINE FRAU HANNI UND SEINE SECHS KINDER

MAXI UND DIE AMEISE FRIEDA

MAXI UND DER FISCHREIHER MAX

MAXI UND DER MAULWURF ELFE

MAXI, ICH UND DER APFELBAUM

MAXI, DER MEISENPAPA UND DIE MEISENMAMA

MAXI UND DER AUTOUNFALL

MAXI UND DAS KROKODIL und MAXI UND DER EINKAUF

MAXI UND DER TAUBENBAUM

DIE HUNDEKEKSBÄUMCHEN

DIE AUTORIN ELFRIEDE ISTREFI

 

 

 

 

 

Elfriede Istrefi

 

Maxi

 

– Aus dem Leben eines Jack Russell Terriers

 

 

 

 

 

 

DeBehr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Copyright by Elfriede Istrefi

Herausgeber: Verlag DeBehr, Radeberg

Erstauflage: 2016

ISBN: 9783957532831

Grafiken Copyright by Fotolia by © annaav, S_E, tomasztc, johan10, ryzhkov_sergey, Buffy1982, Conny Hagen, Anton Gvozdikov, Anterovium, bettina sampl, tchara, Petrov Vadim, YK, javier brosch, kyslynskyy, damonshaff, schankz, JPS, pawloski, nounours1, Sondem, Romolo Tavani, Nejron Photo, Matyas Rehak, ortsmitte

 

 Ich habe meine damals sechsjährige Maxi am 12.02.2012 geschenkt bekommen; seitdem sind wir ein Herz und eine Seele.

 

 

 

MAXI UND DIE MÄUSE

 

Maxi ist ein Mix aus Jack Russell Terrier und Dackel, und weil sie so ein breites Kreuz und kurze Dackelbeinchen hat, wirkt sie übergewichtig. Wenn wir auf dem Feld spazierengehen, wo auch andere Hundebesitzer ihre Hunde ausführen und sie meine Maxi sehen, sagen sie immer: „Die muss aber abnehmen!“ Maxi guckt mich dann immer ganz traurig an und fragt: „Du wirst mir doch wohl kein Fütterchen abziehen? Nur weil die dumme Schnepfe und andere Menschen mich für zu dick halten.“

„Nein, du frisst doch sowieso nur einmal am Tag, na ja, die Leckerchen zwischendurch zählen wir ja nicht.“

Maxi war glücklich und rannte voller Lebensfreude über das Feld. Sie buddelte immer wieder nach Mäusen. Als sie dort keinen Erfolg hatte, buddelte sie hier an einem anderen Mausloch weiter. Plötzlich flitzte eine Maus aus einem Loch und sauste schnell in ein anderes Mauseloch rein, dann huschte noch eine Maus raus, die auch sofort im Nachbar-Mauseloch verschwand.

Maxi versuchte natürlich, sie zu packen, aber die Mäuse waren zu schnell. Frustriert sah Maxi ein, dass die Mäuse für sie zu schnell waren, sie rannte wütend nach Hause.

Ich dackelte hinterher. Zu Hause angekommen, guckte Maxi mich an und fragte: „Warum sind die Mäuse denn in das andere Mausloch wieder reingerannt?“

„Tja, Maxi, die Mäuse sind bestimmt beim Nachbarn zum Kaffeetrinken eingeladen.“

Maxi guckte mich an, musste lachen und sagte: „Ha, ha, ha, das ist aber witzig, als ob Mäuse Kaffee trinken würden.“

Am nächsten Tag, als wir auf dem Feld waren und Maxi wieder nach Mäusen buddelte, hatte ich nach einer Stunde genug und wollte nach Hause. Ich rief Maxi, sie guckte mich an und buddelte weiter, wobei sie ihre kleine Hundeschnauze in das Mausloch steckte und dann immer wie ein Pferd schnaufte, wenn sie Luft holte. Ich rief wieder, aber sie dachte gar nicht daran, auf mich zu hören, dass sie kommen soll. Ich rief ihr zu: „Gut, wenn du nicht kommen willst, dann gehe ich eben alleine nach Hause.“ Als ich schon ziemlich weit weg war, drehte ich mich um und sah, dass sie mit ihren kurzen Dackelbeinchen sehr schnell auf mich zu rannte. Ich blieb am grünen Tor stehen und rief: „Komm schnell, komm schnell.“ Und Maxi sauste wie ein Blitz.

Zu Hause auf der Couch fragte Maxi: „Weißt du, was ich dachte, als du immer weiter weg warst?“

„Nein, wie soll ich wissen, was du denkst.“

„Na ja, ich dachte, bevor meine Mama ganz weg ist, renne ich lieber hinterher, bevor sie für immer verschwunden ist.“ Ich streichelte ihr über den Kopf und sagte: „Kluge, kleine Maxi.“

Sie war so stolz auf sich selbst, so sehr, dass sie vor lauter Freude durch die Wohnung rannte.

Heute am Sonntag sind wir bei Sonnenschein wieder mit dem Fahrrad übers Feld gelaufen.

Plötzlich kam ein großer schwarzer Hund auf Maxi zu. Sie rief mir zu: „Rette sich, wer kann!“, und lief vor lauter Angst quer übers Feld irgendwohin. Als der Hund verschwunden war, kam Maxi sofort wieder zu mir und sagte: “Meine Güte, bin ich froh, dass der Riese weg ist, das war knapp.“

Ich musste lachen und streichelte ihr über den Kopf. Dann gingen wir zu dem ganz großen Feld, wo ich Fahrrad fahren kann und Maxi hinter mir herläuft. Nach einer Zeit des Fahrradfahrens drehte ich mich um und guckte, ob Maxi auch hinter mir ist. Doch was ich zu sehen bekam, schockte mich und ich schrie nur noch: „Neiiiiiiiiiiiiiiin!“ Sie suhlte sich auf dem Rücken in einer großen, moderigen Pfütze. Als sie aus der Pfütze rauskam, war sie nicht mehr weißbraun, sondern ganz mit grauem Schlamm bedeckt. Ich sagte ihr: „Wenn wir zu Hause sind, kommst du sofort unter die Dusche, da bist du selber schuld.“

„Bis wir zu Hause sind, ist der ganze Schlamm durch das Laufen wieder ab“, protestierte Maxi.

„Ja, ja, träum mal weiter, du Ferkel.“

„Wieso sagst du Ferkel zu mir? Ich bin doch kein Schwein.“

„Nein, das bist du nicht, Maxi, aber Schweine suhlen auch gerne im Schlamm, und jetzt siehst du wie ein kleines Schwein aus.“

„Fühlt sich aber gut an, Mama, ist schön warm.“

Weil ich mittags auch geduscht hatte und ein frisches türkisfarbenes Oberteil trug, sagte Maxi zu mir: „Jetzt wirst du sehen, was du davon hast, dass du mich duschen willst.“

Sie schüttelte sich zweimal kräftig und mein Oberteil und auch das Badezimmer waren total schmutzig. Ich musste lachen, packte sie und stellte sie in die Dusche. Sie schrie: „Nein, nein, bitte nicht!“

„Jetzt wirst du sehen, was du davon hast, dass du mich und das Badezimmer versaut hast.“

Es war ein Kampf zwischen uns, ich drehte das Wasser auf und Maxi drehte durch.

Sie schrie: „Nein, nein!“, aber das nutzte ihr nichts, sie war schon ganz nass.

Maxi sagte nichts mehr, sie ließ es stillschweigend über sich ergehen. Als ich fertig war, hüllte ich sie in ein Handtuch und hob sie aus der Dusche. Nachdem ich sie einigermaßen trocken gerubbelt hatte, rannte sie sofort auf die Terrasse, wälzte sich auf der Wiese und ließ sich von der Sonne zu Ende trocknen.

Am Abend holte ich mir den Rest Thunfischsalat und ein halbes Brötchen aus dem Kühlschrank, setzte mich auf die Couch und fing an zu essen. Dabei guckte Maxi mir beim Essen mit ihrem treuen Dackelblick zu. Als ich sie ignorierte, kam sie näher und näher, schnalzte mit ihrer Zunge und sagte: „Ich habe auch Hunger.“ Ich ließ mich erweichen und gab ihr die Hälfte von meinem Salat ab.

Sie leckte die ganze Schüssel aus, sogar die Zwiebeln, danach ging sie ins Schlafzimmer, legte sich auf ihre Decke und schlief satt und zufrieden ein.

Am nächsten Tag musste ich am Abend für eine Stunde zur Arbeit. Maxi stand in der Wohnzimmertüre und bettelte mich an: „Bleib doch hier bei mir, lass mich nicht alleine zurück, sonst werde ich vor Einsamkeit noch verrückt.“

Ich musste lachen und erklärte ihr: „Jetzt pass mal auf, mein Schatz, ich muss für dich sorgen, für heute und morgen, und das ist nicht gerade billig. Du willst kein Hundefutter, sondern Putenschnitzel, Gehacktes, Hähnchen und Spielsachen willst du auch; zum Tierarzt muss ich auch mit dir.“ Maxi holte tief Luft und wollte was sagen, aber ich erklärte ihr schnell: „Ja, ja, ich weiß, in deinen Augen ist der Tierarzt nicht nötig, aber in meinen Augen ist der sogar sehr, sehr nötig, was machen wir denn, wenn du mal krank wirst?“

„Dann lege ich mich in mein Bett und werde wieder gesund, ich brauche die blöden Spritzen, die immer so weh tun, nicht.“ Lachend guckte ich Maxi an, nahm sie in den Arm, gab ihr ein Küsschen auf ihre kalte Hundenase und sagte: „Davon wirst du aber nicht gesund.“

Ich ging zur Arbeit und ließ Maxi alleine zurück. Im Hausflur hörte ich sie noch rufen: „Komm zurück, komm zurück!“ Aber ich musste gehen. Als ich wieder zu Hause war, sah ich, was Maxi angestellt hatte. Sie hatte den ganzen Müll aus dem Küchen-Abfalleimer im Wohnzimmer auf dem Teppich verteilt. Ich musste wieder lachen, zog sie aber an den Ohren und erklärte ihr: „Das darfst du nie wieder machen, wenn ich nicht da bin, das macht ein braver Hund nicht. Wenn du das noch mal machst, bekommst du von mir kein Putenschnitzel, kein Gehacktes und kein Hähnchen mehr, sondern nur noch Hundefutter.“ Sie guckte mich total erschrocken an und bettelte: “Mach das nicht, mach das nicht, sonst werde ich vor Hunger sterben, ich mag doch kein Hundefutter.“

 „Das liegt an dir, Maxi.“

„Ich mache das nie wieder, versprochen, meine allerliebste Mama.“

Sie hat bis jetzt nie wieder den Müll verteilt.

Jedes Mal wenn Maxi auf das Feld nach Mäusen buddelt, guckt sie mich an und fragt: „Kannst du mir nicht helfen, eine Maus aus dem Loch zu holen?“