
Lauren Gallagher
Aus dem Amerikanischen von Lena Seidel
© tensual publishing, Mettingen 2017
www.tensual.de
tensual publishing ist ein Imprint von
dead soft verlag
www.deadsoft.de
© Lauren Gallagher, 2013
Titel der Originalausgabe: Light Switch
Übersetzung: Lena Seidel
Cover: Irene Repp
www.daylinart.webnode.com
Bildrechte:
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1. Auflage
ISBN 978-3-946408-12-3
ISBN 978-946408-13-0 (epub)
Nach viel zu viel langweiligem Sex mit ihrem Nun-Exfreund ist Kristen Locke nicht nur so weit, etwas Neues auszuprobieren, sie will alles testen. Und wie der Zufall es will, sind zwei ihrer guten Freunde mehr als bereit, sie mit der geileren Seite des Lebens bekannt zu machen: Scott Moore, erfahren und dominant, möchte die unterwürfige Ader in ihr erwecken. Und ihr Nachbar Matt Sommers sieht buchstäblich die Exhibitionistin in ihr.
Schritt für Schritt eröffnen beide Männer ihr eine völlig neue Welt, und Kristen begreift, dass man Liebe an den ungewöhnlichsten Orten finden kann …
Für Steve und Kathleen
Ohne euch hätte ich das nicht geschafft.
Mir war klar, dass meine Beziehung vorbei war, als ich die violette Spitzenunterwäsche für meinen Nachbarn und nicht für meinen Freund anzog.
Zwar trug ich eine Jeans und ein Sweatshirt über BH, Höschen und Strumpfband, trotzdem wusste ich es. Die Wahrheit und das damit verbundene schlechte Gewissen wuchsen mit jeder Minute in meinem Magen. Heute Nacht war die Nacht.
Im Bad legte ich ein wenig Make-up auf. Warum ich mich so abmühte, wusste Gott allein, aber zumindest war es eine Möglichkeit, mir die Zeit zu vertreiben, bis mein Freund eintraf. Das antiquierte Uhrenradio auf der Badablage zeigte beinahe halb acht. Alec würde jede Minute hier sein. Mit etwas Glück und ein wenig Mut von meiner Seite aus würde er kurz darauf wieder gehen. Endgültig.
Er würde verschwinden und mich mit Matt allein lassen.
Es war nicht so, als hätte ich die Absicht, Matt in irgendeiner Weise zu berühren. Natürlich hatte ich Fantasien gehabt, in denen ich ihn ins Bett gezerrt hatte, aber ich war mit Alec zusammen gewesen, ehe ich Matt kennengelernt hatte. Und welche Probleme wir auch hatten, ich wollte Alec nicht betrügen. Nein, ich würde Matt heute Nacht nicht anfassen. Wir würden uns nicht einmal im selben Raum befinden.
In den zwei Jahren, in denen wir Nachbarn waren, war zwischen Matt und mir nie mehr vorgefallen als das übliche Händeschütteln oder hier und da einmal eine Umarmung. Wir waren schnell Freunde geworden, aber unsere enge Freundschaft war in jeder Hinsicht platonisch.
Wenn das Licht und die Zeit passten, beobachtete er mich von seinem Schlafzimmerfenster aus, das in der engen Gasse meinem genau gegenüberlag.
Er hatte mich angesehen. Alec interessierte ich längst nicht mehr.
Es hatte ganz unschuldig begonnen. Ein Vorhang, der leichtsinnigerweise offen gelassen worden war. Ein Kleiderwechsel. Ein zufälliger Blick.
Augenkontakt und scharfes Einatmen auf beiden Seiten der Gasse beendeten diesen Moment so schnell wie er begann. Tagelang waren wir beschämt und schüchtern gewesen und hatten uns nicht angesehen, wenn wir uns auf dem Gehweg begegnet waren. Der zufällige Voyeur und die unfreiwillige Exhibitionistin, die beide auf frischer Tat ertappt worden waren.
Unter der Scham lauerte jedoch ein Teil von mir, der den köstlichen Schauer mochte, der mir über den Rücken lief, als ich dem Blick ausgeliefert gewesen war. Ich stellte mir den Ausdruck auf seinem Gesicht vor, bevor wir uns beide panisch umgedreht hatten, und war mir sicher, dass seine Augen bei dem zufälligen Anblick einer nackten Frau geweitet und seine Lippen atemlos geöffnet gewesen waren. Wunschdenken oder nicht, ich glaubte fest daran, dass er mich beobachtete, weil er mich so sehen wollte. Es war einfach zu lange her, dass jemand auf diese Art Interesse an mir gehabt hatte, und ob es nun richtig oder falsch war, es gefiel mir.
Wäre er ein völlig Fremder gewesen, wäre ich ausgeflippt und hätte auf blickdichte Vorhänge bestanden.
Doch er war kein Fremder. Er war Matt, und nach ein paar Tagen ließ ich den Vorhang wieder offen. Es dauerte fast eine Woche, bis er meine unausgesprochene Einladung annahm. Eines Nachts, als ich mich bettfertig machte, enthüllte mein verstohlener Blick in den Spiegel eine undeutliche Silhouette in seinem Fenster, ein dunkler Umriss gegen den dunkleren Hintergrund, und ich wusste, dass er da war. Er war da, und ich wollte es so. Ich wollte, dass er mir zusieht.
Ich sah nicht zu ihm. Ich ließ nicht einmal erkennen, dass ich seine Anwesenheit bemerkt hatte. Aber in dieser Nacht war er da, und in einigen Nächten danach ebenfalls.
Und heute Nacht würde ich eine längst überfällige Bombe bei Alec platzen lassen, und ich seufzte. Meine Schultern sanken nach unten, wobei der dunkelviolette BH-Träger aus dem Ausschnitt meines weiten Shirts lugte. Ich zupfte ihn zurecht, traf meinen eigenen Blick im Spiegel und senkte die Augen, als sich meine Wangen pink verfärbten.
Sollte Alec bemerken, was ich unter meinen normalen Kleidern trug, würde er darüber die Nase rümpfen und es schmutzig nennen. Aber er würde es nicht bemerken. Selbst wenn ich die Nerven verlieren und ihn wie so oft im vergangenen Jahr über Nacht bleiben lassen sollte, würde diese Nacht wie jede andere sein. Im besten Fall zogen wir uns wortlos im Dunklen aus, damit wir stillen, leidenschaftslosen Sex haben konnten, bevor wir einschliefen.
Falls das wirklich geschah, würde es wenigstens genug Licht von draußen geben, damit Matt etwas sehen konnte.
Ich seufzte und sah mir wieder in die Augen. Das musste aufhören. Auch wenn Matt und ich uns nie berührt und auch niemals in einer unserer freundlichen Unterhaltungen ein Wort darüber verloren hatten, fühlte ich mich schuldig. Diese Fenster-zu-Fenster-Affäre der Blicke war nicht richtig.
Während ich meinen Blick weiter auf den Spiegel gerichtet hielt, atmete ich tief ein und aus. Ja, ich würde es tun. Heute Nacht. Während ich einen nicht vorhandenen Fleck an meinem Smokey-Eyes-Lidschatten wegwischte und eine Haarsträhne in Ordnung brachte, die sich absolut an ihrem Platz befand, schluckte ich hart.
Vom Gang her durchbrach das Geräusch eines Schlüssels, der im Schloss herumgedreht wird, die Stille. Die Wohnungstür wurde geöffnet.
Nachdem ich noch einmal tief durchgeatmet hatte, löschte ich das Licht im Bad und ging Alec entgegen.
Er zog gerade die Jacke aus und hängte sie an die Garderobe, als ich um die Ecke bog. Mit einem raschen, ausdruckslosen Blick nahm er meine Anwesenheit wahr.
„Tut mir leid, ich bin spät dran. Ich wurde im Büro aufgehalten.“
„Macht nichts. So hatte ich mehr Zeit, mich fertig zu machen.“
Der nächste Blick, den er mir zuwarf, war eine schnelle Musterung von Kopf bis Fuß, gefolgt von einer gehobenen Augenbraue, die überdeutlich besagte: ‚Das nennst du fertig?‘.
Ich verlagerte mein Gewicht und knirschte mit den Zähnen. Mach nur so weiter, Schätzchen. Du machst es mir einfach.
Er legte mir die Hand an die Taille und küsste mich flüchtig. „Was haben wir heute vor?“ Ein weiterer Blick überprüfte mein Aussehen, ehe er fortfuhr: „Ich nehme an, du willst heute hierbleiben.“
Ich schürzte die Lippen und widerstand dem Drang, die Arme vor der Brust zu verschränken. „Ja.“
„Klingt gut.“ Alec lächelte. „Wir haben noch ein paar DVDs, die wir uns ansehen können, wenn ich mich nicht irre.“
„Stimmt“, erwiderte ich. „Aber zuerst möchte ich mit dir … reden.“
Seine Augenbrauen schossen nach oben. „Worüber?“
„Über uns.“
„Über uns?“ Er zuckte mit den Schultern. „Na, okay. Dann reden wir.“ Alec klang nicht alarmiert.
„Was hältst du vom Wohnzimmer?“ Zuerst deutete ich in die Richtung, dann marschierte ich sofort los, um ihm nicht die Gelegenheit zu geben, einen Gegenvorschlag zu machen. „Willst du etwas zu trinken?“
„Danke, nein.“ Wie üblich setzte er sich auf die Couch und legte einen Arm auf die Rückenlehne – seine Art von Einladung, mich neben ihn zu setzen. Der Gedanke daran, dass sich dieser Arm um meine Schultern legte, verursachte mir Gänsehaut.
Stattdessen setzte ich mich ans andere Ende und schuf so genug Platz zwischen uns, damit er mich nicht in den Arm nehmen konnte. Ich drehte mich zu ihm und legte mein Knie an das Kissen zwischen uns. Sein Blick durchbohrte erst mein Knie, dann traf er auf meinen.
Nach einem Räuspern sagte er: „Also, ähm, was ist los?“
Ich knetete meine Hände und senkte den Blick. „Na ja, ich …“ Komm schon, Kristen, na los. Du kannst das.
Er legte seine Hand auf meinen Schenkel, gefährlich nahe an den verräterischen Rand meines versteckten Strumpfbandes. „Geht es darum, dass wir zusammenziehen wollen?“
„Nein. Also, nicht direkt. Es ist …“ Am liebsten hätte ich frustriert aufgeschrien. Es war nicht das erste Mal, dass ich diese Unterhaltung mit ihm führen wollte, und es war auch nicht das erste Mal, dass mir die Worte fehlten.
Sanft mein Bein drückend, meinte er: „Schau, wenn das zu viel für dich ist, ist es auch in Ordnung. Wir können uns ja noch Zeit lassen.“ Sein Tonfall war irgendetwas zwischen Einfühlungsvermögen und Gängelei, und ich konnte nicht sagen, wie er gemeint war.
Statt ihn anzusehen, starrte ich auf den kaum merklichen Rand des Strumpfbandes unter meiner Jeans. „Hör zu, ich glaube nicht, dass wir zusammenziehen sollten. Jemals.“
„Was?“ Nun schlich sich doch ein Hauch von Alarm in seine Stimme. „Aber warum denn nicht? Ich meine, nach all der Zeit wäre das doch der nächste Schritt.“
„Wäre es, ja.“ Ich schluckte hart und zwang mich, ihm in die Augen zu sehen. „Wenn wir vorhätten zu heiraten oder …“
Er lachte. „Ach, darum geht es? Gut, wenn du übers Heiraten nachdenken möchtest …“
„Nein, nein, das ist es nicht.“
Kopfschüttelnd fragte er: „Was dann?“
Ich zögerte und leckte mir über die Lippen. „Ich glaube, dass wir nicht zusammenziehen sollten, weil ich …“ Los jetzt, komm schon, tu es einfach. Spuck’s aus. „Ich denke nicht, dass wir zusammenbleiben sollten.“ Noch ehe er die Chance zu einer Reaktion hatte, fiel mir ein mächtiges Gewicht von den heimlich spitzenverhüllten Schultern. Endlich.
Alec blinzelte. „Du … was?“
„Es funktioniert nicht mit uns.“
„Du … du willst Schluss machen?“ Erst deutete er auf mich, dann auf sich selbst.
„Ja“, wisperte ich.
„Ich schätze, jetzt verstehe ich, warum du nicht schon längst mit mir zusammenziehen wolltest.
Für die Bitterkeit in seinem Ton konnte ich ihm keinen Vorwurf machen. Seit über einem Jahr redeten wir über dieses Thema, und jedes Mal hatte ich es geschafft, mich aus der Affäre zu winden, weil ich versuchte, den Mut zum Schlussmachen zu haben. Ohne seinen Blick zu erwidern, nickte ich.
Alec stand abrupt auf. Obwohl ich erleichtert war, ein wenig Platz zum Atmen zu haben, befürchtete ich, dass er einfach aus der Wohnung stürmen würde. So sehr ich auch wollte, dass er verschwand – wir mussten das hier und jetzt klären, um uns nicht einer Phase der Beruhigung auszusetzen, der ein weiteres Gespräch folgen musste.
Doch er ging nicht. Stattdessen marschierte er zwischen dem Fernseher und dem Kaffeetisch hin und her und fuhr sich dauernd mit den Fingerspitzen über das stoppelige Kinn. „Ich verstehe es nicht.“ Er schüttelte den Kopf. „Nach vier Jahren willst du einfach Schluss machen?“
„Das ist keine Entscheidung, die ich über Nacht getroffen habe.“
„Ach wirklich? Wann hast du dann geplant, mich in den Wind zu schießen?“
Ich seufzte. „Das mache ich jetzt. Aber ich habe mir das nicht leicht gemacht.“
„Was zum Teufel ist eigentlich das Problem?“, fragte er.
„Ich glaube einfach nicht, dass wir …“ Ich verstummte, suchte nach dem Wort. „Kompatibel sind.“
„Natürlich sind wir das. Sonst hätten wir es gar nicht so lange miteinander ausgehalten.“
Wir hätten es gar nicht so lange aushalten sollen. „Schau, Alec, es tut mir leid. Ich will dich nicht verletzen, aber ich bin eben nicht glücklich. Ich bin nicht glücklich …“
„Mit mir?“
Ich seufzte erneut. „Ja. Ich bin nicht glücklich darüber, wie die Dinge zwischen uns laufen, und ich versuche, mich weiterzuentwickeln.“
„Ich begreife nicht, wie du unglücklich sein kannst.“
Natürlich tust du das nicht. Du müsstest schließlich ein wenig aufmerksamer sein, um das zu kapieren. „Ich bin es.“ Ich kämpfte darum, meine Stimme ruhig und sanft zu halten. „Wir wollen verschiedene Dinge vom Leben. Die Hälfte der Zeit, in der wir miteinander reden, streiten wir.“
„Wir würden nicht streiten, wenn du nicht ständig Streit suchen würdest.“
Beherrscht atmete ich tief ein. „Ich streite nicht, weil mir das gefällt. Wenn mir etwas auf die Nerven geht, sage ich dir das.“
Hart schnaufte er. „Ja, und es gibt nichts, was dir nicht auf die Nerven geht, oder?“
„Nein. Nicht alles. Aber genug.“ Ich knetete meine Hände. „Ich meine, schau dir unser Sexleben an.“
„Was? Was ist damit? Wir haben mehr Sex als die meisten Paare, die so lange zusammen sind.“
„Richtig“, sagte ich. „Aber wir probieren nichts Neues aus. Da gibt’s keine Abwechslung. Es ist immer das Gleiche, wieder und wieder und wieder.“
Ihm klappte der Mund auf. „Ich glaube, dass wir nach dieser Zeit alles ausgetestet haben, meinst du nicht?“
„Nein, das glaube ich absolut nicht.“
„Was gibt es denn noch?“
„Wolltest du noch nie der Sache ein wenig mehr Pfiff geben? Etwas Ungewöhnliches versuchen? Ich habe über die Jahre verschiedene Vorschläge gemacht, aber du wolltest nichts davon in Erwägung ziehen.“
Schulterzucken von ihm. „Ich bin vollkommen zufrieden, wie wir es machen.“
„Um es auf den Punkt zu bringen: Ich bin es nicht.“
„Also langweilst du dich mit mir.“ Das war keine Frage.
„Mich langweilt unser Sexleben.“
„Und deswegen machst du Schluss mit mir?“
„Das hat noch viele weitere Gründe, aber das war das Erste, bei dem mir aufgefallen ist, dass es alles andere als großartig läuft. Ich möchte neue Sachen probieren. Du nicht. Also langweile ich mich zu Tode.“
„Ich fasse es nicht, dass du eine Beziehung wegen Sex beendest.“ Alec schüttelte den Kopf. „Erwartest du von mir, dass ich mich wie ein perverser Pornostar verhalte, um dich zufriedenzustellen?“
„Nicht wirklich.“ Mühsam hielt ich mein Temperament unter Kontrolle. „Aber zumindest wäre es nett, wenn du mich im Bett wenigstens hin und wieder ansehen würdest.“
„Im Dunkeln?“
„Du könntest das Licht anmachen“, schnappte ich. „Und wenn du das geschafft hast, könntest du vielleicht auch mit mir das Gleiche versuchen.“ Als er plötzlich zwischen Fernseher und Tisch stehen blieb, begriff ich, dass ich das Letzte soeben laut ausgesprochen hatte. Das hatte ich nicht gewollt, aber jetzt konnte ich es nicht mehr zurücknehmen.
„Du bist unglaublich.“ Er hob die Hände. „Wenn dir im Schlafzimmer etwas nicht passt, warum hast du das nicht schon längst gesagt?“
„Habe ich doch versucht. Immer wieder. Und offen gestanden bin ich es leid.“
„Oh, du hast es also versucht?“ Er verschränkte die Arme und wiegte den Kopf hin und her. „Wann? Wie?“
„Vielleicht all die Male, in denen ich dir sagte, dass ich etwas Neues probieren will? Ich habe leider keine Liste geführt mit Datum und Uhrzeit, aber ich habe es mehr als einmal zur Sprache gebracht.“ Ich zog mir ein Kissen auf den Schoß, um nicht defensiv die Arme zu verschränken. „Entweder wolltest du nicht darüber reden, oder du hast über jeden Vorschlag die Nase gerümpft.“
„Zum Beispiel?“
„Na, was war bei unserem Ausflug nach Cabo letztes Jahr? Ich hatte vorgeschlagen, dass wir uns am Strand ein bisschen näher kommen, auf dem Balkon, auf …“
„Ich ficke dich doch nicht in der Öffentlichkeit.“ Seine Lippen kräuselten sich angewidert. „Jesus, Kristen.“
Ich verdrehte die Augen. „Und was ist mit den Handschellen, die wir vor zwei Jahren gekauft, aber nie benutzt haben?“
„Wir brauchen keine Handschellen“, sagte er mit einer herablassenden Geste.
„Wir brauchen eine Menge Dinge nicht tun, aber ich glaube, es könnte Spaß machen.“ Während ich Alecs Blick standhielt, quetschte ich den Saum des Kissens. „Das sind genau die Sachen, die ich erleben will.“
„Wie jetzt? Einfach nur Sex zu haben ist dir nicht genug? Du musst jetzt das ganze verrückte, abartige Zeug ausprobieren?“
„Warum ist das verrückt? Manches davon könnte doch Spaß machen.“
„Nein, nein, absolut nicht.“ Er starrte mich an. „Ich glaube, du hast zu viele Geschichten von deinem sauberen Freund gehört.“
„Wem? Scott?“
„Der eine, der auf diesen seltsamen Kram steht, ja.“
Finster funkelte ich ihn an. „Ja, klar, er hat mir einiges erzählt, aber …“
„Siehst du? Du hast ihm zu oft zugehört.“ Alec legte den Kopf schief und musterte mich mit diesem bevormundenden Blick, den ich zu hassen gelernt hatte. „Normale Menschen machen so etwas nicht, Kristen.“
Wut stieg in mir auf. „Dann bin ich vielleicht nicht normal.“
„Oder du warst zu oft mit diesem Freak zusammen. Ich mochte es noch nie, dass du dich mit ihm triffst.“
„Entschuldigung?“ Das Kissen flog zur Seite, ich stand auf und spiegelte seine ablehnende Haltung. „Willst du mir jetzt auch noch vorschreiben, mit wem ich meine Zeit verbringen darf?“
Oberflächlich zuckte er die Schultern. „Ich mag es einfach nicht, dass du dich mit diesem Arschloch triffst.“
„Warum? Weil er Sachen macht, von denen du keine Ahnung hast?“
„Oder vielleicht weil ich nicht will, dass meine Freundin mit einem anderen Mann über Sex redet.“
„Oh, das verstehe ich“, sagte ich und biss die Zähne zusammen. „Sie könnte ja Ideen in ihr hübsches Köpfchen gepflanzt bekommen, wie sie ihr langweiliges Sexleben aufpeppen kann, und dann könnte sie vielleicht sogar noch versuchen, diese in ihre Beziehung einzubringen, die sie zu retten versucht.“
„Genau, und …“
„Oder, Himmel bewahre, sie könnte plötzlich realisieren, dass es noch etwas anderes gibt als die verdammte Missionarsstellung im Dunkeln.“
Er zog die Augenbrauen zusammen. „Ich glaube nicht, dass ich hier das Problem bin.“
„Scott aber auch nicht. Ich rede mit ihm, weil er mir zuhört. Etwas, das du seit langer, langer Zeit nicht mehr machst.“
„Fein.“ Er hob die Hände. „Weißt du, ich habe längst kapiert, dass es zwischen diesem kranken Scheiß und deinem Freund in der Wohnung gegenüber sowieso nur eine Frage der Zeit war.“
Mein Unterkiefer klappte nach unten. „Was?“
„Du hast mich schon gehört.“
„Willst du damit sagen, dass …“
„Streitest du es ab?“
„Ich habe dich niemals betrogen.“ Schuld wuselte durch meinen Magen. Es war die Wahrheit, ich hatte keinen anderen Mann berührt, aber die Verlockung war da. Eines der ersten Zeichen, dass meine Beziehung den Bach hinunterging, war, als ich mich selber dabei erwischte, nicht nur von den wilden Sachen zu träumen, die Scott mir erzählte, sondern auch von Scott selbst. Dann kam das voyeuristische Rendezvous mit Matt. Obwohl ich keinen von beiden jemals auch nur angefasst hatte, fühlte ich mich so schuldig, als hätte ich es getan. Ich hatte Alec in Gedanken betrogen, wenn auch nicht körperlich, und deswegen musste die Sache mit ihm ein Ende haben.
„Niemals?“ Damit brach Alec die Stille, die sich eingeschlichen hatte. „Irgendwie bezweifle ich das.“
Mein Gesicht brannte und ließ mich zweifellos schuldiger aussehen, als ich war. „Du vertraust mir nicht?“
„Sollte ich?“
Ich presste die Kiefer zusammen. Seine ständigen Verdächtigungen und das Misstrauen waren weitere Nägel, die er in diesen Sarg geschlagen hatte. Gott sei Dank konnten wir dieses verdammte Ding endlich begraben.
„Nun, vielleicht bin ich frustriert“, sagte ich. „Aber ich liebe dich, Alec. Ich würde dich nicht betrügen.“
„Aber du wirst mich verlassen?“
„Ja.“ Das Wort kam mir so leicht über die Lippen, so entschlossen. „Ja. Ich muss.“
„Weißt du was? Prima.“ Wieder starrte er mich an. „Ich gehe, und du kannst so viel perversen, abartigen Sex haben, wie du willst. Aber merk dir trotzdem, was ich dir sage: In ein paar Monaten, nachdem du genug Spaß gehabt hast und kapierst, wie krank das eigentlich ist, wirst du es bereuen.“
„Irgendwie bezweifle ich das.“ Ich nahm unser langweiliges Sexleben zum Grund, um unsere Beziehung endlich zu beenden, aber wenn das nicht funktioniert hätte, hätte es eine Menge weiterer Themen gegeben, die diesen Zweck erfüllten.
„Wir werden sehen, nicht wahr?“ Er verlagerte sein Gewicht auf das andere Bein. „Ich glaube nicht, dass du mir erlaubst, meine Sachen zusammenzupacken, bevor du mich rauswirfst?“
Ich nickte in Richtung Flur. „Mach nur.“
Mit einem scharfen Schnauben stürmte er an mir vorbei. Ich folgte ihm ins Schlafzimmer.
Nachdem er sich nun bewegte und damit etwas anderes tat als dazustehen und mit mir zu reden, brach seine Wut aus ihm heraus, wie immer. Er riss die Schranktür auf und warf alle Hemden und einen Mantel auf das Bett, von dem er wohl gehofft hatte, es heute Nacht mit mir zu teilen.
„Ich glaube dir einfach nicht, Kristen“, zischte er über die Schulter hinweg. „Du willst tatsächlich mit mir Schluss machen, weil ich nicht so ein Freak bin wie dieser Kerl?“
„Nein. Sex ist nur ein Teil des Problems.“
Er schleuderte ein Paar Schuhe auf den Boden und trat die Schranktür zu. „Ach ja? Was ist denn noch?“
„Na, das hier.“ Ich deutete auf ihn. „Jedes Mal, wenn du sauer wirst, wirfst du Dinge durch die Gegend, knallst mit Türen, schreist mich an …“
„Oh, also darf ich jetzt nicht einmal mehr wütend werden?“ Er wirbelte auf dem Absatz herum und sah mir ins Gesicht. „Erwartest du, dass ich einfach nur dasitze wie ein braver kleiner Junge, während du mir erzählst, dass ich vier Jahre meines verdammten Lebens verschwendet habe?“
Ich machte einen Schritt zurück und verschränkte die Arme, um meine Hände davon abzuhalten, unkontrolliert zu zittern. „Es gibt einen guten Mittelweg zwischen dem und Ausflippen.“
„Ich flippe verdammt noch mal nicht wegen dir aus, Kristen“. Er kam auf mich zu. „Du kannst mir nicht solche Scheiße auftischen und dann glauben, dass …“
„Dass was?“ Angriffslustig machte ich nun ebenfalls einen Schritt nach vorn und zu meiner großen Befriedigung schrak er leicht zurück. „Bin ich für den Rest meines Lebens an dich gekettet? Darf ich nichts unternehmen, wenn ich nicht mehr glücklich bin?“
„Nach all dieser Zeit könntest du wenigstens versuchen, etwas zu retten, anstatt einfach davonzulaufen.“
„Ich diskutiere nicht mehr mit dir, Alec. Ich will nicht mehr, ich will, dass du verschwindest, also nimm deinen Kram und gehe.“
Er sagte nichts, aber die Wut in seinen Augen machte mir beinahe Angst. Aus den Augenwinkeln bemerkte ich, wie er seine Fäuste ballte und öffnete. Zum ersten Mal in den letzten vier Jahren fragte ich mich, ob er die Hand gegen mich erheben würde, und ich konnte weder ein- noch ausatmen, bis er einen Fluch ausstieß und herumwirbelte, um seine Habseligkeiten einzusammeln.
Auf seinem Weg nach draußen hielt er an der Garderobe, um seine Jacke vom Bügel zu nehmen und sich über den Arm zu legen. Dann riss er seinen Schlüssel vom Schlüsselbund und knallte ihn auf den Tisch bei der Tür.
„Sieht aus, als wäre das alles.“ Er öffnete die Tür. „Oder willst du mir noch irgendwas sagen?“
Ich schüttelte den Kopf.
Ein spöttisches Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Nicht einmal auf Wiedersehen?“
„Das haben wir doch schon gesagt, meinst du nicht?“
Unterdrückt fluchend verschwand er und knallte die Tür hinter sich zu. Ich verriegelte sie und ging in mein Schlafzimmer zurück, wo ich mich auf das Bett sinken ließ und tief durchatmete. Die Unterhaltung war nicht schön gewesen, aber seit langer, langer Zeit nötig. Wir beide hatten in den letzten Jahren Fehler gemacht. Wir beide hatten einen Anteil an den Problemen in dieser Beziehung gehabt. Aber wenigstens war es jetzt vorbei. Gott sei Dank, es war vorbei.
Mit einem weiteren tiefen Atemzug sah ich auf die Uhr. Es war noch nicht mal acht Uhr. Immer noch genug Zeit um auszugehen und etwas zu trinken, sich bei einer Freundin auszuheulen, etwas anderes zu tun als in diesem leeren, stillen Apartment zu hocken. Mit meiner wiedererlangten Freiheit kam die längst überfällige Möglichkeit, auszugehen und etwas gegen diese sexuelle Frustration zu tun. Vielleicht mit jemandem, der wusste, was er tat. Ein One-Night-Stand war noch nie so verlockend gewesen. Ich konnte ausgehen. Oder ich konnte das Licht ausschalten und schlafen gehen.
Ich ging nicht aus.
Ich schaltete das Licht nicht aus.
Ich ging nicht schlafen.
Ich zog mein Shirt aus und hoffte, dass Matt violetten Satin mochte.
Ein paar Tage, nachdem ich mit Alec Schluss gemacht hatte, traf ich mich mit Freunden an unserem üblichen Freitagabend im Wasserloch. Die Musik war laut und das Lokal voll, aber ich saß in unserer Nische, allein mit meinen Gedanken. Ich war nicht down oder depressiv, ich bereute meine Entscheidung, Alec rauszuwerfen, nicht, ich … dachte nur nach.
Die Trennung war längst überfällig gewesen, aber sie war schwierig genug, um meine Welt aus den Angeln zu heben. Vier Jahre lang war ich eine Hälfte von „Alec und Kristen“ gewesen. Einfach nur „Kristen“ zu sein war gewöhnungsbedürftiger, als ich erwartet hatte.
Wollte ich für eine Weile Single bleiben? Oder wieder auf die Pirsch gehen? Herausfinden, ob der Typ drüben bei der Jukebox der richtige für einen One-Night-Stand war? Diese Option wurde mit jeder Minute verlockender. Ich war jetzt ungebunden. Damit hatte ich die Freiheit, mir jemanden zu suchen, der nichts dagegen hatte, Sex als Ersatz für eine Schlaftablette anzusehen.
Eine rasche Bewegung, die ich lediglich aus den Augenwinkeln wahrnahm, war meine einzige Warnung, bevor Scott auftauchte und sich neben mich in die Nische setzte. Das gedämpfte Licht über der Bar tat der Intensität seiner blauen Augen keinen Abbruch, besonders als er mich eingehend musterte.
„Du, meine Liebe“, sagte er mit einem Streite-nicht-mit-mir-Tonfall, „bist heute Nacht nicht du selbst.“
Das klang so ernst, dass ich gar nicht anders konnte, als zu lächeln. „Ist das so offensichtlich?“
„Ist es.“ Er legte seinen Arm auf die Rückenlehne der Bank und sah mir ins Gesicht. „Was ist los? Dr. Moore hört dir zu.“
Ich gluckste. „Irgendetwas sagt mir, dass eine Universität nicht lange ihren anerkannten Status behält, wenn sie dir einen Doktortitel verleiht.“
Mit dem Mittelfinger rieb er über sein Auge, und ich lachte. Wenn mich jemand wegen meiner Stimmung ins Kreuzverhör nehmen durfte, war er es. Mit Scott konnte man einfach reden. Das war schon immer so.
„Hey.“ Er knuffte mich spielerisch. „Was ist los?“
Kopfschüttelnd seufzte ich. „Ich bin nur mit den Gedanken woanders, schätze ich.“
„Wo?“ Obwohl er mich aufzog, wie er es immer tat, sprachen die hochgezogene Augenbraue und die Falte auf der Stirn von echtem Interesse.
Ich holte tief Luft. „Ich habe mit Alec Schluss gemacht.“
Scotts Haltung wurde ein wenig steif. „Wirklich?“
„Wirklich.“
„Das wurde aber auch Zeit.“
Ich warf ihm einen verspielten Blick zu. „Mann … danke.“
„Komm schon, er ist ein Idiot.“ Scott zuckte mit den Schultern. „Ich habe mich schon lange gefragt, wann du seinen dürren Arsch endlich auf die Straße setzt.“
„Daraus kann ich dir nicht einmal einen Vorwurf machen, ich habe mich nämlich genau das Gleiche gefragt.“ Ich nippte an meinem Drink. „Glaub mir, mir ist ein gewaltiges Gewicht von den Schultern gefallen.“
„Kann ich mir vorstellen.“ Mit den Fingern trommelte er auf der Tischplatte, während er mich anschaute. „Na, da ich nicht glaube, dass du der Fessel nachheulst, was nervt dich? Dass du dich an ein Singledasein gewöhnen musst, oder wie?“
„So in etwa, ja.“ Ich sah ihn an. „Und weil wir gerade beim Thema sind: Was um alles in der Welt machst du ohne erwachsene Begleitung an einem Freitagabend? Haben deine Mädels keine Zeit?“
„Amy ist mit ihrem Mann weggefahren, Tara ist mit einem anderen Dom auf einer Party und Kasey hat die Grippe.“ Er seufzte theatralisch. „Also ja, ich bin heute Nacht ganz allein.“
„Verdammt, Scott“, sagte ich. „Drei Frauen auf der Liste, und du kommst trotzdem heute nicht zum Stich?“
Er machte eine wegwerfende Handbewegung. „Also bitte. Nur weil ich keine von ihnen greifbar habe, heißt das noch lange nicht, dass ich nicht zum Stich komme.“
„Du bist eine männliche Nutte.“
„Und du prüde.“
Ich lachte. Scott war seit jeher eine frische Brise sexueller Befreiung.
Als er den Mund aufmachte, um etwas zu sagen, ließ uns die schrille Rückkoppelung eines Mikrofons zusammenzucken. Wir drehten uns um und sahen, dass der DJ eine Karaokerunde einläutete.
„Oh Himmel!“, seufzte ich. „Kein Karaoke.“
„Uff. Willst du nach draußen?“
„Ja. Ja, will ich.“
„Das dachte ich mir.“
Wir erhoben uns. Höflich machte er eine Nach-dir-Geste, aber mir war es lieber, wenn er voranging. Dazu zuckte er nur die Schultern und durchquerte den Raum. Auf dem Weg ins Treppenhaus quetschte er sich weder durch die Menschen, noch setzte er seine Ellbogen ein. Stattdessen suchte er einen gewundenen Weg durch die Masse zum Eingang. Er ging und die Leute machten ihm Platz. Hin und wieder sprach er jemanden mit „Entschuldigung bitte“ an oder wand sich geschmeidig durch die Menge, aber meistens gingen ihm die anderen Gäste einfach aus dem Weg. Wie immer.
Ich fragte mich, ob es tatsächlich eine gute Idee war, mit ihm nach draußen zu gehen. So geil, wie ich heute Nacht war, war er eventuell gefährlich für meine Gesundheit. Immerhin war ich frischgebackener Single und er eine knapp eins neunzig große Versuchung, gehüllt in ein konservativ schwarzes Shirt und Jeans.
Schmale Hüften und breite Schultern. Wangenknochen, die Diamanten schneiden könnten. Ein leicht stoppeliger und eckiger Kiefer, von dem ich mir bereits oft vorgestellt hatte, wie er über den Punkt strich, wo mein Hals in die Schulter überging.
Scott hatte immer ganz oben auf meiner Gucken-aber-nicht-anfassen-Liste gestanden. Um ehrlich zu sein, war meine Schwärmerei für ihn der Tod meiner Beziehung mit Alec gewesen. Seit ich Scott kannte, stand er schwer auf geile Spielereien, und er hatte stets mehr als eine Freundin, was mich nicht sonderlich reizte. Während ich inzwischen neugierig auf BDSM war, war diese Polygamie noch immer nichts für mich. Es war kein Besitzdenken, aber ich hatte schon genug Probleme, eine monogame Beziehung zu führen. Mehr Mitspieler klangen nach einem guten Rezept für ein Desaster.
Wir stiegen die Treppe hoch und betraten die Dachterrasse. Hier hatte die Bar ihre Luaus und Barbecues, wenn es wärmer war. Jetzt fing der Frühling erst an, eine leichte Brise wehte von der Küste her, weshalb die Terrasse fast völlig leer war. Ich schloss meine Jacke und vergrub mein Kinn im Kragen.
Scott schwang sich auf die Betonumrandung der Terrasse. „Wie geht’s dir mit alldem?“
„Gar nicht so schlecht.“ Ich schlang die Arme um meinen Oberkörper, um nicht zu zittern. „Es ist eine Veränderung, aber ich bin froh, dass es vorbei ist, weißt du?“
„Ich mache dir sicher keinen Vorwurf. Wenn ich fragen darf – was war der endgültige Auslöser?“
„Nichts Bestimmtes“, antwortete ich. „Okay, es war nichts Spezielles, warum ich an diesem Abend Schluss gemacht habe, aber um ganz ehrlich zu sein, war unser Sexleben das allergrößte Problem.“
Scott schnaubte. „Das glaube ich dir jetzt aufs Wort.“
„Ach, tust du?“
„Nun, ja. Ich meine, ich bin kein Psychologe, aber ich hatte den Eindruck, dass zwischen euch nicht sonderlich viel läuft.“
„Warum?“
„Die Chemie hat nicht gepasst. Ich habe zwischen toten Fischen mehr Funken fliegen sehen als zwischen euch.“ Pause. „Nichts für ungut.“
Ich lachte. „Schon in Ordnung. Es ist nicht weit von der Wahrheit weg.“
Scott schnalzte mit der Zunge und schüttelte den Kopf. „Es wundert mich, dass dich dieses Arschloch nicht ins Koma gelangweilt hat.“
„Vielleicht hätte er das, wenn es noch ein paar Monate länger gegangen wäre.“
„Welche Überraschung.“ Er verdrehte die Augen. „Ich meine, versteh mich nicht falsch, manche Menschen bevorzugen Vanillasex, aber …“
„Vanillasex?“
Er grinste. „Du weißt schon, die Art Sex, bei der man keine Peitschen und Ketten benutzt.“
„Also die Art, die du nicht hast?“
„Entschuldigung.“ Er legte eine Hand an seine Brust und tat gekränkt. „Von Zeit zu Zeit habe ich durchaus Vanillasex, weißt du.“
„Und genießt du es?“
Mit einem Grinsen legte er seine Hand zurück auf das Geländer. „Baby, wenn es um Sex und Scott Moore geht, kannst du sicher sein, dass es jeder Anwesende genießt.“
Daran habe ich überhaupt keinen Zweifel. „Schwanzgesteuerter Bastard.“
Mit einem beiläufigen Schulterzucken erwiderte er: „Schuldig im Sinne der Anklage.“
„Aber lass mich raten“, sagte ich augenverdrehend, „du hast dir das Recht verdient, so schwanzgesteuert zu sein?“
„Verdammt richtig, und ich habe Zeugen, die das beschwören können.“
Ich schüttelte meinen Kopf. „Na, du hast recht mit Alec.“ Mein Humor verblasste. „Zum Teufel, ich würde ihn nicht mal Vanilla nennen.“
„Tatsächlich?“
„Nein. Vanilla hat immerhin Geschmack.“
Scott lachte laut auf. „Autsch!“
„Es ist wahr“, erklärte ich seufzend. „Es ist eine Erleichterung, das ist sicher. Gott allein weiß, wie der nächste Typ sein wird, aber wenigstens ist diese spezielle Routine durchbrochen.“
„Also wirst du dir diesmal jemand Aufregenderen suchen?“
Ich nickte. „Das sollte nicht schwer sein. Zumindest so lange er noch einen Puls hat.“
Scott gluckste. „Erinnere mich daran, dich nie zu ärgern.“
„Ach bitte. Du ärgerst mich doch seit dem Tag, an dem wir uns kennengelernt haben.“
„Okay, aber ich habe dir nie einen Grund gegeben, meine sexuellen Fähigkeiten anzuzweifeln, oder?“
„Nein, hast du nicht.“ Als der kalte Wind ein wenig heftiger wehte, schlang ich die Arme noch enger um mich, doch Scott schien das nicht einmal zu bemerken.
„Was war eigentlich sein Problem? Konnte er sich nicht vorstellen, wie er dich heißmacht?“
„Ich weiß es nicht. Ich schätze, er hatte einfach kein Interesse daran, etwas Neues auszuprobieren. Er hatte es nicht, ich schon, also war es langweilig für mich.“
„Langweilig sagst du?“
„Ziemlich.“
Er lachte leise, doch dann zogen sich seine Augenbrauen zusammen und er schwieg.
„Einen Cent für deine Gedanken“, sagte ich.
Seine Stirn zeigte immer noch die Falten schwerer Gedanken, als er mich ansah. „Lass mich dich etwas fragen.“
„Frag.“
„Du sagst, du wolltest neue Sachen versuchen.“ Er musterte mich aufmerksam. „Hast du je darüber nachgedacht, etwas Härteres zu probieren?“
Erst zögerte ich, dann nickte ich. „Ich habe darüber nachgedacht, ja. Vor allem in letzter Zeit.“
„Das überrascht mich nicht.“ Etwas wie Triumph blitzte in seinen Augenwinkeln auf.
„Ach ja?“
„Nur eine Ahnung“, meinte er. „Du bist mir noch nie wie ein Missionarsstellung-bei-ausgeschaltetem-Licht-Mädchen vorgekommen.“
„Na ja, das war alles, was die letzten vier Jahre war. Wenn ich Glück hatte.“
„Also war Alec ein größerer Idiot, als ich vermutet hatte“, murmelte er.
„Was?“
„Nichts. Trotzdem, seit langer Zeit denke ich, du seist eine Frau, die auf heißere Sachen als üblich im Schlafzimmer steht.“
„Das wusste ich nicht, ehrlich. Es ist eine Ewigkeit her, dass ich etwas hatte, das ich im Schlafzimmer heiß nennen würde.“
„Er war wirklich so langweilig?“ Seine Augenbrauen hoben sich. „Wollte Alec gar nichts probieren?“
Ich lachte. „Machst du Witze?“
„Nicht einmal Fesselspielchen? Augenbinden? Gar nichts?“
„Absolut nicht. Er wollte nicht einmal neue Stellungen versuchen, und was BDSM angeht, war er der Meinung, dass das nichts ist, was normale Menschen machen.“
Scott schnalzte mit der Zunge. „Das habe ich in meinem Leben schon ein paar Mal gehört.“
„Er ging davon aus, dass das alles pervers und widerlich ist.“ Ich verdrehte die Augen.
„Das tun viele Leute. Und etwa die Hälfte von ihnen veranstaltet leicht abartiges Zeug, ohne es überhaupt zu begreifen. Sie denken, wir sind Verrückte mit Ledermasken und Nippelklemmen, und sie sehen abfällig auf uns herab, während sie ihre eigenen Partner mit Nylonstrümpfen fesseln.“ Er lachte. „Nicht, dass mich das auf die Palme bringen würde oder so.“
„Das sehe ich.“
Schulterzucken. „Es kotzt mich nur an, wenn jemand über mich urteilt, weil ich die Dinge von einem vollkommen anderen Standpunkt sehe.“
„Von welchen reden wir, was für Sachen machst du mit deinen …“ Ich überlegte. „Partnerinnen?“
„Subs“, korrigierte er. „Ich ficke alle drei, aber davon abgesehen, mache ich mit jeder etwas anderes.“
„Inwiefern?“
„Nun, Amy mag es, ausgepeitscht zu werden, geschlagen, nenn es, wie du willst. Für sie ist Sex nichts wert, wenn er nicht wehtut.“ Sein Lächeln war ebenso warm und zärtlich wie seine Stimme, als er hinzufügte: „Diese Frau ist eine totale Schmerzschlampe.“ Er erschauerte.
Ich lachte auf. „Das ist eine interessante Art, es zu betiteln.“
„Aber zutreffend. Schmerz macht sie geil. Sie blüht dabei auf, und ich bin glücklich, es ihr geben zu dürfen.“
„Und die anderen?“
„Tara mag es, beherrscht und gequält zu werden. Ich kann sie festbinden und ihr so den Orgasmus ewig vorenthalten. Ich reize sie mit Heißem und Kaltem, Qual und Vergnügen, was immer mir gefällt.“ Er legte seine Hände neben sich auf das Geländer. „Kasey übt, eine Sklavin zu werden, nicht nur eine Sub. Bei mir ist das Master/Slave-Ding nicht die Regel, aber ich bringe ihr bei, sich vollkommen zu unterwerfen, damit sie einen guten Master findet. Wenn sie das drauf hat, findet sie mit Sicherheit jemanden, der ihr die totale Herrschaft gibt, nach der sie sich wirklich sehnt.“
„Klingt nach einer Menge Arbeit für dich.“
„Es mit drei Frauen zu treiben? Besonders mit diesen drei? Das kannst du glauben.“
„Und was hast du davon? Außer sie zu vögeln, natürlich.“
„Mit Amy bekomme ich die gleichen Dinge, die du von einer Beziehung erwartest, abgesehen von der Monogamie.“ Er fuhr sich mit der Hand durch die dunklen Haare und rieb sich den Nacken. „Bei allen dreien bekomme ich Macht. Sie geben die Kontrolle auf und ich nehme sie mir. Es macht mich an, dass sie auf alles, was ich mache oder nicht mache, reagieren. Ihre Reaktionen, ob sie nun frustriert sind oder zum Höhepunkt kommen, macht mich geil.“
„Ist das nur etwas für Kerle?“, wollte ich wissen. „Beim Zusehen scharf zu werden?“
„Ich kenne eine Menge Frauen, die Voyeure sind, aber ja, viele Männer mögen es, zuzusehen. Was glaubst du, warum wir Pornos so gerne ansehen?“
„Punkt für dich.“
„Ich habe das Glück, sowohl Exhibitionist als auch Voyeur zu sein, und damit passt mein Lifestyle perfekt zu mir.“
„Was du nicht sagst“, murmelte ich.
Scotts riss den Kopf hoch. „Was?“
„Nichts. Erzähl mir mehr.“
Er zögerte kurz, sprach dann aber weiter. „Viele Leute denken, Perversion hat etwas mit Gewalt und Missbrauch zu tun. Das könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Es geht um Macht, Kontrolle, Grenzen auszuloten, solche Sachen eben.“
Während ich langsam nickte, sah ich auf die Straße unter uns. „Ich weiß. Deshalb fasziniert es mich zurzeit auch so sehr.“
„Aber du hast es nie ausprobiert.“
„Ich wollte. Alec nicht. Ich wollte es mit ihm testen und habe mir vorgestellt, dass es ein sicherer Weg für diese Erfahrung wäre, nachdem wir eine gefestigte Beziehung hatten.“ Ich schwieg einen Moment. „Was wir hatten, könnte man Vertrauen nennen, vermute ich.“
Scott schürzte die Lippen. „Hmm. Vielleicht ist es gut, dass du es nie mit ihm so weit gebracht hast.“
„Wie meinst du das?“
„Hast du ihm vertraut?“
„Ich, na ja, ich schätze schon.“
Er schüttelte den Kopf. „Wenn du nicht ohne einen Augenblick des Zögerns einfach nur ja sagen kannst, war er definitiv nicht jemand, mit dem du das hattest versuchen wollen. Wenn man sich gegenseitig nicht vertraut, kommt man nicht einmal in die Nähe dieses Lifestyles.“
„Gutes Argument.“ Mein Finger fuhr einen Riss im Betongeländer nach, nur wenige Zentimeter von Scotts Sitzplatz entfernt. „Obwohl es ein bisschen mehr Sinn macht, als es mit einem Fremden zu probieren, weißt du?“
„Richtig.“
„Na, ich weiß nicht, eventuell suche ich mir für jetzt erst einmal jemanden, der ein klein wenig abenteuerlustiger ist, und sehe dann, ob ich ihn nicht davon überzeugen kann, etwas mehr zu wagen.“
„Vielleicht gar keine schlechte Idee“, sagte er. „Obwohl jemand mit mehr Erfahrung wohl die bessere Wahl wäre. Besser als wenn der Blinde den Blinden führt.“
Ich zuckte mit den Schultern. „Ja, aber ich werde garantiert nicht mit jemandem, den ich gerade erst kennengelernt habe, mit Ketten und Peitschen spielen.“
Für einen langen Moment schwieg Scott. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen, während er auf den Terrassenboden starrte. Dann, ohne aufzusehen, fragte er: „Vertraust du mir?“ Der ernste Tonfall hielt die flapsige Antwort „So weit, wie ich dich werfen kann“ auf, die mir bereits auf der Zunge lag.
Ich holte tief Luft. „Natürlich.“
Wieder verfiel er in Schweigen und kaute auf seiner Lippe, ehe er sich zu mir wandte. „Was wäre, wenn ich dir sage, ich kann dich in diesen Lifestyle einführen?“
„Du meinst …“
„Ich nehme dich unter meine Fittiche. Ich biete dir eine sichere Umgebung, gewöhne dich langsam ein und helfe dir, herauszufinden, ob BDSM etwas ist, das du wirklich willst.“
„Meinst du …“ Ich schluckte. „Meinst du das ernst?“
„Absolut.“ Er befeuchtete sich die Lippen und sah mir in die Augen. „Vielleicht bin ich ein bisschen voreilig, aber Tatsache ist, dass ich mich mit diesem Lifestyle auskenne. Und ich kenne dich, wir vertrauen uns gegenseitig. Wenn dich irgendwer anleiten kann, so siehst du ihn gerade an.“
Erneut schluckte ich. Ich träumte. Ich musste träumen.
Leicht legte er den Kopf schief. „Außer du willst nicht …“
„Nein, nein, das ist es nicht.“ Weit davon entfernt, Mr. Moore. „Du hast mich nur überrascht, weißt du.“
Er lachte sanft. „Du kennst mich doch. Ich bin immer für eine Überraschung gut.“ Sein Ausdruck wurde wieder ernst. „Ich meine es wirklich so, Krissy. Wirklich. Vielleicht will der Dom in mir die Kontrolle übernehmen, aber solange du noch neu dabei bist, bin ich derjenige, der dir helfen kann. Und wenigstens weiß ich dann sicher, dass nicht irgendein Kerl diese Erfahrung für dich versaut oder nicht auf dich aufpasst. Nicht, dass ich glauben würde, ein anderer Dom würde dich übervögeln oder dich verletzen. Der Großteil würde sich das nicht im Traum erlauben.“ Er brach ab. Ich glaubte, er zitterte, aber ich war mir nicht sicher. Dann fügte er mit einem kaum hörbaren Wispern an: „Obwohl es auch miese Kerle da draußen gibt.“
Ich hob eine Augenbraue. „Schlechte Erfahrungen gemacht?“
„Ich habe …“ Er räusperte sich. „Ich habe ein paar Leute gekannt, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, ja. Und eine schlechte Erfahrung mit einem Dom kann einen vollkommen aus dem Lifestyle hinausdrängen.“
„Kann ich mir vorstellen.“
„Deswegen mache ich dir diesen Vorschlag. Ich will nicht, dass dir so etwas passiert. Du brauchst einen sicheren, vertrauenswürdigen Partner, vor allem weil dieser Lifestyle dich an deine Grenzen und darüber hinaus bringt.“ Er lächelte. „Und wenn ich so dreist sein darf, ich habe das Gefühl, dass hier jemand Grenzen hat, die durchbrochen werden wollen.“
„Da könntest du recht haben.“
Das Lächeln wurde zu einem Grinsen, das mir die Knie weich werden ließ. „Also, bist du dabei?“
„Ich weiß es nicht.“ Ich überkreuzte die Arme vor meiner Brust. „Ich will dich bitten und betteln sehen und dass du mich mit großen Welpenaugen anschaust.“
Er atmete scharf ein und musterte mich streng. „Ich bin der Dom, Herzchen. Wenn hier jemand bittet und bettelt und Hundeaugen macht, dann bist du das.“
Ich lachte. „Du bist also nur der Dom?“
„Ja. Wenn du darauf stehst, helfe ich dir, einen Sub zu finden, aber ich werde nicht switchen.“
„Ist das üblich? Das eine oder das andere zu wählen?“
„Eine Menge Leute sind entweder das eine oder das andere. Einige switchen. Aber es ist nicht mein Ding, ein Sub zu sein.“
„Ich glaube, ich komme damit klar, erst mal Sub zu sein.“
Er grinste. „Ich habe eine Ahnung, und wenn ich dich so gut kenne, wie ich glaube, wirst du ein Switcher werden.“
„Woher willst du das wissen?“
„Nenn es Bauchgefühl.“
Ich sah ihn verspielt an. „Du scheinst eine Menge Bauchgefühl zu haben, wenn es um mich und solche Sachen geht.“
Das Grinsen wurde breiter. „Vielleicht ist das so.“
„Was mich zu der Überzeugung bringt, dass du dir darüber schon früher Gedanken gemacht hast.“
„Eventuell habe ich das.“
„Hmm, jetzt habe ich das Bauchgefühl“, sagte ich und versuchte, dabei nicht zu lachen, „dass diese Vereinbarung nicht vollständig einseitig wird.“
„Willst du damit sagen, dass ich dir das Angebot nur gemacht habe, weil ich mir etwas davon verspreche?“
„Genau.“
Er zuckte beiläufig mit einer Schulter. „Wärst du beleidigt, wenn ich dir sagen würde, dass ich absolut etwas davon hätte?“
„Nicht im Mindesten.“ Dann ließ ich meinen Blick sinken und suchte nach den richtigen Worten für die peinlichste aller Fragen, die ich ihm jemals gestellt hatte.
„Woran denkst du?“, fragte er.
Endlich schaffte ich es, ihm in die Augen zu sehen. „Und wie weit wird das gehen? Du hast selbst gesagt, du hättest sexuelle Beziehungen zu all deinen Subs.“
„Ja, habe ich.“ Seine Wangen überzogen sich mit einem Hauch von Farbe. „Wenn du damit nicht klarkommst, müssen wir nicht so weit gehen. Es gibt Unmengen von Dingen, die wir tun können, ohne jemals Sex zu haben.“
Ohne auf meinen kribbelnden Magen zu achten, erwiderte ich: „Und wenn ich so weit gehen will?“
Er zog scharf die Luft ein. „Dann würdest du mich nicht in dein Bett prügeln müssen.“ Er lächelte zurückhaltend.
Sei still, mein klopfendes Herz. „Dieses Polygamiezeug ist nicht so mein Ding“, sagte ich. „Ich mag es, mit jemandem zu schlafen, aber das …“
Er machte eine abfällige Geste. „Mach dir darum keine Sorgen. Polygamie ist nichts für jeden. Wir können es auch rein körperlich halten.“
„Ich glaube, damit kann ich leben.“
Scott grinste frech. „Dann haben wir einen Deal?“
„Du bist sehr direkt, das weißt du, ja?“
„Was erwartest du?“
„Ich erwarte gar nichts.“ Ich lehnte meine Hüfte gegen das Geländer und meinen Ellbogen darauf und sah ihn an. „Und ja, wir haben einen Deal.“
„Gut. Und wie ich sagte, wenn du versuchen willst, eine Domina zu werden, helfe ich dir, jemanden zu finden. Ich kann dir auch beibringen, Top zu sein, allerdings nicht mit mir.“
„Vorausgesetzt ich habe nicht alle Hände voll mit dir zu tun.“
„Was du sicher haben wirst“, sagte er ohne einen Hauch von Zweifel. „Ich sollte dich vorwarnen, ich gehe sehr, sehr langsam vor, wenn ich einen neuen Sub trainiere oder jemandem etwas über den Lifestyle beibringe. Ich fürchte immer, dass ich zu langsam vorgehe.“
„Ich könnte mir Schlimmeres vorstellen.“
„Außerdem ist es eine Tatsache, dass ich meine neuen Subs gerne quäle.“ Er zwinkerte. „Mach dich darauf gefasst, anfangs sehr, sehr frustriert zu sein.“
„Ich kenne dich, das überrascht mich nicht im Geringsten.“
„Warte es ab, meine Süße“, sagte er. „Du wirst in die tiefsten Tiefen meiner bösen Seite sehen.“
„Ich kann es kaum erwarten.“
Wieder grinste er, dann verdrängte so etwas wie Schüchternheit das Teuflische in seinem Ausdruck. „Und ich verspreche dir, dass das nicht nur ein billiger Trick ist, um dich ins Bett zu bekommen.“
„Selbst wenn es das wäre