Nach Fertigstellung ihres vierten Buches mit gereimten Geschichten unter dem Haupttitel „Das wahre Leben“, erhielt die Krefelderin Melda-Sabine Fischer so viel positives Feedback, dass sie sich hoch motiviert an die Fertigstellung ihres fünften Werkes machte.
Natürlich wird ein Gedicht zunächst einmal im Freundes- und Kollegenkreis vorgelesen und getestet. Erst nach entsprechendem Echo findet es Eingang in das neue Buch. Man will ja schließlich wissen, ob es das erwünschte Schmunzeln hervorruft.
So wird der Ruhestand der pensionierten Bankkauffrau, dank vielfältigen Zuspruchs, zu einem -auch in Corona-Zeiten- gern zelebrierten Unruhestand, der sich natürlich auch in ihrem fünften Gedichtband dem Entstehen humorvoll gereimter Geschichten rund um das Alltagsgeschehen widmet.
(April 2021)

Kontakt zur Autorin:
E-Mail: Sabine_Krefeld@t-online.de
Facebook: Melda-Sabine Fischer
YouTube: Poetry_Oma Krefeld
Instagram: PoetryOma
Gerne halte ich auf Wunsch auch Lesungen in kleinen Kreisen, aber auch zu besonderen Anlässen im größeren Umfang ab.
Sie können mich gerne per E-Mail kontaktieren.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.
1. Auflage
© 2021 Melda-Sabine Fischer
Herstellung und Verlag:
BoD - Books on Demand GmbH, Norderstedt
ISBN 9783753433967

Ich will hier nicht mit Unsinn geizen,
mein Nonsens soll die Leser reizen!
Drum ist der Grund für das Konzept
das feine Schmunzeln auf Rezept.
In diesen Zeiten, die recht scharf,
besteht erhöhter Lachbedarf.
Ich sage hier recht unumwunden:
„Durch Frohsinn kann der Mensch gesunden!“
Es fragt sich aber der Poet,
wie´s um den Bücherabsatz steht.
Man ist ja nicht so prominent,
dass jedermann den Dichter kennt.
Was hab‘ ich denn für eine Wahl,
es fehlt mir ein YouTube-Kanal.
Mein Technik-Kenntnisstand hat Grenzen,
drum kann ich auch nicht influencen.
Doch gilt es, nicht nur laut zu wimmern,
ich muss ums Marketing mich kümmern.
Schlecht wäre eine Textverwesung,
drum strebe ich nach einer Lesung.
So lud ein Restaurantbesitzer,
ich nenn ihn einfach Carsten Schwitzer,
mich jüngst zu einer Lesung ein
in sein Lokal in Weil am Rhein.
Die Stadt sie liegt im Süden Badens
(sehr badisch, wie der Rest des Ladens).
Dort saß schon eine Heimatgruppe,
aß brav und bieder Flädlesuppe.
Ich setzte mich auf ein Podest
und machte einen Mikrotest.
Das Mikro pfiff, war übersteuert,
der Lesungssessel ausgeleiert.
Trotz allem schien die Stimmung prächtig,
auch der Rhetorik war ich mächtig.
Ich flocht gekonnt an mancher Stelle
nen Sinnspruch ein, ganz auf die Schnelle.
Mir schien, als wär´ der Heimatgruppe
mein Tun nach ihrer Suppe Schnuppe.
Denn fern der Hörer Texterbauung
bestellt man Obstler zur Verdauung.

Dies laut und völlig unverblümt,
ein Vorgang der sich nicht geziemt.
Auch sang man laut, aus vollem Hals,
das Lied vom „Jäger aus Kurpfalz“.
Abrupt ergriff mich Ohrensausen
ob dieser schrägen Kunstbanausen.
Erbost verließ ich das Podest,
ersparte mir der Lesung Rest.
Zum Schluss, da gäb`s noch zu berichten,
ein Buchverkauf fand statt mitnichten.
Ein Umstand, der mich recht pikierte,
weshalb ich auch kein Buch signierte.
So mancher schnöde Macho denkt,
mein Intellekt sei ausgerenkt.
Nur weil ich blond bin heißt das nicht,
ich sei im Schädel nicht ganz dicht.
Man hat mich neulich wissen lassen,
bei mir da fehlten manche Tassen,
die man platziert als Set im Schrank,
mein Denkvermögen sei sehr schlank.
Mein Scharfsinn sei wie Entengrütze,
ich sei zu nichts, rein gar nichts nütze.
Mein Fahrstil sei zudem von übel,
ich rammte ständig Blumenkübel.

Nun, rückwärts Parken geht nicht gut,
ich seh´ ja nicht, was sich so tut.
Ich höre aber (bin nicht deppert),
wenn es mal vorn, mal hinten scheppert.
Zudem, ich geb‘ den Leuten recht,
ganz ohne Brille seh‘ ich schlecht.
Sie ist für mich nicht obligat,
mit Brille wirkt mein Teint sehr fad.
Noch neulich mahnt mein Freund, der Flegel:
„Lackier´ Dir bitte nicht die Nägel,
weil Du dann nicht nach vorne schaust
und auch den Autositz versaust.“
Von Fußball hab´ ich keinen Schimmer,
was Abseits ist, kapier ich nimmer.
Und wenn ein Spieler wen wo deckte,
die Handlung mich doch sehr erschreckte.
Von Politik versteh ich wenig,
nur das: Wir haben keinen König!
Mir ist die Frage einerlei,
wer unser Bundeskanzler sei.
So ging es mir noch letzter Tage,
ich sagte just auf diese Frage
anlässlich einer Hochzeitsfeier:
„Das ist der Herbert Grönemeyer!“
Doch kann so blöd ich gar nicht sein,
ich spiele Schach im Schachverein.
Auch spiel ich Orgel würdevoll,
ich kann’s in Dur und auch in Moll.
Obwohl´s bei mir an manchem fehlt,
bin ich von Sprachkunst sehr beseelt.
Ich spreche fließend Niederrheinisch,
Französisch, Englisch und Lateinisch.
Jawohl, ich habe Abitur,
vom dummen Blondchen keine Spur!
Denn Blond gleich Blöd ist ein Klischee,
dies ist so falsch wie ein Toupet.
Es können mich die ganzen Jecken
mit ihrem Vorurteil nicht schrecken.
Ich trage schon seit vielen Jahren
die Farbe Blond in braunen Haaren.

Was ich bislang total versäumte,
wovon ich schon seit Jahren träumte,
das wär´ ein Job in der Regierung
mit mehrheitlicher Nominierung.
Ich will dort gern in Nylonsocken
als Kanzlerin im Reichstag hocken.
Dann wär´ ich „Mutti“, nicht Minister,
ich wär´ gesellig, nicht Philister.
Ich will für Euch mich gerne quälen,
Ihr könnt mich herzlich gerne wählen.
Sehr modisch bin ich aber nicht,
der Hosenanzug ist mir Pflicht.
Die „Raute“ hab´ ich schon geübt,
auch wie die Winkel man verschiebt,
die um den Mund das Kinn gestalten,
ich kann auch schöne Reden halten.

Ich schau sehr gern dem Treiben zu
für die geliebte CDU.
Und wer mir in den Kram nicht passt,
wird ohnehin von mir geschasst.

Und wenn sehr grob Seehofers Horst
auf bayrisch mimt den Wider-Porst,
dann hau ich ihm ´nen Semmel-Knödel
vor seinen blöden Bayern-Dödel.
Die SPD, die ist mir Latte,
da krieg ich selten ´ne Krawatte,
denn es läuft doch darauf hinaus,
die schießen sich stets selbst ins Aus.
Die GRÜNEN sollen Soja kauen
und nicht so auf die Pauke hauen.
Sie fressen Sesam und Rapunzeln,
mein Po zeigt da nur müdes Runzeln.
Die FDP kann mich nicht stressen.
Man kann es ohnehin vergessen,
was die so labern Tag für Tag
in unsrem schönen Bundestag.
Die AfD zerstört sich selber,
das sind für mich nur rechte Kälber,
die nur ihr großes Maul aufreißen,
obwohl sie kleine Haufen scheißen.
Jetzt will ich aber nicht versäumen,
von meinen Plänen hier zu träumen.
Vielleicht sind die ja so abstrus,
wie Erdogan in Netz-Dessous.
Ich würde unsre Flagge ändern
mit meinem Bild in den Gewändern,
die ich gern trage nachts im Bett,
zum Beispiel schöne Schnürkorsetts.
Die Hymne wär´ der nächste Plan,
da wär was von den Bläck Fööss dran.
Ein jeder Staatsgast wird dann kleiner,
beim schönen Lied: Mer bruche keiner*.
*(hochdeutsch: Wir brauchen keinen)
Bei jeder Sitzung wär´ es nett,
man tränke Wein im Kabinett.
Der Kaffee ist -da möcht‘ ich motzen-
als Brühe ohnehin zum Kotzen.
Der Reichstag würde neu bemöbelt.
Dort, wo die AfD meist pöbelt
sind Nagelbretter adäquat,
damit ihr Arsch mal Kirmes hat.
Statt nur zu Meckern und zu Munkeln,
gäb‘ es im Reichstag stetes Schunkeln.
Auch Picknick würde ich gestatten
für die, die noch kein Frühstück hatten.
Diäten würde ich flugs streichen,
die Mehrwertsteuer müsste weichen.
Für Rentner gäb’s ´ne Neuerung,
ich streiche die Besteuerung.
Für Pflegekräfte-Bastionen
soll sich der Job mal wieder lohnen.
Ihr Mindestlohn wird korrigiert,
um 20 Euro hoch drapiert.
Und kommt nicht bald die Bundesbahn
auf ihren Gleisen pünktlich an,
dann dürften alle, die stets warten,
zum 0-Tarif mit Taxis starten.
Der Bildungsnotstand wird verbannt,
denn viel mehr Lehrer braucht das Land.
Auf jeden Schüler kämen drei,
ein Notebook wäre auch dabei.
Vorbei wär´ auch die Schuft-Epoche,
es gäb´ nur die 3-Tage-Woche
bei vollem Lohn, gar keine Frage.
Man hätte dann mehr freie Tage.
Es gibt doch in den Niederlanden
den Tag, der bei uns nicht vorhanden:
Statt „Konings DAG“ will ich mich schmücken,
den „Kanzlertag“ hervor zu zücken.
Für jeden CDU-Minister
zög‘ ich ein ähnliches Register.
So hätten wir, ganz ohne Plage,
sehr viele neue Feiertage.
Gesetze würden stark gerafft,
die Wahlen würden abgeschafft.
So brauchte ich mich nicht genieren,
bis an mein Ende zu regieren.


Ich kenne Kirschen und auch Pflaumen.