Fabian Lenk

Gefangen in der Welt der Würfel. Das Labyrinth des schwarzen Magiers. Ein Abenteuer für Minecrafter

Roman

FISCHER E-Books

Inhalt

Über Fabian Lenk

Weitere Informationen zum Kinder- und Jugendbuchprogramm der S. Fischer Verlage finden sich auf www.fischerverlage.de

Impressum

Originalausgabe

Erschienen bei FISCHER E-Books

 

Covergestaltung: Karin Dahlhaus, MT-Vreden

Unter Verwendung einer Illustration von Vincent Eckert

Coverabbildung und Vignetten: Vincent Eckert

 

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt.

ISBN 978-3-7336-0319-9

Virtual-Reality-Brillen auf, Computer an – Finn und Josh lieben coole Spiele. Vor allem Minecraft!

Doch eines Abends läuft alles anders: Die Brüder werden von gefährlichen Hackern mit Hilfe eines goldenen Lichts in die Minecraft-Welt gezogen und befinden sich plötzlich im Reich Pyra. Dort regieren König Yorick und Königin Kayla. Sie stützen ihre Macht auf gnadenlose Soldaten und rechtlose Arbeiter. Da ein ständiger Bedarf an frischen Sklaven besteht, haben Yorick und Kayla schon viele andere Menschen in ihr Reich entführt.

Mit ihren neugewonnenen Freunden Ela und Luca planen sie den Ausbruch aus Pyra. Doch Luca entpuppt sich als Verräter. Prompt wird Josh geschnappt, während Finn und Ela die Flucht gelingt.

Mit der Hilfe von Hexe Wanda und ihrem Mann, dem genialen Baumeister Pete, gelingt es ihnen jedoch, Josh aus den Klauen von Yorick und Kayla zu befreien.

Das Herrscherpaar sinnt auf Rache – und setzt eine riesige Armee von Withern in Marsch, die die Flüchtigen fangen soll. Die Gefährten fliehen ins Reich eines mutigen Bergvolks. Zusammen schaffen sie es, die Armee der Wither zu besiegen. Yorick, Kayla und Luca können jedoch entkommen.

Nun brechen Finn, Josh und Ela auf, um das goldene Licht zu finden. Sie hoffen, dass

Die Hütte stand auf Stelzen aus Eichenstämmen in einem Tümpel, in dem Seerosenblätter schwammen. Am Ufer wuchsen blaue Orchideen.

Richtig idyllisch, dachte der mächtige Magier Darkside und lächelte. Aber das war kein nettes Lächeln, es hatte nichts Freundliches. Es war eher ein wölfisches Grinsen.

Der Magier trug eine Kluft, die schwarz war wie der Tod. Er verbarg sich hinter einer Sumpfeiche und behielt die Hütte im Auge.

Ha, da waren sie ja!

Pete, der auch sehr gut mit Sprengstoff umgehen konnte, hatte die Hütte mit einigen Sprengfallen gesichert, wie Darkside herausgefunden hatte. Doch das würde den beiden nichts nützen.

An dem Kerl hatte Darkside kein Interesse. Ihm ging es einzig und allein um die Hexe. Besser gesagt: um ihre Hexenkünste. Die brauchte er, um zu seinem Ziel zu gelangen. Wanda musste ihm helfen, ihm dienen. Zweifellos würde sie sich sträuben, aber das war Darkside egal. Er würde den Widerstand der Hexe brechen.

Jetzt stapfte Pete ins flache Wasser und entfernte sich ein Stück von seinem trauten Heim.

Sehr gut!, dachte Darkside, lass deine

Als Pete nicht mehr zu sehen war, hob der Magier beide Arme beschwörend zum Himmel. Sein Körper begann zu zittern, sein Mund öffnete sich zu einem stummen Schrei. Aus seinen Händen stiegen weiße Blasen auf. Jetzt begann Darkside zu knurren wie ein gereizter Kampfhund – und wie aus dem Nichts spawnten durch Darksides Beschwörungszauber drei Plagegeister. Die geflügelten Kreaturen mit ihren Eisenschwertern ähnelten bösen Engeln. Sie waren zwar recht klein, aber äußerst gefährlich.

Nun gab der Magier das Zeichen zum Angriff und hetzte die Plagegeister auf Wanda.

Die Kreaturen flogen über Petes Fallen hinweg und hoben die Schwerter. Auf ihren grauen Körpern zeigte sich eine blutrote Maserung, wie immer, wenn sie

Hinter dem Baumstamm verfolgte der Magier den Kampf. Seine Augen zuckten unter den buschigen schwarzen Brauen unruhig hin und her.

Denn Wanda war eine wirklich starke Gegnerin. Schon hatte die warzennasige Hexe die ersten Tränke auf die Geister geschleudert: zunächst einen Trank der Langsamkeit, dann einen der Vergiftung, schließlich einen der Schwäche. Dann floh sie ins Innere der Hütte.

Doch es nützte ihr nichts, wie Darkside erleichtert feststellte: Die fliegenden Geister wichen Wandas Geschossen aus. Außerdem hatten Plagegeister die unangenehme Fähigkeit, durch Blöcke aller Art hindurchfliegen zu können. Auch wenn sie durch Lava oder Feuer schwebten, erlitten sie keinerlei Schaden.

Da stürmte Pete heran. Einer der Plagegeister attackierte nun den Baumeister, der in einer verzweifelten Geste die Arme über den Kopf hob.

Gleich würde der Geist ihn erschlagen haben, doch das war nicht in Darksides Sinn. Er wollte lieber noch ein wenig mit Pete spielen – und Wanda durfte ohnehin kein Haar gekrümmt werden.

Also bremste der Magier seine Geister mit einem knappen Kommando. Sie hielten Wanda und Pete in Schach, die Schwerter schlagbereit gehoben.

Der Magier kam hinter dem Baum hervor und rief der Hexe und dem Baumeister zu: »Bleibt ruhig, dann passiert euch nichts!«

Das war zwar gelogen, aber es erfüllte

»Was hast du vor?«, wollte sie wissen.

»Psst«, machte der Magier und lächelte wieder sein wölfisches Lächeln. »Überraschung …«

Dann hob er erneut die Arme und richtete sie auf die Sumpfhütte. Sekundenbruchteile später stand sie in Flammen.

Der Baumeister funkelte Darkside an: »Das wirst du uns büßen, das verspreche ich dir.«

»Ja, ja, natürlich«, erwiderte der Magier sanft, als habe er es mit einem Verrückten zu tun, der irgendeinen Unsinn brabbelte.

Im Feuerschein der sterbenden Hütte trieb er Pete in ein nahes Sumpfloch. Dort

»Bye-bye«, sagte er böse und sah einen Moment lang zu, wie Pete begann, in das tödliche Moor zu sinken.

In Petes Augen trat blanke Panik.

Ungerührt wandte sich der Magier ab und ging zurück zu Wanda, die ihn anflehte, ihren Mann zu retten.

Er schüttelte nur mit dem Kopf. »Und nun zu dir«, sagte er und klang regelrecht fröhlich. »Du und ich, wir beide werden jetzt eine kleine Reise machen.«

»Wohin?«

»Überraschung«, wiederholte Darkside.

»Und wenn ich mich weigere?«, zischte Wanda.

»Weigern?« Der Magier hob die Brauen in milder Belustigung. »Nicht doch. Das wäre dein Tod.«

»Dann lass wenigstens Pete in Ruhe!« Jetzt weinte sie fast.