Guten Abend, kleiner Schatz …

Kuckuck, ich bin’s, deine Maluna Mondschein.

So, kleines Menschenkind, es wird mal wieder Zeit für eine gemütliche Geschichte. Mit Decken und Kissen und Kuscheltieren und Kakao und Schokoplätzchen und Geknuddel und Gekicher und Gebrösel. Knuff, paff, guck, ich patsch mir eine Delle in dein Kissen, und jetzt lasse ich mich rückwärts reinfallen. Juhuuu, plumps, oh, gleich noch mal!

Ups, ’tschuldigung, wir wollen ja mit der Geschichte anfangen.

Dann nichts wie in den Zauberwald.

Sieh nur, da sind sie schon zu sehen, die dunkelgrünen Baumwipfel des Zauberwaldes. Wie wunderbar, da fühlen wir uns doch gleich ganz wie zu Hause.

Also, pass auf, die Geschichte geht so …

Während wir also beschwingt über dem Zauberwald dahinfliegen, da entdecken wir etwas.

Irgendwas tut sich doch da, im Kleinbirnbrückenwinkel, wo Foxtrott Fuchs seine Höhle in den mächtigen Wurzeln der Kleinbirnbäume hat.

Aha! Siehst du das auch? Da, bei der kleinen Stromschnelle. Stapeln sich da gerade Steine von selbst auf? Nein, noch verrückter, die Steine sind irgendwie lebendig. Wie bitte, laufen sie etwa hin und her? Wie kann das denn sein? Lebendige Felsen? Komm, wir versuchen, näher ranzukommen. Ja, so ist es besser …

Okay, die grauen Wesen scheinen Zauberwaldbewohner zu sein, die ich noch nie gesehen habe. Sie sehen stark, kräftig und wuchtig aus. Außer der da, guck mal, im Gegensatz zu den anderen ist er eher schmächtig und zart, lässt die Beine ins Wasser baumeln und starrt gedankenverloren in den Fluss.

Komm, jetzt fliegen wir so schnell es geht zu Maluna und berichten ihr von unserer Entdeckung.

Ah, wir müssen gar nicht bis zum Feenhügel. Maluna steht lesend vor der Infotanne. Na, da muss ja was sehr Interessantes stehen, Maluna merkt nämlich gar nicht, dass wir sozusagen neben ihr stehen.

»Raschel, raschel, huhu, Malunaleinchen, psst, hier drüben …«

»Hrmpf«, macht Maluna und schüttelt den Kopf. »Glaubst du wirklich, ich hätte dich nicht bemerkt? Ein Schraubhuber ist ’ne Titzetatze gegen dich.«

Maluna wendet sich wieder dem Plakat zu.

»Äh, was?« Ich habe von Malunas Satz ja kaum ein Wort verstanden. »Schraubhuber, kleine Fee?«

»Donnerschlamm!«, schimpft die kleine Gutenacht-Fee, und ihre Stimmungssträhne beginnt, sich orange-schwarz gestreift zu färben.

»Also, Maluna, deine Stimmungssträhne hält sich wohl an überhaupt nichts mehr? Seit wann macht sie Augenschmerz-Muster, statt einfach nur grasgrün oder schlammbraun oder …«

»Mensch!«, faucht Maluna. »Kannst du nicht mal nur eine einzige Frage stellen und dann den Schnabel halten?« Die kleine Gutenacht-Fee macht eine Geste, als zöge sie ihren Mund mit einem Reißverschluss zu. Dann liest sie in aller Seelenruhe weiter das Plakat an der Infotanne.

»Schraubhuber?«, frage ich noch mal.

»Na, diese Dinger mit dem Flapp-Flapp über dem Flugkasten, die gibt’s doch bei euch …«, erklärt Maluna grinsend.

»Ach, jetzt weiß ich, was du meinst. Gegen meine Geräusche ist ein Hubschrauber leise wie eine Katze?«

»Du hast es erfasst, und jetzt pscht, ich muss mich hier aufregen.«

»Oh, aufregen, worüber denn? Und was steht da überhaupt? Und … ups. Okay. Nur eine einzige Frage … warte, ich muss mich konzentrieren. Gut, jetzt hab ich’s: WARUM

Die kleine Gutenacht-Fee grinst. »Warum was?«

»Na … alles«, antworte ich listig.

»Pfff. Du wieder«, sagt Maluna, sieht sich nach allen Seiten um, ob auch kein anderer Zauberwaldbewohner unterwegs ist, und winkt uns näher zu sich. »Lies halt.«

Und das tun wir dann auch.

Große Einladung zum

Finsterwald sucht das Supertalent

FSDS

»Boah«, wende ich mich an Maluna. »Jetzt fangt ihr damit auch an?«