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Originalausgabe

© 2021 Chenoa Ohm, Malik Valea Viking

- alle Rechte vorbehalten -

www.coboldi.de

Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt

Chenoa Ohm und Malik Valea Viking

c/o AutorenServices.de

Birkenallee 24

36037 Fulda

ISBN: 9783753435022

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Als Virus hat man es manchmal nicht einfach auf dieser Welt.

Es war uns ein Anliegen, eine neue Sichtweise aufzuzeigen – und zwar aus der Sicht eines ganz gewöhnlichen Virus’.

Ähnlichkeiten mit realen Personen und Sachverhalten sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Dieses Buch sollte mit einem Augenzwinkern gelesen werden und ersetzt weder den Rat eines Arztes oder Heilpraktikers, noch erhebt es Anspruch auf Vollständigkeit oder objektive Richtigkeit. Es stellt unsere persönliche Sichtweise im Sinne der Meinungsfreiheit nach Art. 5 Abs. 1 GG dar.

Viel Freude mit unserem Virus Coboldi wünschen

Chenoa Ohm Malik Valea Viking

Es ist nicht immer alles so wie es scheint.

Wie 2020 ein Killervirus aus mir wurde…

Wie konnte das bloß passieren?

Ich muss euch etwas erzählen. Das glaubt ihr mir nie!

Ich frage mich, wie es so weit kommen konnte. Dabei fing alles ganz harmlos an.

Was ist nur aus mir geworden?

Es war einmal…

Damit ihr mich besser verstehen könnt, gehe ich in der Geschichte noch ein paar Schritte zurück und beschreibe euch mein bisheriges Leben und das Umfeld, in dem ich mich bewege.

In einem Universum existieren viele unbekannte Dinge. Einige davon sind so groß, dass man deren Ende nicht sehen kann. Dazu gehört zum Beispiel auch das Universum selbst. Es ist unvorstellbar und doch ist es da. Auch wenn man etwas nicht sieht, kann es also Wirklichkeit sein. Das Universum birgt viele Rätsel und man wird niemals alle Rätsel lösen können. Auch, wenn wir bei vielen Dingen im Dunkeln zu tappen scheinen, muss uns die Dunkelheit keine Angst machen. Es gibt keine Dunkelheit ohne Licht, keine Frage ohne Rätsel, kein Wir ohne jeden Einzelnen und kein Groß ohne Klein. Neben dem großen Universum gibt es auch ein kleines Universum. Dieses kleine Universum beinhaltet viele kleine Lebewesen und ist auch nicht auf Anhieb im Ganzen erkennbar. In dieser Welt lebe ich.

Mein Name ist Coboldi.

Ich bin einer von Milliarden Viren. Ich lebe auf der Erde, wie viele andere Lebewesen auch. Hier gibt es unzählige Viren, Bakterien, Insekten, Reptilien, Fische, Säugetiere, wie den Menschen und viele verschiedene Pflanzen. Gemeinsam bilden wir eine Einheit. Alle zusammen bedürfen wir einander.

Zum Leben gehört ein Anfang und ein Ende. Wie die Geburt, gehört auch das Sterben zum Leben. Die vier Jahreszeiten haben dies ebenso verinnerlicht. Im Frühjahr blüht alles auf und im Herbst fallen die Blätter wieder. Der ewige Kreislauf des Lebens setzt sich in der Natur jedes Jahr aufs Neue fort. Ich als Virus habe eigentlich ein tolles Leben. Ich habe überall Familie und Freunde und komme dadurch sehr viel rum. So war ich schon in den unterschiedlichsten Ländern, ob kalt oder heiß, ob mitten in Wäldern oder in der Wüste, ob am Meer oder inmitten einer Großstadt. Ich liebe es, herumzukommen, neue Wirte kennenzulernen und die Welt zu erobern. Nur auf dem Mond war ich noch nicht.

Alles ist Eins

Jede Art von Lebewesen auf diesem Planeten hat seine Eigenheiten. Und nicht nur jede Art, sondern auch in jeder Art selbst gibt es teilweise bedeutende Unterschiede. Jedoch bedeuten diese Unterschiede nicht, dass sich die einen von den anderen trennen sollen. Es bedeutet viel mehr, dass andere akzeptiert und respektiert werden sollen, um miteinander in Gemeinschaft leben zu können und die Welt in Frieden zu wissen.

Gemeinsam stark

Ich als Virus bin auf einen Wirt angewiesen, der mir Unterschlupf bietet und Nahrung gibt. Wenn ich aufgenommen werde, bedanke ich mich bei meinem Wirt damit, dass ich sein Abwehrsystem stärke.

Einige Wirte haben uns bereits einen Generalschlüssel gegeben. Manche haben offene Türen, aber es gibt auch viele, bei denen wir vor verschlossenen Türen stehen. Es gibt sogar welche, die uns ihre eigene Polizei entgegenschicken.

Damit wir überleben können, haben wir unseren inneren Schlüsselmeister. Er ist etwas ganz Besonderes. Dieser Schlüsselmeister gibt uns durch einmal fest die Luft anhalten die Möglichkeit, zum einen unsere äußere Schicht zu verändern, um ins Hotel zu schleichen und zum anderen in ganz hartnäckigen Fällen einen eigenen Universalschlüssel zu produzieren.

Bei mir ist das so: Halte ich ein bisschen die Luft an, so bekomme ich mehr und größere grüne Stachelnoppen und bei starkem Luftanhalten spucke ich zusätzlich einen Schlüssel für das ins Visier genommene Hotel aus. Manchmal kommt beim Produzieren des Schlüssels sogar noch ein Hotelschild mit heraus.

Wir Viren stellen gern zum Zeichen für andere Viren ein Schild auf. Für unser Virennetzwerk ist das sehr praktisch, weil dann Bewertungen für die Hotels abgegeben werden können.

Mein Alltag als Virus sieht nicht viel anders aus, als bei irgendeinem anderen Lebewesen auch. Da sind wir schon fast beim „Sinn des Lebens“ angekommen. Ziel eines Lebewesens in dieser Welt ist es, seine Art (über-) leben zu lassen und sich weiter zu entwickeln. Jedes einzelne Lebewesen hat einen bestimmten, meist unbekannten Lebensweg, welchen es zu meistern, aber auch zu genießen gilt. Dazu gehören, wie bereits gesagt, eine gute Unterkunft, ein gutes Essen, Lebensfreude und Liebe.

So ziehe ich mein ganzes Leben von Hotel zu Hotel und von Kontinent zu Kontinent und mache überall die unterschiedlichsten Erfahrungen, welche ich meinen Virenfreunden und Nachkommen mitgeben möchte. Dabei lerne ich oft ganz merkwürdige Wirte kennen, aber auch sehr abenteuerliche Wege in einige Hotels.

Coboldi und die Liebe

Wir Viren sind weder Männchen noch Weibchen, wie es bei den Menschen der Fall ist. Wir bekommen Virenkinder mit Hilfe eines Wirts. Durch ihn erhalten wir ein Dach über dem Kopf und Verpflegung. Kaum haben wir ein gutes Hotel gefunden, vervielfachen wir uns. Unsere Kinder bleiben meist länger im Hotel. Dort wissen wir sie wohlbehütet und wir können beruhigt weiterziehen. Für den Wirt sind wir unsichtbar. Manchmal bemerkt er unsere Anwesenheit gar nicht.

Der Mensch als Wirt versucht manchmal zu verhindern, dass wir uns bei ihm einnisten und vermehren. Die Menschen nehmen dann Medikamente oder Impfungen, welche abgeschwächte Teile von Viren oder tote Viren enthalten, um ihren Körper widerstandsfähig zu machen und auf eine eventuelle Krankheit vorzubereiten.

Dieser Versuch fällt der aufmerksamen Körperpolizei auf. Die macht sich an die Arbeit, damit eine Hausbesetzung verhindert werden kann. Mit ihrer Aktion soll das Schloss der Unterkunft ausgetauscht werden. Auch wenn uns die Körperpolizei die Reise und das Vorankommen manchmal etwas schwieriger macht, haben wir meist einen Universalschlüssel zur Hand. Der Versuch des Menschen hilft ihnen deshalb oft nicht wirklich. Zum einen möchten wir dem Wirt mit seinem Hotel nichts Böses und zum anderen finden wir, wie man sieht, immer einen Weg in einen Unterschlupf.

Mein Familienleben

Ich habe einen großen Familienstammbaum. Hier stoßen viele Abstammungen, Vorlieben und Abneigungen zusammen. Einige sind hartnäckiger, andere weniger. Einige können sogar richtig gemein sein – ja, nahezu bösartig. Es gibt aber auch die harmloseren. Sie schauen nur kurz mal vorbei und wollen den Wirt eigentlich sogar unterstützen. Man könnte fast sagen, sie wollen Gutes tun.

Chuppi, Claus und ich

Eines Tages fand ich jemanden, der sehr gut zu mir passte. Chuppi und ich verstanden uns auf Anhieb und so entschied ich, erstmal bei ihm und seinesgleichen zu bleiben. Chuppi war ein guter Wirt und sein Hotel bekam den Namen „Pension Pangolin“.

Unser Zusammenleben verlief sehr harmonisch, doch mit der Zeit fehlte mir die Herausforderung. Der Alltag kehrte ein und damit auch eine gewisse Gewohnheit. Alles verlief wie immer. Tag für Tag.

Neugierig, wie ich war, fiel mir ein weiterer passender Wirt auf. Ich musste die beiden nur noch zusammenbringen…

Berühmt wurde ich, weil ich mir als Wirt eine Fledermaus ausgesucht hatte: Claus.

Warum gerade eine Fledermaus? Nun ja, die hing da so rum – und sie empfing mich mit einem reichhaltigen Angebot an Nahrung.

Mein Glück war, dass beide eher nachtaktive Tiere sind. Chuppi kletterte gern mal auf einen Baum, an dem Claus regelmäßig abhing. Als ich im richtigen Moment die Liane schwang, befand ich mich auch schon auf Claus und konnte mir schnell ein angenehmes Plätzchen zum Verweilen suchen.

Einen Schlüssel brauchte ich nicht. Ich wurde direkt herzlich aufgenommen und mit offenen Armen, beziehungsweise Flügeln empfangen.

Als Dank stellte ich ein Hotelschild mit der Aufschrift „Zur blinden Fledermaus“ her und übergab ihm dieses feierlich. Ich blieb für ein paar Tage bei ihm und wollte dann wieder weiterziehen.

Der Mensch als Wirt eignet sich auch hervorragend. Die Wirte bemerken es in der Regel nicht immer sofort, wenn ich bei ihnen Unterschlupf gesucht habe. Ich verhalte mich zunächst ruhig.