Inhaltsverzeichnis

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At the bottom of the Darkness

There is a hole

That’s where the Darkness comes in

And that is the only way

Out

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Vom Flughafen nahm er die Subway nach Manhattan, stieg an der Canal Street aus und ging direkt weiter nach Soho und fragte nach dem Weg zur Wooster Street und The Performing Garage, wo die Theatergruppe probte. Hier empfing man ihn mit freundlicher, gleichgültiger Verwunderung, anscheinend hatte keiner von ihm gehört, oder gewusst, dass er kommen würde. Es ist mit Elizabeth LeCompte abgesprochen, sagte er, »oh, Liz«, sagten sie, »she’s not here, she’ll be back in an hour.« Als sie zurückkam, sah sie ihn auch erst verwundert an, dann begriff sie, »oh, you«, sagte sie, »hi, come on in!«, und nahm ihn mit in den schwarz gestrichenen Probensaal, eine voll ausgestattete Black Box mit Zuschauertribüne, zwanzig, dreißig Reihen schwarze Plastikstühle bis runter an die monströse, motorisierte Plattform, die sie über den Atlantik und in halb Westeuropa mit

Gegen halb sechs, als die Proben des Tages vorbei waren, packten alle ihren Kram und ihre Taschen und gingen einer nach dem anderen oder, wenn sie denselben Weg hatten, in kleinen Grüppchen die Treppe hinunter, »bye, see you tomorrow«, sagten

Den Rest des Abends und der Nacht ging er einfach in den Straßen umher, hastig und zielstrebig, mit dem einzigen Ziel, warm zu bleiben. Er hatte zwei Tage lang nicht geschlafen und nichts gegessen außer dem Pilzsandwich, das er sich um sechs in The Gourmet Garage gegönnt hatte, aber seine Erschöpfung wurde paradoxerweise von dem Hunger und dem Jetlag aufgewogen, die ihn immer schwereloser werden ließen, als wäre auch er nur -haftig und »not really here«. Die Straßen südlich des Central Park schwirrten vor Licht und Leben, zu keiner Zeit während der Nacht fühlte er sich wie einer der Letzten, ein Nachtschwärmer oder ein Fremder, in jeder Straße gab es Bars, Läden und Fast-Food-Lokale, die offen waren, aber gleichzeitig hatte das Leben etwas Inszeniertes oder Kulissenhaftes, als könnten die leibhaftigen New Yorker darin jeden Augenblick in Musicalgesang ausbrechen und irgendeine Sinatra-artige Person auf einem roten Teppich anspaziert kommen und »I want to wake up in a city that doesn’t sleep« singen, während die Obdachlosen, die in ihren klischeehaften Pappkartonhöhlen und Pappkartonstudios und Pappkartonlofts unter

Während seiner Zeit in Moskau, beinahe täglich, auch nachdem er schon mehrere Monate lang in der Stadt gelebt und sie durchstreift hatte, und selbst an Orten, an denen er schon viele Male gewesen war – in der Metro, im kolossalen ВДНХ-Park, in dem jede Wissenschaft und jeder materialistische Produktionssektor einen eigenen Pavillon in stalinbarockem Betonklassizismus hatte, mit monströsen Säulen und Friesen und Statuen übermenschlich muskulöser Frauen und Männer mit für die betreffende Wissenschaft oder Industrie symbolischen Instrumenten oder Werkzeugen in den Händen, und innen Autoausstellungen, Modekleidung, Toshiba und Rank Xerox, oder draußen in einer der Vorstädte, Ясенево zum Beispiel, wo in den Lücken zwischen den zwanzig oder dreißig Etagen hohen Betonblöcken noch Wald stand, durch den sich die nunmehr ehemaligen Vertreter der Gattung Homo sovieticus wie Steinzeitmenschen auf per Zufall und prähistorischer

 

Es war gegen halb fünf, er folgte der West Street nach Norden, links auf einer viereckigen

 

Als die ersten »associates« und »volunteers« gegen halb zehn mit je ihrem Take-away-Coffee vom Kiosk an der Ecke von der Canal die Wooster Street entlangkamen, stand er schon an The Performing Garage vor der Tür. »Oh, you’re back?«, sagte einer der »volunteers«, »yeah«, sagte er und kam mit hoch.

Erst am Nachmittag kamen drei der Performer, zwei weibliche, beide »group members«, und ein gleichaltriger männlicher, der bloß »associate« war. Alle drei hatten in der Fish Story,