Fabian Wollschläger

 

Die Quelle in dir


Aus der Leere in deine Unendlichkeit

 

Alle Rechte vorbehalten.






 

 

Originalausgabe

1. Auflage 2019

Verlag Komplett-Media GmbH

2019, München/Grünwald

www.komplett-media.de

 

ISBN E-Book: 978-3-8312-7033-0

ISBN Print: 978-3-8312-0552-3

 

Auch als E-Book erhältlich

 

Lektorat: Monika Rohde

Korrektorat: Redaktionsbüro Diana Napolitano, Augsburg

Umschlaggestaltung: F A V O R I T B U E R O, München

Illustrationen: Heike Kmiotek – fine design – Erkrath

Satz und E-Book: Daniel Förster, Belgern

 

Dieses Werk sowie alle darin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrecht zugelassen ist, bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.

 

www.fabianwollschlaeger.com

Dieses Buch widme ich

Dir

Wir werden in eine Welt der Suchenden geboren, um Suchende zu werden und als Suchende zu sterben.

Erst wenn wir nach unserer Unendlichkeit suchen, können wir unsere unendliche Suche beenden.

Die Antworten auf unsere Fragen können nicht im Worte liegen. Doch das Wort kann uns zu dem führen, der sie kennt.

Erhebend von dem, was wir niemals waren.

Verbindend mit allem, was wir immer sind.

So wird das erste Wort ein Ende sein.

Und das letzte Wort dein Anfang sein.

Inhalt

Einleitung

Ein Ende

Ego – die Illusion deiner Identität

Bewusstsein – die Quelle in dir

Die Vorstellungskraft

Die Bedeutung

Der Glaube

Wach- und Unterbewusstsein – die zwei Strömungen deiner Quelle

Das ausführende Unterbewusstsein

Die »Bedingungsanleitungen« zum Aufbau deiner Realität

Die Bausteine deiner Realität

Der Tresor deiner Realität

Das prüfende Wachbewusstsein

Realität – die Neuordnung durch dein Unterbewusstsein

Das Wachbewusstsein ist der Schlüssel, das Unterbewusstsein die Tür

Bewusstseins­synchronisation – Wille und Glaube im Einklang

Die Macht der Selbstreflexion

Die Macht der Affirmation

Die Macht der affirmativen Meditation

Die meditative Reise in unseren Kosmos

Das ambivalente Potenzial des positiven Denkens

Energie – die Ursachen und Wirkungen in deinem Leben

Energetischer Ausgleich

Stress

Der natürliche Zustand des unnatürlichen Glaubens

Energetische Wechselwirkungen

Energetische Konzentration

Energetische Duplikation

Energetische Projektion

Streit

Polarität – zwischen der Leere und deiner Unendlichkeit

Neutralisation

Zentrierung

Polarisierung

Die perfekte Illusion

Die Polarität der Zeit

Der Kreislauf der Zeit

Aus der Vergangenheit lernen, in der Gegenwart schöpfen, von der Zukunft leiten

Liebe – das Wasser deiner Quelle

Dein Anfang

Affirmationen & Selbstreflexionen

Affirmative Meditation

Ein Abschiedsgeschenk

Über den Autor

Einleitung

Dieses Buch wurde nicht in Worten geschrieben, sondern in Wahrheiten gemalt. Allerdings nutzt es nicht den Pinsel der Poesie, nur um die Leere einer Leinwand zu verdecken, bis sie in einem neuen Rahmen wiederkehrt. Wenn wir unserer Leere einen neuen Rahmen schenken, den wir jedoch mit alten Grenzen füllen, werden wir auch das nächste Bild unseres Lebens als Suchender zeichnen. Erst wenn wir alle Rahmen verlieren, können wir in den Farben der Unendlichkeit das Meisterwerk unseres Lebens malen.

Ein Ende

Wenn der Kopf nicht mehr antwortet, fängt das Herz an zu fragen.

»Wer bin ich?

Was ist das, was ich als ›Ich‹ bezeichne?

Mein Name? Mein Alter? Mein Beruf? Mein Familienstand? Mein Körper? Mein Charakter? Meine Stärken? Meine Schwächen? Meine Vergangenheit? Meine Zukunft?

Was bleibt, wenn ich einen Teil verliere, den ich zu meinem ›Ich‹ zähle?

Verliere ich dann einen Teil von mir?

Was bleibt, wenn ich alles verliere, was ich zu meinem ›Ich‹ zähle?

Bin ich dann nichts mehr?«

Die Antwort, die folgt, ist die Wahrheit.

Alles, was mit einem »Ich« anfängt, ist untrennbar mit seinem Ende verbunden. Sei es der Körper, den wir erhalten haben, die Beziehungen, denen wir uns hingeben, das Geld, das wir verdienen oder eine berufliche Karriere, die wir uns erarbeiten. Was von unserem »Ich« gewonnen wird, wird ebenso von unserem »Ich« verloren werden.

Durch den Verlust entsteht eine innere Leere, die sich mit Wut, Trauer, Enttäuschung, Zweifeln oder Angst füllt. Um vor der Leere zu flüchten, wenden wir uns von unserem Inneren ab und kehren uns nach außen. In einem ewigen Krieg gegen unsere Leere bauen wir eine materielle Mauer aus einer geistigen Identität um uns. Wir versuchen, unseren Körper zu korrigieren, neue Beziehungen zu erleben, Reichtum aufzubauen oder unsere Reputation zu erhöhen. Wir suchen neue Teile, mit denen wir die Grenzen unseres »Ichs« füllen können, um vollständiger zu werden. Doch auch wenn wir unser Körpergewicht reduzieren, unseren Partner wechseln, viel Geld verdienen und berufliche Erfolge feiern, wird die innere Leere zurückkehren, sobald wir die Tiefe vermissen, in die uns oberflächliche Veränderungen nicht führen können. Bis wir die Ursache unserer Leere entdecken, leiden wir unter ihrer wiederkehrenden Ewigkeit, statt sie als Illusion zu entlarven, die nur durch uns zur Wirklichkeit wird. Ohne Rücksicht auf unsere Gefühle verbindet sie auch den sprudelndsten Anfang mit einem stillen Ende. Das Neue verliert seine bunten Farben und enttarnt sich als das blasse Alte. Bis wir erneut unseren Weg wechseln, um uns weiter auf der Suche nach Erfüllung im ewigen Kreis der Vergänglichkeit zu drehen. Erst wenn wir uns nach innen kehren, lüftet die Illusion ihren Vorhang, und die Wahrheit betritt die Bühne unseres Lebens.

Der Eingang in unser Leid wird zum Ausgang aus unserem Leid.

Der Ausgang aus unserem Leid wird zum Eingang in unsere Unendlichkeit.

Die Unendlichkeit unseres Lebens erstreckt sich jenseits der Grenzen unseres »Ichs«. Das, was wir als »Ich« bezeichnen, ist unsere Definition von uns. Unser Ego. Wenn uns jemand die Frage stellt, wer wir sind, antworten wir nicht, dass wir ein Teil des Kosmos sind, sondern wir nennen all die Eigenschaften, durch die wir uns voneinander unterscheiden. Folglich definieren wir etwas, indem wir es von allem anderen trennen. Wir bilden eine künstliche Grenze, die Verbundenes voneinander löst. Doch Verbundenes als Getrenntes wahrzunehmen ist eine Illusion. Würden wir nicht etwas sein, könnten wir Alles sein. Würden wir nicht jemand sein, könnten wir jeder sein. Wir sind es, die durch unser Ego die Mauern unserer Realität erschaffen. Sie entstehen, bestehen und fallen durch uns.

Unendlichkeit bedeutet, von der entmachteten Wirkung zur ermächtigten Ursache zu werden.

Von einem Tropfen zur Quelle.

Von der Schöpfung zum Schöpfer.

Von einem Bild Gottes zu einem Ebenbild Gottes.

Die Unendlichkeit ist Frage und Antwort. Nur wenige finden sie, weil der Weg zu ihr sich dort versteckt, wo niemand sie suchen will. In unserer Leere. Wir alle kennen sie, denn wir alle leben in einer Welt, die uns lehrt zu trennen, statt zu verbinden. Die Leere kann uns einen Tag besuchen oder ein ganzes Leben in uns einziehen. Sie klopft nicht an unserer Tür, sondern bricht in uns ein. Entweder schleicht sie als schwache Brise durch ein offenes Fenster unbemerkt in unser Haus oder sie reißt als wütender Sturm das Dach unseres Zuhauses ab. Mit jedem Einbruch stiehlt sie einen Teil von uns.

Am Tag ein schlichtes Detail, in der Nacht unsere fantastischsten Träume. Manchmal raubt sie uns vor unseren Augen aus, ein anderes Mal werden wir hinter unserem Rücken geplündert. Während wir äußeren Reichtum gewinnen, können wir in innerer Armut versinken. Wir können alles verlieren. Von unserem Lachen bis zu unserer Liebe. Am schlimmsten schmerzt die Trennung von der Verbindung zu unserem Selbst.

Doch jedes Leid birgt die Chance, uns von der endlosen Suche im Außen abzuwenden und uns stattdessen endlich nach innen zu wenden. So kann unser größter Verlust zu unserem höchsten Gewinn werden – denn nur etwas, das leer ist, kann gefüllt werden.

Es wird dich lehren, jeder zu sein, während du jemand bist. Sobald du dieses Bewusstsein erreichst, verlässt du deine Grenzen und öffnest das Tor zu deiner Unendlichkeit.

Um nicht mehr ein Opfer deiner Lebensumstände zu sein, erfährst du, wie du deine Gedanken und Gefühle nutzen kannst, damit du durch die Verbindung mit deinem Inneren deine äußere Welt erschaffst.

Du wirst lernen, nicht mehr deiner Energielosigkeit zu erliegen, sondern deine Energie zu regulieren und dich von belastenden Energien zu lösen, damit du ein ungeahntes Potenzial freisetzen kannst, das deine Wünsche manifestiert.

Um dem ewigen Kreis aus Freude und Trauer zu entkommen, wirst du verstehen, dich von deinem Leid zu lösen und deine innere Leere zu füllen, damit du dich von einem linearen Wesen zu einem multidimensionalen Schöpfer entwickelst.

Du bist kein Produkt deiner Vergangenheit, du lernst, die Zeit zu nutzen und dich dem Moment hinzugeben, damit deine Gegenwart nicht nach deiner Vergangenheit, sondern nach den Visionen deiner Zukunft erbaut wird.

Du verlässt das Feld der endlichen Möglichkeiten und trittst ein in das Feld der unendlichen Möglichkeiten. Du löst deine Grenzen und wirst grenzenlos. Nicht durch ein Buch, einen Kurs oder ein Seminar. Nicht durch einen Therapeuten, einen Trainer oder ein Medium, sondern aus der stärksten Kraft, die dich immer umgibt und dich niemals verlassen wird.

Aus deiner eigenen Kraft.

Es existiert bereits alles in dir, was du dir wünschst. Das Einzige, was den unerschöpflichen Überfluss des Universums und dich trennt, bist du. Befreie dich von deinem Leid, damit verbindest du dich mit ewigem Glück. Befreie dich von allen Grenzen, dann verbindest du dich mit ewiger Fülle.

Jeder Moment ist der erste Moment deines weiteren Lebens.
Jetzt ist der Moment, um ein neues Leben zu beginnen.
Aus der Leere in deine Unendlichkeit.

Ego – die Illusion deiner Identität

»Wo bin ich?«

»Hier und jetzt.«

»Warum bin ich hier?«

»Um zu sein.«

»Ich will zurück.«

»Du kannst nicht zurück.«

»Warum?«

»An welchen Ort?«

»An den Ort, von dem ich kam.«

»Du warst immer hier und wirst immer hier sein.«

»Dann will ich nicht sein.«

»Warum?«

»Hier ist es leer.«

»Hier ist es voll.«

»Voll womit?«

»Voller Leere.«

»Die Leere erdrückt mich.«

»Die Leere erfüllt dich.«

»Ich sehe nichts.«

»Dann siehst du nicht dich.«

»Ich verstehe nicht.«

»Dann verstehst du nicht dich.«

»Erkläre es mir.«

»Dann folge dir.«

Auf die Frage, wer wir sind, könnten wir mit unserem Namen, unserem Alter, unserem Beziehungsstatus und unserem Beruf antworten. Verändert sich eine dieser Eigenschaften, würden wir uns verändern. Verlieren wir eine dieser Eigenschaften, so würden wir uns verlieren. Die Wahrheit ist jedoch, dass wir noch etwas sind, auch wenn wir alle Eigenschaften verlieren, die wir haben.

Der Wortwechsel zwischen »sein« und »haben« wirkt unbedeutend, doch er birgt die Wahrheit hinter der Illusion unseres Egos, das wir uns einbilden zu sein. Wenn wir die Identifikation mit unserem Sein auf unsere äußere Welt beschränken, limitieren wir uns, denn wir ziehen eine Grenze um uns und trennen uns so von allem, was wir nicht meinen zu sein, jedoch sein könnten. Auch von dem, was wir wirklich sind. Wenn wir uns mit etwas identifizieren, handeln wir aus dem eingegrenzten Raum unserer Identität. Wir erkennen nicht mehr, was sich hinter den Wänden verbirgt, die wir um uns gebaut haben. Unser Ego errichtet einen Raum um uns, der mit unserer gesamten Energie geschmückt wird, sodass wir unsere Energie verlieren, wenn sich dieser Raum schließt oder wir ihn verlassen müssen.

Doch wir sind nicht unser Ego. Wir haben ein Ego. Diese Erkenntnis kann uns von jedem Leiden heilen, das durch ein Klammern an etwas Vergangenem entsteht, was wir hatten, aber nie waren. Wenn wir die Bedeutung dieses Unterschieds verstehen, kann ein Verlust zwar noch eine Welle schlagen, doch er wird nicht mehr das Ruder unseres Lebens an sich reißen.

Wir können nicht verlieren, was wir sind, sondern nur, was wir haben. Auch wenn wir alles verlieren, was wir haben, bleibt uns trotzdem noch alles, was wir sind. Die Heilung dieses Verlusts liegt letztendlich in der Erkenntnis, dass nicht das, was wir haben, unsere Realität erschafft. Wir erschaffen unsere Realität durch unser Sein.

Durch einen Verlust entsteht eine Leere, in der Neues wachsen kann, was zuvor keinen Platz in uns fand. Ein Berufstätiger, der seinen befriedigenden Job für immer behält, wird niemals in seinen Traumjob wechseln. Zwei Partner, die sich für immer mit ihrer ausreichenden Beziehung abfinden, werden niemals erfahren, was wahre Liebe ist. Erst wenn sich der Raum schließt, für den wir uns entschieden haben, weitet sich unser Blick, und wir erkennen, dass seine breite Tür nur ein schmales Fenster war. Eine Trennung kann schmerzen, doch sie schafft immer Platz für etwas Neues. Ein einziger Gedanke reicht aus, denn es ist ein Gedanke, aus dem ein ganzes Universum entspringen kann.

Alles, was zu unserem Ego kommt, verlässt unser Ego auch wieder. Alles, was wir haben, ist vergänglich. Dabei ist die Vergänglichkeit nicht nur Schatten, sondern auch Licht. Erst sie ermöglicht unserem Ego eine unendliche Vielfalt, die die Ewigkeit nicht besitzt.

Wir sind sowohl Ewigkeit als auch Vergänglichkeit.

Wir sind Schöpfer. Unser Ego ist unsere Schöpfung.

Mit unserem Glauben, wir seien nur ein Tropfen, statt einer Quelle, belügen wir uns. Durch diese Lüge entstehen die Illusionen unserer Realität, die uns vortäuschen, wir seien nicht die Ursache, sondern die Wirkung unseres Lebens. Erkennen wir jedoch die Wahrheit hinter diesen Illusionen, transformieren wir uns von der begrenzten Schöpfung unserer Welt zum grenzenlosen Schöpfer.