Ein tiefer Blick hinter die Kulissen
für alle zauberhaften Frauen,
die Männer und sich selbst
in Affären, Beziehungen und beim Dating
besser verstehen wollen.
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© 2021 Silke Setzkorn, 2. Auflage
Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt
ISBN: 978-3-753-45046-9
Lektorat: Die Textretter, Meerbusch
Bildnachweis: Umschlagsfoto von Prawny auf Pixabay
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Allgemeiner Hinweis: Die Inhalte und Empfehlungen in diesem Buch dienen der Information und werden zur persönlichen Weiterbildung zur Verfügung gestellt. Sie dienen nicht dem Ersatz eines Arztes oder Therapeuten. Eine Haftung irgendeiner Art seitens der Autorin für etwaige Personen-, Sach- oder Vermögensschäden ist ausgeschlossen.
Warum ziehen sich Männer häufig in der Kennenlernphase aus dem Kontakt zur Frau zurück? Verlieben sich Männer in Frauen über intensiven Sex? Unter welchen Umständen lösen sich verheiratete Männer für die Geliebte aus ihren Ehen? Welche unterschiedlichen Phasen durchlaufen sie im Ablöseprozess von der Ehefrau? Woran scheitern die Geliebten und Zweitfrauen? Gehen Männer in Affären mit vergebenen Frauen? Woran können Frauen das echte Interesse von Männern erkennen? Worin unterscheiden sich Frauen und Männer in der Kennenlernphase, in Affären und Beziehungen? Warum wollen Beziehungen heutzutage nicht mehr richtig klappen?
In diesem Buch geht es um die Gefühle, Hoffnungen und Wünsche von Frauen in der Liebe. Und wie Männer sich weibliches Wunschdenken zu Nutze machen. Dieser Ratgeber soll Frauen als wertvoller Begleiter in eine feste Beziehung dienen.
Bei Problemen in der Liebe, einer Affäre, in deiner Partnerschaft oder Ehe und natürlich auch beim Dating oder Trennung kannst du dich gerne persönlich von mir beraten lassen. Meine Kontaktdaten findest du auf meiner Website:
silke-setzkorn.de
Dieses Buch ist für die Frauen geschrieben, die unglücklich in der Liebe sind, weil sie zum Beispiel immer wieder an «den Falschen» geraten. Sie verlieben sich in verheiratete oder vergebene Männer oder auch in solche, die an einer Beziehung nicht ernsthaft interessiert sind.
In meinem ersten Buch «So lieben Männer in Affären» geht es darum, dass Frauen lernen können, die Gefühle und das Verhalten von (vergebenen) Männern von Beginn des Kennenlernens an richtig einzuschätzen. Anhand diverser Beschreibungen und Beispiele in meinem Erstlingswerk konnten Leser folgende Fragen für sich klären: Verliebt sich der (verheiratete) Mann gerade wirklich in mich oder spielt er mir etwas vor? Hat er echte Gefühle für mich oder tut er mir gegenüber nur so, um an sein Ziel (Sexualität) zu kommen? Woran erkenne ich, ob er mich als One-Night-Stand, als Affäre oder als eine Beziehungskandidatin sieht? All diese Fragen werden von mir in meinem ersten Band aus der Reihe: «Von der Affäre in die Beziehung» geklärt.
In meinem zweiten Buch betrachte ich das Ganze aus einem anderen Blickwinkel heraus. Frauen verstehen Prozesse und Interaktionen von Männern häufig anders, als sie tatsächlich gemeint sind. Mann und Frau verhalten sich in Affären, in Beziehungen und auch beim Dating völlig unterschiedlich. Und daher reagieren Frauen auf das Verhalten des Mannes oftmals geschockt und wütend. Sie nehmen den Mann und die Situation eben aus der Sicht einer Frau wahr. Es wird also Zeit, dass Frauen den Mann anders und damit richtig einzuschätzen lernen und die Situation auch aus der Sicht eines Mannes wahrnehmen können.
In welche Frauen verlieben sich Männer? Was trägt dazu bei, dass die Frau «die Eine» für den Mann ist? Was führt in eine Beziehung und was nicht?
Was können Frauen wirklich tun, um ihren Herzensmann zu knacken? Was wird ihnen «falsch» von ihren Freunden, anderen Männern und ihren Müttern vermittelt? Welche Möglichkeiten haben Frauen, um den Mann ihres Herzens für sich zu gewinnen? Wie kann eine Frau die unterschiedlichen Profile und Charaktere der Männer erkennen, an denen sie regelmäßig scheitert?
Warum greifen die modernen weiblichen Eroberungsmaßnahmen aus der Gegenwart bei Männern nicht wirklich? Unter welchen «geistigen Gesetzen» erfolgt überhaupt der Eroberungsakt des Mannes und garantiert quasi das Bestehen einer Partnerschaft?
Den in diesem Buch aufgeführten Geschichten von Frauen liegen reale Situationen zugrunde. Diese und ihre Namen sind jedoch zum Schutz der Betroffenen verfremdet.
Vielen von uns sind die geistigen Gesetze sogar bewusst, wir messen ihnen jedoch nicht die gleiche Bedeutung zu, wie es noch die Generation unserer Eltern tat. Sie haben sich an ihnen deutlich stärker orientiert. So manche Mutter hat an ihre Tochter schon den gängigen Tipp weitergegeben: «Mach dich rar und du bist der Star!» oder «Lauf keinem Mann hinterher!» oder «Es sollte der Mann die Frau erobern und nicht umgekehrt!».
Die geistigen Gesetze stehen für die Gesetzmäßigkeiten zwischen Mann und Frau beim Akt der Eroberung und auch in der Liebe. Es sind genau diese Weisheiten, die Auszüge aus höheren Ritualen rund um die Liebe, des Eroberns und des Begehrens sind. Diese erfolgen aus einer höheren Ordnung heraus. Nur niemand ist sich dessen wirklich noch so bewusst.
Sicherlich wissen wir um diese überlieferten Botschaften, aber unsere Generation ist irgendwann verkehrt abgebogen. Wir haben den Bezug zu ihnen verloren und sie als «altertümlich» abgestempelt. So passiert es, dass uns niemand mehr diese Ordnung erklärt und in einen solchen Zusammenhang bringt, der sie uns in ihrer Komplexität erkennen und verinnerlichen lässt.
Unsere Welt hat sich rasant verändert, und das hat auch vor der Liebe nicht haltgemacht. Schnellen Sex gibt es zwischenzeitlich überall, wahre Liebe kaum noch. Warum ist das so? Warum gehen diese Werte verloren? Jeden Tag aufs Neue wiederholt sich folgendes Drehbuch: Die Frau bietet sich an, der Mann ist daraufhin schon weniger an ihr interessiert. Sein Jagdinstinkt fährt runter und damit verliert die Frau in seinen Augen an Attraktivität.
Diese Gesetzmäßigkeit wirkt auch in der heutigen Zeit immer noch sehr stark und gewinnt für uns dann wieder mehr an Bedeutung, wenn wir spüren, dass wir in der Liebe, und vor allem in der Kennenlernphase, immer wieder scheitern. Wenn ich den Fernseher anschalte und Sendungen zum Thema «Dating» anschaue, dann habe ich den Eindruck, dass in der jungen Generation in Sachen Liebe und Beziehung gerade vieles aus dem Ruder läuft. Durch die Technologisierung ist sicherlich vieles leichter geworden. Die Möglichkeiten für schnelle Liebe, und vor allem schnellen Sex ohne jegliche Verbindlichkeit, waren noch nie so groß wie heute.
Aber wer will denn ernsthaft jemanden fest an seiner Seite haben, der sich vor einem Millionenpublikum durch die Reihen geknutscht oder geschlafen oder zumindest gefummelt hat? Es ist für mich nicht verwunderlich, dass solche Verbindungen keinen Bestand haben. Niemand hat Respekt vor einem Menschen, der andere konsumiert. Leider erfährt derjenige, der sich hat konsumieren lassen, genauso wenig Respekt, wenn nicht sogar noch weniger. Meist ist es die Frau, die den Mann darüber für sich gewinnen möchte.
Für den Mann ist «Spaß haben» mit einer Frau etwas ganz anderes als das, was er von der Frau fürs Leben erwartet. Männer gehen mit Dates, Affären und lockeren Bekanntschaften viel leichtfertiger um und stufen diese Kontakte oft als unverbindliches «Unterhaltungsprogramm» ein. Sie bleiben damit emotional unberührter, als eine Frau es an dieser Stelle bereits empfindet.
Hier greifen wieder die geistigen Gesetzmäßigkeiten. Denn ein Mann fühlt sich von einer Frau, die schnell Sex zulässt, oft nur körperlich, aber nicht emotional angezogen. Er schaltet sogar eher ab oder öffnet sich erst gar nicht. Auch das ist eine der Gesetzmäßigkeiten. Über sie wird nicht gesprochen und doch beeinflussen sie stark unser Unterbewusstsein und damit unsere Beziehungen.
Diese Gesetzmäßigkeiten wirken in uns genauso stark wie Prägungen aus der Kindheit und werden wie eine Art «geistiges Erbgut» von Generation zu Generation weitergegeben. Sie existieren vorrangig im Verborgenen unseres Unterbewusstseins.
So erfolgen die Eroberungsrituale zwischen Mann und Frau immer noch auf der Basis dieser geistigen Gesetzmäßigkeit und bestimmen so unser Liebesleben gravierend mit. Ich würde sogar behaupten, dass Männer sich an diesem «geistigen Erbe» unserer Vorfahren stärker orientieren als Frauen.
Der Mann von heute tut so, als würde er spielen. Aber im Grunde seines Herzens weiß er ganz genau, welche Frau er an seiner Seite haben möchte und welche Handlung und welche Aussage wofür steht. Er hat eine ganz klare Vorstellung von der Frau seines Herzens: Sie hat Charakter, Personality, sie weiß mit einem Flirt so umzugehen, dass sie es nicht zulassen würde, wenn die Grenzen überschritten werden. Sie würde souverän reagieren, weil sie nicht um die Liebe eines Mannes kämpfen muss. Sie kennt ihren Wert und weiß um die Männer, die versuchen, ihr nur Sexualität «abzuluchsen». Sie weiß ihren Wert zu vertreten und zu verteidigen.
Der Wert, den sich die Frau in der Anfangszeit selbst zubilligt, prägt den Verlauf und späteren Erhalt der Beziehung stark. Denn wie sie sich selbst als Frau und Mensch sieht und vertritt, wird sich im Verhalten des Mannes und seinem Umgang mit ihr widerspiegeln. So ist das Sich-Bewusstmachen des eigenen Wertes in der Eroberungsphase und auch in der Beziehung ausgesprochen wichtig.
Unser Verhalten ist vorrangig von der Mutter-Generation geprägt worden: Hier spielt die Entwicklung der Frau in ihrer weiblichen Behauptung eine große Rolle. Das hat Auswirkungen: Wir als Nachfolgegeneration wollen den Schritt natürlich nicht mehr zurückmachen!
So sind Frauen den Männern gegenüber schon in der Kennenlernphase und später auch in Beziehungen viel offensiver geworden. Frauen stehen inzwischen dazu, was sie denken und fühlen, wissen aber vor allem auch ganz genau, was sie von der Liebe, von Beziehungen oder Affären erwarten. Sie gehen direkt auf den Mann zu und bieten bereitwillig Sexualität an oder gehen rasch auf Avancen ein. Dieses Vorgehen wird nicht unbedingt alle Männer begeistern!
Aus diesem Grund fühlt sich der ein oder andere Mann nicht nur überrumpelt und überfordert, sondern auch von der Eroberung enthauptet, schließlich wollte er sie doch mit Haut und Haaren von sich überzeugen. Aber dennoch wird er das Angebot der Frau annehmen und den Sex mit ihr mitnehmen, egal, ob sie ihm wichtig ist oder nicht. Er findet es schön, sich mit ihr zu treffen, ist danach sexuell entspannt, auch wenn er gar nicht wirklich auf sie steht.
In unserer schnelllebigen Welt ist Nachhaltigkeit, Exklusivität und Vertrauen in Paarbeziehungen von großer Bedeutung. Wir brauchen emotionalen Halt in unserem Leben. So steht die intakte Liebesbeziehung als starkes Gegengewicht zur «Wegwerf-»Mentalität unserer aktuellen Gesellschaft.
Vor allem Männer halten an Partnerschaften fest und gehen nicht so leicht wieder aus der Beziehung heraus. Mag die Liebe zur Partnerin auch längst erloschen sein, der Mann hält lieber weiter durch, statt sich ins Haifischbecken der Singles zurückwerfen zu lassen. Lieber hält er, während er noch in einer Beziehung ist, bereits Ausschau nach der nächsten adäquaten Partnerin. Egal, wie lange das dauern mag.
So kann es passieren, dass er einige Zeit leidet, bis er an den Punkt kommt, sich Möglichkeiten auszudenken, die ihm dabei helfen, langfristig in seiner Beziehung oder Ehe auszuharren. Oder die ihm zumindest die Zeit bis zu einer Trennung versüßen, bis er eine andere Lösung in Gestalt einer anderen Frau gefunden hat.
So wird sich ein Mann, der seine Ehe (noch) nicht beenden möchte, nicht auf eine richtige Zweitbeziehung einlassen. Die Gefahr wäre hier viel zu groß, dass sich mit der anderen Frau eine tiefe Liebesbeziehung entwickeln könnte. Das würde ihn womöglich viel zu sehr unter Druck setzen.
Dieser Mann hat seinen Fokus eher auf seinen eigenen Spaß gerichtet und er teilt diesen mit mehreren Frauen, entweder gleichzeitig oder hintereinander. Das hängt davon ab, welche Möglichkeiten er hat, sich freizuschaufeln und die Frau(en) miteinander zu organisieren. Hier geht es dem Mann ausschließlich um sich und seinen Spaß. Die Frau, beziehungsweise Geliebte, ist nur ein Spielzeug und für ihn unwichtig. Sie ist austauschbar und sie wird auch ausgetauscht werden, wenn er entweder das Interesse an ihr verloren hat oder sie anfängt, Ansprüche an ihn zu stellen.
Etwas anders verhält es sich bei einer festen Zweitfrau, die ihm monate- oder sogar jahrelang dabei hilft, es in seiner Beziehung oder Ehe auszuhalten. Sie wächst ihm sicherlich ans Herz. Aber sie ist nur eine Gehilfin, das darf sie nie vergessen. Auch sie wird letztendlich nur benutzt, auch wenn sie ein etwas besseres Standing hat und möglicherweise die ein oder andere Aufmerksamkeit über den Affärenstatus hinaus bekommt.
Wie ich schon in meinem ersten Buch «So lieben Männer in Affären» beschrieben habe, wird es kompliziert, wenn aus der Affäre von beiden Seiten eine feste Beziehung entsteht. Wenn beim Mann noch viel Materielles und Finanzielles die Trennung von der «Hauptfrau» erschwert, geht er häufig doch lieber auf Nummer sicher und wieder einen Schritt zurück. Manchmal geht das über Jahre so, sodass der Mann im Wipp-Schritt stagniert, besonders dann, wenn die Affären-Frau als Zweitfrau an seiner Seite bleibt.
Männer tendieren also dazu, in ihren unglücklichen Bindungen zu verharren, bevor sie ihr Hab und Gut durch eine Trennung an ihre Expartnerin abtreten müssen. Selbst wenn es bedeutet, weiter unglücklich zu bleiben. So könnte frau meinen, dass der Zustand «reich und unglücklich» für einen Mann mehr aufwiegt als ein Leben «arm, aber glücklich». Dabei kann von «arm» nicht wirklich ausgegangen werden. Aber bereits mit «ärmer als vorher» tun sich Männer bereits schwer, weil sie das, was sie sich über Jahre aufgebaut und in die Beziehung investiert haben, aufgeben sollen.
Das können z.B. Renovierungsarbeiten sein, die er die letzten Monate oder Jahre am Haus eigenhändig durchgeführt hat, bis hin zu finanziellen Investitionen für Ausbauarbeiten. Häufig sitzt besonders den Männern die laufende Finanzierung des Eigenheims im Nacken.
Jeder von uns hat schon mal von einem Mann gehört, der nach der Trennung von seiner Ehefrau in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung saß. Er hat den Kindern das vertraute Heim in Form des Einfamilienhauses überlassen. Mit ihnen wohnt dort natürlich auch seine Exfrau. Allein der Gedanke daran, dass von den monatlich zu zahlenden Raten ein anderer Mann, der bei seiner Exfrau nach der Trennung ein- und ausgehen könnte, profitieren würde, bremst ihn aus. Die schreckliche Vorstellung, dass er dem neuen Partner seiner Frau eine solche Lebensqualität ermöglichen könnte, lässt ihn seinen eingeschlagenen unglücklichen Weg lieber weitergehen, wenn auch verbittert.
Da ein verheirateter Mann sein Selbstwertgefühl über viele dieser Gegebenheiten definiert, ist eine Trennung für ihn nur schwer vorstellbar. So sucht er lieber nach anderen Perspektiven und geht «erfinderisch» vor.
Aber es gibt auch Männer, die sich selbst ganz von alleine trennen! Allerdings tun sie das wohl eher erst dann, wenn sie eine neue, passende Frau gefunden haben und dazu bereits die vier Abnabelungsspiralen durchlaufen haben (siehe dazu das Unterkapitel: «Die vier Abnabelungsspiralen»).
Als Allererstes können wir Frauen Folgendes tun: Wir können uns den verheirateten Mann ganz genau anschauen und uns dabei nach unserer eigenen Motivation fragen. Kommt er wirklich als möglicher fester Lebenspartner in Frage oder geht es uns darum, ihn für uns gewinnen zu wollen? Die ganz besondere Frage gilt es zu klären: Ist dieser Mann das, was ich wirklich brauche, um glücklich zu sein? Oder ist der Mann von mir auserwählt worden, weil mein Ego ihn will?
Eine weitere Gesetzmäßigkeit in Sachen Murphys Law lautet für uns Frauen: «Wir werden den Mann auf die gleiche Art und Weise wieder verlieren, wie wir ihn bekommen haben.»
Was bedeutet das genau? Es heißt übersetzt: «Wenn ich einer anderen Frau den Mann wegnehme, wird er mir womöglich von der nächsten Frau unter den gleichen Umständen wieder genommen werden.»
Aber ist das nicht Humbug? Nein, ist es nicht. Denn wenn wir uns das Ganze einmal ein bisschen gründlicher betrachten, können wir oft sogar eine Struktur erkennen. Wir schnappen beispielsweise einer Frau den Ehemann weg. Wir umgarnen ihn dabei mit sexuellen Avancen. Es handelt sich also hierbei um eine Form der sexuellen Manipulation. Eine echte innere und emotionale Entscheidung für die Frau findet in ihm somit nicht statt. Seine Entscheidung wird vorrangig aus seinem Sexualtrieb heraus getroffen. Der Mann wird von der Frau sexuell «angezündet». Die Frau übernimmt hier weniger die Rolle einer festen Partnerin, sondern eher die eines Sexobjekts. In dieser Rolle wird sie weder eine echte Beziehung aufbauen noch diese Beziehung langfristig aufrechterhalten können. Seine Entscheidung für sie bleibt damit in meinem Beispiel eine rein hormonelle Angelegenheit. Er entwickelt dabei höchstwahrscheinlich keine feste emotionale Bindung. Diese hormonell gesteuerte Ebene kann eine gewisse Zeit anhalten. Verlieben ist ja auch ein rein hormoneller Zustand, doch der sexuelle Kick ist meist nach einer gewissen Zeit wieder abgeflaut. Wenn bis dahin keine emotionale Basis aufgebaut wurde, wird diese Konstellation nicht halten können.
Wenn eine Beziehung auf einer solchen Manipulation aufgebaut wird, muss also damit gerechnet werden, dass der andere daraus «aufwacht». Der Mann realisiert mit der Zeit seinen Schritt und damit auch die Verluste, die er durch die Beendigung seiner vorherigen Beziehung erlitten hat. Das wird ihm sauer aufstoßen und es wird dann erfahrungsgemäß nicht ausbleiben, dass er die Schuld daran seiner neuen Partnerin geben wird.
Er wird ihre Manipulationen also irgendwann durchschauen. Entweder wird er sie dafür bestrafen, indem er sie wieder verlässt, für die ehemalige oder eine neue Partnerin. Oder er wird seine Wut auf sie herunterschlucken. Aus dieser passivaggressiven Haltung heraus wird er sich ihr immer mehr entziehen und ihr bald als echter Partner nicht mehr zur Verfügung stehen.
So mancher Mann wandert über Jahre bis Jahrzehnte als Wanderpokal von einer Frau zur nächsten, um sich vor der aktuellen «bösen» Partnerin retten zu lassen. Die meisten Frauen durchschauen dieses Spektakel erst, wenn sie selbst wieder verlassen werden. Solange nehmen sie ihn gerne bei sich auf, schildert er seine Situation aus seiner Sicht doch sehr überzeugend. Erfahrungsgemäß wird auch diese Folgebeziehung in die Brüche gehen, denn die Frau wird nur als nächste Auffangstation benutzt. Wirklich ankommen wird er bei ihr emotional nicht. So kann der Mann endlos weiterziehen, mit seiner Wut und seinen Argumenten im Gepäck. Er wird sich stets unverstanden fühlen und immer wieder bei den unterschiedlichsten Frauen Rettung und Halt suchen.
Manch ein verheirateter Mann sucht bei anderen Frauen nur die «schnelle Nummer» und ist «danach» genauso schnell wieder verschwunden, wie er aufgetaucht ist. Männer, die sich eine «richtige» Zweitfrau und weniger eine kurzweilige Affäre wünschen, suchen schon nach Verbindung, nach ein bisschen mehr Gefühl im Kontakt, nach Wärme und Geborgenheit. Sie suchen zumindest temporäre Zweisamkeit und sind an einem schnell vorübergehenden Kontakt nicht interessiert.
Wenn ein verheirateter Mann mit diesem Hintergrund unser Wunschprofil hat, fangen für uns Frauen im Grunde die Probleme richtig an.
Eine Affäre sollte für beide nur eine Art kurzweiliger «unverbindlicher Spaß» bleiben. Sobald wahre Nähe und Gefühle mit ins Spiel kommen, wird es immer kompliziert. Natürlich können wir nun darüber philosophieren, ob eine Affäre mit einem anderweitig verheirateten Menschen überhaupt ethisch und moralisch vertretbar ist. So spiegelt dies nicht meine persönliche Haltung dazu wider, sondern die generelle gesellschaftliche Handhabung.
Eine Affäre zu einem bereits vergebenen Menschen wird uns im Herzen immer sehr wehtun. Dazu haben sich im Laufe der letzten zehn Jahre in meinen Beratungen zum Thema «Frauen in Affären und in der Liebe» diverse typische weibliche Irrtümer angehäuft. Diese bilden nun die Grundlage für meinen zweiten Band aus der Reihe «Von der Affäre in die Beziehung».
In diesem Buch verarbeite ich Insiderwissen von Männern und Frauen in Affären, Beziehungen und beim Dating. Typische Beispiele aus meinem Beratungsalltag werden in Fallbeispielen veranschaulicht. Situationen und Namen habe ich natürlich abgeändert.
Beziehungen funktionieren am besten, je besser die Frau und der Mann zusammenpassen und in ihren Ansichten und Ansprüchen an eine Partnerschaft realistisch bleiben. Der Partner hat weder die inneren und äußeren Lücken des anderen zu füllen noch dessen Bedürfnisse zu stillen. Im Grunde sollte er das Sahnehäubchen im Leben des anderen sein.
Viele Beziehungen scheitern aufgrund von überzogenen, romantisierten Vorstellungen oder der Erwartung, der eine müsse vollkommen im anderen aufgehen und stets zur Verfügung stehen. Frauen wünschen sich häufig von ihrem Partner, dass er genauso fühlt wie sie. Teilweise erwarten sie es sogar und halten es für selbstverständlich. Das betrifft auch die Art zu reagieren. Frauen und Männer fühlen sich dann gegenseitig nicht mehr gesehen und wertgeschätzt. Die Geborgenheit weicht der Distanz, die aus gegenseitigen Vorwürfen und Unterstellungen geschaffen wurde. Ein Spießroutenlauf, mal steht der eine, mal der andere in der Kritik. Häufig geht nun auch noch der Respekt verloren.
Angriffe auf die Persönlichkeit des anderen sind die Regel, Kritik wird zur Gewohnheit. Verachtung ist das Einzige, was übrigbleibt, bevor einer von beiden geht. Oder das Selbstwertgefühl soll über eine dritte Person kompensiert werden. Dann kann die Geliebte ins Spiel kommen. Der Gedanke an sie und die letzte gemeinsame heiße Nacht lässt die Streitsituation mit der eigenen Ehefrau besser aushalten.
Wenn der negative Umgang in einer Paarbeziehung zu stark wird, ziehen sich beide Partner voneinander zurück. Denn der Rückzug soll vor weiteren seelischen Verletzungen schützen. Nach ein paar Monaten geraten beide immer wieder an den Punkt, an dem sie sich fragen, warum sie bleiben und nicht gehen. Sind sie einfach nur zu feige oder hoffen sie, dass sich die Situation wieder verbessert?
So lassen viele ihre Beziehung erst einmal weiterlaufen bis zur nächsten unschönen Streitsituation, in der es wahrscheinlich noch tiefer unter die Gürtellinie gehen wird. Dennoch macht der Gedanke an eine Trennung Angst, obwohl das Leben vor der Beziehung oder Ehe auch als Single bestens funktioniert hat.