Florian Reichl

Holger Körber

SCORE by CORE

MEIN Leben UNTERNEHMEN

Books on Demand

Die Autoren

Florian Reichl, Jahrgang 1969, CEO und Gründer der Owellis GmbH Co KG und Unternehmerberater.

Schon seit der Studienzeit war für ihn klar, dass Wirtschaft und Soziales keine Gegensätze sind, sondern auf natürliche Art zusammen gehören. Nur auf Basis menschlicher Entwicklung ist auch sinnvolles wirtschaftliches Wachstum möglich. Dass dies nicht nur ein theoretischer Ansatz ist, sondern auch in der Umsetzung wirkt, erkennt man in seinem Unternehmen und an den Ergebnissen seiner Beratungskunden.

Holger Körber, Jahrgang 1970, Inhaber und Gründer der Innovationswerkstatt koerber | weiterdenken.

Der Mensch mit seinem individuellen Potential rückt im modernen Wirtschaftsleben zunehmend in den Mittelpunkt. Immer mehr Menschen spüren den Wunsch, ihre Sehnsüchte und Wertvorstellungen mehr in ihr (unternehmerisches) Leben zu integrieren. Aus dieser Haltung heraus entstehen großartige Unternehmungen und Innovationen, die für sinnvolle Lösungen und gesundes Wachstum sorgen.

INHALTSVERZEICHNIS

Persönliches Vorwort von Florian Reichl

Wir werden uns in diesem Buch viel mit der Frage des Warums beschäftigen, daher ist es mir ein Anliegen vorab zu erklären, warum dieses Buch entstanden ist.

Einer der Hauptgründe ist, dass ich mir beim Aufbau meines Unternehmens genau so einen Gestaltungs-Leitfaden gewünscht hätte. Genau genommen hätte ich mir für mein ganzes Leben so einen Leitfaden gewünscht. Und auch wenn ich meine vielen Lernschleifen und lehrreichen Umwege durchaus zu schätzen weiß, glaube ich fest daran, dass man auch einen leichteren und direkteren Weg zur persönlichen und beruflichen Erfüllung gehen kann und darf. Die Zeit ist reif dafür!

Entstanden ist dieses Buch auch aus den anregenden Dialogen mit meinem Co-Autor und Freund Holger. Und irgendwann im Laufe dieses eigentlich einzigen, aber unterbrochenen, fortlaufenden Dialoges entstand der Wunsch, einige der nie festgehaltenen Grundlagen meiner jahrelangen Beratertätigkeit in Buchform auf den Punkt zu bringen.

Ich hoffe, dass Ihnen damit einige Um- und Irrwege erspart bleiben und dass idealerweise mit dem Buch ein Anstoß zu einer neuen Kultur des bewussten Gestaltens gelingt.

Persönliches Vorwort von Holger Körber

Als Florian mich fragte, gemeinsam ein Buch zu schreiben, war ich erst skeptisch. Ein weiterer Lebens-Ratgeber? Macht es überhaupt Sinn, ein so individuelles Thema als allgemeingültiges Wirkprinzip nach außen zu tragen? Trotz anfänglichem Widerstand ließ ich mich darauf ein. Was dann passierte, war sehr spannend. Unser tiefgehender Austausch verdeutlichte, dass wir vordergründig zwar unterschiedliche Wege gegangen sind, die dahinter liegenden Motive, Beweggründe und Hindernisse waren jedoch ähnlich. Zudem wurde deutlich, dass wir aus einer ähnlichen Haltung heraus agierten. So entstand dieses Buch, das den Fokus mehr auf das Gestaltungsprinzip an sich und weniger auf einzelne Stationen am Wegesrand richtet. Genau dazu haben wir es geschrieben. Erkannt habe ich das erst im Laufe des Projektes. Und mir wurde klar: Wirklicher Tiefgang entsteht nicht durch die Darlegung einer Situation in ihrer Komplexität, sondern durch genau die Einfachheit und Klarheit eines Wirkprinzips.

Heute bin ich Florian zutiefst dankbar. Mit ihm zu arbeiten ist etwas Besonderes und es ist daraus ein sehr spannendes Projekt entstanden. Dieses Buch hätte ich mir schon viel früher gewünscht. Nicht, um meinen Weg abzukürzen, sondern um ihn mit noch mehr Klarheit und im noch tieferen Vertrauen zu gehen. Und genau das wünsche ich Ihnen mit diesem Buch.

I. Einleitung

Zuallererst unseren herzlichen Dank an Sie, dass Sie sich die Zeit nehmen, um sich mit diesem Buch zu beschäftigen.

Damit Sie auch wirklich den Nutzen daraus ziehen können, den die Lektüre haben kann, möchten wir noch ein paar Erklärungen voraus schicken, damit Sie die richtigen Erwartungen entwickeln können. Ganz wichtig ist dabei zu verstehen, was dieses Buch ist und was es eben nicht ist.

In diesem Buch werden Prinzipien vermittelt und keine Techniken. Es geht nicht darum schnell anwendbare Tricks und Kniffe zu vermitteln, sondern darum einen prinzipiellen Ansatz zu vermitteln, der tatsächlich Ihr ganzes Leben und/oder Unternehmen transformieren kann. Es dient nicht dem Best Practice Gedanken, der sich primär damit beschäftigt, wie wir bestimmte Dinge besser tun können. Es zielt auf die Ebene dessen ab, WAS wir tun und vor allem WARUM wir etwas tun.

Es ist nicht wichtig, ob Sie dieses Buch aus der Sicht einer Privatperson, eines Angestellten, eines Selbständigen oder Unternehmers lesen. Da es um grundlegende Prinzipien geht, machen diese in jedem Kontext Sinn und können auf jedes Thema angewendet werden.

Da wir mit „SCORE by CORE“ übergeordnete Prinzipien vermitteln, können sie diese sowohl auf Ihr Leben als auch auf ein Unternehmen anwenden. Daher können Sie an den meisten Stellen im Buch, an denen wir von Auswirkungen auf Ihr Leben sprechen, das Wort Leben genauso gut durch Unternehmen ersetzen.

„SCORE by CORE“ ist dabei kein theoretisches Konzept, sondern zielt darauf ab, konkrete Ergebnisse zu schaffen. Allerdings ist der Weg zum Ergebnis ein ganz anderer als der, den wir gewohnt sind zu gehen.

Auf dem „SCORE by CORE“-Weg zum Ergebnis ist bereits jeder Schritt auf dem Weg zum Ziel erfüllend und in einen größeren Rahmen sinnvoll eingebettet. Jeder Ihrer Schritte macht für Sie Sinn und jeder Ihrer Schritte ist frei gewählt. „CORE first“, das macht den Unterschied. Dadurch erreichen Ergebnisse (SCORE) eine bisher ungeahnte Qualität und Dimension.

Vieles von dem was wir vermitteln wird Ihnen einfach und logisch erscheinen, Sie haben ein innerliches „Ja„ dazu und lesen weiter. Manches erscheint Ihnen vielleicht auf den ersten Blick sogar banal und oberflächlich. Am Ende des Buches finden Sie, dass es ein spannendes und anregendes Buch war und gehen wieder zurück zur Tagesordnung.

Das ist genau das, was wir nicht erreichen wollen. Geben Sie sich und uns die Chance, dass Sie genau hinsehen, dass Sie wirken lassen, was Sie lesen und sich darauf einlassen, den gewohnten Pfad der Betrachtung zu verlassen.

Vieles von dem, was wir intellektuell als einfach und klar empfinden, kann seine Kraft nur entfalten, wenn wir beginnen es anzuwenden und umzusetzen. Dieses Buch soll Sie natürlich anregen, über Dinge nachzudenken bzw. Ihr Leben und/oder Unternehmen aus einer neuen Perspektive heraus zu betrachten. Aber ausschließlich in der Anwendung kann es seine Wirkung und Tiefe entfalten. Das Buch ist so aufgebaut, dass wir, wie bei einem Puzzle, erst sehr genau die einzelnen Teile betrachten, bevor wir sie zu dem großen Bild zusammensetzen. Bleiben Sie beim Lesen also bitte geduldig mit sich und uns. Denn am klarsten wird das Bild natürlich erst, wenn wir gemeinsam die einzelnen Teile am Ende sinnvoll zusammensetzen.

Auf dem Weg zum Gesamtbild mag vieles in Ihnen den antrainierten Wie-Reflex auslösen, die spontane Frage nach dem „Wie soll das gehen?“. Wiederstehen Sie bitte diesem Reflex, denn erstens ist das nicht Thema dieses Buches und zweitens bringen Sie sich so um den Nutzen, den dieses Buch für Sie haben wird.

Wir können aus eigener Erfahrung berichten, wie sehr diese scheinbar einfachen Prinzipien Ihr gesamtes Leben und/oder Unternehmen zu einem Vielfachen mehr an Klarheit führen und Ihnen die Möglichkeit geben, wirklich IHR Leben und/oder Unternehmen zu erschaffen.

Aus dieser Klarheit heraus haben Sie ganz andere Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und Sie aktivieren wieder die schöpferische Kraft, die Ihnen innewohnt.

Gleichzeitig können wir auch aus eigener Erfahrung berichten, dass die Anwendung und Umsetzung dieses Konzeptes und dieser Prinzipien jeden Tag und jeden Augenblick wieder eine neue Herausforderung darstellt. Und obwohl sie so einfach scheinen, gibt es ständig neue Facetten und Anwendungsgebiete zu entdecken.

So eingestimmt können wir nun beginnen.

II. Kennen Sie das?

Eigentlich sind Sie doch erfolgreich. Sie führen ihr eigenes, erfolgreiches Unternehmen, haben sich als Führungskraft in eine aussichtsreiche Position mit gutem Gehalt entwickelt oder sind selbständig in dem Bereich tätig, für den Sie sich schon immer interessierten.

Zudem geht es Ihnen doch eigentlich gut in Ihrem Leben. Sie haben alles was Sie brauchen und noch viel mehr, Sie sind eigentlich gesund und haben Freunde. Sie haben doch einen Partner, den Sie eigentlich lieben. Vielleicht haben Sie auch Kinder und haben eigentlich ein glückliches Familienleben. Also eigentlich führen Sie ein erfülltes Leben.

Immer wieder geraten wir in Gespräche mit Klienten, Geschäftspartnern, Kollegen und Freunden, die dieses Bild nach außen hin zeigen. Die klassischen Grundwerte älterer Traditionen werden perfekt erfüllt: Ein sicherer und guter Job, die Familie kann mehr als ernährt werden, der Lebensstandard liegt über dem Durchschnitt und als Sahnehäubchen lockt die Karriereleiter oder das eigene Unternehmen mit den scheinbar dahinterliegenden Anreizen.

Und doch passiert es oft, wenn wir mit Menschen enger in Kontakt kommen, dass die äußere Fassade weicht und der wahre Kern des Menschen hervortritt. Immer öfter erfahren wir dabei, wie der vordergründige Erfolg von einem seichten Gefühl der Leere, der Unzufriedenheit, eines „unerfüllt seins“ durchzogen ist. Es ist ein Gefühl vorhanden, als hätte man alles und zugleich doch nichts von wahrem Wert.

Der Unternehmer klagt über ein „gefangen sein“ in seinem eigenen Unternehmen. Eingebunden und reagierend auf die äußeren Umstände, auf die Erwartungen seiner Kunden und Partner und getrieben von den Spielregeln in den Märkten. Als Folge findet er kaum Zeit für seine Familie und nur selten kommt er zu dem, was ihm wirklich wichtig ist.

Die angestellte Führungskraft berichtet davon, immer öfter die Probleme an der Oberfläche lösen zu müssen, das oft mit dem Gefühl von einem „nur noch funktionieren müssen“ einhergeht. Sie fühlt sich oft getrieben vom Wachstumszwang des Arbeitgebers und demzufolge abgeschnitten vom tieferen Sinn des Unternehmens und des eigenen Handelns. Dies zieht sich bis in die oberen Führungsetagen durch, in denen Manager heute scheinbar noch Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum haben sollten.

Der Selbstständige zieht zwar viele Aufträge an Land und ist oft ausgelastet, aber die richtig spannenden und interessanten Projekte werden immer weniger. Er hat sich von der eigentlichen Idee seiner Selbständigkeit langsam entfernt, auch hier gesteuert von gefühlten Zwängen der Kunden, der Nachfrage und von äußeren Umständen auf dem Markt.

Wir selbst waren bzw. sind als Führungskraft in der Wirtschaft tätig und haben diese Situationen in ähnlicher Form durchlebt. Wir haben selbst erfahren, wie es sich anfühlt, in dieser Situation zu stecken und scheinbar keinen Ausweg zu sehen, als mit noch mehr Kraft und Aufwand das gleiche noch schneller und besser zu machen. Besonders erdrückend war diese Situation deshalb, weil wir uns größtenteils von den Umständen dirigiert fühlten und nicht in der Position waren, die äußeren Umstände verändern zu können. Und dann war da noch diese Stimme in uns, die sagte, dass es doch noch viel mehr gibt als einfach nur als ein kleines Zahnrad in einem großen Getriebe zu funktionieren und auf die Umstände zu reagieren: Anfangs ist diese Stimme noch sehr leise, doch umso länger man sie ignoriert, desto lauter wird sie.

Vielleicht gibt es ja einen Zusammenhang zwischen unseren Erfahrungen und den genannten Beispielen des Unternehmers, der Führungskraft und des Selbständigen? Ein verbindendes Muster dieser Beispiele ist, dass sich die Menschen fremdbestimmt fühlen, schleichend in eine reaktive Haltung verfallen und sich abgeschnitten fühlen von ihrem Inneren. Noch hören diese Menschen die kleine Stimme im Inneren, die ihnen still und leise flüstert, dass es auch bei ihnen noch viel mehr zu erleben gibt, aber sie haben Angst davor, wirklich auf diese Stimme zu hören.

Schauen wir beispielsweise auf die letzte GALLUP-Studie, finden wir zu dieser Thematik passende Ergebnisse. Demnach haben bereits bis zu 85% aller Angestellten keine oder nur noch eine sehr geringe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber. Noch interessanter erscheint dabei der Blick auf die Ursachen: Viele Menschen haben das Gefühl, dass ihre eigenen zentralen Bedürfnisse und Erwartungen von den Vorgesetzten teilweise oder völlig ignoriert werden.

Was ist nun eigentlich diese „emotionale Bindung“? Es geht hier ganz klar nicht um Zufriedenheit am Arbeitsplatz oder Zufriedenheit mit der konkreten Arbeit, die jemand ausführt.

Es geht um das Arbeitsumfeld, in dem man sich wohlfühlt und sich dadurch engagiert, dieses Umfeld weiter zu verbessern und zu entwickeln. Wir setzen uns dann für die Verbesserung des eigenen Umfelds ein, wenn wir uns damit verbunden fühlen und echtes Interesse daran haben. Nur wenn wir in dem Unternehmen oder in der Organisation einen Sinn erkennen, und wir wissen, warum wir unsere Zeit und Mühe investieren, engagieren wir uns wirklich und bringen uns ganz ein.

Sehen wir uns genauer an, aus welchen Haltungen heraus Engagement entsteht. Es gibt einerseits die Haltung, die darauf abzielt, sich selbst und seine eigene Position im Unternehmensumfeld zu stärken, wenn man Probleme innerhalb der Organisation löst oder zum Wachstum des Unternehmens beiträgt. Diese Haltung nennen wir „um zu“-Haltung. Wir nutzen eine Aufgabe im Unternehmen, um für uns persönlich etwas Besonderes zu erreichen. Eine bessere Position, ein höheres Gehalt oder mehr Macht, die Motivationsgründe einer „um zu“-Haltung können sehr vielfältig sein. Diese Haltung, die aus dem Ego heraus dominiert wird, finden wir in der heutigen Wirtschaftswelt noch relativ oft. Sicher kennen Sie auch Situationen, in denen Sie aus dieser Haltung heraus agiert haben.

Dem gegenüber steht die Haltung, aus einer inneren Überzeugung heraus zu handeln. Wir tun Dinge, da uns wirklich etwas an der Sache liegt, weil wir uns damit verbunden fühlen und einen Sinn darin sehen. Wenn Sie beispielsweise etwas für einen guten Freund tun, mit dem Sie sich auf emotionaler Ebene tief verbunden fühlen, erleben Sie diesen Zustand. Sie tun es, weil Sie aus der Haltung agieren, etwas geben und helfen zu wollen. Sie sind mit Ihrer Aufmerksamkeit ganz bei dem Anderen und gleichzeitig tun Sie etwas für sich selbst.