Manchmal können bei den vielen Modi selbst Profis den Überblick verlieren. Dieses Kapitel soll Ihnen noch einmal eine Übersicht über alle Modi geben und diese in ein gemeinsames Bild integrieren. Im letzten Bild können Sie eine Zusammenfassung zusammenstellen, welche Modi bei Ihnen aktiv sind und wie das Zusammenspiel zwischen ihnen funktioniert.
In den Kindmodi wirken Wahrnehmung und Verhalten häufig kindlich. Kindmodi sind dann aktiv, wenn wir sehr starke und intensive Gefühle erleben, die sich nicht allein durch die Situation, in der man sich gerade befindet, erklären lassen. Das passiert häufig, wenn Grundbedürfnisse wie z. B. Nähe oder Autonomie nicht erfüllt sind. Es werden verletzliche, wütende und glückliche Kindmodi unterschieden.
Verletzlicher Kindmodus |
Wütender Kindmodus |
Glücklicher Kindmodus |
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Welche Gefühle sind mit diesem Modus verbunden? |
Scham, Einsamkeit, Angst, Traurigkeit, Bedrohung |
Wut, Ärger, Impulsivität, Trotz |
Glück, Unbeschwertheit, Neugierde, Sicherheit |
Wird z. B. ausgelöst, wenn man sich ... |
zurückgewiesen, bedroht, verlassen, überfordert, ausgeschlossen fühlt. |
kritisiert, zurückgewiesen, nicht ernst genommen, ausgeschlossen, eingeengt fühlt. |
angenommen, zugehörig, geliebt fühlt. |
Das Ziel der Arbeit an diesem Modus ist, … |
Bedürfnisse wahrzunehmen und verstehen. Lernen, diese Bedürfnisse selbst zu versorgen. |
Bedürfnisse hinter der Wut zu erkennen und zu versorgen. Verwöhntheit, Impulsivität, Bockigkeit möglichst zu reduzieren. |
in vollen |
Was hilft in diesem Modus? |
Liebevolle Haltung gegenüber sich selbst einnehmen; Gefühle zulassen und akzeptieren; die eigenen Bedürfnisse befriedigen |
Kontrolle zurückgewinnen; sich um unerfüllte Bedürfnisse kümmern; Frühwarnzeichen kennen- lernen; alternatives Handeln üben |
Die richtige Balance finden; neue Aktivitäten entdecken; kleine Dinge genießen lernen |
! Achtung vor … |
strafendem Elternmodus (»Deine Gefühle sind eh nicht wichtig!«); Bewältigungsmodi (Bedürfnisse werden nur scheinbar befriedigt) |
impulsivem Kindmodus (»Ich mach jetzt nur noch, was ich will«) |
strafendem Elternmodus (»Ist doch |
Dysfunktionale Elternmodi sind wie innere Stimmen oder Botschaften, die entweder überzogene Ansprüche in Bezug auf Leistung oder Emotionen und Beziehungen stellen (fordernder Elternmodus) oder die einen selbst abwerten (strafender Elternmodus). Diese Modi haben meist ihren Ursprung in der Kindheit und Jugend.
Fordernder Elternmodus |
Strafender Elternmodus |
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Dabei geht es um: |
Überhöhte Ansprüche an die eigene Person
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Abwertung der eigenen Person, die oft absolut oder generalisiert ist. |
In diesem Modus fühlt man sich … |
überfordert, unfähig, unter Druck gesetzt, ungenügend, schuldig. |
gehasst, ungenügend, nicht liebenswert, abstoßend, abgelehnt. |
Das Ziel der Arbeit an diesem Modus ist, … |
die Botschaften des fordernden Modus so zu verändern, dass sie realistisch und hilfreich sind. |
zu erkennen, dass der strafende Modus keine Berechtigung hat. Diese Botschaften sollen eliminiert werden. |
Was hilft in diesem Modus? |
Zwischen hilfreichen und nicht hilfreichen Botschaften unterscheiden lernen |
Den Ursprung der Elternbotschaft |
Den Wahrheitsgehalt und die Angemessenheit der Botschaft prüfen, neue Botschaften entwickeln, die realistisch sind und zu Veränderungen motivieren |
Die strafende Stimme in die Schranken weisen durch Symbole, |
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! Achtung vor … |
Bewältigungsmodi: Häufig versuchen wir, den Elternmodi z. B. durch Vermeidung aus dem Weg zu gehen. Das klappt leider in der Regel immer nur kurzfristig … |
Unter Bewältigungsmodi versteht man Verhaltensmuster, die sich im Laufe des Lebens entwickelt haben, mit denen man versucht, mit emotionaler Belastung und schwierigen Erfahrungen umzugehen. Es werden drei Formen der Bewältigung unterschieden: Unterwerfung, Vermeidung und Überkompensation.
Unterwerfung |
Vermeidung |
Überkompensation |
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Dabei versucht man, … |
mit dem eigenen Verhalten dem strafenden Elternmodus zu »gehorchen«. |
Gefühle und Probleme zu vermeiden, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen. |
sich ganz entgegengesetzt zu verhalten; andere zu kontrollieren, zu dominieren oder sich über sie zu stellen. |
Dieser Modus zeigt sich z. B. in … |
freiwilligem Übernehmen von unangenehmen Aufgaben, nicht »nein« sagen können, sich von anderen Menschen abhängig machen (Dependenz) |
Vermeiden von schwierigen Situationen, exzessivem Ablenken durch Computerspiele, Internet, Fernsehen etc., Dämpfen der Wahrnehmung durch Alkohol oder Medikamente, Selbststimulation, z. B. Essen und Pornokonsum |
Überheblichkeit, übermäßiger Kontrolle, aufmerksamkeitssuchendem Verhalten, Aggressivität, Manipulation anderer Menschen |
Das Ziel ist … |
zu lernen, diese Modi zu reduzieren, eigene Bedürfnisse angemessen auszudrücken und mit Konflikten und Problemen konstruktiver umzugehen. |
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Was hilft in diesem Modus? |
Vor- und Nachteile abwägen Verhaltensexperimente: alternatives Verhalten ausprobieren Dran bleiben, Bewältigungsmodi verändern sich nur langsam |
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! Achtung vor … |
forderndem Elternmodus (»Du musst es den anderen Recht machen …«) |
strafendem Elternmodus (»Mich will doch eh keiner dabei haben …«) |
strafendem Elternmodus (»Wenn du Schwächen zeigst, merken alle, was für ein Versager du bist …«) |
Im gesunden Erwachsenenmodus befindet man sich, wenn man Situationen und Probleme realistisch einschätzt In diesem Modus kann man eigene Gefühle gut wahrnehmen und sich so verhalten, dass eigene Bedürfnisse erfüllt werden. Der gesunde Erwachsenenmodus findet eine gute Balance zwischen Pflichten und Selbstfürsorge.
Gesunder Erwachsenenmodus |
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Welche Gefühle sind mit diesem Modus verbunden? |
Gelassenheit, Spaß, Neugierde, gesunder Ehrgeiz, Stolz, Verbundenheit, Liebe, Interesse |
Dieser Modus zeigt sich z. B. … |
beim Treffen mit Freunden, bei der intensiven Arbeit an etwas, wenn man sich gut um sich selbst kümmert, wenn man Probleme angeht, wenn man für andere Menschen da ist, wenn man eigene Grenzen respektiert. |
Das Ziel ist … |
möglichst viel Zeit in diesem Modus zu verbringen und ihn auf diese Weise langsam zu fördern und zu stärken. |
Das Arbeitsblatt »Mein Modus-Übersichtsblatt« (in den Online-Materialien) soll Ihnen eine Hilfe dabei sein, Ihre »ganz persönlichen« Modi auf übersichtliche Weise darzustellen. Sie können hier Namen, Gefühle, Gedanken oder Situationen notieren, die Sie mit dem jeweiligen Modus verbinden.
Affekt, affektiv. Affekt ist ein anderer Ausdruck für Gefühl. Mit affektiv werden alle Erlebnisse und Verhaltensweisen bezeichnet, die durch starke Gefühle bedingt oder mit starken Gefühlen eng verknüpft sind und von gefühlsmäßiger Erregung begleitet werden.
Affektbrücke. Eine Affektbrücke ist eine assoziative Verbindung zwischen einer aktuellen Situation und einer in der Vergangenheit liegenden Situation, in der ein ähnliches Gefühl erlebt wurde wie heute. Dabei müssen die beiden Situationen inhaltlich nicht zusammenhängen, entscheidend ist der gefühlte Zusammenhang. Zum Beispiel könnte man von einer Affektbrücke sprechen, wenn der kühle Tonfall eines Gegenübers Sie in Panik versetzt, weil er Sie an den kühlen Tonfall erinnert, den Ihr Vater immer hatte, bevor er Wutanfälle bekam.
Balance in sozialen Beziehungen. In der Sozialpsychologie wird untersucht, wie Menschen soziale Beziehungen erleben und gestalten. Dabei haben Studien zu der Frage, welchen Beitrag ein Mensch zu einer Beziehung leistet (also z. B., welchen Anteil der Hausarbeit jemand in einem gemeinsamen Haushalt übernimmt), ergeben, dass Menschen ihren eigenen Anteil typischerweise systematisch überschätzen, und zwar um etwa 50 Prozent. Das heißt, wenn Sie spontan denken »Na, in meiner Partnerschaft werde ich wohl so zwei Drittel bis drei Viertel vom alltäglichen Kram erledigen.«, dann leben Sie wahrscheinlich objektiv betrachtet in einer sehr fairen Beziehung, in der jeder seinen 50-prozentigen Beitrag leistet! Dies ist natürlich nur eine Faustregel, die nicht in jedem einzelnen Fall genauso zutreffen muss. Allerdings stimmt sie sehr häufig, und für die Zufriedenheit mit einer Beziehung kann es sehr hilfreich sein, sie zu kennen.
Bedürfnisse. Bedürfnisse sind eine allgemeine Bezeichnung für ein Antriebserlebnis, für eine Spannung, die mit dem Streben verbunden ist, einen Mangelzustand zu beseitigen und einen erwünschten Zustand zu erreichen (Bedürfnisbefriedigung).
Bewältigung. Bewältigung bezeichnet die Art des Umgangs mit einem als bedeutsam und schwierig empfundenen Lebensereignis oder einer Lebensphase. Diese individuellen Bewältigungsstrategien werden auch als »Copingstrategien« (engl. to cope with – etwas bewältigen) bezeichnet. Bewältigungsstrategien können funktional oder dysfunktional sein. Eine funktionale Bewältigung bezeichnet eine langfristige, nachhaltige Lösung eines Problems, während eine dysfunktionale Bewältigung oft nur kurzfristig erleichternd wirkt und langfristig die Aufrechterhaltung des Problems bewirkt.
Burn-out. Burn-out bezeichnet ein Krankheitsbild, das Personen aufgrund spezifischer Beanspruchungen entwickeln können und das mit dem Gefühl verbunden ist, sich verausgabt zu haben, ausgelaugt und erschöpft zu sein (Sich-ausgebrannt-Fühlen). Es kommt zu einer Minderung des Wohlbefindens, der sozialen Funktionsfähigkeit sowie der Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Dysfunktional. Siehe dysfunktionale Bewältigung
Emotion, primäre. Primäre Emotion bezeichnet einerseits die unmittelbare, zuerst auftretende Emotion nach einem Reiz. Primäre Emotionen können sein: Freude, Trauer, Furcht, Ärger, Überraschung und Ekel. Andererseits wird damit in der Psychotherapie diejenige Emotion bezeichnet, die den »eigentlichen« Kern der Problematik ausmacht.
Emotion, sekundäre. Sekundäre (oder soziale) Emotionen bezeichnen einerseits zeitlich verzögert auftretende, kognitiv bearbeitete reaktive Emotionen. Dies können sein: Verlegenheit, Eifersucht, Schuld, Stolz u. a. m. Andererseits wird damit in der Psychotherapie das Phänomen bezeichnet, dass manchmal eine andere Emotion im Vordergrund steht als die, um die es im Kern geht. Zum Beispiel schimpft eine Person dauernd wütend über ihren Partner; wenn sie sich jedoch etwas besinnt und zu sich kommt, spürt sie die Traurigkeit, die »unter der Wut« steckt. In diesem Fall wäre Traurigkeit die primäre Emotion, die von der sekundären Emotion Wut verdeckt wird.
Heiße Gefühle. Damit sind Gefühle gemeint, die mit starker Erregung und impulsiven Handlungen einhergehen, wie Wut, Ärger oder Trotz.
Histrionische Persönlichkeitsstörung. Die histrionische Persönlichkeitsstörung (engl.: histrionic – schauspielerisch, theatralisch) ist gekennzeichnet durch theatralisches und aufmerksamkeitssuchendes Verhalten. Die betroffenen Personen zeigen oft unangemessen verführerisches oder provokantes Verhalten, sind übertrieben in ihrer Selbstdarstellung, leicht beeinflussbar und zeigen einen rasch wechselnden, dramatischen Ausdruck von Gefühlen.
Hysterisch. Die hysterische Persönlichkeit ist dadurch gekennzeichnet, dass sie in einem Konflikt steht zwischen einer Angst, sich zu sehr festzulegen, und dem Wunsch nach Halt. Sie ist immer aktiv auf der Suche nach neuen Einfällen, wichtig ist, dass sie immer im Mittelpunkt steht. Die hysterische Persönlichkeit wird heute unter leicht veränderten diagnostischen Kriterien meist als → Histrionische Persönlichkeitsstörung bezeichnet.
Mobbing. Mobbing (engl. to mob – anpöbeln, angreifen) bedeutet, andere Menschen ständig bzw. wiederholt und regelmäßig zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen, beispielsweise in der Schule, am Arbeitsplatz, im Sportverein oder im Internet. Mobbing hat negative Folgen für die Gesundheit sowie die berufliche und private Situation des Opfers.
Modelllernen. Modelllernen ist die Bezeichnung für einen Lernprozess, der vorliegt, wenn eine Person dadurch neue Verhaltensweisen lernt, dass sie diese bei anderen sieht und sich so gewissermaßen »abschaut«. Modelllernen kann sowohl absichtlich sein (z. B. dem Trainer bestimmte Bewegungen nachmachen, die dieser vorführt) als auch unabsichtlich stattfinden (z. B. bei »schlechten Vorbildern«).
Parentifizierung. Parentifizierung beschreibt die Rollenumkehr zwischen Eltern und Kind, wobei die Eltern ihre Elternfunktion unzureichend erfüllen und dem Kind eine nicht kindgerechte, überfordernde »Eltern-Rolle« zuweisen. Das Kind kümmert sich dann z. B. um das Wohlergehen anderer Familienmitglieder, obwohl es dafür eigentlich noch viel zu jung ist.
Problemverhalten. Problemverhalten bezeichnet ein Verhaltensmuster, das kurzfristig angenehm ist, aber langfristig zur Beeinträchtigung in verschiedenen Lebensbereichen führen kann. Typische Problemverhaltensweisen sind z. B. Rauchen oder zu viel Essen – kurzfristig bringt das Genuss und Befriedigung, aber langfristig entstehen Probleme (Krankheiten, Übergewicht).
Prokrastination. Prokrastination beschreibt das Verhalten, notwendige, aber unangenehme Arbeiten immer wieder zu verschieben statt sie zu erledigen (»Aufschieberitis«).
Selektive Wahrnehmung. Es fallen einem nur noch Dinge auf, die negative Vorannahmen bestätigen. Außerdem werden neutrale Ereignisse häufig negativ interpretiert – sozusagen ein »Tunnelblick«. Ein Beispiel wäre ein Redner, der bei seinem Vortrag in 50 interessierte Gesichter blickt, in der letzten Reihe schwätzen jedoch zwei Personen immer wieder miteinander. Wenn er deshalb das Gefühl hätte, dass sich niemand für seinen Vortrag interessiert, wäre seine Wahrnehmung selektiv, weil sie die 50 interessierten Personen ausblendet.
Trigger. Auslöser
Verstärker. Ein Verstärker beschreibt einen angenehmen Reiz, der als Konsequenz eines bestimmten Verhaltens auftritt. Dadurch wird dieses Verhalten belohnt, und die Wahrscheinlichkeit, dass es in Zukunft wieder auftritt, steigt. Wenn z. B. ein kleines Kind durch einen Wutanfall durchsetzt, dass es Schokolade bekommt, wird es in Zukunft wahrscheinlich immer öfter, wenn es Schokolade möchte, einen Wutanfall »hinlegen«.
Arntz, A. & van Genderen, H. (2010). Schematherapie bei Borderline-Persönlichkeitsstörung. Weinheim: Beltz.
Fydrich, T., Renneberg, B., Schmitz, B. & Wittchen, H.-U. (1997). Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV, Achse II: Persönlichkeitsstörungen. Göttingen, Hogrefe.
Jacob, G. & Arntz, A. (2011). Schematherapie in der Praxis. Weinheim: Beltz.
Young, J. E., Klosko, S. (2006). Sein Leben neu erfinden. Paderborn: Junfermann.
Young, J., Klosko, J. & Weishaar, M. (2008). Schematherapie. Paderborn: Junfermann.
Sie können alle im Buch erwähnten Arbeitsblätter über unsere Internetseite (http://www.beltz.de) ausdrucken. Sie kommen zu den Materialien, indem Sie auf die Seite des Titels gehen, den Link zu den Materialien anklicken und dann folgendes Passwort eingeben: fuKwP9Mv (Groß- und Kleinschreibung beachten). Dann können Sie die gewünschten Arbeitsmaterialien öffnen und die pdf-Dateien über die Druckfunktion des Browsers ausdrucken. Wenn Sie die Seite schließen, kommen Sie zurück zur Inhaltsübersicht.
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Hannie van Genderen M. Sc.
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E-Mail: h.vgenderen@riagg-maastricht.nl
Dipl.-Psych. Laura Seebauer
Universität Freiburg
Abteilung für Biologische und Differentielle Psychologie
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E-Mail: laura.seebauer@psychologie.uni-freiburg.de
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ISBN 978-3-621-28 415-8 Print
ISBN 978-3-621-28 418-9 E-Book (EPUB)
2. Auflage 2017
© 2017 Programm PVU Psychologie Verlags Union
in der Verlagsgruppe Beltz • Weinheim Basel
Werderstraße 10, 69 469 Weinheim
Alle Rechte vorbehalten
Illustration: Claudia Styrsky
Lektorat: Antje Raden
Bildnachweis: Getty Images/Christoph Jorda
Herstellung: Lelia Rehm
Satz/EPUB: Reemers Publishing Services GmbH
Gesamtherstellung: Beltz Bad Langensalza GmbH, Bad Langensalza
Weitere Informationen zu unseren Autoren und Titeln finden Sie unter: www.beltz.de
Mit diesem Buch möchten wir Ihnen helfen, sich selbst und Ihre Gefühle besser zu verstehen, und zwar vor allem dort, wo Sie immer wieder feststellen, dass Ihre eigenen Muster dem, was Sie »eigentlich« erreichen wollen, im Wege stehen. Um »andere Wege zu gehen« ist es meist sinnvoll, zunächst die alten Wege zu verstehen, ihre Herkunft, ihren Verlauf, und wodurch sie so tief ausgetrampelt wurden. Um dieses Verstehen, diese Analyse Ihrer Muster geht es in Teil I des Buches. Im zweiten Teil erläutern wir dann, mit welchen Methoden und in welchen Schritten Sie Ihre Muster dort verändern können, wo Ihnen dies notwendig oder sinnvoll erscheint.
Dazu wird der Schema-Modus-Ansatz verwendet. Dieser Ansatz ist die aktuellste Entwicklung der Schematherapie, deren rasche Verbreitung im deutschsprachigen Raum mit den Büchern von Jeffrey Young und Kollegen (2006, 2008) aus New York den Anfang nahm. Viele Therapeuten sind von diesem Ansatz begeistert, weil er wichtige Erkenntnisse und Methoden aus ganz unterschiedlichen therapeutischen Richtungen sehr übersichtlich zusammenfasst. Es werden sowohl Gedanken als auch Gefühle beachtet, und die aktuelle Problematik hat genauso ihren Platz wie ihre Entstehung in der Kindheit. Patienten schätzen diese Arbeitsweise oft sehr, weil sie das Gefühl haben, damit am »eigentlichen Kern« ihrer Probleme zu arbeiten, und zwar in einer Art und Weise, die sehr gut verständlich und nachvollziehbar ist. In der Arbeit mit den Schemamodi begegnen sich Patient und Therapeut auf Augenhöhe und suchen gemeinsam nach Wegen, Gefühle besser zu verstehen und Handlungsmuster so zu verändern, dass die eigenen Bedürfnisse besser berücksichtigt werden.
Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, interessierten Menschen das Schema-Modus-Konzept verständlich zu vermitteln. Außerdem möchten wir Sie anregen, an sich zu arbeiten und sich so zu verändern, dass negative Gefühle schwächer werden, positive Gefühle mehr Platz im Leben haben und ungünstige Umgangsweisen mit schwierigen Gefühlen abgebaut werden. Dabei können Sie das Buch entweder als reines Selbsthilfebuch oder als Begleit-Lektüre zu einer (Schema-)Therapie nutzen. Psychologische Fachbegriffe, die vielleicht nicht unmittelbar bekannt sind, werden in einem Glossar im Anhang des Buches erläutert. Auf die Glossarbegriffe wird im Text mit einem → hingewiesen. Auf die im Buch verwiesenen Arbeitsblätter können Sie online über die Verlagshomepage (http://www.beltz.de) zugreifen und sie herunterladen oder ausdrucken. Genauere Hinweise dazu finden Sie hinten im Buch.
Die Resonanz, auf die die erste Auflage des Buches gestoßen ist, hat uns begeistert. Wir freuen uns sehr, dass es offensichtlich von vielen Menschen gelesen und geschätzt wird. Deshalb sind wir für diese überarbeitete Auflage den Text noch einmal gründlich durchgegangen. Wir haben einige Lücken gefüllt und versucht, die Fragen, die an uns herangetragen wurden, noch besser zu beantworten. Unser Dank gilt Karin Ohms und Dr. Svenja Wahl vom Beltz-Verlag sowie Claudia Styrsky, die die wundervollen Cartoons realisiert hat!
Hamburg, Freiburg und Maastricht, im Herbst 2016
Gitta Jacob
Hannie van Genderen
Laura Seebauer