12 Gesetze der Heilung

Die Hintergründe von Gesundheit und Krankheit

Katarina Michel und Peter Michel


ISBN: 978-3-96861-017-7
1. Auflage 2020
© 2011 Aquamarin Verlag GmbH, Voglherd 1, 85567 Grafing, www.aquamarin-verlag.de

Umschlaggestaltung: Annette Wagner unter Verwendung von © ag visuell #14807331 – fotolia.com

Inhalt

 


 

 

„Pythagoras sagte, die göttlichste Kunst sei die des
Heilens. Wenn die Kunst des Heilens die göttlichste ist,
muss sie sich ebenso mit der Seele wie mit dem Körper
beschäftigen, denn kein Geschöpf kann gesund sein,
solange der höhere Teil in ihm krank ist.“

– APOLLONIUS VON TYANA

 


 

 

„Jesus aber wandte sich um, sah sie und sprach:
„Mut, Tochter, dein Glaube hat dir Heilung gebracht.“
Und die Frau war geheilt von jener Stunde an.“

– MATTHÄUS 9, 22 –

Vorwort von Ruediger Dahlke

S eit drei Jahrzehnten fasziniert mich das Thema Heilung. Bei einem Arzt kein Wunder, könnte man meinen. Aber gerade Mediziner wissen heute am wenigsten über Heilung. Im Studium habe ich viel über Reparatur und die Unterdrückung von Symptomen gelernt, aber gewiss nicht, was heilen bedeutet, und schon gar nicht, wie es sich bewerkstelligen ließe. Später, als Arzt, der sich von der Schulmedizin lösen konnte, ohne sie zu vergessen, habe ich viele wirkliche Heilungen bezeugen dürfen an der Seite von Patienten, die sich mutig ihrem Schatten in der Reinkarnations-Therapie stellten. Aber es gab nicht den einen Weg zur Heilung schlechthin, schon gar nicht den einen auf alle übertragbaren Trick, wie sich Heilung erzwingen ließe. Sie kann geschehen, wenn viele Vorbedingungen erfüllt sind.

 

Das Verdienst des vorliegenden Buches von Katarina und Peter Michel liegt darin, diesen nachzuspüren und die Gesetzmäßigkeiten zusammenzustellen, deren Erfüllung Heilungen ermöglicht. Weit davon entfernt, Patentrezepte anzubieten, widmet es sich der ganzen Bandbreite des Themas. In der Beschreibung der „12 Gesetze“ kommt es seinem Ziel näher, als ich es sonst bei dickeren Büchern mit diesem hohen Anspruch erlebt habe. Das liegt an der Breite des Wissens und damit des Ansatzes, aus dem die Autoren zu schöpfen wissen.

 

Katarina und Peter Michel versammeln viele große Gedanken in diesem Buch, das über sich hinauswächst und den Leser auch genau dazu anregt. Dabei ist es wirklich schwer, Gesetzesbücher anregend zu schreiben, wie ich gerade bei „Schicksalsgesetze – Spielregeln des Lebens“ erlebt habe. Den Autoren aber gelingt es, u.a. indem sie uns viele spannende Spuren nahebringen, die weiter zu verfolgen lohnen würde – von Christus über Krishnamurti bis zu Hans-Peter Dürrs Ansätzen zur Heilung aus der Quantenphysik.

 

Mich persönlich hat besonders der Vorschlag beeindruckt, den aufgeklärten Humanismus nunmehr in einen spirituellen Humanismus übergehen zu lassen. Das könnte unsere Lösung sein, denn der Humanismus der Aufklärung hat uns genau dahin gebracht, wo wir heute sind, in eine verkopfte Welt voller Widersprüche und unlösbar scheinender Probleme. Die Rationalisten, die dieses Weltbild hervorbrachten, sind dem Polaritätsgesetz aufgesessen und haben uns tief in die Irrationalität geführt. In Bezug auf unser Thema Heilung müssen wir feststellen, Krankheitsbilder nehmen nach Zahl und Betroffenen zu. Mediziner vermehren sich wie Karnickel, und Heilung ist in der Schulmedizin als Thema gar nicht mehr präsent. Man unterdrückt, was geht – die akuten Krankheitsbilder der ersten Lebenshälfte – und kaschiert, was nicht mehr zu unterdrücken ist, die chronischen Krankheitsbilder der zweiten Hälfte. Die Rationalität der Aufklärung ist tatsächlich dem eigenen Anspruch nie gerecht geworden, irrationaler als die Menschen der Moderne kann man sich eigentlich kaum mehr verhalten. Und das Ergebnis ist zutiefst inhuman. Ein spiritueller Humanismus, der sich von Anfang an des „Schattenprinzips“ bewusst wäre, erscheint da als verlockende Lösung.

 

Und Katarina und Peter Michel tragen schon zum Entstehen eines solchen spirituellen Humanismus bei, wenn sie einerseits das Thema Heilung als Ziel unseres Lebens von allen Seiten beleuchten, und andererseits die Sackgassen der Eso-Szene ohne Häme, aber sehr direkt ansprechen. Dies zeigt auf, warum die Positiv-Denker, Affirmationsakrobaten und Besteller beim Universum, die so gern mit Heilung hausieren gehen, keine Chance haben. Und schlimmer noch, warum vor allem auch die Millionen, die auf sie hereinfallen, keine haben können.

 

Deutlich wird aber auch, dass der Gegenpol zum positiven Denken nicht etwa negatives Denken ist. Weder im Verdrängen noch im Verehren des Schattens liegen Chancen, sondern darin, über ihn hinauszuwachsen in Freiheit und in Liebe.

 

Während die Gesund-Zauberer vom magischen Weltbild ausgehen, das vom „Ich will“ geprägt ist, zeigen die Autoren, wie Heilung nur vom Gegenpol kommen kann, wo der Mystiker demutsvoll dem „Dein Wille geschehe“ folgt.

 

Nach drei Jahrzehnten Beschäftigung mit der Be-Deutung von Krankheitsbildern im Sinne von „Krankheit als Symbol“ kann ich jedes der „12 Gesetze“ bestätigen und natürlich auch den gedanklichen Ausgangspunkt, dass Krankheit ein aus der Ordnung fallen ist und Heilung also ordnen muss. Krankheit ist Unordnung, Heilung die Rückkehr zur Ordnung, zur Mitte. Medi-zin und Medi-tation wollen dorthin führen. Das Heil-Mitte-l, früher Re-Medium, kannte nur dieses Ziel, zurückzubringen zur Mitte. Heute haben wir mehr Mittel denn je, aber kein Gefühl mehr für die Mitte.

 

Dieses Buch aber lässt sie wieder anklingen, denn alle Gesetze beziehen sich darauf und kreisen um die Mitte. Besonders schön finde ich, wie sich die Autoren an keinem Punkt scheuen, die letzten Ergebnisse moderner Quantenphysik mit den tiefen und großen Wahrheiten der Religionen zu verbinden und – für mich berührend – besonders der christlichen.

 

So habe ich das Buch gern und mit Gewinn gelesen. Es kreist das Thema wundervoll ein und bereichert den Leser, indem es ihm den ursprünglichen Gedanken von Heilung, den die Schulmedizin vergessen und verraten hat, näherbringt. Das ist sehr viel für ein Buch, mehr, als man erwarten kann.

 

Ruediger Dahlke, 11.1.11 in Seminyak, Bali

 

(www.dahlke.at)

Einleitung

„Warum gerade „zwölf“ Gesetze? Könnten es nicht auch elf oder dreizehn sein?“ Diese Frage ist natürlich berechtigt; und in der Tat gibt es keinen zwingenden Grund, warum dieses Buch von den „Zwölf Gesetzen der Heilung“ handelt. Es gibt keine wie auch immer geartete geistige „Botschaft“ oder gar irgendeine Form von „Offenbarung“, die uns zu dieser Zahl geführt hat. Die nachstehenden „Gesetze“ sind das Ergebnis von vielen Jahrzehnten Studium, von einem reichen Erfahrungswissen sowie von sorgfältiger Prüfung und Abwägung. Keines dieser Gesetze steht isoliert, sondern sie fügen sich zusammen zu einem geistigen Kosmos, erklingen gleichsam als eine „Heilungs-Sinfonie“.

 

Bei der sorgfältigen Lektüre wird unschwer erkennbar sein, aus wie vielen verschiedenen Traditionen sich die „Zwölf Gesetze“ speisen. Von der „Tabula Smaragdina“ des Hermes Trismegistos führt der Weg beispielsweise zu Parmenides, einem der Gründerväter der griechischen Philosophie, und er endet mit der Huna-Lehre oder den Gedanken des revolutionären Weisen Krishnamurti. Manche der Gesetze wurden nicht einmal explizit formuliert, um das Thema Krankheit und Heilung zu beschreiben, sondern sie stellten und stellen eine so grundlegende kosmischmenschliche Wahrheit dar, dass auch dieses Thema darunter einzuordnen ist.

 

Die Ursachen von Krankheit und Gesundheit können nicht isoliert betrachtet werden; so geht schlimmstenfalls ein Behandler vor, der eine agnostische, materialistische und atheistische Medizin vertritt. Auf der Grundlage eines spirituellen Menschenbildes, dem wir uns verbunden fühlen, wird die Verbindung von Mikrokosmos und Makrokosmos eine herausragende Rolle spielen. Alles klingt mit allem zusammen. Niemand steht allein und kann nur für sich betrachtet werden. Hinter dem uralten Mysterium aller Heilung steht ein unerschütterbares Gesetz, das einen Namen trägt – ORDNUNG. Ein Wort, das nur die deutsche Übersetzung des griechischen Begriffes KOSMOS beinhaltet. Alles, was aus der Ordnung, nämlich der Ordnung der Welt, herausfällt, wird zum Chaos und letztlich zur Krankheit. In diesem tieferen Sinn ist Krankheit also ein „Herausgefallensein aus der Ordnung“. Die umfassenden Hintergründe dieser Aussage sollen in den folgenden zwölf Kapiteln aufgezeigt werden.

 

Wenn, im Umkehrschluss, nur die Wiederherstellung der ORDNUNG wahre Gesundheit bewirken kann, dann lässt sich verstehen, dass ein Freiwerden von Krankheitssymptomen noch lange nicht die wirkliche Gesundheit wiederherstellt. Es mag manchen verwundern, aber der Satz „Wer heilt, hat recht“ stellt leider nicht die Wahrheit dar. Es gibt die unterschiedlichsten Wege und Methoden, um einen Menschen von Krankheiten zu befreien, sie müssen deswegen noch lange nicht zu wahrer Gesundheit führen. Ein großer LEHRER führt in dem Meisterwerk „Der Pfad der Heilung“ aus, warum Heilung nicht immer erfolgen „darf“ und deshalb auch nicht eintreten sollte: „Die Persönlichkeit hat die besondere Lektion nicht gelernt, die zu lehren die Krankheit geschickt worden war. Denn da so viele Krankheiten und Tragödien ein Symptom für einen tieferen Zustand von Disharmonie und Ungleichgewicht sind, würde die Persönlichkeit, falls eine Heilung erfolgte, ehe diese tiefere Ursache erkannt und beseitigt worden wäre, ähnliche Störungen nur zu einer anderen und vielleicht ungünstigeren Zeit durchleben müssen.“1

Es ist eines der bemerkenswertesten Phänomene der Geschichte, dass alle wirklich großen Heiler immer wieder darauf hingewiesen haben, welche entscheidende Rolle der Erkrankte selbst zu seiner Heilung beizutragen hat. Daher prägte auch der Größte unter ihnen den Satz: „Dein Glaube hat dir geholfen!“ Dieser Hinweis hat uns in unserer Arbeit stets geleitet. Aus diesem Grund finden sich auf den folgenden Seiten auch keine einfachen „How-to-do-Tipps“ oder Ratschläge zur Bekämpfung der kleinen oder größeren Erkrankungen des Alltags. Es geht uns vielmehr um die Grundlagen von Gesundheit und Krankheit. Wer sie nicht verstanden hat, wird letztlich nicht über die Ebene der Symptom-Bekämpfung hinausgelangen.

 

Der Text ist so aufgebaut, dass zuerst das GESETZ genannt wird. Anschließend werden sein Ursprung und seine Bedeutung erklärt. Darauf folgen mögliche Anwendungen im Leben des Menschen und als Letztes ein sogenanntes „Schlüsselwort“, das zu einer gleichsam mantrisch-meditativen Bearbeitung des behandelten Gesetzes einlädt.

Obwohl auf dem Titel dieses Buches das Wort „Gesetze“ steht, liegt uns sehr daran, dass dieses Buch nicht als „Gesetzbuch“ verstanden wird. Es ist von unserer Seite nicht so konzipiert, und wir wären dankbar, wenn es auch seitens unserer Leserschaft nicht so verwendet würde. Mögen wir alle von den nachstehenden weisen Worten geleitet werden, die noch einmal dem „Pfad der Heilung“ entnommen sind: „Erinnere dich daran, dass du das, was du als die Wahrheit ansiehst, anderen nie auf dogmatische und zu entschiedene Art aufdrängen darfst. Es gibt ebenso viele Pfade zur Weisheit wie Individuen; es heißt doch, jeder Mensch sei sein eigener Weg. Entdecke durch einfühlende Identifikation den spezifischen Weg des Leidenden und hilf ihm, die Wahrheit darüber herauszufinden, doch versuche nie, ihn auf deinen Weg zu drängen. Wenn du das Gefühl hast, er sei bereit, einen anderen als seinen eigenen Weg zu suchen, so biete ihm das an, was du ihm zu geben können glaubst.“2

 


 

1 H.K. Challoner, Der Pfad der Heilung, Grafing 2005, S.86

2 Ebd., S.153

DIE GESETZE

Das erste Gesetz

WIE INNEN – SO AUSSEN

Dieses Gesetz entstammt der uralten „Tabula Smaragdina“, der „Smaragdtafel“ des Hermes Trismegistos, des Begründers der ägyptischen Mysterientradition. Für unseren Zweck spielt die exakte historische Datierung der geheimnisvollen Gestalt des Hermes keine entscheidende Rolle. Es ist jedoch faszinierend, bereits vor rund viertausend Jahren ein uraltes Wissen zu finden, das bis heute tiefe Bedeutung besitzt. Nicht von ungefähr spricht man im Zusammenhang damit vom „hermetischen Wissen“, um bis in die Gegenwart auf seinen ehrwürdigen Begründer hinzuweisen.

Die „Smaragdtafel“ enthält noch weitere tiefe Lehren, wie das bekannte „Wie im Großen, so im Kleinen“ oder „Wie oben, so unten“. Manches, was den eingeweihten Priestern Ägyptens schon vor Jahrtausenden bekannt war, erschließt sich den Menschen der Neuzeit erst durch die Erkenntnisse der modernen Quantenphysik. Dies gilt auch für jene hermetischen Lehren, die sich mit dem Thema Heilung befassten.

„Wie innen, so außen“ bezieht sich auf die Dualität und das „Spiegelgesetz“. Geschehnisse, die sich im Inneren des Menschen abspielen, wirken auf seine äußere Form. Dies betrifft sowohl psychische als auch körperliche Phänomene. Solange das Individuum inkarniert ist, wirken die inneren Prozesse auf die physische Hülle ein – und umgekehrt. Wenngleich in den meisten Fällen die Zielrichtung von innen nach außen geht und bei den von außen erfolgenden Einwirkungen auf das geistig-seelische Wesen die Frage des „Schicksals“ eine entscheidende Rolle spielt. Nicht von ungefähr deutet ein weitsichtiger Arzt wie Ruediger Dahlke, der wegweisende Veröffentlichungen über „Organsprache“ und „Spiegelgesetze“ verfasst hat, das Wort Schicksal als „schick-sal“, also zum „Heil“ (salus) geschickt.

 

Wofür steht das „innen“ in der Lehre des Hermes? Zweifelsfrei für das eigentliche Wesen des Menschen, das wir heute mit „Ich-Bewusstsein“, mit „Selbst“ oder mit dem „Ich-Bin“ umschreiben können. Ausdrücke, die sich auch in allen spirituellen Traditionen in Ost und West wiederfinden. Um die seelische Entwicklungsperspektive hervorzuheben, verwendet Rudolf Steiner den Ausdruck „Bewusstseinsseele“ und meint damit die sich aus der innersten Mitte, mittels des wahren, unsterblichen „ICH“, zu einem göttlichen Wesen entfaltende Individualität. Dieses wahrhaftige „innere Wesen“ ist die entscheidende Steuerinstanz bei allen Prozessen, welche den Menschen betreffen – und somit auch bei jenen, die für seine Gesundheit bedeutsam sind.

 

Es wird sich nachstehend noch zeigen, in wie vielen Facetten sich das innere Wesen ausdrückt, durch Wünsche und Begierden, durch Gedanken und Gefühle, durch Ehrgeiz und Selbstlosigkeit, durch Idealismus und Machtgier, um nur einige Aspekte zu benennen. Jeder spielt jedoch eine entscheidende Rolle im Zusammenhang mit der Gesundheit. Das Gesetz „Wie innen, so außen“ stellt die alles übergreifende Gesetzmäßigkeit dar, wonach die innere Ausrichtung die äußere Verfassung gestaltet, prägt und bestimmt.

Wer dem Leben ein „Ja“ schenkt, wird diese Bejahung auch durch seine Körpersprache und durch sein Befinden zum Ausdruck bringen. Und das LEBEN wird ihm ein „Ja“ zurückschenken. Wer dagegen dem Leben ein „Nein“ entgegenruft, wird auch dies durch seine Körpersprache und sein Befinden zum Ausdruck bringen. Und das LEBEN vermag ihm sein „Ja“ nicht zu schenken, weil es durch sein „Nein“ zurückgewiesen wird. Nicht das LEBEN – das Wort kann auch durch Geist, Sinn oder Gott ersetzt werden – verweigert sich dem Menschen, sondern er verschließt sich vor IHM.

 

Ein Selbst, ein Ich-Bewusstsein, das sich vom Leben abwendet oder zurückzieht, wird irgendwann durch eine Krankheit angerufen, mit der Botschaft: „Kehre um! Du bist auf einem falschen Weg!“ Je nach der Art und Weise, wie der betreffende Mensch vom WEG abgeirrt ist, kann die Krankheit sich auf der inneren Ebene zeigen, in unserer Zeit beispielsweise durch die Depression, oder sie wählt einen Unfall beziehungsweise eine körperliche Erkrankung.

 

Es ist die Tragik der modernen Medizin, dass sie, bei allen Fortschritten im technologischen Bereich, noch auf einem Status völliger Unkenntnis hinsichtlich des inneren Wesens des Menschen verharrt. Wer einen Erkrankten wie eine defekte Maschine betrachtet, der behandelt ihn auch so. Reparatur, Ersatzteilwechsel, neues Öl oder im schlimmsten Fall ein neuer Motor. Funktioniert die „Maschine“ dann wieder, war der Mechaniker auf dem rechten Weg, im gegenteiligen Fall lag ein handwerklicher Fehler vor (wird selten zugegeben!) oder (der Regelfall) die Maschine war einfach irreparabel.

 

Doch es kommt noch schlimmer! Um die eigene Position nicht zu hinterfragen, wird seitens der sich so ‘rational‘ gebenden Medizin auch noch vehement auf jeden eingeschlagen, der eine andere, sprich spirituelle Position vertritt. Man möge sich die Schwierigkeiten von Ärzten wie Elisabeth Kübler-Ross oder Ruediger Dahlke anschauen, die Jahrzehnte benötigten, um wenigstens von einem kleinen Teil ihrer Zunft akzeptiert zu werden. Die Fraktion der materialistischen Mediziner oder Pharmakologen müsste sich einmal ohne jede Ausflucht die Alternative der Weltbilder vor Augen führen: Entweder ist alles reiner Zufall oder es fällt nicht ein Haar vom Haupte eines Sperlings, ohne dass es Gottes Wille ist. Jeder Mensch steht in jedem Augenblick seines Lebens vor dieser Wahl. Welche Wahl auch immer er trifft, er sollte die Position der anderen Seite respektieren. Es muss endlich ein Ende haben, dass Geistheiler, Homöopathen oder zahllose ernsthaft arbeitende Alternativmediziner von der orthodoxen Medizin, mit Verweis auf ihre „Unwissenschaftlichkeit“, diskreditiert oder lächerlich gemacht werden. Wer „innen“ unsicher oder ängstlich ist, wird „außen“ jeden angreifen, der ihm diese Angst und Unsicherheit spiegelt. Diese Gesetzmäßigkeit gilt schon seit den Tagen des Hermes Trismegistos!

 

„Wie innen, so außen“ verweist auch auf das Harmonie- oder Ordnungs-Prinzip. Wer innerlich in Disharmonie lebt oder von innerer Unordnung bestimmt wird, kann nicht wahrhaft gesund werden. Gesundheit und innere Ordnung stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang. Man kann bei einem Erkrankten zwar jedes Organ auswechseln, aber man kann den inneren Menschen damit nicht verändern. Dies kann er nur selbst! Aus diesem Grund gilt das uralte Heilungsgesetz des Hermes auch noch im 21. Jahrhundert.

DIE ANWENDUNG

Ein Mensch, der in seinem Inneren unsicher, ängstlich, gehemmt, unentschlossen oder ratlos ist, wird das einem aufmerksamen Beobachter gegenüber nur schwer verbergen können. Die innere Einstellung und das innere Befinden drücken sich im Äußeren eindeutig aus. Mag durch gute schauspielerische Fähigkeiten sich ein Mensch mit schlechten Absichten noch den Anschein der Lauterkeit geben können, also den bekannten „Wolf im Schafspelz“ spielen, so funktioniert dies nicht mehr hinsichtlich der Gesundheit. Man kann vielleicht die Augen vor einem Krankheitssymptom verschließen, doch werden sie über kurz oder lang schmerzhaft geöffnet werden.

 

Es gibt inzwischen zahlreiche ausgezeichnete Arbeiten über die „Organsprache“ oder über die „Körpersprache“, so dass hier nicht ins Detail gegangen werden muss, doch ein grundsätzlicher Überblick erscheint sinnvoll.

 

Sämtliche Statistiken der nationalen und der internationalen Gesundheitsbehörden belegen unzweideutig eine immense Zunahme dessen, was allgemein unter dem Stichwort „Psychosomatische Erkrankungen“ geführt wird. Wenn wir die griechischen Worte ganz einfach übersetzen, dann ist also die Rede von „Seele-Körper-Erkrankungen“. Wenn wir die Seele nach „innen“ verlegen und den Körper begreiflicherweise als „außen“ charakterisieren, dann ist das Gesetz des Hermes inzwischen auch bei der Weltgesundheitsorganisation angekommen!

 

Was bedeutet dies für die Praxis? Eine Studie über „psychosomatische Schmerzpatienten“ belegt, dass im Schnitt sieben bis acht Jahre vergehen, ehe ein Arzt die seelischen Ursachen für eine körperliche Erkrankung herausfindet. Erschreckend! Hier kann die Devise doch nur lauten: Nach innen schauen und selbst die Ursachen erkennen! Schon ein kurzer Blick auf die Volksweisheiten könnte hilfreich sein: Da geht einem „etwas ans Herz“; oder jemandem „läuft vor Wut die Galle über“; einem anderen „schlägt etwas auf den Magen“ und wieder andere „haben die Nase voll“ oder „einen Kloß im Hals“. Diese Hinweise werden noch immer viel zu selten beachtet.

 

Es kann heute vernünftigerweise niemand mehr einen Zweifel daran hegen, dass ein Beziehungs- oder Familien-Konflikt, der bereits lange andauert und scheinbar keine Lösung bietet, mittelfristig zu einer schweren Erkrankung führt. Schulstress löst ebenso eine Reaktion im Körper aus wie Mobbing am Arbeitsplatz. Wer noch immer bestreitet, dass Eifersucht, Hass oder Gier die Ursachen für schwere Krankheiten sind, der mag Pillen aller Art verschreiben – der Erkrankte wird nicht gesunden!

 

Alles und jeder mag bestechlich sein, einer ist es ganz sicher nicht – der eigene Körper! Unsere physische Hülle ist der wichtigste Indikator für ein inneres Fehlverhalten und somit ein treuer Botschafter einer höheren Ordnung. Wer sich nicht die Zeit nimmt, um regelmäßig in der Stille nach innen zu lauschen, um die Botschaft seiner Seele zu vernehmen, der sollte zumindest auf die seines Körpers hören. Jede Erkrankung, selbst jeder Unfall, enthält eine Botschaft. Diese Botschaft muss keinesfalls für jeden Menschen die gleiche sein, deshalb sind allzu einfache Zuordnungen,wie beispielsweise „Niere = Angst“ oder „Hals = Kommunikationsproblem“, in der Regel problematisch. Jeder Mensch ist an sich ein faszinierender Mikrokosmos, der zudem mit dem ihn umgebenden Makrokosmos in einem lebendigen Austausch steht, so dass von vornherein deutlich wird, wie mannigfaltig das Gewebe an inneren und äußeren Beziehungen ist, die alle Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben.

 

Ein achtsamer Mensch wird alle Zeichen, innere wie äußere, sorgsam betrachten und dann zu einer individuellen Schlussfolgerung kommen. Nur er selbst vermag alle Signale eindeutig wahrzunehmen und richtig zu deuten. Die moderne Biologie hat in ihrer spirituellen Ausprägung längst erkannt, dass der Körper über „intelligente Zellen“ verfügt. Die INTELLIGENZ DES LEBENS wirkt also auch und gerade auf der feinsten Ebene des menschlichen Wesens. Diese Intelligenz gilt es, kreativ zu nutzen. Der Schlüssel dafür liegt „innen“, im menschlichen Bewusstsein. Wenn die Außenwelt der Spiegel ist, dann ist der innere Mensch der Konstrukteur des Spiegels. Das, was gespiegelt wird, kann nur innerlich verstanden werden; denn der Spiegel ist ein völlig wertfreies und neutrales Instrument. Die Konstruktions- und Entscheidungsgewalt liegt im Inneren.

 

Die praktische Umsetzung des uralten hermetischen Gesetzes „Wie innen, so außen“ besteht daher in einem Dreischritt:

 

1. Genau beobachten

2. Ehrlich eingestehen

3. Mutig umsetzen

 

Daraus leitet sich das Schlüsselwort ab:

 


 

 

ICH BIN AUFMERKSAM,
WAS MIR IN MEINEM LEBEN BEGEGNET,
UND VERSCHLIESSE NICHT MEHR DIE AUGEN
VOR DEM, WAS ICH INNERLICH
UND ÄUSSERLICH WAHRNEHME!