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Was bietet dieses Buch – ganz praktisch?

Beratung für Ihre bevorzugte Reisezeit:
Welcher Pilgertyp sind Sie?

Reisevorbereitung: Was brauche ich? Was ist eher unnötig oder sogar hinderlich?

Routenplanung: Übersichtliche und detaillierte Karten für 33 Tagesrouten – mit zahlreichen Alternativvorschlägen

Sehenswürdigkeiten: die kulturellen und spirituellen Highlights am Weg – mit entsprechenden Erklärungen

Für Ihre Selbsteinschätzung: das Höhendiagramm zu jeder Tagesetappe

Für Ihre Fußsohlen: Zustandsbericht von Straßen, Wegen, Pfaden

Stärkung auf dem Weg: Wo Sie unterwegs Hunger und Durst stillen können

Ausruhen: Wo Sie sich getrost niederlegen können – um am nächsten Morgen frohgemut weiterzugehen (zuverlässiges, weil aktuelles Herbergsverzeichnis mit Preisen & Ranking)

15 detaillierte Stadtpläne – damit Sie wissen, wie Sie am Ende eines langen Tages wieder zu Ihrer Lagerstatt kommen

Last, but not least, damit die einheimische Wegleitung Ihnen nicht spanisch vorkommt: die entscheidenden Begriffe auf Deutsch

Und, als besonderen Bonus:
Spirituelle Unterstützung für den
inneren Weg des Pilgers

John Brierley

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Der weltberühmte Pilgerweg

Information und Inspiration
für die äußere und innere Reise

Aus dem Englischen von
Juliane Molitor

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Das vorliegende Buch ist sorgfältig erarbeitet worden.

Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autor noch Verlag können

für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gemachten praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

Die Originalausgabe ist 2003 unter dem Titel A Pilgrim’s Guide to the Camino de

Santiago bei Findhorn Press, Schottland, erschienen. Der deutschen Erstausgabe liegt die 11., komplett überarbeitete englischsprachige Ausgabe zugrunde.

© 2003, 2018 by John Brierley (Text, Fotos, Karten)

© der deutschsprachigen Ausgabe: 2014 Terzium Verlag.

2., vollständig aktualisierte und überarbeitete Auflage 2018

Terzium ist ein Imprint der Allinti Verlag GmbH, Allschwil, Schweiz

Umschlaggestaltung: Reinert & Partner, München,

unter Verwendung von Motiven des Autors

Satz: Verlags- und Medienbüro Scheubner, Gräfelfing

E-Book-Ausgabe 2019
Technische Umsetzung: MBassador, Basel

E-Pub-ISBN 978-3-906294-10-0

Diese unkörperliche Ausgabe des Werks ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes erfordert die Zustimmung des Verlags und ist ohne diese strafbar. Das gilt insbesondere, aber nicht nur für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie die Einspeicherung zwecks Verarbeitung in elektronischen Systemen. Der Nutzer verpflichtet sich, die Urheberrechte anzuerkennen und einzuhalten.

Alle Rechte vorbehalten

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www.terzium.ch

Inhalt

A Dank

Vorwort

B Vor Ihrer Abreise

Wann sollte man reisen?

Wann reisen alle anderen?

Wie lange dauert es?

Wie man hinkommt – und wieder zurück

Pilgerpass

Pilgerherbergen und andere Unterkünfte

Kosten

Äußere Vorbereitung

Körperliche Verfassung

Ausrüstung und Kleidung

Checkliste

Sprache

Wichtige Sätze

Der Camino – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Innere Vorbereitung

Warum mache ich das?

Selbsteinschätzung

Karten – Wegmarken

Legende der Karten – Äußere Wegmarken

Die 33 Etappen – Überblick und Einstieg

C Camino – En Route

33 Etappen bis Santiago de Compostela

Etappe 1 St.-Jean-Pied-de-Port – Roncesvalles

Etappe 18 Terradillos de los Templarios (halbe Wegstrecke)

Etappe 33 Santiago de Compostela

D Nützliche Adressen

A Dank

Dieser Reiseführer ist ein Lebenswerk, was das Schreiben betrifft, und das Werk eines Jahrzehnts, was das Kartieren angeht. Zahllose Menschen sind diesen Weg gegangen, und jeder hat auf seine ganz eigene Weise dazu beigetragen, ihn zu formen. Das ist heute, wo ich dieses letzte Update des ursprünglichen Reiseführers fast fertig habe, nicht weniger wahr als früher. Daher danke ich neben meinen früheren Mentoren und Helfern den vielen Freunden des Weges (Amigos del Camino) und den verschiedenen Vereinen, deren freiwillige Bemühungen, die Route mit Markierungen auszustatten, dazu geführt haben, dass wir heute nur wenige Informationen brauchen, um unser Ziel sicher zu erreichen. Schließlich danke ich Elías Valiña Sampedro, dessen Vision zur Revitalisierung des modernen Camino de Santiago geführt hat. Ich habe seinen Ruf gehört und war inspiriert.

Mein besonderer Dank geht an die Pilger, die sich die Zeit genommen haben, um mir mit Kommentaren und Vorschlägen Rückmeldung zu geben. Zahlreiche davon haben Eingang gefunden in diese Neubearbeitung des vorliegenden Werks. Bitte fühlen Sie sich weiterhin ermutigt, mir Ihre Hinweise mitzuteilen. Dafür ist folgende E-Mail-Adresse eingerichtet: jb@caminoguides.com.

Wenn Sie mir nicht auf Englisch schreiben können, so sehen Sie es mir bitte nach, dass ich zu deren Verständnis gegebenenfalls den Umweg über meinen schweizerischen Verlag wählen muss, was die Verarbeitung naturgemäß etwas umständlicher werden lässt. Und noch ein Hinweis meinerseits: Bevor Sie sich selbst auf die Reise machen, könnte sich ein Blick auf meine Website www.caminoguides.com lohnen, die ich ständig aktualisiere.

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich „Billig“-Flüge nach Santiago de Compostela und zurück gutheiße, wo die doch die Umwelt so teuer zu stehen kommen. Mittlerweile bin ich detailliert darauf eingegangen, wie Sie schädliche Treibhausemissionen ausgleichen und CO2-neutral reisen können, ob mit dem Flugzeug, per Bahn oder im Bus. Mein Gewissen ist auch insofern rein, als ich weiß, dass das Wandern auf dem Jakobsweg ein kraftvoller Katalysator für positive Veränderung sein kann, sodass der Zweck oder das Ziel (erweitertes Bewusstsein) die Mittel (mit denen man dorthin kommt) voll und ganz rechtfertigt. Ein zentraler Grundsatz dieses Reiseführers ist, dass die Pilgerreise in dem Moment beginnt, in dem uns bewusst wird, dass das Leben selbst eine heilige Reise ist, welche die Verantwortung mit sich bringt, entsprechend zu handeln.

Schließlich danke ich Ihnen, meinen Mitpilgern, dafür, dass Sie den Weg mit mir gehen. Erinnern wir uns gegenseitig daran, dass jeder Schritt ein Gebet ist – zum Guten oder zum Schlechten. Manifestieren wir also Wohlwollen in allen unseren Gedanken, Worten und Taten.

Buen Camino!

John Brierley

Vorwort

Die hiermit vorliegende deutschsprachige, komplett überarbeitete und aktualisierte zweite Auflage des Werks folgt der 15. Auflage in englischer Sprache von 2018. Sie bringt nicht nur umfangreiche inhaltliche Aktualisierungen (neu hinzugekommene Unterkünfte und Einkehrmöglichkeiten, geänderte Telefonnummern, Öffnungszeiten und Belegungskapazitäten), sondern auch eine Überarbeitung des Kartenmaterials. So können viele mittlerweile doch sehr überfüllte Straßenrouten vermieden und stattdessen landschaftlich teilweise sehr reizvolle Wege gewählt werden. Neue Pilgerherbergen und Hotels lindern das ständig wachsende Problem der Unterbringung entlang der Strecke ein wenig und spiegeln das in den letzten Jahren gestiegene Interesse an einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela wider. Einige der bereits existierenden Herbergen sind nun besser ausgerüstet, vor allem mit Waschmaschinen (lavadoras) und Trocknern (secadoras), die bei Regenwetter ein wahrer Segen sein können.

Die größte Veränderung in den letzten Jahren ist aber nach wie vor die zunehmende Zahl von Pilgern, die den Camino bereisen. Das bedeutet eine unausweichliche Belastung für die verfügbaren Ressourcen. Manche Herbergen in überlaufenen Orten waren um 12.00 Uhr mittags schon voll belegt, bevor sie überhaupt offiziell geöffnet hatten! Das ist natürlich kein Grund, sich nicht in der erweiterten Sommersaison auf den Weg zu machen, aber wir sollten flexibel sein, wenn es darum geht, wo wir schlafen, und müssen genügend Energiereserven haben, um eventuell nach Alternativen zu suchen. Der Rat, den ich aus der ersten Auflage herauspicken und nochmals unterstreichen möchte, ist: Im Leben eines Pilgers gibt es keine Garantien, und wir sind gut beraten, wenn wir demütige Dankbarkeit gegenüber allen Erfahrungen entwickeln, die wir auf dem Weg machen. Wir lernen aus ihnen, und zwar ohne Ausnahme.

Ein Schnappschuss des modernen Spanien wurde am Ende des historischen Abrisses hinzugefügt, um Pilgern, die zum ersten Mal in diesem Land sind, einen kulturellen und politischen Kontext zu geben. Als eine Art Gedächtnisstütze werden wichtige spanische Wörter im Anschluss an ihr deutsches Äquivalent in Kursivschrift wiederholt. Das gilt allerdings nicht für das Wort Camino, das mittlerweile als Lehnwort in verschiedene Sprachen eingegangen ist. Ein Fragebogen zur Selbsteinschätzung wurde ebenfalls neu aufgenommen. Er hilft Ihnen, einige der tiefer liegenden Fragen, die oft an die Oberfläche kommen, wenn wir ihnen Raum geben und den Kopf frei haben, zu formulieren und hoffentlich auch zu beantworten.

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Einleitung

Willkommen auf dem Jakobsweg el camino de Sant Iago. Anders als viele andere Routen nach Santiago de Compostela ist der französische Weg (camino francés) mittlerweile sehr gut ausgeschildert. Der bekannte gelbe Pfeil (flecha amarillo) wird Ihnen auf dem ganzen Weg eine Quelle der großen Beruhigung – denn er kommt immer dann in Sicht, wenn Sie denken, Sie hätten sich verlaufen. Abgesehen davon sind eine genaue Karte und ein guter Reiseführer nützlich, denn sie helfen Ihnen bei der Planung Ihres Reiseverlaufs und Ihrer Ausflüge und bringen Sie wieder auf den Weg, wenn Ihr Geist wandert und Ihre Füße folgen!

Ich fand die verfügbaren Reiseführer generell entweder zu dick (und voll von Informationen, die ich auch anderswo auf dem Weg sammeln konnte) oder zu dünn (mit unzureichenden Angaben). Es gab auch große Abweichungen bezüglich der angegebenen Entfernungen und nähere Angaben zum Anfangs- und Endpunkt der Messungen fehlten völlig. Der Hinweis „Burgos 12 km“ ist bedeutungslos, wenn nicht genauer gesagt wird, wo in Burgos. Die neue Pilgerherberge liegt 7,8 km von der eigentlichen Stadtgrenze entfernt in einem Außenbezirk, ein sehr langer Weg am Ende eines Tagesmarschs! Doch was mich inspiriert hat, einen anderen Reiseführer zu schreiben, war das fast völlige Fehlen irgendwelcher Hinweise, geschweige denn Wegweiser auf den inneren Weg.

Ich rate Ihnen dringend, diese Reise aus einem spirituellen Grund zu machen. Wenn Sie Probleme mit diesem Begriff haben, suchen Sie sich einen, der mehr Bedeutung für Sie hat, und schauen Sie in Ihrem lokalen Buchladen nach – Sie werden eine Menge Literatur zu diesem Thema finden. Nachdem ich die Begriffe „bedeutungsvolle Reise“ in eine der Internet-Suchmaschinen eingegeben hatte, bekam ich 63 Millionen Ergebnisse. Das gibt Ihnen vielleicht eine Vorstellung! Aber kümmern Sie sich möglichst bald darum, damit Sie genügend Zeit haben, über Ihre Motivation nachzudenken, bevor Sie Ihre Reise antreten. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Was macht einen Wanderurlaub zu einer Pilgerreise? Wenn Sie eine Antwort darauf finden, stellen Sie vielleicht eine entscheidende Veränderung in Ihrer Art, sich auf die Reise zu machen, fest – von der Intention bis zu dem, was Sie in Ihren Rucksack packen. Die Strategie besteht weniger darin, sich selbst unter Druck zu setzen, irgendeinen bestimmten „Weg“ zu gehen. Sie werden schon merken, wenn sich etwas für Sie wahr anhört. Vertrauen Sie einfach Ihren spontanen Reaktionen.

Mein Bestreben war es, ein Gleichgewicht zwischen der inneren und der äußeren Reise herzustellen, indem ich beide gleichermaßen respektierte. Diesem Zweck trägt dieser Reiseführer in Form und Inhalt Rechnung. Es geht darum, dass wir am Ende des Tages einen Platz finden, wo wir unser müdes Haupt hinlegen können, aber auch, und das ist ganz wichtig, dass wir uns unterstützt und ermutigt fühlen, in die Mysterien unseres individuellen Seelenerwachens einzutauchen, ohne welches das ganze Reisen letztendlich sinnlos ist. Auf jeder Suche kommt man irgendwann an einen Punkt, wo ein Glaubenssprung erforderlich wird, wo wir die Sicherheit altmodischer, seit Jahrtausenden überlieferter Dogmen hinter uns lassen müssen. Wenn wir diesen Punkt erreichen, müssen wir die Sicherheit des Vertrauten loslassen und in das Unbekannte eintauchen – mit nichts als unserem Glauben, der uns trägt.

Der traditionelle Pilgerweg wird zu Fuß zurückgelegt. Sie können die Urkunde, die bestätigt, dass Sie den Jakobsweg zurückgelegt haben (La Compostela) auch bekommen, wenn Sie den Weg per Fahrrad oder auf dem Rücken eines Pferdes zurücklegen; doch dabei entgeht Ihnen vielleicht etwas von der Schönheit der äußeren Landschaft oder vom Geist der inneren Reise. Eine Pilgerreise dauert, so lange sie dauert. Reisen Sie, wenn irgend möglich, allein. Dann kommen Sie sehr viel wahrscheinlicher mit Einheimischen und Hirten in Kontakt und haben mehr Gelegenheit, ihre Weisheit und lokale Überlieferungen mitzubekommen. Unterwegs lernen Sie die Sprache der Einheimischen und treffen auch immer wieder andere Pilger. Doch vor allem begegnen Sie sich selbst und stellen fest, dass Sie nie allein sind – und das ist sicherlich das Hauptziel einer Pilgerreise und des Lebens überhaupt.

Dieser Reiseführer ist einem Erwachen jenseits des menschlichen Bewusstseins gewidmet. Geboren wurde er aus einer Midlifecrisis und dem Wunsch nach einer Auszeit, nach Zeit, um noch einmal ganz neu über den Sinn des Lebens nachzudenken und über die Richtung, in die es gehen soll. Wir haben einen heiligen Vertrag geschlossen, einen Vertrag über unsere göttliche Funktion, und wir sind aus einem bestimmten Grund hierhergekommen. Eine Pilgerreise gibt uns Gelegenheit, uns eingehender mit dem Sinn und Zweck unseres Lebens zu beschäftigen, und Zeit, um unser Leben neu auf dessen Erfüllung auszurichten. Wir haben lange geschlafen, doch nun läuten die Alarmglocken für Jung und Alt und es gibt Anzeichen für ein kollektives Erwachen. Der Ruf des Camino wird auf der ganzen Welt gehört – der Aufruf, sich über das hinwegzusetzen, was uns trennt, und die gemeinsame Verbindung zu finden, die spirituelle Schnur, die uns zusammenhält und deren Verlängerung uns mit dem Ursprung von allem, was ist, verbindet. Es gibt eine Sehnsucht, sich von unserer selbst auferlegten Gefangenschaft und Isolation zu befreien, die Christopher Fry in A Sleep of Prisoners so eloquent zum Ausdruck bringt:

Gott sei Dank, dass unsere Zeit jetzt ist,

wo das Falsche aufkommt

und uns überall begegnet, um uns nie wieder zu verlassen,

bis wir den größten Schritt der Seele gehen,

den Menschen je gegangen sind.

Die Dinge sind jetzt seelengroß.

Das Unternehmen ist die Erforschung des Göttlichen.

Worauf wartet ihr?

Es braucht so viele tausend Jahre zu erwachen,

aber erwacht um Himmels Willen!

Gesegnet sei Ihre Reise auf dem von Ihnen gewählten Weg, sei er steinig oder angenehm, lang oder kurz. Welche Route Sie auch nehmen, gehen Sie Ihren Weg in dem Wissen, dass Sie geliebt werden und Ihnen das Ziel gewiss ist. Gehen wir mit Gott, weiter und aufwärts! Ultreia!

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1. Die Reise auf einen Blick

• Wann? Der Frühling ist oft nass und windig, aber es ist noch relativ ruhig und die ersten Blumen zeigen sich. Im Sommer ist viel los, es ist heiß und die Herbergen sind oft voll. Der Herbst bietet oft das beständigste Wetter und die Erntezeit trägt das ihre an Farben und ländlichen Festen bei. Der Winter ist einsam und kalt und manche Herbergen haben geschlossen.

• Wie lange? Die Route ist in 33 Etappen eingeteilt, die jeweils einen durchschnittlichen Tagesmarsch voneinander entfernt liegen. Aber finden Sie Ihr eigenes Tempo und übernachten Sie bei Bedarf in Herbergen, die zwischen den Stationen liegen. Machen Sie klar Schiff und gönnen Sie sich einen Freiraum in Ihrem Leben. Fünf Wochen sind ideal, aber beginnen und beenden Sie die Route so, wie es in Ihren Zeitplan passt.

2. Äußere Vorbereitung

Was muss ich mitnehmen?

Kaufen Sie Ihre Wanderschuhe rechtzeitig und laufen Sie sie ein, bevor Sie losfahren.

Packen Sie ein Regencape oder eine Regenjacke ein. In Spanien kann es zu jeder Jahreszeit heftige Regenschauer geben.

Nehmen Sie einen Hut mit. Ein Sonnenstich ist eine schmerzhafte Angelegenheit und kann sehr gefährlich sein.

Prüfen Sie nach, ob Ihr Rucksack auch wirklich nicht mehr wiegt als zehn Kilo.

Was sollte ich zu Hause lassen?

Lassen Sie alle Bücher außer diesem zu Hause. Alle Karten, die Sie brauchen, sind hier drin.

Nehmen Sie keine „Extras“ mit. In Spanien gibt es Läden, in denen Sie alles kaufen können, was Sie unterwegs vielleicht etwas brauchen könnten oder ersetzen müssen.

Wenn Sie Ihre Erfahrung vertiefen möchten, sollten Sie Folgendes zu Hause lassen:

Ihre Kamera – Das ermöglicht es Ihnen, eher im Moment zu leben als für Ihre Erinnerung.

Ihre Armbanduhr – Sie werden sich wundern, wie schnell Sie sich an eine natürliche Uhr gewöhnt haben.

Ihre ständige Verfügbarkeit. Natürlich kann ein Mobiltelefon hilfreich sein, gerade wenn Sie allein unterwegs sind und ganz besonders in der dunklen Jahreszeit, bei schlechtem Wetter und um die Verfügbarkeit einer Unterkunft zu prüfen. Aber beenden Sie die Abhängigkeit und gewöhnen Sie sich an den Geschmack der Freiheit.

3. Sprache

Lernen Sie sie, bevor Sie Ihre Reise antreten.

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4. Pilgerpass, Benimmregeln und Gebet

Holen Sie sich einen Pilgerausweis bei Ihrer lokalen Jakobsbruderschaft und werden Sie Mitglied.

Seien Sie achtsam gegenüber anderen Pilgern und dankbar gegenüber Ihren Gastgebern.

Möge jeder Ihrer Schritte ein Gebet um Frieden sein und ein Aussenden liebender Güte.

5. Innere Vorbereitung – Warum mache ich das?

Nehmen Sie sich Zeit, um über Sinn und Zweck dieser Pilgerreise nachzudenken und den Fragebogen zur Selbsteinschätzung auszufüllen. Gehen Sie davon aus, dass Sie grundsätzlich ein spirituelles Wesen auf einer menschlichen Reise sind und nicht ein menschliches Wesen auf einer spirituellen Reise. Wir sind hierhergekommen, um eine bestimmte Lektion zu lernen, und diese Pilgerreise gibt uns Gelegenheit herauszufinden, worum es sich dabei handeln könnte. Bitten Sie um Hilfe und gehen Sie davon aus, dass Sie Hilfe bekommen. Sie ist da, jetzt, und wartet nur auf Sie.

Was immer Sie tun – vergessen Sie um Himmels willen nicht, damit anzufangen.

 

B Vor Ihrer Abreise

Dieses Kapitel enthält ausführliche Information zur Vorbereitung Ihrer Reise. Sobald Sie mit dem Packen fertig sind, können Sie darüber nachdenken, ob Sie diese Seiten entlang der gestrichelten Linien aus dem Buch schneiden, damit Sie mehr Platz für Ihren Pilgerpass oder andere persönliche Papiere haben. Jedes Gramm Gewicht zählt!

Wann sollte man reisen?

Wenn Sie Ruhe und Frieden haben möchten, sind die Monate März und April zu empfehlen, weil dann weniger andere Pilger und Touristen unterwegs sind. Die Herbergen machen wieder auf und Flüge und Fähren sollten – zumindest eingeschränkt – ebenfalls in Betrieb sein. Auf dem Weg werden Sie früh blühende Frühlingsblumen und angenehm kühles Wanderwetter antreffen. Die Nächte können allerdings noch kalt und regenreich sein, vor allem im Gebirge und in Galizien. Packen Sie Regensachen und warme Fleece-Pullover ein.

Die Sommermonate können sehr heiß und die Unterkünfte, ja sogar das Wasser, knapp sein. Juli und August sind chaotisch. Wenn sie auch noch in einem Heiligen Jahr liegen (jedes Jahr, in dem der Tag des heiligen Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt), können sie für diejenigen, die viel Zeit zur Selbsterforschung haben möchten, zum Albtraum werden. Mai, Juni und September sind allmählich auch sehr geschäftig.

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Die Herbstsaison von Ende September bis Ende Oktober bietet oft beständigeres Wetter als der Frühling. Die sengende Hitze des Sommers ist vorbei, der Schnee ist noch nicht da und die meisten Herbergen sind noch geöffnet.

Wenn Sie ein erfahrener Wanderer sind, können Sie mitten im Winter die wohl mystischsten Erfahrungen machen. Es gibt vielleicht weniger Flüge, und viele Herbergen haben geschlossen, aber es ist mir in dieser Zeit noch nie passiert, dass ich kein Bett oder keine Matratze auf dem Boden zum Schlafen bekommen hätte. Alles kostet bedeutend weniger und auf dem Camino haben Sie viel Zeit für sich. Bringen Sie warme, wasserdichte Kleidung mit und denken Sie daran, dass Sie weniger Tageslichtstunden zum Wandern haben, also vermutlich nicht so weite Strecken zurücklegen können.

Das Wetter in Nordspanien, besonders in Galizien, ist sehr unbeständig. Im Sommer steigen die Temperaturen manchmal auf über 32 Grad Celsius und auch die Nächte sind oft noch unangenehm warm. Sonnenschutz ist lebenswichtig, besonders auf dem Hochplateau Meseta, wo es größtenteils keinerlei Schatten gibt. Viel Wasser ist unerlässlich, um die Flüssigkeit zu ersetzen, die Sie durch die körperliche Anstrengung und die Hitze verloren haben. Im Winter kann der Weg in höheren Lagen zugeschneit sein und die Temperaturen können unter den Gefrierpunkt sinken. In den Übergangszeiten können Sie wettermäßig mit allem rechnen, was zwischen diesen Extremen liegt. Das schlechteste Wetter, das ich je erlebt habe, war im Mai, als es in Galizien neun Tage ohne Unterbrechung regnete. Hinzu kamen heftige Stürme und niedrige Temperaturen. Im Gegensatz dazu war es Anfang November warm und trocken. Tageslichtstunden können wichtig sein, wenn Sie Ihre jeweiligen Tagesetappen planen. Im Sommer haben Sie alle Stunden, die Gott gemacht hat, und sicher mehr, als Sie durchwandern können! Mitten im Winter haben Sie nur acht Tageslichtstunden.

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Wann reisen alle anderen?

Die Diagramme helfen Ihnen vielleicht bei Ihrer Entscheidung. Nicht jeder, der in Santiago ankommt, meldet sich beim Pilgerbüro oder holt sich eine compostela, aber die aktuell verfügbaren Zahlen (2016) geben einen Hinweis auf allgemeine Trends. 273.376 Pilger holten sich im Jahr 2016 eine compostela. 63 % aller Pilger erreichen Santiago über den camino francés (vor zehn Jahren waren es noch 95 %) und 55 % kommen von Juli bis August. Die meisten beginnen ihre Pilgerreise in Galizien, die Mehrheit in Sarria (71.861 – 26 %), denn das berechtigt sie zu einer compostela. Diese bestätigt, dass sie knapp über 100 km von Santiago entfernt angetreten sind. Daher sind die galizischen Stationen besonders überlaufen. Die nächsten wichtigen Zugänge zum Camino sind St.-Jean-Pied-de-Port (33.720 – 12 %) und Tui (15.167 – 5 %).

Die Anzahl der Pilger ist seit Beginn des zweiten Jahrtausends um das Fünffache gestiegen, und sie kamen aus 140 Ländern. Das erste Diagramm zeigt die Anzahl von Pilgern, die sich im Zeitraum von zwölf Jahren eine compostela ausstellen ließen. In Heiligen Jahren (in Gelb) erhöht sich die Zahl derer, die sich auf den Weg machen, und der Besuch von Papst Benedikt XVI. im Heiligen Jahr 2010 ließ die Zahl beträchtlich, erstmals in der modernen Geschichte des Camino über die Viertelmillionmarke steigen. Das nächste Heilige Jahr (Año Santo Jacobeo) ist 2021.

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Das nächste Diagramm zeigt die durchschnittlichen Zahlen pro Monat. Im Jahr 2016 wurden in den Monaten Mai bis Oktober jeweils über 25.000 Pilger registriert. Spitzenmonat ist und bleibt der August (54.796), und im kalten Januar machten sich immerhin 1.217 besonders Mutige auf den Weg.

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Wie lange dauert es?

Das hängt von vielen Faktoren ab, etwa von Ihrer Fitness, die von Individuum zu Individuum unterschiedlich ist und schwanken kann. (Ihre Biorhythmen bringen nicht nur Stimmungsschwankungen mit sich!) Wenn Sie noch Wetteränderungen, Umwege (geplant oder ungeplant) sowie verschiedene Einschränkungen durch einen Mangel an Motivation und Zeit hinzunehmen, ergibt sich eine Vielzahl an Möglichkeiten. Ich habe einmal in Finisterre einen Pilger getroffen, der gerade aus Sevilla angekommen war. Er war 1.000 Kilometer in atemberaubenden 19 Tagen gewandert, das sind mehr als 50 km pro Tag! Er hatte gerade genug Zeit, mir stolz die Stempel in seinem Pilgerpass zu zeigen, bevor er sich wieder auf den Weg den Hügel hinunter machte! Es scheint, als erklärten viele Pilger das Vollenden der Reise in möglichst kurzer Zeit zu ihrem Hauptanliegen. Sie sind der Einzige, der etwas über Ihr Ziel sagen kann, und wenn sportliche Höchstleistungen Ihr Ding sind, dann sei es so, aber es ist unwahrscheinlich, dass das eine Pilgerreise wird.

Ich habe das Gefühl, dass sich die meisten Leute vier bis fünf Wochen Zeit nehmen, um den ganzen camino francés zu gehen, also insgesamt 778,5 km oder 811,5 km, wenn es ihnen sämtliche in diesem Buch verzeichneten, landschaftlich und spirituell reizvolleren, alternativen Routen wert sind. Das passt in etwas mehr als einen Monat plus Ruhetage sowie An- und Abreise. Diese 33 Etappen sind so etwas wie ein Minimum, und Sie müssen durchschnittlich ca. 23 Kilometer pro Tag zurücklegen ohne Umwege, Ruhetage, Belastungen oder Verletzungen und andere Reisepläne. Wenn Sie ein Bett gefunden, geduscht, Ihre Füße massiert, Ihre Socken gewaschen und etwas gegessen haben, bleibt nur noch wenig Zeit, an einer Messe teilzunehmen, zu meditieren, etwas in Ihr spirituelles Tagebuch zu schreiben, über Ihr Ziel nachzudenken ...

Finden Sie Ihr eigenes Tempo. Das hier beschriebene erlaubt Ihnen, Santiago in knapp fünf Wochen zu erreichen. Mir gefällt die Vorstellung, dass ich einen Tag für jedes Jahr wandere, das Christus auf Erden gelebt hat. Sie schenkt mir einen erweiterten Blickwinkel auf das, was ich selbst bin und tue, damit die Innenschau ihr Werk tun kann. Eine Pilgerfahrt, die sich sechs Wochen (40 Tage und 40 Nächte) Zeit nimmt, ermöglicht eine nochmals vertiefte Erfahrung und könnte Ihr gesamtes Leben entschleunigen, denn sie böte noch mehr Zeit, um die auf dem Weg gelernten Lektionen und gewonnenen Einsichten zu integrieren.

Sie persönlich haben aber nur zwei oder drei Wochen zur Verfügung? Lassen Sie sich nicht abhalten! Immer mehr Menschen, die sich anspruchsvollen beruflichen und/oder privaten Aufgaben stellen müssen, halten es so, dass sie zwei- oder dreimal anreisen, um den ganzen Camino zu vollenden. Tägliche Billigflüge aus zahlreichen europäischen Städten beispielsweise nach Santander oder Valladolid machen den Zugang zum Camino in Burgos und León zu einer einfachen Option, denn Zug- und Busverbindungen sind in Spanien sehr zuverlässig und nicht teuer.

In Wirklichkeit haben wir alle Zeit der Welt, nur viele glauben es nicht (besonders unsere Chefs, Angestellten, Partner und Kollegen). Komm zurück in „die Wirklichkeit“ ist eine Aufforderung, die man oft zu hören bekommt. Wo, um Himmels willen, soll das sein? Und selbst wenn wir wissen, dass wir alle Zeit der Welt haben, müssen wir, wenn wir ehrlich sind, vielleicht zugeben, dass wir Angst haben, uns diese Zeit zu nehmen, um über unser Leben und die Richtung, in die es geht, nachzudenken. Ich kenne Menschen, die sich einen ganzen Sommer für das Pilgern freigeschaufelt haben, nur um innerhalb weniger Tage entsetzt wieder umzukehren, weil sie endlich Zeit gehabt hatten, ihr Leben zu überdenken und die Veränderungen in Erwägung zu ziehen, die wohl jede Selbstfindung erfordert.

Eine Pilgerfahrt wird, wie das Leben selbst, auf vielen verschiedenen Ebenen erfahren. Was für den einen Sinn macht, kommt dem anderen fremd vor. Jeder von uns hat seine eigenen Gründe, auf Pilgerreise zu gehen. Was immer Sie tun wollen, schieben Sie es nicht auf die lange Bank, denn es könnte sich als entscheidender Wendepunkt in Ihrem Leben erweisen.

Wie man hinkommt – und wieder zurück

Die Karte auf der Innenseite der hinteren Klappe zeigt Flug- und Fährhäfen. Bitte beachten Sie, dass sich Fahrpläne und Preise ändern können und dass man in den Wintermonaten mit einem eingeschränkten Betrieb rechnen muss.

CO2-neutral reisen: Reisen hat immer einen Einfluss auf die Umwelt, und das gilt besonders für Flugreisen. Wir können die schädliche Emission von Treibhausgasen jedoch vermindern, indem wir die Menge des produzierten CO2 ausgleichen. Auf climatecare.org können Sie sich die Emissionen ausrechnen lassen, die Sie produzieren, wenn Sie mit dem Flugzeug, dem Zug oder dem Auto von A nach B reisen, und erfahren, was Sie dazu beitragen können, um das auszugleichen. Ein Hin- und Rückflug von London nach Santiago produziert 0,33 Tonnen CO2. Wenn Sie den Zug nehmen, reduziert sich das um etwa zwei Drittel, aber wenn Sie von der Westküste der USA oder Kanadas anreisen, produzieren Sie 2,04 Tonnen CO2 (basierend auf einer Auslastung des Flugzeugs von 80 %). Ein Emissionsausgleich löst das Problem zwar nicht, trägt aber dazu bei, dass wir uns auf das Finden von Lösungen ausrichten. Im Grunde geht es darum, sich des Problems bewusst zu werden – nicht darum, sich schuldig zu fühlen, wenn man verreist. In wirtschaftlich angespannten Zeiten geht der Trend dahin, Flüge, die nicht von genügend Passagieren gebucht wurden, einfach zu annullieren. Die folgenden Pläne können kurzfristig geändert werden – bleiben Sie flexibel!

Flüge von Deutschland: Die einfachste Möglichkeit, nach Saint-Jean-Pied-de-Port zu kommen, ist ein Flug nach Biarritz. Von Berlin und Frankfurt gibt es Direktflüge nach Biarritz, aber mit Linienmaschinen der Air France und entsprechend teuer. Nach der Ankunft hat man normalerweise genug Zeit, rechtzeitig mit dem Flughafenbus (reguläre Abfahrtszeiten; Fahrzeit 30 Minuten) zum Bahnhof von Bayonne zu kommen, um den Bergzug nach Saint-Jean-Pied-de-Port zu erwischen. Die landschaftlich sehr schöne Bahnfahrt dauert 1½ Stunden, der Fußweg ins Stadtzentrum 5 Minuten. Alternativ können Sie überlegen, ein Taxi direkt vom Flughafen zum 55 km entfernten Saint-Jean-Pied-de-Port zu nehmen. Suchen Sie sich andere Passagiere mit Jakobsmuschel-Emblem, mit denen Sie die Kosten teilen können, oder kontaktieren Sie Express Bourricot (image +33 661-960 476), eine Pilgerreiseagentur in Saint-Jean-Pied-de-Port, um sich abholen zu lassen. Bilbao, mit Zug- oder Busverbindungen nach Bayonne (oder Pamplona für Roncesvalles), ist per Direktflug von Berlin, Frankfurt und München (und einigen kleineren Flughäfen) zu erreichen. Andere per Flugzeug zu erreichende Zugangsorte entlang des Camino sind Madrid, Valladolid und Santander, von wo aus man mit Bus oder Bahn ganz einfach nach Logroño, Burgos oder León kommt. Flüge nach Valladolid und Santander sind von Deutschland teuer und nicht direkt.

Flüge von Österreich: Es gibt relativ günstige Linienflüge von Wien, Graz und Salzburg nach Madrid und Bilbao.

Flüge aus der Schweiz: Es gibt relativ günstige Linienflüge von Zürich, Genf und Lugano nach Madrid und Paris. Von Madrid oder Paris hat man den besten Service zu regionalen spanischen Flughäfen.

Mietwagen: Der Wettbewerb unter den Autoverleihern innerhalb Spaniens ist groß. Daher ist ein Mietwagen eine gute Option für die Weiterreise, besonders wenn man ihn gemeinsam nutzt.

Rückreise von Santiago: Eine Erweiterung des Angebots an Zügen, Bussen und Flügen hat die Abreise von Santiago einfacher und in manchen Fällen sogar billiger gemacht als vor ein paar Jahren. Die Kosten für die An- und Abreise gehen weit auseinander, und je früher Sie buchen, desto billiger ist in der Regel das Ticket, aber beim Rückreisedatum flexibel zu bleiben, kann manchmal mit einem Last-Minute-Preis belohnt werden. Galizien hat drei internationale Flughäfen: Santiago de Compostela, A Coruña und Vigo.

• Flüge: Ryanair fliegt von Santiago direkt nach Frankfurt sowie in viele spanische Städte (wo man einen Anschlussflug bekommt). Easyjet fliegt von Santiago nach Genf. Vueling (Click Air) fliegt direkt nach Paris und Zürich. Air Lingus fliegt Santiago de Compostela – Dublin (Sommerflugplan). Lufthansa, German Wings, Iberia und andere Airlines bieten das ganze Jahr über einen regulären Service über Verbindungsflughäfen in Spanien, hauptsächlich Madrid. Es gibt täglich direkte Busverbindungen zwischen Santiago de Compostela und den Flughäfen Porto und Lissabon, was die Rückflugmöglichkeiten erweitert.

• Bahn: Die Bahnreise zu sämtlichen größeren Städten am Jakobsweg oder in dessen Nähe können Sie in deutscher Sprache unter http://reiseauskunft.bahn.de (Deutsche Bahn), http://fahrplan.oebb.at (Österreichische Bahn) und http://fahrplan.sbb.ch (Schweizer Bahn) recherchieren und buchen.

• Bus: Der Markt für Fernbusreisen entwickelt sich derzeit sehr dynamisch, das Angebot wird dementsprechend ständig erweitert und ergänzt. Gewisse Verbindungen fallen aber auch weg, weil die eine oder andere Firma der Konkurrenz nicht gewachsen ist und den Geschäftsbetrieb einstellen muss oder weil sie mit einem anderen Anbieter fusioniert wird. Aus diesen Gründen wird hier auf konkrete Hinweise verzichtet. Über das Internet kommen Sie leicht an die gewünschten und auch aktuell gültigen Informationen. Fernbusreisen verzeichnen eine rasant steigende Popularität, vor allem natürlich deshalb, weil sie vergleichbar günstig sind. Auch der Komfort in modernen Reisebussen ist spürbar gestiegen. Vergewissern Sie sich jedoch, wo genau Sie abgesetzt werden; Busbahnhöfe liegen nicht immer dort, wo Sie die beste Anbindung an das öffentliche Netz haben.

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GEDANKEN

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Pilgerpass

Damit Sie in Pilgerherbergen übernachten können und am Ende eine Compostela (Zertifikat für die Vollendung einer Pilgerreise nach Santiago) bekommen, müssen Sie einen Beweis vorlegen, dass Sie die Route abgewandert sind (zumindest die letzten 100 km von Sarria nach Santiago). Er ist ihr Pilgerpass (credencial) mit entsprechenden Stempeln (sello), die Sie hauptsächlich von den Betreibern (hospitaleros) der Pilgerherbergen bekommen. Sie können sich Ihren Stempel aber auch in sonstigen Herbergen, Kirchen, Rathäusern und prinzipiell überall dort, wo Sie einkehren, abholen.

Einen Pilgerpass können Sie sich vor Ihrer Abreise von einer Jakobsbruderschaft oder von einem Pilgerbüro in Ihrem Land oder bei Ihrer Ankunft in den Pilgerbüros Saint-Jean-Pied-de-Port/Roncesvalles (oder Sarria als letzte Rettung) besorgen. Treten Sie einer Bruderschaft bei oder tun Sie, was Sie können, um die Arbeit der Bruderschaften zu unterstützen, die so viel für die Erhaltung der Pilgerroute und ihrer Einrichtungen tun. Stellen Sie Ihren Antrag auf einen Pilgerpass rechtzeitig (ein Antrag über das Internet kann die Prozedur beschleunigen).

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Pilgerherbergen

Hostales, refugios oder albergues de peregrinos sind exklusiv für Pilger auf dem Camino reserviert. Sie stehen auf der gesamten Route in Abständen von 10 bis 20 Kilometern (häufig weniger, nie mehr) zur Verfügung und liegen alle direkt am oder in unmittelbarer Nähe zum Camino. Dies schließt Jugendherbergen (albergues juvenil) ein, die Pilgern mit Pilgerpass (credencial) generell zur Verfügung stehen. Die Unterbringung erfolgt in der Regel in Stockbetten und es gibt zusätzlich jede Menge Platz auf Matratzen (colchonetas) am Boden (suelo).

Bettwanzen (chinches) werden immer mehr zu einer Quelle der Besorgnis, und jede Unterkunft, in der viele Menschen auf engstem Raum übernachten, birgt zusätzliche Risiken. Bettwanzen leben in Matratzen und sind nachtaktiv. Das Problem bleibt also bestehen, solange die Unterkunft selbst nicht behandelt wird. Entsprechend behandeltes Bettzeug (Kissenbezug und Laken) mitzubringen, kann eine nützliche Vorsichtsmaßnahme sein. Wenn Sie betroffen sind (drei oder mehr Bisse sind ein deutlicher Hinweis), sollten Sie die Einrichtung und auch die nächste(n) Herberge(n) sofort über das Problem informieren, sodass sie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen können, alle Kleidungsstücke mindestens zwei Stunden lang auf höchster Stufe waschen und/oder im Trockner trocknen und in schweren Fällen medizinische Hilfe in Anspruch nehmen (Hydrocortison). Ratschläge sind oft widersprüchlich. Suchen Sie also Hilfe bei denen, die Erfahrung mit dem Problem haben. Touristenbüros können vielleicht helfen, und Essig soll in der Lage sein, das Jucken abzumildern.

Kategorien von Pilgerherbergen

Die Herbergen sind in der Regel von März (Ostern) bis Oktober geöffnet. Viele haben mittlerweile das ganze Jahr über geöffnet (außer an Feiertagen wie Weihnachten oder während Renovierungsarbeiten). Soweit sie bekannt sind, sind sie auch angegeben, aber selbst wenn sie als geschlossen aufgelistet sind, können sie offen haben und umgekehrt. Machen Sie sich also auf das Unerwartete gefasst. Wegen der zunehmenden Nachfrage werden jedes Jahr neue Hotels eröffnet und bereits existierende erweitern ihre Saison. Im Sommer eine Unterkunft zu finden, ist jedenfalls ein größeres Problem als im Winter! Namen und Telefonnummern sind hier nur für den Notfall angegeben (viel beschäftigte Herbergsväter sind nicht begeistert von nutzlosen Anfragen) und damit Pilger, die in der Nebensaison reisen, feststellen können, ob eine Herberge offen hat oder nicht. Es ist generell nicht möglich, Pilgerherbergen im Voraus zu buchen. Winterpilger informieren sich auf www.aprina.com/alberguesinvierno.

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Kategorien:

Es gibt sechs Hauptkategorien von Herbergen. Die Abkürzungen dafür folgen auf den Namen auf den Karten, z.B.: Priv. für eine privat betriebene Herberge. Die darauf folgende Verschlüsselung in eckiger Klammer informiert kurz und bündig über die dortige Schlafsituation. [20÷2] zum Beispiel bedeutet: 20 Betten in zwei Schlafsälen. Zusätzliche Privatzimmer werden durch ein dahintergestelltes + bezeichnet. Alle Angaben (auch gelegentlich angegebene Preise) können sich kurzfristig ändern und sind nur zur Orientierung angegeben. Zur Beachtung: Albergues fallen zunehmend unter überarbeitete Anforderungen für Beherbung und Übernachtung, mit entsprechenden preislichen Folgen.

image Muni. Gemeindeherberge (albergue municipal), eine einfache Herberge mit begrenzter Ausstattung, die der Gemeinde gehört und von ihr unterhalten wird. Der/die Herbergsvater/-mutter (hospitalero/a) wohnt oft direkt nebenan (ca. € 5). Zu dieser Kategorie gehören auch die staatlichen Herbergen in Galizien (Xunta. albergues Xunta de Galicia) (€ 6).

image Par. Herberge der Pfarrgemeinde (albergue parroquia), gehört dem Bistum und wird vom Gemeindepfarrer betrieben. Manche bieten regelmäßige Pilgermessen an. Es geht dort in der Regel zwangloser zu als in Gemeindeherbergen, es gibt ein Gemeinschaftsessen und Segen für alle. In der Regel sehr gastfreundlich, aber einfach und donativo.

image Conv. Konvent- oder Klosterherberge (monasterio o convento; mosteiro auf Gallego). Convento ist ein Kloster (Mönche), während ein convento de monjas (Nonnen) ein Konvent ist! Die Atmosphäre ist jeweils deutlich anders. Informieren Sie sich also anhand der zur Verfügung stehenden Details (ca. € 5 oder donativo).

image Asoc. Verbindungsherbergen werden von lokalen spanischen Bruderschaften oder Bruderschaften mit anderer Staatsangehörigkeit betrieben, manchmal in Verbindung mit den örtlichen Behörden. Sie sind in der Regel bestens auf die Bedürfnisse der Pilger eingestellt und das Personal besteht häufig aus ehemaligen Pilgern, die hier als Freiwillige tätig sind (ca. € 7).

image Priv.* Netzwerkherbergen (red de albergues) sind private Herbergen, die sich zu einem lockeren Netzwerk zusammengeschlossen haben. Sie sind oft im Besitz von Einzelpersonen, von denen sie auch geführt werden, gehen aber zunehmend in die Hände einer Management-Gruppe über, die größeres Vertrauen in ihre ständige Verfügbarkeit schaffen soll. Hier herrscht ein ähnliches Verständnis von Bruder-/Schwesternschaft wie in den Verbindungsherbergen, aber es gibt oft einen zusätzlichen Service in Form von Waschmaschinen/Trocknern, Internetzugang, Abendessen und Frühstück. Viele bieten auch Einzel- und Doppelzimmer zu höheren Preisen an (Stockbett € 10+).

image Priv. Privatherbergen (albergues privado) sind den Netzwerkherbergen ähnlich, haben aber keinen übergeordneten Kodex mit entsprechenden Regeln. Sie sind tendenziell flexibler als andere Herbergen und gut ausgestattet. Viele bieten Waschmaschinen und Trockner sowie flexiblere Öffnungszeiten (€ 10+) und zusätzliche Privatzimmer, wo verfügbar, ab € 20+.

Öffnungszeiten variieren, aber Herbergszimmer sind in der Regel um die Mittagszeit sauber und bereit, neue Pilger aufzunehmen. Ein paar machen erst später auf, manche privaten Herbergen früher. Viele Herbergen halten bis etwa 18.00 Uhr Plätze für diejenigen frei, die zu Fuß unterwegs sind. Herbergen schließen ihre Tore in der Regel gegen 22.00 Uhr und machen dann auch alle Lichter aus. Morgens verlassen Frühaufsteher ihre Betten leise oder geräuschvoll ab 5.00 Uhr. Die geschäftigste Zeit liegt zwischen 6.30 und 7.30 Uhr. Die meisten Herbergen schließen um 8.30 Uhr zum Großreinemachen. Dann müssen auch die letzten Nachzügler die Unterkunft verlassen. Über Besonderheiten wie die Bereitstellung eines Frühstücks wird in der Regel bei der Ankunft gesprochen, aber man sollte es sich zur Gewohnheit machen, die Anzeigetafeln zu lesen. Touristenbüros und Museen sind in der Regel von 10.00 bis 13.00 Uhr geöffnet und nach der siesta von 16.00 bis 19.00 Uhr. Geschäfte haben in der Regel etwas länger auf. Bitte beachten Sie, dass viele öffentliche Gebäude, einschließlich Kirchen, montags geschlossen sind.

Herbergsvater/-mutter (hospitalero/a). In jeder Herberge gibt es mindestens eine Person, deren Aufgabe darin besteht, dafür zu sorgen, dass das Haus zur richtigen Tageszeit offen ist und nachts die Lichter gelöscht werden. Ansässige hospitaleros sind in der Regel Freiwillige, die in der Herberge leben, den Pilgerweg früher wahrscheinlich selbst gegangen sind und daher über die Bedürfnisse der Pilger Bescheid wissen. Nicht ansässige Herbergseltern wohnen in der Nähe (oft direkt neben) der Herberge und können verlässliche Informationen geben, beispielsweise darüber, wo man am besten einkauft, sowie über Restaurants, Gottesdienstzeiten etc. Nicht ansässige Herbergseltern sind in der Regel zwischen 16.00 und 20.00 Uhr anwesend, um Schlafplätze zuzuweisen, die Übernachtungsgebühren zu kassieren und die credenciales abzustempeln.

Ausstattung und Sauberkeit der Herbergen variieren stark, aber warme Duschen sind mittlerweile überall Standard. Vergessen Sie nicht, dass warme Duschen nicht unbegrenzt viel warmes Wasser bedeuten. Wenn Sie der Letzte in einer Gruppe sind, die am frühen Nachmittag duschen will, ist das Wasser bei Ihnen vielleicht schon kalt. Auf der anderen Seite ist es vielleicht schon wieder aufgeheizt, wenn Sie am Abend als Letzter duschen! Es gibt jetzt glücklicherweise immer mehr Herbergen, die Waschautomaten (lavadora) zur Verfügung stellen. Seltener, aber oft noch praktischer ist ein zusätzlicher Trockner (secadora) (nicht zu verwechseln mit der weniger nützlichen Schleuder (centrífuga)). Wenn es tagelang ununterbrochen regnet, kann eine secadora für das persönliche Wohlbefinden viel bewirken. (Es sei angemerkt, dass die Maschinen oft kaputt sind.) Die meisten Herbergen bieten eine Küche mit Herd, Töpfen, Pfannen und (ein wenig) einfachem Besteck und die meisten haben einen Aufenthaltsraum, der oft als Esszimmer dient.

Standards

Die gebotenen Standards und die Ausstattung ändern sich permanent. Ein Bewertungssystem kann also auch falsche Erwartungen wecken. Sie finden jedoch eine allgemeine Anmerkung über die Ausstattung, die Anzahl der Schlafplätze (in der Regel in Stockbetten) und die Menge der Räume. Einfache Division macht deutlich, mit wie vielen Zimmergenossen Sie teilen müssen: mit bis zu 110 bei entsprechend vielen Betten in einem Schlafsaal [110÷1] oder mit nur zwei Pilgern [60÷30]. Ein + zeigt an, dass zusätzlich zu den Schlafsaalunterkünften auch Privatzimmer zur Verfügung stehen.

Die beste Art und Weise, den Standard einer Herberge zu bestimmen, ist anhand der Begrüßung, mit der Sie empfangen werden, und der Kommentare, die andere Pilger im Gästebuch hinterlassen haben. Es ist ein Irrglaube, dass alle „echten“ Pilger in einer Pilgerherberge übernachten müssen. Mittelalterliche Pilger nahmen jedes verfügbare Bett, unabhängig davon, ob es in einem offiziellen hospital de peregrino stand. Tatsächlich waren die mittelalterlichen Kaufleute und Gastwirte zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts von den Pilgern abhängig. Heute ist es nicht anders. Übernachten Sie möglichst in den anerkannten Herbergen und treffen Sie sich mit anderen Pilgern, um Neuigkeiten auszutauschen, aber glauben Sie nicht, Sie seien allein auf diese Herbergen angewiesen. Verteilen Sie Ihren inneren und äußeren Reichtum!

Dankbarkeit für kleine und große Wohltaten ist eine Eigenschaft, die von allen echten Pilgern entwickelt werden sollte. Dies wird nirgendwo deutlicher als im Anbieten und Annehmen eines Platzes, wo der Pilger sein müdes Haupt hinlegen kann. Wenn man am Ende eines langen Tages müde oder auf dem Weg sogar in einen Sturm (tormenta) geraten ist, kann jeder Hafen ein Gefühl der tiefen Dankbarkeit hervorrufen, und zwar für jede noch so bescheidene Unterkunft und jede noch so beiläufige Begrüßung. So sollte es sein.

Hotels: Wenn die Herbergen voll sind, gibt es in der Regel alternative Unterbringungsmöglichkeiten ganz in der Nähe. Auch die sind unterschiedlich in der Ausstattung und entsprechend auch im Preis (im Allgemeinen pro Zimmer, nicht pro Person). Die spanische Tourismusbehörde kategorisiert alle „offiziellen“ Unterkünfte. Ein ‚r‘ in jeder Kategorie bedeutet residencia (keine Verpflegung außer Frühstück). In der Praxis ist der für die Kosten entscheidende Faktor die Anzahl der Sterne, die eine Unterkunft hat. Die Preise variieren je nach Saison (25 % Aufschlag in der Hauptferiensaison) und Region (25 % Aufschlag in Städten). Manche kleineren Hotels und Herbergen, vor allem in ländlichen Gegenden, geben einen Pilgerrabatt. Fragen Sie danach, bevor Sie buchen.

In der Nebensaison ist der Zimmerpreis oft deutlich niedriger als offiziell ausgeschrieben. Am unteren Ende (ab € 15) finden sich Betten (camas) und Gästehäuser, die wahlweise als fondas, hospedajes oder hospederías bezeichnet werden, ohne jede Sterne-Kategorie. Weiter oben auf der Skala (ab € 20) stehen pensiónes P und hostales Hs mit einem oder mehr Sternen und kleinere ländliche hoteles H. Im Mittelfeld (ab € 35) liegen anspruchsvollere Garni-Hotels, die in der Regel hohe Standards erfüllen und wahlweise als ländliche Häuser (casa rural CR), ländlicher Tourismus (turismo rural TR) oder bäuerlicher Tourismus (agrícola turismo AT) bezeichnet werden. Dann kommen die Hotels von einem Stern in ländlichen Gegenden H* (€ 25+) bis zu fünf Sternen H***** in der Stadt (€ 100+).

Kosten: Rechnen Sie mit mindestens € 25 am Tag: € 5 für die Übernachtung in einer Gemeindeherberge und der Rest für Essen und Trinken. Manche Herbergen bieten gegen ein geringes Entgeld ein gemeinschaftliches Abendessen an (abhängig vom Herbergsvater), und viele haben eine einfache Küche, in der man sich selbst Essen zubereiten kann. Alternativ gibt es in den meisten Orten eines oder mehrere Restaurants und viele bieten ein besonderes „Pilgermenü“ (menú de peregrino) zum Festpreis von ca. € 9 an. Wenn Sie die wunderbare spanische Gastronomie genießen und auch feinere Weine probieren wollen, sollten Sie damit rechnen, dass sich diese Basiskosten verdoppeln. Ein paar Pfarrgemeindeherbergen haben immer noch ein Spendensystem nach dem Motto: Lassen Sie uns da, was Sie können, und wenn es nur Ihre Gebete sind, reicht es auch. Wir sollten uns hüten, dieses Vertrauen in unsere individuellen Umstände zu missbrauchen. Wenn Sie nicht gerade ein echter Bettler sind, sollten Sie mindestens € 5 geben, damit die Grundkosten der Herberge gedeckt sind. Private Herbergen verlangen etwa € 10 bis € 15 pro Nacht, bieten aber oft zusätzliche Annehmlichkeiten wie einen Internetzugang, Waschmaschine und Trockner und Essen (Abendessen und Frühstück, die extra bezahlt werden müssen).

Bezahlen: Alle Pilgerherbergen, kleinen Pensionen, ländlichen Garni-Hotels (casa rurales) und Geschäfte akzeptieren nur Bargeld. Dafür gibt es selbst in den kleinsten Städten und in vielen Dörfern Geldautomaten (cajeros automáticos), wo man mit den meisten interna­tionalen Bank- und Kreditkarten Bargeld bekommen kann. Reiseschecks sind schwierig einzulösen, und wenn, muss man sich nach den Banköffnungszeiten richten. Denken Sie auch daran, Ihre Rechnung am Abend vorher zu begleichen, wenn Sie früh abreisen möchten.

Auswärts essen: Ein einfaches Pilgermenü oder menú del dia kostet um die € 9. Sobald Sie von der Speisekarte bestellen, können die Kosten für ein Essen überproportional steigen. Tapas (kleine Snacks, die es in vielen Bars und Cafés den ganzen Tag über gibt) oder großzügigere raciones sind sehr appetitlich, aber teuer. Vegetarier haben es nicht leicht, denn in Spanien, dem Land der Fleischesser, hat man wenig Verständnis für die Bedürfnisse eines/einer vegetariano/a. Gemüsesuppe wird oft mit Fleischbrühe gemacht, und wundern Sie sich nicht, wenn Sie Schinkenstücke in Ihrem Käseomelett finden, außer Sie waren sehr genau bei Ihrer Bestellung! Frühstück heißt Kaffee und Croissants. Eine weitere kulturelle Herausforderung sind die Mahlzeiten. Das Mittagessen (almuerzo) (oder einfach comer) ist die Hauptmahlzeit und endet selten vor 15.00 Uhr. Das Abendessen (cena) beginnt dafür in der Regel nicht vor 20.00 Uhr. Hier hilft es querzudenken (tapas), Klartext zu reden (en español) und sich die Mahlzeiten, die man haben möchte, zur gewünschten Zeit in der Herberge zuzubereiten, und zwar aus Zutaten, die man im örtlichen Laden (mercado) gekauft hat.