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© 2018 ZS Verlag GmbH

Kaiserstraße 14 b

D-80801 München

eISBN: 978-3-89883-862-7

1. Auflage 2018

Projektleitung: Kathrin Ullerich

Lektorat: Sylvie Hinderberger

Grafisches Konzept: ZERO Werbeagentur, München

Satz und grafische Gestaltung: Julia Arzberger, Catharina Burmester

Illustrationen (Akupressurpunkte): Tatiana Davidova

Bildredaktion: Henrike Schechter

Herstellung: Frank Jansen

Producing: Jan Russok

ePub-Konvertierung: Datagrafix GmbH Berlin


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HINWEIS

Die Ratschläge in diesem Buch wurden mit größter Sorgfalt von Autorinnen und Verlag erarbeitet und geprüft. Eine Garantie kann jedoch nicht übernommen werden. Ebenso ist eine Haftung der Autorinnen bzw. des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden ausgeschlossen. Erkrankungen mit ernstem Hintergrund gehören in ärztliche Behandlung! Bei bereits bestehenden Beschwerden kann das Buch keinen ärztlichen Rat ersetzen.

Bildnachweis:

iStock: S. 154, 157, 221, 265; Fotolia: S. 22 (unten), 23 (oben), 96, 167, 205, 239, 260, 266; Plote, Christine: S. 276; Mauritius: S. 44, 54, 151, 188, 209; Schütz, Anke: S. 2 (links unten, rechts oben), 30, 39 (links oben u. Mitte, rechts unten); Shutterstock: S. 12, 13, 16, 17, 20, 21, 22, 23, 49, 53, 100, 125, 128, 152, 165, 177, 186, 191, 200, 226, 231, 242; StockFood: S. 119, 133, 216; Wilfing, Michael: S. 2, 8, 12, 31, 33, 35, 36, 37, 39, 66, 68, 74, 76, 90, 140, 184, 194, 251, 254, 255, 270, 276; Your Photo Today: S. 130

Inhalt

Vorworte

NATURAPOTHEKE – ALLES, WAS SIE WISSEN MÜSSEN

Kinder mit natürlichen Mitteln heilen – was Sie wissen sollten

Aus der Praxis

Sieben Fragen zu Hausmitteln

Die fünf wichtigsten Zutaten aus der Küche

Sieben Fragen zur Phytotherapie

Die zehn wichtigsten Heilpflanzen für Kinder

Sieben Fragen zur Akupressur

Wie führe ich eine Akupressur durch?

Sieben Fragen zur Homöopathie

Zur Einnahme der Globuli

Heilende Tees

Inhalationen

Auflagen und Wickel

Bäder

Vielschichtige Zwiebel

Die Hausapotheke: eine Checkliste

GUTE BESSERUNG – KRANKHEITEN VON A–Z

Was tun, wenn mein Kind …

Ein Fall für die Notaufnahme?

GUT GESCHÜTZT – KLASSISCHE KINDERKRANKHEITEN

Impfen

Was und wie schlimm sind …

VORBEUGEN – KLEINER GESUNDHEITSRATGEBER

Die Immunabwehr stärken

Bewegung

Fünf Gründe, warum Bewegung dem Körper so guttut

Ernährung

Schritt für Schritt zu gesunder Kost

Essen als Medizin

Mind-Body-Medizin

Yoga für Kinder

Neue Medien

Konkrete Tipps & feste Regeln

Gefahren für die Gesundheit

Pubertät

Typische Beschwerden von Jugendlichen

Erste Hilfe

Adressen, Bücher, Links, Apps

Die Autorinnen

Impressum

Ein Wort vorneweg

Ich freue mich sehr, dass Frau Dr. Amarell die Naturheilkunde in der Behandlung von Kindern anwendet. Seit fast 20 Jahren werden bei uns in der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen erfolgreich Erwachsene mit dem Wissen aus Schulmedizin und naturheilkundlichen Verfahren ganzheitlich behandelt. Immer wieder wurde der Wunsch laut, dieses Therapiekonzept auch auf Kinder zu übertragen. Frau Dr. Amarell machte als Kinderärztin ihre naturheilkundliche Ausbildung in unserer Klinik in Essen. Sie arbeitet nun als Oberärztin weiter an dem Aufbau der Integrativen Medizin in der Kinderheilkunde am Kinderkrankenhaus St. Marien in Landshut, die wir im Rahmen eines Modellprojekts der Karl und Veronica Carstens-Stiftung (20152018) begonnen hatten. Die Komplementärmedizin ergänzt und erweitert die klassische Schulmedizin sinnvoll: sowohl im Krankenhaus als auch ambulant zu Hause.

Warum eignet sich Naturheilkunde besonders gut für Kinder? Zum einen sind Kinder besonders schützenswerte Patienten: Sie befinden sich in einer sensiblen körperlichen und seelischen Entwicklungsphase, für die es wenige Medikamente gibt und in der individuelle Therapieentscheidungen ganz besonders wichtig werden. Zum anderen reagieren Kinder besonders empfindsam auf das soziale Umfeld in Familie und Schule: Beziehung aber ist ein Aspekt von Krankheit und Gesundung, der in der Naturheilkunde in besonderer Weise ernst genommen und therapeutisch genutzt wird. Naturheilkundliche Verfahren haben viel mit Zuwendung und oft auch mit Berührung zu tun – zum Beispiel bei Wickeln und Auflagen.

Aber auch die Kinder selbst erfahren, welch faszinierendes Repertoire an Selbsthilfestrategien ihr Körper hat. Jede naturheilkundlich behandelte Krankheit ist deshalb auch ein Stück „Gesundheitslernen“: Krankheiten sind nicht unbedingt etwas Schlechtes, das man per Tablette und möglichst umgehend abstellen muss, sondern sie sind im Kindesalter ein natürlicher Schritt eines Entwicklungsprozesses. Das Immunsystem lernt dabei, sich gegen zukünftige Herausforderungen zu wappnen.

Wie findet man das richtige Rezept für sein Kind? Sinnvoll ist die Integration von Naturheilkunde in die Kinderheilkunde – wie wir das auf wissenschaftlicher Basis in einem Modellprojekt in Landshut, Essen und München tun. Kinderärztinnen und -ärzte könnten sehr davon profitieren, wenn sie sich naturheilkundlich fortbilden. Dafür gibt es inzwischen auch genügend akademische Angebote. Eine wichtige Domäne der Naturheilkunde ist immer auch die Selbsthilfe. Dafür bietet dieses Buch viele Beispiele: Zu 54 Krankheitsbildern finden Sie Möglichkeiten, die Selbstheilungskräfte Ihres Kindes zu unterstützen und seine Symptome zu lindern. Eltern sind dabei in einer besonderen Verantwortung, die Signale ihres Kindes richtig zu deuten und im Zweifel sofort einen Arzt aufzusuchen. Sie können aber auch selbst, in engem Austausch mit dem Kinderarzt, viel dazu beitragen, dass es Ihrem Kind bald wieder gut geht. Mit diesem Buch haben Sie einen guten Ratgeber zu Hause, der Sie durch die Kinder- und Jugendjahre treu begleitet und Ihnen viele Fragen beantworten wird.

Prof. Dr. Gustav Dobos,

Direktor der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin, Kliniken Essen-Mitte

Liebe Eltern,

immer mehr Mütter und Väter interessieren sich für natürliche und sanfte Heilmethoden. Sie möchten die Heilung ihres kranken Kindes aktiv unterstützen, sich bewusst um seine Gesundheit kümmern und sein Wachsen und Werden fördern.

Wie können Sie helfen? Eltern fragen mich immer wieder, welche Mittel und Anwendungen ich bei bestimmten Krankheiten empfehle und wie Ernährung und Lebensstil die Gesundheit beeinflussen. Manchmal ist die Unsicherheit groß, denn die Informationsflut nimmt stetig zu und es ist oft schwer, zwischen wirksamen und unzuverlässigen Therapien zu unterscheiden. Dabei können Sie als Eltern so wunderbar dazu beitragen, dass es Ihrem Kind schnell wieder besser geht. Der liebevoll angelegte Wickel, der richtige Tee: Heilen ist oft kein Hexenwerk. Die Zuwendung, die Sie Ihrem Kind bei der Zubereitung und Durchführung entgegenbringen, lindert oft zusätzlich die Beschwerden.

Alte Heilmethoden wiederentdecken. Für mich gehörten Zwiebelsaft und Wadenwickel als Kind immer zum „Gesundwerden“ dazu. Genauso wie Tee trinken, mit einem Halswickel ins Bett gehen, auf dem Schoß meines Vaters über dem Dampfbad inhalieren und das Fieber einfach auszuschwitzen. Als ich dann begann, Medizin zu studieren, kam keines dieser einfachen und wirkungsvollen Mittel in den Lehren vor. Dabei schließen sich Naturheilverfahren und Schulmedizin nicht gegenseitig aus. Im Gegenteil: Sie können sich unterstützen und zu einer ganzheitlichen Medizin ergänzen. Sind in manchen Fällen Antibiotika oder Operationen unbedingt erforderlich, sind in vielen anderen Fällen Wickel, Heilpflanzen und weitere naturheilkundliche Anwendungen die erste Wahl.

Begleitung durch die Kindheit: Ich freue mich, Ihnen mit diesem Buch einen Ratgeber an die Seite zu stellen, der Ihnen die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der Selbstbehandlung zeigt und Ihnen hilft, Ihr Kind gesund und geborgen aufwachsen zu lassen. In diesem Buch finden Sie viele sanfte und wirksame Verfahren, die Sie zu Hause anwenden können, um alltägliche Beschwerden und Infekte zu lindern, ihnen effektiv vorzubeugen und die Verantwortung für die Gesundheit Ihrer Kinder selbst mit in die Hand zu nehmen.

Ihre

Dr. Catharina Amarell,

Oberärztin an der Kinderklinik St. Marien in Landshut und Leiterin der Abteilung für Integrative Medizin

Kinder mit natürlichen Mitteln heilen – was Sie wissen sollten

Die Nacht war kurz, weil sich Ihr Kind mehrfach erbrochen hat. Und der Husten des kleinen Bruders zieht sich auch schon über mehrere Tage. Wer Kinder hat, kommt aus dem Krankenkarussell manchmal nur schwer wieder heraus. Dabei gehören Infekte und Krankheiten zum Kindesalter dazu. Doch Eltern sind oft unsicher, was dann zu tun ist. Muss ich bei jeder Krankheit sofort zum Kinderarzt gehen? Was kann ich selbst tun? Welche sanften Methoden oder Anwendungen gibt es, mit denen ich die Heilung unterstützen kann?

Mit diesem Buch möchten wir Ihnen ein umfang- reiches Nachschlagewerk an die Hand geben, das die wichtigsten Fragen zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern ab 2 Jahren beantwortet. Sie als Eltern können nämlich sehr viel dazu beitragen, dass es Ihrem Kind schnell wieder besser geht. So rasch Kinder erkranken, so wenig brauchen sie oft, um wieder auf die Beine zu kommen. Das wichtigste Heilmittel ist meist die elterliche Zuwendung: Durch liebevolle Worte, Kuscheln auf der Couch, gemeinsame Ruhezeiten und einen warmen Tee werden die Beschwerden oft schon leichter. Zudem helfen bewährte natürliche Heilmittel, Krankheiten bes- ser zu überstehen und Symptome zu lindern.

WAS BEWIRKT DIE NATURHEILKUNDE BEI KINDERN?

Kinder reagieren sehr sensibel und empfindlich auf äußere Reize und Veränderungen: Deshalb sind sanfte natürliche Mittel besonders geeignet, um die Selbstheilungskräfte des Körpers und die körperliche Regulationsfähigkeit (also das Anpassen an Reize) anzuregen. Ihr Kind wird mit einer gestärkten Abwehr aus dem Infekt herausgehen. Denn durch die Auseinandersetzung mit diesen Erregern und den Kontakt mit äußeren Einflüssen wie Wind, Wärme oder Kälte entwickelt Ihr Kind seine eigene Immunabwehr.

So haben Krankheiten im Kindesalter also auch ihren Sinn und sind ein natürlicher Schritt in der kindlichen Entwicklung: ein Baustein im Prozess des Wachsens, Veränderns und der Anpassung. Eine ständige Unterdrückung von Symptomen sowie ein Abschirmen vor Krankheitserregern und äußeren Einflüssen wie Wind, Wärme oder Kälte würde die Entwicklung des Immunsystems beeinträchtigen.

Verständlich aber ist, dass Sie als Mutter oder Vater Ihrem Kind dabei helfen möchten, dass es ihm schnell wieder besser geht. Mehr als die Hälfte aller Eltern, so zeigen verschiedene Studien, wenden dabei natürliche Heilmethoden an – sogenannte komplementäre Verfahren. Die Palette dieser Verfahren ist breit: Das können pflanzliche Medikamente sein (sogenannte Phytotherapeutika), Hausmittel wie Wadenwickel oder therapeutische Tees. Andere Eltern greifen zu unterstützenden Vitaminpräparaten, Bachblüten oder anthroposophischen Mitteln. Wieder andere vertrauen auf die traditionelle chinesische Medizin oder auf die Homöopathie.

Sanfte Verfahren auf dem Vormarsch

Häufig geschieht so eine Behandlung ohne Absprache mit dem behandelnden Kinderarzt. Wichtig ist aber, dass dieser darüber Bescheid weiß: Denn nicht jedes Mittel und Verfahren ist gut untersucht und zuverlässig. Nicht jedes Mit- tel, das bei Erwachsenen gut hilft, ist auch für Kinder geeignet und selbst pflanzliche Mittel können Nebenwirkungen haben. Haben Sie keine Sorge, dass Ihr Arzt naturheilkundliche Verfahren womöglich nicht ernst nimmt: Imme mehr Kinderärzte haben sich in komplementären Therapien weitergebildet und schätzen die Heilkraft der Natur bei alltäglichen Infekten. Und inzwischen gibt es auch immer mehr Studien, die verschiedene natürliche Heilmethoden untersuchten. Sie konnten zeigen, dass die Anwendung komplementärmedizinischer Methoden die Lebensqualität kranker Kinder verbessert, Symptome lindert und beim Verarbeiten einer Erkrankung hilft. Besonders erfolgreich eingesetzt wird die Kombination von Schulmedizin und komplementären Verfahren bei chronischen Krankheiten wie zum Beispiel Asthma oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sowie bei funktionellen Beschwerden wie dem sogenannten Reizdarm oder bei Kopf- und Rückenschmerzen.

An den Akut-Krankenhäusern werden komplementäre Therapien nur sehr selten angewendet. Das Kinderkrankenhaus St. Marien in Landshut, an dem Frau Dr. Amarell tätig ist, ist eines der ersten bundesweit, das in einem Pilotprojekt solche komplementären Verfahren in den Klinikalltag integriert. Es reagiert damit auf die Nachfrage der Eltern sowie die steigende Zahl von chronisch kranken Kindern. Unterstützt wird das Projekt von der Karl und Veronica Carstens-Stiftung. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts erfolgt in Zusammenarbeit mit der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin des Knappschafts-Krankenhauses in Essen, das in der Behandlung von Erwachsenen bereits sehr renommiert ist.

ZUM AUFBAU UND GEBRAUCH DIESES BUCHS

So unbestritten die Wirksamkeit von naturheilkundlichen Mitteln auch ist: Viele Eltern haben keine oder nur sehr wenig Erfahrung im Umgang damit und sind deshalb oft unsicher und haben Angst, etwas falsch zu machen. Früher wurde dieses Wissen meist von Generation zu Generation weitergegeben – heute fehlt diese Großfamilie oft. So ist über die Jahre viel Wissen über Hausmittel und Anwendungen verloren gegangen. Mit diesem Buch möchten wir Ihnen dieses Wissen zurückgeben.

Im ersten Teil des Buchs beantworten wir Ihnen die sieben häufigsten Fragen zu den vier komplementären Verfahren Hausmittel, Pflanzenheilkunde, Akupressur und Homöopathie. Anschließend stellen wir Ihnen die wichtigsten Anwendungen vor: wie Sie Wickel und Auflagen richtig anlegen, was Sie beim Teekochen beachten müssen, welche Wasseranwendungen wann wirksam sind. Im Anschluss daran erfahren Sie alles Wichtige zu den 54 häufigsten Erkrankungen im Kindesalter – von Akne über Erkältung und Kopfschmerzen bis zu Zeckenstichen. Wir beschreiben, welche Symptome jedes Krankheitsbild zeigt, wann Sie zum Arzt gehen müssen, wie Sie der Krankheit vorbeugen können. Und natürlich, welche Tipps und Anwendungen Sie nutzen können, damit Ihr Kind schnell wieder gesund wird.

Besondere Umstände

Wenn bei Ihrem Kind eine chronische Erkrankung wie Diabetes oder Epilepsie diagnostiziert wurde, können Sie prinzipiell alle Anwendungen, die in diesem Buch genannt sind, durchführen. Ebenso, wenn Ihr Kind geistig oder körperlich behindert ist. Nimmt Ihr Kind regelmäßig Medikamente ein, zum Beispiel Antiepileptika oder Blutverdünner, kann es bei manchen pflanzlichen Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen. In diesen speziellen Fällen wird aber jeweils darauf hingewiesen. Bei einer bekannten Allergie dürfen Sie keine Anwendungen durchführen, die das entsprechende Allergen enthalten: Bei einer Allergie auf Milcheiweiß etwa müssen Sie auf Quarkwickel verzichten, bei einer Allergie auf Korbblütler wie Arnika dürfen Sie keine Salben oder Mittel verwenden, die diese Pflanze enthalten. Allgemein gilt: Die Dosierungen, die in diesem Buch empfohlen werden, sind Richtwerte. Ist Ihr Kind für sein Alter deutlich zu klein oder zu leicht, dann passen Sie bitte die Dosierung entsprechend an.

Wir empfehlen Ihnen bei jedem Krankheitsbild bewährte Hausmittel und äußere Anwendungen sowie bewährte und gut untersuchte Pflanzenpräparate und Tees. Zudem erfahren Sie, welche Akupressurpunkte Sie zur Linderung und Heilung einsetzen können und welche Homöopathika zur Selbstanwendung geeignet sind.

Abgerundet wird das Kapitel durch informative Texte zum Impfen, zu Notfällen sowie Tipps, wie Sie auf kranke Kinder am besten eingehen.

Einfach und alltagstauglich

Bei der Auswahl der Anwendungen haben wir neben der Wirksamkeit und guten Verträglichkeit vor allem darauf geachtet, dass sie möglichst einfach durchzuführen und alltagstauglich sind. Daher haben wir auf umfangreiche Teemischungen (bis auf Einzelfälle) oder schwer zu bekommende Zutaten verzichtet. Vieles, was wir Ihnen empfehlen, haben Sie immer zu Hause. Denn krank wird Ihr Kind meist mitten in der Nacht oder am Wochenende, wenn die Apotheke um die Ecke zuhat. Sie können aus den zahlreichen natürlichen Heilverfahren diejenigen auswählen, die für Ihr Kind am angenehmsten und hilfreichsten sind. Es kann sein, dass Ihre Große am liebsten Wickel mag, der Kleine aber besonders von der Akupressur profitiert. Seien Sie mutig und probieren Sie die vorgeschlagenen Hausmittel einmal aus. Es wird Sie überraschen, wie einfach ein Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen oder ein Wadenwickel bei Fieber angelegt ist und wie rasch sie Linderung bringen. Nebenbei: Das hilft natürlich nicht nur bei Kindern. Alle Mittel können Sie auch bei sich selbst anwenden.

Ganzheitliche Unterstützung

Aber nicht nur mit der Gabe und Verwendung von natürlichen Mitteln können Sie Ihr Kind unterstützen. Die Basis der Gesundheit ruht laut Pfarrer Sebastian Kneipp auf fünf Säulen: Neben den bekannten Wasseranwendungen und pflanzlichen Mitteln sind dies eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und der Lebensstil (Mind-Body-Medizin). Daher finden Sie in diesem Buch bei den einzelnen Krankheitsbildern auch immer wieder Tipps und Empfehlungen zur Ernährung, zu Bewegung und Entspannung oder zum Lebensstil. Vertieft wird all das in einem umfangreichen zweiten Teil: dem kleinen Gesundheitsratgeber. Dort verraten wir Ihnen, wie Sie Ihr Kind ganzheitlich in seiner Entwicklung unterstützen können und ihm Freude an Bewegung, Ernährung und Entspannung vermitteln. Auch was Sie wissen sollten, wenn Ihr Kind in die Pubertät kommt, und was Sie beim Thema neue Medien beachten sollten, erfahren Sie. Ein Kapitel zur Ersten Hilfe und Hinweise, wie Sie das Immunsystem stärken können, runden diesen Teil ab.

Vielleicht vermissen Sie die ein oder andere Anwendung oder die ein oder andere Methode. Wir haben uns entschieden, Ihnen nur solche Anwendungen und Methoden zu empfehlen, die sich im langjährigen Einsatz bewährt haben und die sicher sind. Gerade die Wirksamkeit von Phytotherapie und Akupunktur konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden. Die Verfahren aus dem Bereich der Hausmittel basieren auf jahrelanger Erfahrung und die Wirkung vieler Küchenmittel wie zum Beispiel Zwiebel oder Honig wurde inzwischen ebenfalls erforscht und bestätigt. Die Homöopathie wird im deutschsprachigen Raum als häufigstes komplementäres Heilmittel von Eltern angewandt. In diesem Buch werden nur Globuli empfohlen, die sich in der Selbstanwendung als wirksam erwiesen haben.

Beim Zusammenstellen der Mittel wurde Catharina Amarell von zwei ihrer Kollegen aus dem Kinderkrankenhaus St. Marien in Landshut unterstützt: Herrn Dr. Heinrich Eberhardt und Frau Dr. Annette Schönauer, die ihre langjährigen Erfahrungen in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie einfließen lassen.

ALLES GUTE FÜR IHR KIND

Wir hoffen, dass Sie dieses Buch nicht allzu oft zur Hand nehmen müssen, weil Sie akut Hilfe für Ihr krankes Kind suchen. Aber wir freuen uns, wenn Sie immer wieder darin blättern und es zu einem Nachschlagewerk wird, das Sie und Ihr Kind über Jahre begleitet. Und hoffentlich auch das ein oder andere Überraschende für Sie bereithält.

Aus der Praxis

Wie gut naturheilkundliche Verfahren wirken, beobachtet Frau Dr. Amarell im Klinikalltag immer wieder – und das nicht nur ergänzend zur klassischen Schulmedizin, beispielsweise bei chronischen Krankheiten. Sehr oft können sie „normale“ Arzneimittel auch komplett ersetzen.

AKUPUNKTURPFLASTER HELFEN

Vor Kurzem kam ein 6-jähriger Junge zu uns in die Klinik, der erneut operiert werden musste. Der Anästhesist setzte sich mit ihm und seinen Eltern zum Aufklärungsgespräch zusammen. Und der Junge sagte sofort: „Ich will den Kleber wieder haben!“ Der „Kleber“ ist ein Pflaster mit einer winzigen Akupunkturnadel daran. Sofern die Eltern mit naturheilkundlicher Behandlung einverstanden sind, kleben wir den Kindern dieses Akupunkturpflaster während der Operation auf den Punkt Perikard 6 (kurz: Pe 6). Das ist ein Punkt gegen Übelkeit und Erbrechen, der gut erforscht ist. Nach einer Operation leiden Kinder oft an Übelkeit, und wenn ihnen dann schlecht wird, drücken sie auf das Akupunkturpflaster – wir zeigen ihnen natürlich, wie sie das machen müssen. Sie merken dann, wie die Übelkeit rasch nachlässt. Da der Junge bereits operiert worden war, kannte er den Unterschied zwischen einer Genesungsphase mit Perikard-6-Pflaster und ohne.

FANTASIEVOLLES GEMÜSE

Kinder, die auf unserer psychosomatischen Station aufgenommen sind oder Patienten mit Diabetes, kochen regelmäßig in unserer Lehrküche mit einer Ernährungsberaterin. Dann stehen immer ziemlich ungewöhnliche Gerichte auf dem Speiseplan wie Popeye-Creme oder Sonnensauce. Klingt lecker, oder? Dabei steckt nichts anderes dahinter als Spinat bzw. Gemüsesauce. Wenn man es richtig verpackt, wird selbst der größte Gemüsemuffel schwach. Einmal erzählten uns Eltern, dass sich ihr Sohn zu Hause danach Lasagne mit Gemüse statt mit Fleisch zum Mittagessen wünschte.

DIE ANGST WEGZAUBERN

Vor einiger Zeit kam ein 5-jähriges Mädchen mit einem Fieberkrampf zu mir in die Notaufnahme. Das Kind hatte furchtbare Angst vor einer Spritze und davor, dass es im Krankenhaus bleiben müsste. Es weinte und klammerte sich an sein Kuscheltier. Das erleben wir in der Klinik häufig, aber so hätte ich dem Mädchen nur sehr schwer Blut abnehmen können. Ich wollte ihm erst einmal die Angst nehmen: Ich ging mit dem Mädchen auf eine imaginäre Reise zu seinem persönlichen Ort der Ruhe und Geborgenheit. Das Kind sollte sich einen Ort vorstellen, den es ganz besonders schön findet und an dem es sich ganz sicher fühlt. Wie sieht es dort aus? Wie riecht es? Wie fühlt es sich an? Auf einmal wurde das Mädchen ganz ruhig, schloss die Augen und ich konnte Blut abnehmen, ohne dass es etwas davon merkte. Danach sagte das Mädchen: „Das war schön. Ich war zu Hause auf der Couch mit meiner Katze.“ Die Mutter fragte mich verwundert, ob ich ihre Tochter hypnotisiert hätte. Und tatsächlich nutzte ich hier die Hypnotherapie und erzeugte so eine Trance, bei der das Kind aber immer ansprechbar und bei klarem Bewusstsein ist. Schmerzen allerdings nehmen Kinder nicht mehr (so stark) wahr. Bei uns im Haus absolvierten mehrere Ärzte und Schwestern eine Schulung in Hypnotherapie. Viele von ihnen waren anfangs skeptisch. Wir probierten das Verfahren dann an uns selbst aus und stachen uns auch mit einer Nadel. Es war wirklich unglaublich: Man merkt zwar alles, aber es fühlt sich überhaupt nicht schmerzhaft an. Die meisten Kinder sind für Hypnotherapie sehr empfänglich. In anderen Ländern wie den Niederlanden ist sie bereits ein etabliertes Verfahren: nicht nur bei akuten, sondern auch bei chronischen Schmerzen.

Kleine Tricksereien für die Gesundheit

DEM DARM AUF DIE SPRÜNGE HELFEN

Sehr oft kommen Kinder mit Bauchschmerzen oder Verstopfung zu uns. Auch bei Kindern mit einer chronischen Darmerkrankungen oder nach einer Operation ist der Darm häufig aus dem Gleichgewicht. Unsere Physiotherapeuten führen bei diesen Kindern dann gerne eine Fußreflexzonenmassage durch. Sie unterstützt die Darmtätigkeit und regt die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Wir bemerken, dass die Kinder weniger Blähungen haben und sich Verstopfungen schneller lösen. Die Therapeuten zeigen diese Handgriffe auch den Eltern, damit sie die Massage zu Hause anwenden können. Solche Griffe kann jeder lernen. Und Eltern können so aktiv etwas zur Heilung ihrer Kinder beitragen.

Die fünf wichtigsten Zutaten aus der Küche

Gut, wenn Sie diese Lebensmittel immer zu Hause haben: Denn meist wird ein Kind genau dann krank, wenn kein Arzt Sprechstunde und kein Supermarkt geöffnet hat. Mit Honig, Quark und Co. können Sie schnell wirksame Heilmittel herstellen.

HONIG

Endlich einmal etwas Süßes, das gesund ist – und das, obwohl Honig zu etwa 80 Prozent aus Zucker (Fruktose und Glukose) besteht. Aber der Rest hat es in sich: Vitamine, Enzyme, Aminosäuren, Antioxidantien und Inhibine. Diese Stoffe hemmen Entzündungen und wirken gegen Bakterien, Pilze und Viren. Studien zeigen, dass ein Teelöffel Honig vor dem Schlafengehen wirksamer ist als synthetische Hustensäfte aus der Schulmedizin. Auch bei Halsentzündungen und Bronchitis hilft Honig. Wird medizinischer Honig als Auflage bei Wunden benutzt, wirkt er antiseptisch und unterstützt die Wundheilung. Schon der griechische Arzt Hippokrates nutzte ihn, um offene Wunden zu heilen. Wer Tee mit Honig süßt, sollte den Tee auf mindestens 38 °C abkühlen lassen, sonst werden die Enzyme im Honig zerstört. Und auf die kommt es ja an.

INGWER

Die tropische Wurzel ist nicht jedermanns Sache, denn sie schmeckt sehr intensiv und scharf. Doch genau das macht sie so gesund: Die ätherischen Öle des Ingwers und seine Scharfstoffe wie Gingerole und Shogaole bewirken, dass der Körper mehr Speichel und Magensäure bildet. Das regt den Appetit und die Verdauung an und mindert Übelkeit und Brechreiz. Zudem wirken die Scharfstoffe entzündungshemmend und schmerzlindernd. In der chinesischen Medizin wird roher und getrockneter Ingwer verwendet, und das vermutlich schon seit Urzeiten: Roher Ingwer ist bereits im „Shennong“ erwähnt, einem etwa 2000 Jahre alten Buch über chinesische Heilkräuterklassiker.

QUARK

Quark ist seit Jahrhunderten ein bewährtes Heilmittel. Grund sind die Milchsäurebakterien: Sie können Schleim verflüssigen und Entzündungsstoffe hemmen. Zudem wirkt Quark schmerzlindernd, kühlend und abschwellend. Deshalb eignen sich Umschläge oder Wickel mit Magerquark gut bei Halsschmerzen, Gelenkentzündungen, Prellungen und Verstauchungen, Sonnenbrand, Verbrennungen und Insektenstichen, aber auch bei Bronchitis und festsitzendem Husten.

ZITRONE

Die Heilkraft der Zitrone bemerkten Ärzte bereits im 17. Jahrhundert. Sie hatten beobachtet, dass Seeleute, die auf langen Seereisen Zitronen aßen, viel seltener an Skorbut litten – einer Vitaminmangelkrankheit. Die erste klinische Studie dazu führte im Jahr 1747 der schottische Schiffsarzt James Lind durch. Auch heute noch gilt die Zitrone wegen ihres Vitamin-C-Gehalts und der ätherischen Öle als probates Heilmittel bei Erkältungskrankheiten – etwa als heiße Zitrone. Da Vitamin C sehr hitzeempfindlich ist, sollten Sie den Zitronensaft dafür aber immer nur mit lauwarmem Wasser übergießen. Mit dem Saft kann man auch Wickel tränken (etwa bei Halsschmerzen, Mandelentzündung und Heiserkeit) oder Warzen betupfen. Zitrone wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, schleimlösend und belebend. Wichtig: Verwenden Sie nur den Saft ungespritzter Zitronen.

ZWIEBEL

Eine Zwiebel im Haus ist Gold wert: Sie hilft bei Insektensichten genauso wie bei Ohrenschmerzen, Erkältungskrankheiten oder Zahnweh. Werden Zwiebeln angeschnitten, reagieren die darin enthaltenen Schwefelverbindungen. Es entstehen verschiedene chemische Verbindungen, darunter auch das Propanthial-S-oxid, das die Schleimhäute reizt und die Augen tränen lässt. Vor allem diese Schwefelverbindungen sind für die heilende Wirkung verantwortlich. Zwiebeln wirken antibiotisch, antiviral, keim- und entzündungshemmend sowie abschwellend. Zudem enthalten sie viel Vitamin C. Seit über 5000 Jahren gehören sie schon zu den Heilpflanzen.

Die zehn wichtigsten Heilpflanzen für Kinder

Folgende zehn Pflanzen besitzen besondere Heilkräfte. Ihre Bestandteile sind häufig in Phytopharmaka enthalten, sie können als Tee getrunken oder als Zusatz für Auflagen und Wickel genutzt werden. Jede von ihnen hat sich gerade bei der Behandlung von Kindern bewährt, sodass die Pflanzen bei einer Vielzahl von Alltagsbeschwerden helfen können.

Arnika

Wer einmal eine wild wachsende Arnika sehen möchte, muss hoch hinaus – und braucht viel Glück, denn diese Pflanze wächst nur im Gebirge und ist sehr selten (Naturschutz). Ihre gelben Blüten enthalten den Entzündungshemmer Helenalin. Er verhindert, dass entzündungsauslösende Stoffe gebildet werden. Zudem wirkt Arnika antibakteriell und schmerzlindernd.

Eibisch

Fast samtartig sind die Blätter des Eibischs, einer Pflanze aus der Familie der Malvengewächse. Und fast samtartig legen sich seine Wirkstoffe auf die gereizte, trockene und entzündete Schleimhaut und beruhigen sie. Grund sind die Schleimstoffe, die Galacturonorhamnane und Arabinogalactane, die vor allem in der Wurzel enthalten sind. Auf Englisch heißt die Pflanze übrigens Marshmallow – denn aus ihrer Wurzel wurde früher genau diese Süßigkeit hergestellt.

Kamille

Kamille ist das Allroundtalent unter den Heilpflanzen: Sie kann innerlich und äußerlich angewendet werden – als Tee, Gurgellösung, Wickel oder Inhalationslösung. Kamille enthält ätherischen Öle, Flavonoide (Farbstoffe) und Cumarine (aromatische Pflanzenstoffe), die Entzündungen hemmen und antibakteriell und krampflösend wirken.

Holunder

Der Holunder macht es einem nicht leicht: Verwendet man die Blüten oder lässt man sie reifen, bis sie Früchte tragen? Die Blüten stecken voller ätherischer Öle, reizmildernder Pflanzenschleime und Flavonoide (Farbstoffe, die entzündungshemmend wirken). Die Beeren enthalten viel Vitamin B2 und C, außerdem viele gelbe und dunkelblaue Farbstoffe, die die Zellen schützen. Die Blüten verwendet man vor allem als Tee für Schwitzkuren bei Fieber und Erkältung, Husten und Schnupfen. Aus den Beeren wird Saft hergestellt, der das Immunsystem gegen Erkältungen stärkt.

Kapuzinerkresse

Die Blüten der Kapuzinerkresse pimpen nicht nur jeden Salat auf, die Senföle der Blüten und Blätter vernichten auch Viren, Pilze und Bakterien. Und was die Pflanze zur eigenen Verteidigung einsetzt – knabbert ein Tier an ihr, setzt sie die Senföle frei –, wirkt auch bei Menschen. In der Pflanzenheilkunde gilt die Kapuzinerkresse als ein Breitband-Antibiotikum, weil sie sich gegen so viele feindliche Eindringlinge wehren kann. Von der Pflanze aus dem Garten sollten Kinder und Erwachsene trotzdem nicht zu viel essen: Zu viele Blätter und Blüten reizen wegen der Senföle Magen und Nieren.

Meerrettich

Die Meerrettichwurzel wird seit dem Mittelalter in der Pflanzenheilkunde verwendet. Vor allem wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts stärkt sie die Abwehrkräfte und schützt vor Erkältungen. Zudem enthält Meerrettich – wie auch die Kapuzinerkresse – Senföle. Deren Schärfe wirkt antibakteriell gegen Pilze, lindert Infekte der oberen Atemwege sowie Blasenentzündungen, leichte Muskelschmerzen und Krämpfe.

Kümmel

Kümmel ist eines der ältesten Gewürze der Welt. Aus den Kümmelfrüchten wird ätherisches Öl gewonnen: Dieses bewirkt zum einen, dass mehr Magensäure ausgeschüttet wird – das regt den Appetit an. Zum anderen entspannt es die Muskulatur des Verdauungstrakts – das verhindert ein Völlegefühl und wirkt Blähungen stark entgegen.

Pfefferminze

Noch so ein Multitalent: Pfefferminze beruhigt den Magen und hilft bei Reiseübelkeit. Das ätherische Öl Menthol wirkt desinfizierend, entspannt die Muskulatur des Magen-Darm-Trakts und regt die Verdauung an. Es hilft bei Kopfschmerzen und macht bei Schnupfen die Atemwege frei. Auch die Pfefferminze kann äußerlich und innerlich angewendet werden. Pfefferminze können Sie leicht selbst ziehen: Es muss aber die echte sein (ihr botanischer Name lautet Mentha x piperita). Nur sie enthält ausreichend ätherische Öle.

Salbei

Salbei ist vor allem bei Halsschmerzen das perfekte Mittel: Wegen seines hohen Gehalts an Gerbstoffen und der ätherischen Öle Cineol, Campher und Thujon desinfiziert er, hemmt Entzündungen, wirkt gegen Keime, ist zusammenziehend und blutstillend. Die zusammenziehenden, keimwidrigen und geruchsbindenden Gerbstoffe helfen zudem gegen übermäßiges Schwitzen und Mundgeruch. Verdauungsfördernd ist Salbei auch: Die Bitterstoffe unterstützen den Körper dabei, Fettes besser zu verdauen, und verhindern Blähungen. Kein Wunder, dass Salbei so viel kann: Sein Name kommt schließlich von dem lateinischen Wort „salvare“ (heilen).

Thymian

Und noch so eine Wunderwaffe der Natur: In Thymian stecken viele würzige ätherische Öle wie Thymol oder Carvacrol, Bitter- und Gerbstoffe, Flavonoide (Farbstoffe, die entzündungshemmend wirken) und Saponine (Pflanzenstoffe, die antibiotisch und immunstimulierend wirken). Thymian kann man als Tee trinken oder gurgeln, man kann ihn als Zusatz fürs Bad oder zum Inhalieren verwenden. Wegen seiner schleim- und krampflösenden Wirkung kommt er gern gegen Atemwegserkrankungen zum Einsatz. Das klassische „Husten- und Schnupfenkraut“ hilft aber auch genauso gut bei Hauterkrankungen und Verdauungsbeschwerden.

Wie führe ich eine Akupressur durch?

Für die Behandlung sollte Ihr Kind bequem liegen oder sitzen und nicht frieren oder schwitzen. Nehmen Sie sich Zeit: Hektik und Unruhe übertragen sich sonst auf Ihr Kind und machen eventuell den Erfolg der Behandlung zunichte. Achten Sie darauf, dass Ihre Hände warm sind und die Fingernägel nicht zu lang.

Wann? Wie oft?

Nicht unmittelbar vor dem Essen oder nach einer üppigen Mahlzeit.

Bei akuten Erkrankungen 1 x täglich (maximal 3 x täglich), bei chronischen Erkrankungen nur 1–2 x pro Woche.

Wie?

Da die Meridiane (Leitbahnen) auf beiden Körperhälften parallel verlaufen, führt man meist auch die Akupressur auf beiden Seiten durch. Drücken Sie die Punkte, die beim jeweiligen Krankheitsbild aufgeführt sind, in der dort angegebenen Reihenfolge. Am besten benutzen Sie dafür den Zeige- oder Mittelfinger. Wenn stärkerer Druck nötig sein sollte, können Sie auch den Daumen verwenden.

Gut zu wissen

Die Stärke des Drucks muss immer an das zu behandelnde Kind angepasst sein: Je jünger, schwächer und empfindlicher Ihr Kind ist, umso sanfter sollte der Druck sein. Auch die Zeitdauer hängt davon ab: Zarte, schwache Kinder sollten kürzer behandelt werden als kräftige.

Die gewünschte Reaktion tritt manchmal nicht sofort auf, sondern erst bis zu 30 Minuten später. Geben Sie dem Körper Zeit zu reagieren.

Welche Druckmethoden gibt es?

Es gibt zwei verschiedene Methoden, die bei den Anwendungen im Buch genannt werden:

Drücken und kreisen: Drücken Sie mit der Fingerkuppe den entsprechenden Akupressurpunkt und bewegen Sie den Finger in kleinen kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn.

Erfolgt diese Bewegung im Uhrzeigersinn, wirkt die Akupressur dämpfend und beruhigend – bei Übelkeit zum Beispiel lindert sie diese. Eine Bewegung gegen den Uhrzeigersinn bewirkt genau das Gegenteil: Sie wirkt anregend.

Drücken und vibrieren: Drücken Sie mit der Fingerkuppe den entsprechenden Akupressurpunkt und vibrieren Sie mit dem Finger auf der Stelle. Den Finger dabei nicht abheben.

Wie sanft ist „sanfter Druck“?

Am besten probieren Sie es einfach selbst einmal aus: Schließen Sie die Augen, legen Sie Ihren Zeigefinger auf das geschlossene Oberlid und drücken Sie leicht vibrierend darauf. Es darf nicht unangenehm sein. Dieser Druck ist ein „sanfter Druck“.

Wie lange?

Das hängt vom Alter Ihres Kindes ab.

Bei Kindern zwischen 1 und 6 Jahren:

Zeit pro Akupunkturpunkt: 30 Sekunden.

Gesamtbehandlungszeit: 3–10 Minuten.

Bei Kindern über 6 Jahre:

Zeit pro Akupunkturpunkt: 1 Minute, bei kräftigen Kindern auch länger.

Gesamtbehandlungszeit: 5–15 Minuten.

Ausnahmen sind akute Schmerzen wie etwa Kopfschmerzen. Hier können Sie therapieren, bis eine Besserung eintritt.

Auf den zwölf Hauptmeridianen sowie den Leitbahnen in der Mitte, dem Lenkergefäß und dem Konzeptionsgefäß, liegen die wichtigsten Akupunkturpunkte.

Zur Einnahme der Globuli

Obwohl Homöopathie umstritten ist, ist sie bei Eltern sehr beliebt – auch weil die Anwendung einfach und schnell ist. Ein paar Dinge sollten Sie jedoch beachten, wenn Sie Ihrem Kind Globuli geben möchten und mit dieser Methode noch nicht so vertraut sind.

Wie fifififinde ich das richtige Mittel?

Wenn im Buch für ein Krankheitsbild mehrere Mittel empfohlen sind, ist es wichtig, dass Sie sich die Beschreibungen der jeweiligen Arzneien, die sogenannten Arzneimittelbilder, gut durchlesen. Überlegen Sie, welches davon am besten auf Ihr Kind in dieser speziellen Situation zutrifft. In den Arzneimittelbildern stehen nicht nur Symptome und Beschreibungen von Krankheiten, sondern auch seelische und körperliche Besonderheiten. Wir haben für dieses Buch nur einzelne häufige Arzneien ausgewählt. Daher kann es auch einmal sein, dass die passende Arznei für Ihr Kind nicht dabei ist. Wenn Sie das Gefühl haben, ein Mittel wirkt nicht, dann war es vermutlich nicht das richtige Arzneimittelbild und Sie sollten die Einnahme beenden.

Gibt es nur Globuli?

Nein. Es gibt neben Globuli auch Tabletten und Tropfen. Globuli (Streukügelchen) sind aber für die Selbstbehandlung am einfachsten: Sie sind gut verträglich, leicht zu handhaben und die meisten Kinder nehmen sie gerne. Kühl und trocken gelagert sind Globuli grundsätzlich unverderblich. Deshalb werden in diesem Buch auch nur Kügelchen empfohlen. Homöopathika bestehen aus verschiedenen Teilen von Pflanzen, Tieren, Mineralien und anderen Stoffen.

Was muss ich bei der Einnahme beachten?

Geben Sie die Kügelchen möglichst nicht unmittelbar vor oder nach dem Essen, sondern warten Sie 15–30 Minuten ab. Der Mund sollte leer sein. Sie können die Globuli Ihrem Kind mit den Fingern oder mit einem Plastiklöffel geben. Ob Metalllöffel möglicherweise die Wirkung verfälschen, ist umstritten.

Ihr Kind soll die Kügelchen möglichst lange im Mund behalten und dort zergehen lassen. Auf diese Weise können die Wirkstoffe am besten über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Die im Buch empfohlene Menge können Sie Kindern jeden Alters geben, denn die Dosierung homöopathischer Mittel hängt weder vom Alter noch vom Gewicht ab. Entscheidend sind Potenzstufe und Häufigkeit der Gabe.

Verkleppern

Es gibt Momente, da scheint es angebracht, dem Körper noch mal einen kleinen Impuls zu geben: etwa wenn das Fieber nach der Gabe von Belladonna-Globuli zwar gesunken ist, später aber wieder leicht steigt. Das Akutmittel selbst sollten Sie dann nicht mehr geben – eine abgemilderte Gabe kann jedoch sinnvoll sein. Dazu werden die Globuli verkleppert: Lösen Sie 3 Kügelchen in ½ Glas Wasser auf, rühren Sie 10 x mit einem Plastiklöffel um und geben Sie Ihrem Kind 1 TL davon. Die Flüssigkeit im Glas stehen lassen und die Gabe bei Bedarf wiederholen. Rühren Sie dabei vorher jedesmal 10 x um. Das ist wichtig, weil man so den Reiz immer ein klein bisschen abwandelt und die Selbstheilungskräfte neu angeregt werden. Zudem vermeiden Sie auf diese Weise auch eine Überdosierung.

Beim Verkleppern werden die Globuli unter Rühren in Wasser aufgelöst.

Was ist mit der berühmten Erstverschlimmerung?

Nicht zwangsläufig muss nach der Gabe von Globuli eine Erstverschlimmerung eintreten (das heißt, die Symptome verstärken sich und dem Kind geht es schlechter) – sie kann jedoch eintreten. Erschrecken Sie nicht: Dies ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Selbstheilung eintritt. Bei Fieber etwa darf das Kind kurzzeitig vermehrt schwitzen oder einen noch röteren Kopf bekommen, aber nach wenigen Minuten ist dies vorbei. Wie heftig diese Erstreaktion ausfällt, steht im Verhältnis zur Dauer der Erkrankung: Bei akuten Beschwerden dauert sie nur wenige Minuten, bei chronischen Beschwerden, die vielleicht bereits über Jahre bestehen, können es bei Kindern durchaus auch 1–2 Tage sein.

Globuli werden mit den Fingern oder, wie hier, mit einem Plastiklöffel verabreicht.

Was passiert, wenn ich zu viele oder zu wenige Globuli gegeben habe?

Wenn Sie statt der empfohlenen 3 Globuli 2, 5, 8 oder auch 10 Kügelchen auf einmal geben, ist das nicht schlimm. Die Anzahl der Globuli spielt eine untergeordnete Rolle. Es geht nicht um Milligramm, sondern um die Häufigkeit der Reize. Entscheidend ist, dass Sie nicht kurz nacheinander mehrere Kügelchen geben – zum Beispiel 5 x eines. Denn das bedeutet fünf Reize. 1 x 5 Kügelchen (oder 1 x 8 Kügelchen) bedeuten: ein Reiz. Und auf diesen Reiz kommt es an.

Wie findet man einen guten Homöopathen?

Homöopath ist kein geschützter Begriff. Das heißt, dass sich jeder, der mag, so nennen kann. Suchen Sie sich einen Arzt mit homöopathischer Zusatzausbildung oder einem Diplom – das finden Sie zum Beispiel auf der Webseite des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (www.dzvhae.de) heraus. Wenn Sie bei einem homöopathisch ausgebildeten Arzt einen Termin vereinbaren, fragen Sie ihn nach seiner Behandlungsmethode: Eine ausführliche Anamnese (Erstgespräch) von etwa 2 Stunden sollte Standard sein. Zudem sollte er mit Einzelmitteln arbeiten. Kombipräparate aus verschiedenen homöopathischen Arzneien gehören nicht zur klassischen Homöopathie. Hier werden einfach die häufigsten Arzneien für bestimmte Diagnosen zusammengemischt. Ein klassischer Homöopath wählt sorgfältig die passende Arznei für jedes einzelne Kind, entsprechend seiner körperlichen und psychischen Verfassung.

Auflagen und Wickel

Auflagen und Wickel sind die bekanntesten Hausmittel der Wasserheilkunde nach Pfarrer Sebastian Kneipp. Sie wirken direkt und schnell. Ein Wickel wird um einen Körperteil geschlungen, etwa um die Wade oder um die Brust. Eine Auflage dagegen wird nur auf den Körper aufgelegt. Wird nur eine kleine Auflage gemacht (zum Beispiel bei einem Stich), bezeichnet man diese kleinere Variante als Kompresse. Meist wird „Wickel“ als Oberbegriff für alle drei Anwendungen benutzt.

Bei welchen Krankheiten?

Wickel können bei sehr vielen Krankheiten begleitend eingesetzt werden, beispielsweise bei Fieber, Bauchschmerzen, Insektenstichen, Ohrenschmerzen, Halsschmerzen, Husten oder (Ein-)Schlafproblemen.

Auflagen und Wickel eignen sich für jedes Alter: vom Säugling bis zum Erwachsenen.

Prüfen Sie vor dem Auflegen von heißen oder kalten Wickeln die Temperatur immer an der Innenseite Ihres Unterarms.

Bei akuten Entzündungen keine warmen oder wärmestauenden Wickel anwenden.

Verwenden Sie keine kühlen oder kalten Wickel auf kalter Haut oder wenn Ihr Kind fröstelt oder friert.

DIE VERSCHIEDENEN WICKELARTEN

Heiße Wickel wirken gefäßerweiternd, durchblutungsfördernd und stoffwechselanregend. Die Muskulatur wird entspannt. Tees und Essenzen verstärken die Wirkung. Legen Sie das Innentuch so heiß wie möglich auf die zu behandelnde Körperstelle – vorher wringen Sie es gut aus. So bleibt der Wickel länger warm und wirkt dann auch länger.

Temperierte Wickel (körperwarme Wickel): Hier ist nicht die Temperatur entscheidend, sondern die Zusätze: ätherische Öle, Essenzen, Salben. Die Inhaltsstoffe werden über die Haut aufgenommen, gelangen in die Blutbahn und können so im gesamten Körper wirken. Die wärmende Hülle des Wickels verstärkt die Wirkung des Zusatzes.

Kühle Wickel können je nach Dauer der Anwendung verschiedene Wirkungen haben: Kurz angelegt, entziehen sie dem Körper Wärme (wie etwa ein Wadenwickel). Bei Prellungen und Entzündungen wirken sie kühlend, gefäßverengend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Daher kommt ein solcher Wickel meist bei akuten Beschwerden zum Einsatz. Hier gilt: Je nasser ein Wickel angelegt wird, desto mehr kühlt er. Bleibt ein kühler Wickel dagegen 30 Minuten bis mehrere Stunden liegen, erzeugt er Wärme, entspannt und lindert Schmerzen.

Allgemein gilt: Je jünger und schwächer das Kind ist, desto kleiner sollte der Reiz sein. Verkürzen Sie also die Anwendungsdauer und achten Sie auf möglichst geringe Temperaturunterschiede zwischen Wickel und Körpertemperatur.

WIE GEHT’S? ANLEITUNG SCHRITT FÜR SCHRITT

1. Tränken oder bestreichen Sie das Innentuch mit Wasser, Tee, einem ätherischen Öl oder anderen heilenden Substanzen wie Magerquark. Legen Sie es dann faltenfrei um bzw. auf die betroffene Körperstelle.

2. Um das präparierte Innentuch legen Sie ein Zwischentuch aus Baumwolle oder Frottee. Es schützt bei feuchten Wickeln das Außentuch vor Nässe oder den verwendeten Zusätzen und sollte etwas größer sein als das Innentuch.

3. Ein Außentuch bildet die letzte Schicht des Wickels – das kann ein Handtuch sein, ein Wollschal oder eine kleine Decke. Das Außentuch soll die Wärme oder Kälte des Wickels möglichst lange speichern und das Bett vor Nässe schützen.

Die drei Schichten eines Wickels

Typisch für einen Wickel ist der Aufbau aus 2–3 Schichten: dem Innen-, Zwischen- und Außentuch. Die Tücher sollten aus Leinen oder Baumwolle sein, da synthetische Materialien einen Wärmestau begünstigen. Auch Kompressen, deren Verfallsdatum abgelaufen ist, oder kleinere Stücke eines Mulltuchs, das Sie beispielsweise in den Säuglingsjahren als Spucktuch verwendet haben, eignen sich gut. Achten Sie darauf, dass Sie das Innentuch faltenfrei auflegen bzw. um die Körperstelle schlingen, damit es nicht drückt.

Tipp: Sie können in der Apotheke auch fertige Wickelsets kaufen. Wenn Sie unterwegs oder auf Reisen sind, tun es auch saubere Geschirr- oder Baumwollhandtücher.

Tipps für erfolgreiches Wickeln

Bekommt ein Kind einen Wickel, sollte es dabei am besten sitzen oder liegen.

Schicken Sie Ihr Kind vorher noch einmal auf die Toilette, damit die Blase nicht drückt.

Sorgen Sie für warme Füße, bevor Sie den Wickel anlegen (Socken oder Wärmflasche).

Erklären Sie Ihrem Kind, was Sie machen: welcher Wickel, welche Zutaten, wie er wirkt und wie es sich anfühlen wird.

Beobachten Sie Ihr Kind während der Behandlung, beenden Sie diese, wenn es sich nicht wohlfühlt.

Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind nach dem Wickel noch 30–60 Minuten ausruht. Auch das ist für die erfolgreiche Wirkung des Wickels wichtig.

Bäder

Wie heilsam Wasser sein kann, wussten schon die alten Römer. Doch dieses Wissen ging über die Jahrhunderte verloren. Wiederentdeckt hat die Wasseranwendungen vor allem Pfarrer Sebastian Kneipp vor 170 Jahren – nicht ohne sie selbst auszuprobieren: Mit Tauchbädern in der Donau heilte er seine Tuberkulose. Über 100 Wasseranwendungen schrieb er nieder, ein ganzes Buch widmete er den Kindern: „Kinderpflege in gesunden und kranken Tagen“.

Das Prinzip der Wassertherapie (griechisch: Hydrotherapie) beruht auf thermischen Reizen. Diese stimulieren die Abwehrkräfte des Körpers und stärken das vegetative Nervensystem sowie das seelisch-geistige Gleichgewicht. Zudem wird die Durchblutung von Haut und Schleimhäuten verbessert und die Gefäße werden trainiert. Die Anwendungen können anregend und aktivierend wirken, aber auch als Einschlafhilfe dienen – je nach Bedarf. Da Wasser Wirkstoffe hervorragend weiterleitet, fügt man Auflagen, Wickeln oder Bädern gerne Zusätze zu, um die Wirkung noch zu verstärken, beispielsweise Kräuter, Tees, ätherische Öle oder auch fertige Badezusätze.

Wichtig: Kinder reagieren auf Temperatur- und Wasserreize empfindlicher als Erwachsene. Daher sollten Sie bei Kindern unter 4 Jahren keine sehr kalten Güsse oder Bäder anwenden. Alle Therapien mit Wasser, Wickeln und Auflagen sollten Ihrem Kind angenehm sein und wohltun.

Was brauche ich für Fußbäder?

Ein oder zwei Eimer bzw. Plastikwannen, die groß genug sind, dass beide Füße Ihres Kindes hineinpassen, und so hoch, dass ihm das Wasser etwa bis zur Mitte der Wade reicht.

Badethermometer.

ANSTEIGENDES FUSSBAD

Füllen Sie einen Eimer oder eine Plastikwanne mit warmem Wasser (36–37 °C). Das Kind stellt nun beide Füße hinein, dann gießen Sie mit einer Gießkanne oder dem Duschkopf langsam noch mehr heißes Wasser dazu, bis die Temperatur auf maximal 39–41 °C ansteigt. Ihr Kind sollte die Temperatur als angenehm empfinden. Es darf die Füße nun noch bis zu 10 Minuten im warmen Wasser lassen. Falls es das Fußbad schon vorher als unangenehm empfindet oder Schweißausbrüche bekommt, beenden Sie es früher. Anschließend die Füße gut abtrocknen, warme Socken anziehen und noch ein wenig auf dem Sofa oder im Bett ausruhen.

Bei welchen Krankheiten?

Durchwärmt und stärkt, beugt Infekten vor (zum Beispiel wenn Ihr Kind durchnässt und mit kalten Füßen nach Hause kommt) und hilft bei beginnenden Infekten, bei Atemwegserkrankungen, bei akuten und chronischen Harnwegsinfekten sowie als Einschlafhilfe.

KALTES ARMBAD

Ihr Kind beugt sich über die Badewanne oder Dusche und streckt den rechten Arm aus. Sie brausen nun den Arm langsam vom Handrücken bis zur Schulter an der Armaußenseite ab, dann über die Arminnenseite wieder zurück zur Hand. Insgesamt 3 x durchführen, dann den linken Arm auf die gleiche Weise duschen. Am Ende das Wasser von den Armen nur abstreifen, die Arme nicht abtrocknen.

Bei welchen Krankheiten?

Wirkt belebend und erfrischend auf den Kreislauf, aber auch auf das Nervensystem und hilft damit sowohl bei Müdigkeit und Konzentrationsproblemen als auch als Muntermacher für kleine (oder größere) Morgenmuffel.