Heide Marie Voigt

Wo die Zukunft beginnt

We have to find new rules of the games

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

Titel

Inhaltsverzeichnis

Wer ?

2. Eile und Weile

Reise ins innere Ausland

Auf der Spur von Grenzgängern

Der Hinweis des Buddhas

Reise in die künstliche Inszenierung der Intelligenz

In Eco-City

Wir im Westen

Im Haus der Wissenschaft

Reise nach Westen in den Osten

Der Affenkönig Sun Wukong

Ich - subjektiv

Also: Was ist ‚Zukunft‘?

Quintessence: Das Vertrauen der Storche

Beides! Unbedingt!

‚Zwiespältig‘ sehen

Menschen brauchen Resonanz

Quellenangaben

3. Vertrauen oder: Die Unsterblichkeit des Maikäfers

Vorwort

Nagende Unsicherheit

Die Computer-gestützte Zivilisation

Die Droge KI

Unmenschlich

Quintessence: Ausweg nach Innen

Nachtrag

Quellenangaben

Werbung°unbequemeTante°Blockchain°Geld°Quintessence

DIE ZEIT und Werbung

Unbequeme Tanten

Wir brauchen Blockchain!

Sprechen wir über Geld

Ich kann etwas machen!

5. Die Ohnmacht der Konzepte, die Macht der Ideen

Quellenangabe

6. Die Gegenwart der Vergangenheit

Die Apfelbäume beim Valentin

Man kann das machen

Ich will – in aller Kürze – von Weinreb erzählen

Nestbeschmutzer

PS. 1

PS. 2 Noch ein Postskriptum: ein Zitat

Quellenangaben

7. Über den Rand

Was ist passiert?

Soll ich denn Angst haben?

Zum Beispiel Weinreb

Was wird passieren?

Mehr habe ich nicht zu sagen

Erzähl doch mal eine Geschichte!

8. Über die MenschenwürdeProvokation

Ich klage an: In unseren Schulen ist der Teufel los!

Ich klage an: Auf unseren Straßen ist der Teufel los!

Ich klage an: In unseren Köpfen ist der Teufel los!

Würdelos

Würde

Quellenangaben

9. Ha Adam, der Mensch, männlich und weiblich –

Betrifft Leserbrief: „Die Bibel als Beweis“

Realität

Nobelpreis für Unangesehene Frauen

10. Im Weg

Erdfeldlinien

Energie

Begegnung

Globalisierung

Wunder

Quellenangaben

Veröffentlichungen der Autorin

unveröffentlichte Manuskripte

1. Vorwort

4. Gehirn-Block-Chain

Impressum neobooks

Inhaltsverzeichnis


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Impressum

Texte: © Copyright by HM Voigt
Umschlag: © Copyright by HMVoigt
Verlag: Heide Marie Voigt, Bremen

O421 87 35 97

www.heide-marie-voigt.de

Druck: epubli, ein Service der

neopubli GmbH, Berlin



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1.Vorwort: Wer?


2. Eile und Weile (2019)

Die Neue Seidenstraße in China - die Zukunft unserer Enkel - der Affenkönig Sun Wukong -

und ich

3. Vertrauen (2018)

Zur innovativen radikalen Veränderung

durch die Künstlichen Intelligenz

4. Gehirn-Block-Chain (2019)

5. Die Ohnmacht der Konzepte (2017)

6. Die Gegenwart der Vergangenheit (2017)

Brief an meinen Enkel

7. Über den Rand (2017)

Zum Status ‚Nestbeschmutzer‘

8. Über die Menschenwürde (2018)

9. Ha Adam, der Mensch (2013)

Nobelpreis für unangesehene alte Frauen

10. Im Weg (2008)

Begegnung mit dem, was unverfügbar ist

Wer ?

Wer geht eigentlich

über die Brücke

die es nicht gibt?

Wer geht über die Brücke

die keiner sieht?

Wer geht allein

den ersten Schritt?

Wer wirft den Stein

folgt seiner Bahn?

Wer teilt das Meer

gewaltig zur Furt?

Wer lächelt ein Lächeln

das glücklich macht?

Wer besteht das Chaos

und ruft das Licht?

Wer aus eigener Kraft

heilt den Riss

der ihn zerreißt?

Wer gibt aus Einsamkeit

Antwort

auf des Zweifels

verzweifelte Frage,

die glimmt

in der Seelen

finstersten Grund?

Wer?


Es ist genug.

Genug ist genug.

2. Eile und Weile

Die Neue Seidenstraße in China die Zukunft unserer Enkel der Affenkönig Sun Wukong und ich



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Reise ins innere Ausland

Veränderung ist die einzige Konstante. Die Menschheit steht vor nie dagewesenen Revolutionen. Wie können wir uns selbst und unsere Kinder auf eine Welt solch beispielloser Ungewissheit vorbereiten? Harari


„Was wäre, wenn es die Welt, für die du heute lernst, morgen nicht mehr gibt?“ In der Eingangshalle der Bremer Universität hängt ein großes Plakat – eins unter vielen – ich lese alle, ich habe alle wieder vergessen, aber dieses habe ich abgeschrieben: „Was wäre, wenn es die Welt, für die du heute lernst, morgen nicht mehr gibt?“

Warum ich an der Bremer Universität Chinesisch lerne? „Ich will nach China reisen. Ich will die Neue Seidenstraße kennen lernen. Vielleicht fängt da die Zukunft an, die ich nicht mehr erlebe – ihr schon“, antworte ich auf die Frage der jungen Leute. Sie lernen mit mir – viel schneller als ich! „Mal sehen, was dann von der Zukunft übrig ist“, sagt einer von ihnen. Die Zukunft ist für ihn ein schwarzes Loch im Weltraum, das alles einsaugt.

In der Jacob‘s University sagt ein Professor: the blessed world you live in, die 'Beste aller Welten'. Problems will be solved by people who understand what 'global' means today. Er meint die Studenten: Die jungen Leute sollen bitte die Probleme lösen, die wir nicht in den Griff bekommen – mit unserem Handwerkszeug! Ob er dieselben Studenten meint wie ich?

Für mich ist die Zukunft eine Puzzel-Aufgabe. Alles ist Teil davon – aber die Teile passen noch nicht zusammen. Ich habe alles gelesen, was mir die Welt von morgen zu erklären verspricht! Die Menschheit steht vor nie dagewesenen Revolutionen, sagt Harari. Da Fremdheit zur neuen Normalität wird, werden unsere vergangenen Erfahrungen der Menschheit insgesamt wenig verlässliche Orientierung bieten. Wie soll man leben in einer Welt, in der umfassende Ungewissheit kein Fehler, sondern ein Grundmerkmal ist?¹

Vielleicht, wenn ich die Puzzelteile zusammenfüge zu einem Ganzen? Das, was gemeint ist und das was scheinbar nur zufällig ist? Das, was ich sehe, und das, was ich höre? Um das zu erfahren, will ich nach China reisen – auf der Neuen Seidenstraße – ins Innere Ausland: Wie erlebe ich ‚umfassende Ungewissheit‘? … na ja, Ungewissheit in Grenzen! Jedenfalls, die chinesische Sprache lerne ich nicht, der alte Kopf will sich die Vokabeln nicht merken.

Auf der Spur von Grenzgängern

Mein Reiseplan ist ungewiss – wenn nicht geplatzt!

„Heute hat Xinjiang ein Netz an sogenannten Umerziehungslagern“, sagt Maya Wang, China-Expertin der Organisation Human Rights Watch in Hongkong: "Wir wissen, dass in ganz Xinjiang die Leute in diesen Lagern gehalten werden." Es gehe darum, ihre Gedanken zu steuern, sie umzuerziehen und loyal gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas zu machen. "In diesen Lagern werden die Menschen gezwungen, patriotische Lieder zu singen, auf die Partei und Xi Jinping. Sie müssen Hoch-Chinesisch und Schriftzeichen lernen. Und sie werden bestraft, wenn sie nicht mitmachen." Videos darüber kursieren im Netz. Wie viele Inhaftierte es in diesen Lagern gibt, ist unklar.“ tagesschau.de

An einen Freund schreibe ich: ich habe da ein problem. es scheint, ich werde die strecke, die ich gern reisen möchte - also bis an die grenze von Kasachstan, nicht fahren dürfen … Er antwortet: vermutlich wegen des uiguren-problems. Dort gibt es anscheinend ein problem mit extremismus/islamismus, und 20.000 uiguren sollen ja angeblich bei den IS terroristen in syrien und irak mitkämpfen. Da dürften die chinesischen behörden im moment etwas vorsichtig sein. Facebook, twitter und andere pentagon-medien sind ja sehr aktiv in xinjiang, tibet usw. Er wendet mein Vor-Urteil über ‚die Guten‘ und ‚die Bösen‘ wie eine Münze um – und zeigt mir die andere Seite: So kann man es auch sehen. Beide Seiten der Münze sind ‚wirklich‘. Ich entscheide nicht.


Die Recherche zu 'Grenzgängern' auf der Seidenstraße ist endet kläglich:

Und ich, was nehme ich mit?


Die 'Beste aller Welten' – the blessed world you live in – ist undurchschaubar und voller Machtkonzentrationen, die dem Ideal von demokratischer Beteiligung zuwider laufen – nicht nur bei den 'Kommunisten' in China. Die eigenen Mitarbeiter sind Spielball der Konzerne. Religionen verkommen zu Machtsystemen. Auch im Westen ist politischer Machterhalt nicht an Moral, sondern an ökonomischen Erfolg gekoppelt, schreibt Kai Vogelsang². Über 150 verschiedene Exportprodukte – Tee, Spielzeug, Textilien, Asbest, Autoteile, Werkzeug u.a. – kommen aus Arbeitslagern auf den westlichen Markt. Zwangsarbeit hat zu Chinas wirtschaftlichem Aufschwung beigetragen – und die Nachfrage westlicher Verbraucher hält den chinesischen Gulag weiter in Gang. Kostbare Seide ist kaum noch gefragt, T-Shirts aus Plastik, Plastik-Brotdosen, Plastik-Bleistiftspitzer, Plastik-Tischdeckchen, Plastik-Dekoklimbim zu Pfennigpreisen überschwemmen den Markt – und präzise gearbeitete Konfektion wie mein wollener Wintermantel. Menschliche Organe zur Transplantation sind wahrscheinlich zu verderblich für Container-Transport auf der Neuen Seidenstraße³.

'Gut' und 'Böse' bleiben doppeldeutig. Die Wider-sprüche gehören zusammen. Gibt es allgemeingültige Verbindlichkeiten, auf die wir uns beziehen können? Die Menschenrechte? Öffentliche Meinung und konsequentes Käuferverhalten im Westen haben ihre Wirkung, unbestritten – aber ich gehöre nicht zu den 'Guten', ich bin inkonsequent. Ich bin unwiderruflich Teil des Systems: Ich hantiere mit Geld, kaufe billig ein – und denke unversehens nach, was mir vorgesagt wird.

Der Hinweis des Buddhas

Harari schreibt: Wenn die Menschen nach dem Sinn des Lebens fragen, erwarten sie in fast allen Fällen, dass man ihnen eine Geschichte erzählt. Die meisten erfolgreichen Geschichten lassen das Ende offen. Harari bemüht sich, alle bekannten Geschichten als 'Hokuspokus' zu entlarven. Das ist das „Hoc est corpus“ der katholischen Messe: Der Priester hebt ein Stück Brot, eine Glocke klingelt – der Priester erklärt den Gläubigen: „Hoc est corpus“ : „Das ist der Leib Christi“. Was für die Gläubigen von Bedeutung ist, ist für Harari ‚Hokuspokus‘, ein X für ein Y.¹ Was würde er sagen zu meinem Gespräch mit dem Buddha?


Wir sitzen auf einem der Höfe des Lama-Temples in Peking. Ich zeichne die Dächer. Meine Enkelin beobachtet Menschen, die Räucherstäbchen entzünden, dann macht sie sehr genau ihre rituelle Verbeugung nach. Wir betreten die nächste Tempelhalle und sehen zu der Buddha-Statue hoch, riesengroß. Innerlich stöhne ich: Damit kann ich nichts anfangen! Zu meiner Überraschung antwortet der Buddha: Ich soll meine Bilder opfern! Ich sehe auf die Opfergaben der Gläubigen, vor allem Früchte – erschrocken: Nein, das will ich nicht, ich will meine Zeichnungen für mich behalten!


Ich habe mir das nicht ausgedacht, sondern erlebt, 2016, bei meiner zweiten Peking-Reise. Konkret war dieses Gespräch eine Abfolge von Gedanken in meinem Kopf, simpel, real, ganz un-esoterisch. Unerwartet – eine Wirklichkeit, durch nichts zu beweisen, nicht wieder-holbar, keineswegs 'wissenschaftlich' belegt! Ich habe keine Theorie dazu. Ich weiß nur, solche Vorgänge passieren im menschlichen Gehirn.

Wissenschaftler wissen es auch nicht besser. Sapolsky zum Beispiel legt auf 1000 Seiten dar, wie das Gehirn funktioniert. Ich habe nicht alles verstanden. 'Gott' gibt es nicht für ihn, 'Intuition' auch nicht, aber auszählbare Versuche mit Studenten, die wussten, dass mit ihnen ein Versuch angestellt wird – und so weiter. Seine Quintessence? Es ist kompliziert. Nichts scheint irgend etwas zu verursachen; vielmehr übt alles nur einen modulierenden Einfluss auf etwas anderes aus.⁴

Er weiß es auch nicht genau. Ich soll meine Bilder opfern? Die sind vielleicht gar nicht gemeint – sondern meine Vorurteile. Ich soll meine Vorstellungen ändern.

Ich zögere: „ – aber wie?“

Reise in die künstliche Inszenierung der Intelligenz

Denken basiert immer auf Emotionen, auf dem tief abgelagerten Erfahrungen von Schmerz und Tod, Erwartung und Hoffnung. Unser Gehirn ist in der Fleischlichkeit gegründet, und würde man es auf einen Computer überspielen, wäre es eben kein Gehirn mehr, sondern ein Programm, das lineare Routinen herunterspielt. Matthias Horx, Die Zukunft wagen

In Eco-City


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In China wird Bauernland nicht mehr beliebig enteignen, heißt es. Die ökologisch geplante Neubaustadt Eco-City, eine Stunde Auto-fahrt von Tiensin entfernt, ist also auf Sand gebaut, aufgespült in den Schlick an der Küste des Gelben Meeres. „Das geht nicht“, sagen die Architekten, mit denen ich 2015 für eine Woche auf Exkursion in China bin. Es geht. Ein Drittel der Stadt ist fertig. Im Bürgerhaus treffen wir alte Menschen an, die Mah-jongg spielen. Der junge Architekt, der an der Bauplanung mitarbeitet und uns führt, kann sich hier keine Wohnung leisten.

Als offizielle Delegation aus Frankfurt werden wir begrüßt von einer zahlenmäßig gleichgroßen chinesischen Delegation mit entsprechend hohem Rang. Das Gespräch entspannt sich erst bei dem gemeinsamen Essen mit nur einem hohen Vertreter.

Man zeigt uns – stolz – die Müllentsorgungsanlage in einem Hochhaus: Der Abfall soll in den Wohnungen in einen vorbereiteten Schacht geworfen werden, eine Vakuumanlage wird ihn absaugen. „Das hat man schon in Schweden versucht, das funktioniert nicht“, sagen die Architekten. Die Anlage ist noch nicht in Betrieb.

Man zeigt uns – stolz – the heart of the whole city: das Kontrollzentrum der Stadt. Es wird noch programmiert, aber einige Bildschirme zeigen schon fahrende Busse auf einer Kreuzung.

Ja! denke ich, China! – dann frage ich mich: Wo werden eigentlich bei uns Bilder von Überwachungskameras ausgewertet? Kontrolle? Das ist China! In den Millionenstädten im Osten gibt es Pilotprojekte für soziale Kontrollsysteme mit Punkten für Wohlverhalten – bei der roten Ampel oder gegenüber der alten Mutter. Aber ein Versuch in Shining (2010!) endete mit Misserfolg und Protesten, heißt es in einem Vortrag in Bremen (2018!).⁵ Die Menschen haben also Einfluss. Ich schreibe mit: Die Akzeptanz ist eine wichtige Voraussetzung für die Implementierung des Systems. Die Referentin beklagt Mangel an öffentlicher Debatte und die Uninformiertheit der Bürger. Die KPChina plant die Einführung bis 2020. Ich frage nach: „Was passiert eigentlich innerhalb der KPCh-Strukturen“?

Wir im Westen

Wir dagegen setzen auf Gesetzen und Vorschriften. Im Kinderladen, 1973, lachten die Raucher uns Frauen aus bei den Elternabenden, wenn wir zaghaft um weniger Qualm baten. Heute frieren artige Raucher auf Balkonen und suchen auf Bahnhöfen ein gelb umrandetes Feld auf – nicht aus Vernunft, sonst würden sie aufhören zu rauchen, sondern wegen eines Gesetzes. Wir sind umstellt von Vorschriften, wir verfangen uns in ihrem Netz. Niemand weiß mehr Bescheid, niemand hat Verantwortung. Flüchtlinge und Hartz4-Empfänger ken-nen die Wirrnis der Ämter. Wir beschäftigen uns Jahr-zehnte mit irgendwelchen Trassen, Häfen, Umwelt- und Vogelschutz, – alles gut und wichtig – aber durch diese sehr langfristige Vorgehensweise stellen wir uns selbst ein Bein und die anderen ziehen an uns vorbei, klagt Hans von Helldorf, der Sprecher der neu gegründeten BVDSI (Bundesverband Deutsche Seidenstraßen Initiative)⁶. Inzwischen pfeifen manche Konzerne auf Vernunft, Umwelt, Gesetze und Steuerschulden ...