Ein kleines „Dankeschön“ an:

Kurt Hobiger
Johann Pötz
Edith Wiltner

Cover Gestaltung:

Kurt Hobiger

Urheberrechte:

Cover: Johann Pötz ©
Linolschnitt: Hommage an Platon

Prolog

Nur ein Traum.

Wenn das Leben net des Leben wär’, müsst’ man meinen, es wär’ surreal.

Manchmal scheinen Situationen zu unwirklich um wahr zu sein. Wer hätte sich vor hundert Jahren gedacht, dass der Mensch fähig wäre zum Mond zu fliegen? Der surreale Traum hilft uns, etwas zu verwirklich oder zu verstehen, dass wir einst nicht für möglich gehalten hätten. Ohne technische Hilfsmittel vermag der Mensch auch heute nicht zu fliegen, aber durch seine Träume und der Sehnsucht, sie wahr werden zu lassen, schafft es der Mensch immer wieder, so manche Höhe zu erreichen oder zu verstehen. Was einst Traum war, ist heute zur Realität geworden und schafft Platz für neue Welten in uns, durch uns. Unsere Vorstellungskraft scheint unbegreifbare Grenzen zu durchbrechen, um sie immer wieder zu erweitern. Heute ist Der Mann am Mond längst real, heute greifen wir nicht nur nach den Sternen, sondern haben die Intention sie zu besiedeln, in Besitz zu nehmen.

Oft scheint der Traum zu surreal, zu unerreichbar, bis wir erkennen, dass ein Teil erfüllbar wäre, Realität werden könnte. Es scheint, dass der Traum die Macht hat, sich zu verwirklichen, wenn er nur stark genug in uns verankert ist und wir verrückt/entrückt genug sind, ihn zu realisieren. So scheint das einst Surreale greifbar, wenn die Wirklichkeit den Traum einholt.

Dem Leben sind Grenzen gesteckt, dem Traum nicht - also was hält uns davon ab, direkt hineinzufliegen in unsere Träume? Ist der Traum nicht der Motor zur Realisierung unserer Vorstellungen? Also starten wir ihn, den Motor, und fliegen hinauf zu den Sternen, dorthin, wo unser Traum, unser Schicksal auf Erfüllung wartet.

Der Stern

Ich, ein männliches Wesen, das die Liebe verloren hatte, wollte nicht mehr einsam sein. Darum beschloss es sich einzupacken und ins Leben zu stellen. Also stellte es sich in ein dunkelblaues Packerl und packte sich mit der Hoffnung ein. Darüber band es eine Schlaufe, die dem Universum glich. Die Sternenkinder beschützten das Ich und schenkten ihm in dieser Zeit Licht. Danach stellte es sich, wie mit dem Universum vereinbart, ins Leben und wartete. Die Zeit verging, denn was sollte sie sonst machen, als zu vergehen. Eines schönen Tages kam ein weibliches Wesen an dem Sternenpackerl vorbei. Da sie sich die Zeit nahm, um ein wenig neugierig zu sein, und es ihr so gut gefiel, öffnete sie es. Das männliche Wesen sprang heraus und lächelte sie an.

»Wer bist Du?«, fragte sie.

»Ich«, antwortete das Ich.

»Was willst Du?«, fragte sie.

»Deinen Stern«, sagte das Ich.

»Meinen Stern? Aber ich habe keinen Stern.«

»Jeder hat einen Stern. Man braucht ihn nur zu berühren«, sagte das männliche Wesen und berührte das weibliche Wesen sanft mit der Fingerspitze unter der linken Brust. Und mit einem Male verspürte sie ein Prickeln abertausender, aufsteigender Champagnerperlen gleich, die sie von den Zehenspitzen bis zu den Haarwurzeln berührten. »Jeder hat einen Stern, siehst Du«, sagte das männliche Wesen, »man braucht ihn nur zu berühren..«

»Ich liebe Dich«, sagte das weibliche Wesen.

Das männliche Wesen legte ihre Hand auf seine linke Brust.

»Dann lass uns zu den Sternen fliegen.«

»Gut«, sagte sie. Sie nahmen sich bei der Hand und flogen hinauf, mitten hinein in all’ die funkelnden Sterne. Als sie oben angelangt waren, verschmolzen sie zu einem einzigen Stern, der alle Zeit erstrahlt.

Und wenn man genau hinsieht, spürt man es, das Universum, mit all seinen funkelnden Sternen in seinem Ich.

Wie auch jedes and’re Ich.

Das Universum ist voller Sterne, man braucht sie nur zu berühren.

Ein Tag im Leben des J. Lang

»Darf ich mich vorstellen?

Mein Name ist Lang, Julius Lang, Kommerzialrat Julius Lang. Das Gegenteil von kurz. Aber bitte – bitte treten Sie doch näher.«

Und ich trat, veni – vidi mit gebotener Vorsicht, vorbei an einer tadellos klassischen Philisteruniform. Die Bügelfalten waren so scharf, dass ich in einem respektierlichen Abstand mein Heil suchte, weil ich Angst hatte, verletzt zu werden.

Herr Lang, pardon Herr Kommerzialrat Julius Lang, stand steif, mit aufgesetztem, aber doch freundlichem Lächeln im Vorraum, und wies mir mit ausgestrecktem Arm den Weg ins Wohnzimmer.

»Darf ich Ihnen etwas anbieten? Ein Kaffeetscherl vielleicht? Ich darf Ihnen versichern, meine Frau macht den besten Kaffee weit und breit.«

Steif, aber mit einem herzlichen Leuchten in seinen Augen fuhr er fort.

»Und vielleicht dazu ein Kekserl? Ich darf Ihnen versichern, meine Frau macht die besten Kekserl weit und breit.«

Ich lehnte höflich dankend ab.

Ungläubig verharrend, versteifte noch seine imposante Erscheinung die Gegenwart des Augenblicks, bevor ihn die Zukunft zum Aufbruch einlud. »Nun, wie Sie meinen. Entschuldigen Sie mich bitte einen Moment, ich bin noch nicht ganz fertig.«

Mit diesen Worten verschwand er eilenden Schrittes, um sogleich mit einem raschelnden Butterbrotpapier zurückzukehren. Dieses breitete er, sorgsam glattstreifend, auf dem Esstisch aus.

»Scha-atz, hast du mir schon deine Titten rausgelegt?«

»Ja Schatz, sie liegen auf der Vorzimmerkommode.« Beim Hinausgehen konnte ich seinerseits noch ein leicht abwesendes »Danke« wahrnehmen. Kurz darauf kam er mit den Brüsten seiner Frau zurück ins Wohnzimmer, und sie können mir glauben, es waren schöne Brüste, denn ein möglichst beiläufiger, flüchtiger Blick meinerseits bestätigte deren anziehende Ausstrahlung.

Kommerzialrat Julius Lang…, pardon Herr Kommerzialrat Julius Lang legte sie vorsichtig auf das ausgestrichene Butterbrotpapier und verpackte sie mit einer zärtlich pedantischen Akribie, die ihresgleichen suchte. Danach verstaute er das Paket in seiner bereits in der rechten Hand haltenden braunen Aktenrindsledertasche und klappte den braunen Aktenrindsledertaschenverschluß mit ein- einer einzigen schon perfekt verinnerlichten Bewegungsroutine in seine Ausgangsstellung zurück. Die darauf folgende Habtachthaltung würde jeden ehemaligen Gestaposchergen einen wehmütig-wärmenden Patriotenorgasmus durch die kranke Seele jagen, wäre da nur nicht dieser Anflug von Menschlichkeit in seinen Augen.

»Ich wäre soweit, wollen wir?«

Es folgte eine herzzerreißende Abschiedszene. Man könnte meinen, er ziehe in einen Krieg.

»Bussi, Bussi, bis heute Abend mein Schatz.« »Ja, bis heute Abend. Bussi«, Umarmung und tschüß.

Endlich lösten wir uns aus der geborgenen Umarmung seines trauten Heimes.

Mit schnellen, zackigen Schritten strebten wir unbeirrt und furchtlos durch den natürlichen Kohlenmonoxyd-Großstadtcharme der U-Bahnstation entgegen. Vorbei an freundlichen Morgenmenschen, mit freundlichen Morgenblicken, mit immer freundlichen Rezitationen auf den freundlichen Morgenlippen, wie z.B.: »Host an Tschik, Oida?« Langsam wurde mir bewusst, warum es Morgengrauen heißt.

In der U-Bahnstation angekommen, waren wir nun in schneidiger Haltung bereit, die uns umgebende Aura zu verteidigen. Den Blick kommunikativ, über die Gleise hinweg, geradewegs auf ein Werbeplakat geheftet. Sei es auch noch so saublöd oder gar nicht vorhanden, das Studium einer leeren Wand erfüllte unter Umständen auch seinen Zweck. Aus wie vielen Ziegeln dürfte dieses einzigartige Kulturdenkmal wohl bestehen? Aha, eine epochale Entdeckung, der Höhepunkt sozusagen. Das ist wirklich eine schöne graue Stromleitung. So formvollendet und so sexy, ja fast schon pervers. Wohin die wohl führt? In die Wand? In den Tunnel? Ins Nirwana?

Aber halt, aufgepasst! Nur sich ja nicht nach links oder rechts drehen, da könnte man unvermutet, völlig überraschend einem realen menschlichen Wesen in die Augen schauen. Und das wollten wir in unserer einzigartigen Hochkultur ja doch nicht – oder? Nein, oh Gott, dass wollten wir nicht. Unsere so fortschrittliche Doktrin hieß ja schließlich: Durch meine öffentlich zur Schau gestellte philantropische Unbeweglichkeit stärke ich schlussendlich mein Selbstbewusstsein.

Jawohl!

Wir sind daher stark und unverwundbar.

Jawohl!

Herr Rambo wäre stolz auf uns.

Wenn die wüssten. Wenigstens für meinen Teil.

Nun gut, wir verteidigten also pathosschwanger auf dem U-Bahnsteig unseren Feldherrenhügel und warteten auf das Unerwartete, Mystische.

Den Gedanken kaum ans Universum geschickt, geschah es, das Überraschende, Unvorhergesehene. Die U-Bahn geruhte einzufahren.

Durch die Reihen der wartenden Morgenzombies wehte ein leiser Hauch der Erleichterung. Die Situation deeskalierte. Die unerträgliche Spannung geruhte sich wieder zu entladen, in Luft aufzulösen, in kalte. Nach kurzen Momenten versteckter Unruhe kehrte die Morgenlethargie in ihren angestammten Ursprung zurück.

Herr Lang, pardon – ups: ein Fauxpas - Herr Kommerzialrat Julius Lang, saß mir in seiner unvergleichlichen, unverspannten Kontraktionsstellung mit seinem unvergleichlich entwaffnendem Lächeln gegenüber. Auf seinen Knien ruhte die unvergleichlich braun- so braune Rindsgestapolederaktentasche. Oder war’s umgekehrt? Diese an und für sich schon völlig zwanglose Pose verstärkte sich noch durch seine unvergleichlich lockere Philistersitzhaltung. Ein Beamter, wie er im Buche steht, oder sitzt. Eben zu sein hat, zu funktionieren hat.

Ein plötzlicher Schauer durchfuhr den vom Staate ausgemergelten Verwaltungskörper.

»Brrr – finden Sie nicht auch, dass es heute etwas frisch ist, mein Lieber? Meine Hände sind schon ganz steif geworden.«

Währenddessen glitt eine Hand gemächlich in die braune Gestaporindslederaktentasche. Sein darauf folgendes zufriedenes Lächeln, ließ auf eine erstaunlich harmonische Symbiose schließen, deren Herzlichkeit sich in der dunklen Geborgenheit entfalten durfte.

Auch ich musste gestehen, dass es ein wenig frisch geworden war. Eigene regionale Körperteile hatten in der Zwischenzeit Gelegenheit, noch dazu ohne meine ausdrückliche Erlaubnis, sich ebenfalls zu entfalten. Ja, ich stimmte dem vorbehaltlos zu es musste wohl an der Kälte liegen.

Ein kurzes Grunzen, oder war es ein Räuspern? Auf jeden Fall kam die Hand des wohl verehrten Kommerzienrates wieder zum Vorschein.

»Die Kälte hat sich schon gelegt, mein Freund

Schön für ihn. Ich für meinen Teil musste, um dieselbe erfolgversprechend abbauen zu können, aus dem Fenster der fahrenden U-Bahn schauen, die sich nun auf einer höher gelegenen Trasse fortzubewegen geruhte. Dabei hatte ich die Gelegenheit, die einzigartige Architektur der Jahrhundertwende zu klassifizieren.

Aha – ein Haus – und noch ein Haus – ein weißes Haus – ein großes Haus – ein Loch – kein Haus… Es half, langsam wurde mir, wie dem Kommerzienrat, wieder wärmer.

Endlich waren wir angekommen und durchschritten das Tor der Macht, der Demokratie! Macht ja nichts – oder? Ein devoter Augenblick der Ehrfurcht durchdrang das Bürgergebein. Über dem Tore der unaufdringlich demokratischen Machtausübung prangte in großen Lettern:

Ministerium für irgendwelche Angelegenheiten

Im Schatten des Kommerzienrates Herrn Julius Lang schwebte ich als Bürgerschatten mit in seine bescheidene Volksverwaltungsstätte und nahm, eines guten Staatsbürgers würdig und vor allem demokratisch widerspruchslos, den mir zugewiesenen Platz ein. Herr Kommerzienrat Lang, Julius Lang, schwebte weiter zum Platze seiner Herrschaftsgewalt, kauerte sich in seinen bescheidenen Jugendstilledersessel, um sogleich hinter seinem bescheidenem Jugendstilschreibtisch zu verschwinden. Was die Macht jetzt bloß machte? Oder macht dies ja nichts? Wie dem auch sei, da ich, der Bürger, seiner Person einen Moment nicht ansichtig war, wusste ich es eben nicht. Hatte er einen akuten Bandscheibenvorfall? Schlief er? War er schon gegangen?

Nein, welch unerhörter Gedankengang meinerseits. Er, der Mächtige, geruhte sich nur kurz zu bücken, um in der Sicherheit der Sichtlosigkeit eine am Rande befindliche Bundeslade erreichen zu können. Und Bücken war er durch oftmaliges Hinaufschauen im Leben wohl gewohnt. Kurz und gut, er richtete sich also wieder auf und kam mit zwei Brettchen zum Vorschein, die er auf den Tisch legte. Es waren jene Brettchen, auf die Jäger Trophäen zu befestigen pflegten. Nach einem kurzzeitig schon bekannten Rascheln nagelte er die Brüste mit kleinen niedlichen Nägelchen auf die beiden Brettchen. Des Weiteren befand sich ein Porträt im schwülstigen, güldenen Rahmen auf dem Schreibtisch. Darauf waren die Gesichtszüge der ehrenwerten Frau Kommerzienrat zu erkennen, die mit erwartungsvoll aufgerissenen Augen und mit gespitzten roten Kussmundlippen einen erwartungsvoll verführerischen Kuss in den Raum hauchte. Darunter der zart, feminine Orakelspruch der Göttergattin. »Ich liebe dich – Bussi – Dein Schatzi

Welch bewegender Augenblick des Seins. Die Zeit schien stehenzubleiben. Mir war, als flögen Engelein durch den Raum. Ihr Flügelschlag lag in der Luft.

Da saß er nun, der Herr Kommerzienrat Julius Lang, eingerahmt in der Aura der Liebe. Mit beiden Händen auf den Brüsten der Frau Kommerzienrat, sah er mit aufgerissenen Augen, den Tränen nahe, seiner Helena entgegen. »Ich liebe Dich auch mein Schatzi, ein dickes Bussi, Dein Mausebärli.« Dabei spitzte er ebenso den Mund. Ein ergreifendes Bildnis inniger Zweisamkeit.

Stille - die Zeit des Schweigens und der Andacht zog über das Land. Mögen es Minuten, Stunden, Tage oder Wochen sein, ich wusste es nicht, letztendlich war es auch nicht von epochaler Bedeutung. Und in dieser Stille verschwand eine Träne, die sich ihres plötzlichen Gefühlsausbruches bewusst, aber in keinster Weise verlegen war, durch eine kleine Handbewegung des Kommerzienrates im Augenblick ihrer Geburt. Ein letzter Seufzer, danach reckte der Herr Kommerzienrat pflichtbewusst seinen geschundenen Beamtenkörper dem Bildnis des Staatsoberhauptes entgegen. Einen kurzen Moment war ich der Meinung, dass seine Knie wankten. Doch ich, der Unwissende, der Bürger irrte. Denn er, der Kommerzienrat, hatte alles fest in den Händen. Fest? Sagen wir einmal mit gebotener Vorsicht. Und mit eben dieser Vorsicht trug er sie, die Brüste der Frau Kommerzienrat, zur gegenüberliegenden Wand, um sie mittig, der Erdanziehungskraft folgend, aufzuhängen.

Ich konnte meiner Bewunderung nur den ihr gebührenden Ausdruck verleihen, dass sie schön anzusehen waren, die Zwei. Sie fügten sich - nahtlos gebräunt - zwischen all den Porträts der führenden Staatsmänner und Staatsfrauen ein. Ein Stilleben der Be-Sinnlichkeit. Eine Oase des Friedens, zwischen all dem trügerischen Schein, zwischen all den trügerischen Scheinen.

Ob die Engel wieder kommen? Ich spürte gar nicht mehr den Hauch ihres Flügelschlages -schlages -schlages.

Und so träumte er weiter, der Bürger, bis ihm sein Verstand wieder in die Schranken seines Standes verwies. Plötzlich wurde der Herzschlag des Bürgers schneller, das Haupte von einer leichten Röte umgeben. Er begehrte aufzubegehren, dieser Querulant, dieser Wicht. Blasphemie, Verrat, man hole den Inquisitor! Er walte unverzüglich seines Amtes!

Oooh – Entschuldigung! Nach reichlicher Überlegung kam ich dann doch zu dem Schluss, dass dies natürlich nicht stimmen konnte. Ich nahm alles zurück, alles, auch den Gedanken. Tut mir wirklich sehr leid, Entschuldigung. Hoffentlich konnte der Kommerzialrat, pardon: der Herr Kommerzialrat nicht Gedanken lesen. Mit der einen Hand an einem religiösen Werke freier Wahl, die andere zum Schwure hochgereckt, kam ich zu der unumstößlichen Überzeugung: Brüste sind viel ansprechender, angreifbarer, überzeugender, wärmer, verlässlicher, sind meistens da, wenn man sie braucht! Kurz gesagt, sie halten das, was sie versprechen. Ich stehe dazu, sie lassen einen niemals hängen. Und ganz unter uns, im Vertrauen: Im Gegensatz zu den farblosen Bildnissen, stehen, nein stechen sie so wundervoll hervor, so dreidimensional, so warm, so, so….?

Ob ich sie wohl angreifen darf? Nur einmal, ganz kurz?

Schon gut, ich mach’s nicht!

Vielleicht?

Nein, aus jetzt, aber sind wir einmal ehrlich, der Fluktuation der an der Wand prangenden Bildnisse steht die ewige Evolution der Brüste entgegen. Ist das nicht herrlich? Es gab sie, es gibt sie, und es wird sie immer geben. Ist dies der Anfang einer neuen Zeit? Das Brustzeitalter? Oder war gar eine neue Bewegung geboren? Und wie sollte sich diese nennen? Statt der Fahnen vielleicht „Hoch die Brüste“ oder „Freiheit, Brüderlichkeit, Sinnlichkeit“? Oder nennen wir sie einfach die…?… die…?… bewegung! -??? Na gut, vielleicht später. Ich kann mir die Geburt dieser Epoche auch zu einem späteren Zeitpunkt durch den Kopf gehen lassen. Gehen wir wieder zurück in die Wiege der Geborgenheit, der Demokratie.

Mein Blick streifte wie zufällig an der Wand entlang. Da hingen sie also, die Brüste der Frau Kommerzienrat. Und während ich so in meinen Träumen schwelgte, und mir die Tittenevolutionsgeschichte mit all ihrem Facettenreichtum vorzustellen versuchte, wurde ich durch ein leises Geräusch wieder in die raue Wirklichkeit zurückgeholt. Herr Kommerzienrat Julius Lang war gerade dabei, ein braunes Blatt, ein braunes, dem die Fotosynthese des Lebens nicht gewogen war, von seinem Ficus benjamina zu entfernen. Pedantisch trennte er die braune Minderheit aus dem streng hierarchischen Konglomerat der grünen Blätterschar. Täuschte ich mich oder konnte es sein, dass er mit dem Grünzeug im Dialog stand? Er zupfte hier und da, goss sie, lächelte oder brüllte sie an. Das Blattindividuum wurde grüner oder gelber, je nach dem Grad der Zuneigungswillkür. Es wurde da und dort gestreichelt, ehrfurchtsvoll, manchmal gnädig gezogen, ausgerissen, und auf einmal stand er still, der Herr Rat, sichtlich mit sich und dem Ficus benjamina zufrieden und betrachtete sein Wunderwerk. Mit einem wohlwollenden Lächeln um die Mundwinkel, die Gießkanne noch in Händen haltend, drehte er sich zu mir um, dem Bürger, dem Blättchen im Blätterwald.

»Meein liieeber, lieebär Freund! Ich verspüre plötzlich den Anflug eines leichten Hungergefühles. Wollen wir uns nicht zu Tische begeben?«

Dass wir wollen, war natürlich außer Frage zu stellen. Nachdem er die Gießkanne mit der rechten Titte seiner Frau ausgetauscht und diese in der Brusttasche seines Sakkos verstaut hatte, also an seinem Herzen trug, schwebten wir in gewohnter Manier, ich in seinem Schatten, zu Tische.

Die ausgemergelten, stummen Servierkörper schlichen durch den Raum, um den Doppelkinnen und Wohlstandsbäuchen der Macht zu dienen. Selbst der Protagonist eines an der Wand hängenden Dritten-Welt-Plakates, schien aufgrund der bitteren Einfachheit die entwaffnende Wahrheit in den Raum zu stellen. Das Bildnis würde harmonisch mit der Welt des Überflusses verschmelzen, wenn da nicht diese diskrete Aufschrift wäre - PSK Konto Nr. -, doch es schien in keinster Weise Aufmerksamkeit, Interesse zu erwecken. Sein Zweck war einfach nur, stumm und leidensfähig, eine der Seiten des Seins ertragen zu dürfen. Aber wie es schien, hatte es allein durch seine Präsenz eine eigene, einzigartige Daseinsberechtigung erlangt. Nein, nicht erlangt, erkämpft, eingefordert. Ein munchischer Schrei aus dem sozialen Abseits und ein Blick in die Runde bestätigte die triviale Wahrheit. Es schien niemand auf den mit gehärteten Fetten gefülltem Magen zu schlagen, im Gegenteil….

Herr Kommerzialrat Lang, Julius Lang, zog genüsslich seine Serviette, die stoffene, über seine von Speiseresten dekorierten Lippen und während ein offensichtlich heißes Kaffeetscherl sein karges Beamtendasein etwas zu erleichtern versuchte, griff er verstohlen, mit lieblich sehnsüchtiger Mimik, in die Innentasche seines Sakkos. Es war in diesem Moment nicht genau erkennbar, ob er sich eben den Gaumen oder die Hand verbrannt hatte. Jedenfalls stand er plötzlich und unerwartet auf, entschuldigte sich höflich und entschwand eilenden Schrittes in Richtung der dringenden Bedürfnisse.

Nach einiger Zeit kam ich zu der Überzeugung, dass es wirklich dringend gewesen war, das Bedürfnis, denn sein Erscheinen ließ auf sich warten, aber als pflichtgetreuer Bürger war ich es gewohnt zu warten. Zu warten auf eine Zeit der Erkenntnis. Zu warten auf die Morgenröte im Schattenreich der Macht.

Licht und Schatten

Ich bin im Licht
ich bin im Schatten.
Kenn’ keinen Verzicht,
leb’ mit den Ratten.
Ich hab’ die Macht
und den Verdacht,
die Menschen zu lenken,
die aufhören zu denken.
D’rum bin ich oben

d’rum bin ich unten.
Bis zu der Zeit
wo die Macht ist bereit
den Schatten zu sehen
und das Licht aufzudrehen.

Das Licht aufzudrehen, das Licht aufzudrehen…, wenn das nur so einfach ginge, einen Schalter umzulegen, um der im Schatten liegenden Seite der Welt einen Lichtstreifen zu ermöglichen. Aber es gibt sie, diese Schalter. Irgendwo, im Nirgendwo, auf dem globalen Schlachtfeld der Wirtschaftsschaltkreise. Hie und da blitzt es auf, das Licht, jedoch nur kurz, um sich in den Weiten der in der Dunkelheit verborgenen Verbindungen zu entlichten.

Wie hieß es einst: „I have a dream“. Ich erträumte mir eine schönere Zukunft. Eine Zukunft des Herzens. Dass Jedermann und Jedefrau das Recht auf das Eingeständnis der eigenen Fehlbarkeit hat und dieses auch mitzuteilen imstande ist. Doch mein Traum wurde jäh abgeschossen, denn sie holte mich wieder ein, die Macht.

Zurück in die gedankenlose Schafherde der Behaglichkeit. Brot und Spiele gibt es viele, oberflächlich’ und servile. In vino veritas, es lebe der Wein, der Fernsehsessel und der Schönheitschirurg. Der Status hat ein Tête-à-Tête mit der Unzulänglichkeit des Geltungswahns. Fortan ihr Schäfchen, bleibt dem Wolfe treu.

Die wohlwollende Erscheinung meines Schutzpatrones in Gestalt des Kommerzienrates holte mich wieder in die ernüchternde Gegenwart zurück. Wirklich war, wenn auch bei der Verschiedenheit der Intention, der Glanz in den Augen des unreal wirkenden stummen Schreies an der Wand und der Glanz in den Augen des Kommerzienrates. Auf der einen Seite überwog die Traurigkeit, auf der anderen die Lust, und beide verschmolzen in eine eigenartig, unterschiedliche Erschöpfung. Sowohl in den Gesichtszügen, als auch im Erscheinungsbild des Kommerzienrates Lang, Julius Lang, der soeben wieder seinen Platz bei Tisch einzunehmen pflegte, hatte sich eine Wandlung vollzogen. In der Höhe seiner Brusttasche zeichnete sich deutlich eine kleine, kreisrunde Kontur ab, die ich vormals noch nicht wahrzunehmen imstande war. Sie, die Brusttaschenkontur, reckte sich mir förmlich, fordernd entgegen, schien mich hypnotisch in ihren Bann ziehen zu wollen. Die Zeit jedoch hatte ihre eigenen Gesetze, sie verschwand genauso umbarmherzig, wie die geheimnisumwitterte Kontur, zeitgleich mit den Schweißperlen auf der Stirn des Kommerzienrates. Die Erregung war verblasst, jedoch ein sanftes Lächeln, sowie eine gesunde Rötung seiner Gesichtszüge, hervorgerufen durch eine außergewöhnliche Belastung des Herzkreislaufsystems, waren geblieben. Er schien ein bisschen nervös zu sein, sich ein Momentchen außerhalb seiner stoischen Balance zu befinden. Sein Blick streifte unabsichtlich absichtlich über das im Raume befindliche Zeitvermessenheitsinstrument.

Mit einem Schlucke leerte er seinen sicherlich schon kalten Kaffee und blies zum Halali.

»Der Nahrungsaufnahme sei genüge getan, mein Bester, der Staat verlangt nach Diktokratie. Der Bürger, der einfache, will geführt werden.«

Und so schwebten wir wieder vorbei an den Servierelfen. Ich, der Schattenmann, er, der Vertreter des Lichts. Seine Exzellenz, an die Schaltstelle der Machtausübung zurückgekehrt, war so sehr in seinen Staatsgedanken vertieft, sodass er meine Person kurzzeitig zu vergessen schien. Er nahm, mit jener schon erwähnten gebotenen Vorsicht, die rechte Brust seiner Frau aus seiner Sakkoinnentasche und fügte sie wieder ein in das entstandene Vakuum an der Wand. Bei dieser Gelegenheit konnte ich ganz unzweifelhaft erkennen, dass die Brustwarze etwas hervorragte und geröteter erschien als ihr Pendant. Steif und sinnlich reckte sie sich dem selbstlosen Voyeur entgegen. Der Herr Kommerzienrat, in leichter Auflösung begriffen, eilte zu seinem Schreibtische und verschwand in gewohnter Manier einen Augenblick aus der Sicht des Bürgers. Dabei waren nur undeutliche Laute wahrzunehmen: »Wie konnte ich nur, wie konnte ich nur…, das darf sie niemals erfahren…, strenge Geheimsache…, oberste Priorität…«

Sogleich eilte der Herr Kommerzienrat mit einem kleinen Döschen in der Hand zur Titte. Er tauchte kurz einen Finger in das Fettnäpfchen und brachte den Fauxpas wieder ins Lot. Zufrieden mit dem Ergebnis trat er zurück und betrachtete erleichtert schmunzelnd seinen Reparationsversuch. Es war mir, als schien die Brust an der Wand seine Bemühungen mit einem pastellenen Zartrosa zu honorieren. Das natürliche Gleichgewicht war wieder hergestellt, die verräterische Rötung verschwunden. Sie, die Versuchung, ragte nur noch ein wenig keck in den Raum und strahlte wieder in gewohnt stolzem Glanze. Sichtlich gerührt entkam dem Herzienrat eine einzelne Träne und verlor sich in den Weiten seiner Gesichtszüge. Es ergriff mich wieder dieses Déjà-vu-Erlebnis. Jetzt war er wieder der alte Kommerzienrat, der Kommerzienrat, so wie ich ihn kannte. Ruhig und ausgeglichen, auf dem Podest der Unerschütterlichkeit mit der Erhabenheit einer griechischen Gottheit, eingehüllt in eine Aura der Unantastbarkeit, um wieder hinter seiner Schreibtischakropolis verschwinden zu können.

Ticktack – ticktack -

Die Zeit…
verfliegt wie die Statur
der Physis und im Geiste nur
verbleibt die Kraft und dein Geschick
was bleibt zurück?

Ticktack - ticktack - vereint in unser beider Schicksal waren wir wieder still, devot, ehrfurchtsvoll und gottesfürchtig. Jeder ein Teilchen der Göttlichkeit, jeder ein Teilchen des Gesamten. Stille. Unmerklich streifte der Lichtstrahl des Olymps die Zeit. Das Zeitvermessenheitsinstrument an der Wand schien für einen Augenblick innezuhalten. Ein Augenblick der Nichtzeit. Ich fühlte, als wären wir nicht alleine, als würde noch etwas im Raume sein, etwas nicht Begreifliches, etwas nicht Greifbares. Es schien mir, als würden sich unser beider Seelen in der Zeitlosigkeit des Göttlichen, des Augenblicks, umarmen, um mit einer uns nicht begreifbaren Einheit zu verschmelzen. Es war mir, als würde ich mich selbst umarmen, heimkehren. Es schien mir für einen kurzen Augenblick so, als wäre eine alles erfüllende Reinheit im Raum des Nichts. Nichts hatte mehr einen Wert, eine Wertigkeit oder erhob einen Anspruch darauf. In diesem Nichts schien nichts bewertbar zu sein oder bewertbar sein zu wollen. Es gab keinerlei Notwendigkeiten, Bedürfnisse, nichts Vergleichbares, sondern nur reine Harmonie. Hier und jetzt in diesem Moment, in diesem Raum, in dieser Nichtzeit, war alles gleich. Die Wände, die Bücher, die Bilder, der Gedanke, ich und er, er und ich… alles… alles… aufgelöst in der Zeitlosigkeit des Nichts. Ein Augenblick in unser eigenes Antlitz, in das klare Antlitz der Allmacht. Ein Blick in den Spiegel Gottes, der Augenblick der Wahrheit, der Stille… und… gibt das Spiegelbild die Antwort, dann hat die ewige Suche nach dem Sein ein Ende… dann hat die ewige Angst ein Ende… denn es gibt kein Ende…

Ticktack - ticktack - plötzlich ein Ruck. Der Sekundenzeiger des Zeitvermessenheitsinstruments wagte unerbittlich der Zeitlosigkeit ein jähes Ende zu setzen. Es war wieder alles beim Alten. Es war wieder alles so, wie es zu sein hatte, wie es sein musste. Jeder nahm in seiner Zeit, in seiner kurzen, korrekt seinen Platz ein, unverrückbar.

Der Kommerzienrat war wieder konzentriert in seine Arbeit vertieft. Er hielt ein Buch in seinen Händen und ich wagte nicht, ihn zu stören. Mein Atem stockte, wurde schwächer, kaum hörbar. Meine Herzschlagsfunktionsfrequenz reduzierte sich auf das Nötigste. Kein Laut sollte ihn jetzt in seiner erlauchten Konzentration, in seinen Gedanken stören. Er hielt es fest, ganz fest, dieses Buch. Sein Blick war entschlossen. Ein Schauer, eskortiert von einer Gänsehaut, lief mir über den Rücken. Er hatte dieses Buch – „Die Titten des Jahrhunderts“ – sofern mich mein Augenlicht nicht trügte, fest in Händen und Gedanken. Manchmal sah er darüber hinweg. Hinweg über den Rand seines Zwickers, den er gelegentlich verwendete, um seinen Blick zu schärfen. Er, der Blick, blickte prüfend auf die Wand, die gegenüberliegende. Er, der Kommerzienrat, erhob sich langsam, das Buch noch in Händen haltend und begab sich zu jener. Noch immer über den Rand seines Zwickers hinausschauend, lag er nun, der Blick, ernst und prüfend auf den Brüsten seiner Frau… und wieder im Buche… auf seiner Frau… und wieder im Buche. Er rückte ihn sich zurecht, den Zwicker, streckte den Kopf über den Buchrand hinaus und verglich aus der Nähe etwas genauer eine Brust mit dem Inhalt des Schriftstückes, um sie gleich darauf mit der freien Hand zu betasten. Er tupfte, las, zwickte vorsichtig die Brust, zwickte den Zwicker, damit er nicht hinunterfalle, ließ wieder los, ging einen Schritt zurück, um wieder in der Zeilenflut zu versinken. Ein letzter alles überprüfender Blick, wieder über den Buchrand hinaus, erhellte schließlich seine Züge. Zwar etwas nachdenklich, aber doch zufrieden, begab er sich allmählich zum Konglomerat seiner Zimmerpflanze. Das Grünzeug hatte in der Zwischenzeit unter der diktatorischen Aufsicht des Kommerzienrats nicht gewagt, die Farbe zu wechseln oder sich gar unwohl zu fühlen. Zumindest nicht sichtbar. Vielleicht im Untergrund, im Wurzelwerk. Er, der Kommerzienrat, ergriff huldvoll die daneben stehende Gießkanne, die große und verteilte, noch ein wenig geistesabwesend, den so begehrten Obolus im grünen Farbenspiel. Noch immer etwas im Gedanken, in der Unendlichkeit der Zeilen vertieft, glitt die ihm anvertraute Staatskanne, die volle, über den Topfrand hinaus. Dabei war es unumgänglich, dass ein kleiner Teil des kostbaren Gutes verloren ging, und er bemerkte oder wollte es nicht bemerken, wie eben jener Teil, jener kleine, in der Menge nicht auffallende Teil, auf seinen Schuh zu tropfen pflegte. Tropf – tropf - aus der vollen Kanne auf seinen Schuh. Ich sah es, versuchte im ersten gedankenlosen Moment mit einem verhaltenen Räuspern auf diesen Missstand hinzuweisen, unterließ dies jedoch ehrfurchtsvoll im zweiten Moment der Erkenntnis. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Ich, der Bürger, hatte die Pflicht, nicht immer genau hinzusehen, hinsehen zu müssen, denn wenn er daneben stünde, der Bürger, im Schatten der Kanne und vielleicht dabei selbst ein bisschen, nur ein ganz kleines bisschen nass werden würde, dann hätte er schließlich die Pflicht, für eine kurze Zeit, nur kurze, zu erblinden, so als wäre ihm etwas ins Auge geflogen. Nass oder nicht nass, das war noch nie die Frage. Die Frage war, wie man dabei einen möglichst gebügelten Eindruck erwecken konnte. Einen unschuldigen, gebügelten großen Kinderaugenausdruck.

Der ehrenwerte Herr Kommerzienrat erwachte aus seinen Gedanken. Das Tropfen nahm ein Ende. Die Kanne, die scheinbar endlos volle, erfreute sich wieder ihres ursprüng-lichen Platzes, so als wäre sie immer dort gestanden, verwurzelt, so als wäre nichts geschehen. Und die Blätter, ja, die Blätter schwiegen und grünten weiter vor sich hin. Nichts war mehr zu hören, kein Tropfen, kein Rauschen im Blätterwald, denn sie wussten, dass sonst die Kanne, die volle, unerreichbar wäre, und der Blätterwald hatte nicht die Absicht zu verdursten. Er wollte wachsen und wachsen und weiterrauschen.

Der erhabene, über all diesen Dingen stehende Kommerzienrat schritt in seiner unbestechlichen Loyalität zum Schreibtisch und schubladierte „Die Sahnehäubchen des Jahrhunderts.“ In einem Moment der Andacht und der Stille verspürte der Bürger einen repräsentativen Moment der Staatsgewalt. Der alles überschauende Feldherrenblick des Kommerzienrates wurde in einem mir unangenehmen Augenblick meiner Anwesenheit