
Die Drucklegung dieses Buches wurde ermöglicht durch die Stiftung Südtiroler Sparkasse, und durch die Südtiroler Landesregierung / Abteilung Deutsche Kultur.
BIBLIOGRAFISCHE INFORMATION DER DEUTSCHEN NATIONALBIBLIOTHEK
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet abrufbar:
http://dnb.d-nb.de
2015 · Sechste Auflage
Alle Rechte vorbehalten
© by Athesia AG, Bozen (2013)
Umschlagfoto: Fotolia
Fotos: Stefano Favaretto (→, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →)
Toni Fiung (→, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →, →)
Maurizio Giorgi (110)
Design & Layout: Werbeagentur EGAL Graphics
Druck: Athesia Druck, Bozen
ISBN 978-88-6839-135-5
www.athesiabuch.it
buchverlag@athesia.it

In der Begegnung mit Paaren, sei es bei einem Gespräch, bei einem Seminar oder in der Paarberatung, habe ich unter anderem folgende und ähnliche Sätze gehört: „Weil i di mog, möchte ich mit dir sein.“ – „Weil i di mog, bin ich von dir angetan.“ – „Weil i di mog, möchte ich nicht alles hinschmeißen.“
Ich beobachte und spüre, wie sehr Paaren ihre Beziehung am Herzen liegt und wie sehr sie leiden, wenn es zwischen ihnen kalt und stumm geworden ist und eine gemeinsame Perspektive fehlt. Jetzt, nach langen Jahren meiner Erfahrung in der Paarbegleitung und -beratung, war es mir ein Wunsch, konkrete Impulse und Anregungen für eine gelingende Partnerschaft zu formulieren und sie in Form eines Buches zu veröffentlichen.
Ich habe es gewagt, sehr komplexe Themen einer Paarbeziehung kurz, prägnant und in einer einfachen Sprache wiederzugeben. Dabei habe ich mich an erfahrene Paartherapeuten (Hans Jellouschek, Martin Koschorke, Guy Bodenmann ...) angelehnt, die ich im Zuge meiner Aus- und Weiterbildung kennengelernt habe. Mir ist dabei bewusst geworden, dass in der Kürze und Kompaktheit der Texte vieles ungesagt geblieben ist.
Das Buch ist für Jung und Alt gedacht, für Liebende und jene, die es noch werden wollen, und auch für jene, die Sorge haben, dass ihnen die Liebe abhandenkommen könnte. Die Themen laden Paare dazu ein, sich regelmäßig füreinander Zeit zu nehmen, um an ihrer Beziehung „dranzubleiben“. Besonders jene, die nicht gerne lange Texte mögen, können in diesem Buch wertvolle Gedanken und Anregungen für ihre Beziehungspflege in „kleinen Portionen“ erhalten.
Meine Erfahrung in der Paarbegleitung hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, rechtzeitig etwas für die Beziehungspflege zu tun. Ich wünsche mir, dass dieses Buch einen Anstoß gibt, das Paargespräch zu suchen, und dass es das Leben von Paaren bereichert und belebt. Ich hoffe, dass es auch ein bisschen Spaß macht, darin zu lesen.
Toni Fiung
Dieses Buch ist für Paare gedacht, die ihre Partnerschaft pflegen wollen und denen ihre Beziehung am Herzen liegt. Es bietet konkrete „Hilfe“ und praktische Anregungen, wie man als Partner „am Ball“ bleiben kann.
Das Buch lädt ein, sich regelmäßig Zeit füreinander zu nehmen: für eine Paar-Zeit, die einen besonderen Platz in der Beziehung hat.
Das Buch ist so aufgebaut, dass auf jeder Doppelseite ein Beziehungsthema kurz behandelt wird. Dazu werden konkrete Anregungen und Tipps für die Beziehungspflege im Alltag gegeben – mit abschließenden Fragen für ein gemeinsames Paargespräch.
Ansprechende Bilder laden ein, das Buch in die Hand zu nehmen. Sie wollen auf die unterschiedlichen Themen neugierig machen.
Ihr könnt das Buch einfach in die Hand nehmen, darin blättern, die Bilder anschauen, lesen und abwarten, was passiert.
Ihr könnt irgendein Thema, das gerade aktuell ist, aufgreifen und miteinander besprechen.
Das Buch ist wie eine Schatztruhe, in die man immer wieder hineingreifen kann. Jedes Thema auf einer Doppelseite steht für sich, deshalb können einzelne Themen nach Bedarf herausgegriffen werden.
Günstig ist es, wenn ihr euch regelmäßig füreinander Zeit nehmt. Verabredet euch zu einem gemeinsamen Abend. Die Kinder sind versorgt, Handys sind ausgeschaltet, ihr habt euch etwas Passendes zum Trinken und zum Knabbern hergerichtet, und ihr wisst: „Wir haben genug Zeit, ungestörte Zeit zu zweit.“
In dieser Stimmung nehmt das Buch in die Hand und beginnt, darin zu lesen, was euch gerade interessiert:
Eine weitere Möglichkeit ist die, dass einer von beiden das Buch oder auch einzelne Kapitel liest und dann den Partner einlädt, über das Gelesene ins Gespräch zu kommen. Das kann auch abwechselnd sein.
Das Buch ist ein praktisches Handbuch für Paare. Die Symbole Blume, Mund und Feder weisen in liebevoller Art darauf hin, dass ihr als Paar eingeladen und auch gefordert seid, für eure Beziehung etwas Konkretes zu tun: die gegebenen Anregungen reflektieren, miteinander ins Gespräch kommen und euch wichtige Notizen machen.
Ich bitte um Verständnis, wenn ich auf Grund der Lesbarkeit auf die Nennung der weiblichen und männlichen Begriffe verzichtet habe. Mit dem Begriff „Partner“ meine ich selbstverständlich sowohl die Partnerin als auch den Partner.
Eine Beziehung ist mit einer Blume zu vergleichen, die ständig gegossen und gehegt werden will, um zu wachsen und zu gedeihen. Eine auf Dauer angelegte Beziehung braucht laufend ihre Pflege. Darauf sollen die Blumen auf jeder Seite hinweisen. Wenn ein Paar sich regelmäßig Zeit für die Beziehungspflege nimmt, werden in seinem „Beziehungsgarten“ reichlich Blumen blühen.
„In eurer Ehe sollte es einen geheimen und geschützten Ort geben, zu dem nur ihr Zutritt habt“, sagte jemand zu uns.
„Stellt euch einen Garten vor, der mit einer hohen Mauer umgeben ist und zu dessen Tür nur ihr den Schlüssel besitzt. – Wenn ihr diesen Garten betretet, dann seid ihr nicht länger Mutter oder Vater, Angestellte oder Angestellter und was ihr sonst im Alltag für eine Aufgabe habt. Hier seid ihr einfach ihr selbst: zwei Menschen, die einander lieben. Jetzt könnt ihr euch einmal ganz auf die Bedürfnisse des andern einstellen.“
So legten wir diesen Garten an.
In der ersten Zeit gingen wir auch oft hinein und nahmen uns Zeit füreinander.
Wir freuten uns aneinander, wir tauschten unsere geheimsten Gedanken aus und wurden so immer fester miteinander verbunden, immer tragfähiger.
Aber mittlerweile sind unsere Tage gefüllt, drängen sich bei uns die Termine. Unser Gespräch wurde zu gekritzelten Mitteilungen auf einem Zettel, und das Tor zu unserem Garten ist fast völlig vom Unkraut der Geschäftigkeit zugewuchert.
Wir geben vor, keine Zeit mehr zu haben.
Dabei vergessen wir:
Die Liebe wächst, wenn sie gepflegt wird, und sie stirbt, wenn wir sie vernachlässigen.
Ich nehme deshalb deine Hand und führe dich wieder in unseren Garten. Die Zeit, die wir dort miteinander verbringen, ist nicht verschwendet. Sie ist gut investiert für das Wachsen unserer Liebe und damit für die Zukunft.
Autor und Quelle unbekannt

„Wenn zwei Menschen sich gefunden haben, fängt die Suche erst an.“
Ruthard Ott
Erinnerst du dich an die Zeit des Anfangs, wie es zwischen euch begonnen hat? Eine spannende Zeit. War es Liebe auf den ersten Blick, oder hat es etwas gedauert, bis es gefunkt hat? Es steckt für viele Paare eine große Kraft im Zauber des Anfangs. Hermann Hesse benennt es so: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“ Möglicherweise gibt auch dir/euch die Erinnerung an diesen Zauber des Anfangs viel Kraft, dranzubleiben, in Beziehung zu bleiben. Es ist nicht beim Anfang geblieben, eure Beziehung hat eine Fortsetzungsgeschichte mit Höhen und Tiefen. Vielleicht kannst du heute sagen: „Jetzt sehe ich, wie du wirklich bist, und so wie du bist, mag ich dich. Du interessierst mich. Ich bin gerne mit dir zusammen und immer noch neugierig auf dich, auf deine Pläne und Gedanken.“
Was ich tun kann
Fragen für unser Gespräch
Wie habe ich mich gefühlt, als ich frisch in dich verliebt war? Was haben wir gerne miteinander getan? Wie viel Zeit haben wir miteinander verbracht? Welche Schätze aus der Zeit des Verliebtseins möchten wir uns bewahren? Welche Veränderungen, die uns guttun, nehmen wir an uns wahr, seit wir zusammen sind? Was müssten wir auffrischen?

„Liebe ist das beste Rüstzeug für die Lebensreise.“
Friederike Weichselbaumer
Wer die Hoffnung des Anfangs erfüllt sehen möchte, muss bereit sein, sich zu wandeln und zu reifen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass Menschen sich in unterschiedlichem Tempo entwickeln und reifen und oft unterschiedliche Ziele anpeilen. Deshalb macht es Sinn, sich immer wieder zu fragen: Wo stehe ich? Welche Hoffnungsbilder und Lebensziele habe ich? Sich darüber mit dem Partner auszutauschen, erhöht die Paarzufriedenheit. Bilder und Visionen für den gemeinsamen Weg beleben die Liebe. Allerdings können nicht alle Visionen umgesetzt werden. Oft ist Bedürfnisaufschub notwendig. Visionen bringen aber auf jeden Fall Lebendigkeit in die Beziehung, und das Sprechen darüber lässt Nähe entstehen. Besonders in den späteren Jahren einer Beziehung ist es wichtig, sich an die Visionen des Anfangs zu erinnern und für die Zukunft neue zu entwickeln.
Was ich tun kann
Fragen für unser Gespräch