
Wirf keinen Stein; du könntest deinen Seelenpartner treffen.
Wirf keinen Stein; du könntest dich selbst treffen.
Seelenpartner, das ist Sehnsucht und Suche, das ist Liebe, Glück und Erfüllung. Es ist Freude und Ekstase, Wachstum und Reifung. Für jeden Partner.
Die Wege führen auch über Umwege: Vergeblich gesucht oder gefunden und enttäuscht, Leid, Trauer, Verzweiflung. Doch die Sehnsüchte der Seele sind stärker, es wird weiter nach der Liebe des Seelenpartners gesucht. Stark sind auch die Wünsche des Verstandes, die zu leidvollen Umwegen werden, wenn sich der Verstand nicht an den Plänen der Seele orientiert.
Sind jedoch die Seelenziele erreicht, enthüllen alle Umwege ihren wahren Charakter: Umwege sind auch Wege zum Ziel.
Was sind die wahren Sehnsüchte der Seelen und Seelenpartner? Sie wollen die Liebe gemeinsam lernen, sie leben und genießen. Sie arbeiten gemeinsam an dem Recht zum Lieben und zum Geliebtwerden. Zum Glück, zur Freude, zum Schönen. Für den Körper, die Seele und den Geist.
Die Kunst, den Seelenpartner zu finden, ist die Kunst, ihn zu erkennen. Arbeiten Herz und Kopf nicht zusammen, wird der Seelenpartner leicht übersehen, obwohl er die Lebenswege bereits kreuzt.
Das Erkennen des Seelenpartners gelingt nicht mit dem Verstand allein. Der Verstand ist hinderlich mit seinem Wunschdenken fernab der Sehnsucht des Herzens, fernab des Wissens und der Pläne der Seele.
Den Seelenpartner zu erkennen und mit ihm die Liebe und das Leben zu meistern, das gelingt mit dem Herzen und der Seele. Die Seele wählte der Körper für ihre Reise, die der Verstand Leben nennt. Sie wählte die Umstände, die ihr und ihrem Menschen das Lernen ermöglichen. Dieses Wissen ist am Lebensbeginn dem Verstand nicht bewusst. Erkennt das der gereifte Verstand, wird er zum wunderbaren Partner der Seele und Mitgestalter der Seelenpartnerschaft.
Dieses Buch zeigt auf, dass jedes Lebewesen einer Polarität unterliegt, wie alles auf dem Lernplaneten genannt Erde. Es offenbart auch, dass nur ein Starkes Ich ein anders Ich akzeptieren und mit ihm reifen und sich der Liebe erfreuen kann.
Es ist ein Lese- und Arbeitsbuch. Allein, zu zweit, auch zu dritt. Für suchende, angehende und erfahrene Seelenpartner.
Genderhinweis
Die Seelen haben kein Geschlecht. Die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede der Geschlechter lernen sie mit und in ihren Körpern. Daher verzichte ich auf besondere Genderformen und spreche beide Geschlechter an, auch wenn ich nur eine Form verwende.

Es lässt sich vortrefflich philosophieren, diskutieren oder streiten, ob ein Partner Seelenpartner ist, eine Dualseele, eine Zwillingsseele, die fehlende Hälfte des Kugelmenschen oder nur ein Seelenverwandter. Doch lässt sich Liebe kategorisieren oder vermessen?
Auf einer Skala von 0 bis 10: Wie liebst du mich? Wer das fragen sollte, versteht noch wenig von Liebe. Aber die Seele will, kann und wird die Liebe lernen. Jede Seele.
Die Liebe ist das Höchste; das biblische Hohelied der Liebe (1.Kor 13) drückt das so aus: »Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.«
Liebe lernen, ob die erotische Liebe oder eine andere Form, das gelingt am fruchtbarsten und schönsten mit den Partnern. Es ist wichtig, ein Bewusstsein für die Arten der Liebe zu haben, denn all das wollen und lernen die Seelen. Auch die Seelen der dem Verstand nach bösen Menschen.
Ein Problem beim Erkennen des Seelenpartners besteht darin, dass die Liebe übersehen wird. Der Verstand mit seinem Wunschdenken beschränkt die Horizonte auf die sexuelle Liebe oder auf ein bestimmtes Bild vom Seelenpartner, der jedoch nicht in den Lernplan der Seelen hineinpasst. Auch die Hoffnung, endlich den Seelenpartner gefunden zu haben, erweist sich trügerisch, wenn sie ausschließlich dem Wunschdenken entspringt.
Seelenpartner können sich in unterschiedlichen Konstellationen im Leben begegnen; eine Liebesbeziehung, die die Sexualität einschließt, ist eine dieser Möglichkeiten. Eine der schönsten für die Menschen, aber nicht die einzige. Auch nicht die entscheidende, denn das ist das Streben nach der vollkommenen Liebe – nach Agape.

Agape ist die selbstlose, bedingungslose, erwartungsfreie, immer wohlwollende Liebe. Im Christentum wird Agape als die göttliche Liebe bezeichnet. Agape liebt bedingungslos alle Wesen, sie liebt immer, sie erwartet keinerlei Gegenleistung.
Doch unvollkommene Menschen sind wir, keine Götter. So können wir die Agape nicht in ihrer Vollkommenheit leben. Wir können jedoch danach streben. Wer es tut, wer diesen inneren Wunsch verspürt und nicht aufgibt, wenn ihm im Alltag die Agape nicht immer gelingt, ist eine reife Seele.
Die Agape ist es auch, die hinter dem Hass eines Mitmenschen seinen Schrei nach Liebe erkennt. In unserer unvollkommenen Welt dürfen wir nicht vergessen, dass zu den spirituellen Konzepten auch gehört: »Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.« Also zuerst sich selbst lieben und annehmen, bevor dies mit dem Nächsten – auch dem Seelenpartner – gelingen kann.