ISBN: 978-3-86191-209-5
1. eBook Auflage 2020
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»Der Fromme von morgen wird ein ‚Mystiker‘ sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein …«.1 Berühmt wurde dieses Zitat des katholischen Theologen Karl Rahner aus den 1960er Jahren. Religion als Übernahme vorgegebener Dogmen gab Rahner keine Zukunft mehr. Religiöser Glaube muss auf eigenem Erfahren gründen. Und diesen Frommen von morgen bezeichnete Rahner als »Mystiker«. Während damals viele dem Begriff Mystik noch skeptisch gegenüberstanden, sah er im Mystiker sogar die Zukunft des Christentums. Allerdings verband Rahner mit Mystik nicht mehr die Welt außergewöhnlicher Erfahrungen weniger Heiliger oder spiritueller Eliten. Karl Rahner war ein Vertreter eines neuen, demokratischen Verständnisses von Mystik. Mystik bedeutete für ihn: Die auf Erfahrung gegründete Religiosität für jeden Menschen.
Wo stehen wir nun heute, über ein halbes Jahrhundert nach dieser visionären Aussage? Die Bedeutung von Mystik als auf Erfahrung gegründete Religion wurde viel diskutiert und erscheint heute in breiten Kreisen nicht mehr als ungewöhnlich.2 Das Problem blieb und bleibt jedoch, wie spirituelles oder mystisches Erfahren zu realisieren ist. Vielfach wurden Hilfen vor allem bei den spirituellen Übungsformen Asiens gesucht. So öffnete man sich für die den Körper integrierenden Wege des Yoga oder für Meditationsformen der buddhistischen Spiritualität. Auch Übungsformen aus dem daoistischen Kulturkreis, wie etwa das Qigong, konnten wichtige Hilfen geben.3 Wahre Schätze sind jedoch auch in der christlichen Tradition vergraben, in der christlichen Mystik des Hochmittelalters und in der frühen Neuzeit. In den Blick rücken hier vor allem die Predigten und Traktate des Meister Eckhart aus dem späten 13. und frühen 14. Jahrhundert.
Mit Meister Eckhart begegnen wir einem Meister der christlichen Mystik, der zu den bekanntesten Theologen, Philosophen und spirituellen Lehrern seiner Zeit gehörte. Nachdem jedoch nach seinem Tod Sätze aus seinem Werk als ketzerisch verurteilt wurden, geriet Eckhart über viele Jahrhunderte weitgehend in Vergessenheit. Die Wiederentdeckung dieses wohl bedeutendsten Vertreters der Mystik des Hochmittelalters begann im 19. Jahrhundert und dauert bis heute noch an. Das Potenzial, das in dieser Wiederentdeckung für die Entwicklung einer Spiritualität der Gegenwart liegt, ist dabei bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.
Wer war dieser Meister, der uns noch heute so viel zu sagen hat? Als Eckhart um 1260 in Thüringen geboren wurde, hatten sich im damaligen Mitteleuropa zahlreiche Menschen in religiösen Lebensgemeinschaften organisiert, um einem tief geistigen Leben nachzugehen. So trat auch Eckhart schon in jungen Jahren in das in Erfurt neu gegründete Dominikanerkloster ein. Er erhielt dort seine theologische und philosophische Grundausbildung, beendete sie wahrscheinlich an der Ordenshochschule in Köln, um dann von 1293 bis 1294 an der Universität in Paris, der damals wichtigsten und berühmtesten Universität des christlichen Abendlandes, als Lektor tätig zu sein.
Zurück in Erfurt, stieg Eckhart schnell in der Ordenshierarchie auf. 1294 wurde er Prior, das heißt Leiter des Erfurter Heimatklosters und Vikar (Stellvertreter) des Provinzials der Ordensprovinz Teutonia. Zurück in Paris, ernannte man ihn 1302 zum Magister der Theologie. Auf diesen eingedeutschten Magistertitel bezieht sich die heute allgemein übliche Bezeichnung Meister Eckhart. Es folgte die Berufung auf den für Nichtfranzosen reservierten Lehrstuhl der Dominikaner, den wenige Jahrzehnte vor Eckhart schon der große Thomas von Aquin innehatte.
1303 in die Heimat zurückgekehrt, wählte man den gelehrten Meister aus Paris zum Provinzial der neu gegründeten Ordenzprovinz Saxonia. Dass Eckhart die seltene Ehre zuteil wurde, ein zweites Mal, im Jahre 1311, auf den Lehrstuhl nach Paris berufen zu werden, macht deutlich, dass man ihn schon früh als einen der führenden Theologen ansah.
Wichtig wurde dann vor allem jedoch sein Straßburger Jahrzehnt ab 1313. Inzwischen über fünfzig Jahre alt, mag Eckhart in Straßburg auch mit der Lehre betraut gewesen sein. Zu seinen Hauptaufgaben gehörte jedoch die Seelsorge in den Frauenklöstern, die damals in großer Zahl neu gegründet wurden. In diesem Zusammenhang, also in der Betreuung von Nonnen, entstanden die bedeutendsten seiner Predigten.
Gegen Ende seines Lebens zog es den Meister im Jahre 1323 dann weiter nach Köln, um auch dort zu predigen. Inzwischen über sechzig Jahre, passierte dann das Unfassbare. 1325 wurde Meister Eckhart, der damals zu den bekanntesten und angesehensten Theologen und spirituellen Lehrern seiner Zeit gehörte, von seinen Ordensbrüdern Hermann de Summo und Wilhelm von Nidecke in Köln beim dortigen Erzbischof Heinrich II. der Ketzerei bezichtigt.4 Die beiden Ankläger besaßen im Dominikanerorden selbst keinen Rückhalt. Und doch hatte ihr Vorstoß Erfolg. Der Erzbischof leitete gegen Eckhart ein Inquisitionsverfahren wegen Ketzerei ein, wobei auch die mit den Dominikanern rivalisierenden Franziskaner eine Rolle spielten. Dabei ging es für den Meister um sehr viel. Nach damaligem Recht musste ein Schuldspruch wegen Ketzerei mit der Todesstrafe geahndet werden.
Listen von beanstandeten Sätzen aus dem Werk Meister Eckharts wurden erstellt. Eine Stellungnahme Eckharts aus dem Jahre 1326 ist überliefert, in der er sowohl seine Schuld bestritt als auch die Rechtmäßigkeit des Verfahrens anzweifelte, da das erzbischöfliche Gericht für seinen Fall gar nicht zuständig sei. Ein Jahr später wurde das Verfahren in Köln abgebrochen und zur weiteren Klärung an Papst Johannes XXII. überwiesen, der damals nicht in Rom, sondern im südfranzösischen Avignon residierte. Mit zahlreichen Ordensbrüdern reiste Eckhart daraufhin an den päpstlichen Stuhl nach Südfrankreich, wo eine Untersuchungskommission die aus Köln übersandten Akten prüfte und Eckhart auch Gelegenheit zu einer Stellungnahme gab. Jetzt ging es nur noch um ein Lehrbeanstandungsverfahren, in dem geprüft wurde, ob einzelne Aussagen Meister Eckharts der Lehre der Kirche nicht entsprachen und somit als ketzerisch zu verurteilen waren.
Das Ende des gegen ihn geführten Prozesses sollte Meister Eckhart jedoch nicht mehr erleben. Am 30. April 1328 teilte der Papst dem Erzbischof von Köln mit, dass Eckhart verstorben sei, das Verfahren gegen ihn jedoch weitergeführt würde. Am 27. März 1329 verurteilte Papst Johannes XXII. schließlich in der Bulle »In agro dominico« achtundzwanzig Sätze aus Eckharts Schriften teils als häretisch, teils als der Häresie verdächtig.5 Die Bulle geht davon aus, dass Eckhart vom »Vater der Lügen» und somit vom Teufel verführt worden war, lässt dabei aber die Möglichkeit offen, dass er in gutem Glauben geirrt hätte. Die Bulle verurteilte jedoch nicht nur die einzelnen Sätze, sondern auch alle Werke des Meisters, in welchen diese Sätze zu finden waren, wobei nicht angegeben war, aus welchem Werk welcher Satz stammte. Denjenigen, die es wagen sollten, diese Artikel zu verteidigen oder die ihnen beipflichteten, wurde angedroht, gegen sie wie gegen Ketzer vorzugehen. Wenn man auch gegenwärtig nicht mehr Gefahr läuft, wie im Hochmittelalter und in der frühen Neuzeit, auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden, und der Meister in vielen theologischen Interpretationen rehabilitiert scheint,6 so wurde die päpstliche Verurteilung jedoch bis heute noch nicht aufgehoben.
Was hatte Meister Eckhart nun so Umstrittenes gesagt und geschrieben, von dem die Kirche glaubte, es mit solcher Vehemenz bekämpfen zu müssen? Verurteilt wurden Sätze wie »Wer Gott lästert, lobt Gott« oder »… »und je mehr er (der Mensch) schmäht und je schwerer er sündigt, umso kräftiger lobt er Gott.«7 Selbst der unvoreingenommene Leser wird bei der Lektüre zugeben müssen, dass solche Aussagen keineswegs christlicher Lehre entsprechen können. Soll der gläubige Christ tatsächlich dazu aufgefordert werden, Gott zu lästern und zu sündigen? Hat der Meister solche Sätze denn tatsächlich gesagt oder geschrieben?8
Da Eckhart erst im hohen Alter angeklagt wurde, wäre es auch möglich, dass er erst zuletzt, bei eventuell nachlassender Geisteskraft, auf Abwege geraten war. Jedoch findet man Aussagen in ähnlichem Wortlaut schon in den zwischen 1294 und 1298 im Erfurter Kloster entstandenen ›Reden der Unterweisung‹, wo Eckhart schrieb: »Wenn der Mensch tausend Todsünden begangen hätte, und es wäre ein solcher Mensch in rechter Verfassung, so dürfte er nicht wünschen, er hätte sie nicht begangen.«9 Wenn die verurteilten Sätze manchmal den ursprünglichen Wortlaut wohl auch nur vergröbert wiedergegeben haben,10 so scheint die Stoßrichtung des Gedankens doch genau die zu sein, wie sie Eckhart von Anfang an intendierte. Die klare Ordnung von bösem und sündigem Handeln auf der einen Seite und dem guten, sich nach den kirchlichen Geboten richtenden Handeln auf der anderen Seite ist verlassen. Meister Eckharts Denken sprengt nicht nur die kirchliche Ordnung von Gut und Böse, von Wahr und Falsch, sondern Eckhart sprengt jede Ordnung, jedes Denken und auch jeden Glauben an heilige Lehren.
Jetzt kann man natürlich darüber streiten, ob es sich bei der Verurteilung um ein einziges Missverständnis handelt und Eckhart eigentlich gar nicht der Irrlehre bezichtigt worden ist11 oder ob die Bulle den Meister nicht nur verurteilt, sondern sogar denunziert hat.12 Das grundlegende Problem ist in einer ganz anderen Dimension zu suchen. Von Beginn der ersten Anschuldigungen in Köln bis zum Abschluss des Prozesses in Avignon arbeitete man ausschließlich mit Listen von einzelnen, aus dem Zusammenhang gerissenen Sätzen, die man überdies noch als »Lehrsätze» betrachtete. Als Lehrsätze sollten sie entweder einen falschen oder den wahren christlichen Glauben zum Ausdruck bringen. Handelte es sich aber überhaupt um Lehrsätze, die entweder zu verurteilen sind oder zugelassen werden können?
Meister Eckhart hatte sich zwar immer wieder auch auf die Heilige Schrift oder auf die großen Autoren der theologischen und philosophischen Tradition bezogen, um in dieser Weise theologische oder philosophische Gedanken zu begründen, wenn er jedoch predigte: »Wer Gott lästert, lobt Gott«, so verkündete er keine Lehre und auch keinen Glaubenssatz. Bei den hier genannten verurteilten Sätzen sprach Eckhart als spiritueller Lehrer, der seine Zuhörer oder Leser geistig in Bewegung bringen wollte. Als spiritueller Lehrer war der Meister sogar immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, bis hin zu Provokationen, die den Geist seiner Schüler mehr reizen konnten als die Glaubenssätze, die jeder kannte. Mit sprachlicher und denkerischer Radikalität trieb Eckhart seine Schüler und Schülerinnen an die Grenzen des für sie Zumutbaren und vielleicht sogar darüber hinaus. Und was konnte seine Zuhörer mehr provozieren als Sätze wie diese, dass derjenige, der Gott lästert, Gott lobe, oder derjenige, der tausend Todsünden begangen hätte, nicht wünschen solle, er hätte sie nicht begangen? Als spiritueller Lehrer benützte Eckhart seine Worte als Sprungschanze des Denkens und Glaubens. Auf dieser Sprungschanze konnte man Anlauf nehmen, um dann von dem Glauben an Lehrsätze loszulassen und sich für den tieferen Sinn im mystischen Erfahren zu öffnen.
Der Hörer oder Leser durfte nicht erwarten, die kühnen und oft auch widersprüchlich klingenden Aussagen des Meisters erfassen zu können. Es reicht nicht aus, ihre Wahrheit zu begreifen oder zu verstehen. Eckhart spricht davon, dass der Mensch der Wahrheit gleichen solle: »Denn solange der Mensch dieser Wahrheit nicht gleicht, solange wird er diese Rede nicht verstehen.«13 Eckhart war nicht nur Lehrer, sondern auch Wegbegleiter. Er führte seine Schüler und Schülerinnen in die Tiefe ihres spirituellen Lebens, um dort aus der Wahrheit zu leben, der Wahrheit zu gleichen und letztlich die Wahrheit zu sein. Nur derjenige, der zu einem wachen Geist gefunden, der ein Bewusstsein erlangt hatte, welches den Glauben an Lehrsätze überstieg und auf diese Weise eins mit der Wahrheit wurde, konnte den tiefen Wahrheitsgehalt der Philosophie Eckharts ermessen.
Hiermit war jedoch ein Weg beschritten, auf dem der sichere Hafen von wahr und falsch verlassen werden sollte. Lassen sich so aber nicht die abwegigsten Irrlehren rechtfertigen, indem alle Gegenargumente damit zurückgewiesen werden, man gleiche noch nicht der Wahrheit und könne darum gar nicht verstehen, worum es letztendlich gehe? Die grundlegende Problematik des Umgangs sowohl mit den Texten Meister Eckharts als auch mit den Interpretationen seiner Philosophie tritt deutlich hervor. Genauso wie Eckhart für sich in Anspruch nahm, dass nur der, der der Wahrheit »gleicht« und mit ihr eins geworden ist, seine Lehre versteht, kann dies auch der Interpret der Texte des Meisters.
Als extremes Beispiel kann hier die Eckhart-Interpretation des nationalsozialistischen Philosophen Alfred Rosenberg gelten. Es war Rosenberg, der ein Zitat wie oben angeführt seinem zentralen Werk »Der Mythus des 20. Jahrhunderts« voranstellte, in dem er unter anderem auch Eckharts Lehre auslegte.14 Auf diese Weise konnte Rosenberg im Jahre 1933 Meister Eckhart als einen Vorreiter des nationalsozialistischen Gedankengutes darstellen, der Ehre als höchstes Ziel ansah und die Neugeburt des Germanentums einleitete. Alle Gegner dieser Interpretation blockte er mit dem Hinweis ab, sie würden noch nicht dem einzig wahren germanischen Bewusstsein gleichen, um Eckhart in dieser Weise verstehen zu können. So wurden die Schriften des Meisters, samt nationalsozialistischer Interpretation seiner Philosophie, in den Dreißiger- und Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts in vorher noch nie da gewesener Auflagenhöhe verbreitet und seine Texte missbraucht.
Um Meister Eckhart nicht in die Beliebigkeit abgleiten zu lassen, ist Unterscheidung wichtig. Wichtige Kriterien einer notwendigen Differenzierung haben in der modernen spirituellen Theologie die Benediktiner Anselm Grün, Meinrad Dufner und, in ihrem Gefolge, der Karmelit Michael Plattig deutlich gemacht.15 Sie zeigen auf, dass es bei der Beurteilung spiritueller Wege gerade nicht um die Unterscheidung im Sinn der Orthodoxie der rechten Lehre gehen kann, die zu einer Spaltung zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden oder Rechtgläubigen und Ketzern führt. Sie führen die »Unterscheidung der Geister« im Sinn der Unterscheidung zwischen »heilsamer« und »schädlicher« Spiritualität ein. Statt zwischen wahr und falsch, machen sie den Vorschlag, zwischen »gesundmachender« und »krankmachender« Spiritualität zu unterscheiden.16 Krank macht eine Lehre, die ausschließlich auf die Vermeidung von Fehlern und Sünden ausgerichtet ist und dem Menschen ein Ideal aufdrängt, in dem er einer einzig wahren Lehre und Moral entsprechen muss. Nach diesem Ansatz wäre die Verurteilung der Sätze aus den Texten des Meisters als krankmachend zu bezeichnen. Gleiches gilt für den nationalsozialistischen Missbrauch von Eckharts Predigten. Heilsam wird ein spiritueller Weg dagegen immer dann, wenn er in das Geheimnis Gottes und das Geheimnis des Menschen einzuführen weiß. Im Zentrum stehen dann Liebe und Barmherzigkeit, die den Menschen öffnen, um Gottes Geist wirken zu lassen.
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Seit dieser ersten Eckhart-Interpretation sind nun über dreißig Jahre vergangen. Die Eckhart-Forschung ist in dieser Zeit weiter vorangeschritten; und auch der Autor selbst hatte Gelegenheit, viele der großen Autoren der philosophischen Traditionen in Ost und West zu studieren sowie bei zahlreichen Lehrern der Gegenwart in die Schule zu gehen. Der Blick auf den großen Meister des 14. Jahrhunderts hatte sich verschärft und vertieft. Jetzt erschien es durchaus lohnenswert, im Alter sich noch einmal das eigene Jugendwerk vorzunehmen und es aus gereifter Perspektive weiterzudenken und zu präzisieren. Das Ergebnis dieser Neuinterpretation liegt nun in diesem Buch vor.
Unter den vielen Philosophen, Theologen und spirituellen Meistern, die der Autor studieren konnte, bildet Meister Eckhart noch immer die wichtigste Inspirationsquelle seines gesamten Schaffens. Als Meister der spirituellen Praxis verstand Eckhart es zu Lebzeiten, den Weg der Gottesgeburt im Menschen zu einer lebendigen Erfahrung werden zu lassen. Das vorliegende Buch stellt sich die Aufgabe, diese faszinierenden Wegweisungen Eckharts aus dem mittelalterlichen Denken in die Gegenwart zu holen. Es gilt, Meister Eckhart für die Spiritualität des beginnenden 21. Jahrhunderts fruchtbar werden zu lassen, so dass der Fromme von morgen wirklich die Chance hat, ein ‚Mystiker‘ zu werden, wie dies Karl Rahner weissagend formulierte.