Das Buch
Wir schreiben das Jahr 2125: Mehrere Konvois brechen von der Erde in unerforschte Regionen der Galaxis auf, um wissenschaftliche Erkenntnisse über rätselhafte astronomische Phänomene zu gewinnen. Konvoi Sieben hat zum Ziel, den Planeten LQ Pyxidis zu erforschen, der wie von einem Mantel – oder einer Dyson-Sphäre – umschlossen scheint und einen unerklärlichen Energieausstoß erzeugt. Bemannt sind die Schiffe mit Menschen, deren Genreihen während des Fluges geklont werden, denn selbst mit einem speziellen Antrieb, der sich einer Subdimension der Zeit bedient, dauert der Flug subjektive hundert Jahre – während auf der Erde etwa tausend Jahre vergehen. Bald kommt es unter der Besatzung zu Problemen: Raumkoller und Auflehnung gegen die starre Hierarchie sowie die ebenso starre Festschreibung der Lebensspanne, nach der jedes Mitglied ausscheiden muss. Als LQ Pyxidis endlich erreicht ist, sieht sich die Konvoi-Besatzung mit einer Alien-Technologie konfrontiert, die ihr völlig neue Rätsel aufgibt. Ist die Mission gescheitert? Und wie wird die Erde des Jahres 4100 auf die Forschungsergebnisse reagieren?
Die Autorin
Marina Lostetter, geboren in Oregon, interessiert sich für Kunst, liebt Brettspiele und Reisen und liest gerne Bücher über Naturwissenschaft und Geschichte. Ihre Kurzgeschichten wurden in Magazinen wie Lightspeed, InterGalactic Medicine Show und Shimmer Magazine veröffentlicht. Die Reise ist ihr Debütroman.
Mehr über Marina Lostetter und ihren Roman erfahren Sie auf:

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Titel der amerikanischen Originalausgabe
NOUMENON
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Deutsche Erstausgabe 03/2019
Redaktion: Rainer Michael Rahn
Copyright © 2017 by Little Lost Stories, LLC
Copyright © 2019 der deutschsprachigen Ausgabe
und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München,
in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH,
Neumarkter Straße 28, 81673 München
Umschlaggestaltung: DAS ILLUSTRAT, München,
unter Verwendung von Motiven von vrx/Shutterstock
und Aphelleon/Shutterstock
Satz: Leingärtner, Nabburg
e-ISBN 978-3-641-20246-0
V002
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Für alle, die um ein besseres Morgen
und ein hoffnungsvolleres Heute ringen. Danke.
Und für Alex: meine Liebe, mein Lachen,
mein Licht in der Dunkelheit.
ERSTER TEIL
WIDERSTÄNDE
1
Reggie: Ein König von unermesslichem Gebiete
14. April 2088 AZ (Allgemeine Zeitrechnung)
T minus 37 Jahre vor Starttag (ST)
Das Konsortium Vereinter Planet wurde geschaffen, um im Interesse der ganzen Erde Projekte im interstellaren Raum zu verfolgen. Jede Mission des Konsortiums ist darauf angelegt, wissenschaftliche Erkenntnisse für die gesamte Menschheit zu gewinnen, deren Aktionsradius über den Heimatplaneten hinaus auszuweiten und eine nachhaltige planetenweite Kooperation sicherzustellen …
Die Hitze der Scheinwerfer trieb Reggie dicke Schweißperlen auf die Stirn. Er konnte die Professorin aus Berkeley kaum hören. Obwohl sie nur drei Plätze von ihm entfernt war, hätte sie auch von der Marsoberfläche senden können.
Der Mars – wäre das nicht eine schöne Alternative zu seinem jetzigen Aufenthaltsort? Auf dem Mars herrschte Stille. Es war menschenleer. Keine Kameras, keine Horden von Wissenschaftlern, Reportern und Politikern, die an seinen Lippen hingen und jedes Wort aufsaugten.
»Es ist Ihre Entdeckung, deshalb werden Sie sie auch präsentieren«, hatte Professor McCloud in seinem Büro gesagt. Er hatte hinter seinem Schreibtisch gesessen und Reggie angefunkelt wie ein tollwütiger Hund, der zubeißen würde, wenn er seinen Willen nicht bekam.
Von allen Professoren der Welt musste Reggie ausgerechnet den einzigen erwischen, der nicht scharf darauf war, seinen Namen auf sämtliche Forschungsarbeiten seiner Doktoranden verewigt zu sehen. »Sir, meine Doktorarbeit zu verteidigen ist eine Sache, aber das … ich weiß nicht, ob ich das kann.«
»Natürlich können Sie das.« McCloud hustete so kräftig in sein Taschentuch, dass sein dichter weißer Backenbart zusammen mit dem Unterkiefer auf und ab hüpfte. »Es sind doch nur Menschen, Herrgott noch mal! Wenn Sie es ertragen, dass ein Haufen verknöcherter alter Intellektueller über jedes Äh, aber und Ich denke aus Ihrem Mund ein Urteil fällt, dann halten Sie auch ein paar Kollegen und Digitalrekorder aus.«
»Aber …«
»Außerdem wurde die Entdeckung bereits verifiziert. Also wird man Sie nicht auslachen. Die Leute sind nicht einmal Ihretwegen hier. Sie wollen sich die Idee anhören und das Konzept bestaunen. Wenn alles vorbei ist, wird man sich an Sie nicht einmal mehr erinnern. Was zählt, ist die Information, Straifer, nicht Ihr vernuschelter, verhuschter Vortrag.« Er beugte sich weiter vor, sein Doppelkinn wabbelte. »Wenn Sie für diesen rätselhaften stroboskopischen Stern wirklich eine brennende Leidenschaft entwickelt haben, wäre es ein Verbrechen, einen verfressenen Greis wie mich zu zwingen, den Vortrag für Sie zu halten.«
»Das ist ein stichhaltiges Argument«, meldete sich eine elektronische Stimme aus Reggies Tasche. Er zog sein Telefon heraus. Das Icon des Intelligenten Persönlichen Assistenten blinkte – er hatte den Zwischenrufmodus eingestellt. »In den letzten fünfundzwanzig Jahren wiesen Projekte, für die vor der Finanzierung ein vergleichbares Screening-Verfahren erforderlich war, eine um achtundsiebzig Prozent höhere Erfolgswahrscheinlichkeit auf, wenn diejenigen Personen, die die Forschungsarbeit ursprünglich geleistet hatten, ihre Erkenntnisse auch selbst vortrugen. Die Einbeziehung von Dritten …«
»Danke, C.« Reggie schaltete das Telefon ab und starrte den Professor trotzig an.
Zehn Minuten später hatte er widerwillig zugestimmt.
Jetzt stand er vor dieser Menschenmenge und wünschte sich nichts mehr, als dass er Dr. McCloud und dem Computer geraten hätte, sich ihre Ratschläge sonst wohin zu stecken.
Der Professor saß in der dritten Reihe und nickte bei jeder zweiten Silbe, die aus dem Mund der Vortragenden kam. Sein Blick wechselte kurz zu Reggie, und sein Grinsen sagte: Schlag los!
Reggie wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Vortrag zu. Hatte er richtig gehört? Wollte die Professorin aus Berkeley allen Ernstes empfehlen, die Langstreckenforschung ausschließlich auf Regionen mit hoher Dichte von dunkler Materie zu konzentrieren? Was konnten zwölf Untersuchungen von dunkler Materie ergeben, was man nicht mit einer allein in Erfahrung bringen konnte?
Aber dunkel war sexy. Alles, was das Etikett ›dunkel‹ trug: Materie, Energie, Kräfte, etc. Was war an seiner Entdeckung sexy?
Es ist, als wäre der Stern von einer Kruste umgeben, sagte er sich im Geiste immer wieder vor. Er musste die richtigen Worte finden. Die Wortwahl war ausschlaggebend. Sie würde seinen Stern interessant, bemerkenswert machen. Er konnte nur hoffen, dass sie überzeugend genug wäre, um ein Team zugewiesen zu bekommen.
Der variable Stern mit der Bezeichnung LQ Pyxidis war einmalig. Er musste den Leuten hier begreiflich machen, dass er etwas Besonderes an sich hatte. Schließlich wusste er, dass eine große Entdeckung darauf wartete, durch eine Visite vollends enthüllt zu werden.
Er musste die Zuhörer lediglich dazu bringen, das auch so zu sehen.
Wir verlassen diese Welt, dachte Reggie aufgeregt. Wir fliegen in den interstellaren Raum. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte wollten die Menschen eine Reise zu den Wundern des Universums wagen. Reggie wollte auf irgendeine Weise daran teilhaben. Wichtiger noch, er war sicher, dass LQ Pyx Teil des Unternehmens sein musste. Er konnte es spüren. Dieser variable Stern war von Bedeutung.
Reggie schaltete sein Tablet ein und scrollte durch die Notizen. Wie immer ließ ihn das schlichte Schwarz-Weiß-Bild von seinem Stern, aufgenommen vom JWST 3*, innehalten. Man sah ganz deutlich, dass LQ Pyx asymmetrisch war; auf einer Seite spritzte die Energie nur so heraus, der Ausstoß war um mehrere Größenordnungen höher als auf der entgegengesetzten Hemisphäre. Und die Werte schwankten andauernd. Entweder rotierte der Stern ungewöhnlich langsam für einen derart dramatischen solaren Jet … oder etwas umkreiste ihn und überdeckte die normalen Emissionen.
Es ist, als wäre er von einer Kruste umgeben. Einem Mantel.
Dr. Berkeley – wie hieß sie doch noch mal? Er konnte sich den Namen nicht merken; er hatte das Gefühl, als laufe ihm das Gehirn zu den Ohren heraus. Jedenfalls war sie mit den Zuschauerfragen schon fast durch.
Reggie zog ein Papiertuch aus der Tasche und tupfte sich die Stirn ab. Das Tuch zerriss, und ein paar Teile des feuchten Zellstoffs klebten ihm am Gesicht fest. Er streifte sie hastig ab. Hoffentlich hatte er alle erwischt.
Gleich war er an der Reihe. Er schaute von einem der Vortragenden am Tisch zum anderen. Eine lange Reihe von Veteranen der Forschung. Drei hatten Lehrbücher geschrieben, die er im Studium verwendet hatte. Zwei hatten Bücher verfasst, aus denen er in seiner eigenen Doktorarbeit zitiert hatte. Er könnte jeden Einzelnen davon lobend erwähnen – falls er nicht vor lauter Nervosität ihre Namen vergaß. Alle waren sie bewährte, geachtete Wissenschaftler – selbst diejenigen, deren Theorien umstritten waren; sie profitierten von der Aufregung über die öffentlichen Auseinandersetzungen. Und einer moderierte eine mit viel Beifall bedachte Fernsehserie, Der Kosmos und Du. Alle hatten sie sich einen Namen gemacht, alle standen sie auf dem Gipfel einer fantastischen Karriere.
Alle außer Reggie.
Der Telefonchip vor seinem Trommelfell surrte, und der hinter seiner Iris implantierte Bildschirm erwachte zum Leben. »Sind Sie bereit? Haben Sie alle Notizen? Keine letzten Wünsche? Gleich ist es so weit.«
»Ja«, murmelte er. »Ich bin bereit.«
»Okay, dann stehen Sie jetzt auf. Sie sind in fünf, vier …« Der Countdown wurde nur visuell fortgesetzt. Mit jeder violetten Zahl, die vor seinen Augen erlosch, stolperte sein Herz.
»Vielen Dank, Dr. Countmen«, sagte der Moderator. So heißt sie also. »Als Nächsten möchte ich Ihnen Mr. Reginald Straifer vorstellen.«
Reggie hätte schwören können, unter dem obligatorischen Begrüßungsapplaus ein Kichern zu hören. Hätte ihm der Ausschuss die Doktorwürde nicht vor der Konferenz verleihen können? War denn ein gesichtswahrender Doktortitel zu viel verlangt?
Er zitterte über seine ganzen ein Meter siebzig. Aber es war nur eine leichte Irritation – er hatte alle Muskeln angespannt, um still sitzen zu können. Wie er dastand, schlaksig, mit seinem mausbraunen Wuschelkopf, der breiten Nase und dem schüchternen Blick, gab er nicht gerade ein Bild der Selbstsicherheit ab.
Entspann dich. Tu wenigstens so. Sie sind nicht deinetwegen hier, sondern wegen deiner Arbeit.
»V-v-vielen Dank. Ich … ich möchte hiermit empfehlen, dass einer der Konvois ausdrücklich zu dem Zweck gebaut wird, den variablen Stern LQ Pyxidis aufzusuchen. Licpix, wie ich ihn gerne nenne.« Schweigen. Reggie zerrte an seinem Kragen.
»Tief durchatmen, Sir«, ließ sich C aus Reggies Tasche vernehmen.
Damit erntete er ein leises Glucksen aus der ersten Reihe. »Ruhemodus bitte«, sagte er, um dann dem Rat der KI zu folgen. »Äh, könnten wir bitte die Animation auf den Schirm bekommen?«
Das Licht wurde gedämpft, und auf den Implantaten aller Anwesenden erschien eine farbige Reproduktion von LQ Pyx. Reggie ermahnte sich, nicht ins Fachchinesisch zu verfallen – die Reporter sendeten in alle Welt –, und stürzte sich in seine Präsentation.
Während er den seltsamen Energiejet beschrieb, der möglicherweise gar kein Jet war, fand er allmählich in seinen Rhythmus. Er zeigte auf, inwiefern das Taumeln des Sterns ein Hinweis auf einen ausnehmend massereichen Partner sein könnte, der auf diese Entfernung nicht zu erkennen war. Und er formulierte seine Hypothese darüber, wo sich dieser unsichtbare Trabant befinden könnte – dass er den Stern höchstwahrscheinlich umgab.
»Licpix ist krustig … äh, überkrustet. Als hätte ein Kind im Werkunterricht mit einer Glühbirne gearbeitet. Vielleicht denkt das Kind, mit etwas Farbe und Plastiksteinchen sähe die Birne besser aus. Also kleistert es die Oberfläche mit Flitter zu – nur eine Stelle hat es vergessen. Wenn diese Glühbirne nun brennt, was würden wir sehen? Auch wenn sich die Grundleistung nicht verändert, käme das meiste Licht durch diesen kleinen Bereich an der Oberfläche. Bis auf einen einzigen hellen Punkt wäre alles matt – ganz ähnlich wie bei diesem Stern.
Sein Licht wird einfach verdeckt. Ein unbekanntes Objekt blockiert es, und wir müssen zu LQ Pyx fliegen, um herauszufinden, was für ein Objekt das ist.«
Damit war er zu Ende. Er holte tief Luft und setzte sich. Dann ließ er den Blick über die Zuhörer schweifen und wappnete sich für den Ansturm von kleinlichen, nörgeligen Fragen.
Eine zittrige Hand ging in die Höhe. Ein älterer Herr in Tweedjackett und Fliege stand auf. »Was haben Sie für einen Verdacht, junger Mann?« Reggie konnte seinen Akzent nicht einordnen. »Wenn wir dorthin fliegen, was werden wir vorfinden?«
Reggie ließ sich von einer Hilfskraft ein Glas Wasser reichen und nahm einen tiefen Schluck. Dann antwortete er: »Nun ja, ich, äh … wenn ich das wüsste, könnten wir uns die Reise ja sparen. Eine extrem kleine und dichte Version der Oort’schen Wolke vielleicht. Möglicherweise eine Asteroidenkugel anstelle eines Gürtels. Wäre es nicht wunderbar, neue Möglichkeiten der Orbitalprojektion zu entdecken? Es könnte auch der Anfang eines neuen Systems sein – womöglich ein Stadium, das wir noch nie beobachten konnten. Das könnte unsere Theorien zur Entstehung von Planeten verändern. Ich … ich weiß es wirklich nicht.«
Der Alte nickte, und seine buschigen weißen Augenbrauchen zogen sich zusammen. »Und was ist mit Dyson?«
Reggie war überrascht. »Meinen Sie damit, ob es ein künstliches Objekt sein könnte?« Er überlegte kurz, dann zuckte er mit den Achseln. »Klar, warum nicht?«
Die Zuhörer begannen aufgeregt mit ihren Nachbarn zu tuscheln. Im ganzen Auditorium brodelte es von Spekulationen. In Professor McClouds Augen trat ein hintergründiges Funkeln.
»Ja, warum nicht?«, rief der alte Mann mit der Fliege Reggie zu, und seine faltigen Wangen verzogen sich zu einem Lächeln.
»Dieser alte Mann hat mich wie einen Schwachkopf aussehen lassen«, klagte Reggie. Er hob sein Glas und kippte den Rest des goldgelben Biers hinunter. Das Zeug roch wie alte T-Shirts. »Ich habe dagestanden wie ein amerikanischer Hinterwäldler, der sich schleunigst wieder in seinem Dorf im Mittelwesten verkriechen sollte.«
Nach der Präsentation hatte ihn Professor McCloud in einen nahe gelegenen Pub eingeladen. Die Auswahl an Kneipen in Oxford war groß, dennoch waren sie in diesem Loch gelandet. Es war dunkel – nicht wegen der Atmosphäre, sondern weil nur die Hälfte der Deckenleuchten brannten. Alles stank nach Zigarrenrauch, auch die Vinylpolsterung in ihrer Nische. Die Einrichtung erinnerte Reggie an eine Spielhölle aus den 1970ern, jedoch ohne deren Charme.
Alle anderen Gäste waren wie McCloud mindestens sechzig Jahre alt. Reggie hatte den Verdacht, dass es sich um ein Stammlokal von Dozenten mit Festanstellung handelte.
Über diesen Status brauche ich mir von nun an den Kopf nicht mehr zu zerbrechen, dachte er.
»Der Alte hat Sie wie ein Genie aussehen lassen«, konterte McCloud und nahm einen Schluck von seinem Jack Daniels. Dann gab er der Bedienung ein Zeichen, für Reggie ein neues Glas zu bringen. »Warum haben Sie es nicht selbst angesprochen? Sie haben doch schon darüber spekuliert, ob es im Umkreis von Licpix künstliche Konstrukte geben könnte?«
Reggie neigte sein Glas, um die Prägung auf dem Boden sehen zu können. Er hätte sie lieber durch mehr Bier betrachtet. »Weil es albern ist.«
»Die Begründung?«
»Nein, die Idee.«
McCloud lachte spöttisch und nahm Reggie das Glas aus der Hand. »Wenn etwas im Bereich des Möglichen liegt, ist es nicht albern.«
»Ein Konstrukt, das größer – und vielleicht massiver – ist als ein Stern?«, fragte Reggie. »Wer sollte so etwas bauen? Die Milliarden von Lebensformen, die wir da draußen ausfindig gemacht haben?« Sein Sarkasmus war dick aufgetragen, fast schon arrogant, und er wünschte sich noch im Sprechen, sich etwas mehr zurückgehalten zu haben.
»Dass man etwas nicht sehen kann, heißt noch lange nicht, dass es nicht da ist.«
»War das nicht das Argument von Dr. Countmen?«
»Was wollen Sie denn?«, fragte der Professor. »Immerhin hat er Sie ins Gespräch gebracht, nicht wahr?«
»Ihr Antrag ist der einzige, der die Möglichkeit einer Begegnung mit intelligentem Leben oder das Auffinden entsprechender Beweise postuliert«, mischte C sich ein. Reggies Telefon stand zwischen den beiden Männern auf dem Tisch. »Diese Einzigartigkeit könnte rein statistisch seine Attraktivität steigern.«
Er hatte sich ja Aufsehen, Sexappeal gewünscht. Und was wäre wohl sexyer: ein Haufen Felsen oder eine riesige Alien-Maschine?
»Aber es ist so unwahrscheinlich«, nörgelte Reggie. »So unwahrscheinlich, dass …«
»Dass was?«, fragte McCloud.
»Dass es sich wie eine Lüge anfühlt.«
Die Bedienung schlenderte heran und tauschte sein leeres Glas schnell gegen ein volles aus. Sie schenkte den beiden ein strahlendes Lächeln, und Reggie versuchte es zu erwidern. Aber er war überzeugt, dass es nicht dankbar wirkte, sondern eher so kläglich, als hätte er Magenbeschwerden.
McCloud setzte zum Sprechen an, hielt dann inne und hustete in sein Taschentuch. Nachdem er sich Mund und Nase abgewischt hatte, steckte er das Tuch wieder ein. »Wenn ich Ihnen sage, dass Ihnen Ihre Forschungen am Ende entweder eine Dozentenstelle oder den Nobelpreis für Physik eintragen könnten, wäre das gelogen?«
Reggie seufzte und nahm einen Schluck. »Ich werde sicher keinen Nobelpreis gewinnen.«
»Aber es ist eine Möglichkeit – zugegeben eine entfernte. Wenn ich sage, es könnte geschehen, so unwahrscheinlich es auch sein mag, ist das keine Lüge. Anders wäre es, wenn ich sagen würde: Ich glaube, dass es geschieht, ohne wirklich daran zu glauben.«
Reggie zog eine Schnute. »Sie glauben also nicht, dass meine Forschungen den Nobelpreis verdienen?« Er fand sich lächerlich kindisch und nahm noch einen Schluck, um seine Verlegenheit zu kaschieren.
»Habe ich das gesagt?« McCloud knuffte Reggie in die Schulter, und beide lachten. Dann trank der Professor seinen Whisky aus. »Also, wenn Sie nicht an eine Alien-Maschine glauben, wofür halten Sie es denn?«
»Ich weiß es nicht. Deshalb möchte ich ja, dass jemand hinfliegt und es herausfindet … die Wahrheit feststellt.«
»Wollen Sie, dass jemand hinfliegt, oder wollen Sie selbst hinfliegen?«
Reggie erschauerte innerlich. McCloud hatte einen Punkt berührt, an den Reggie bisher noch nicht einmal zu denken gewagt hatte – einen heimlichen Wunsch, den er für unerfüllbar hielt. Er schüttelte den Kopf. »Das ist unmöglich. Zeitverschwendung, sich damit zu beschäftigen.«
»Haben wir nicht gerade über möglich und unmöglich gesprochen? Sie könnten mitfliegen. Niemand hat bisher das Gegenteil behauptet. Man hat über die Schiffsbesatzungen noch nicht entschieden. Noch weiß man nicht, was für Leute man für den Warp-Antrieb braucht oder wie er heißt.«
»SD-Antrieb«, verbesserte Reggie. »Wir sprechen von subdimensionalem Flug. Subdimensionen, ha! Was für ein verstümmelter Begriff! Fast so schlimm, wie etwas ›dunkel‹ zu nennen, was einfach nur unbekannt war.
Es gab viele Gründe, die Missionen zu diesem Zeitpunkt auf den Weg zu bringen. Die interstellare Raumfahrt war endlich Realität geworden, das weltpolitische Klima entwickelte sich zunehmend positiv, die Zahl der bewaffneten Konflikte war beispiellos niedrig. Ressourcen waren nicht nur in Hülle und Fülle vorhanden, sondern auch so gleichmäßig verteilt wie nie zuvor, und die Weltbevölkerung hatte sich bei neun Milliarden eingependelt (einige Wissenschaftler prophezeiten sogar einen möglichen Rückgang in den nächsten fünfzig Jahren). Nun gedachte die Menschheit in großem Stil die ersten Schritte über das eigene Sonnensystem hinaus zu unternehmen.
Die Menschen wollten endlich wissen, ob sie da draußen, fernab der Wärme und Geborgenheit ihres kleinen Sterns vom Typ G überleben konnten.
»Ich würde es nicht erleben«, sagte Reggie. »Es ist zu weit. Sie wissen doch, wie lange es dauern würde, LQ Pyx zu erreichen. Generationen.«
»Das heißt doch nicht, dass Sie nicht mitfliegen könnten. Um das Unternehmen von Anfang an in die richtigen Bahnen zu lenken.«
»Aber es heißt, dass ich es nie erfahren werde.« Reggie schob das Bier von sich weg. »Ob ich mitfliege oder nicht, ich werde nie erfahren, warum LQ Pyx so ist, wie er sich uns darstellt.«
»Sie sind also einer, für den das Glas immer halb leer ist?« McCloud klopfte mit den Fingerspitzen gegen das Bierglas.
Reggie zuckte mit den Achseln. »Mag schon sein.«
»Ich glaube, es gibt etwas, was die Leute mit dem halb leeren Glas immer übersehen.« Er hielt inne.
Reggie kräuselte die Lippen und zog fragend eine Augenbraue hoch. »Nämlich?«
Mit einer schnellen Bewegung aus dem Handgelenk griff McCloud nach dem Glas. Im nächsten Augenblick schüttete er Reggie das Bier über die Brust.
»Mann!« Reggie fuhr hoch und wollte hochspringen, doch er war bereits bis auf die Haut durchnässt. »Verdammt, was soll das?«
McCloud lachte. »Was leer ist, hinterlässt keine Spuren, nicht wahr?« Er reichte Reggie sein Taschentuch, doch der lehnte ab – er hatte gesehen, wie es benutzt worden war. Stattdessen zog er das Hemd von der Brust weg und sah sich Hilfe suchend um, aber niemand erbarmte sich. McCloud fuhr fort: »Im Leben geht es nicht um verpasste Gelegenheiten, Mr. Straifer. Es geht um die Augenblicke, in denen wir bis auf die Haut durchnässt werden und vor Erfahrung triefen.« Er deutete auf den hinteren Bereich des Pubs. »Ich glaube, zu den Toiletten geht es dahin.«
»In diesem Stadtviertel gibt es drei chemische Reinigungen«, meldete sich C.
McCloud war verrückt.
Das hieß allerdings nicht, dass er unrecht hatte.
Nachdem Reggie und der Professor in die Staaten zurückgekehrt waren, folgten Monate des Wartens, in denen Reggie lange darüber nachdachte, ob man biernasse Dockers als Metapher für das Leben sehen konnte. Aber er war Wissenschaftler, kein Dichter. Sein Ding war die Mathematik – mit Metaphern hatte er noch nie viel anfangen können.
Den Sinn hatte er immerhin verstanden.
Reggie stand auf einem bedenklich schwankenden Schemel und wollte gerade sein frisch gerahmtes Doktordiplom aufhängen, als sein Telefon klingelte. Er meldete sich über seine Implantate. Als er hörte, wer der Anrufer war und worum es ging, ließ er das Diplom fallen. Das Glas zerbrach. Die Scherben verteilten sich kreisförmig über seinen Laminatboden.
»Man hat was genehmigt? Meinen Antrag … mein Projekt? Sind Sie sicher? Kein Irrtum möglich? Ja, ja, das bin ich. O mein Gott. Ich kann nicht … ich meine … danke. Vielen Dank!«
Nach vierundzwanzig Wochen hatte das Gremium – Tausende Experten aus knapp einhundert Nationen – endlich abgestimmt. Nach einer weiteren Woche waren die Stimmen ausgezählt. Die zwölf Anträge mit den meisten Stimmen – zwölf Anträge für zwölf Konvois – wurden ausgewählt.
Und sein Antrag war dabei gewesen. Man wollte zu seinem Stern fliegen.
Man wollte zu LQ Pyx.
Ohne die Scherben aufzulesen, stürzte er zum Kleiderschrank und riss seine Jacke heraus. Mit zwei weiteren Schritten war er an der Wohnungstür, und noch bevor sie hinter ihm ins Schloss gefallen war, hing er bereits am Telefon.
Das verlangte nach einer Party. Einer Party, wie er sie seit Studententagen nicht mehr geschmissen hatte.
»C, schick eine Nachricht an die Truppe: Wir gehen rein!«
Auch Promovierte wissen, wie man sich ordentlich betrinkt.
»Nun komm schon mit, das macht Spaß.« Reggie fasste die junge Frau an der Hand und zog sie in die Nacht hinaus. Mit der anderen Hand streichelte er den Hals seiner Bierflasche, während seine Füße unsicher durch das Gras stolperten. Hinter ihnen tobte die Party weiter
Miguel, einer von Reggies Freunden, bewohnte nicht weit vom Campus ein Haus in den Bergen und hatte sich bereit erklärt, die Fete dort steigen zu lassen. »Es ist für dich wie eine Coming-out-Party«, sagte er und klopfte Reggie auf den Rücken. »Du weißt schon, wie im Süden, wenn die Mädchen zum ersten Mal ihre Periode kriegen.«
»Das ist nicht der Anlass für eine Coming-out-Party«, widersprach Reggie. Tatsächlich hatte er keine Ahnung, was der Anlass war, aber das konnte es nicht sein. Trotzdem ließ er zu, dass seine Freunde jedem erzählten, er hätte jetzt sein Coming-out. Irgendwie hatten sie es geschafft, ihn mit dem Fest gleichzeitig zu feiern und zu veräppeln.
Licht strömte in den Garten, und die dröhnenden Bässe erschütterten Reggie immer noch bis ins Mark, obwohl sie die Lautsprecher weit hinter sich gelassen hatten.
Bei ihm war eine rassige junge Frau mit den welligen Haaren und den schwellenden Kurven einer griechischen Göttin – sie hatte sich als Abigail vorgestellt.
Abigail. Das hörte sich gut an. Und es gefiel ihm, ihre Hand in der seinen zu spüren.
Er wusste bloß nicht mehr so genau, wie ihre Hand eigentlich dahin gekommen war …
Auf der Party tummelten sich Scharen von unbekannten Gästen. Freunde von Freunden, Verwandte von Freunden, Leute, die hereingeschneit waren, um zu sehen, woher die Musik kam, und sich ein paar Häppchen zu schnappen. Abby – Moment, nein, sie hatte gebeten, nicht so genannt zu werden – Abigail war die Cousine des Freundes eines Freundes und machte gerade ihren Magister in Englisch.
»Was studierst du denn?«, hatte sie ihn gefragt.
Ach so. Reggie hatte sie sofort an der Hand genommen und sie durch die Hintertür nach draußen geführt. »Ich zeig’s dir.«
Hinter der wackligen Gartenpforte ging es steil bergauf – sie blieben kurz stehen, damit sie ihre Schuhe ausziehen konnte – und um einen kleinen Felsvorsprung herum. Dann hatten sie die Kuppe eines Hügels erreicht. Unter ihnen breitete sich die öde Kleinstadt mit ihrem College aus, über ihnen spannte sich der weite Himmel in seiner ganzen Pracht.
»Leg dich hin«, sagte er und deutete auf eine Stelle mit weichem Gras.
Sie verschränkte die Arme und zog skeptisch eine Augenbraue noch. »Sonst noch was?«
Er war tief geknickt, bis ihm klar wurde, wie sich das angehört hatte. »O mein Gott, nein! Entschuldige … nicht wie … tut mir leid … nein. Schau. Ich meine nur so.« Er war beschwipst und ließ sich ziemlich schwerfällig zu Boden fallen. Dann breitete er die Arme aus und erschauerte kurz, als hätte er sich soeben in ein bequemes Bett gelegt. »Von da oben kannst du die Sterne nicht sehen«, sagte er, als sie sich, die Hände in die Hüften gestemmt, über ihn beugte.
Sie hatte wohl entschieden, dass Reggie keine bösen Absichten hegte, zuckte mit den Achseln und setzte sich neben ihn. Dann legte sie den Kopf in den Nacken, um alles auf sich wirken zu lassen.
»Da!«, sagte er und deutete nach oben. »Das ist es, was ich studiere.«
»Die Sterne?«
»Ja. Ich bin Astrophysiker.« Der Physiker ging ihm nur mit Mühe über die Lippen.
»Oh, dann ist das deine Party. Glückwunsch. Eine Mission des Konsortiums Vereinter Planet ist eine Riesensache.«
Reggie war fast sicher, dass sie sich über ihn lustig machte. Riesensache?, dachte er. Riesensache? Es ist die riesigste Sache der Geschichte.
Es war auch eine große Verantwortung. Aber darüber wollte er jetzt nicht nachdenken. Verantwortung war kein Thema für eine Party.
»Noumenon wird die größte Mission aller Zeiten.« Eine Äußerung mit etwas mehr Tiefgang wäre ihm lieber gewesen, doch das Bier vernebelte ihm das Gehirn. Er wollte nach seiner Flasche greifen, konnte sie aber nicht finden. Er musste sie auf dem Weg vom Haus hierher wohl irgendwo abgestellt haben.
»Noumenon?«, hakte sie nach.
»Man hat mir erlaubt, selbst einen Namen für die Mission auszuwählen.« Er rümpfte die Nase, weil sie ihn juckte. »Nostromo war bereits vergeben, außerdem bin ich ziemlich sicher, dass die zum Scheitern verurteilt sind, deshalb …«
Sie boxte ihn zur Strafe für den Scherz leicht in den Arm. »Und deshalb hast du Noumenon gewählt? Warum? Was heißt das? Hört sich an wie einer der Liebhaber von Achilles – du weißt schon, Agamemnon, Patroklos, Noumenon …«
»Agamemnon und Achilles waren kein …«
Sie zwinkerte ihm zu, und er wurde rot. Sie hatte ihn ihrerseits auf den Arm genommen.
»Nun denn. Ein … ein Noumenon ist etwas, das zwar real ist, aber nicht messbar – der Gegensatz zu einem Phänomen. Ein Phänomen kann man berühren und testen, während ein Noumenon …« Er war nicht sicher, ob er es richtig erklärte. Für einen Moment wünschte er, nüchtern zu sein. »Was ist ein Gedanke? Was ist ein Wert, was ist Moral? Diese Dinge existieren, sie sind real, doch sie lassen sich selbst nicht direkt messen.«
»Und was hat das mit deiner Mission zu tun?«
»Nun ja, der Konvoi soll zu diesem Stern fliegen. Einem variablen Stern, also einem Phänomen. Etwas, das man anstupsen, in dem man herumstochern und das man studieren kann. Ich werde ihn allerdings nie erfassen können. Er ist zwar real, aber unerreichbar. Das macht ihn nicht zu einem Noumenon im eigentlichen Sinn, aber es … ich finde den Namen passend. Es gibt Dinge, die ich niemals erfassen kann, die auch die Menschheit niemals erfassen kann – verdammt, vielleicht irre ich mich, und es gibt gar nichts, was nicht erfassbar, nichts, was nicht messbar wäre. Das hieße dann lediglich, dass sich die noumenale Welt der Erfassung entzieht, dass sie ein ungeheures Grenzgebiet ist.«
Sie nickte vor sich hin. »Noumenon. Okay, ich glaube, das gefällt mir.«
»Ja?«
»Ja.«
»Gut, denn ich habe die Papiere bereits eingereicht, und ich bin ziemlich sicher, dass es zu spät ist, um den Namen noch zu ändern.«
Sie kicherte und schob sich näher an ihn heran. »Was liebst du an ihnen?«, fragte sie leise. Er schaute zu ihr hinüber. Gerade wehte ihr ein leichter Windstoß das Haar ins Gesicht, und sie strich es zurück.
»An wem?«
Sie lachte lauter. »An den Sternen.«
Er überlegte einen Moment. »Sie sind schön. Warte, lass mich ausreden.« Er hob einen Finger, um sie an weiterem Glucksen zu hindern. »Schön, aber gefährlich. Mächtig. Und … fremd. Ich finde sie rätselhaft. Wie Leuchttürme. Jeder ist anders, und manchmal ist er der einzige Teil eines Systems, den wir sehen können.«
»Leuchttürme«, murmelte sie. »Das gefällt mir.«
»Ich wollte Astronaut werden. Das will ich immer noch.« Das hatte er seit seiner Studentenzeit nicht mehr offen ausgesprochen. Es war sein geheimer Traum, und er hatte lange Zeit niemandem mehr davon erzählt, aus Angst, für kindisch gehalten zu werden. Aber jetzt … »Ins All fliegen, bis die Erde nur noch ein heller Punkt unter vielen ist. Wenn dieser Punkt so viel enthalten und doch von ferne wie alle anderen aussehen kann … Was mag es da draußen sonst noch geben?«
»Du bist ein König von unermesslichem Gebiete«, bemerkte sie versonnen.
Er grinste, obwohl er die Bemerkung nicht verstanden hatte. »Wie bitte?«
»Das ist aus Hamlet. Deine Welt könnte nur so groß sein wie eine Nussschale, doch dein Geist kann durch unendliche Weiten schweifen. Du bist hier auf der Erde, aber das ganze Universum ist deine Spielwiese.«
Der Gedanke gefiel ihm. Er fand ihn tröstlich. Er zog sein Telefon aus der Hosentasche. »C? Ein Vermerk bitte: Hamlet noch einmal lesen. Diesmal von vorn bis hinten.«
Sie lachte noch einmal, und Reggie wusste, dass es keinen Klang auf der Welt gab, den er mehr liebte.