9783903155534.jpg

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Vua(r)wua(r)t

„Iwa mi“

Verabschiedung meiner ersten Maturanten

Die Kur – eine achtteilige Ballade für bewegungseingeschränkte Blade

Die Elektrotherapie

Die Reduktionskost

Die Massage

Die Moorpackung

Die Heilgymnastik

Das Wasser

Der Kurschatten

Mei(n) Bam

Missvaständnis (ausnahmsweise auf Boarisch)

Da Blitzkuch’n

Frau’n und Schuach

Bankgeschäfte einst und jetzt

Fußwallfahrt nach Mariazell

Nonsens im Tierreich

Nau a Nonsens im Tierreich

A Pecka(r)l

Da Saunakontrollor

Köa(r)pakult und Jug’ndwahn

Das Geruchsopfer

Da Rettungsschia(r)m

Naumansdåg

Da Oipdram

A guada Bekaunnta

„Tschëinda(r)n“ is modea(r)n!

Diagnose

Da Schliss’lbund

Penisvaläingarung

Dëis Glick is a Vouga(r)l

Da Hö:m

Friacha – …

Da Ia(rr)tum

Da Earnstl

Scheidung!

’s Ëixperimëint

D’ Allea(r)gie

Fatburning

Happy Birthday

Wieda is a Joah(r) herum

Da Immigrant

Koloskopie

Viagra

Sudoku

’s neiche Pissoir

D’ Stichwåü’

Mama’s guada Råt

Auf einer Wiese

Da Pensiouns-Schouck

Woahre Philosouph’n

Da Rumpla Fritzl

A oida Klass’nkaumaråd

Hü’fsbereit

Da a:ne und da aund’re

D’ Frau im Haus

Oktoberfest (wieda wos auf Boarisch)

Da junge Jesus

Da Woüh’oa(r)zt

D’ Schöpfung

Da Liebesbeweis

Adi Pös

Da Thea(r)menausflug

Weidmaunnsheu!

Chemie is leicht!

Wou da Jesus sein’ Nauman hea(r) haud

Mei(n) oida Huad

Wiavü houd d’ Uah(r) g’schlåg’n?

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie­.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fern­sehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und ­auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

© 2017 novum Verlag

ISBN Printausgabe: 978-3-903155-52-7

ISBN e-book: 978-3-903155-53-4

Lektorat: Bianca Brenner

Umschlagfotos: Julesunlimited | Dreamstime.com, Franz Geissler

Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh

www.novumverlag.com

Vua(r)wua(r)t

Reime kumman, Reime gëingan

und san fua(r)t, waunn s’ ned wou stëingan –

drum: kumm ih af wås Passad’s drauf

håb’ ih an Draung und schreib’ ma’ ’s auf!

Unter diesem Motto habe ich nach meinem Übertritt in den Ruhestand begonnen, zufällig mitbekommene, alltägliche Szenen und Erlebtes sowie aufgeschnappte Gesprächsteile in humorvolle Gedichte umzusetzen, die meine Mitmenschen zum Schmunzeln oder gar herzhaften Lachen bringen sollen.

Aber Vorsicht: Herzliches Lachen ist hochgradig ansteckend!1

1 Zu Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen befragen Sie am besten Ihren Arzt oder Apotheker!

Als Ausdrucksmittel habe ich die regionale Mundart gewählt, obwohl einzelne Gedichte auch in Hochdeutsch und zwei sogar in bayerischem Dialekt enthalten sind. Da ich „zweisprachig“ aufgewachsen bin, nämlich mit Burgenländisch und Wienerisch, fällt mir das nicht besonders schwer. So gesehen kann dieses Buch auch als verspätete Rache an meinen Deutschlehrern verstanden werden, die ständig meine Ausdrucksweise bemängelten.

Bitte bedenken Sie beim Lesen, dass die genannten Personen frei erfunden und die Verse maßlos übertrieben sind. Sie sind zwar fern der Realität, können aber möglicherweise doch ein Fünkchen Wahrheit enthalten. Sollte sich dennoch jemand persönlich betroffen fühlen, dann möchte ich mich dafür in aller Form entschuldigen, es lag nicht in meiner Absicht!

In diesem Sinne: „FF“ (= Viel Vergnügen!)

Bild1.jpg

„Iwa mi“

Fraunz hoaß’ ih, åwa dou heraußd am Laund

wia(r) ih voun d’ meist’n Freind nua(r) „Franzi“ g’naunnt.

Dëis woa(r) ba uns schou(n) friacha imma so,

und ia(r)gandwia bin ih dou driwa eigantlich recht froh!

Weu’ in Wean, dou bin ih ah laung umanaundagrëinnt,

dua(r)t hå’m mi ned amoi d’ nächst’n Nåchba(r)n këinnt!

Vaheirat’ bin ih, dëis is kloa(r), hiaz schou(n) iwa vierz’g Joah(r),

a Haus ’baut, zwa Bua(b)’m groß zoug’n,

dëi san åwa schou(n) läingst ausg’floug’n.

Nouch da Matura håw’ ih Technische Chemie studiea(r)t,

weu dëis houd mi imma schou(n) int’ressiea(r)t.

Åhg’schlouss’n håw’ ih schnö mit Diploum und Douktorat,

’s Studium woa(r) a Spaß, mia(r) woa(r) ’s nie fad!

Zwöf Joah(r) woa(r) ih daunn bam Umwödschutz,

weu ih glaubt håb’, dass ih sou da G’söüschåft vü nutz’.

Fia(r) Trink- und Bådewåssa woa(r) ih Såchvastäindiga

und ah a weithi(n) bekaunnta Mikrob’nbäindiga!

Sou bin ih ’düst dua(r)ch’s gaunze Bua(r)g’nlaund

mit dëi Proub’nflasch’ln in da Haund.

Nëib’stbei bin ih ah in d’ Schui wieda gaunga

und håb’ in da HTL zan untarricht’n au(n)g’faunga:

Metoikunde, Chemie und Physik mit gaunza Kråft,

weu dëis woa(r) mei(n) große Leid’nschåft –

und genau dëis wuit’ ih da Jug’nd weidagëi(b)’m

und eahna zag’n, dass ah wås aunda’s gibt im Lëi(b)’m

ois Facebook, Sex, Drugs and Rock’n Roll!

Dëi Vasuche, dëi ih g’måcht håb, woa(r)’n schou(n) toll!

Mit da Zeid houd mi dëis vü:le Proub’nhui’n vadrouss’n,

dou håw’ ih mi daunn gaunz in d’ Schui’ vasëitz’n louss’n

und håb’ nëib’stbei intensiv prouwiea(r)t,

ob in da Politik aus mia(r) wås wia(r)d.

Oiso bam Tåg dëi Schui und d’ Poa(r)tei af d’ Nåcht –

sou håw’ ih ’s zu vü hoch’e Funktiounen ’bråcht.

Insgesaumt woa(r) ih an die z’wanz’g Joah(r) dabei,

daunn woa(r) dëi Episoud’n fia(r) mi ah vua(r)bei.

Ob dou nua(r) meah(r) dua(r)ch d’ HTL maschiea(r)t

und nëi(b)’m an Untarricht ah auf Bionik spezialisiea(r)t,

damit unsa Technik-Nouchwuchs daunn

siacht, wås ma nouch da Schui ois måch’n kaunn.

Insgesaumt håw’ ih in da HTL 30 Joah(r) vabråcht

und ålle hå’m ma recht vü Spaß und Freid’ g’måcht!

Daunn bin ih in Unruhestaund gaunga,

dou houd a neich’s Lëi(b)’m fia(r) mi au(n)g’faunga

åbseits da Chemie ois Berufsopa, und sunst

lëib ih hiaz hoid stäindig voun da Kunst:

„Kunnst ned dëis måcha, weu hiaz houst d’ Zeid,

måchst d’ eh in gaunz’n Dåg nix weid und breid,

außa Kreizwoa(r)träts’ln, Sudoku und Zeidunglëis’n,

måch’ di nützlich und nimm åb und zua dëin Bëis’n,

zupf in Goa(r)t’n ’s Unkraut, mah’ dëis Grås,

geh’ ei(n)ka:f’n und kouch’ uns wås!“

Sou gehd ’s dågaus, dågei(n) in ana Dua,

und dëiswëig’n håw’ ih goa(r) ka:(n) Ruah!

Maunchmoi moan’ ih, mia(r) kimmt ’s Rea(r)’n –

stimmt åwa goa(r) ned, ih måch’ ’s jå gea(r)n!

Vua(r) oi’m kouch’n dua ih auf Bestöüllung,

weu ih ma:n’, dëis fü:’t mi aus und hoit mi jung!

Und außadëim is ’s wia friacha im Laboa(r),

dou tiga’ ih mi eini wia a Noa(rr)!

Hiaz geh’ ih laungsaum auf ’n Siebz’ga zua,

dëimëintsprëichend is ah mei(n) Figua(r)!

Wia ma siacht, dua ih gea(r)n ëiss’n

und dabei ah a’f ’s Trinka ned vagëiss’n.

Ålle, dëi mi keinna, wissen’s eh:

ih hoid gea(r)n ålle Leit’ am Schmäh,

und, wias glei’ mea(r)kts, dua ih ah gea(r)n dicht’n.

Dabei dazöh’ ih g’reimte G’schicht’n,

iwa ’s Lëi(b)’m und wia dëi Zeid sou vagehd,

dëi këinna woah(r) sei(n) – oda ah ned!

Verabschiedung meiner ersten Maturanten

Schön langsam kommt’s, wie’s kommen muss,

ich brauche Zeit, bis ich’s begreif’,

für Euch ist bald mit Schule Schluss,

ihr seid in Kürze „reif“.

Ausgestattet mit dem Maturawisch,

verdrängt die Müh’ und Plag’,

vergesst den blöden Zeichentisch,

und merkt, was ich Euch sag’:

Vor fünf Jahren haben wir begonnen,

gemeinsam in einem fremden Boot,

ich hab’s Kommando übernommen,

ihr hattet mit dem Rudern Not!

Als Jahrgangsvorstand hatt’ ich mir

ein sehr hohes Ziel gesteckt:

Nämlich möglichst viele durchzubringen,

leider sind einige am Weg ver … 2 …!

2 ausgeschieden

Unbekannt waren Streit und Hader,

wegen unentschuldigter Absenzen,

nur selten schwoll bei mir die Ader,

hab’ ich wen erwischt beim … 3 …!

3 Fehlen

Nicht Chef wollt’ ich sein, sondern Vorbild,

als Mensch genau so wie im Fach,

die Begeisterung an meinen Reden,

hielten euch nur mühsam wach.

Aus der Natur, den schönen Dingen,

hab’ ich versucht mit ganzer Kraft,

euch vieles näher- und beizubringen,

und hab’s zum Teil auch geschafft!

Zwar nicht, wie vorgeseh’n, Metalle,

Physik oder gar Chemie,

das Einzige, was blieb, mir scheint,

ist angewandte Biologie!

Die Zeit verging, verdrängt den Sport,

anstelle Fußball, Tennis, Segeln,

denkt ihr größtenteils in einem fort,

nur noch ans Saufen und ans … 4 …!

4 Blaumachen

Nun gut, ich hab’ euch gern’ begleitet,

fünf Jahre durch die HTL,

ihr habt mir viel an Freud’ bereitet,

o. k., that was is, so farewell!

Bedenkt als Menschen, nur eins ist richtig,

den Humor zu behalten, das ist wichtig!

Macht ’was aus euch, zieht in die Welt,

nehmt mit auf eurem Weg das G’stanzl,

ich hoff’, dass Euch der Beruf gefällt,

viel Glück in Zukunft, euer … 5 …!

5 Jahrgangsvorstand