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Buch

Ryhalt Galharrow ist Hauptmann der Schwarzschwingen. Sie übernehmen im Kampf gegen dämonische Wesen die Drecksarbeit: Kopfgeldjagden, Morde, Einschüchterung, Folter. Ryhalt hat sich dieses Leben nicht ausgesucht, vielmehr trieb ihn sein Pech in diese erbärmlichen Lebensumstände. Und er ist gut in dem, was er tut, auch wenn er manchmal seiner Ehre nachtrauert, die er dem Pragmatismus geopfert hat. Da trifft er seine Jugendliebe wieder, und er weiß: Für sie will er ein besserer Mensch sein. Doch das Schicksal – und die Götter – haben andere Pläne …

Der Autor

Ed McDonald hat viele Jahre lang zwischen verschiedenen Berufen, Städten und Ländern gewechselt, und das Einzige, was ihnen gemeinsam war, ist, dass sie ihm genug Zeit zum Schreiben gelassen haben. Derzeit lebt er mit seiner Frau in London, einer Stadt, die ihn ständig inspiriert und wo er als Universitätsdozent arbeitet. Wenn er nicht schreibt oder sich mit schlechten Handlungssträngen abmüht, kann man ihn beim Fechten antreffen – mit Langschwertern, Rapieren und Langäxten.

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ED McDONALD

IM

ZEICHEN

DES RABEN

Roman

Aus dem Englischen

von Ruggero Leò

Die Originalausgabe erschien 2017

unter dem Titel »Blackwing« bei Gollancz, London.

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Copyright der Originalausgabe © 2017 by Ed McDonald

Copyright der deutschsprachigen Ausgabe © 2019 by Blanvalet

in der Verlagsgruppe Random House GmbH,

Neumarkterstr. 28, 81673 München

Redaktion: Alexander Groß

Umschlaggestaltung: Isabelle Hirtz, Inkcraft

nach einer Originalvorlage von Orionbooks/Gollancz

Umschlagdesign: Dan Smith – bionicgraphics

Umschlagmotiv: © Shutterstock.com/Depositphotos

Karte: © by Andreas Hancock

HK · Herstellung: sam

Satz: omnisatz GmbH, Berlin

ISBN: 978-3-641-21632-0
V002

www.blanvalet.de

1. Kapitel

Jemand hatte sie gewarnt, dass wir kommen würden. Die Sympathisanten hatten nichts zurückgelassen, bis auf eine leere Wohnung und ein paar illegale Gedichtbände. Eine halb aufgegessene Mahlzeit, geplünderte Schubladen. Sie hatten alles Tragbare zusammengeklaubt und waren nach Osten geflohen, ins sogenannte Elend. Damals, als ich noch eine Uniform trug, meinte der Marschall zu mir, nur drei Arten von Menschen würden freiwillig das Elend betreten: die Verzweifelten, die Dummen und die Gierigen. Die Sympathisanten waren offenbar verzweifelt genug. Ich scharte ein Dutzend dummer, gieriger Männer um mich und zog aus, sie zu töten.

Wir verließen Valengrad an einem Nachmittag, der nach Kanal, Bedauern und dem Ende eines weiteren miesen Sommers roch. Die Bezahlung war das Risiko nicht wert, doch Männer zu jagen war mein Beruf, und ich wollte unserer Beute nicht zu viel Vorsprung lassen. Die Hälfte des Lumpenpacks, das ich zusammengetrommelt hatte, war noch nie im Elend gewesen; sie machten sich fast in die Hose, als wir durch das schmale Stadttor nach draußen ritten. Nach einer Meile fragten sie nach Siefern und Krottlern. Nach zwei Meilen fing einer von ihnen an zu weinen. Meine erfahrenen Leute lachten und versicherten ihm, dass wir vor Einbruch der Dunkelheit zurück wären.

Drei Tage später hatten die Arschlöcher noch immer Vorsprung. Niemand lachte mehr.

»Sie sind zur Staubschlucht«, sagte Tnota. Er verstellte die Anzeigenscheiben seines Astrolabiums und hielt es hoch, um die Entfernung zwischen den Monden zu messen. »Hab dir gesagt, dass sie da hinwollen. Hab ich’s nicht gesagt, Hauptmann?«

»Einen Scheiß hast du.« Er hatte es gesagt. Die Fußspuren im feinen Kies gaben ihm recht.

»Und ob ich’s gesagt habe.« Tnota grinste mich an, die senfgelben Zähne schimmerten in seinem bräunlichen Gesicht. »Das weiß ich noch genau. Du bist mit den Papieren in die Taverne gekommen, und ich sagte: ›Ich wette, sie fliehen zur Schlucht.‹ Damit hab ich mir wohl einen Bonus verdient.«

»Selbst wenn unser Auftrag genug Geld für einen Bonus einbrächte, würdest du keinen kriegen. Die Bezahlung ist aber mies«, erwiderte ich.

»Nicht meine Schuld. Ich suche die Aufträge nicht aus«, sagte Tnota.

»Das ist heute das erste Mal, dass du recht hast. Jetzt sei still und berechne unsere Route.«

Tnota richtete das Glasaugeninstrument auf den Himmel, dessen Farbe einer Prellung glich, die eine Woche alt war: ein Gemisch aus schmierigem Gelb, Anflügen von Grün, blassem Violett und hässlichem Blutbraun, eine Staffelei ausgetretener Flüssigkeiten und geplatzter Kapillargefäße. Er verfolgte eine unsichtbare Linie zwischen den beiden Monden und zählte mit den Fingern mit. Die Risse im Himmel standen still, kaum ein Wispern drang durch die rastlosen Wolkenbänke.

Alles im Elend ist kaputt. Alles ist falsch. Je eher wir die Bastarde erschießen und nach Westen zurückkehren würden, desto besser.

Wir ritten durch Kies- und Sandbänke, das Felsgestein ringsum war schwarz und rot und trockener als Salz. Im Elend ist man etwas Sonderbarem ausgesetzt. Man spürt es die ganze Zeit wie die Luft ringsum, aber es ist eher dein Feind als dein Freund. Es dringt bis zum Gaumen vor, und dann schmeckt man das Gift. Ich hoffte, dass unsere Jagd bald vorbei sein würde.

Nach drei Tagesreisen durchs Elend, Richtung Südosten über schwarzen Sand, fanden wir die Überreste des Pferdes, das sie gestohlen hatten. Was immer ihm die Beine abgerissen hatte – die Sympathisanten, die wir jagten, hatten eine kluge Entscheidung getroffen. Sie hatten das Pferd seinem Schicksal überlassen und waren losgerannt. Das würde ihnen nicht viel Aufschub gewähren, denn jetzt gab es für sie kein Entkommen mehr. An der Art, wie meine Männer im Sattel saßen, sah ich ihnen die Erleichterung an. Bis zum Sonnenuntergang würden zwei Köpfe im Beutel am Pferd hängen, und wir wären wieder unterwegs zum Grenzgebiet, das als Zivilisation durchging.

Ich nahm meine Feldflasche aus dem Mantel und schüttelte sie – mal wieder. Sie war noch genauso leer wie bei den letzten drei Malen. Da mir der Branntwein ausgegangen war, musste ich mich mit armseligem Bier zufriedengeben, und selbst davon hatten wir nicht viel. Das Elend ist gefährlich für schwer bewaffnete Krieger. Dass zwei Zivilisten ohne Ausbildung, Vorbereitung und Waffen hier drei Tage vor uns hatten davonlaufen können, ging mir auf die Nerven. Ein Grund mehr, die Sache schnellstmöglich abzuschließen.

Im Sand war eine deutliche Spur zu sehen. Vor uns lag die Staubschlucht, eine schmale Kluft in der Erde. Die Spalte zog sich durch die Landschaft aus Wanderdünen, beißendem Sand und bröckeligem Gestein. Die vom Blitz verursachte Schlucht spiegelte einen Riss am Himmel wider, sie war das Abbild des Schadens im Firmament. Einer der Himmelsrisse begann sein hohes, sonores Heulen, und mein Trupp aus Nichtsoldaten griff nach ihren Geiststeinen und Amuletten. Leute wie sie mochten Mumm haben, doch sie waren auch abergläubischer als ein Priester am Feiertag. Sie wollten ebenso schnell aus dem Elend hinaus wie ich. Die Gegend machte sie nervös, und nervöse Soldaten vermasseln selbst die einfachsten Aufträge. Ein großzügiger Mann hätte meinen Trupp aus Halsabschneidern Soldaten genannt. Großzügige Männer sind grundsätzlich Idioten.

»Nenn, komm hier rauf!«, rief ich, als wir uns einem Hang näherten, der in die Dunkelheit hinabführte. Sie kaute Schwarzholz, ihre Kiefer arbeiteten, ihre Zähne waren schwarz wie Teer. Es gibt kein verstörenderes Geräusch in diesem Teil der Totenwelten. »Musst du das Zeug kauen?«

»Alle feinen Damen machen das.« Sie zuckte mit den Schultern.

»Nur weil irgendeine Gräfin den Mund voller fauler Zähne hat, musst du das ihr und ihren kriecherischen Freundinnen nicht nachmachen.«

»Du kannst mir keine Modeerscheinung vorwerfen, Hauptmann. Ich muss den Schein wahren.«

Warum Nenn glaubte, jemand würde sich ihre Zähne ansehen, obwohl ihr die Nase fehlte, war so rätselhaft wie die Modeerscheinung selbst. Kauen, kauen, kauen. Es wäre ebenso zwecklos, es Nenn zu verbieten, wie Tnota zu sagen, er solle sein Gemächt in der Hose lassen, das wusste ich aus Erfahrung.

Trotzdem funkelte ich sie an.

»Gibt’s Arbeit für mich, Hauptmann?«, fragte Nenn. Sie hielt inne und spie einen Klumpen Schwarzholz in den Sand.

»Wir gehen da runter. Nur du und ich.«

»Nur wir beide?« Die Holznase, die sie sich vors Gesicht geschnallt hatte, blieb reglos, aber die Haut zwischen ihren Augen warf Falten.

»Die sind nur zu zweit und nicht mal bewaffnet. Glaubst du nicht, wir werden mit ihnen fertig?«

»Ich fürchte mich nicht vor ihnen«, entgegnete Nenn. Sie spie das restliche Schwarzholz in die andere Richtung aus. »Da unten könnte alles Mögliche lauern. Vielleicht Sandräuber. Oder Krottler.«

»Vielleicht auch ein großer Topf mit Gold. Außerdem sind wir für Krottler viel zu weit südlich.«

»Und für Sandräuber?«

»Pack einfach deinen Scheiß zusammen. Wir gehen da runter. Ihre Köpfe müssen unbeschädigt sein, sonst werden wir nicht bezahlt, und du kennst unsere Leute ja. Man muss davon ausgehen, dass sie die Beherrschung verlieren. Der Hof rückt kein Geld raus, wenn er sich irgendwie davor drücken kann. Weißt du noch, was in Snosk passiert ist?«

Nenn blickte mich finster an. »Ja, ich erinnere mich.«

Snosk war uns allen in schlechter Erinnerung geblieben. Einen Auftrag zu erledigen und dann wegen einer Formalität nicht bezahlt zu werden passt keinem in den Kram. Bis zu dem Vorfall in Snosk war ich der Ansicht gewesen, man könnte jedes Gesicht irgendwie erkennen, solange man die Einzelteile richtig anordnet.

»Gut. Also mach dich bereit und sei wachsam.«

Ich stieg vom Pferd. Meine Beine waren wundgeritten, und vor zehn Jahren hätte ich nicht solche Schmerzen im Kreuz verspürt. Ich verbrachte nicht mehr genug Zeit im Sattel. Allmählich verweichlichte ich. Du bist nur außer Form, nicht alt, redete ich mir ein. Tnota stieg ab, um mir bei der Vorbereitung zu helfen. Er war noch älter als ich, und obwohl ich wusste, dass er niemandem ein Schwert ins Gesicht rammen würde, war er im Kampf etwa so nützlich wie ein Wachshelm. Er würde eher sich selbst verletzen als jemand anders. Unten in der Schlucht brauchte ich die skrupellose Nenn. Tnota prüfte die Riemen meiner Halbrüstung, bereitete mein Luntenschlossgewehr vor, und ich wählte die Waffen aus dem Arsenal am Sattel und schnallte sie mir um: einen Entersäbel mit kurzer Klinge und einen langen Dolch. Die Schlucht bot nicht genug Platz für Waffen, die länger waren als ein Arm. Ich war vor einigen Jahren schon einmal dort unten gewesen. Nicht sonderlich breit. Eher Gasse als Straße.

Nenn sah in dem geschwärzten Stahl recht gefährlich aus. Tnota zündete die Lunten an, und unsere Schusswaffen waren bereit, Blei zu spucken. Ich hatte nicht vor, sie einzusetzen. Die Kugel einer Luntenschlossbüchse richtet beim Ziel furchtbaren Schaden an, doch wie Nenn gesagt hatte, könnten wir auf Sandräuber stoßen. In den düsteren Eingeweiden der gesäuerten Erde lauerte alles Mögliche.

Je eher wir den Sympathisanten die Köpfe abschnitten und zur Stadt zurückreisten, desto besser.

»Es gibt nur drei Stellen, an denen man aus der Schlucht klettern kann«, sagte ich. »Weißt du noch, wo die anderen beiden sind?«

Tnota nickte. Er zeigte auf die betreffenden Stellen, eine etwa eine Meile entfernt, die andere eine halbe Meile weiter östlich.

»Gut. Falls wir sie aufscheuchen, schnappt sie euch und wartet auf uns.«

»Kinderspiel.«

»Tnota hat das Kommando«, rief ich, und meine Leute erweckten fast den Eindruck, als hörten sie zu. Keine Ahnung, wie ich es zustande gebracht hatte, einen solch wertlosen Haufen Kanalratten aufzugabeln. Zwanzig Meilen innerhalb des Elends, ohne Branntwein und mit einem Trupp Geschmeiß am Bein. Irgendwann in meinem Leben waren die Dinge arg aus dem Ruder gelaufen.

Ein Hang aus losem Gestein und alten, versteinerten Baumwurzeln führte in die Schlucht hinab. Kein leichter Abstieg, wenn man eine Waffe tragen musste und die Wände der Erdspalte kaum mehr als zwei Schritt voneinander entfernt waren. Noch dazu reichten die Lichtverhältnisse gerade aus, dass man halbwegs einen Fuß vor den anderen setzen konnte. Es war schwer, keine Kieslawinen in die Dunkelheit loszutreten. Wir versuchten, so leise wie möglich zu sein. Die Staubschlucht war tief. Vielleicht einer der Gründe, warum der Feind sich bevorzugt hier mit seinen Spionen und Sympathisanten traf. Unsere Patrouillen drangen selten so weit ins Elend vor, verließen zumeist nicht einmal die Wehr, aber wenn sie es taten, liefen sie für gewöhnlich nicht nach Einbruch der Nacht herum. So unvernünftig waren selbst die Offiziere nicht.

Die Luft war kühl und enthielt keinerlei Feuchtigkeit. Baumwurzeln wucherten aus dem Fels über uns. Einst hatte hier ein tausend Jahre alter Wald gestanden, bevor das Elend die Welt heimgesucht hatte. Nur die Wurzeln waren noch übrig, so trocken und grau wie alte Knochen. Es gab kein Wasser im Elend, und die gelegentlichen ölig-schwarzen Pfützen verhalfen keiner Pflanze zum Wachstum.

»Ich muss etwas gestehen«, sagte ich.

»Bist du plötzlich religiös geworden?«, knurrte Nenn.

»Wohl kaum.«

»Wolltest du mich allein in die Dunkelheit locken?«

»Unwahrscheinlich.« Ich umkletterte einen Geröllblock. Dabei stützte ich mich zu stark darauf ab, und er zerbröselte wie Kalk. Nichts im Elend ist von Dauer. »Der Hof zahlt uns diesmal mehr, als ich behauptet habe. Nicht viel mehr, aber genug, um mich nachdenklich zu stimmen.«

»Du hast uns belogen, was die Belohnung betrifft?«

»Klar. Ich sag euch nie, wie hoch sie ausfällt.«

»Arschloch.«

»Ja. Aber trotzdem. Ich frage mich, ob unsere Zielpersonen mehr sind als nur Sympathisanten.«

»Spione?«

»Nein. Was, wenn die Frau eine Braut ist?«

»Es gibt keine Bräute in Valengrad«, erwiderte Nenn so rasch, dass es kaum überzeugend klang.

Während des Abstiegs schirmte uns das Gewirr aus Wurzeln von Licht und Wind ab. Nenn blies auf ihre Lunte, damit die glühende, rauchende Spitze nicht verlosch. Der Lichtschein tauchte ihr Gesicht in teuflisches Rot. Der Geruch der langsam glimmenden Lunte wirkte in der Finsternis beruhigend, wie Holzrauch, nur bitter und säuerlich.

»Das wollen sie uns weismachen«, sagte ich. »Die Zitadelle hat letztes Jahr eine gefunden. Eine große, fast so breit wie ein Haus. Ihr Liebhaber hat das Gebäude abgefackelt und behauptet, es sei nur ein normales Feuer gewesen.«

Nenn versuchte zu schnauben – eine Gewohnheit, die sie noch nicht abgelegt hatte. Es klang seltsam, da die Luft nicht durch eine echte Nase entweichen konnte.

»Unfug. Das war nur eine fette alte Hure, die den falschen Offizier verärgert hat. Militärheinis benehmen sich lustig, wenn eine niedere Mätresse sie abweist. Er hat den Puff aus Bosheit abgebrannt und sich dann eine Ausrede einfallen lassen.«

Nenn glaubte immer nur das, was sie glauben wollte, und keine Unze Wahrheit mehr.

»Wie auch immer. Wenn da unten eine Braut ist, will ich keinen der Männer in der Nähe haben. Du weißt, was passieren kann.«

»Wieso glaubst du, du könntest einer Braut eher widerstehen als sie?«, fragte Nenn.

Ich senkte die Stimme. Zwar trugen Geräusche in der gewundenen Schlucht nicht weit, doch Vorsicht schadete nicht. »Kann ich wahrscheinlich nicht. Ich vertraue einfach darauf, dass du mich ignorierst und ihr den Kopf wegschießt.«

»Ich dachte, wir sollen ihr Gesicht nicht beschädigen?«

Ich warf ihr einen ernsten Blick zu – was in der Dunkelheit wenig Zweck hatte. »Wenn sie eine Braut ist, schieß ihr den verdammten Kopf weg. Klar?«

»Klar, Hauptmann Galharrow, ich schieß ihr den verdammten Kopf weg. Wär aber eine Schande, all die Arbeit für nichts.«

»Das mag sein. Aber besser als die Alternative. Wenn sie gezeichnet sind, werden wir trotzdem bezahlt.«

Ich rutschte auf Schotter aus, und Nenn stützte mich ab. Die Steine kullerten vernehmlich die schmale Neigung hinunter. Wir erstarrten. Wenn unsere Zielpersonen noch da unten waren, mussten wir vorsichtiger sein. Das Reden lenkte uns ab. Zeit, die Klappe zu halten und etwas wachsamer zu agieren. Vor uns vollzog die Felsschlucht eine Krümmung, und ich brachte meine Luntenschlossbüchse in Anschlag, bevor ich um die Ecke glitt. Noch mehr Schlucht. Wir schlichen weiter. Der Luntenrauch hing träge hinter mir in der stehenden Luft. Die Windstille trug hoffentlich dazu bei, dass der Rauch nicht vor uns hertrieb und sie warnte. Der Geruch ist unverwechselbar. Falls wir es mit einer Braut zu tun hatten, standen unsere Chancen am besten, wenn wir sie überraschten.

»Schau«, flüsterte Nenn. »Licht.«

Das blasse, künstliche Glühen von Phoslicht schimmerte um die nächste Krümmung. Ich schlich weiter, wählte die Schritte auf dem Fels so anmutig, wie es einem Mann meiner Größe möglich war. Ich hätte beim Tanzunterricht besser aufpassen sollen. Nenn bewegte sich eleganter als ich, sie erinnerte mich vage an die streunenden Stadtkatzen, hager, angespannt und zum Fauchen bereit. Sie bog mit der Waffe im Anschlag um die Krümmung.

Halb rechnete ich damit, dass sie feuern würde, doch sie verharrte, und ich blieb dicht hinter ihr stehen. Die Schlucht verbreiterte sich, nicht viel, doch viereinhalb Schritt sind eine Menge Platz, wenn man in der Erde eingeengt ist. Die Sympathisanten hatten ein kleines Lager aufgeschlagen. Ein Haufen verschlissener Decken lag neben einigen Holzstücken, aus denen sie offenbar kein Lagerfeuer zustande gebracht hatten. Eine leere Flasche lag auf dem Boden. Die einzige Lichtquelle war eine kleine Laterne, in der eine Phoskugel flackerte. Die Batteriespule war fast durchgebrannt.

Unsere Zielpersonen saßen mit dem Rücken zur Felswand. Beide tot. Ohne Zweifel. Die Augen traten ihnen weit aus den Höhlen, die Münder standen offen. Man hatte sie Seite an Seite gelehnt wie zwei schaurige Puppen, die jeden Moment aufspringen mochten. Lebendig hätten sie ganz normal gewirkt. Eine Frau mittleren Alters mit blauen Augen, Krähenfüßen und braunen Locken, die unter der weißen Mütze hervorlugten. Das Gesicht und die Kleidung der Toten waren mit Spritzern getrockneten Blutes übersät, das ihr aus Nase, Ohren und den Augen gedrungen war. Ihr Begleiter war auf dieselbe Weise verendet. Seine Uniform war mit Schlimmerem bedeckt als Schweiß und dem Staub des Elends.

Wären sie mir lebendig in der Stadt begegnet, hätte ich sie wohl nicht weiter beachtet. Ihre Leichen jedoch bannten meinen Blick.

Mein Unbehagen wuchs, breitete sich von meinem Bauch bis in die Brust aus. Die beiden wiesen keine sichtbaren Wunden auf, waren aber über und über mit Blut besudelt. So etwas hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Die Dinge im Elend sind grausam, doch sie töten wie Tiere. Das hier war ein blutiger, schneller Tod gewesen. Es wirkte fast, als hätten sie hier gesessen und auf ihre Ermordung gewartet.

»Etwas hat sie erwischt«, sagte Nenn. Sie hat ein wahres Talent dafür, das Offensichtliche auszusprechen, meine Nenn.

»Nein, wirklich? Was immer es war, könnte noch hier sein.« Ich wusste nicht, was für eine Abscheulichkeit die beiden getötet hatte, aber es hatte unsere Arbeit erledigt. Ich sog den Luntenrauch ein, genoss den beißenden Geruch.

»Der Angreifer ist längst weg. Das Blut ist schon seit Stunden getrocknet.«

Nenn senkte die Waffe. Sie setzte sich auf einen großen Stein und blickte die Leichen mit einem Ausdruck an, der sich sonst nie in dem zeigte, was von ihrem Gesicht übrig war. Ich sah ihr nicht an, was ihr durch den Kopf ging, und wollte sie nicht fragen. Ich fand eine kleine Gepäcktasche und durchwühlte sie. Ich hoffte, etwas zu finden, das ich dem Marschall oder den Höflingen verkaufen könnte – damit sich unsere Strapazen besser auszahlten. Die beiden hatten kaum Habseligkeiten dabei. Einige Gläser mit Salzfisch und nicht einmal genug Münzen für eine anständige Wette. Keine geheimen Sendschreiben, keine Karten von feindlichen Tunneln, keine Liste mit Sympathisanten und Spionen in Valengrad. Die Frau war ein Talent gewesen, eine Arbeiterin in den Phoswerken. Der Kerl war Leutnant in einer Artilleriekompanie gewesen. Aus welchem Grund sie auch immer der Menschheit den Rücken gekehrt hatten und ins Elend geflohen waren – sie hatten ihn mit ins Grab genommen. In dem wir wohl gerade standen.

Was für eine Vergeudung. Von Zeit und Geld, das mir der Hof zahlen würde, und auch ihre jämmerlichen Leben waren vergeudet. Sie hatten nicht einmal genug Wasser dabeigehabt, um das Elend halb zu durchqueren, geschweige denn, es bis ins dahinterliegende Reich zu schaffen. Vergeudung, wohin das Auge blickte.

Zeit, ein paar Köpfe abzuschneiden und dann von hier zu verschwinden.

Ich entdeckte etwas im Kies und Sand der Schlucht und erstarrte. Ich sah es eine Weile an, unfähig, mich zu regen. Ich lauschte.

»Wir müssen hier raus.«

»Was ist denn?« Nenn durchsuchte die Taschen der Toten.

»Wir müssen hier weg.«

Nenn hörte die Furcht in meiner Stimme, schaute zu mir und bemerkte dann ebenfalls den Fußabdruck. Ein sehr kleiner Abdruck. So klein, dass er uns nicht solche Angst hätte einjagen dürfen. Nenn sah mich mit geweiteten Augen an.

»Hol die Köpfe«, wisperte ich. »Schnell. So scheißschnell du kannst.«

Es gibt eine Menge Übles in der Welt. Manchmal handelt es sich dabei um Leute, und einige davon leben zufälligerweise im Elend. Ich wusste, dieser Abdruck konnte eine zufällige Abtragung im Sand sein, geformt wie ein Kinderfuß. Aber ebenso gut konnte er von einem Kindling stammen.

Ich atmete zu flach. Schweiß rann mir den Nacken hinab. Hoch konzentriert lauschte ich auf jedwedes Geräusch und hielt die Luntenschlossbüchse im Anschlag. Ich umklammerte die Waffe fest in dem Bemühen, das Zittern meiner Finger zu unterbinden.

»Komm schon, komm schon«, zischte ich.

Nenn ist sehr effizient, und sie wollte nicht auf unser Kopfgeld verzichten, nicht, nachdem wir drei Tage lang den Staub des Elends geschluckt hatten. Sie zog ihr Schwert und machte sich ans Werk wie ein Metzger. Ich befingerte den Lauf meines Gewehrs, überprüfte, ob der Luntenhahn gespannt war, der das Pulver in der Pfanne zünden würde. In der Stille der Schlucht schien sich nichts zu regen. Nenn begann zu schneiden und zu sägen, ihre Arme arbeiteten hart und schnell. Ich musterte erneut den Boden, sah jedoch nur den einen Fußabdruck. Halb so groß wie der eines Erwachsenen. Beide Sympathisanten hatten größere Füße.

»Du bist nicht schnell genug«, zischte ich.

»Geschafft!«, erwiderte Nenn. Sie riss die Beute mit einem Ruck von den knorpligen Hälsen. Sie würde ein Bad brauchen. »Die sind immer schwerer, als man denkt.« Sie hielt mir die Köpfe zur Begutachtung hin. Beide Gesichter unversehrt.

»Wedele nicht so damit herum. Zeig etwas Respekt.«

»Ich hab nicht den leisesten Respekt vor Sympathisanten.« Nenn spuckte auf den Körper des enthaupteten Mannes. »Sie wollen sich unbedingt den Hörigen anschließen – ist es denn so schlimm, ein Mensch zu sein? Ich behandle sie nicht wie Menschen, wenn sie keine mehr sein wollen.«

»Genug. Los jetzt.«

Wir wickelten die Köpfe in eine der alten Decken. Das Blut hatte zwar genug Zeit zum Trocknen gehabt, trotzdem könnte das, was die beiden ermordet hatte, noch in der Nähe sein. Das Hemd unter meiner Rüstung war durchgeschwitzt.

Wir kletterten über loses Gestein, folgten unseren eigenen Spuren zurück bis zur Mündung der Schlucht. Wir mussten unentdeckt bleiben und hatten zugleich das dringende Bedürfnis, schnell außer Gefahr zu gelangen. Die Köpfe baumelten in der Decke, die ich zu einem behelfsmäßigen Beutel geschlungen am Gürtel trug. Nenn hatte recht: Sie waren schwer, trotzdem kamen wir zügig über das Geröll und durch die versteinerten grauen Wurzeln voran. Die ganze Zeit behielt ich das Gebiet hinter uns im Blick, schaute ebenso oft zurück wie nach vorn. Mein Puls war erhöht, und in meinem Bauch breitete sich ein mulmiges Gefühl aus. Ich rechnete fast damit, dass wir, sobald wir die Schlucht verließen, unseren Trupp als zerstückelte Leichen vorfinden würden. Ich rief mir in Erinnerung, dass das Blut schon getrocknet war. Der Mörder hatte sein Werk verrichtet und war verschwunden.

Meine Sorge erwies sich als unbegründet. Meine Arschloch-Söldner jubelten, als wir aus der Schlucht kletterten, den blutgetränkten Sack im Schlepp.

»Lief alles glatt?«, fragte Tnota.

Ich ignorierte die Frage. »Wir brechen auf. Aufsitzen, bewegt eure verdammten Ärsche. Los! Jeder, der nicht in einer halben Minute im Sattel sitzt, wird zurückgelassen.«

Die Belustigung der Männer verschwand schlagartig. Sie blickten erbärmlich drein, doch sie hatten meinen drängenden Ton vernommen. Nenn sprang förmlich in ihren Sattel. Meine Männer wussten nicht, was uns so verängstigt hatte, und das mussten sie auch nicht erfahren.

»Meinst du, wir schaffen es heute noch bis zu einer Wehrstation?«, fragte ich Tnota.

»Unwahrscheinlich. Es ist schwer, eine Route zu berechnen, und wir sind mindestens sechzehn Standardmeilen tief im Elend. Der Rote Mond geht auf und bringt die normalen Linien durcheinander. Ich brauche eine Stunde, um eine ordentliche Route zu planen, wenn du genau nach Westen willst.«

»Das muss warten.«

Ich hielt mein Wort, steckte die Füße in die Steigbügel und spornte mein Pferd zum Galopp an. Ich ließ die Zügel schießen und blickte unentwegt westwärts, bis die Staubschlucht außer Sicht war. In scharfem Galopp ritten wir weiter, bis die Pferde am Rand des Zusammenbruchs waren.

»Hauptmann, wir müssen anhalten, sonst verliere ich alle Bezugspunkte zur Positionsbestimmung«, forderte Tnota. »Du weißt, was passiert, wenn wir uns hier draußen verirren. Wir müssen anhalten.«

Zögerlich ließ ich zu, dass die Pferde in Schritttempo verfielen, und eine halbe Meile später hielten wir an.

»Beeil dich«, sagte ich. »Berechne den schnellsten Weg nach Hause.«

Sich im Elend zu orientieren ist niemals leicht. Ohne einen guten Navigator kann man drei Tage lang in dieselbe Richtung reisen und gelangt schließlich wieder an den Ausgangspunkt. Das war ein weiterer Grund, warum ich es nicht hatte riskieren wollen, Tnota mit in die Schlucht zu nehmen. Die einzigen Konstanten im Elend sind die drei Monde: rot, golden und blau. Sie waren zu weit entfernt, als dass die ganze giftige Magie, die aus der Erde drang, sie beeinträchtigen konnte.

Ich ging zu einem Felsen, um mich zu erleichtern. Als ich mir die Hose zuschnürte, spürte ich ein Stechen auf der Innenseite meines linken Unterarms. Ich schnallte den Gürtel zu und redete mir ein, dass ich mir den Schmerz einbildete. Nein. Der Arm wurde definitiv wärmer. Sogar heiß. Verdammt. Jetzt war weder die Zeit noch der Ort für so etwas.

Es war fünf Jahre her, seit ich zuletzt etwas von Krähfuß gehört hatte. Ich hatte mich schon gefragt, ob der alte Bastard mich vergessen hatte. Doch als er mich nun kontaktierte, begriff ich, was für eine närrische Annahme das gewesen war. Ich war eine seiner Spielfiguren. Er hatte nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, mich zu bewegen.

Ich trat hinter eine Düne und krempelte den Ärmel hoch. Eine Menge Tinte ist in meine Haut gestochen, Erinnerungen in Grün, Schwarz und Blau. Ein kleiner Totenschädel für jeden Freund, den ich an der Wehr verloren hatte. Viel zu viele verdammte Schädel. Inzwischen konnte ich mich an einige von ihnen nicht mehr erinnern, aber es waren nicht die Schädel, die sich immer heißer anfühlten. Auf der Innenseite meines Unterarms trat deutlich ein detailreicher Rabe zwischen den schlichten Soldatentätowierungen hervor. Die Tinte zischte, und schwarze Tintentropfen schossen hervor, während der Rabe unangenehm heiß wurde. Ich öffnete den Gürtel und riss ihn aus den Schlaufen, dann band ich ihn mir um den Oberarm wie eine Aderpresse. Aus Erfahrung wusste ich, dass ich ihn brauchen würde.

»Na los«, knurrte ich mit zusammengebissenen Zähnen. »Bringen wir’s hinter uns.«

Das Fleisch wölbte sich, als etwas mit einem Ruck aus meiner Haut zu entkommen versuchte. Mein Arm zitterte, und der zweite Ruck schmerzte mehr als die Hitze. Dampf entwich zischend meinem Fleisch, das sich rot verfärbte, als würde es verbrühen. Ich zuckte zusammen, knirschte mit den Zähnen und schloss krampfhaft die Augen, als meine Haut sich bis aufs Äußerste dehnte und dann zerriss. Der Rabe richtete sich auf und kämpfte sich frei. So ein Rabe ist ein verdammt großer Vogel. Er wand sich durch das zerrissene Fleisch, mit Blut verklebt wie ein Neugeborenes, hüpfte auf einen Felsen und blickte dann mit schwarzen Augen zu mir auf.

Um den Schmerz zu ertragen, presste ich die Kiefer zusammen. Es hatte keinen Zweck, Schwäche zu zeigen. Krähfuß würde mich ohnehin nicht bemitleiden.

Ich neigte den Kopf vor dem Vogel. Die Namenlosen sind keine Götter, aber sie unterscheiden sich so sehr von den Sterblichen, dass es kaum einen Unterschied macht, und sowohl Götter als auch Namenlose sehen uns gern auf den Knien. Es gab keinen Grund, etwas zu sagen. Krähfuß hörte mir nie zu. Ich wusste nicht, ob er durch den Vogel hören konnte oder ob der Vogel nur aufgetaucht war, um seine Botschaft zu überbringen. Der Rabe öffnete den Schnabel, und ich hörte seine Stimme, ein tiefes, knirschendes Grollen. Als hätte er seit Kriegsbeginn jeden Tag eine Pfeife Weißblatt geraucht.

»GALHARROW«, kreischte er. Wütend. »GEH ZU STATION ZWÖLF. SORGE DAFÜR, DASS SIE ÜBERLEBT. VERMASSLE DAS NICHT

Der blutverklebte Rabe neigte den Kopf, dann blickte er zu Boden, als wäre er ein ganz gewöhnlicher Vogel auf der Suche nach Würmern. Vielleicht war er das ja auch, jetzt, nachdem er seine Nachricht überbracht hatte. Kurz darauf zuckte er zusammen und versteifte sich. Flammen schlugen ihm aus den Augen, Rauch drang aus dem Schnabel, und der Vogel sank tot nieder. Ich wischte mir das Blut vom Unterarm. Die Wunde war verschwunden, im Gegensatz zum Schmerz. Die Rabentätowierung war wieder an derselben Stelle wie zuvor, zeichnete sich blass unter der Haut ab, wie die Tinte bei einem alten Mann. Der Vogel würde beizeiten wieder deutlich hervortreten.

Ich gesellte mich wieder zu meinem Trupp. »Planänderung. Wir reiten zu Station Zwölf.«

Ich erntete verwirrte Blicke, doch niemand widersprach. Gut so. Befehle zu erteilen ist viel schwerer, wenn man selbst nicht den leisesten Schimmer hat, warum man es tut.

Tnota blickte zu den Monden. Der kaltblaue Clada war zum Horizont abgesunken. Die hellen bronzefarbenen Risse unterteilten den Himmel in verfärbte Stücke. Tnota befeuchtete sich den Finger, prüfte die Windrichtung, dann kniete er sich hin und strich durch den Kies. »Zwölf ist weiter von uns entfernt als andere Stationen, Hauptmann. Wir schaffen es nicht vor Einbruch der Dunkelheit dorthin. Ich kann uns aus dem Elend und dann nach Süden führen, über die Versorgungsstraße.«

»Ist das der schnellste Weg?«

»Der schnellste wäre der direkte. Aber wie ich schon sagte, dann schaffen wir es bis zur Dämmerung nicht aus dem Elend.«

»Schnellste Route, Tnota. Du kriegst einen Bonus, wenn ich vor Einbruch der Dunkelheit ein Bier in der Hand halte.«

Tnota grinste. Wir würden es rechtzeitig schaffen.