Copyright © 2021 Dirk Geest
Bildnachweis Titelfoto: © ADOBE 409831372 von Friends Stock
Covergestaltung: Martin Giesow
Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt
ISBN-Nr.: 9783753412948
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
www.dnb.de abrufbar.

Dirk Geest, Dirk Geest, Diplom-Kaufmann (FH), Herausgeber und Buchautor, hat als aktiver Sportler mit der männlichen Jugend A 1995 das Halbfinale der Deutschen Meisterschaften im Handball mit dem THW Kiel erreicht und in der Saison 1996/97 in der 2. Bundesliga der Männer als Profi für den TSV Altenholz gespielt. Mit Prof. Dr. Alexander Hodeck hat er 2018 das Buch „Karrierewege im Sport“ und in dieser Buchserie „Karrierewege“ zur Berufs- und Studienorientierung bereits neun Bücher herausgegeben:
Weitere Infos unter www.dirkgeest.de
Idee & Nutzen des Buches: „Sein Hobby zum Beruf machen und davon leben können – ein Traum“. Ein Satz, den viele E-Sportler sagen und dem viele nacheifern, wenn sie nach ihrer Motivation und ihrem Traumberuf gefragt werden. Kaum eine andere Branche hat in den letzten Jahren so hohe Wachstumsraten verzeichnen können, wie die E-Sport-Branche. In Sachen Reichweite, Marketingerlöse, Umsatz, Zielgruppenansprache und Zuschauerzahlen hat diese neue Branche klassischen Sportarten, Werbe- und Veranstaltungsformaten längst den Rang abgelaufen. Doch wie wird man eigentlich ein professioneller E-Sportler? Der Unterschied zum Gamer?
Gamer spielen in ihrer Freizeit. E-Sportler spielen häufig in einem Team, nehmen an (internationalen) Wettbewerben mit Siegprämien teil, haben einen Trainer, sind professionell aufgestellt und organisiert, und haben nicht selten Sponsoren und Werbepartner an ihrer Seite. Profis eben. Doch das ist nicht alles: So gibt es neben den sichtbaren Spielern und Trainern in der Szene eine Reihe von Berufen, Jobs und Tätigkeiten im Hintergrund wie z.B. Analysten, Kommentatoren, Vermarkter, Spielevermittler, Journalisten, Content Creator, Publisher, Game Designer, Community Manager, Produkt Manager, E-Sport-Manager und viele mehr, die alle tatkräftig in der Branche mitwirken. So sind zum einen neue Berufsbilder entstanden; zum anderen haben Hochschulen und Bildungseinrichtungen diese rasante Entwicklung der E-Sport-Branche längst entdeckt und entsprechende (Fern)Studiengänge, Aus- und Weiterbildungsangebote entwickelt und am Markt platziert. E-Sport-Manager kann man also mittlerweile auch lernen und studieren!
Ziel des Buches in dieser Buchreihe zur Berufs- und Studienorientierung ist es, jungen Menschen, die im E-Sport professionell spielen bzw. arbeiten möchten, einen Eindruck vom tatsächlichen Arbeitsalltag, von realen Arbeitsbedingungen und Karrieremöglichkeiten in dieser Branche zu geben. Aus diesem Grund kommen E-Sportler, Fachkräfte, Spezialisten, Insider und Manager persönlich zu Wort und wurden im Rahmen eines standardisierten Interviews befragt, wie ihre tägliche Arbeit aussieht, wie sie selbst in ihren Beruf eingestiegen sind (Qualifikation), was sie antreibt (Motivation), was die großen Herausforderungen im Berufsalltag sind (Anspruch & Zielstellung) und was sie vor allem jungen Menschen bei der Berufswahl empfehlen (Tipps). Wir möchten gerne zum einen Erfolgsstories mit Vorbildern präsentieren, die junge Menschen motivieren und zum Nachahmen animieren, und zum anderen Missverständnissen und Enttäuschungen bei der Berufswahl, in der Ausbildung und vor allem später im Berufsleben vorbeugen.
Im Anschluss an die standardisierten Interviews schildern Dr. Daniel Görlich und Dr. Michael Breuer, Professoren für Game Development und E-Sport-Management an der SRH Hochschule Heidelberg, in einem individualisierten Doppelinterview aus der Hochschulperspektive ihre Sicht der Dinge auf die gegenwärtigen Entwicklungen in der E-Sport-Branche.
Methodik: Die Interviewpartner stellen in alphabetischer Reihenfolge in ihren Interviews mit eigenen Worten die Vorzüge ihres Berufsweges dar, vergessen gleichzeitig aber auch nicht die kritischen Aspekte. Die Darstellungsform mit einheitlichen Fragen in den Interviews wurde bewusst so gewählt, um die Antworten der Experten vergleichbar zu machen.
Kiel, März 2021
Dirk Geest
Hinweise: Die Inhalte dieses Buches wurden nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig erarbeitet und geprüft. Eine Garantie auf Vollständigkeit und Richtigkeit gibt es nicht. Die Aussagen der befragten Interviewpartner werden eins zu eins inhaltlich wiedergegeben, auch wenn sie nicht immer die Meinung des Herausgebers widerspiegeln. Eine Haftung des Herausgebers ist ausgeschlossen. Aus stilistischen Gründen und zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Buch die männliche Sprachform verwendet; gemeint ist immer auch die weibliche und diverse Form.
– EXPERTEN IN INTERVIEWS –

(Foto: Stephan Barth © Philipp Neubauer)
Name: Stephan Barth
Funktion/Position: Projektleiter
Organisation: ALTERNATE aTTaX
Erfahrungen in der E-Sport-Branche: 11 Jahre
Mein Motto: Homines sumus, non dei
„Es gibt viele junge Talente. Bei einigen fehlt
aber die realistische Vorstellung davon, wie
das System funktioniert. E-Sport bedeutet eben
nicht einfach nur, gut zu spielen. Es gehört noch
viel mehr dazu, wie z.B. die Eigenvermarktung etc.“
– Stephan Barth
Warum haben Sie sich beruflich für die E-Sport-Branche entschieden?
In meinem Fall war es der typische Traum eines Gaming-Begeisterten: Das Hobby zum Beruf machen.
Wie ist Ihnen der Einstieg in diese Branche gelungen? Konnten Sie Ihr Hobby zum Beruf machen? Welche Ausbildung / welches Studium haben Sie absolviert?
Ich habe in meiner Jugend zunächst viel zusammen mit Freunden gespielt. Irgendwann bot sich es an, Vorsitzender eines kleinen E-Sport-Projektes zu werden. Durch einen glücklichen Zufall konnte ich nach einiger Zeit in den Social Media-Bereich einsteigen und habe mich dann kontinuierlich über die Jahre hinweg hochgearbeitet.
Würden Sie es noch einmal genauso machen?
Damals gab es noch keine wirklichen Ausbildungsmöglichkeiten oder Fortbildungen in diesem Bereich. Somit würde ich heute solche Angebote vermutlich annehmen, den Weg aber ansonsten gleich beschreiten. Nur wer von unten kommt, weiß zu schätzen, was er erreicht hat. Gleichzeitig sammelt man auch mehr Verständnis und Erfahrungswissen.
Beschreiben Sie bitte kurz Ihre Tätigkeit.
Zu meinem Aufgabenbereich gehört die Leitung und Koordination der verschiedenen Bereiche (Social Media, Grafik, Team Management). Zusätzlich kümmere ich mich um Sponsorenakquise und um die Betreuung unserer Werbepartner.
Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus? Gibt es diesen bei Ihnen überhaupt?
Typische Tagesabläufe sind eher selten im E-Sport. Grundlegend könnte man es aber auf die folgenden Tätigkeiten herunterbrechen: Beantworten von E-Mails, Besprechungen mit den Managern der einzelnen Bereiche (Social Media, Grafik, Team Management) sowie Koordination von Werbemaßnahmen.
Können Sie etwas zu Ihrem Arbeitspensum (in Wochenstunden) und zum Honorar-/Prämien-/Gehaltsgefüge innerhalb der Branche sagen?
Die E-Sport-Branche ist nahezu ein 24/7-Job. Die Vergütung orientiert sich dementsprechend auch am enormen Arbeitsaufwand. Prämien sind aber eher unüblich.
Was sind die Voraussetzungen für Ihre Tätigkeit? Welche fachlichen, sozialen und persönlichen Kompetenzen werden hierfür benötigt?
Eine gute und immer aktuelle Kenntnis der Branche, des E-Sports und seiner Strukturen sind unerlässlich. Wichtig ist es auch, über ein gutes Netzwerk mit kompetenten Ansprechpartnern zu verfügen. Empathie, aber auch Zielstrebigkeit sind von Vorteil.
Sind Sie beruflich viel unterwegs und auf Reisen?
Abhängig von der Leistung der Teams ergibt sich die eine oder andere Möglichkeit, auf Reisen zu gehen.
Welche Vor- und Nachteile bringt Ihr Job in der E-Sport-Branche Ihrer Meinung nach mit sich?
Es gibt immer wieder neue Entwicklungen, der Job ist abwechslungsreich, man kommt viel herum und lernt oft neue Menschen und Bereiche kennen. Das zählt definitiv zu den Vorteilen.
Zu den Nachteilen gehört das intensive Zeitpensum, das investiert werden muss. Gerade Events finden oft an Feiertagen und Wochenenden statt. Das verlangt einiges an Commitment.
Können Sie jungen Menschen einen Einstieg in diese Branche empfehlen?